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Bürgerwehr Witten: „Ficki Ficki Mama Merkel“

merkel_missbrauch
Sie sagen, wir wollen „unsere Frauen schützen“: Etwa 1500 Menschen haben sich in einer geschlossenen FB-Gruppe versammelt, um Wittens Straßen „wider sicher zu machen“, wie sie sagen. Es ist ein Sammelsurium von Verschwörungstheoretikern und rassistischen Aussagen anhängenden Bürgern, die sich dort versammelt haben. Von unserem Gastautor Roland Geisheimer.

Aber auch Leute, die offen mit neonazistischen Symbolen in ihren Profilen kokettieren, sind dort zu finden. Auf dem Profil einer Administratorin kann man u. a. die schwarze Sonne entdecken. Die Schwarze Sonne, ist ein wichtiges Erkennungssymbol der Rechten und wird von der rechtsesoterischen bis rechtsextremen Szene genutzt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne) Bei anderen findet man Reichsflagen und andere rechte und/oder rassistische Dinge im Profil. Der Wittener Ratsherr der rechten Gruppierung PRO NRW verbreitet die Propaganda seiner Partei in der Gruppe. Viele Gruppenmitglieder dürften unfreiwillig von ihren Facebookfreunde in der Gruppe hinzugefügt worden sein. Etliche verlassen auch ganz schnell wieder die Gruppe. Ein großer Teil stammt nicht einmal aus Witten.
Zur Zeit nennt sich die angebliche Frauenbeschützergruppe „Gemeinsam gegen Gewalt an unseren Frauen und Kinder“ zwischendurch führten sie auch den Namen „Bürgerwehr Witten“. Intern sehen sie sich nach wie vor als Bürgerwehr. Dass hinter den Machern der Gruppe nicht gerade eine neue feministische Kampfgruppe steht, dürfte klar sein. Eine Düsseldorfer Initiative hat etwas über diese neuen Bürgerwehren, die in vielen Städten gerade zumindest virtuell entstehen, geschrieben und trifft den Nagel auf den Kopf:  „Ihr wollt „eure Frauen“ beschützen, aber: Wir gehören euch nicht! Wir Frauen brauchen und wollen eure vermeintlichen Beschützergesten nicht, ihr habt euch auch vor den Vorfällen in Köln nicht für Feminismus und Gleichberechtigung interessiert. Ihr nutzt die Gelegenheit, um rassistische Stimmung zu verbreiten. Wenn ihr Abschiebungen als legitime Reaktion auf Kriminalität versteht, fangt doch in euren eigenen Reihen an.“ (http://www.niemand-braucht-euch.de)

 

witten_buergerwehr
Dass es der Wittener Gruppe nicht um Frauenrechte geht, zeigt eine Karikatur die in der Facebook-Gruppe veröffentlicht wurde. Zu sehen ist wie Angela Merkel von vielen Menschen umringt und sexuell belästigt wird. Der Initiator der Gruppe kommentiert dieses frauenverachtende Bild mit den Worten „dann hätte es die richtige getroffen“. Vergewaltigungen sind also für ihn ok, wenn sie die „richtige“ Frau treffen. Auch mit der Rechtsstaatlichkeit scheint der Chef der Gruppe es nicht so zu haben: „Wenn ein Mensch ein Kind belästigt, vergewaltigt oder tötet, gehört derjenige geköpft. Ein anderer möchte den „Klugscheissern der Stadt das Maul stopfen“. Köpfungsphantasien, eher ein Markenzeichen islamistischer Barbaren, scheinen bei den selbsternannten Frauenschützern hoch im Kurs zu stehen. Im Bezug auf einen Grünen Politiker wird gefordert: „Kopf ab!“ Ein anderer User ist eher Anhänger modernerer Tötungsmethoden: „Ihr müsst sie wie Freiwild behandeln, bei Sichtkontakt schießen“.

Diese Aussagen dürften auch der Grund dafür sein, dass die Polizei alarmiert ist. Recherchen unseres Blogs haben ergeben, dass bereits gestern (14.01.2015) über ein Dutzend Gefährderansprachen durch die Polizei vorgenommen wurden. Polizeibeamte tauchten bei führenden Köpfen der Facebookgruppe zu Hause und auf der Arbeit auf. Ebenenfalls soll mit einem Gastronom, der am Wittener Rathausplatz ein Lokal betreibt, ein intensives Gespräch geführt worden sein. In der Kneipe hat nach unseren Recherchen das erste Treffen der Bürgerwehr stattgefunden. In ihr verkehren auch Rocker aus dem Umfeld des Brothers MC. Dieser ist nach unseren Recherchen  ebenfalls der Bürgerwehr nahestehend. Heute gab es dann noch einmal ein längeres Gespräch mit der Polizei. Geladen war der Initiator der Gruppe.

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53 Kommentare zu “Bürgerwehr Witten: „Ficki Ficki Mama Merkel“

  • #1
    Walter Stach

    Grenzen- und schrankenloser hysterischer Massenwahn hat die Gesellschaft in Deutschland erfaßt. Praktische Vernunft bleibt Außenseitern überlassen.

    Der grenzen- und schrankenlose Massenwahn wider jede praktische Vernunft tätigt dann u. a. Produkte, wie sie jetzt u.a. in Witten in einer besonders perviden Form zu besichtigen sind.

    Und tagtäglich wird dieser grenzen- und schrankenlose Massenwahn immer aufs Neue angeheizt durch die Medien, auch durch die vorgeblich seriösen. Überrascht sein über Ereignisse wie die in Witten kann von denen niemand sein. Zu erwarten ist, daß "man" sich um Rechtfertigungen, um Erklärungen solch widerlicher Exezesse bemühen wird, eben auch dann, wenn es nichts zu rechtfertigen, nichts zu erklären, sondern nur etwas zu verurteilen, wenn es nur etwas gibt, was öffentlich anzuklagen ist!

    Von praktischer Vernunft getragene Argumente gegen die beiden die Menschen beherrschen Gefühle Liebe und Hass?
    Gegen die Liebe ist, "Gott sei Dank" kein vernünftiges Argument gewachsen. Gegen den Hass "leider Gottes " auch nicht, weder gegen den, sich der jetzt in Deutschland austobt noch gegen den, der die radikal fanatischen Islamisten lenkt und leitet.

    H a s s gegen jede Veränderung, Hass gegen alles Fremde, Hass gegen alle Fremden, Hass gegen die das Oben, Hass gegen Gläubige, Hass gegen Ungläubige, Hass gegen Schwule und Lesben, Hass gegen jeden, der sich äußerlich von "jedermann" unterscheidet, Hass….

    H a s s ist Antrieb und Bindemindel für alldiejenigen, die sich hinter Pegida, hinter der AFD, hinter neuen örtlichen "Kampfverbänden" zusammentun.

    Und wenn ich an H a s s als Antrieb und als Bindesmittel radikal fanatiischer Islamisten denke, im IS oder sonst wo, dann lassen sich be- und nachdenkenswerte Parallelenn -eine Synapse?- zum Hass derjenigen feststellen, die meinen, jetzt in Deutschland den hysterischen Massenwahn für Aktivitäten nutzen zu können, die mir bis vor kurzem in einem zivilisierten Land wie Deutschland undenkbar erschienen. Besser wohl, wenn ich sage, die mir als Neuauflage all dessen, was schon ‚mal in Deutschland möglich war, undenkbar erschienen.

  • #2
    UIrich

    "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Und damit meine ich nicht nur die widerliche Karikatur die die selbst ernannte "Bürgerwehr" ins Netz gestellt hat sondern in erster Linie das von ihnen veröffentlichte Foto. Das stinkt schon aus der rückwärtigen Bild-Perspektive so sehr nach "HoGeSa" und Rechtsradikalismus dass man diese Leute lieber nicht von vorne sehen möchte.

    Gut dass die Polizei in diesem Fall recht schnell aktiv geworden ist. Aber ob sich die Typen davon bremsen lassen? Im Zweifelsfall dürfte doch für solche Leute jeder männliche Jugendliche oder junge Erwachsene mit Migrationshintergrund der diesen Leuten nachts über den Weg läuft für sie ein potentieller Vergewaltiger und Taschendieb sein.

  • #3
    Michael Schirmer

    nur eine frage:
    was wird eigentlich von uns erwartet, wenn der staat uns nicht mehr schützen kann?
    die andere wange hinhaltrn oder was?

  • #4
    Manfred Michael Schwirske

    Bürgerwehren sind logische Konsequenzen kollektiver Hysterisierung. Sie sind der nächste Eskalationsschritt. Aber nicht der letzte. Und man sollte sich links, rechts, in der Mitte und sonst wo gut überlegen, ob mehr Öl ins Feuer eine gute Idee ist. Das gilt auch für den Gesetzgeber. Bezüglich Asylrecht, bezüglich Ausländerrecht, bezüglich Sexualstrafrecht.

