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Der BVB sollte wieder weniger Reden schwingen und lieber Taten sprechen lassen!

Das Stadion in Dortmund. Foto: Ulrike Märkel

Die Zeit der Bescheidenheit bei Borussia Dortmund scheint inzwischen endgültig vorbei zu sein. Gleich mehrere spektakuläre Neuverpflichtungen in den vergangenen Wochen sind ein deutliches Zeichen für die gestiegenen Ambitionen des Klubs.

Nachdem im Vorjahr ein zwischenzeitlicher Neun-Punkte-Vorsprung auf den FC Bayern im Endspurt der Spielzeit verspielt wurde, die Saison mit der Vizemeisterschaft endete, soll es in Zukunft auch einmal wieder zu mehr reichen. Das freut Fans in ganz Deutschland, ist die Fußball-Bundesliga nach den Serienmeisterschaften der Bayern seit dem Double der Dortmunder im Jahre 2012 doch meist ziemlich öde gewesen.

Ein Kampf um den Titel, so wie 2018/19 miterlebt, das ist ein deutlich wünschenswerterer Zustand für den BVB und die gesamte Liga. Dementsprechend werden nicht nur die Anhänger der Dortmunder darauf hoffen, dass die Verstärkungen des Kaders der Schwarz-Gelben dem Team zu der im Vorjahr noch vermissten Stabilität verhelfen.

Auffällig in der Entwicklung der Borussen ist neben der Transferoffensive jedoch noch ein weiterer Punkt, und der ist eher bedenklich: BVB-Akteure reden in letzter Zeit sehr gerne und viel öffentlich von Titeln und großen Zielen. Dabei sollten die Beteiligten besser erst einmal Taten sprechen lassen. Denn das ist in der Vergangenheit stets deutlich erfolgversprechender gewesen.

Als der BVB über den Jahreswechsel 2018 auf 2019 mit Vorsprung von der Tabellenspitze grüßte, da lag eine herausragende Vorrunde hinter ihm. Spiele der Dortmunder Kicker waren fast ausnahmslos ein optisches Vergnügen. Vielfach mit dem Glück des Tüchtigen im Bunde, gelang den Westfalen fast alles. Viele Spiele wurden spät gewonnen. Dass das nicht so weitergehen würde, das war eigentlich jedem Realisten schon damals klar. Das Thema Meisterschaft wurde von Spielern und Trainer Lucien Favre weitestgehend weggedrückt. Das klassische ‚von Spiel zu Spiel schauen‘ wurde zum Motto des Klubs.

Im Laufe der Rückrunde wurde dieses Vorgehen schrittweise aufgeweicht. Mit Ausnahme des Trainers sprachen plötzlich viele Beteiligte vom Titel. Grundsätzlich völlig zurecht, denn ein Tabellenführer kann streng genommen nur das Ziel Meisterschaft verfolgen. Alles andere wäre kaum zu vermitteln. Gut getan hat das den Darbietungen des jungen Teams der Schwarz-Gelben allerdings nicht. Immer mehr sportliche Ausrutscher stellten sich ein. In Nürnberg, in Augsburg, in Bremen, gegen Schalke. Die Liste wurde länger und länger. Am Ende wurde der Rekordmeister von der Isar zum siebten Mal hintereinander Deutscher Meister. Keine wirkliche Überraschung, aber in Dortmund doch als Enttäuschung wahrgenommen.

In dieser Sommerpause wird viel vom Titel geredet. Dabei hat die Saison noch nicht einmal angefangen. Das Auftaktprogramm des BVB in die neue Runde hat es durchaus in sich. Vielleicht sollte man im Lager der Borussen erst einmal wieder die Leistung auf dem Platz sprechen lassen, so wie im Vorjahr, bevor alle Interviews das Ziel Meisterschaft zum Inhalt haben.

Die Vergangenheit hat in jedem Falle gezeigt, dass etwas mehr Bescheidenheit dem BVB durchaus gut getan hat. Vom Reden ist jedenfalls noch keiner Meister geworden…

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