Hat Dortmund inzwischen den deprimierendsten Zoo Deutschlands?

Ein Tier im Zoo Dortmund im Juni 2026, wenn auch ein eher unspektakuläres und scheinbar gelangweiltes. Foto(s): Robin Patzwaldt

Es gibt Orte, die einen ein Leben lang begleiten. Orte, die mit Kindheitserinnerungen, Familienausflügen und einem Gefühl von Heimat verbunden sind. Für mich gehörte der Zoo Dortmund jahrzehntelang genau in diese Kategorie. Seit den frühen 1970er-Jahren war die Anlage im Dortmunder Süden für mich weit mehr als nur ein Tierpark. Sie war ein fester Bestandteil meines Lebens. Umso schmerzhafter ist die Erkenntnis, dass ausgerechnet dieser einst so geschätzte Ort inzwischen einen Zustand erreicht hat, den ich vor einigen Jahren noch für unmöglich gehalten hätte.

Nach mehreren Jahren Pause habe ich dem Zoo am vergangenen Wochenende erstmals wieder einen Besuch abgestattet. Die Hoffnung, positive Entwicklungen zu entdecken und vielleicht sogar etwas von der alten Faszination zurückzugewinnen, war durchaus vorhanden. Doch schon nach kurzer Zeit wich diese Hoffnung einer tiefen Ernüchterung. Selten habe ich einen Ort erlebt, der gleichzeitig so viele Erinnerungen weckt und so viel Enttäuschung auslöst.

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Ein Kanzler auf Abruf? – Eine Diskussion, die mehr verrät als jedes Dementi

Das Bundeskanzleramt in Berlin. Foto: Robin Patzwaldt

Ob an den seit Tagen kursierenden Spekulationen über eine mögliche vorzeitige Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz tatsächlich etwas dran ist, ist beinahe nebensächlich geworden. Entscheidend ist längst etwas anderes: Dass diese Debatte überhaupt geführt wird – und dass sie sich trotz aller Dementis nicht mehr einfangen lässt. Genau darin offenbart sich die eigentliche Schwäche des Kanzlers.

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Für dumm verkauft – Von der Sehnsucht nach guten Nachrichten

Eine Bergmannsampel. Quelle: Wikipedia, Foto: GeorgDerReisende, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wer im Ruhrgebiet lebt, der braucht inzwischen schon eine gewisse Leidensfähigkeit. Die Region, die früher einmal für Aufbruch, Arbeit und Zusammenhalt stand, wirkt heute vielerorts müde und abgekämpft.

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Meldungen über Sparmaßnahmen, Werksschließungen, marode Infrastruktur oder klamme Kommunen. Und das Bittere daran: Man spürt diese Entwicklung längst nicht mehr nur in Statistiken oder Schlagzeilen, sondern im ganz normalen Alltag.

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Merz, Murks und Machtvakuum: Wie Schwarz-Rot der AfD den roten Teppich ausrollt

Läuft seine Uhr als Bundeskanzler schon bald ab? Friedrich Merz, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Die Regierungskoalition in Berlin wirkt inzwischen nicht einmal wie ein müder Aufguss alter Politik – sie erinnert in diesen Tagen eher an abgestandenen Filterkaffee, der seit Stunden auf der Warmhalteplatte vor sich hin gammelt.

Kaum im Amt, taumelt die von Friedrich Merz geführte Bundesregierung bereits durch die Republik, als hätte sie politisch schon jetzt ihren letzten Willen eingereicht. Die Umfragewerte? Verheerend. Die Stimmung im Land? Im Sinkflug. Der Optimismus? Offenbar irgendwo zwischen Koalitionsvertrag und Kanzleramt verloren gegangen.

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Könnte Pistorius die SPD retten?

In der Bevölkerung, aber nicht in der SPD beliebt: Verteidigungsminister Boris Pistorus. Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Über Jahrzehnte haben sich viele an den Sozialdemokraten abgearbeitet. Aber die wollten nicht hören, wechselten ständig erfolglos ihre Führung und machten ihr Programm immer linksgrüner, fern ihrer einstigen Wählerschaft. Die Dauerkrise wurde zur Existenzkrise. Ist jetzt, nach den neuerlichen Wahldebakeln in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, ihr Ende nahe?

