#1 | ke sagt am 19. Februar 2017 um 08:58 Uhr

Oberhausen hat deutlich gezeigt, wie es um die Integration in Deutschland steht.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, wie man in einem Deutschland leben kann und gleichzeitig für die sog. Verfassungsreform und für die Todesstrafe in der Türkei werben kann.

Auf den Bildern sind auch viele junge Menschen zu sehen, die vermutlich nie länger in der Türkei gelebt haben. Bei den Männern wird trotz vieler Türkeiflaggen auch gerne auf den Wehrdienst in der Türkei verzichtet. Das passt für mich nicht zusammen. Jeder braucht eine Heimat. Der Spagat mit Cherry Picking funktioniert nicht.

Wenn ich jetzt noch lese, dass Anhänger der Grünen und SPD dafür sind, dass alle hier lebenden auch unabhängig von der Staatsbürgerschaft hier wählen sollen, kann ich dies nicht nachvollziehen.

Es wird vermutlich nicht zu den erhofften Stimmzuwächsen bei der eigene Partei, sondern zur Gründung/Ausweitung neuer Parteien kommen. Die Wahlen im östlichen und südlichen Mittelmeerraum zeigen, dass Parteien aus dem sehr konservativen Spektrum gewählt werden.

Wer wählen will, benötigt aus meiner Sicht die Staatsbürgerschaft und hier bin auch gegen Mehrfachstaatsangehörigkeiten. Im Revier wissen wir, dass man sich selbst im Fußball für einen Club entscheiden kann.

Es ist gut, dass es auch hier zu Demonstrationen für Demokratie und Freiheit kam. Wir werden sehen, wie sich die Türkei weiter entwickelt. Wir in Deutschland wählten die Freiheit. Ich hatte lange das Gefühl, dass das auch für die Türkei und für die hier lebenden Menschen mit türkischen Familienhintergrund galt. Dem ist aber wohl nicht so, wie die Wahlergebnisse der hier lebenden türkischen Staatsangehörigen zeigen.