Marissa Nadler, Montag, 28. November, 20.00 Uhr, Grammatikoff, Duisburg
Der Ruhrpilot

NRW: Unter dem Mantel der Bürgerlichkeit…Welt
NRW II: Mein Nachbar, der Neonazi…Welt
Umland: Neonazis planen noch in diesem Jahr Demonstration in der Domstadt…NRWREX
Bochum: Chronik der Naziübergriffe…Bo Alternativ
Umland: Stuttgart 21: Das Volk sind wir alle und wir stimmen ab – nach “Stimmung” und nach “Wissen”…Heddesheim-Blog
Umland II: Castor – Ausrüstung beschlagnahmt, Berichterstattung unerwünscht…Kaffee bei mir
NRW III: Droht maroden Kommunen die Pleite?…Zeit
NRW IV: Grüne wollen die Reichen stärker zur Kasse bitten…Der Westen
NRW V: Stoiber bei Junger Union umjubelt…RP Online
NRW VI: Welch eine Kitastrophe…Welt
Ruhrgebiet: Machtkampf um Essener RAG-Stiftung…Welt
Bochum: Im Sumpf der städtischen Sparversuche…Der Westen
Bochum II: Kleines Mädchen braucht Hilfe von Bochumer Bürgern…Ruhr Nachrichten
Dortmund: Flughafen macht 20 Millionen Verlust…Der Westen
Dortmund II: Nicht angeschnallt – Dortmunder zeigt Papst an…Ruhr Nachrichten
Essen: Farce um Uni-Wahl – Wahlurnen geklaut…Der Westen
Dokumentation: Reaktionen auf die Fischfutter-Affäre Ströbele…Heddesheim-Blog
Debatte: Mehr Fußballfans als Hooligans…Jungle World
Medien: Mein ‚Brief‘ an den ZDF-Intendanten…Mediaclinique
Amazon: Kaum unbefristete Jobs – Ich selbst kaufe meine Bücher vor Ort…Zoom
Tom Kummer: „Mutter Teresa hatte diesen MILF-Kick“
In den 90er Jahren war der österreichische Journalist Tom Kummer der Star unter den deutschprachigen Journalisten. Seine Interviews mit Joseph Stalin, Thomas Mann und Mutter Teresa faszinierten ein Millionenpublikum. Als sich herausstellte, das Kummer diese Interviews nie geführt hatte, war es mit dem Journalismus vorbei. Kummer lebt mittlerweile in Brasilien und ist Geschäftführer einer Großbäckerei in Rosario. Ich traf ihn heute am Rand der NRW-Journalistentages in Recklinghausen und interviewte Kummer beim gemeinsamen Mittagessen im Traditionsrestaurant Boente.
Ruhrbarone: Pferdegulasch – das ist nicht jedermanns Sache.
Tom Kummer: Ich bin bei meinen Großeltern im Mühlviertel aufgewachsen. Dort gab es oft Pferdefleisch. Es ist für mich eine Kindheitserinnerung und ich komme viel zu selten dazu, es zu essen. Die Brasilianer sind ja tief katholisch und verehren das Pferd als heiliges Tier. Pferdegulasch bekommen sie in ganz Brasilien nicht.
Ruhrbarone: Sie wurden in den 90er Jahren berühmt durch eine Reihe spektakulärer Interviews, die alle frei erfunden waren. Boris Becker outete sich in einem Gespräch mit ihnen als alleinerziehende Lesbierin…
Kummer: …und gewann dann immerhin 1993 zusammen mit Martina Navratilova das Damen-Doppel in Wimbledon…
Ruhrbarone: Joseph Stalin philosophierte gemeinsam mit ihnen bei einem Spaziergang durch die Eifel über Buddhismus.
Kummer: Niemanden fiel das auf. Die Redaktionen für die ich schrieb waren von diesen Interviews begeistert, die Leser liebten sie. Ich bekomme heute noch Post von alten Fans, die mich auffordern wieder zu schreiben.
Ruhrbarone: Was daran scheitert, dass keiner mehr ihre Texte haben will. Sie gelten als Betrüger.
