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Die vielleicht wichtigste Bundesliga-Saison aller Zeiten beginnt

Am Stadion in München. Foto: Robin Patzwaldt

Heute Abend geht es endlich wieder los! Mit dem Spiel des FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 geht die Fußball-Bundesliga, nach gut zehn Wochen Sommer-Pause, in ihre vielleicht wichtigste Saison.

Was zunächst nach Spannung und Attraktivität klingt, ist in Zeiten der Corona-Pandemie ein großes Wagnis, das mit vielen Risiken und Unwägbarkeiten zurechtkommen muss, die weit abseits des grünen Rasens liegen.

Schon die Eröffnungspartie zeigt, wie dünn das ‚Eis‘ ist, auf dem die Liga aktuell steht. Zunächst hieß es, ein paar Tausend Fans könnten in München im Stadion mit dabei sein. Dann stoppte die Stadt München das Ansinnen der Liga und der Klubs, ließ für die im Free-TV übertragene Auftakt-Begegnung keine Zuschauer in der Münchener Arena zu.

Ähnliche Abwägungen dürften in den kommenden Stunden, Tagen, Wochen, ja vielleicht Monaten immer wieder erforderlich sein. Kaum vorherzusagen, welchen Einfluss das Ganze dann am Ende auf den sportlichen Wettbewerb haben wird.

Es steht in jedem Falle zu befürchten, dass es einen geben wird. Diese Erkenntnis reicht schon aus, um einem den Spaß an der Sache, der in diesen Zeiten ohnehin nicht so groß ist wie in ‚normalen‘ Zeiten, weiter zu nehmen.

Wirtschaftlich sind die Klubs auf die Zuschauereinnahmen, und seien es auch nach den derzeitigen Planungen nur 20 Prozent, angewiesen. Alleine der BVB verlor in den Monaten von März bis Juni fast 50 Millionen Euro.

Logisch, dass solche Zahlen selbst die wirtschaftlich stärksten Vereine rasch in Bedrängnis bringen. Da wären 20 Prozent Stadionauslastung in den kommenden Wochen schon eine Hilfe. Für schon vor Corona finanziell kriselnde Klubs wie den FC Schalke oder den VfL Bochum, wären die so zu generierenden Gelder natürlich noch wichtiger.

Es wird also einen ständigen Kampf zwischen wirtschaftlichen Interessen und gesundheitlichen Bedenken geben in den kommenden Monaten. Für das sportliche Geschehen bleibt da deutlich weniger Aufmerksamkeit.

Dass die Bayern vermutlich wieder Deutscher Meister werden, wenn die Saison denn tatsächlich in Zeiten der Pandemie zu Ende gespielt werden kann, dass hatte ich in der Vorwoche ja schon mit dem Kollegen Peter Hesse in der Ruhrbarone-Saisonvorschau thematisiert.

Gut möglich, dass auch Corona sich auf die sich immer weiter öffnende Schere innerhalb der Liga als zusätzlicher Brandbeschleuniger auswirken wird. Bayern und der BVB werden die Pandemie, ebenso wie RB Leipzig, in jedem Falle ‚überleben‘.

Die Schalker haben sich schon vor Monaten eine vielkritisierte Bürgschaft des Landes gesichert. Auch sie werden wirtschaftlich also irgendwie durchkommen. In Gelsenkirchen stellen sich da schon eher sportliche Fragezeichen, wenn es um die Zukunft der Knappen geht.

Sorgen machen muss man sich als Fußballfan aber wohl tatsächlich um das Überleben aller Vereine vom Bundesligamittelmaß bis in den Amateurbereich.

Wenn Millionen von Fußballfreunden sich heute Abend vor den Bildschirmen versammeln, wird daran vermutlich niemand auch nur einen Gedanken verschwende. Aber vielleicht sollte das unbedingt mal jemand tun, wenn der erste Bundesligaspieltag am Montag hinter uns liegen wird.

Es geht für die Vereine in diesen Tagen um wichtigeres, als die reinen Ergebnisse, die Frage nach Sieg oder Niederlage auf dem Platz. Es geht um nicht weniger als die Zukunft eines besonders beliebten Teils der bundesdeutschen Unterhaltungsbranche.

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