  • #5
    RS

    Sehr geehrter Herr Stach,
    sprechen Sie nach den ganzen aktuellen Vorfällen allen Ernstes von Vernunft??? Befürworten Sie die aktuelle Politik der unkrontrollierten Einwanderung von Millionen Flüchtlingen und Stationierung neuer US-Atomraketen in Vorbereitung eines Krieges gegen Russland?
    Vielleicht sollten Sie ein paar Flüchtlinge bei sich daheim aufnehmen bevor Sie besorgte Bürger in die rechte Ecke drängen!
    Ich habe einfach nur Angst vor diesem aktuellen Alptraum.
    Wie tausende andere Menschen in diesem Land fürchte ich um mein eigenes Leben und die Zukunft meiner Kinder. Das Volk muss sich gegen diesen Wahnsinn endlich wehren!

  • #6
    Thorsten Hausen

    Lieber Herr Geisheimer,

    ich glaube es war Hoffmann von Fallersleben, der 1842 in seiner Sammlung Schlesischer Volkslieder als erster das immer noch brandaktuelle Liedchen „Die Gedanken sind frei“ aufnahm. Und so ist es bis heute. Die Gedanken sind frei – noch, bin ich fast versucht zu sagen.

    Sicher haben Sie ohne Umschweife recht, wenn sie Sinn und Rechtmäßigkeit selbsternannter Bürgerwehren infrage stellen. Auch wenn sie Intention und Qualität dieser unerfreulichen Entwicklung kritisieren, stimme ich Ihnen gerne zu.

    Aber, und dieser Aspekt führt mich wieder zum eingangs erwähnten Volkslied, „es bleibet dabei, die Gedanken sind frei“. Und wenn wir diese Gedanken schweifen lassen, dann haben Sie in Ihrem geschätzten Artikel, zumindest aus meiner Sicht, einen ganz erheblichen Gedanken außer Acht gelassen.

    Das Gewaltmonopol liegt ausschließlich beim Staat. Dieser einfache und einstmals unumstößliche Satz, hat m. E. seine ultimative Gültigkeit seit den Ereignissen der Silvesternacht verloren. Bitte entsetzen Sie sich nicht, wir folgen einzig einem kleinen Gedankenspiel.

    Der Bürger kann das Gewaltmonopol des Staates selbstverständlich nur solange anerkennen, wie der Staat den Schutz des Bürgers garantieren kann. Versagt der Staat in seiner Aufgabe, so wäre der Bürger jedem Angriff schutzlos ausgeliefert. Gerade die Ereignisse der Silvesternacht belegen dies.

    Sicher räumt der Gesetzgeber den Notstand der Selbstverteidigung resp. der Nothilfe ein, aber organisierte Angriffe der erlebten Größenordnung machen eine Selbstverteidigung im klassischen Sinne unmöglich. Derartige Ausschreitungen, wohl organisiert in zahlreichen Städten, tragen schon die charakterlichen Züge eines Bürgerkrieges. Und im Krieg gibt es keine Regeln, keine Konventionen, alles ist erlaubt. Zwangsläufig beinhaltet dies auch die gute westliche Tradition der Gründung sogenannter Bürgerwehren. Wenden wir unseren Blick gen Westen in die USA, wissen Sie, was ich meine.

    Dass die Ist-Situation überhaupt erst entstehen konnte, ist den politischen Totalversagen des Staates geschuldet. Die Sicherheit unserer Bürger wird zugunsten politischer Strategiespiele ad absurdum geführt. Was die dramatische Erhöhung des muslimischen Bevölkerungsanteils, welcher im Allgemeinen durch einen von Hass durchtränktem Antisemitismus geprägt ist, bspw. für Menschen jüdischen Glaubens bedeutet, wird im Land der Shoa völlig ausgeblendet.

    Sie sehen also, es sind goldene Zeiten für falsche Propheten. Diesen falschen Propheten vorzuwerfen, dass Sie die Schwäche des Staats nutzen um ihn zu bekämpfen, beurteile ich als naiv. Die derzeitigen Protagonisten der deutschen Politiklandschaft taugen bestenfalls noch zur Besetzung einer grottenschlechten Politsatire. Die Vorstellung allein, dass ein Siegmar Gabriel sich anschickt Kanzler zu werden, was Gott verhüten möge, lässt mich Pläne schmieden, mein Glück in einem anderen teil der Welt zu suchen.

    Was ich mir von Ihnen (und den Ruhrbaronen) wünschen würde: Schlagen Sie nicht auf arme verirrte Geister ein, die in einer kruden Mischung aus Angst, Wut und Dummheit Zuflucht in Schwachsinn und Gewalt suchen, weil sie den falschen Propheten auf den L viel mehreim gehen..

    Schlagen Sie, um bei diesem Bild zu bleiben, statt dessen auf die Verursacher ein, auf jene, die Deutschland gerade durch politische Unfähigkeit, Hilflosigkeit und blinden und vorauseilenden Gehorsam gegenüber transatlantischen Interessengruppen in Unruhen, Armut und Chaos führen wollen. Bekämpfen Sie die Ursache, nicht die Symptome. Die Symptome werden mit den Ursachen verschwinden.

  • #7
    CyberPunk

    Ich kann dieses "besorgte Bürger" nicht mehr hören/lesen.
    Das diese keine Rechten sein sollen noch viel weniger.
    Wer mit rechten Argumenten um sich schmeißt, wer mit Rechten zusammen demonstriert, deren Standpunkte übernimmt und weiter verbreitet, die Rechten also unterstützt, der ist genau das: Rechts/Nazi/Faschist!
    Die Realität ist halt oft unbequem.

  • #8
    kE

    Der Artikel zeigt, welche Gruppen das aktulle Versagen des Staates in vielen Bereichen (z.B. Verbrechensverhinderung, VErbrechensaufklärung, Verbrechensbekämpfung, Bestrafung) nutzen, um ihre Wege aufzuzeichnen. Ich gehe auch davon aus, dass der Schutz der Frauen nur ein Teil der Motivation ist. Ich glaube aber auch, dass die letzten Tage die "Beschützerrolle" des Mannes wieder hervorgehoben haben. Eine Rolle, die vorher nicht notwendig erschien und auch an den Staat outgesourct war.

    Hysterie?
    Ich kann aus meinem Umfeld berichten:
    – Menschen lassen ihr Haus nicht mehr allein und verzichten auf Veranstaltungen etc.
    – In meinem Verwandten-/Bekanntenkreis wurden viele Menschen Opfer von Einbrüchen, Raub, Diebstahl etc.
    – Ja, die Aufklärungsrate in vielen Bereichen ist lächerlich
    – Ja, der Staat und insbesondere die Justiz hat keine Antworten und auch keinen wirklichen Willen, Intensivtäter zu bekämpfen. Die Vergangenheit des Parsi-Attentäters, der auch in NRW lebte, zeigt den aktuellen Zustand der Sicherheitsbehörden.

    Kann man im aktuellen STatus von Hysterie sprechen und ist es nicht Realität, dass die Sicherheitslage in Deutschland schlechter ist als unsere Strassen.

    Ich möchte in einem sicheren, freien Land leben und sehe innere und äußere Sicherheit als Kernaufgabe des Staates. Dabei wird für mich Deutschland nicht in Syrien, Mali, Irak, … verteidigt.

    Ich kann auch nicht erkennen, dass die rot-grüne REgierung von Frau Kraft mit dem Innenminister Jäger ideologisch bedingt die Prioritäten so setzen, dass zumindest statistische Werte wie in den besseren Ländern Deutschlands erreicht werden.

    Ist es da überraschend, dass sich Nachbarschaften etc. vermehrt um Sicherheit kümmern. Viele Geschäftsleute bauen private Security auch auf den Strassen aus.
    Das zeigt, dass der Staat seine Kernaufgabe nicht mehr zufriedenstellend ausübt und das Menschen reagieren. Die rot/grüne Regierung lässt mit dieser Politik auch die sozial schwachen, die den Staat brauchen, im Regen stehen.

    Es wird Zeit, dass innere Sicherheit wieder zum Thema wird und dass sinnvolle Konzepte entworfen werden. Es bringt nichts mit Vorratsdatenspeicherung Oma Müllers Gespräche zu überwachen, während die Behörden im Jahr 2015 nicht in der Lage sind, Personen eindeutig zu registrieren. Das ist so schlecht, dass es für mich eindeutig ist, dass hier kein Interesse der Politiker vorliegt. Die Schwächen wurden im NSU-Skandal aufgedeckt, sie sind bis heute nicht behoben worden.

    Aktuell habe ich hier aber noch keine "Neighborhood watch" Schilder gesehen.

  • #9
    Klaus Lohmann

    @Michael Schirmer #3: Sie glauben ernsthaft, dass die oben abgebildte braune "Kohorte" vorhat, Sie und mich und alle Bürger zu *schützen*?

    "Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt." (Gandhi)

  • #10
    Arnold Voss

    @ RS #5

    Flüchtlinge wandern nicht ein, sondern beantragen Asyl. Es sind auch nicht Millionen, sonder knapp über eine Million, von denen ein grosser Teil kein Asyl bekommen wird. Und woher haben sie das mit den Raketenstationierungen zum Krieg gegen Russland?

