Der schwache Auftritt der DFB-Elf verwundert nicht – Die Überraschung darüber hingegen schon!

Das Stadion in Bremen. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es war ein weiteres enttäuschendes Spiel unter Bundestrainer Hansi Flick, das glückliche 3:3-Unentschieden der DFB Auswahl gegen die Ukraine am Montag in Bremen. Wirklich unerwartet kam das aber nicht.

Wer sich mit der Entwicklung der Deutschen Mannschaft in den vergangenen Monaten und der umstrittenen Terminwahl, nach dem Ende der laufenden Saison, auch nur ein paar Minuten beschäftigt hatte, der konnte von dem mauen Auftritt der Deutschen gegen einen international nicht erstklassigen Gegner, der zudem durch den Krieg in seinem Land nicht gerade in sportlicher Bestform sein kann, nicht überrascht sein.

Vor diesem Hintergrund waren eigentlich schon vor den jetzt angesetzten drei Länderspielen nach Saisonschluss alle nicht nominierten Kicker zu beglückwünschen, konnten diese sich doch nach den anstrengenden Monaten zuletzt schon vor Tagen in den wohlverdienten Urlaub begeben.

Alle vom Bundestrainer Berufenen stehen jetzt im Mittelpunkt der Kritik. So wie auch der Trainer, der es seit Beginn seiner Amtszeit noch immer nicht verstanden hat, den ‚Trümmerhaufen‘ den Vorgänger Joachim ‚Jogi‘ Löw hinterlassen hatte, etwas zu ordnen.

Immer noch kein Konzept, keine erkennbare Strategie. Beim DFB scheint sich seit der verpatzten Weltmeisterschaft 2018 in Russland nicht viel verbessert zu haben. Damals schied man als Titelverteidiger in der Vorrunde aus und blamierte sich vor den Augen der Fußballwelt bis auf die Knochen.

Der versprochene Neuaufbau wurde danach zunächst auf die lange Bank geschoben. Mehr Fan-Nähe, bessere fußballerische Auftritte, all das, was damals vom DFB in Aussicht gestellt wurde, wurde in der Realität nach hinten geschoben. Diskutiert wurde stattdessen über den Claim ‚Die Mannschaft‘. Viel mehr passierte erst einmal nicht.

Inzwischen hat sich rund um die Nationalmannschaft sehr viel verändert. Zumindest personell. Hansi Flick sollte den Erfolg, den er einst als Vereinstrainer beim FC Bayern München, auf die DFB-Auswahl übertragen. Das klappte nicht. Auch er scheiterte bei der WM in Katar in der Vorrunde.

Flick durfte danach, wie zunächst auch sein Vorgänger Löw, trotzdem weitermachen. Stattdessen wurde der umstrittene Manager Oliver Bierhoff von seinen Aufgaben entbunden. Dessen Nachfolger Rudi Völler versprühte zwar aufgrund seines Namens schon deutlich mehr Sympathie als Vorgänger Bierhoff, doch für einen echten Neuanfang stand er eben auch nicht.

Dementsprechend schlecht ist jetzt die Stimmung bei den Fans im Lande, rund ein Jahr vor Beginn der Heim-EM im kommenden Sommer in Deutschland. Auch medial ist das Entsetzen über den Stand der Dinge rund um die Nationalmannschaft riesig.

Wer heute einmal ein paar Minuten durch das Internet surft, der findet eigentlich nur Verrisse und Gemecker, wenn es um das Thema DFB-Elf geht. Das wundert nach den Ereignissen der vergangenen Monate nicht. Was hingegen verwundert, das ist die dabei geäußerte Überraschung über den traurigen Zustand der DFB-Elf. Denn das planlose Verhalten der vergangenen Jahre ließ eigentlich gar nichts anderes erwarten…

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