Tellavision, Montag, 21. Januar, 19. 00 Uhr, Baustelle Kalk, Köln
Der Ruhrpilot
Medien: Protest gegen Kahlschlag bei „Westfälischer Rundschau“ – Dienstag nächste Betriebsversammlung…Newsroom
Meedien II: Der Identitätsverlust der WAZ…Carta
Meedien III: Auf der Demo gegen die Rundschau-Demontage…Revierpassagen
Meedien IV: Protest gegen Arbeitsplatzabbau…Ruhr Nachrichten
NRW: Vorsicht bei der Abfahrt…Welt
NRW II: Wird Leben in NRW gefährlicher?…Welt
Ruhrgebiet: NRW kann auch Flughafen – Teure Bausünden im Revier…Der Westen
Bochum: Piraten laden zum “Kandidatengrillen”…Bo Alternativ
Duisburg: Im Winter ohne Wohnung…Der Westen
Duisburg II: Neue Beigeordnete sollen schon im März gewählt werden…Der Westen
Essen: Die Uniform schafft Chancen…Der Westen
Essen II: „Wir brauchen Mut und Baugrundstücke“…Der Westen
SPD Ruhr beschließt Direktwahl des Ruhrparlaments
Die SPD Ruhr hat heute in Bochum die Direktwahl des Ruhrparlaments beschlossen.
Es könnte gut sein, dass heute im Jahrhunderthaus in Bochum auf dem 5. Ruhrkongress der SPD Geschichte geschrieben wurde: Die Sozialdemokraten des Ruhrgebiets haben die Direktwahl des Ruhrparlaments beschlossen. Da im Landtag eine Novellierung des RVR-Gesetzes ansteht, stehen die Chancen gut, dass das Ruhrparlament vielleicht schon bei der Kommunalwahl 2014 von den Bürgern gewählt wird.
Die Direktwahl wird von allen Ruhrgebietsparteien seit Jahren gefordert, der Beschluss der SPD ist allerdings ein großer Schritt zur gesetzlichen Umsetzung dieser Idee. Die Direktwahl würde das Ruhrparlament und das Ruhrgebiet deutlich aufwerten: Sowohl gegenüber den Städten als auch gegenüber dem Land hätte die Stimme eines gewählten Parlaments ein ganz anderes Gewicht als es heute der Fall ist. Nach den Plänen der SPD sollen künftig 50 Abgeordnete von den Bürgern direkt gewählt werden. Weitere Mitglieder des Ruhrparlaments wären die Oberbürgermeister und Landräte der Städte und Kreise im RVR.
Ruhr-Uni: „Pragmatische“ Koalition bestätigt

Die Wahl zum 46. Studierendenparlament (StuPa) an der Ruhr-Uni ist gelaufen. Gestern Abend wurden die Stimmen ausgezählt. Die Ergebnisse sind wenig überraschend: Der bisherige „pragmatische“ Asta behält seine Mehrheit. Einen Achtungserfolg konnte die neu gegründete Liste B.I.E.R. verzeichnen. Sie wird mit zwei Sitzen im neuen StuPa vertreten sein.
Der Abend der Wahlauszählung an der Ruhr-Uni ist stets ein Event. Die Stimmung im und vor dem großen Hörsaal erinnert an ein Fußballstadion. Das Bier fließt in Strömen, und auch das Rauchverbot in den Gebäuden scheint für einen Tag ausgehebelt zu sein. Konsequenterweise sicherte dann auch die Liste B.I.E.R. die entsprechende Getränkeversorgung.
WR-Demo in Dortmund: Wütende Journalisten und heuchelnde Politiker
An die 1000 Demonstranten protestierten heute in Dortmund gegen das Aus der Westfälischen Rundschau als eigenständiges Medium.
Wenige Tage nachdem die WAZ-Mediengruppe das Ende der Westfälischen Rundschau als eigenständiges Medium und die Entlassung aller Redakteure bekannt gegeben hatte, gingen heute in Dortmund um die 1000 Demonstranten auf die Straße, um gegen das Ende der Zeitung zu protestieren. Nicht nur bei den betroffenen über 200 Redakteuren und Mitarbeitern der Westfälischen Rundschau (WR) war die Angst vor der Zukunft zu spüren, auch Journalisten anderer Medien äußerten sich sehr pessimistisch, was die Zukunft der Arbeitsplätze in den Zeitungsredaktionen angeht. Dass in den kommenden zehn Jahren mehr als die Hälfte von ihnen ihren Job verlieren wird, war eine Einschätzung, die von den meisten geteilt wurde und die wohl auch realistisch ist. Die Krise der Zeitungen hat an Fahrt gewonnen und ein Ende ist noch lange nicht absehbar.
Kat Frankie
Kat Frankie, Sonntag, 20. Januar, 19.00 Uhr, Jahrhunderthalle, Bochum
Der Ruhrpilot
Ruhrgebiet: Aktionärsschelte bei ThyssenKrupp: – „Größte Teflonpfanne der Republik“….Spiegel
Ruhrgebiet II: Demo gegen die Redaktionsschließung der WAZ-Mediengruppe…Pottblog
NRW: Erfahrungsaustausch der Kommunen…Westfälische Nachrichten
NRW II: Parlamentspräsidentin wirbt für kürzere Reden…Welt
Bochum: Musikzentrum – Bürgerbegehren reicht Klage ein…Pottblog
Bochum II: Stadtwerke streiten weiter mit Hellen um Geld…Ruhr Nachrichten
Dortmund: Betreiber des U-Turmes ziehen traurige Bilanz…Der Westen
Duisburg: DVG wirft Studentin wegen leeren Kaffeebechers aus der Bahn…Der Westen
Duisburg II: Halbe Million für Chefs der Wirtschaftsbetriebe…Der Westen
Essen: Eine Abfuhr für den EBE-Chef…Der Westen
Umland: Rentner betrieb Cannabis-Plantage mit 1800 Pflanzen…Welt
Moers Festival 2014: Ab jetzt ohne Festivalzelt