  • #11
    Thomas Weigle

    Heute lese ich im HALLER KREISBLATT, dass laut Polizeiangaben sowohl in Köln als auch in Düsseldorf organisierte Banden mit mehreren tausend Mitgliedern, in der Hauptsache aus Nordafrika, ihr Unwesen treiben. Und zwar nicht erst seit gestern. Da braucht es wenig Fantasie, sich die Folgen vorzustellen. Mich beunruhigt das in jeder Hinsicht. Wenn die Polizei machtlos ist, weil sie personell ausgedünnt worden ist, darf man sich nicht wundern, wenn berechtigte Ängste in der Bevölkerung entstehen und diese wiederum von rechtem Gesocks in widerlichster Weise ausgenutzt werden.

  • #12
    kE

    @11:
    Ich sehe diese Fälle nicht als Polizeiproblem. Es ist eher ein Problem, dass keine Konzepte da sind, wie man mit gefassten Tätern umgeht. D.h. es gibt keine spürbaren Konsequenzen für Diebstahl etc.

  • #13
    Walter Stach

    Einige Kommentare bei den Ruhrbaronen und so manche Stellungnahme von Politikern, vorneweg aus der AFD und unmittelbarer dahinter rangierend aus der CSU, haben wohl dazu beigetragen, daß in meinen Gedanken seit einigen Wochen der Titel des Bühnenstücks von Max Frisch herumgeistert:

    "B i e d e r m a n (n) und B r a n d s t i f t e r "

    Meine Äußerung zu -1- ( und gleichlautend in der Sache bei den Ruhrbaronen so mehrfach vorgetragen) widersprechen dem Folgen nicht, sie sind vielmehr mit ihm kompatibel, ja sogar ihre Konsequenz;
    1.
    Der Staat , jeder (!!) Staat, ist seinem Wesen und seinem Zweck nach zuvorderst verpflichtet, für die Sicherheit seiner Staatsangehörigen und alle anderen hier lebenden Menschen zu sorgen -nach Innen und nach Außen-.
    Hier geht es also nicht darum, dem s t a r k e n Staat das Wort zu reden bzw. diesen zu fordern, sondern es geht darum, den Staat (jeden Staat) an selbstverständliche Pflichten zu erinnern. Wenn er dieser Pflicht nicht nachkommt, ist er kein schwacher Staat, sondern er stellt seine Staatlichkeit in Frage.

    Bezogen auf diese staatlichen Pflchtaufgabe,so scheint mir, hat "unser" Staat in den letzten Jahren -ganz unabhängig von der sog. Flüchtlingswelle- nachlässig gehandelt. Das habe ich oftmals aus unterschiedlichen Gründen beklagt; nicht nur, aber z.B. auch aus Anlass der NSU-Morde.

    Diese mangelhafte Erfüllung der staatlichen Pflichtaufgabe in Sachen innere Sicherheit sich derzeit -sh.Rechtsradikale, sh. Völkische, sh.aber auch sexualiserte Gewaltakte und anderen Straftaten aus den Reihen der Flüchtlinge also nicht erstmals, jetzt aber besonders auffällig.

    Nun ist der Staat -Bund/Ländern- dabei, "nachzurüsten", m.E. aber nur halbherzig. Das gilt z.B. für die Landesregierung NRW, die nach meinem Kenntnisstand sage und schreibe 5oo neue Stellen für die Polizei bewilligt hat. Das ist m.E. "weniger als der Tropfen auf den heißen Stein". Da muß durch den Bund, durch die Ländern noch einiges mehr passieren, namentlich im Polizeibereich.

    Diese Kritik rechtfertigt nicht -ganz und gar nicht-,dass in Folge des von mir sog. hysterischen Massenwahn die Menschen sich Waffen -im weitesten Sinne-kaufen und rechtfertigt schon gar nicht die sog. Bürgerwehren, die sich in der denkbar widerlichsten Form in Witten präsentieren.
    Dese Kritik meinerseits in Übereinstimmung mit den meisten (?) Menschen in Deutschland kann und darf zudem kein Anlass sein, das Gewaltmonopol des Staates zu hinterfragen oder de facto zu mißachten, andernfalls würde das Fundament unserer staatlichen Ordnung inn Frage gestellt.

    Ich erwarte also im Sinne meines Staatsverständnisse, welches das sog. staatliche Gewaltmonopol des Staates einschließt, daß der Staat unmißverständlicher, nachdrücklicher, konsequenter, ja radikaler als bisher seiner wesentlichen Pflciht nachkommt, nämlich für die Sicherheit aller Menschen "in diesem unserem Lande" sorgen.

    2.
    Der Grundsatz "low and order" muß wieder spürbar und unmißverständlich in Deutschland durch die Gesellschaft akzeptiert und durch den Staat sanktioniert werden.

    Wir können nicht den Flüchtlingen, den Zuwanderer – etwas für mich Selbstverständliches- glaubwürdig vermitteln, nämlich daß sie "Recht und Ordnung" zu achten haben, wenn "wir Einheimische" ihnen tagtäglich, und durch jedermann mit zu erleben, vormachen, was "wir" von Recht und Ordnung halten, nämlich regelmäßig(!!) dann nichts, wenn die Mißachtung von Recht und Ordnung "uns" opportun erscheint -im kleinen -Umweltverschmutzung, Verkehrsdelikte, Beleidigungen/Nötigen Dritter und im großen -sh. Steuerdelikte, sh. die Rechtsverstöße durch VW, sh. die Korruption im kleinen wie im großen,, sh. sexueller Mißbrauch von Kindern, sh. andere Sexualstraftaten (Ich erinnere an einer Studie aus 2oo4 ,nach der 6o% der hier lebenden Frauen, zumindest einmal im Leben sexuell belästigt wurden , und damals gab es nicht "massenhaft Flüchtlinge". 20014 -also auch noch vor der Zeit "massenhaften Zuzugs von Flüchtlingen- wurden rd. 6.000 Vergewaltigungen/Vergewaltigungsversuche n Deutschland polizeilich registriert.)

    3.
    Ich gehe sogar soweit, aufgrund meiner Verärgerung u.a. über die alltäglichen Verstöße gegen Umweltnormen, aufgrund der alltäglichen vorsätzlichen Verstöße gegen Normen das Straßenverkehrsrechtes, aufgrund alltäglich zu registrierender sog. "Kleinst-"diebstähle, vom Staat -vom Bund, vom Land, von der Kommune- zu fordern, daß sie als Garanten/als Bewahrer der Rechtsornung dabei nach dem Grundsatz "Null Toleranz" verfahren, beginnend mit sog. Kleinststraftaten und sog. Ordnungswidrigkeiten.
    ( Nach meiner Erinnerung hat die neu OB in Köln als Handlungsanleitung "Null-Toleranz" den städt. Ordnungskräften vorgeben und sie gleichermaßen gegenüber von Polizei eingefordert. Gut so!
    Das Handeln nach diesem Prinzip hat in New-York unter Bürgermeister……(..?) nachweislich nicht nur die Zahl alltäglicher kleinkrimmineller Vergehen drastisch reduziert, sondern auch die Zahl schwerer Verbrechen ).

    Meine Aäußerungen unter -1- oben und die in diesem Beitrag gemachten könnten ja, aber das hoffe ich wohl vergebens, verstanden werden als Beweis dafür, daß man als Bürger dieses Landes trotz aller Sorgen und trotz aller selbstverständlichen großen Besorgnisse sich nicht zwangsläufig von dem von mir sog. hysterischen Massenwahn gefangen nehmen lassen muß, sondern das weiterhin und gerade jetzt in einer außergewöhnlichen Situation praktische Vernunft möglich ist, die mir dringendst (!!)geboten erscheint, und zwar nicht nur seitens der politisch Verantwortlichen im Bund, in den Ländern, in den Kommunen, in allen gesellschaftlich relevanten Organisationen, sondern bei jedem Einzelnen.
    PS

    1.

    Ich war gestern auf einer Veranstaltung mit Heiner Geisler als Referentem.
    Mit einer gewissen Befriedigung habe ich von ihm gehört, wie bedeutsam es gerade jetzt und hier in Deutschland ist, sich an die Gründe für die Aufklärung vor ca. 25o Jahren zu erinnern und an das, was sie an "Normativem" für die sog. westliche Welt hervorgebracht hat, was jetzt nicht angezweifelt, was jetzt nicht relativiert werden darf, sondern wofür gerade jetzt offen und öffentlich einzutreten. Sind wir in Deutschland, in Europa, in den USA dabei, uns von den Errungenschaften der Aufklärung zu verabschieden, weil………..? Und wollen wir sie ersetzen durch…………?

    Geisler ist mehrfach eingegangen auf das für die sog. westliche Welt wichtigstes Postulat von der Unverletzlichen Würde eines jeden (!!)Menschen.
    (Insofern bewegte Geisler sich auf einer mir von meinen Kritikern bei den Ruhrbaronen vorgeworfenen Meta-Ebene).-

    Ich habe in der Diskussion Geisler Fragen gestellt, die ich in diesem Zusammenhang auch hier bei den Ruhrbaronen gestellt habe und bei Bedarf weiterhin stellen werde:

    Ist es nicht irreal, ist es nicht sogar völlig verfehlt, von der Gesellschaft in Deutschland zu erwarten, den Flüchtlingen, vor allem denen aus muslimisch-arabischen Staaten das Postulat von der unverletzlichen Würde eines jeden Menschen nahebringen zu wollen, wenn -geschätzt- nicht einmal 1o% der hier Lebenden sich mittels ihres Verstandes mit dem auseinandergesetzt haben, was die Unverletzlichkeit der Würde eines jeden Menschen ist und vor allem dann mittels ihres Verstandes nicht erfaßt haben können, was der Inhalt dieses Postulat und seine Akzeptierung für das Tun, das Unterlassen eines jeden Menschen, der Gesellschaft, des Staates zur Folge haben muß?

