Stürzt ausgerechnet Erling Haaland den BVB in die nächste Trainerdebatte?

Erling Haaland und Aki Watzke einst in Dortmund. Archiv-Foto: BVB

Am Mittwochabend trifft der BVB in der UEFA Champions League auswärts auf Manchester City. Eigentlich ein Fußballfesttag, auf den sich jeder Dortmunder freuen müsste. In diesen Tagen ist das jedoch anders.

Spätestens seit der blamablen 0:3-Niederlage der Borussia bei RB Leipzig und Ex-Trainer Marco Rose am Samstag, geht im östlichen Ruhrgebiet die Angst um, dass der BVB in Manchester eine ähnlich deutliche Klatsche kassieren und dadurch die nächste Trainerdebatte in Dortmund ausgelöst werden könnte. Und das ausgerechnet wenige Tage vor dem prestigeträchtigen Revierderby gegen den FC Schalke 04 am kommenden Samstag.

Die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft waren groß im Frühsommer, als der BVB Edin Terzic für Marco Rose auf dem Trainerstuhl installierte. Viele erinnerten sich seinerzeit noch an die schöne Zeit, als Terzic im Frühjahr 2021 mit der Borussia eine tolle Erfolgsserie hinlegte, dadurch den Klub nicht nur auf einen Champions League-Platz hievte, sondern auch im Finale gegen Leipzig den DFB-Pokal in Berlin gewann.

Doch ganz so einfach ließ sich an die einstige Euphorie-Welle mit/unter Terzic dann doch nicht anknüpfen. Die Saisonvorbereitung verlief zäh, der Start in die Bundesliga beim 1:0 gegen Leverkusen zwar siegreich, aber ebenfalls wenig glanzvoll.

Zwar zeigte sich die Mannschaft dann bei weiteren 1:0-Siegen gegen Berlin und Hoffenheim defensiv erfreulich gefestigt, doch stehen nach nun sechs Saisonspielen in der Liga nun auch schon wieder zwei peinliche Ausrutscher gegen Werder Bremen (2:3) und jetzt eben in Leipzig (0:3) zu Buche.

Und schlimmer noch: Wirklich überzeugt hat der BVB bisher seit der Sommerpause noch nicht. Es fehlt an Leichtigkeit und Spielfreude. Die Dominanz, die der BVB ausüben wollte, sie fehlt. Und ausgerechnet jetzt geht es in der Königsklasse gegen den großen Gruppenfavoriten aus Manchester, der den Dortmundern im Sommer Top-Torjäger Erling Haaland abspenstig machte.

Es gehört nicht viel Pessimismus dazu, um zu erahnen, dass auch das Spiel in England für die Westfalen am Ende nicht gut ausgehen wird. Und auch den einen oder anderen Treffer von Haaland muss man als Dortmunder wohl befürchten. Der BVB braucht am Mittwoch eine Art Fußballwunder, wenn er in Manchester punkten will. Zumindest dann, wenn er die Form der vergangenen Spiele nicht deutlich nach oben schrauben kann.

Und dann? Der Verein könnte in eine unschöne Debatte hineinlaufen. Nach einer weiteren Niederlage im Duell gegen Haaland & Co. wäre die Bilanz der ersten Wochen in jedem Falle enttäuschend. Ein Lerneffekt der Mannschaft wäre unter dem vergleichsweise unerfahrenen Cheftrainer Terzic nach wie vor nicht zu erkennen.

Der erhoffte Effekt durch den jüngsten Trainerwechsel von Rose zu Terzic, er wäre durch eine weitere Niederlage am Mittwoch in Manchester nicht nur endgültig völlig verpufft, es würde sich in Dortmund einmal mehr die unbeliebte Diskussion von der scheinbaren Unbelehrbarkeit des Kaders und seiner fehlenden Mentalität einstellen. Die nächsten Grundsatzdebatten über Trainerwahl und Kaderzusammenstellung wäre damit wohl vorprogrammiert.

 

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5 Kommentare

  1. #1 | Walter Stach sagt am 15. September 2022 um 07:41 Uhr

    2:1 Niederlage bei Man City mit Siegtor durch Haarland -„Supertor!

    Ärgerlich, weil ……..
    Erfreulich die sehr gute Leistung des BVB.
    Für für mich gänzlich unerwartet. Ich hatte miti einer deftigen Neiderlage gerechnet..

    Der 2. Platz in dieser Champ.lig-Gruppe scheint weiterhin „machbar“.
    Die Leistung der Mannschaft gibt Anlass zur Hoffnung für das Spiel gegen S04.. Sie läßt allerdings wieder einmal fragen, warum es immer wieder beim BVB zu so großen Leistungsschwankungen kommt.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 15. September 2022 um 07:58 Uhr

    Hallo Walter! Ja, das mit Haaland war leider so ähnlich vorhersehbar. Diese unerklärlichen Leistungsschwankungen sind und bleiben das große Thema beim BVB. Das hat sich auch unter Terzic bisher noch nicht geändert. Und das, obwohl über den Sommer einmal mehr diverse neue Spieler in den Kader kamen. Einfach ärgerlich! Ich versuche schon länger, mich nicht mehr so sehr darüber aufzuregen, in Bezug auf den Fußball insgesamt mehr Gelassenheit zu entwickeln. Mal gelingt mir das besser, mal nicht so gut. 😉 Grüße!

  3. #3 | Walter Stach sagt am 15. September 2022 um 10:21 Uhr

    Robin,
    Gelassenheit…..

    Ja, ch hoffe, die zu schaffen , gelingt Dir oftmals. Ich bin „stets um sie bemüht“.

    Der Russland-Ukraine-Krieg nebst seiner Folgen für Deutschland als Kriegspartei, die tagtäglich zunehmend sichtbarer und spürbarer werdenden direkten Folgenden der Klimakatstrophe -weltweit, aber auch hier „zu Hause“, die anhaltenden Corona-Pandemie……
    Das führt zwangsläufig zu großer, zu größer werdenden Distanz zum Fuißballl, auch zu Siegen und Niederlagen „unseres BVB. “
    Dann und wann tut es jedoch gut, wenn Fußball, wenn der BVB, z.B. gestern, dazu beitragen, von den ola. skizzierten Problemen abgelenkt zu werden.
    In diesem Sinne einen schönen Tag und beste Grüße
    Walter

  4. #4 | Robin Patzwaldt sagt am 15. September 2022 um 10:39 Uhr

    Den wünsche ich dir auch, Walter! Danke! Für mich geht es derzeit darum, die für mich persönlich richtige Mischung aus Nachrichten und Unterhaltung zu finden, damit der Alltag nicht zu belastend wird. Heute darf ich mich mal wieder mit Eishockey beschäftigen. In der NHL geht ja bald die neue Saison los. Das hilft mir aktuell auch, mich nicht zu sehr über den BVB und seine Niederlagen in Leipzig und Manchester zu ärgern. 😉

  5. #5 | Nach dem Sieg im Revierderby gegen Schalke 04 geht der BVB mit zwei blauen Augen lächelnd in die Pause | Ruhrbarone sagt am 18. September 2022 um 10:22 Uhr

    […] Wochenende und der recht ordentlichen Leistung bei der Niederlage in der UEFA Champions League gegen Erling Haaland & Co. stand gegen Schalke noch mehr auf dem Spiel als sonst schon in diesen […]

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