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Deutsche Bahn: Schwarzfahrerzuschlag trotz gekaufter Tickets

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Marcus Gloria Foto:Engels Krämer

Es gibt viele gute Gründe, die Bahn zu meiden: Mitmenschen, Bahnhöfe und Züge sind die offensichtlichsten. Aber es gibt noch zwei weitere Gründe: Das Unternehmen Deutsche Bahn und seine Mitarbeiter. Der Chef des Festivals Bochum Total, Marcus Gloria, ist mit seiner Tochter und ihrem Freund nach Berlin gefahren. Lest, was ihm passiert ist:

gloria

Sorry Bahn, das geht nicht. 440 Euro sind zu viel für so ein Missverständnis.  Zurück nach Bochum für Gloria mit dem Auto. Mietwagen 59 Euro, einmal getankt und er konnte sogar die Musik hören die er wollte und wurde nicht von Fremden genervt.

Update: Unser Leser Tobias Huch hat die Bahn mit der Geschichte von Marcus konfrontiert. Das Verkehrsunternehmen reagierte unsportlich:

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40 Kommentare zu “Deutsche Bahn: Schwarzfahrerzuschlag trotz gekaufter Tickets

  • #1
    Benjamin

    Sorry, aber wenn ich 3 Flugtickets auf meinen Namen kaufe und den Sparpreis verwende, dann kann auch nur ich mitfliegen und die zwei anderen müssen den Normalpreis am Flughafen lösen, wenn sie doch mitkommen möchten. Wo ist das Problem? Aber Bahnbashing ist ja bei manch einem modern.

  • #2
    Andy

    Jeder Bahnmitarbeiter freut sich besinnungslos, wenn er/sie das kleine bisschen Macht über andere Menschen endlich anwenden kann. Gibt’s aber auch in anderen Berufen in denen es stets nach Fahrplan gehen muss. Schornsteinfegermeister drohen zum Beispiel mit Sperrung der Heizung wenn man nicht auf ihre Terminvorschläge eingeht, Kinderreisepass bekommt man nicht, wenn die Mitarbeiterin trotz Vollmacht und Einverständniserklärung der Mutter auf dem Nachweis des Sorgerechts des Vaters besteht. Falls mal ein Flüchtling fragt, das ist Deutsch.

  • #3
    Rambow

    Nun ja, da ist auf der einen Seite sicherlich die mangelnde Kulanz des Zugbegleiters. Die mag etwas ärgerlich sein. Da ist auf der anderen Seite aber natürlich auch die Unfähigkeit des Kunden, die entsprechenden Bedingungen beim Ticketkauf und der Reservierung zu beachten.
    Sicherlich gibt es viele Gründe, die Bahn zu kritisieren….."Mitmenschen, Bahnhöfe und Züge" disqualifiziert in seiner Undifferenziertheit den Artikel leider sofort als dumpfestes Bahnbashing.

  • #4
  • #5
    Holger

    Wenn ich mir 3 Tickets für die gleiche Fahrt auf meinen Namen personalisieren lasse, dann kommen mir doch spätestens beim dritten Zweifel und ich guck nochmal extra genau hin.

    Natürlich hätte der Bahnmitarbeiter sich kulant zeigen können. Diese Kulanz kann ich dann aber auch von Bochum total erwarten, wenn man mich mit meinen Glasflaschen nicht aufs Gelände lassen will.

    Und der einzige Skandal an der ganzen Geschichte ist in meinen Augen der Preis den die Bahn für eine Fahrt nach Berkun verlangt. Aber das ist ja nichts neues.

  • #6
    Robin Patzwaldt

    Personalisierte Tickets sind eben genau deshalb personalisiert. Ist doch irgendwie logisch. Natürlich hätte man hier vielleicht auf die Kulanz des Bahnmitarbeiters hoffen können. Doch sich darauf verlassen bzw. verlangen kann und darf man diese eben nicht. Sicherlich bedauerlich, aber letztendlich klares Eigenverschulden des Bahnkunden, würde ich sagen.