    Ich habe ergänzend dazu Geisler gefragt, ob die alltäglich praktizierte und u.a. auch für jeden Flüchtling zu beobachtende, zu registrierende Mißachtung des Postulates von der unantastbaren Würde eines jeden Menschen durch die "Einheimischen" es unmöglich erscheinen lassen muß , die Flüchtlinge auf dieses Postulat wirksam verpflichten zu wollen,nicht nur, aber vor allem auch mit Blick auf "unser" Selbstverständnis von der gleichermaßen unverletzlichen Würde auch aller Frauen .

    Dass ich mit meinen Fragen, die ja Geisler nach seinem Vortrag als rhetorisch erscheinen mußten,
    bei Geisler "offene Türen eingerannt habe", muß ich hier nicht weiter ausführen.

    2.
    Erlebnisse in den letzten Tagen veranlassen mich, hier noch über eine "Handlungsanleitung" nachzudenken:
    Wenn "wir einheimischen Männern" wieder mehr als in den letzten Jahren geschehen, über "die großen Dingen dieser Welt" hinaus im Alltag den arabisch-muslimischen Zuwanderern demonstrieren würden, daß die Frauen für uns nicht nur gleichberechtigt in Gesellschaft und Staat sind , sondern das wir sie "hochachten", dann könnte es ja sein, daß der eine oder der anderer unter den Zuwandern so allmählich , ganz konkret im alltäglichen Leben erfährt und erlernt, daß nicht nur unser "Frauenbild" ein anderes ist als in seiner Heimat, daß es nicht nur das Rechtsprinzip von der Gleichheit von Frauen und Männern in Deutschland gilt,, sondern daß es zudem zu unserer Kultur gehört, daß die Männern den Frauen ihre (Hoch-)Achtung zeigen -Platz anbieten im Bus, Tür aufhalten im Einkaufsladen, Fragen, ob "man helfen kann, ihnen in den Mantel helfen, ihnen im Restaurant die Platzwahl überlassen, sich erst hinsetzen, wenn…… u.ä. mehr.

    Alles Quatsch? Alles nostalgische Gedanken eines alten Mannes? Das mag so sein.

    Wenn ich mich jedoch ‚mal in die Lage eines jungen arabisch-muslimischen Mannes versetze, der im Bus, der beim Einkaufen, der im Restaurant diesen respektvollen Umgang der Männer mit den Frauen mitbekommt, könnte damit denkbar mehr zu einer allmählichen Verhaltensänderung bei ihm beigetragen werden als mir das mittels der Unterzeichnung einer einschlägigen Verpflichtungserklärung wie von der CSU gefordert oder mittels "Aufklärungsseminare bei der VHS" über die Gleichberechtigung der Frauen möglich erscheint.
    Praktische Vernunft statt hysterischem Massenwahn?

  • #14
    Walter Stach

    Nachtrag:
    Thomas Weigle ,
    volle Zustimmung -sh.so ähnlich ja auch in meinem Beitrag -13-.
    Ich habe vor vielen, vielen Jahren in Köln erfahren, daß es dort vor allem einen Stadteil gibt, in den sich die Polizei nur noch bei "dringenden Notfällen" und entsprechenden Hilferufen und dann nur in geschlossen Polizeiwagen begibt n dem Bemühen, möglichst das geschlossen Auto nur dann, wenn umumgänglich geboten, zu verlassen. Dort herrscht "eine türkisch stämmige Mafia.".
    Ich habe das seinerzeit zunächst als maßlos übertrieben zur Kenntnis genommen, aber alsbald feststellen müssen, daß das so ist -ein Stadteil in Köln, in dem der deutschen Staat nicht existent ist, in dem das staatliche Gewaltmonopol in seine Gegenteil verkehrt wurde und,und, und…..

    Ja, vielleicht tragen in der Tat die aktuellen Ereignisse dazu bei, daß sich der Staat wieder seines "Selbstverständnisses als Staat" bewußt wird, daß dem Gewaltmonopol des Staates ohne Wenn und Aber Respekt gezollt wird, daß hier da zumindest über die Maxime "Null-Toleranz" bei Rechtsverstößen nachgedacht und in der Konsequenz personell und sachliche die Polizei erheblich (!!)verstärkt wird.
    Dafür -und für sehr kostenträchtige Integrationsmaßnahmen- steht "genug Geld" zur Verfügung -sh. der 12 Mrd.(!!)Haushaltsüberschuß des Bundes in 2o15-.

  • #15
    GundaW.

    Die sich da jetzt als "Frauenbeschützer" aufspielen, sind doch diejenigen, die sich sonst überhaupt nicht um Frauenrechte geschert haben. Gerade diese Typen haben haben doch ein wiederlicheres Frauenbild, das zeigt die unsägliche Karikatur über Angela Merkel, sowie die schlimmen Diffamierungen Claudia Roth. Das ist der Abschaum der Gesellschaft. Je mehr die bedauerlichen Vorfälle von Köln in den Medien angeheizt werden umso stärker wird das rechtsradikal Pack in unserem Land. Sexuelle Übergriffe gegen Frauen gibt es in erster Linie von deutschen Männern, auf Schützenfesten, Oktoberfesten, Partys, da wird doch gegrapscht und unsittlich berührt wie sonst nirgendwo. Jetzt Flüchtlinge und Asylbewerber zu dikreditieren ist unredlich. Wir brauchen Hilfe zur Integration und keine Ausgrenzung, aber natürlich auch ein polizeiliches Vorgehen gegen Verbrechen von allen Gruppen.

  • #16
    Arnold Voss

    Gesellschaften lernen, wie die meisten Individuen ausschließlich im Krisenmodus. Die deutsche Gesellschaft ist gerade erst damit angefangen.

  • #17
    Walter Stach

    " STAATSohnMACHT"
    Rechtsfreie Räume, hilflose Polizei -können wir uns noch sicher fühlen?-

    so titelt heute DER SPIEGEL

    -SPIEGEL Nr.3/2o16-
    so eben erhalten, noch nicht gelesen.

  • #18
    Thorsten Stumm

    Vielleicht wäre es die erste Anwendung praktischer Vernunft wenn die deutsche Politik aufhören würde sich ständig mit den falschen Leuten zu verbünden….

    Nix für den pastoralen Herrn Stach….

    http://www.welt.de/politik/ausland/article151074131/Frau-Merkel-hoeren-Sie-auf-den-tuerkischen-Kerker.html

  • #19
    mike

    es häufen sich aber die komischen Situationen mit Flüchtlingen.in zwei Schwimmbädern hat es übergriffe gegeben.bademeisterin wurde nicht ernst genommen,polizei musste kommen.bürgerwehren sind sicher kein Patentrezept aber der Staat versagt die Kanzlerin ist nur noch ne hülle ohne Idee die büchse der pandorra wieder zu schliessen.da überlegen sich eben bürger was sie machen können.

  • #20
    Arnold Voss

    In welchen Mike? Und welche Übergriffe?

    Und noch was Mike: Bürgerwehren sind überhaupt kein Konzept, weil sie, im Gegensatz zur Polizei, von Niemanden kontrolliert werden können.

  • #21
    Alreech

    Das es auch ohne staatliches Gewaltmonopol geht zeigen doch die autonomen Zentren die es überall in Deutschland gibt.
    Wenn dort ein Mann eine Frau sexuell belästigt werden nicht die Bullen gerufen, sondern er bekommt was aufs Maul und fliegt raus. Und wenn er es wagt sich auch nur in der Nähe wieder blicken zu lassen wird er militant verwarnt.
    Warum dieses erfolgreiche Modell nicht im Rest von Deutschland umsetzen ?

  • #22
    mike

    sind sogar vier.münchen ,Bornheim,hermeskeil,siegen-netphen
    In einem Münchner Schwimmbad wurde eine 17jährige Münchnerin von einem 15 Jahre alten Syrer mehrfach begrapscht. Dabei griff der syrische Badegast ihr auch unter die Badekleidung in den Genitalbereich. Als die 14jährige Schwester der jungen Frau hinzu kam, wurde auch sie von dem Syrer und seinen Freunden begrapscht. Die Schwestern verließen das Becken und meldeten die Vorfälle dem Bademeister. Der alarmierte die Polizei, die die insgesamt drei Jugendlichen vorübergehend festnahm. Gegen den Syrer wird wegen Vergewaltigung ermittelt, schreibt „Bild“.
    ich glaube wir stehen vor unruhigen Zeiten und die Politik schaut hilflos zu.

