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Die Journalistenschelte der „Reichsumweltkammer“ war kein Ausrutscher

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In der vom Bundesumweltamt herausgegebenen Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“ werden Skeptiker des Klimawandels an  den Pranger gestellt. Das war kein Ausrutscher –  wer nicht Teil der “Großen Transformation“ sein mag, ist aus Sicht der Behörde ein zu bekämpfender Störenfried.

Das Bundesumweltamt schätzt die Arbeit der Journalisten Günter Ederer, Dirk Maxeiner und Michael Miersch nicht. In seiner Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“ erklärte die Behörde nicht nur die Klimadebatte für beendet, sondern stellte auch noch Klimaskeptiker an den Pranger:

Auch in Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen tauchen mitunter Beiträge auf, die nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen. Bekannt für derartige Beiträge sind die Journalisten und Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Die Autoren verfassten gemeinsam Bücher und schrieben für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Gegenwärtig veröffentlichen sie wöchentlich eine Kolumne in der Zeitung „Die Welt“. Beispielsweise lenkten Maxeiner und Miersch in ihrem Beitrag“ Klimadebattenwandel“ vom 03.02.2012 die Aufmerksamkeit auf ein „Stagnieren der Welttemperatur seit über 10 Jahren“ sowie auf die Sonne als Verursacher der Klimaerwärmung seit Mitte des letzten Jahrhunderts.

Der Filmemacher und Publizist Günter Ederer trat mit „klimaskeptischen“ Inhalten in Film, Buch, Zeitungen und Zeitschriften auf. In „Welt Online“ vom 04.07.2011 zweifelt er in einem Beitrag unter der Überschrift „Die CO2 -Theorie ist nur geniale Propaganda“ generell die Ergebnisse der weltweiten Klimaforschung an.

Auch dem Autor Franz Varenholt (Die kalte Sonne) wurde die Kompetenz sich zum Thema Klimawandel zu äußern, abgesprochen:

Ein Buch mit „klimaskeptischen“ Inhalten, das 2012 erschien  und in den Medien zeitweise viel Aufmerksamkeit erfuhr,  trägt den Titel „Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe  nicht stattfindet.“ Autoren des Buches sind Fritz Vahrenholt  und Sebastian Lüning. Die beiden Autoren stellen grundlegende Erkenntnisse der Klimaforschung in Frage.

 

Wie gut aus Sich der Behörde, dass wenn der skeptische Schrecken verbreitet wird, sofort Hilfe naht:

Gehäuft erscheinen „klimaskeptische“ Beiträge im Vorfeld oder  kurze Zeit nach UN-Klimatagungen. Einige Klimaforscher setzen sich zeitnah und sehr engagiert mit unhaltbaren Thesen  und Falschinformationen auseinander.

Für seine Broschüre wurde das Umweltbundesamt kritisiert. Henryk M. Broder schrieb in der Welt: „Es handelt sich um einen in der deutschen Nachkriegsgeschichte einzigartigen Fall von obrigkeitsstaatlicher Intervention in eine öffentlich geführte Diskussion.“

Dirk Maxeiner und Michael Miersch stellten ebenda die Qualifikation der Behördenleitung in Frage. Das ZDF kam zu dem Schluss „ Das Dokument vergreift sich dabei im Ton – und in der Sache, meint Reinhard Schlieker.“ und Jan Fleischhauer versprach in seiner Glosse auf Spiegel-Online „ Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung als Journalist für das Weltklima bewusst. Ich habe zu Maxeiner und Miersch jeden Kontakt abgebrochen. Sollten sich die beiden dennoch wieder an mich wenden, werde ich dem Präsidenten der Bundesumweltkammer, Jochen Flasbarth, sofort Meldung erstatten. Ich habe volles Vertrauen, dass er weiß, welche Schritte er dann einleiten muss.“