Die stetige Weltsensation Moers Festival steht vor der tiefgreifendsten Änderung ihrer Geschichte. Von unserem Gastautor Thomas Meiser.
Vor mehr als dreissig Jahren von Anarchopatriarch und Plattenlabel-Eigner Burkhard Hennen gegründet war das New Jazz Festival zu Moers zunächst ein fast intimes Date von Freunden der irrwitzigen Saxophon-Kakaphonie.
Über die Jahre mauserte sich die pfingstliche Veranstaltung zur definitiv relevanten Grösse für zeitgenössische Improvisationsmusik.
Ganze Generationen von Avantgardemusikern trugen den Sound von Moers, der am linken Niederrhein gelegenen kleinsten Grossstadt Deutschlands hinaus in die Welt. Ganze Generationen von Hipstern, den jungen Leuten mit
Aus für „WR“ ist Glücksfall für ARD und ZDF
Da läuft sie jetzt schon sei Wochen: die Kampagne der deutschen Zeitungsverleger gegen den druch Abgaben finanzieren Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in der Bundesrepublik. Die Verlage haben sich auf die Staatsmedien eingeschossen, als wenn es kein Morgen geben würde.
Die Welt schreibt von einem „Konstruktionsfehler bei der GEZ-Gebühr„, der Spiegel beschreibt in „Aus der Schaum“ über das gebührenfinanzierte Elend in den Sendeanstalten und in der FAZ geißelt das Niveau des zwangsfinanzierten Programms.
Die deutschen Zeitungsverleger haben schweres Geschütz aufgefahren. Die Phalanx der GEZ-Beschießer aus den Reihen der deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger hat in den letzten Wochen erheblich zugenommen, in der Quantität und auch in der Qualität.
Auch wenn die verbalen Angriff teilweise den Bauch der Deutschen erreichen wollen, geht es doch eher im Hintergrund um den Kopf: nämlich um das künftige Geschäftsmodell der Zeitungsverleger, die sich durch das Internet-Angebot der Staatsmedien um ihre „Paywall“ gebracht sehen. Denn eine solche Bezahlschranke scheint derzeit die einzige innovative Geschäftsidee zu sein, die die deutsche Print-Branche hat. Doch wer zahlt für einen Artikel bei RP Online oder WAZ.de, wenn er die Inhalte über das Internet-Angebot des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks um sonst kriegt – bzw durch die monatliche Gebühr schon bezahlt hat. Gegen die Paywall der Staatsmedien kann man sich als User nicht wehren, gegen die der Print-Branche schon. Und daher droht vielen Geschäftsmanagern in den Etagen der Print-Verlage droht noch immer üppigen Rendite-Zahlen oberhalb von 10 Prozent, teilweise sogar höher als die der Deutschen Bank, langfristig Argwohn. Denn Fakt ist: Auch in
WR-Aus: „Kulturelle Vielfalt braucht Medien- und Meinungsvielfalt!“

Kurt Eichler, der Geschäftsführer der Kulturbetriebe Dortmund, Claudia Kokoschka, die Leiterin des Kulturbüros und Wolfgang Weick, Leitender städtischer Museumsdirektor haben sich mit einem Aufruf an die WAZ-Mediengruppe gewandt, die Schließung der Westfälischen Rundschau noch einmal zu überdenken:
Kulturelle Vielfalt braucht Medien- und Meinungsvielfalt!
Über Geschmack kann man trefflich streiten, über Kunst, ihre Qualität und künstlerischen Geschmack erst recht. Darum braucht die Dortmunder Kunst- und Kulturszene ein breites Meinungsspektrum, das sich vor allem in den Medien abbildet. Eigenständige Zeitungen,Presseredaktionen und Kulturredakteure waren und sind der Garant dafür, dass sich Leser, Besucher von Kultureinrichtungen und Bürger durch unterschiedliche Positionen eine eigene Meinung zum Kulturgeschehen in unserer Stadt bilden können. Darüber hinaus ist die Presseberichterstattung über künstlerische und kulturelle Ereignisse grundlegend für die Publikumsgewinnung und –bindung sowie für die überregionale Darstellung der Dortmunder Kulturlandschaft. Auch wenn nicht jede kritische Meinung zur Kunst und Kultur von den Betroffenen geteilt wird, so ist doch die bisherige Vielfalt der journalistischen Stimmen für den Kunst- und Kulturdiskurs in unserer Stadt unverzichtbar.
Durch die Schließung der Redaktion der Westfälischen Rundschau ist auch die kulturelle Berichterstattung und Meinungsvielfalt in Dortmund hochgradig gefährdet. Wir appellieren an die Verantwortlichen in der WAZ-Verlagsgruppe, diese Entscheidung zu revidieren und damit auch die Meinungsvielfalt in der kulturjournalistischen Berichterstattung zu erhalten.
Unsere Solidarität gilt den Redakteurinnen und Redakteuren und allen anderen Mitarbeitern, die bisher in Dortmund mitgeholfen haben, das vielfältige Kunst- und Kulturgeschehen in der Stadtöffentlichkeit zu vermitteln.