  • #7
    hdd7

    Ich bin zurzeit selber in ähnlicher Form bei einem Bahnunternehmen beschäftigt, während unserer Ausbildung wurde uns auch der Tipp gegeben, Augenmaß zu beweisen.
    Ich hätte den Fahrgast auf seinen Fehler aufmerksam gemacht, aber ein EBV hätte ich ihm nicht in Rechnung gestellt, selbst wenn es vielleicht hier in diesem Fall die Schuld des Fahrgastes war. Man muss auch mal 5 grade sein lassen!
    Aber es gibt auch sicherlich Leute die in einer solchen Situation ihre Macht schön auskosten und es regelrecht genießen wenn sie Fahrgästen "mal eines auswischen können". Selbige sind dann aber im Verspätungsfall oder bei Unregelmässigkeiten für die Fahrgäste nicht erreichbar und verstecken sich irgendwo…

  • #8
  • #9
    Puck

    Ganz abgesehen von dem konkreten Fall muß man bei der Bewertung der Bahn zwei Dinge auseinander halten: Da ist zum einen die "Service"-Politik und Preisgestaltung der Bahn, die darauf hinauslaufen daß man zum Preis von New York den Service von Nordkorea bekommt – und die Mitarbeiter vor Ort, die nach meiner Erfahrung sehr hilfsbereit und kulant sind und die vermutlich oft genug zu Unrecht die an sich berechtigte Wut der Kunden schlucken müssen.

    Vor kurzem habe ich erlebt, daß in der Bahn ein Flüchtling mit dem falschen Ticket unterwegs war. Der Kontrolleur hat ihm lang und breit erklärt was er falsch gemacht hat und wie er es das nächste Mal richtig macht – aber er hat kein Strafticket ausgestellt.
    Fand ich sehr okay.

  • #10
    Robin Patzwaldt

    @Puck: Das undurchsichtige Preissystem finde ich sehr bedenklich. Hat was von Lotto, welchen Preis man für eine Fahrt zahlt. Das macht das Angebot der Bahn nicht gerade vertrauenswürdiger, wie ich finde. Der Service ist für mich gar nicht so entscheidend. Ich will einen guten Preis für eine Beförderung. Und den bekomme ich nur selten, wenn ich ihn wirklich mal brauche. Daher fahre ich persönlich letztendlich dann auch kaum Bahn… Glücklich ist, wer ein Auto hat. Im Regelfall zumindest. Bahn ist die schlechte Alternative zum Individualverkehr. Und daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern.

  • #11
    Pulpo

    Na ja , nur weil man Gloria heißt und nicht lesen kann ist die Bahn ja nicht gleich scheiße. Das eigentlich Problem und den Aufriss denn der geknickte Herr gerade macht ist ja die gekränkte Unternehmer- Ehre. Aber der Schaffner steht nun mal nicht auf der Payroll des ach so erfolgreichen Herrn Gloria und hat einfach seinen Job gemacht. Ach, ich liebe es wenn Millionäre flennen !

  • #12
    Thomas Ganskow

    Die Geschichte kommt mir bekannt vor. Von Straßenbahnkontrolleuren in Hannover. Wobei, auch dort gibt es sicher solche und solche. Nur dass die, die kulant sind, nie in die Zeitung kommen, die anderen in schön-schauriger Regelmäßigkeit.

    Das eigentliche Problem ist aber hier wie dort ein anderes. Den ganzen Tarifwirrwar kann kaum jemand – und schon gar nicht der Gelegenheitsnutzer – auseinander halten. Von daher wäre die einfachste Lösung, den öffentlichen Personenverkehr komplett über Steuern oder Abgaben finanzieren zu lassen. Dann kann jeder wann und wo immer er will ein- und aussteigen. Ohne sich Gedanken über die richtige Fahrkarte zu machen. Und es wäre auch nur gerecht. Denn es geht um öffentliche Infrastruktur, die ohnehin schon jetzt zu einem guten Teil aus Steuergeldern finanziert wird. Auch von denen, die das System überhaupt nicht nutzen.