Das Denken welches in der Broschüre des Bundesumweltamtes deutlich wird, ist dabei kein Ausrutscher. Es ist bezeichnend für die Sicht der Behörde auf kritische Journalisten und hat Methode. Nachzulesen ist sie in dem vom „Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung  Globale Umweltveränderungen“ (WBGU) herausgegebenen „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“, ein Buch, welches die Hybris seiner Autoren, darunter Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Leiter der Abteilung Klimasystem am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Chef der Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI)in Essen, Claus Leggewie, schon im Titel trägt. in dem Bericht fordern sie den Ausstoß von CO2 weltweit auf Null zu senken und spielen dabei im Gegensatz zu Harald Welzer die wirtschaftlichen Auswirkungen herunter. Wenn Welzer in seinem Buch „Selbst denken“ noch klar macht, dass ein so radikaler Umbau der Wirtschaft zu einem von ihm für gut befundenen Wohlstandseinbruch führen wird, was  in der großen Transformation kaum Beachtung findet. Warum auch – immerhin umweht der Mantel der Weltgeschichte die Autoren. Der Ausstieg aus der CO2-Produktion betrachten sie als dritte „Große Transformation“ nach der neolithischen Revolution, als unsere Ahnen mit Ackerbau und Viehzucht begannen, und der Industrialisierung.

In der Mitte steht das etablierte sozio-technische Regime; in unserem Fall die auf der Nutzung fossiler Energieträger beruhende Weltwirtschaft (high-carbon economy). Diese bildet ein System bestehend aus Technologien, Politiken und Institutionen, Wirtschaftssektoren, Kultur und Wissenschaft. Solange dieses etablierte System stabil, legitimiert und wirtschaftlich wie politisch attraktiv ist, sind Übergänge zu einer klima- verträglichen Gesellschaft unwahrscheinlich. Auf der unteren Ebene bilden sich Nischen und Pioniere des Wandels: am Klimaschutz orientierte Unternehmer, Wissenschaftler, Architekten, Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen (NRO), Journalisten oder Pioniere des Wandels in Ministerien und internationalen Organisationen (Kap. 6). Je randständiger und kleiner diese Pioniergruppen sind, desto unwahrscheinlicher ist eine Transformation zur klimaverträglichen Gesellschaft. Ohne diese Pioniere ist kein transformativer Wandel möglich. In Europa ist die Gruppe der „Klimapioniere“ seit vier Dekaden angewachsen, sie hat bereits Wirkung jenseits der Nische entfaltet und damit begonnen, das etablierte Regime zu verändern. Sie sind nicht mehr nur Akteure am Rande des etablierten klima- schädlichen Systems, sondern haben sich auch inner- halb der etablierten Strukturen der Wirtschaft ausgebreitet, ohne dass bereits der Kipppunkt zur Systemtransformation erreicht worden wäre.

Journalisten werden nicht als unabhängige Beobachter und Kritiker gesehen, ihre Funktion in und für die Gesellschaft nicht prinzipiell geachtet, sondern sie haben eine Funktion: Sind sie „Pioniere“, Verbündete und ein Teil der „Großen Transformation“, sind sie praktisch – wenn nicht zählen sie zu den Gegnern und Gegner müssen nun einmal bekämpft  werden.

