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Debatte: Bundesligaspiele zukünftig passend für den asiatischen Markt ansetzen?

Das Stadion von Werder Bremen. Foto: Robin Patzwaldt

Das Stadion von Werder Bremen. Foto: Robin Patzwaldt

Neues Futter für diverse Grundsatzdebatten rund um die Fußball-Bundesliga: Mit seiner aktuellen Kolumne auf dem Internetportal Transfermarkt.de sorgt Werder Bremens Sportchef Thomas Eichin ganz aktuell für weitere emotionale Debatten über die Zukunft der Liga unter den Fußballfans im Lande.
Eichin regt dort nämlich u.a. ganz offen einen neuen Verteilungsschlüssel für die Fernseheinnahmen an. Der 48-Jährige ehemalige Eishockeymanager führt hierbei die Auslastung des Stadions, die Zahl der mitgebrachten Fans in Auswärtsstadien, die Zuschauerzahlen im TV, die Mitgliederzahlen, und „Sympathiewerte“ als mögliche zukünftige Richtwerte ins Feld.

Auch Thomas Eichin ist offenbar durch die jüngst bekannt gewordenen Zahlen aus dem neuen TV-Vermarktungsvertrag der englischen Premier League aufgeschreckt worden. Dieser sichert den 20 Erstligisten der englischen Liga ab 2016 für drei Jahre insgesamt 9,5 Milliarden Euro.
„Man muss klar sagen: Bei den Angeboten aus England werden wir zukünftig nicht mithalten können. Bereits in der Saison 2013/14 hat der Letzte der Premiere League, Cardiff City, beinahe doppelt so viel Geld aus dem nationalen TV-Vertrag erhalten wie der FC Bayern als Meister der Bundesliga.“, gibt der Werder-Funktionär zu bedenken.

Auch mit dem ein oder anderen alten No-Go der Bundesliga will er dafür offenbar inzwischen ggf. brechen: „Ein Spiel in der Mittagszeit pro Spieltag wäre für die Fans in Asien wichtig, der Montagabend ist seit dem Zweitliga-Spitzenspiel kein Tabu mehr.“
So neu sind diese Ansätze dabei im Grunde nicht. Jedoch werden sie inzwischen von immer mehr Vereins-Managern hierzulande auch ganz offen geäußert.

Doch auch die zu erwartende Kehrseite der Medaille für die Fans ist bereits deutlich zu erkennen. Inzwischen wurde nämlich auch bekannt, dass für Kunden des für die Premier League zuständigen Rechteinhabers ‚Sky‘ auf der Insel die Abo-Preise ab Sommer ganz erheblich ansteigen werden.

Ähnliche Szenarien lassen sich also auch für die Bundesliga vorrausahnen, wenn dieser Weg weitergegangen werden soll, wenn die Bundesligaclubs die sich aktuell auftuende finanzielle Lücke zukünftig wieder, zumindest ein gutes Stück weit, schließen wollen.

Auch die Eintrittspreise für Spiele in der Premier League liegen bekanntlich seit Jahren schon deutlich höher als die in der heimischen Bundesliga. Ein gefährliches Spiel also, auf das Eichin & Co. hier immer deutlicher und unverblümter zu setzen scheinen.

Doch wie sehen die Alternativen aus? Gibt es überhaupt welche? ‚Freiwillig‘ eine eher zweitklassige höchste Profiliga hierzulande betreiben? Wer will das schon?

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8 Kommentare zu “Debatte: Bundesligaspiele zukünftig passend für den asiatischen Markt ansetzen?

  • #1
    TuxDerPinguin

    man könnte argumentieren, dass in England mehr Zuschauer die Stadien besuchen als in Deutschland, weil man für bekannte Namen halt den Extrapreis bereit ist zu zahlen
    https://i.imgur.com/Fx8TghD.png

  • #2
    Martin Böttger

    Welche Liga ist noch mal genau „zweitklassig“? Doch wohl solche, die weder in der Champions- noch in der Europa-League ein Team unter den letzten 8 haben.
    Wer den Fußball mit Geld zuscheisst, bekommt am Ende auch nur …… genau!

  • #3
    Mirco

    Die absurd hohe Summe in England kam vor allem durch die Konkurrenz-Situation der beiden Bezahlsender BT und SKY sowie des uneinholbaren Vorsprungs in Sachen Auslandsvermarktung zustande.
    So viele Montags-/Sonntagmittagspiele kann die erste Liga gar nicht spielen, u. Da aufzuholen. Es kann allenfalls darum gehen, die Lücke zu England nicht allzu groß werden zu lassen.
    By the way, wer zahlt eigtl. die Spielergehälter, wenn eine oder beide der
    TV-Anstalten pleite geht?

  • #4
    Martin Böttger

    @3 Mirco: Sky gehört Rupert Murdoch. Der bestimmt nicht nur in Großbritannien die Regierungen, zumindest hat er seinerzeit Tony Blair persönlich ausgesucht, er besitzt auch die erfolgreichste und Tea-Party-nahe TV-Senderkette Fox in den USA. So lange der lebt, lange kann das allerdings nicht mehr dauern, gehen die nicht pleite. Was nach ihm an Erbfolgekriegen kommen wird, bleibt abzuwarten.
    Der TV-Rechtehändler Infront, ein Blatter-Nachfahre und Günter Netzer gehören dort zu den leitenden Angestellten, wurde gerade von einem chinesischen Milliardär gekauft. Vielleicht warten die, bis Murdoch die Lücke anbietet, und stossen dann nach. Die Partei in China hat wohl schon beschlossen, wann sie Weltmeister werden.
    Die Auswirkungen auf den Jugendfußball sind aktuell hier gut nachzulesen:
    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/talentreport-1-kampf-um-supertalente-des-fussballs-13400324.html

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Martin: Wobei mehr Geld in der Vereinskasse das Toreschiessen bzw. den sportlichen Erfolg ja im Regelfall schon erleichtert. Natürlich muss man das Geld dann auch klug investieren.

  • #6
    Thomas Weigle

    England hat einen Zuschauerdurchschnitt unter 37000, Deutschland einen solchen von über 43000. jedenfalls sagt das obiger Link unter#1 Auch die Zuschauerzahlen in der 2.Liga seien europaweit Spitze, jedenfalls meine ich das letzt auf Sport1 gehört zu haben.
    Die „Reisschüsseln“ wollen Weltmeister werden? Die gelbe Gefahr lauert also auch im Herrenfußball. Das muss nicht sein! Jogi hilf!!!

  • #7
    Klaus Lohmann

    @Thomas Weigle: Irgendwo letztens hab ich gehört, dass die Chinesen schon längst Yogi Löws Schwäbisch/Badisch-Code lernen. Damit könnten sie neben Weltmeister-werden auch der NSA ein Schnippchen schlagen: http://www.welt.de/satire/article129375390/NSA-verzweifelt-an-Joachim-Loews-Schwaebisch-Code.html

  • #8
    Thomas Weigle

    @ Klaus Lohmann Das mit der NSA ist genehmigt, dass die mögliche Abwerbung von Löw natürlich nicht. Gerade im Dortmunder Interesse, denn dann muss Klopp ran und das wird am Borsigplatz nicht unbedingt gefallen.

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