Collinas Erben: Ja, man darf den Laptop zuklappen

Collinas Erben
Collinas Erben haben Twitter einstweilen Verlassen. Screenshot: Twitter

 

Die Schiedsrichterexperten ‚Collinas Erben‘ um Alex Feuerherdt haben ihren Twitter-Account nach einer Welle von Beleidigungen und Hassbotschaften gelöscht. Das sorgt für Diskussionen. Auch bei den Ruhrbaronen.

Nach ihrem Schritt haben ‚Collinas Erben‘ viel Solidarität erfahren, unter anderem auch von Bundesligaschiedsrichter Patrick Ittrich auf Twitter. Andere Leute wie Mit-Ruhrbaron Robin Patzwaldt nutzen die Gelegenheit, um sich mit „beleidigte Leberwurst“-Illustration ganz übermännlich auf die Brust zu trommeln, über die „Sensibilität“ anderer Leute zu sinnieren, darüber „wie schnell manche Leute das Handtuch werfen“ und sich garniert mit den üblichen Härtner-Sprüchen wie „Wer seinen Kopf aus dem Fenster hält, der muss mit Wind rechnen“ oder „Wenn du die Hitze nicht erträgst, geh aus der Küche“ ganz aufdringlich selbst zu versichern, was für ein harter Kerl man doch ist, der im Sturm der gegenteiligen Meinung weiter Kurs hält (wohin auch immer) und dass man nicht so ein Weichei ist wie diese Quitter.

Worüber dieses Geisterfahrer-Mantra jedoch hinwegtäuscht, ist folgendes: Man muss sich nicht beleidigen und beschimpfen lassen. Man kann auch sagen: Ne, reicht jetzt. Manchmal ist das auch klüger. Vor allem, wenn man nicht mal dafür bezahlt (sprich: entschädigt) wird, aus purem Enthusiasmus und Freude an der Sache einen Service leistet, den manche Leute nicht zu schätzen wissen. Ja, man darf den Laptop zuklappen und sagen: Dann eben nicht. Es ist unser aller gutes Recht, jederzeit sagen zu dürfen: Ich mag nicht mehr. Man ist kein Weichei. Man ist nicht dumm. Vielleicht ist man sogar klug.

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4 Kommentare

  1. #1 | Anton Lehmann sagt am 12. September 2022 um 20:37 Uhr

    Endlich mal ein Artikel, der die impertinente Art von eurem Oberbauer Robin Patzwaldt mal korrekt einordnet und in die Schranken weist. Sein ständiges Dumm-Gelaber ist so wertvoll wie ein paar Sportsocken nach einem Marathonlauf: es stinkt einfach nur unangenehm!

  2. #2 | paule t. sagt am 13. September 2022 um 11:20 Uhr

    Interessante Internetdynamik:
    Leute ziehen sich von einer Plattform zurück, weil sie dort beleidigt werden.
    Leute, die diesen Rückzug verteidigen, beleidigen dafür andere Leute (@ #1+2).

  3. #3 | Helmut Junge sagt am 13. September 2022 um 11:51 Uhr

    @paule t. richtig. Nur scheint das wiederum dem Autoren dieses Artikels keine Kopfschmerzen zu machen, obwohl ich den Eindruck habe, dass er mit der von ihm zitierten Beleidigung durchaus Probleme hat. Das Leben ist eben kein Ponyhof.

  4. #4 | Walter Stach sagt am 13. September 2022 um 14:02 Uhr

    Helmut,
    den a- sozialen Medien wesensimmanent sind Häme, Hass, menschenverachtende Hetze.
    Wer meint, sich tagtäglich dort „tummeln“ zu müssen, weiß worauf er sich einläßt. nebst aller denkbaren Konsequenzen.
    Wie erklärt sich das Bedürfnis, trotzdem einen einschlägigen konkreten Vorfall aufzugreifen, zu kommentieren und darüber einen Meinungsstreit auszutragen?

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