0

Cineastische Fotoperlen in Schloss Oberhausen aufgetaucht

Blick in die Ausstellung Hollywood Icons

  

Blick in die Ausstellung Hollywood Icons

Die LUDWIGGALERIE zeigt mit HOLLYWOOD ICONS 200 Fotografien aus der John Kobal Foundation

Nach der letzten erfolgreichen Ausstellung BRITISH POP ART mit Meisterwerken aus der Sammlung Heinz Beck, geht es jetzt im Schloss Oberhausen in die goldene Ära Hollywoods. Sie gewährt einen Einblick hinter die Kulissen der klassischen Filme und zeigt jene Fotografen, deren ikonische Bilder noch heute jeder kennt. Die Namensliste liest sich wie das Who-is-who der Filmgeschichte. Angefangen mit Stummfilm-Mimen der 1920er wie Charlie Chaplin und Mary Pickford, über die Legenden der frühen Tonfilm-Ära von Marlene Dietrich bis Cary Grant, bis hin zu den Nachkriegsstars wie Marlon Brando, Sophia Loren und Marcello Mastroianni.

Die Filmgeschichte wird generell aus der Sicht von Regisseuren und Schauspielern geschrieben. Dem Mammutunternehmen, das ihre Filme möglich machte wird hingegen wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Ausstellung HOLLYWOOD ICONS präsentiert die damals noch unbekannten Portrait- und Standbildfotografen, die für die Öffentlichkeit unsichtbar hinter den Kulissen arbeiteten, deren brillante Fotografien allerdings für Starruhm und die Filmwerbung von entscheidender Bedeutung waren. Nicht zuletzt die Werke dieser Kamerakünstler trugen den klassischen Hollywood-Stil schnell und effizient in die Öffentlichkeit.

Die John Kobal Foundation

John Kobal (1940-1991) begann als Filmliebhaber und Sammler von Filmdevotionalien wie Filmbüchern, Postkarten und Stills. Als die Studios ihre fotografischen Archive auflösten, griff Kobal zu und baute sein eigenes Archiv auf. Auf dieser Grundlage schrieb er mehr als 30 Bücher zur Filmgeschichte, darunter die Pionierarbeit „The Art oft he Great Hollywood Portrait Photographers“ von 1980.

Konzeption und Aufbau der Ausstellung

Konzipiert wurde die Ausstellung von Simon Crocker, dem Vorsitzenden der John Kobal Foundation und Robert Dance, ebenfalls John Kobal Foundation. Kuratorin der Ausstellung vor Ort ist Jennifer Liß.
Die Ausstellung beginnt im Erdgeschoss in den 1920er Jahren und wird über die 30er und 40er Jahre, von der Mitteletage bis ins Dachgeschoss des Schlosses, konsequent chronologisch weitergeführt. Diese Dramaturgie ermöglicht es den Besuchern, die Entwicklungen der fotografischen Stile sowie die studiopolitischen Veränderungen im Filmmarketing eindrucksvoll mitzuerleben. Die Hängung ist dabei unaufgeregt, teilweise formal streng. Die ausschließlich schwarzen Rahmen fokussieren den Blick des Betrachters auf das Fotomotiv. Wer es musikalisch mag, nimmt (gegen eine Leihgebühr von 3€) den Sound-Walk mit durch die Ausstellung und erlebt die Filmmusik der Zeit direkt vor den Fotografien.

Programm

Es gibt auch zu HOLLYWOOD ICONS wieder ein umfangreiches Beiprogramm für Familien und Führungen, ausgewählte davon mit der Kuratorin Jennifer Liß persönlich. Die museumspädagogischen Angebote finden sich auf der Internetseite in der Rubrik Pädagogik. Das Booklet von Jennifer Liß gibt sich äußerlich bescheiden, wartet aber, in filmhistorisch kompakten Texten, mit weitreichenden und spannenden Hintergrundinformationen zu den Themen Stars & Images, die Rolle der Fotografie in Hollywood, stilistische Vorbilder in der bildenden Kunst, Hollywood-Legenden und Hollywood-Mythos auf. Unbedingt lesenswert.

Fazit 

Mit HOLLYWOOD ICONS setzt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen ihre konsequente Arbeit im Bereich der Populärkultur mit einer weiteren gelungenen Ausstellung fort und zeigt 200 hochkarätige, cineastische Fotoperlen, die nicht nur für Filmfans, sehenswert sind, sondern für jeden, der sich für Fotografie interessiert. Auf nach Hollywood – in die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen!

HOLLYWOOD ICONS
Fotografien aus der John Kobal Foundation
Greta Garbo, Humphrey Bogart, Alfred Hitchcock & Co
19.5. – 15.9.2019
LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Konrad-Adenauer-Allee 46 – 46049 Oberhausen
Info-Line und Buchungen: 0208 41249 28 Fax: 020841249 13 ludwiggalerie@oberhausen.de
Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Mo geschlossen
Feiertags sowie Pfingstmontag geöffnet
Eintritt: 8€, ermäßigt 4€, Familien 12€
Kombiticket mit dem Gasometer Oberhausen 13€
Öffentliche Führungen: Sonn- und feiertags 11:30 Uhr
Kostenlos in Verbindung mit dem Museumseintritt
Kuratorinnenführungen mit Jennifer Liß: So, 30. Juni.2019, So. 28. Juli 2019, So. 25. August und So. 15. September, jeweils um 15 Uhr
Gebuchte Führungen: 45€ in Verbindung mit dem ermäßigten Eintritt für Gruppen von 4€ pro Person
Schulführungen: 20€ plus 1€ je SchülerIn
Zur Ausstellung erscheint ein Booklet mit Texten von Jennifer Liß, 16 Seiten, 5€.
Weitere Infos unter www.ludwiggalerie.de

 

K

RuhrBarone-Logo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.