Ein vergleichbares Verhältnis haben die Autoren zur Demokratie. Zwar betonen sie an vielen Stellen das die „Große Transformation“ auch in Demokratien möglich ist und fordern sogar  einen Ausbau mit basisdemokratischen Elementen – aber die Demokratie ist für sie nicht aus sich selbst heraus legitimiert. Immer wieder ist in dem Buch davon die Rede, dass die Große Transformation“ eine Bewährungsprobe für die Demokratien sei und es offen ist, ob sie diese Bestehen. Auch Elemente der Demokratie wie Kompromisse und manchmal langwierige Verfahren werden in dem von der Bundesregierung finanziertem Papier kritisiert. Auch hier zeigt sich wieder die selbe Einstellung wie zu Journalisten: Die Demokratie hat eine Funktion. Erfüllt sie sie, ist es gut. Wenn nicht? Auf diese Frage findet sich in dem Buch keine Antwort, aber ein anderer Klimaaktivist James Hansen hat sie längst gegeben. Für ihn ist klar, dass der demokratische Prozess nicht funktioniert. Lobbyisten würden harte Regeln bei der Klimareduzierung verhindern. Lobbyisten – das sind alle die eine andere Ansicht als Hansen haben und auch in der „Großen Transformation“ wird klar gemacht, wen man dazu zählt: Wirtschaftsvertreter, Menschen die Sorge haben durch die Kosten der „ Großen Transformation“ noch ärmer zu werden wie diejenigen, die schon heute die steigenden Energie- und Sanierungskosten kaum aufbringen können sowie kritische Journalisten und Wissenschaftler. Sie alle sind Lobbyisten – alle die sich gleichfalls an die Politik wenden um ihre Interessen und Ansichten durchzusetzen engagierte Bürger und Unternehmen die Teil der “Großen Transformation“ sind.

Im Focus sagte der der Historiker und Totalitarismusforscher Wolfgang Wippermann 2011 über die „Große Transformation“:

Ja, aber gleichzeitig wird „gesellschaftliche Erneuerung durch Einsicht“ gefordert. Und was, wenn jemand nicht einsichtig ist? Gewalt? Die Autoren fordern diese Einsicht ja ein. Das ist nicht Demokratie, wie wir sie haben und was wir unter Demokratie verstehen. Das ist etwas anderes. Und was die Autoren zur Behebung der Missstände fordern, ist mit den Möglichkeiten und Mitteln der modernen Demokratie auch nicht vereinbar. Aus der Geschichte kennt man genug Leute, die die Welt verbessern wollten, nachdem sie deren Untergang prophezeiten und undemokratische Systeme zum Zwang in ihre Einsichten schufen. Noch eine Bemerkung am Rande: Warum müssen schon wieder wir Deutsche nicht nur den Untergang vorhersagen, sondern wieder die Welt retten? Muss immer am deutschen Wesen die Welt genesen? Das muss doch nicht sein. Was glauben die Autoren eigentlich, wie ihre Überheblichkeit, nach der die Deutschen voran reiten sollen, um den Rest zum Folgen zu bewegen, auf andere Staaten wirkt?

Ein solches Denken, eine Hybris wie sie in der Große Transformation zum Ausdruck kommt, herrscht offenbar auch im Bundesumweltamt. Journalisten an den Pranger zu stellen ist dann nun einmal kein Ausrutscher, sondern Arbeit am Umbau der Welt – und dafür ist jedes Mittel recht.

Die Große Transformation gibt es hier kostenlos – ich beziehe mich auf die Langversion.

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12 Kommentare zu “Die Journalistenschelte der „Reichsumweltkammer“ war kein Ausrutscher

  • #1
    Walter Stach

    Stefan,
    vorweg:

    Ich gehöre zu denjenigen,die sich der Problematik des Klimawandels bewußt sind und dafür streiten, daß alles menschenmögliche getan bzw. unterlassen wird, um eine weltweite Katastrophe als Folge der Erderwärmung zu verhindern.

    Ich habe mich deshalb auch mit neuesten Befragungen von Wissenschaftlern in den USA befaßt, die darauf abzielten, deren Meinung darüber zu erfahren, ob und in welchem Umfange der Klimawandel auf menschliches Tun/Unterlassen zurückzufühen ist.
    Niemand der Befragten hat den Fakt der Erderwärmung, also den Klimawandel bestritten.
    97% (!!)der Befragten waren der Auffassunng, daß der Klimawandel auch auf menschlichem Verhalten beruht.
    Rd.60% der Befragten -nur?-, waren der Auffassung, daß der Klimawandel überwiegend auf menschliches Verhalten zurückzuführen ist.