  • #13
    Michael

    Als ich noch mit der Bahn zur Arbeit gefahren bin gab es da auch einen Schaffner … der hatte morgens für die Pendler immer ein paar Sprüche die er durch Mikro brachte. Lockerte die Fahrt immer sehr auf. Irgendwann war er nicht mehr da … Einige Zeit später tauchte er wieder auf … ohne Sprüche … wir haben ihn angesprochen und er meinte, er habe einen Tadel erhalten, weil sich jemand über seine lockere Art ebschwert habe.
    Wundert es da, wenn der Mitarbeiter vor Ort die Buchstaben der Vorschrift 100% auslegt ?

  • #14
    Clemens

    Sicher ärgerlich dieser unangebrachte Mangel an Kulanz, insofern gebe ich dem Verfasser recht. Aber Engstirnigkeit bis hin gar zur dumpf-brutalen Bräsigkeit trifft man auch und insbesondere auf der Autostraße, und wegen der tonnenschweren Kisten mit hoher kinetischer Energie sind die sich dort bewegenden Zeitgenossen gefährlicher als die, welche man in der Bahn leider erdulden muss.

    Autofahren wie es praktizert wird ist asozial, da mag es noch so schön sein in der dieselpfurzenden Dreckskiste. Ein kultivierter Mensch in einem Ballungszentrum wird das nicht anders sehen. Punkt.

  • #15
    Jan

    Den Fehler, den Marcus Gloria gemacht hat, kommt bei der Bahn sicherlich nicht selten vor. Da liegt es eben im Auge des Zugbegleiters, zu entscheiden, wie zu reagieren ist. Das Leben eines Zugbegleiters besteht leider nun daraus, sich tagtäglich faule Ausreden anhören zu müssen und dann abzuwägen, ob dieser Aussage Glauben geschenkt werden soll oder nicht. Bei aller Liebe zur Deutschen Bahn, da muss man eben mal ein oder auch zwei Augen zukneifen und eventuell die Möglichkeit einschränken, für ein und dieselbe Fahrt mehrere personalisierte Tickets zu bestellen. Technisch wäre es sicherlich möglich, aber das nur am Rande.

    Skandalös halte ich die Antwort der DB. Sich als offenes Unternehmen zu bewerben und Kritik im kleinsten Sinne nicht wahrnehmen zu wollen ist ein Zeichen dafür, das in diesem Konzern längst nicht mehr alles Rund läuft. Vor allem Journalisten (ich bin selbst einer) so abzuservieren und – mit Verlaub – in die Ecke zu stellen gehört nicht in die Firmenpolitik eines Global Players.

    In diesem Falle sollte eigentlich bei der DB das Konzeptpapier Schadensbegrenzung ausgepackt werden. Doch das will man sich nicht leisten (können).

  • #16
    TuxDerPinguin

    Zum Glück verliert die Deutsche Bahn immer öfter Ausschreibungen. Mit der privaten Konkurrenz fahr ich viel lieber.

  • #17
    himynameis

    Das wundert mich… seit wann gibt es im Fernverkehr denn "Schwarzfahren"? Man zahlt halt ein paar Euro mehr fürs Nachlösen, den sog. "Bordzuschlag" von 10(?) €. Das wären dann ca. 220 € insgesamt gewesen. Hätte man durch Bahncard-Kauf noch drücken können. Hier wurde aber offenbar das doppelte verlangt. Ich frage mich, ob der Schaffner die Situation (oder das Verhalten von Herrn Gloria) so ausgelegt hat/auslegen konnte, dass die Betroffenen sich der Fahrkartenkontrolle entziehen wollten und ob er auf der Basis die 440 € verlangt hat.

  • #18
    Gerd

    Mal abgesehen davon, dass Herr Gloria hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Vorgang "verkürzt" wiedergibt. (siehe #17)

    Hat Pegida sich aufgelöst? Sind die Nazis aus Dorstfeld Weg? Ist Seven Lau wieder Christ und warnt vor den Gefahren des Islam? Werden Heilpraktiker vorboten?

    https://www.bahn.de/p/view/service/buchung/onlineticket.shtml

    "Buchen für Dritte

    Geben Sie im Verlauf der Buchung die persönlichen Daten des Reisenden an, dieser muss sich dann im Zug ausweisen können. Die Zahlungsdaten bleiben Ihre eigenen."

