Fontaines D.C., Sonntag, 17. Juli, 19.00 Uhr, Live Music Hall, Köln
Fontaines D.C., Sonntag, 17. Juli, 19.00 Uhr, Live Music Hall, Köln

Kaum ein anderes Ereignis hat das Verhältnis der subventionierten deutschen Kulturszene zur antisemitischen BDS-Kampagne so verändert wie das Plädoyer der „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit.“ Wir haben mehrere Unterzeichner gefragt, ob sie heute noch zu ihrer Unterschrift stehen.
Im Dezember 2020 wandte sich eine Initiative mit dem klangvollen Namen „GG 5.3 Weltoffenheit“ an die Öffentlichkeit. Ihr Ziel war es zu verhindern, dass „wichtige lokale und internationale Stimmen aus dem kritischen Dialog ausgegrenzt werden“. Das „Plädoyer“ der Initiative wandte sich gegen einen Beschluss des Bundestags aus dem Mai 2019. Der folgte damals einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen in die BDS-Kampagne, deren Ziel die Vernichtung Israels als jüdischer Staat ist, als antisemitisch bezeichnet. Zu den wenigen Abgeordneten der vier demokratischen Bundestagsfraktionen, die gegen den Antrag stimmten, gehörte die heutige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne).

Für seine innovativen Formate beim digitalen Spielbetrieb während der Corona-Pandemie hat das Theater Oberhausen den „Disruptor Award“ beim International Ticket Business Forum in Manchester gewonnen. Das Haus überzeugte die Jury mit seiner integrierten Strategie aus Streaming, Ticketing und Live-Performance. Für den Preis nominiert waren Unternehmen, die die
Rapkreation, Samstag, 16. Juli, 20.00 Uhr, Helios 37, Köln

In diesem Jahr soll das Parkfest in Waltrop nach zwei schwierigen Jahren, was der Corona-Pandemie geschuldet war, weitestgehend wieder in der von früher gewohnter Form stattfinden. Zur Erinnerung: Im Jahre 2020 fiel das traditionsreiche Volksfest im Kreis Recklinghausen ganz aus, 2021 wich es einer deutlich weniger beachteten Mini-Version.
Jetzt, obwohl die Inzidenzen in diesem Sommer unerwartet hoch sind, soll nach dem Wunsch der Organisatoren eigentlich alles wieder wie früher sein. Das Bild in der Öffentlichkeit lässt jedoch vermuten, dass dem nicht so sein wird.

Das fotografische Lebenswerk von Brigitte Kraemer geht in die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums in Essen über. Unterstützt wurde der Ankauf der 360.000 Bilder und 7.000 digitalen Datensätze aus den Jahren 1982 bis 2021 von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.
Rantanplan, Freitag, 15. Juli, 20.00 Uhr, Gebäude9, Köln

Nach Würzburg nun also auch Düsseldorf. Bevor es zu einem unerträglichen Skandal kam, ist den Verantwortlichen der Rheinkirmes aufgefallen, dass der Nr. 1 Hit Layla (schöner, jünger, geiler!) in völlig überspitzter Form klischeehaft mit dem Thema Prostitution und Sex umgeht. Dass Layla eigentlich ein Transvestit ist, geschenkt. Das Drama nahm bereits seinen Lauf. Selbstverständlich blieb nur ein Ausweg: Die Notbremse. Ein direktes Verbot, verbunden mit der Stellungnahme, wie entsetzt man doch sei. Das Herz eines jeden völlig verklemmten, charismatischen, amerikanischen Landpredigers kann nun Frieden finden.

„Der Kampf gegen den Antisemitismus“, hat Claudia Roth (GRÜNE) dem Kulturausschuss des Bundestages bekannt, „muss so global sein wie der Antisemitismus selbst.“ Der Satz der Staatsministerin ist falsch formuliert – Antisemitismus ist global, muss aber nicht – und dennoch richtig, die hessische Kulturministerin Andrea Dorn, ebenfalls GRÜNE, hat ihn gleich nachgesprochen. Klarer Lernerfolg, grüne Kulturpolitik trifft auf eine Szene innerhalb der Welt der Kunst, die schon länger daran arbeitet, eine „globale Poesie“ zu entwickeln und eine passend modulierte „globale Politik“. So formuliert es einer ihrer Vordenker, Charles Esche, graue Eminenz im Kassler Wald, in den er die Documenta gelockt hat. Jetzt steht der Wald schwarz und schweiget, niemand, der sich aus den Büschen traute, auch Esche nicht, der neulich noch gemeint hat, wer BDS nicht auf die Bühne hole, die antisemitische Hetzkampagne, der betreibe „racial profiling“. Hier ein Versuch, sich vorzutasten in eine Gedankenwelt, in der sich alles um Israel dreht, Israel aber keine Rolle spielt, Palästinenser eh nicht, Esche sehr wohl. Etwas gruselig, das Ganze, eine BDS-Geisterbahn, man findet wieder heraus, viel Spaß.
Vor vier Jahren, am 12. Juli 2018, präsentierte die Kassler Documenta, weltweit geachtete Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die Mitglieder der Findungskommission, deren Aufgabe es war, die kuratorische Leitung der kommenden Documenta und also deren grundsätzliche Ausrichtung zu bestimmen. Maßgeblich beteiligt an der Findung der Findungskommission: Sabine Schormann, generös verhinderte Generaldirektorin. Einer der acht von ihr gefundenen Findungskommissare: Charles Esche, britischer Staatsbürger aus einer DDR-deutschen Familie, der sich – so stellte ihn die ZEIT 2011 einem deutschen Publikum vor – „in den achtziger Jahren enttäuscht von den radikalen Linken abwandte und sich in die Kulturszene stürzte“. Für ihn, so die ZEIT, müsse Kunst „vor allem eines leisten: Provokation. Kunst dürfe nicht dem Kapitalismus ‚als Mittel der Ablenkung des Widerstands von angemesseneren Aktivitäten dienen‘“.
The Pighounds, Donnerstag, 14. Juni, 20.00 Uhr, Subrosa, Dortmund