  • #23
    Thomas Weigle

    @kE 12 Als Sonderschullehrer habe ich mich immer wieder über unbegreiflich milde bis lächerliche Urteile gewundert, die für gewalttätige und/oder "abziehende" Schüler ausgeworfen wurden. Es braucht also ganz sicher beides, also eine Polizei, die personell so ausgestattet ist, dass sie auch überall und jederzeit Präsenz zeigen kann ( s.h. auch @ Walter Stach #14) und eine Strafjustiz, die diesen Namen auch verdient. Gerade Schüler, die aus Ländern kamen, die nicht gerade den besten Ruf genossen, Russland, Türkei, ehemals Jugoslawien usw, nehmen und nahmen hierzulande weder Polizei noch Justiz wirklich ernst.

  • #24
    Walter Stach

    Thorsten Stumm -18-
    "mit falschen Leuten zu verbünden".

    "Falsche Leute"?
    Ein zumindest eigenartiger und mir fremder Terminus ,mit dem ich folglich nichts anfangen kann.

    Und was das Pastorale angeht, das mir von Ihnen neuerdings zugerechnet wird:
    "Was will Thorsten Stumm mir damit vermitteln -etwas Positives, etwas Negaitves, gar nichts oder??"

    Mittlerweile habe ich den SPIEGEL von heute -sh.mein Beitrag -13-in seinen hier relevanten Beiträgen gelesen, d.h. vor allem:
    Den Leitartikel von Dirk Kurbjuweit -S.8 "Der gute Staat"; einen Beitrag, der sich mit der Kanzlerin befaßt: " Die Uhr tickt" -S.12 ff. und die Titelgeschichte : "Am Rand" -S.19 ff.
    Aus der Titelgeschichte kann ich vor allem denjenigen, die meinen, alle Vergehen und Verbrechen primär den Flüchtlingen zurechnen zu können,sich mit den auf S.22 veröffentlichen statistischen Daten zu befassen, die so Manches, was u.a. WELT, BILD, FOCUS tagtäglich verkünden exaklt widerlegen.

    Im übrigen, Thorsten Stumm, mir ist es relativ egal, ob und wie sie meine Meinungsäußerungen kommentieren, solange ich dann und wann , z.B. gestern durch das Referat von Geisler, heute im SPIEGEL erfahre, daß es Menschen gibt, die ähnlich denken und sich ähnlich äußern wie ich.
    Das mag ja dann alles, Thorsten Stumm, von Ihnen "pastorales Fabulieren auf Meta-Ebene"
    genannt werden und wird vermutlich Heiner Geisler und die Spiegel-Leuten ähnlich relativ egal sein wie mir.

  • #25
    Helmut Junge

    @Walter Stach, wenn ich das mal auf andere Art ausdrücken darf. Thorsten Stumm meint in Kommentar 18, daß das Bündnis der deutschen Politik mit Erdogan ein Bündnis mit falschen Leuten wäre und verlinkt zu einem Beitrag in "Die Welt", den ein türkischer Politiker in einem türkischen Gefängnis geschrieben hat, der dieses Bündnis mit seinem Peiniger anklagt.
    Thorsten Stumm vermutet bereits in seinem Kommentar, daß das nichts für dich sein wird.
    Offenbar hatte er mit dieser Vermutung Recht. Jedenfalls läßt deine Reaktion in (24) diese Einschätzung zu.
    Mit Geisler kannst du vielleicht noch ein -zweimal diskutieren, mit den Spiegelleuten sicherlich nie.
    Diskutieren im eigentlichen Sinne könntest du eigentlich nur hier. Aber dazu ist die minimale Voraussetzung, daß dir die Meinung deiner Diskussionspartner nicht "egal" sein darf, wie du das jrtzt mehrfach geäußert hast. Sonst wird das nichts mit einer Diskussion. Was dann bleibt, ist das, was ich unter dem Begriff Monokussion ablege.

  • #26
    bob hope

    Dass die Anhänger der Wutbürgerwehr irgendwann auch die Kommentarspalten der Ruhrbarone zumüllen, war leider zu erwarten. Ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der "sponatane Volkszorn" auf der Straße endlädt. Der stolze deutsche Mann träumt nunmal seit jeher davon, seine Gewaltphantasien ausleben zu dürfen. Und wenn er schon nicht in wehrlose Nachbarländer einmarschieren darf, räumt er halt vor seiner eigenen Haustür auf. Die Ereignisse von Köln dienen als Alibi, endlich die Sau rauslassen zu dürfen. Der Beschützerinstinkt erwacht. Die "deutsche Frau" gehört nunmal dem deutschen Manne ganz allein. Oder wie ein deutscher Minister in der 1930er Jahren formulierte: "die Frau hat die Aufgabe, schön zu sein und Kinder zur Welt zu bringen (…) Dafür sorgt der Mann für die Nahrung und wehrt den Feind ab.“

    #3 Wer nach Selbstjustiz ruft, ist übrigens näher bei IS und Co als er vermutlich wahrhaben möchte.

    #5: Mal den Aluhut wechseln, der alte scheint Risse zu haben.

  • #27
    Arnold Voss

    @ bob hope
    Sorry, bop, d e n deutschen Mann gibt es nicht mehr. Oder zählen sie sich selbst auch dazu? Oder vielleicht mich? Oder Walter Stach? Oder Helmut Junge? Wer sind also die deutsche Männer, denen ihre Frau "gehört" und die "seid je her davon träumen ihre Gewaltphantasien auszleben zu dürfen"? Und wen zählen sie überhaupt zu den deutschen Männer? Alle Männer die zu Zeit in Deutschland wohnen oder alle die, die davon einen deutschen Pass haben? Oder nur die deutschen Männer, die 1930 schon mit einer deutschen Frau verheiratet waren? Von denen leben allerdings die allermeisten nicht mehr.

  • #28
    Klaus Lohmann

    "Wer sind also die deutsche Männer, denen ihre Frau "gehört" und die "seid je her davon träumen ihre Gewaltphantasien auszleben zu dürfen"?"

    Evt. die, die heute Ihre speziellen "Schutzobjekte" mit "Unsere Frauen.." markieren wollen? Und die keine einzige Frau jemals gefragt haben, ob solche "Besitzstandswahrungen" auch mit deren Zustimmung vereinbar sind?

  • #29
    bob hope

    @ Arnold Voss #27:

    Ich hätte es vielleicht in Anführungszeichen setzen sollen. "Deutsche Männer" sind die, die sich als solche bezeichnen und die stolz darauf sind, "deutsche Männer" zu sein. Das hat weder etwas mit Pass, Geburtsort etc. zu tun (ich zähle die meisten User hier und auch mich nicht dazu), sondern mit der grundsätzlichen Haltung und mit einem autoritären Charakter, der aus meiner Sicht Voraussetzung ist, sich unter anderem in Bürgerwehren, Hogesa oder Pegida zu organisieren. Allein das Bild und der Titel: "Gegen Gewalt an unseren Frauen & Kindern" der abgebildeten Facebookseite sprechen Bände.

  • #30
    kE

    @29:
    Die Situation ist aus meiner Sicht deutlich differenzierter zu betrachten.

    Es gibt ganz normale Eltern, die Angst um ihre Kinder haben, wenn sie abends ausgehen/feiern. Das war schon immer so. Nur bisher war die Gefahr abstrakt. Nach dem Silvester hat sich einiges geändert.

    Es wird deutlich, dass wenig Transparenz bei unseren Sicherheitsbehörden und bei der Politik vorhanden ist, wenn es ujm Kriminalität geht. Ferner wird überdeutlich, dass nicht gehandelt wurde (siehe Beobachten der Diebstahlszene in Ddorf). In Köln und anderen Städten wurde auch klar, dass die Sicherheitsbehörden überhaupt nicht in der Lage waren, Sicherheit zu gewährleisten.

    Die abstrakte Gefahr wurde real und das vor unserer Haustür. Das hat einiges geändert. Ebenso kennt ich als Dortmunder keinen Bekannten, in dessen nahem Umfeld keine Opfer von Straftaten der letzten 3 Jahre sind.

  • #31
    TuxDerPinguin

    An Bürgerwehren sieht man wie viele nicht-integrierte Menschen es in Mitten unserer Gesellschaft gibt, die das deutsche Wertesystem ablehnen. (Angebliche) Flüchtlingsunterkünfte standen letztes Jahr schon täglich in Brand… Will gar nicht wissen, was mit der derzeitigen Hysterie alles an Straftaten begangen werden wird. Ich hoffe keine Morde.

    Eigentlich sind Bürgerwehren ja per Definition terroristische Vereinigungen. Das müsste schon reichen, um die alle anklagen zu können.

  • #32
    Arnold Voss

    @ Klaus Lohmann # 28

    "Unsere Frauen" ist eine ganz andere Besitzstandswahrungsbezeichnung als "meine Frau". Die erste ist im aktuellenZuammenhang deutlich völkisch gemeint, die andere ist die umgangssprachliche Bezeichung für die Ehefrau, die natürlich beschützt werden soll und das auch von "ihrem" Mann, sofern sie sich nicht selbst wehren kann, erwartet. Ich selber war nie verheiratet und deswegen ist mir die Begrifflichkeit "meine Frau" sozusagen wesensfremd. In ihr steckt allerdings immer auch eine Besitzbezeichnung, die bei bestimmten Männer auch genauso verstanden wird.

