
Die Debatte um Homo- und Frauenfeindlichkeit im Dancehall scheint alt und überholt zu sein: Im europäischen Raum kam es in den letzten 10 bis 15 Jahren nicht mehr zu nennenswerten Eklats. Auch in Jamaika scheint sich das politische Klima ein wenig geändert zu haben – die Betonung soll hier deutlich auf ein wenig liegen, denn Homosexualität ist immer noch strafbar – und so wurden auch die Stimmen der Kritiker leiser bis stumm. Doch die geplanten Auftritte des jamaikanischen Dancehall Künstlers „Bounty Killer“ sorgen medial für einen erneuten Aufschrei. Nach der Absage des Konzertes in Berlin wird momentan der Auftritt im Dortmunder Club Junkyard am 29.04.2018 diskutiert, der nach Angaben der Veranstalter stattfinden soll. „Bounty Killer“, der in den letzten Jahren nicht mehr durch menschenverachtende Positionen aufgefallen ist, ist vielen noch aus den Debatten um seine Textzeilen, die als Mordaufruf an Homosexuellen interpretiert werden können („lasst die Schwulen im Feuer brennen“), in Erinnerung. Ein Kommentar zur Diskussion um die Absage der Konzerte von „Bounty Killer“ von unserer Gastautorin Friederike Thole.
Der momentane mediale Diskurs zeigt sich nach erst nur reiner Empörung jetzt teilweise verständnisvoll. So veröffentlichte die taz (22.04.2018) ein Interview mit dem Kulturforscher Patrick Helber, das den Titel „Dancehall ist kein Hate-Genre“ trägt. Helber betont in diesem Interview, dass es eine diskursive Verschiebung gab und homofeindliche Positionen im Dancehall deutlich abgenommen haben. Er deutet die Homosexuellenfeindlichkeit als „Betonung einer hegemonialen Männlichkeit“ und sieht in der momentan wieder



















Am Ende zahlten sich weder Haltungslosigkeit noch Opportunismus aus: Nach der Vergabe des Musikpreises an das für seine antisemitischen Texte bekannte Rapper-Du Kollegah (Fitnesslinie „Boss-Transformation“) und Farid Bang wird der Echo eingestellt. Der Bundesverband Musikindustrie, der für den Echo verantwortlich war, teilte mit:





