    Ich gehöre zu denjenigen, für die es in einer freiheitlichen Demokratie
    selbstverständlich ist, daß auch diejenigen ihre Meinung öffentlich vertreten können müssen, die nach wie vor den Klimawandel als solchen leugnen oder leugnen, daß er auf menschliches Verhalten zurückzuführen ist oder bezweifeln,daß menschliches Verhalten für den Klimawandel die Hauptursache ist.
    Deshalb muß jeder Anschein vermieden werden, staatlicherseits würde diesbezüglich die Meinungsfreiheit, die Meinungsverbreitungsfreiheit zu reglementieren versucht oder es würde staatlicherseits versucht, diejenigen, die den Klimawandel leugnen oder menschliches Verhalten als dessen Ursache bestreiten, zu diskreditieren.Wenn ein solcher Anschein aus der Sicht von
    Betroffenen entsteht, dann haben sie in unserer freiheitlichen Demokratie
    das selbstverständliche Recht, dieses zu publizieren und ihrerseits
    anzuprangern, was im konkreten Falle offensichtlich hier bei den Ruhrbaronen und darüberhinaus geschieht.

    .

    Zugleich gilt und gleichermaßen selbstverständlich, daß alle, die sich der Probleme einer Klimakatastrophe bewußt sind, auch Staaten mit ihren Organen und Behörden, ihrerseits im Rahmen des geltenden Verfassungsrechtes alles tun dürfen bzw. sogar tun müssen, um die Menschen anhand von Fakten über den Klimawandel und eine drohende Klimakatastrophe zu informiern. Dazu
    gehört auch, nachdrücklich und immer wieder darzulegen, wie weltweit mit riesigem finanziellen Aufwand die Kohle-,Gas- und Ölindustrie faktenwidrig die Menschen zu manipulieren versucht, und zwar mit „harten Bandagen“!Daß das so ist, steht absolut außer Zweifel und ist weltweit mehr als hinreichend belegt.

    Eine diesbezügliche öffentliche Debatte führt zwangsläufig immer wieder zu einem Grundproblem demokratischer Gesellschaften in unserer Zeit, nicht nur, aber eben auch, wenn es um den Klimawandelt geht.

    Inwieweit werden gewählte Volksvertreter fremdbestimmt durch Lobbyisten, wenn es um den Klimawandel geht, wenn es um die Rettung des Euro geht, wenn es um die Rettung „systemimmanter“ Banken geht, wenn es um……geht.
    Inieweit werden die Medien, die Journalisten fremdbestimmt durch Lobbyisten, wenn es um den Klimawandel usw.geht. Inwieweit steuern die „Eigentümer“ der Medien, welcher Art auch immer, interessensgelenkt, interessenbestimmt, finanziell abhängig von mächtigen Banken, Industrieunternehmen die Meinunsverbreitung,die Meinungsbildung im jeweiligen Lande und weltweit.

    Dieses Grundproblem der „Demokratie in unserer Zeit“ bedarf permanter öffentlicher Aufmerksamkeit, bedarf der permanenten öffentlichenAnsprache, bedarf einer permanenten öffentlichen Debatte.

    Jede nachgewiesene offenkundige „Fremdsteuerung“ gewählter Volksvertreter, jeder Versuch von Banken,von Wirtschaftsunternehmen seitens der von ihnen gesteuerten Medien die Meinungsbildung zu manipulieren, interessensgerichtet zu steuern, gehört an den öffentlichen Pranger -ohne Wenn und Aber!!

    Zusammengefaßt:
    ich kann Deine Kritiik an der Info-broschüre zum Teil nachvollziehen, soweit sie sich auf Details des Wie bezieht.

