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Christopher Lauer(t) nicht mehr

Christopher Lauer

Sagt zum Abschied laut Ade: Christopher Lauer (Foto: Piratenfraktion-Berlin.de)

Disclaimer: es geht um die Piraten. Popcorn. Polemik.

Wenn Du gehst – und keiner weint, dann warst Du wohl nicht besonders beliebt: Christopher Lauer hat die Piratenpartei verlassen.

Lauer war lange Zeit prominenter Pirat und ernstzunehmender Denker, sitzt im Berliner Abgeordnetenhaus und war Landesvorsitzender seiner Partei.

Doch irgendwann fing er an, das Maß und den Anstand im Umgang mit anderen Menschen zu verlieren – und das als Stil zu feiern.

Dabei legte sich der Ex-Pirat gerne mit Medienvertretern an, wie ich einmal selbst erfahren durfte:

Auch mir wurde die Beschimpfung des überforderten Lauer zu teil.

Auch mir wurde die Beschimpfung des überforderten Lauer zu teil.

Anderen Piraten war das peinlich, und der von den Ruhrbaronen dann auch zitierte Daniel Schwerd versuchte sich schon vor Monaten in der Schadenbegrenzung.

Grundformen der Höflichkeit - für Lauer unbekannt.

Grundformen der Höflichkeit – für Lauer unbekannt.

Doch Lauer ließ sich nicht davon abhalten, Pressevertreter schlicht zu beleidigen, wenn sie seinen Ansprüchen nicht genügten, so wie hier die Kollegen der taz.

Statt selber liefern, einfach andere beschimpfen - und Steuergeld kassieren.

Statt selber liefern, einfach andere beschimpfen – und Steuergeld kassieren.

Aber dabei sollte es nicht bleiben.

Statt selber liefern, einfach andere beschimpfen - und Steuergeld kassieren.

Nicht entschuldigen, weiter pöbeln!

Nun, vielleicht waren wir Pressemenschen schlicht auch selbst Schuld.
Deswegen versuchte ich die Aussprache – und wurde belohnt; irgendwie zumindest.

Versöhnung? Nicht mit Lauer.

Versöhnung? Nicht mit Lauer.

Selbstreflexion gab es bei Lauer auch nicht, als selbst die eigene Partei sein Treiben kritisch sah.

Schon in der Vergangenheit war Lauer gerne auf eines fixiert: sich selbst.

Schon vor zwei Monaten deutete sich der gestrige Schritt an.

Heute dann wurde bekannt, dass gegen Lauer wohl Ordnungsmaßnahmen seiner Partei geplant waren, u.a. da er immer wieder über die Abspaltung von der Piratenpartei sprach. Möglicherweise kam mit dem Austritt nur dem Ausschluss durch den Bundesvorstand zuvor.

Aber Lauer wäre nicht Lauer, wenn er eine andere Lesart des Ganzen gefunden hätte – in der er selbst natürlich Mittelpunkt einer Intrige des Bundesvorsitzenden Stefan Körner sei; wobei ihm vor Empörung wohl die Rechtschreibung abhanden kam.

Immer Schuld: die Anderen.

Immer Schuld: die Anderen.

Die Sympathien der letzten Piratenwähler hat er damit aber wohl kaum noch auf seiner Seite.

Selbst auf Twitter hat man Lauer mittlerweile satt.

Selbst auf Twitter hat man Lauer mittlerweile satt.

Ein Abgesang.

Ein Abgesang.

Pointe?

Gibt es nicht. Geht um Piraten.

Obwohl. Eine Partei soll Lauer ein Beitrittsangebot gemacht haben. Sie versteht ebenso viel von (Presse)Freiheit wie er.

Die Grünen.

 

RuhrBarone-Logo

12 Kommentare zu “Christopher Lauer(t) nicht mehr

  • #1
  • #2
    JR

    Natürlich ist Lauer ein Honk, aber ich frage mich, ob kommende Generationen ihn nicht doch vielleicht als eine Art Klaus Kinski der deutschen Politik betrachten werden, gewissermaßen einen „Herbert Wehner mit Internetanschluss“…

  • #3
    Felix K

    Dieser Twitter-Blog-Beitrag spricht eigentlich für Lauers Bedauern über den fehlenden Schutz des Begriffs „Journalist“.

  • #4
    Frank

    @3 Felix K.
    Glaub ich nicht. Lauer hat zugegeben, dass er unter ADHS leidet. Wer keinen Scheinwerfer auf ihn richtet, dem entzieht er seine Gunst.

    Wäre gut, wenn ihm alle ADHS-Patienten im politischen Raum folgen würden.

  • #5
  • #6
    TuxDerPinguin

    Lauer war mit Sicherheit einer derjenigen Personen, die den Piraten am meisten geschadet haben. War zumindest unterhaltsam, weil er alles und jeden beleidigt hat. Nur deshalb wurde er von den Medien auch besonders gern eingeladen / interviewt.

    @Frank: eigentlich meint ADHS das Defizit selber aufmerksam zu sein, nicht das Defizit Aufmerksamkeit zu bekommen.

  • #7
    yohak

    @TuxDerPinguin: Sehe ich auch so, daß Lauer den Piraten massiv geschadet hat.

    Ein wichtiger Punkt bei den Piraten war ja gerade die Idee, mit Internet & Co die Demokratie neu und besser zu erfinden, Demokratie 2.0. sozusagen. Schimptiraden, Shitstorms und der allgemeine Umgangston innerhalb der Piraten haben dann aber dazu geführt, daß mehr und mehr Wähler zweifelten, ob diese Demokratie 2.0 wirklich einen Fortschritt gegenüber Demokratie 1.0 darstellt, und haben entsprechend immer seltener Piraten gewählt.

  • #8
    KClemens

    Echt jetzt? Die Grünen? Nun, dann werden wir ihn wohl bald an der Seite von Giegold in Brüssel sehen.
    Giegold, der niemals politisch aktiv werden wollte, hat sich natürlich das Sahnehäubchen ausgesucht.
    Lauer dürfte sicherlich gute Chancen bei den Grünen haben. Ich bin leider kein Journalist, aber vielleicht war er ja schon immer ein Grüner….

  • #9
    Norbert

    Jetzt sitz ich hier, und frag mich, was mir der Beitrag mitteilen soll außer das sich der Autor und ein Provinzpolitiker auf Twitter blöd angemacht haben?

  • #10
    Merlac

    Also einerseits sehe ich hier nur Animositäten. Beim Autor. Wie kann man als Journalist so dünnhäutig sein, dass man sogar irgendwelche gemäßigten Twitter-Zickereien breittritt und glauben, dass das irgendwen interessieren soll?

    @Frank: Wenn man keine Ahnung hat, einfach die Fresse halten.
    http://www.adhspedia.de/

  • #11
    Klaus Lohmann

    @#10 Merlac: Zumindest ich finde es immer wieder informativ und spannend, die erziehungs-, hirn-, sinn- und spaßlosen Absonderungen von selbsternannt „netzaffinen“ Politikern zu lesen.
    Man kann dann hinterher die Diskussionen, für welche Bekloppten eigentlich die Parteienfinanzierung herhalten muss, besser mit Argumenten dagegen füttern.

  • #12
    Pirat

    Der Lauer ist Weg ??? Sehr gut, ein Troll weniger !

    Wäre doch sehr schön wenn die Piraten jetzt wieder themenorientierte Politik machen könnten anstatt sich dauernd nur mit Querulanten rumschlagen zu müssen.

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