In der Ausstellung ‚Mythos Wald‘ im Gasometer Oberhausen im März 2026. Foto(s): Robin Patzwaldt
Der März 2026 zeigt sich gerade von seiner besten Seite für Kulturinteressierte im Ruhrgebiet. Während in Dortmund mit der neuen Show im Phoenix des Lumières frische visuelle Reize locken, zieht auch der Gasometer in Oberhausen mit seiner neuen Ausstellung „Mythos Wald“ die Aufmerksamkeit auf sich.
Die Erwartungen sind hoch – schließlich hat sich das Industriedenkmal in den letzten Jahren zu einer der spektakulärsten Ausstellungslocations der Region entwickelt, und erst mit der Vorgängerausstellung ‚Planet Ozean‘ neue Rekorde aufgestellt. Doch wer die aktuelle Schau kurz nach ihrer Eröffnung besucht
Phoenix des Lumières in Dortmund im Oktober 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt
Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als Phoenix des Lumières Anfang 2023 in Dortmund seine erste immersive Ausstellung eröffnete. Damals standen die Werke von Gustav Klimt und Friedensreich Hundertwasser im Mittelpunkt – und die Kulturszene des Ruhrgebiets hatte plötzlich eine neue Attraktion.
Inmitten der rauen Industriearchitektur des ehemaligen Stahlwerks entstand ein Ort, an dem klassische Kunst mit modernster Projektionstechnik verschmolz. Farben, Formen und Klänge hüllten die riesigen Hallen in eine fast magische Atmosphäre. Ich war damals begeistert – und nicht die Einzige.
Von Pharaonen zu Impressionisten: ein Konzept entwickelt sich weiter
In den Jahren danach haben die Macher einiges ausprobiert: von „Im Reich der Pharaonen“, einer Reise ins Alte Ägypten, bis hin zu „Asterix & Obelix“, einem immersiven Abenteuer für die ganze Familie. Unterhaltsam waren diese Ausstellungen durchaus, doch der künstlerische Tiefgang, der bei Klimt und Hundertwasser spürbar war, rückte dabei etwas in den Hintergrund. Umso gespannter war ich, als ich hörte, dass das neue Programm zurück zu den klassischen Wurzeln führt.
Lukas, der Lokomotivführer, zu Gast im Hamm. Foto(s): Robin Patzwaldt
Wer dieser Tage durch den Maximilianpark in Hamm spaziert, dem könnte es passieren, dass er sich urplötzlich in eine andere Welt versetzt fühlt. Eine Welt voller sprechender Lokomotiven, feuerspeiender Drachen, Inseln mit zwei Bergen und Piraten mit schräger Mütze.
Schuld daran ist nicht etwa die Sommerhitze – sondern die legendäre Augsburger Puppenkiste, die noch bis Ende August im Glaselefanten ihre Marionetten tanzen lässt. Für die Leser der Ruhrbarone habe ich mir die im Parkeintritt enthaltene Ausstellung einmal angeschaut und ein paar Fotos von dort mitgebracht.
Der SPIEGEL: Mutter Angela 39/2015, Zeitschrift, 2015, Stiftung Museum Kunstpalast, Foto: LVR-ZMB – Annette Hiller.
„Was sehen Sie vor Ihrem inneren Auge, wenn Sie das Wort MAMA hören?“ „Für wen haben Sie mütterliche Gefühle?“ „Wer sorgt für Sie?“ „Was ist die lustigste / schönste Erinnerung, die Sie an Ihr Kind / Ihre Mutter haben?“ „Was kann Mutterschaft in der Zukunft bedeuten?“ – Wie Frauen bis heute über Mutterschaft definiert werden, zeigt die Ausstellung „Mama. Von Maria bis Merkel“. Ein Bericht von unserer Gastautorin Christiane Jochum.
Der Besucher wird von den dargestellten Eingangsfragen empfangen und aufgefordert, sich von ihnen durch die Ausstellung begleiten zu lassen. Sie erweisen sich als gute Leitlinien, die gezeigten Exponate nicht nur passiv zu konsumieren, sondern kritisch im besten Sinne zu betrachten und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Mikroskopiebild einer Schicht aus Epithelzellen, die ein sich entwickelndes Ei einer Taufliege umhüllen. Dort, wo drei Zellen mit ihren Membranen (pink) aneinanderstoßen, lösen die Zellen kontrolliert ihre Verbindungen und öffnen die Zellzwischenräume (grün). So können Dotterproteine in die Eizelle aufgenommen werden. Copyright: Thea Jacobs, Universität Münster
In Münster kann man sehen, wie schön Forschung ist – wortwörtlich. Morgen startet die Ausstellung „unSICHTBAR“ im Multiscale Imaging Centre (MIC) der Universität Münster. Das MIC ist ein Forschungszentrum, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler moderne Bildgebung nutzen, um Zellen und ihre Bewegungen zu untersuchen.