1972 habe ich für Willy Brandt Wahlkampf gemacht: „Willy wählen!“ Aus vollstem Herzen, wie viele. Als Nicht-Juso. Da war die SPD auf der Höhe der Zeit, die an Mitgliedern (eine Millon!) und Wählerstimmen stärkste Partei. Die geistig führende, fortschrittliche Kraft in der (linken) Mitte der Gesellschaft. Sie wusste, was sie wollte. Die Mehrheit der Bürger wusste es auch und fand es gut.

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Zwei Sterbende zusammenzulegen, verlängert nicht automatisch ihr Leben

Die Fußgängerzone in Waltrop ist inzwischen häufig menschenleer. Foto: Robin Patzwaldt

Bei mir vor der Haustür hier in Waltrop flammt sie gerade wieder auf, die altbekannte Diskussion um den Wochenmarkt. Seit Jahren taucht das Thema immer wieder in der Öffentlichkeit auf – meist dann, wenn die Leere auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone nicht mehr zu übersehen ist.

Nun also erneut der Vorschlag, den Wochenmarkt von seinem angestammten Platz in die Innenstadt zu verlegen. Ein Versuch, Leben dorthin zu bringen, wo es kaum noch pulsiert. Eine Idee, die im Kern sympathisch ist – und dennoch kaum das leisten kann, was man sich von ihr erhofft.

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MSV Duisburg: Auf dem Weg zurück ins Rampenlicht? – der Aufstieg einer alten Liebe

Im Stadion in Duisburg herrscht wieder Leben. Archiv-Foto: Daniel Jentsch

Manchmal schreibt der Fußball Geschichten, die man kaum für möglich hält. Eine solche Geschichte erleben derzeit die Fans des MSV Duisburg. Noch vor wenigen Monaten schien der Klub in den Niederungen der Regionalliga versunken, die stolze Vergangenheit nur eine ferne Erinnerung.

Und nun? Nach fünf Spieltagen in der 3. Liga grüßt der Aufsteiger plötzlich von der Tabellenspitze – und das mit beeindruckender Dominanz.

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Lünen hat noch Puls, Waltrop und Datteln nur noch Pulsadern

In der Innenstadt von Lünen im August 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt

Seien wir ehrlich: Wer heutzutage freiwillig in die Innenstadt von Waltrop oder Datteln fährt, der hat entweder einen ganz konkreten Grund – oder einfach die falsche Ausfahrt genommen. Viel zu sehen gibt’s dort nämlich nicht. Ein paar Bäcker, eine Handvoll Drogeriemärkte, vielleicht noch ein Handyshop – das war’s. Der Rest: Leerstand in allen Variationen.

Das benachbarte Lünen dagegen wirkt im direkten Vergleich fast schon wie eine quirlige Großstadt.

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Nach dem Regierungswechsel in Berlin: Rohrkrepierer statt Rettungsschuss?

Das Kanzleramt in Berlin. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Auch als Sympathisant der Ende 2024 zerbrochenen Ampel-Koalition konnte ich mich der beachtlichen Wechselstimmung im Land vor der Bundestagswahl im Februar nicht entziehen. Zahlreiche Menschen in meinem Umfeld wollten unbedingt einen Regierungswechsel, mit dem sie große Hoffnungen verbanden.

Vielfach konnte man den Eindruck gewinnen, dass mit einem zukünftigen Bundeskanzler Friedrich Merz alles besser werden würde – und das schnell. Schon bis zu den Sommerferien sollte sich vieles ganz anders darstellen als in den letzten Tagen der alten Regierung.

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Der FC Schalke 04 schlittert auf allen Ebenen auf ein großes Drama zu

Am Freitag gab es den nächsten sportlichen Rückschlag für den FC Schalke 04. Foto: Michael Kamps

Die 0:2-Heimniederlage des FC Schalke 04 gegen den SC Paderborn vom Freitag verschärft die sportliche Krise des Ruhgebietsvereins in der 2. Fußball-Bundesliga. Noch ist der Klassenerhalt zwei Spieltage vor dem Ende der Spielzeit 2024/25 nicht gesichert. Doch die Probleme des Traditionsvereins gehen über das Sportliche hinaus: Auch wirtschaftlich steckt der Klub in schwierigen Fahrwassern. Die unklare Trainerfrage, fehlende Perspektiven und eine zunehmend ungeduldige Fanbasis machen deutlich: Der FC Schalke 04 steht vor entscheidenden Wochen.

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