    @ bob hope # 29

    Danke für die Erläuterung. Klaus Lohmann schreibt stattdessen treffend "teutsch" und da weiß ich dann auch gleich wo ich dran bin. Generell bin ich der Meinung, dass in der aktuellen Rassismus- und Sexismusdebatte das adjektiv deutsch nicht mehr weiterhilft. Wenn sich Jemand selbst bewusst so nennt, dann muss man sich damit natürlich auseinandersetzen., was für mich gewöhnlich mit der Frage beginnt, was diejenige Person damit meint. Aber im allgemeinen erklärt diese Eigenschaft auf diesem Gebiet nichts (mehr). Oder sie führt sogar zu so gruseligen Begriffen wie „undeutsch“, und das auch noch aus dem Mund eines Parteivorsitzenden der SPD.

  • #33
    Wolfram Obermanns

    Sicher lesenswert im Zusammenhang mit diesem Thema ist ein Artikel aus dem Tagesspiegel:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/sicherheit-in-deutschland-brandenburg-hat-die-zweithoechste-polizeidichte/12839766.html
    Bereinigt hat NRW die geringste Polizeidichte pro 100.000 Einwohner, nämlich 228. Bayern bietet 326/100.000 auf. Dabei ist NRW deutlich urbaner geprägt und in urbanen Räumen sollte die Polizeidichte eigentlich höher sein, zumindest glauben dies die Stadtstaaten.

    Zu den mutmaßlichen Straftätern von Sylvester findet sich im Spiegel ein interessantes Interview:
    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/koeln-uebergriffe-sozialarbeiter-ueber-straffaellige-nordafrikaner-a-1072384.html
    Dabei bekommt der Begriff "rechtsfreie Räume" einen neuen Akzent und klärt den Bedarf an Bürgerwehren in unvermuteter Weise.

  • #34
    Helmut Junge

    Die ursprüngliche Aussage von @Bob Hope (26) konnte ja, besonders weil sie im Zusammenhang mit "Einmarsch in wehrlose Nachbarländer" verknüpft war, als kollektive genetische Erbanlage deutscher Männer verstanden werden. Die Vermutung einer solchen genetischen Sonderstellung ist wissenschaftlicher Unsinn, wird aber vielleicht noch immer von einer kleinen Zahl von unverbesserlichen Naziepigonen erträumt. Denen sollte man auch solche Vorstellungen nicht nachplappern.
    Sie nimmt auch nicht Rücksicht auf die Entwicklung dieses Deutschlands mit der gesamten Geschichte von Kriegsende bis heute. Insbesondere nicht mit den überall sichtbaren ethnisch, demografischen Veränderungen seit dieser Zeit. Deutschland hat sich seit den Geburtsjahrgängen der von Arnold Voß genannten Personen in enormer Weise gegenüber den Vorgängergenerationen verändert. Und gerade meine Generation hat sich in den Fünfzigern und Sechszigern mit unserer Elterngeneration heftigst auseinandergesetzt, und zwar solange, bis die eingeknickt sind. Die Jüngeren und die, die später zugewandert sind, haben von diesem Prozeß nichts mehr mitbekommen.
    Immerhin bin ich froh, daß sowohl @Bob Hope, als auch @Klaus Lohmann, über eine Neudefinition versuchen, eine bessere Erklärung nachzuliefern. Aber ganz glücklich bin ich auch damit nicht.
    Aber egal, wichtig ist, den Abschnitt der deutschen Geschichte seit Kriegsende in die Überlegungen einzubeziehen. Ich bin übrigens in den damaligen Grenzen der britischen Besatzungszone geboren worden, und in einer Umwelt aufgewachsen, die bemüht war, alles ganz neu zu lernen. Das hat bei meiner Elterngeneration auch schon ziemlich weit geklappt, bis wir als Jugendliche selbst soweit waren, ihnen auch noch den Rest zu erklären.
    Aber richtig, es gibt auch heute immer noch ein paar Leute, die nichts kapiert haben. Aber ob ich alle, die sich jetzt aufgeregt über Facebook zusammenfinden, dazu gehören, wage ich zu bezweifeln. Da werden sich schnell wieder etliche entsetzt abwenden, wenn sie sehen, in welche Gesellschaft sie sich begeben haben. Und das geht schon aus dem obigen Artikel hervor. Was dann, nach dem ersten Auswahlprozeß übrigbleibt, das verdient dann eine besondere Beachtung. Denn das sind dann diejenigen, die aus der deutschen Geschichte nix lernen wollen.

  • #35
    kE

    @33:
    Die Situation der Einwanderer aus Nordafrika ist problematisch. Das Interview beschreibt die Ausgangslage. Offen ist für mich aber, wie eine Integration auch mit noch so viel Geld und Unterstützung funktionieren kann.

    Ich gehe nach vielen Artikeln und Berichten davon aus, dass ein Teil der Täter auch noch finanzielle Verpflichtungen hat, d.h. es müssen Geldtransfers zur Familie, zu "Investoren" getätigt werden. Wie soll das funktionieren, wenn bspw. H4 das Existenzminimum sichert und der Mindestlohn auch nicht deutlich darüber oft auch darunter liegt (bei Familien mit Kindern).
    Während einer Ausblidung sind auch keine Reichtümer zu verdienen, d.h. eine Ausbildung oder Schulung scheidet eigentlich aus.

    Insgesamt sehe ich hier einen stärkeren Druck auf die Heimatländer als erforderlich an, Bürger, die sich illegal aufhalten, die straffällig geworden sind, aufzunehmen. Es stellt sich auch die Frage, wie sinnvoll es ist, alle Menschen, die hier leben wollen, hier mit viel Aufwand und Betreuung aufzunehmen. Es gibt nur endliche Ressourcen und wir haben viele Baustellen und viele Menschen, die auch bessere Unterstützung gebrauchen könnten.

    Es muss mehr legale Einwanderung mit festen Voraussetzungen geben. Deutsch kann bspw. auch im Ausland gelernt werden.

    Hier ist noch ein Fall aus Düsseldorf, der die "Transparenz" der Behörden verdeutlicht . Ebenso ist ein "Intensivtäter" beteiligt. Auch hier scheinen Konzepte fehlen, die Bevölkerung zu schützen.

    http://www.express.de/duesseldorf/heiligabend-zusammengepruegelt-im-maghreb-viertel—ich-dachte–die-schlagen-mich-tot–23414392

  • #36
    Walter Stach

    Von mir nichts mehr zu den vielen bisher hier kontroves diskutierten Details, nur eine ehe ironische Anmerkung, da ich die gestern in einer per Mail geführten Diskusson gegenüber einem Bekannten , einem Bayern, einem Mitglied der CSU, dies ironische Anmerkung los werden konnte:

    "Wie würde sich möglicherweise Dein Seehofer grundsätzlich in der Flüchtlingsfrage positionieren, , wenn er sich des Nachts nicht unentwegt fragen würde, was seine bayrischen Wähler von ihm erwarten, sondern was Gott, an den er als kath. Christ glaubt, auf den er vertraut, auf den er baut,, von ihm gegenüber und für die Flüchtlinge erwartet"?

    Die Frage wurde als "unsinnig" abgetan; konnte ich verstehen.

    Abgesehen von solchen ehe ironisch gemeinten Frotzeleien erinnere ich dann und wann die Christen unter uns, die von Angst erfüllt sich dem von mir sog. "hysterischem Massenwahn" eingefügt haben, ja diesen teilweise sogar massiv befeuern, an die Jesu-Worte -sinngemäß:
    "Warum seit Ihr so furchtsam, Ihr Kleingläubigen"?

    Angst und Furcht ?

    Muß "man" diese medial und durch Parteien pp. weiter befeuern oder sollte man dem nicht zu begegnen versuchen -emotional, grundsätzlich, auch, aber eben nicht nur mit Sachargumenten.

    Wer die Ängste, wer die Furcht gezielt und massiv befeuert, weiß darum, daß er damit den Hass befördert und, wie schon mehrfach gesagt, gegen den Hass der Menschen ist kein argumentatives Kraut gewachsen.

  • #37
    Arnold Voss

    Mit Verlaub, Walter, aber die Wähler des katholischen Christen Seehofer sind zu 99% katholische Christen. Da macht sich also ein christlicher Landesvater Sorgen um seine christlichen Landeskinder, von denen er mit großer Mehrheit gewählt wurde und von denen er und seine Partei wiedergewählt werden möchte. Und ich denke, dass er seine Landeskinder und seine Wähler gut kennt.

  • #38
    Walter Stach

    Arnold -37
    ich könnte – in Deinem Sinne -ironisch und als kath. Christ selbstkritisch- anmerken, daß Seehofer auf meine Frage -sh.36- möglicherweise wie folgt geantwortet hätte:

    "Bei uns sind der Wille des bayrischen Wählers, der Wille der CSU und mein Wille stets deckungsgleich und in Gänze stets immer kompatibel mit Gottes Wille; zwischen uns allesamt paßt kein Stück Papier."

