
Dinslaken, Solingen, Witten, Gladbeck: In Nordrhein-Westfalen werben Salafisten mit Erfolg um Nachwuchs für den Islamischen Staat. Das Land hält dagegen. Es setzt auf eine Doppelstrategie aus Repression und Prävention. Neben der akuten Gefahrenabwehr werden deswegen auch Projekte unterstützt, die ein abgleiten von muslimischen Jugendlichen in den Hass verhindern wollen.
Stadtteile wie Dinslaken-Lohberg gibt es viele im Ruhrgebiet. Die Zeche, die früher Tausenden einen Arbeits- und Ausbildungsplatz gab, ist seit 2005 geschlossen und heute ein sogenanntes Kreativquartier. Jobs gibt es seitdem so gut wie keine mehr auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Bergwerks, und für die Menschen in der Siedlung nebenan schon gar nicht. Das Gelb der Hausfassaden lässt sich unter dem Dreck nur noch erahnen. Auf dem Marktplatz der Siedlung lungern ein paar Trinker herum. Um die Altpapier- und Glascontainer am Rand häuft sich der Müll. Lohberg ist die Heimat einer der bekanntesten Salafistengruppen Deutschlands. Knapp zehn der mehrere Dutzend Anhänger großen Clique an militanten Gläubigen sind längst in den Irak gezogen. Einer von ihnen, Philipp B., hat im August einen Selbstmordanschlag verübt, bei dem 21 Menschen starben.