    Alle, die sich jetzt diesbezüglich echauffieren,müssen zugleich zur Kenntnis nehmen, daß diejenigen, für die der Klimawandel Fakt ist, für die feststeht, daß
    sich in Folge des Klimawandels gravierende Problem für die Menschheit weltweit ergeben, für die feststeht, daß -auch-menschliches Verhalten als ursächlich dafür bewiesen ist, ihrerseits „mit harten Bandagen“ für ihre Auffassung kämpfen.

    Solange dieser Kampf -mit harten Bandagen(!!)-öffentlich geführt wird, gibt es aus meiner Sicht keine Probleme. Und zu einem solchen Kampf mit harten Bandagen gehört auch, daß sich beide Seiten darüber streiten , ob dieser Kampf mit fairen Mitteln und „einigermaßen“ chancengleich geführt wird bzw.überhaupt geführt werden kann.

    Nur uneingeschränkte Transparenz auf Seiten aller Beteiligten gewährleiset, daß eine solche Auseinandersetzung, daß ein solcher Kampf nach den Regeln einer demokratischen Staats- und Gesellschaftsordnung ablaufen kann.

  • #2
    robert

    @Walter Stach: bzgl. der harten Bandagen finde ich diesen Bericht ja auch ziemlich interessant: http://www.zeit.de/2012/48/Klimawandel-Marc-Morano-Lobby-Klimaskeptiker/komplettansicht

  • #3
    Zockerjoe

    Was genau ist falsch an den Aussagen des Bundesumweltamtes zu Maxeiner und Miersch?

    Der Doyen des deutschen Journalismus Hajo Friederichs hat gesagt: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“
    Demnach handelt es sich bei den beiden um keine guten Journalisten.

    Eine Handvoll Klimacranks haben „Klimaskepsis“ zu ihrer Berufsgrundlage gemacht. Warum dürfen diese Leute nicht in einer sachlichen Weise genannt werden? Schließlich werden die Vertreter des klimawissenschftlichen Mainstreams hier auch namentlich genannt und zudem als Anhänger einer totalitären Ökodiktatur denunziert.

  • #4
    NoHistory

    Klimawandel gab es immer und wird es immer geben. Die Auswirkungen bspw. von Vulkanen sind bekannt.

    Lobbyismus gibt es natürlich auch bei den nicht-fossilen Energien.

    Offen ist doch, was Deutschland erreichen kann.
    – Wir sind ein sehr kleiner Teil der Welt, der immer bedeutungsloser wird (Wirtschaftsleistung, Bevölkerung, Landmasse).
    – Wir geben bspw. viel Geld für die Solaranlagen aus, ohne dass sie einen nennenswerten Beitrag zur Energie haben.
    – Wir dämmen wie verrückt, ohne eine Gesamtrechnung zu machen.

    Das Leben muss bezahlbar sein, und wir müssen sehen, wie wir unsere finanziellen Ressourcen sinnvoll einsetzen können. Das passiert aktuell nicht.
    Es ist wichtig, dass Journalisten alle Aspekte der Klimaschutzaktivitäten auch kritisch beobachten. Wenn ich da bspw. an die Energiesparlampen denke.

    Der Planet hat sich immer geändert, und er wird sich weiter ändern.
    Es ist vermessen, wenn wir davon ausgehen, dass wir in Deutschland Änderungen über einen Alleingang durchführen können.

    Es sollte aber in unserem eigenen Interesse sein, dass Energie gespart wird. Wer will schon Kraftwerke etc. vor der Haustür. Auch wenn es Windmühlen sind.

  • #5
    Hans Meier

    „Es wäre ja noch schöner, wenn die vom bösen Menschen industriell verursachte Erwärmung des Klimas, erstens bestritten und zweitens die Strafzahlungen, für die amtlich festbelegte Klimaerwärmung mit Schutzzahlungen zur Co2-Vermeidung nicht reibungslos eingetrieben werden können, nur weil da wieder welche meckern und eine andere Meinung haben.

    Die herrschenden Vorfahren waren da gründlicher im Amt als ihre Nachfolger; