Bundesliga: Schon langweilig, bevor es richtig losgegangen ist!

Mario Götze noch im BVB-Trikot. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Was waren sie im Vorfeld der neuen Bundesligasaison 2022/23 doch allerorten voll des Lobes in Bezug auf UEFA-Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt und Neuzugang Mario Götze. Die Frankfurter wären voller Vorfreude auf das Kräftemessen mit dem FC Bayern München und hätten diebische Lust darauf dem Titelverteidiger zum Saisonauftakt direkt mal so richtig einen auszuwischen, hieß es da. Und dann?

Tja, dann kam am Freitagabend das, was sich wohl nur mit dem Begriff Albtraumstart für Mario Götze und seine Frankfurter betiteln lässt. Mit 1:6 (0:5) unterlag die Eintracht den Münchenern im eigenen Stadion. Eine Niederlage, die wohl noch weitaus dramatischer ausgefallen wäre, wenn die Gäste ihre Leistung der ersten Spielhälfte auch in den zweiten 45 Minuten so abgerufen hätten. Die Bayern setzten, wie so häufig, direkt zum Liga Start mal ein Statement. Und was für eines! Es war eine in dieser Form selten gesehene Machtdemonstration bei einem Team, gegen das sich die Truppe von der Isar zuletzt häufig schwer tat. Die neue Bundesligasaison, sie könnte (noch) langweiliger werden, als viele das ohnehin schon befürchtet hatten.

Natürlich, es war erst das erste Spiel in einer langen und bedingt durch die WM-Unterbrechung auch ungewöhnlich fordernden Bundesliga-Runde. Und vor allzu schnellen Rückschlüssen sollte man sich im Verlauf einer Saison grundsätzlich immer hüten, doch war die Demonstration der Truppe von Trainer Julian Nagelsmann am Frankfurter Riederwald schon eine sehr ungewöhnliche Darbietung für einen ersten Spieltag.

Erschreckend viel lief da aus Sicht der Konkurrenz schon harmonisch beim neu formierten Bayern-Kader. Schon zur Halbzeit stand es 5:0 für die Gäste und die anfangs große Euphorie im Stadion beschränkte sich längst auf den Gästeblock und ein paar Edel-Fans auf den Haupttribünen.

Von Götze und seiner angeblich so starken Eintracht sprach schon nach wenigen Minuten niemand mehr. Der Ex-BVB-Profi war kaum einmal zu sehen. Kein Vergleich zu der Leistung im DFB-Pokal eine Woche zuvor, als Frankfurt auswärts in Magdeburg seinerseits noch mit 4:0 dominierte und von den Beobachtern dafür gelobt wurde. Aber das war eben dann doch nur ein Zweitligaaufsteiger und nicht ein Kräftemessen mit dem Branchenprimus.

Einmal mehr wurde im Eröffnungsspiel der ganzen Nation deutlich, dass die Bayern inzwischen sportlich und wirtschaftlich in einer anderen Liga angekommen zu sein scheinen. Zehn Meisterschaften in direkter Folge und keine ernsthaften Anzeichen dafür, dass es mit einer elften im kommenden Frühjahr nicht klappen sollte.

Dass Götze damals bei den Münchenern quasi aussortiert wurde und wie sein heutiger Teamkamerad Sebastian Rode zur nächstbesten Adresse, zu Borussia Dortmund, ging, scheint auch Jahre nach dem unrühmlichen Abgang aus München noch leicht nachvollziehbar. In der dominantesten Mannschaft des Landes kommt man eben nicht so einfach an einen Stammplatz. Da sind Götze und Rode auch nicht die einzigen guten Kicker, die das irgendwann realisieren mussten.

Nicht für die Bayern zu spielen ist auch nichts, wofür man sich als Fußballprofi schämen müsste. Es schmälert halt nur dramatisch die Chancen in absehbarer Zeit einmal (wieder) Deutscher Meister zu werden. Das mussten sie am Freitag auch in Frankfurt auf die harte Tour erkennen….

 

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2 Kommentare

  1. #1 | DAZN-Moderatorin Laura Wontorra: 'Ich bin nur Gesichtsvermieter!' | Ruhrbarone sagt am 6. August 2022 um 11:30 Uhr

    […] der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga bot am Freitag schier unzählige Geschichten. Das sportliche Statement des FC Bayern München, der bei Eintracht Frankfurt unerwartet hoch mit 6:1 gewann, war da nur ein Aspekt. Zu kommentieren […]

  2. #2 | Walter Stach sagt am 6. August 2022 um 17:27 Uhr

    Robin,
    was der FCB in der ersten Halbzeit geboten hat, was Fußball auf aller höchsten Niveau.. „Weltklasse“, meine ich als BVB-Fan.
    Das schließt nicht aus, daß der FCB auch ‚mal in der Liga ein Spiel verlieren könnte, sollte aber u.a. die BVB-Fans, die allen Ernstes ihren BVB als gleichwertigen Meisterschaftsaspiranten neben dem FCB einstufen, ( höchst-) nachdenklich machen.

    Ansonsten:
    Leider gehören „Randale/Klamauk“ zum Alltag in den Bundesligastadien. Die Frankfurt-Fans nehmen dabei eine „führende Rolle“ ein, um die sie sich offenkundig auch in der Spielzeit 2022/2023 tatkräftig zu bemühen scheinen. Nicht zu ändern? Das sieht so aus -sorry, Thomas Weigle. .

    Und so nebenbei gefragt:
    Die Nationalhymne zu Beginn eines Bundesliga-Fußball-Spieles? Was will der DFB damit bewirken? Für mich völlig „daneben“. .

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