    Ernsthaft:
    Ich denke schon, daß es einige überzeugte Christen in der c h r i s t l i c h sozialen Union in Bayern gibt, die sich fragen werden,ob sich die Grundprinzipien ihres Glaubens -Unverletzlichkeit der Würde eines jeden Menschen und das Gebot der Nächstenliebe -mit der Politik ihrer Partei in Flüchtlingsfragen in Übereinstimmung bringen lassen.

    Arnold,
    ich will mich von diesem "Nebenkriegsschauplatz" unverzüglich zurückziehen.
    .
    Es besteht ja begründete Aussicht, daß man mir wieder einmal vorwerfen könnte, mich in einer "ernsthafte Debatte" und diese in ihrer Ernsthaftigkeit diskreditierend mit sarkastisch-ironischen Beiträge zu Wort gemeldet zu haben oder daß "man" ‚mal wieder davon sprechen könnte, ich würde "auf einer Meta-Ebene" fabulieren. Das Alles will ich mir ersparen.

  • #39
    kE

    @38: Der Mensch ist schwach, ich halte auch nicht gerne die andere Wange hin.

    Wir haben ein paar Mrd Menschen auf dem Planeten. Davon leben viele Menschen auf einem materiell niedrigeren Standard als wir.

    Wie messe ich Glück?
    Wie messe ich Würde?
    Hier gibt es Kriterien bzgl. der Menschenrechtskonvention.

    Wenn an christliche Werte appelliert wird, ist das richtig. Nur wo fange ich an und wo höre ich auf? Wie helfe ich effizient?

    Gilt das Engegagement für alle Menschen, die bspw. in unserem Land leben wollen?
    Gil das für alle Menschen des Planetens? Wie viele Menschen könnte ich bspw im Land X im Nahen Osten mit der gleichen Geldmenge unterstützen, die ich hier ausgeben?
    Was ist mit den Menschen, die kein Geld haben, ihre Lebensumgeung zu verlassen?
    Ist es sinnvoll bspw. Kleider zu sammeln, sie um die Erdball zu schicken, während dort auch Stoffe und Kleidung produziert werden?

    Was ist christlich? Alle Ressourcen, auch die der persönlichen Hilfe, sind endlich.

    Eine Großstadt in der nicht so reichen Welt hat mehr Menschen, die teilweise unter sehr armen , unsicheren Bedingungen leben, als alle Flüchtlinge, die 2015 in die EU eingereist sind.

  • #40
    Helmut Junge

    Ich habe den Eindruck, daß zur Zeit die Regierung scheller serviert, als die AFD überhaupt bestellen kann. Die Koalition überschlägt sich ja förmlich mit Ideen, wie sie Asylsuchende von Deutschland fernhalten, bzw. loswerden könnte. Und da positioniert sich Gabriel in den letzten Tagen besonders auffällig. Aber die Angst davor die Landtagswahlen in 8 Wochen zu vergeigen, hat selbst Sahra Wagenknecht bereits erfaßt. Die setzt sich sogar der Kritik ihres eigenen Flügels aus. Heute lese ich, daß es bei den Grünen Frauen Vorstöße in Richtung Täteridentifizierung gibt.
    Und solche nervöse Hektik ist nicht gut. Ein Teil der Hysterie in Gruppen der Bevölkerung kann auch von solchen Übereilfertigkeiten her rühren. Aber das wird von den jeweiligen Parteianhängern nach allen Erfahrungen mit Sicherheit nicht diskutiert. Jedenfalls reicht m.E. der Fingerzeig auf die CSU längst nicht aus, um die Hektik der anderen Parteiverantwortlichen zu erklären. Die hat was mit Umfrageprognosen vor Wahlen zu tun.

  • #41
    Thomas Weigle

    Die AfD muss nur den Mund spitzen und schon trommelt und pfeift es aus dem übrigen Parteien, dass einem Hören und Sehen vergeht. Dazu kommt die ungeschickte Informationspolitik von Polizei, Behörden und Politik und die "Arschlöcher für Deutschland" können in großem Stil Zustimmung und Wählerstimmen abgreifen.

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  • #43
    Walter Stach

    "Wählerstimmen/Wählerstimmungen/Wahlumfragen"

    Mit Blick auf die Forsa-Umfrage vom 13.1.16 – erkenne ich keinen Grund für die jetzigen Koaltionsparteien, in Panik zu verfallen.

    1.
    CDU/CSU (38%) und SPD (23%) kommen gemeinsam auf 61 %! Vergleiche mit anderen vorangegangen Umfragen lassen die Feststellung zu, daß die Koalition sich auf eine Wählerzustimmung zwischen 6o % und 65 % stützen kann.
    Angesichts der Turbulenzen im Lande, angesichts der teilweise heftigen Kritik an der Kanzlerin erscheint mir dieser "Koaltions-Zustimmungswert" positiv überraschend und nicht besorgniserregend.

    (Daß die Zustimmung von nur 23 % für "meine" SPD für mich unbefriedigend ist, muß ich nicht erklären. Das ändert aber an meinen positiven Gesamtbefund bezogen auf die jetzige Koaltion und meinen darauf bezogen positiven Ausblick nichts).

    2.

    Wenn ich den o.a.61 % hinzurechne die 10% für die Grünen, die 10 % für die Linkspartei und die 5 % für die FDP verfügen diese Parteien über einen Zustimmungswert von insgesamt 86 %!!
    .
    Dem stehen 8 % Zustimmung für die AFD gegenüber.

    Auch das ist Grund für mich, relativ gelassen auf die Zustimmungswerte für die AFD zu reagieren.
    Denn zu einen widerlegen diese Werte "über-" deutlich den Unsinns-slogen von Pegida/AFD:
    "Wir sind das Volk".

    Und zum anderen spiegelt sich in diesem Zustimmungswert von 8 % für die AFD das wider, was latent in Deutschland an deutschnationaler, an völkischer, an rechtsradikal-faschischster Grundstimmung existiert, die sich durchaus über die 8% hinaus z.B. in einem Zustimmungswert für die AFD im Bereich von 10 (+X) niederschlagen kann. Aber auch das wäre für mich kein Grund, die Demokratie gefährdet zu sehen, denn damit würde das Parteiengefüge mit Blick auf "die Herrschaft der Parteien" in seiner demokratischen Substanz, in seiner gefestigten Grundstruktur nicht erschüttert, sondern es würde sich eben "offen und ehrlich" auch im Parlament das widerspiegeln, was zum Meinungsspektrum der Bevölkerung gehört.

    3.
    3.1
    Problematisch sind für mich insofern nicht die 8% Zustimmung für die AFD oder die überproportionale mediale Aufmerksamkeit gegenüber der AFD, sondern die m.E. zwar verständliche, aber mir überzogen erscheinende Reaktion in anderen Parteien -sh. insbesondere in der CSU- auf die Existenz der AFD, auf ihr Parolen, auf die von ihr in Umfragen erzielten Zustimmungswerte, mit der Folge, daß sich die anderen Parteien m.E. unbegründet, übereifrig, hektisch, unbedacht so manche Parole, so manche Forderung von AFD/Pegida zu eigen machen -sh.so auch Thomas Weigle-41-.
    3.2
    Problematisch ist für mich deshalb grundsätzlich auch nicht die mögliche Präsenz der AFD im nächsten Bundestag -und in diversen Landtagen. Diese Präsenz wird keine Koalitionsbildung ohne AFD verhindern, sie kann sie lediglich schwerer machen.

    Problematischer für den inneren Frieden im Lande, für die freie, pluralistische Gesellschaft erscheint es mir dann werden zu können,, wenn es AFD und Pegida gelingen sollte, ihre Anhängerschaft weiter zu radikalisieren und sie es im Schulterschluß mit den bekennenden Neo-Nazis schaffen würden, "auf der Straße" noch mehr mobil zu machen als bisher und das in einem alltäglichen "Gegen die Anderen" – auch mittels straftatverdächtiger Aktionen.

  • #44
    bob hope

    #43 Walter Stach: Unter Punkt 3. wird die Gefahr deutlich benannt.

    Ich möchte jetzt hier nicht den Untergang herbeischreiben – das überlasse ich den Jungkonservativen – aber Union und SPD tun derzeit vieles dafür, die Wutbürger in ihrer Haltung zu bestätigen, indem sie deren Positionen übernehmen. Für demokratische Parteien scheint mir diese Klientel bereits verloren. Die Leute wählen das Original und nicht die Fälschung. AfD und Pegida haben sich dadurch mittlerweile etabliert.

    Darüber hinaus gibt es genügend Menschen, die ich zumindest als unsichere Kantonisten bezeichnen würde. Zusammen mit den aktiven Wutbürgern sind das bis zu 30 Prozent, wenn man der "Mitte-Studie" der Uni Leipzig aus dem Jahr 2014 (also noch bevor die "Flüchtlingkrise" so richtig Fahrt aufgenommen hat) glaubt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passieren wird, wenn es mal wieder zu einer Rezession kommt – und unwahrscheinlich ist diese innerhalb der nächsten Jahre nicht. Es ist zwar kein Naturgesetz, dass sich die Massen dann automatisch weiter nach rechts bewegen, angesichts der derzeitigen Stimmungslage (gegen Flüchtlinge, Europa, "Lügenpresse", "Systemparteien") würde ich das aber nicht ausschließen.

    Und ohne die Entwicklungen jetzt gleichzusetzen: Ende der 1920er Jahre gab es schon einmal eine Partei, die ihren Stimmenanteil innerhalb von vier Jahren von 2,6 über 18,3 auf 37,3% steigern konnte. Berlin ist zwar nicht Weimar und die AfD nicht die NSDAP, unterschätzen sollte man die aktuelle Tendenz aber nicht. Und wenn selbst ein offener Rassist und völkischer Nationalist wie Höcke die potenziellen AfD-Wähler nicht mehr abschreckt, wird’s mindestens unappetitlich. Die kommenden Landtagswahlen werden es vermutlich zeigen.

    Zumal es kein deutsches, sondern ein europäisches Phänomen ist. Und auch wenn aktuell weder eine "Orbanisierung" noch österreichische Verhältnisse (bei letzterem bin ich mir nicht mehr so sicher) drohen, die Republik hat sich bereits verändert – es gibt zu wenig Menschen, die bereit sind, die offene Gesellschaft offensiv zu verteidigen.

  • #45
    Walter Stach

    bob hope,
    ich teile Ihre Meinung.

    1.
    Wenn ich auf die aktuellen Wahlumfragen/Wählerbefragungen hingewiesen habe, nach der rd. 85 % der Wähler sich n i c h t f ü r die A F D entschieden haben, dann war das nicht der Versuch, die Öffentlichkeit, die öffentliche Meinung davon abzuhalten, sich mit den akuten Gefahren für das Zusammenleben aller Menschen in Deutschland durch rechtsradikale Schlägerbanden, durch rechtsradikale Brandstifters abzulenken oder den Blick auf die " biedermännischen Brandstifter" zu verstellen,, sondern diente primär der Klarstellung von Fakten a.) mit Blick auf die AFD, die in ihrer Propaganda den Eindruck zu erwecken versucht, die große Mehrheit der Menschen in Deutschland stünden hinter ihr und b.) mit Blick auf die anderen Parteien, deren Besorgnis über eine AFD in einigen Landtage, demnächst im Bundestag und über die sich vorgeblich für die anderen Parteien daraus abzuleitenden Probleme künftiger Regierungs-/Koalitionsbildungen ich aus parteipolitischen Erwägungen zwar nachvollziehen kann, aber in ihrer Substanz und der öffentlichen Diskussion für überzogen halte.

    bob Hope,
    2.
    ja
    öffentliche Wachsamkeit, öffentliche Aufmerksamkeit sind mehr denn je geboten, denn anhand der Motive und der Ziele , die aus den Reden und den Taten wahrzunehmen sind, die den deutschnationalen Kreisen, die der völkischen Bewegung, die dem Kreis der bekennenden Neo-Nazis zuzuordnen sind, erkenne ich eine zutiefst faschistische Gesinnung.
    Und diese faschistische Gesinnung scheint nicht nur in Deutschland, vornehmlich in Ostdeutschland, vornehmlich in Sachsen "ihre Wiederauferstehung " zu erleben, sondern auch in anderen osteuropäischen Ländern -Ungarn, Polen, Slowakei.
    Eine Gesellschaft, die bereit sein soll, sich allen faschistischen Tendenzen zu widersetzen, müßte sich m.E. viel mehr als bisher mit dem befassen, was Faschismus ist, und sich mit dem Faschismus im allgemeinen und in seinen unterschiedlichen Ausprägungen auseinandersetzen, offen und öffentlich.
    Nur so wäre dann die (Mehrheits-)Gesellschaft fähig, aus Überzeugung wider den Faschismus für die Grundprinzipien einer freihtlich – pluralen Gesellschaft und für eine demokratische-rechtstaatliche Verfassungsordnung zu streiten und ggfls. für sie zu kämpfen.
    Und hier ist in unserer Gesellschaft -u.a. in den Bildungseinrichtungen- Einiges nachzuholen.

    bob Hope,
    meine bekannten Kritiker hier bei den Ruhrbaronen werden sich jetzt wieder veranlaßt fühlen können, mir "fabulieren auf einer Meta-Ebene" vorzuhalten; sei’s drum. Ich denke, aufgrund Ihres Beitrages lag es nahe, so wie unter 2. geschehen, auch etwas Grundsätzliches zu sagen.

  • #46
    Arnold Voss

    Ist schon verrückt, Walter , in unserer Jugend haben wir gegen die Altfaschisten in unserem Lande gekämpft. In unserem Alter müssen wir es gegen die Neufaschisten tun. Hätte nicht gedacht, dass der Job sich so lange hinzieht. Aber wenns denn sein muss. Noch bin ich fit genug. 🙂

  • #47
    Walter Stach

    Arnold,
    ja, verrückt ist das Ganze!
    Es gab ja immer "in diesem unserem Lande" Menschen, denen ich eine faschistische Gesinnung vorgehalten habe.
    Daß jedoch diese faschistische Gesinnung in Deutschland -in ganz Europa- wieder gesellschaftsfähig werden könnte, daß man offen und öffentlich für sie eintreten würde, daß sie eine beachtliche Zustimmung in der Bevölkerung zu finden scheint, daß wir u..a hier bei den Ruhrbaronen "ernsthaft" darüber dskutieren, inwieweit der Geist des Faschismus bereits jetzt für die freie-plurale Gesellschaft in Deutschland, in Europa gefährlich ist und wann und wie er zu einer konkreten Gefahr für eine demokratisch-rechtstaatliche Verfassung werden wird, all das war auch für mich "bis vor kurzem" undenkbar.
    Wünschen wir uns als Ältere, als Alte, daß die Fachisten unsere Fitnis nicht zu Ende testen werden.

  • #48
    Thomas Weigle

    Wo der Antisemitismus heimisch war und ist, ist der Faschismus nicht fern. Möglicherweise wollten wir das einfach nicht wahrhaben.

  • #49
    Walter Stach

    Thomas Wiegle.
    -und umgekehrt:
    Wo der Faschismus heimisch war, heimisch ist und heimisch zu werden scheint, war der Antisemitismus nicht fern, ist dieser nicht fern und wird dieser nicht fern bleiben. Das galt für das faschistische Italien, für das faschistische Spanien, für das faschistische Nazi-Deutschland.
    Das scheint jetzt wieder zu gelten für Polen, Ungarn, de Slowakei und das gilt , wenn auch graduell (noch)nicht so ausgeprägt, für Deutschland, namentlich für seinen Osten, vornehmlich für Sachsen.

    Es könnte also durchaus interessant sein, über Wechselbeziehungen, über die Bedingtheiten von Faschismus und Antisemitismus weiter zu diskutieren. Anzunehmen ist, daß dieses in Wort und Schrift schon Andere kompetent und ausführlich getan haben. Mit Literaturverweisen kann ich allerdings nicht dienen.
    Und wenn wir hier anfangen, auf "dieser Meta-ebene zu fabulieren",dann könnte das ja erneut……???

  • #50
    Walter Stach

    "Faschismus und Antisemitismus heute"
    Ich denke im Augenblick darüber nach, ob und wie Faschismus und Antisemitismus heutzutage auch deshalb kräftigen Auftrieb erfahren, weil im Netz "die Meinungsmache von Deppen" die Vorherrschaft zu gewinnen scheint. Das wäre dann der ideale Nährboden, besser wohl der richtige neue Mist, auf dem Faschismus und Antisemitismus hervorragend gedeien werden.

    Sascha Lobo
    hat heute
    bei Spiegel online

    seinen Hilferuf an die zumindest durchschnittlich Begabten veröffentlich in einer Kolumne unter der Überschrift:

    "Das Netz der Dummheit -Was sich an Schwachsinn in den sozialen Medien ergießt".

    Und nach dem Lesen dieser Kolumne lag es für mich nahe, deren Inhalt in Beziehung zu setzen zu dem hier diskutieren Thema "Faschismus und Antisemitismus", denn Beide benötigen, um gesellschaftsfähig und gesellschaftsmächtig sein zu können, die Dummheit der Massen und sie profitieren folglich heute von dem Schwachsinn, der sich ungebremst, der sich massenhaft in den sozialen Medien ergießt.

  • #51
    Klaus Lohmann

    @Walter Stach: Die OECD-Statistik über den Bildungsgrad der Social-Media-User in verschiedenen Ländern ist ja schon ziemlich interessant;-)

    Dass Deutschland derart verschieden zu allen anderen Ländern mit eher "unterbelichteten" FB- und Twitter-Usern glänzt, könnte allerdings auch daran liegen, dass hierzulande StudiVZ (plus Ableger) kurz vor der deutschen Facebook-Premiere schon mit sexuellen Anzüglichkeiten (ala "Gruscheln"), dumpfen Nazi-Gruppen und eindeutig abzockerischem, prolligem Geschäftsgebahren der damaligen Eigner genügend akademische Kunden vergrätzt hatte, um Facebook im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA (wo FB an den Unis zuerst groß wurde) hier zunächst und dann auch längerfristig nicht mehr zu vertrauen.

  • #52
    Walter Stach

    Klaus Lohmann,
    mir waren diese Unterschiede nicht bekannt -interessant und nachdenkenswert..

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