Eindrücke von ‚Wunderwelt Ozean‘ bei Phoenix des Lumières im Oktober 2024. Foto(s): Robin Patzwaldt
Die Dortmunder Kulturszene hat auf viele Zeitgenossen, trotz vieler Versuche in den vergangenen Jahren die diesbezügliche Attraktivität der Stadt zu erhöhen, eine nur begrenzte Anziehungskraft. Das ‚Dortmunder U‘ erreicht mit seinem Angebot trotz eines enormen Aufwandes nur vergleichsweise wenige Menschen, und auch das Deutsche Fußballmuseum kämpft inzwischen schon länger vergeblich um Kostendeckung.
Vor diesem Hintergrund erschien es vor rund zwei Jahren recht mutig, dass ein französischer, privater Investor die in die Insolvenz gerutschte ehemalige ‚Warsteiner Music Hall‘ im Stadtteil Hörde in die Heimat einer immersiven Kunstausstellung mit dem für Dortmunder befremdlich klingenden Namen ‚Phoenix des Lumières‘ verwandelte. Das Vorhaben erschien riskant, bereicherte das Kulturangebot der Reviermetropole jedoch erheblich.
Nun, gut 18 Monate nach Eröffnung, starte das bereits vierte Programm (mit dem Begriff Ausstellung tue ich mich da nach wie vor schwer) in der ehemaligen Gebläse-Halle des Stahlwerks Phoenix-West. Mit ‚Wunderwelt Ozean‘ gehen die Veranstalter in Dortmund und Umgebung seit dieser Woche auf Kundenfang.
Eindrücke aus der Ausstellung ‚Planet Ozean‘ in Oberhausen. Foto: Robin Patzwaldt
Die Ausstellung „Planet Ozean“ bricht alle Rekorde und hat nach kürzester Zeit bereits 500.000 Gäste empfangen dürfen. Das bedeutet, im Durchschnitt sind jeden Monat 100.000 Menschen in die berauschende Vielfalt der Unterwasserwelten im Gasometer Oberhausen eingetaucht.
Eindrücke aus der neuen Ausstellung ‚Planet Ozean‘ in Oberhausen. Foto(s): Robin Patzwaldt
In diesen auf vielen Ebenen eher tristen Zeiten tut es einem einfach mal gut, in ein Meer von bunten Farben einzutauchen. Dazu gibt es bei uns im Ruhrgebiet in diesem Frühjahr zwei tolle neue Möglichkeiten. Im Februar haben wir euch hier im Blog schon die neue Ausstellung von Phoenix des Lumières in Dortmund (Dalí/Gaudí) vorgestellt.
Seit wenigen Tagen gibt es rund 40 Kilometer entfernt von Dortmund eine weitere Attraktion, die in erster Linie mit ihrer Farbenpracht zu begeistern weiß, zu begutachten. Im Gasometer Oberhausen kann man jetzt ‚Planet Ozean‘ bestaunen, eine Ausstellung, die stark an die erfolgreichen Vorgänger erinnert und doch ganz eigene Akzente zu setzen weiß.
Phoenix des Lumières in Dortmund. Foto(s): Robin Patzwaldt
Seit gut einem Jahr bereichert Phoenix des Lumières in Dortmund die Kulturszene. Nachdem in 2023 zunächst Gustav Klimt und Friedensreich Hundertwasser, sowie ab Herbst dann auch eine Ausstellung mit dem Titel ‚Destination Cosmos‘ im Mittelpunkt standen, versuchen die Betreiber es in 2024 mit ‚Dalí: Das endlose Rätsel‘ und ‚Gaudí: Architektur der Fantasie‘. Hinzu kommt eine 6-minütige audiovisuelle Tanzerfahrung mit dem Titel ‚3 Movements‘.
Seit einigen Tagen läuft das neue Programm in Dortmund-Hörde. Für die Ruhrbarone habe ich mir die neuen immersiven Dauerausstellungen in der ehemaligen ‚Warsteiner Music Hall‘ vom französischen Kunstanbieter Culturespaces im Dortmunder Süden einmal angesehen und ein paar frische Eindrücke von dort mitgebracht.
In dieser Woche war ich wieder vor Ort im ehemaligen Stahlwert und habe mir das neue Programm ‚Destination Cosmos‘ angeschaut. Mit einer erstaunlichen Erkenntnis.