Kummer: Ja, das ist so und das sagt sehr viel über den beschränkten Horizont der Chefredakteure in Deutschland aus. Jedenfalls mehr als über meine Qualitäten als Autor.
[Bilderrätsel23]
NewPark: Grüne in Waltrop sind sauer auf die Landesgrünen
In nördlichen Ruhrgebiet soll mit NewPark ein neues, großes Gewerbegebiet entstehen. Die rot-grüne Landesregierung wird die Pläne finanziell unterstützen. Dagegen regt sich Protest. Der Fraktionsvorsitzende der Waltroper Grünen, Lars Holtkamp, hat einen offenen Brief an den Fraktiobsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Reiner Priggen geschrieben. Wir dokumentieren:
Hallo Reiner Priggen,
Koalitionen erfordern sicherlich Kompromisse, aber keine Wahlkampflügen! Leider habt ihr offensichtlich die grüne Wählerschaft im Landtagswahlkampf 2010 gleich mehrfach getäuscht. Erst hast du im Landtagswahlkampf EON-Datteln persönlich mit dem Slogan „Für den Abriss“ angestrahlt und dies als Video auf allen Internet-Plattformen verbreitet (http://www.youtube.com//watch?v=K_aoCr0sZJQ), um nach der gewonnen Wahl plötzlich zu erzählen, dass die grün-rote Landesregierung gar nichts für den Abriss des von dir so betitelten Schwarzbaus „EON Datteln“ tun kann und will. Da du schon genügend Regierungserfahrung hast, musstest du das ja wohl bereits im Wahlkampf 2010 wissen!
Heute wurde in den Zeitungen des Kreises Recklinghausen ein weiterer Bruch von Wahlversprechen der Landesgrünen entlarvt. Die grün-rote Landesregierung wird den NewPark als größtes Industrialisierungsprojekt mitten auf der „grünen Wiese“ mit Bürgschaften im mehrstelligen Millionenbereich fördern, wofür der SPD-Landrat des Kreises Recklinghausen der Landesregierung seinen Dank ausspricht („Millionen-Deal für den newPark – Landesregierung bürgt für klamme Kommunen“ WZ 24.11.11: S. 1)
Reiner, ich kann dir dafür nicht danken – erinnerst du dich noch daran, was du beim Kandidatencheck des Bund NRW für die Landtagswahl geschrieben hast?
The Dø
Der Ruhrpilot

Debatte: Die Tat ist die Botschaft…Publikative
Dortmund: Politik blickt mit Sorge auf rechte Umtriebe…Der Westen
Nazis: Rechtsterroristen im Fadenkreuz…WAZ-Rechercheblog
NRW: Bergbau in NRW droht eine Klagewelle wegen Schäden…Der Westen
NRW II: „Der Schein trügt, die Grauen Wölfe sind gefährlich“…Welt
Bochum: Linie 310 wird erweitert…Ruhr Nachrichten
Dortmund: Jugendamt lässt Millionen sausen…Ruhr Nachrichten
Dortmund II: Adolf Winkelmann hat Filmschätze aus Dortmund gehoben…Frontmotor
Duisburg: Verkehrsbetriebe bespitzelten Mitarbeiter…Der Westen
Duisburg II: OB Sauerlands und Kapitän Ahabs Wa(h)lkampf…Der Westen
Oberhausen: Polizei soll Bandidos-Fall vertuscht haben…Der Westen
Recklinghausen: Journalistentag NRW 2011 heute ab 10:30 Uhr in Recklinghausen…Pottblog
Umland: Ungenehmigter Bau im Winterberger Skigebiet…Zoom
Ehud Olmert in Bochum: „Kein Frieden ohne Risiko“
Leichtes Spiel für Ehud Olmert. Als Ehrengast des Forums „Herausforderung Zukunft“ parlierte der ehemalige israelische Ministerpräsident und Bürgermeister von Jerusalem ganz im Stile eines Elder Statesman bei der Jüdischen Gemeinde Bochum durch den Abend und kommentierte die derzeitige Situation im Nahen Osten aus Sicht eines Herren, der zum einen zwar von allen politischen Ämtern befreit ist, zum anderen aber weiterhin eine gewichtige Stimme hat. Getrübt wurde die Veranstaltung von der tölpelhaften Abschlussrede Jürgen Rüttgers´. Von unserem Gastautor Michael Blatt.
Es sei eine leidige Angewohnheit, so Ehud Olmert, dass in Israel jeder ständig seine Meinung zur politischen Lage kundtun müsse und es wäre gleichzeitig eine große Herausforderung für einen israelischen Politiker, einen Tag lang mal kein Statement abzugeben. In Bochum präsentierte sich der 66-jährige als Mann der Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. „Wir müssen Frieden schließen mit den Palästinensern, weil es für die Zukunft Israels wichtig ist.“ Damit das möglich wird, müsse er selbst „das Gegenteil von dem tun, was ich jahrelang gesagt habe.“ Olmert setzt sich für eine Zwei-Staaten-Lösung ein, deren Grenze sich „mit einigen Änderungen auf beiden Seiten“ auf die von 1967 beziehe. Er geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er als Herausforderung der Zukunft Jerusalem als – von einem internationalen Gremium organisierte – Hauptstadt beider Nationen versteht. „Kein Frieden ohne Risiko!“
Weit weniger versöhnende Worte fand Olmert vor der Jüdischen Gemeinde dagegen für den Iran. Es sei nicht tragbar, dass ein Land der Vereinten Nationen einem anderen Land die Existenzberechtigung abspricht: „Das kann, das wird Israel nicht akzeptieren.“ Der vierfache Vater weiter: „Israel sucht nicht die gewaltsame Auseinandersetzung“, gleichwohl sei ein Militärschlag nicht ausgeschlossen. Sollte es dazu kommen, so ließen sich die Aussagen Olmerts interpretieren, dann nicht in Form eines israelischen Alleingangs, sondern an der Seite der Verbündeten.
Nazi-Mordserie: Ermittler aus dem Ausland sollten helfen
Zehn Jahre haben in mehreren Ländern Polizei und Verfassungsschutz von der Nazi-Mordserie nichts mitbekommen oder auch Hinwiese aus den eigenen Reihen ignoriert. Ich glaube nicht, dass diejenigen, die bislang versagt haben, nun die idealen Aufklärer sind. Deutschland braucht Hilfe aus dem Ausland.
Über viele Jahre haben die Polizeibehörden und Verfassungsschutzämter in verschiedenen Bundesländern bei der Ermittlung der Nazi-Mordserie versagt. Bei der nun anstehenden Aufklärung geht es nicht nur um die Aufklärung der Morde und die Festnahme der Helfer der NSU-Terrorzelle sondern auch um die Mitverantwortung der Behörden. Es wird darum gehen, festzustellen, wer versagt hat, wer vielleicht enge Kontakte hatte. Und das muss dann Konsequenzen haben. Für einzelne Personen, die sich als unfähig erwiesen haben oder – was schlimmer wäre – mitschuldig gemacht haben. Und für ganze Behörden. Nun die Ermittlung allein den Behörden und Diensten zu überlassen, die selber in den Fokus der Ermittlungen geraten sind, halte ich für fahrlässig. Deutschland sollte befreundete Staaten um Unterstützung bei den Ermittlungen bitten. Es sollte sich nicht nur auf die eigenen Leute verlassen. Ich weiß, das wird nicht einfach. Ich weiß noch nicht einmal, ob das rechtlich möglich ist. Ich weiß aber, dass man die rechtlichen Voraussetzungen schaffen kann. Deren Ermittlungsergebnissen würde ich mehr vertrauen als denen der deutschen Behörden. Den Bock zum Gärtner zu machen ist nie eine gute Idee. In dem Fall der Nazi-Mordserie ist es eine fatale Idee.
Portugal. The Man
Portugal. The Man, Samstag, 26. November, 19.00 Uhr, Essigfabrik, Köln


