Die Grünen, das Gas und die Straße von Hormus

Straße von Hormus Foto: Envisat satellite Lizenz: CC BY-SA 3.0 igo


Die Grünen nutzen jede Gelegenheit, um die Energieversorgung Deutschlands zu ruinieren.

Dem legendären britischen Premier Winston Churchill wird das Zitat „Never let a good crisis go to waste“ (Verschwende keine Krise) zugeschrieben, und die Grünen scheinen sich daran zu halten. Nachdem Israel und die USA begonnen haben, das islamische Terrorregime der Mullahs im Iran in Grund und Boden zu bomben, bedrohen die Revolutionsgarden die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Viele Gas- und Öltanker, zum Beispiel aus Katar, befahren sie nun nicht mehr, die Preise steigen. Wie lang dieser Zustand anhält, wird sich zeigen. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Tanker von der Navy schützen zu lassen, die iranische Marine liegt ohnehin schon zum größten Teil auf dem Meeresgrund.

Die Grünen nutzen die Gelegenheit, die Bundesregierung und ihre pragmatische Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) anzugreifen, weil sie bei der Energieversorgung Deutschlands auf Gas setzen. Grünen-Chef Felix Banaszak fordert nach Beratungen des Bundesvorstands, Deutschland müsse sich energiepolitisch unabhängig machen, und fordert einen Ausbau der erneuerbaren Energien. Und Patrick Graichen (Grüne), der 2022, als er noch Staatssekretär in Robert Habecks (Grüne) Wirtschaftsministerium war, schulterzuckend wegen der Energiewende den Verlust von 500.000 Arbeitsplätzen in Kauf nahm, postet auf X:

Als er noch im Amt war, sprach sich Graichen noch für dieGasnutzung aus. Dem Klimareporter sagte er im Januar 2022: „Für den Wind- und Solar-Ausbau werden wir gewaltige Anstrengungen unternehmen. Um die Kohlekraftwerke abzulösen, brauchen wir aber auch einige Backup-Kraftwerke, die zunächst mit Gas und später mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Sie springen dann ein, wenn Windräder und Solaranlagen nicht genug Strom liefern.“

Um Gas aus Katar zu bekommen, fuhr Habeck 2022 nach Beginn des Ukrainekriegs an den Golf, denn es galt, den Wegfall des russischen Erdgases aufzufangen. Habeck wollte auch 50 neue Gaskraftwerke bauen, denn selbst ihm war klar, dass man ein Industrieland nicht allein von launischen Energiequellen wie Sonne und Wind abhängig machen kann. Und weil am Ausstieg aus der Kohle ebenso wie am Ende der CO2-neutralen Kernkraft nicht gerüttelt werden durfte, reiste er nach Katar, das bis heute keine große Rolle bei der Versorgung Deutschlands spielt.

Aber nicht nur Kohle und Kernkraft waren und sind für die Grünen tabu, auch in Deutschland wollen sie kein Gas fördern. Ricarda Lang, damals Parteivorsitzende der Grünen und heute inoffizielle Humorbeauftragte der Partei, antwortete im November 2022 in einem Interview mit der Welt auf die Frage, ob es nicht von Doppelmoral zeuge, in Deutschland Fracking zu verbieten, aber gleichzeitig Fracking-Gas aus den USA einzukaufen: „Lassen wir die Moral beiseite und schauen uns die Fakten an. Wir müssten eine neue Infrastruktur schaffen. Die wäre erst in einigen Jahren fertig.“ 2022 hätte Gas aus Deutschland tatsächlich nicht geholfen.

Aber heute, einige Jahre später, zeigt sich, dass Deutschland gut daran getan hätte, damals mit dem Ausbau der eigenen Gasförderung zu beginnen. Das will nun Katherina Reiche angehen. Doch auf einmal spielt die Unabhängigkeit für die Grünen keine Rolle mehr. „Die Grünen“, berichtet der Stern, „bezeichneten den Vorstoß der Ministerin vor diesem Hintergrund als ‚völligen Wahnsinn‘. Die Bundesregierung solle endlich eine Strategie vorlegen, wie der Gasverbrauch wirksam reduziert werden kann, forderte die Fraktionsvize Julia Verlinde (Grüne). Nur so könne bezahlbare Energie gesichert und das Klima geschützt werden.“ Tja, die einzige CO2-freie Energiequelle, die 24 Stunden am Tag sicher Strom liefern kann, die Kernkraft, lehnen die Grünen immer noch ab. Aber nur sie könnte CO2-neutrale Grundlast liefern. Wer sie nicht will, kann auf Gas zur Absicherung nicht verzichten.

Doch wie gegen Gentechnik und Kernkraft läuft auch gegen Fracking seit Jahrzehnten eine hysterische Denunziationskampagne von NGOs und Grünen, die den Menschen eingeredet hat, durch Fracking würde das Grundwasser vergiftet. Im Spiegel sagte der Geologe Martin Meschede schon vor Jahren, die Diskussion um Fracking sei aberwitzig: „Seit mehr als zehn Jahren wird behauptet, dass Fracking das Schlimmste überhaupt sei. Das Gegenteil ist der Fall. Fracking wurde inzwischen vor allem in den USA viele Millionen Male durchgeführt.“

Christoph Hilgers, Geologe und Professor für Strukturgeologie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), sagte der Tagesschau, dass moderne Fracking-Verfahren deutlich umweltverträglicher seien als frühere Methoden. Heute würden andere, weniger belastende Chemikalien in den Frack-Flüssigkeiten verwendet. Der größte Teil dieser Fluide bestehe weiterhin aus Wasser, über 95 Prozent. Hinzu kämen rund vier Prozent sogenannter Stützmittel wie Sand oder kleine Keramikkügelchen sowie etwa ein Prozent chemische Zusätze. Die Stützmittel sorgten dafür, dass die erzeugten Risse im Gestein offen blieben und das Erdgas ungehindert austreten könne. Die neuen Frackfluide wie das von der Universität Leoben entwickelte „Bio Enhanced Energy Recovery“ (BEER) bestünden aus modifizierter Stärke aus der Lebensmittelindustrie und aus Kaliumkarbonat, einem Düngemittel aus der Landwirtschaft.

Es gibt also keinen Grund zur Panik, aber viele gute Gründe, Gas zu fördern.

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