  • #19
    F.h.

    1. Sehr polemisch
    2. Fehler der Fahrgäste auf den Schaffner schieben
    3. als Unternehmer sollte er selber doch genauso darauf schauen das seine Mitarbeiter auch das machen was er möchte? Sonst werden demnächst nur noch 10 Tickets bei 5000besucher verkauft, weil es sich rum spricht, das die ja so kulant sind und personalisierte Tickets auch für andere Namen anerkennen….
    4. die 440€ kommen sicher deshalb zustande, weil bei nicht bezahlen vor Ort (bar / KK) der doppelte Fahrpreis als Rechnung nach Hause geht.

    5. und GANZ frech/dreist, finde ich den Screenshot als update.
    Hier sollte man vielleicht die ganzen 12 facebook Beiträge wie dieser Satz zustande kam abbilden…
    Die DB diskutiert fröhlich und lässt auch vieles (sehr kritisch wenn nicht beleidigend)zu, ausser:
    Unter anderen Beiträgen mit links dritter kommentieren.
    Und das ist egal ob das ne hilfeseite, spam, Werbung oder sonst was ist….
    Und darauf wurde hingewiesen, und NUR DIESER LINK gelöscht…
    Auf der FB gibt es einige antworten zu dem Fall, die alle nicht gelöscht wurden….

    Bahnbashing vom feinsten mit selbst gemachten Fehler von billigtickets bei denen man die Konditionen nicht liest/sich informiert und es ordentlich macht….

    Kein Mitleid meinerseits…

    Und das obwohl ich auch schon öfter mit spartickets nen Flug/Zug nicht gekriegt habe und deftig nach lösen durfte (egal bei welchem unternehmen)

  • #20
    Klaus Lohmann

    Hoffentlich verfasst Marcus Gloria jetzt nicht auch noch gutgemeinte Ratschläge für Bahnbedienstete, so was in der Art ging ihm ja schon mal gründlich in die Hose (http://www.derwesten.de/staedte/bochum/rassismus-vorwuerfe-gegen-bochum-total-veranstalter-id12007267.html)…

  • #21
    Jörn Bialek

    Wenn die Bahn schon so einen Schwachsinn wie personalisierte Tickets anfängt – warum kann man dann überhaupt in EINER BUCHUNG DREI TICKETS AUF DENSELBEN NAMEN für DENSELBEN Zug kaufen?????? Für die gespaltenen Persönlichkeiten????

  • #22
    Martin Kaysh

    Fassen wir die Reaktionen hier mal zusammen:
    Marcus, sobald ein Kontrolberechtigter das Abteil betritt, hast Du aufzuspringen, dne Körper Richtung Gang auszurichten und die gültigen Fahrausweise in der rechten Hand leicht vor dem Körper zu halten. Der Winkel Unterarm/Oberarm hat dabei etwa 90 Grad zu betragen. Auf Anforderung ist nachzuweisen, auf welche Weise der Fahrausweis erworben wurde. Ebenso ist auf Frage des Kontrollbelrechtigten nachzuweisen aus welchen Quellen die finanziellen Mittel stammten, mit denen der Fahrausweis erworben wurde, das ggf. bis in die dritte Generation.
    Merke, du bist erst ein guter Bahnkunde mit einem Bachelor in Bahnkunde.
    Einfach einsteigen, fahren und verspätet ankommen kann ja jeder.
    *Im übrigen bin ich ein absoluter Bahnfan.

  • #23
    Jo Frank

    Wieso muß die Bahn unbedingt die Nachteile von Flügen nachbauen? Personalisierte Tickets, Zugbindung, Großraumwagen?

  • #24
    Gast

    Unterhaltsam, wenn sich Möchtegerne nackig machen.
    Für diesen endet die Welt eben am sehr niedrigen, näheren Horizont.

  • #25
    Olaf Mertens

    Klar. Man kann sagen: Personalisierte Tickets, da hätte man beim dritten auf den selben Namen was merken können. Das gilt jetzt aber auch für den Verkäufer, denn es sind ja auch datierte Tickets und ein Mensch kann nun mal an einem Datum zu einer Uhrzeit nur einmal in einem bestimmten Zug sein. Warum ihm also 3 Tickets für dieses Ereignis andrehen? Wenn die Leute bei der Bahn nun so dringend alle Namen der Zuginsassen wissen wollen – wozu auch immer – dann können sie in dem Fall ja vielleicht einfach höflich nachfragen wie denn die beiden anderen Reisenden bitteschön heißen und das nachtragen. Dann hätte ja auch alles wieder seine Ordnung. Wer drei Fahrkarten verkauft muss drei Leute mitnehmen.

  • #26
    himynameis

    Zu den personalisierten Tickets scheint es etwas Verwirrung zu geben (s. 21, 25). Herr Gloria hatte nicht ein Ticket für drei Reisende gekauft, sondern drei Tickets für einen. Die hat er dann alle einzeln und nacheinander auf sich personalisiert. Die Personalisierung erfolgt, um Missbrauch zu verhindern. Beispiel für so einen Missbrauch wäre, dass jemand ein paar Lidl-Tickets für 25€ kauft, auf seinen Namen personalisiert und im Anschluss am Bahnsteig verhökert.

    Wäre es ein einzelnes Ticket für drei Leute gewesen (also nicht aus der Lidl-Aktion), wäre die Sache kein Problem gewesen und Herr Gloria hätte die beiden mitnehmen können (auch, ohne deren Namen anzugeben). Hier würde o.g. Missbrauchsszenario allerdings auch funktionieren, deshalb hätte der Schaffner auch ruhig beide Augen zudrücken können. Das muss er aber auch wollen, und ich kann mir auf Basis des Facebookposts vorstellen, dass Herr Gloria eher konfrontativ war (weiß es aber natürlich nicht).

    Bei der Buchung eines Tickets wird ganz einfach nicht überprüft, ob es schon Reisende mit dem Namen gibt. So viel Eigenverantwortung wird den Kunden wohl doch zugemutet, zumal es ja denkbar ist, dass in einem ICE zwei Leute mit demselben Namen sitzen.

  • #27
    Klaus Lohmann

    @Jörn Bialek: Sie kaufen keine drei Tickets, sondern nur Gutscheine dafür, die dann online bei der Bahn in echte Tickets umgewandelt und – eben – dabei personalisiert werden müssen. Die Personalisierung ist für die Bahn die Methode der Wahl, um Betrug z.B. durch mehrfaches Ausdrucken und Benutzen von Online-Tickets später strafrechtlich verfolgen zu können. Es gäbe sicherlich auch andere Lösungen, aber der Anbieter ist der Chef im Ring, wenn es um organisations- und marketingtechnische Umsetzung geht. Niemand wird in DE mit vorgehaltener Waffe oder Androhung von Haftstrafen gezwungen, die Bahn zu nutzen.

  • #28
    Dieter Funker

    In diesem Fall scheint die Personalisierung der Ticket wichtig zu sein. Wo zieht man die Kulanzgrenze? Beim lieben, tattrigen Rentnerpärchen? Vielleicht.
    Aber habe ich Mittleid mit einem gestandenen Geschäftsmann der "Erfahrung als Event und Großveranstalter in über 25 Jahren" hat und offensichtlich nicht in der Lage ist sich die Bedingungen eines Kaufvertrages durchzulesen? Eher nicht.

    Es gibt verrücktere Sachen bei der Bahn über die man sich aufregen sollte.

  • #29
    Carsten Neumann

    Ein Kunde hat einen Fehler beim Erwerb personalisierter Tickets gemacht. Er hat aber die vollen Fahrpreise für drei Personen bezahlt. Er hat also die Bahn nicht geschädigt oder betrogen. Dass unerfahrene Kunden Fehler machen, kommt vor. Hier hätte man vom Schaffner Kulanz erwarten können. Sein Verhalten wirkt schikanös und kundenfeindlich. Auf diese Weise vergrault die Bahn ihre Kunden und schneidet sich letztlich ins eigene Fleisch.

  • #30
    _Flin_

    Ich musste 550.- € für die Abofalle namens Bahncard zahlen, die mein vorheriger Arbeitgeber für mich abgeschlossen hatte. Die Deutsche Bahn ist der mieseste Laden den es gibt und ich hoffe sie gehen pleite.

  • #31
    Willi

    Ja, die Deutsche Bahn ist insgesamt ein sehr fragwürdiges privates Unternehmen, welches zu 100 Prozent der BRD gehört.
    Deren Preisgestaltung hat durchaus auch etwas von Lotto spielen.
    Sobald man nicht alleine reist, ist die Bahn teurer als ein normales Auto.
    Und dennoch, es kommt immer darauf an, wie man mit Menschen umgeht, denn ja, es sind auch nur Menschen, die bei der Bahn arbeiten (müssen).
    Etwas Demut, einen Fehler gemacht zu haben, könnten schon mal Wunder wirken.
    Das liegt nicht jedem und deshalb kann man dann auch schon mal für seine arrogante Haltung zur Kasse gebeten werden. Ob es in diesem Fall so war kann ich natürlich nicht beurteilen, aber einseitige Berichte lassen diesen Raum eben offen.

  • #32
    W

    Keine drei Wochen her:

    1. Teil: Freitag gegen 20.00 Uhr – Email einer Euro-Fluggesellschaft: "Ihr Flug morgen 06.45 Uhr ist annuliert – wir bedauern Ihre Unannehmlichkeiten" – nächster Ersatzflug nach einer halben Stunde Recherche hierüber und über andere Fluggesellschaften: am Sonntag Nachmittag…

    2. Teil: Aber es gibt ja die Bahn, denke ich – und eine Bahncard habe ich auch noch – aber leider die Zugangsdaten für die online-Buchung im Büro, wo ich sie regelmäßig brauche; Freitag um acht bin ich aber nicht mehr dort, vor allem, wenn ich eigentlich um 5 Uhr am nächsten Morgen zum Flughafen aufbrechen soll…
    Aber es gibt ja auch noch ein weiteres Mitglied im Haushalt, das auch noch seine Zugangsdaten hat – mit Kreditkartendaten, also denke ich: Kein Problem!

    3. Teil: Also buche ich darüber – ich muss zugeben, das ist nicht so ganz einfach, das mit der "anderen Person". Denn ich gebe da zwar meinen Namen ein, aber das wurde bei mir zwar "geschluckt", danach aber schlicht ignoriert: die Bestätigung und Fahrkarte lautete trotzdem auf den Account-Inhaber. Als "Ausweispapier" für die Individualisierung konnte ich aber immerhin meine Bahncardnummer eingeben, die auch akzeptiert wurde – nun zum anderen Account und Namen.

    Mit den Alternativflugsuchen, der Frage, wie reagieren, wenn mich das System zwar als anderen Fahrkarteninhaber aufnimmt, aber nicht so ausspuckt, und was tun – etwa noch einmal anfangen oder gegen 22.00 Uhr sich in die Warteschleife einer Hotline einreihen, kommt so langsam das Schlafbedürfnis hoch, und schließlich bin ich morgen mit der Bahn etwa fünf mal so lang wie mit dem Flieger unterwegs.

    Ich beschließe also, es "darauf ankommen" zu lassen – vielleicht ist die Bahn ja nicht unglücklich darüber, eine Fahrgast mehr zu haben als ohne Flugausfall…

    4. Und, oh Wunder: die erste Kontrolle, und der Code-Leser erkennt den QR-Code auf dem Handy locker aus einem halben Meter Entfernung und die Bahncard wird aktzeptiert. Dass der Name nicht zum Geschlecht passt, ist erfreulicherweise egal – bislang brauchen ja auch beide keine unterschiedlichen Sitzplätze.

    5. Was hätte ich wohl gemacht, wenn ich einem Mitarbeiter im Zug hätte erklären müssen, dass ich bei den 14 Schritten zur Buchung entweder das Häkchen auf Seite 8 übersehen oder womöglich gar ein Fehler im Buchungssystem bestanden hätte? Nein, eigentlich war es ja so, dass ich nur in Begleitung mit dem Account-Inhaber hätte fahren dürfen, weshalb der Begleiter ignoriert wurde (aber dessen Bahncard nicht?). Oder wie war das noch?

    Wahrscheinlich wäre das noch schwieriger zu erklären gewesen, als den hiesigen Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass man statt 3 Sitzplätzen für sich selbst normalerweise einen Liegewagenplatz bucht, weil man ja auch nur zwei Plätze nebeneinander liegen kann – rein technisch gesehen heutzutage…

    6. Der Witz ist ja eigentlich, dass das alles daher rührt, dass man seine Karte nicht mehr bei einem Mitarbeiter kauft: Entweder würde der sich nämlich damit auskennen, weil er das jeden Tag einige Stunden macht, oder ein Fehler würde halt an ihm (und damit der Bahn selbst) hängen bleiben.

    Statt dessen ist inzwischen der Kunde dafür verantwortlich, dass er seinen Datensatz fehlerfrei analog abliefert – und wird selbst für nachvollziehbare Fehler in diesem Bereich heftig zur Kasse gebeten.

    Und die meisten außen herum merken noch nicht einmal, was da – nicht nur bei der Bahn – mit ihnen gemacht wird, und echauffieren sich sogar noch darüber, wie "blöd" die Leute doch sein müssen, wenn sie nicht einmal ihre Daten korrekt abgeben können (wie die tollen "Schlaumeier" hier…).

    Und eines Tages sind wir dann ja auch noch selber schuld, wenn wir gar nicht mehr Bahn fahren dürfen, denn wir haben ja alle irgendwann einmal einen Fehler gemacht – und damit "Leistungen erschlichen", und deshalb rechtlich sehr ordnungsgemäß von weiteren Beförderungen ausgeschlossen.

    Keep smiling.

  • #33
    Daniel

    Klar hätte man vorher die AGBs mal lesen sollen, grade bei einem Lidl-Angebot. Aber die Reaktion des Bahnmenschen war schon etwas übertrieben…

    Aber hier mal eine schöne Geschichte über einen sehr kulanten Bahnmitarbeiter:

    Mitten in der Nacht hetze ich mal wieder schnell durch den Essener Hbf um noch den letzten Zug zu ergattern. Zum Glück stand der noch am Gleis, der Schaffner wollte grade die Türen schließen, wartet aber auf mich. Ich springe rein und stelle dann fest, dass ich vergessen habe ein Ticket zu ziehen (hatte bis wenige Tage vorher noch ein Studententicket). Also spreche ich den Schaffner an und sage ich benötige noch ein Ticket, konnte keines ziehen, weil ich zu spät am Bahnhof war und den letzten Zug nicht verpassen wollte usw.
    Der Schaffner sagt, eigentlich dürfe er mir kein Ticket im Zug geben, wegen den Vorschriften, aber er fand meine Ehrlichkeit super und gibt mir trotzdem eins. Außerdem durfte ich noch in der ersten Klasse fahren, wo wir uns noch eine weile unterhalten.
    Nebenbei wollte mich noch ein freundlicher Mitfahrer auf seinem Ticket mitnehmen, als er von meinem Gespräch mit dem Schaffner mithörte (was sich ja erübrigte). Aber soviel zum Thema Bahnmitarbeiter und Mitmenschen. Es geht auch anders…

  • #34
    nerdbuster

    Wenn man Kulanz nicht als reines Wohlwollen, sondern als Kunden- und Lösungsorientiertes Handeln sieht, dann hat der Mitarbeiter der DB im Vergleich zu Herrn Gloria hier den größeren Fehler begangen – Punkt.
    Meine Erfahrung zeigt, dass es bei der DB bzgl. der Behandlung von Problemfällen offensichtlich keine einheitliche Linie gibt: finde ich frag- und verbesserungswürdig…

  • #35
    J

    Im übrigen haben Lidl-Tickets auch keine Zugbindung. 3 auf sich selbst personalisierte Tickets sind zwar ungewöhnlich, aber denkbar, weil es möglich ist, mehrfach an einem Tag hin und her zu fahren.
    Kurz: Herr Gloria hat einen Fehler gemacht, ein Zugbegleiter war nicht kulant, und anstatt sich an die Schlichtungsstelle zu wenden poltert er stumpf herum. Das motiviert dann Tobias Huch, sich ebenfalls über die Bahn zu beschweren, die alles toleriert, außer eben Links zu externen Seiten. Und das motiviert dann Stefan Laurin noch zu einem überflüssigen Post bei Ruhrbarone und mich dazu, den ganzen Mist auch noch zusammenzufassen.
    Offensichtlich haben wir alle keine wirklichen Probleme.

  • #36
    Robert B.

    Ein falsches Ticket ist genau so wie gar kein Ticket 🎫
    Wenn ich als Erwachsener ein Ticket für Kinder kaufe, habe ich zwar ein Ticket, aber eben das Falsche. Ganz einfach

  • #37
    Marcus gloria

    Also zu einigen Post nochmal ein erklärender Hinweis: von Bahnbashing keine Spur. Beim Buchungsvorgang wird an keiner Stelle auf die Pflicht zur Personalisierung hingewiesen. Steht auch nicht auf dem Ticket oder dem LIDl Flyer. Eigentlich steht es nirgendwo und es geht auch nicht im Buchungsvorgang wenn man einen Bahnaccount hat. Ich habe das erst durch den Schaffner erfahren und da wars ja dann zu spät. Ich rate jedem das mal selbst auszuprobieren.

  • #38
    Klaus Lohmann

    @#37:

    "Das Lidl DB-Ticket"
    https://www.bahn.de/p/view/angebot/aktionsangebote/lidl.shtml
    ->
    "Informationen zur Buchung" -> Online-Ticket
    https://www.bahn.de/p/view/service/buchung/onlineticket.shtml?dbkanal_007=L01_S01_D001_KIN0014_footer_global_onlineticket_LZ01
    ->
    "Konditionen"
    ->
    "Buchen für Dritte":
    "Wenn Sie ein Online-Ticket für einen Freund oder ein Familienmitglied buchen möchten, müssen Sie angemeldeter bahn.de Kunde sein. Alternativ können Sie sich im Buchungsverlauf erstmalig registrieren.
    Geben Sie im Verlauf der Buchung die persönlichen Daten des Reisenden an, dieser muss sich dann im Zug ausweisen können. Die Zahlungsdaten bleiben Ihre eigenen."
    und
    "Persönliches Ticket":
    "Online-Tickets sind nicht übertragbar und gelten nur für den bei der Buchung angegebenen Reisenden (ggf. mit Mitfahrern)."

    Steht alles da.

  • #39
  • #40
    Thomas Ganskow

    Guckt doch mal, was die Zeit recherchiert hat. Und dann überlegt nochmal, woran wohl die hohe zu zahlende Summe gelegen hat.

    http://www.zeit.de/2016/41/deutsche-bahn-verspaetung-wagenreihungen-mysterien/seite-4

    ZEIT: Es gibt bei der Deutschen Bahn für die Zugbegleiter ein sogenanntes Anreizprogramm. Was bitte ist das genau?

    Zugbegleiterin: Das sind Vorgaben für die Zugbegleiter – wenn man sie schafft, bekommt man einen Zuschlag aufs Gehalt. Zum Beispiel gibt es Kennziffern, wie viel Euro man durch den Fahrkartenverkauf an Bord einnehmen soll. Aber wenn jeder schon mit einer ordentlichen Fahrkarte drinsitzt, was soll ich da verkaufen?

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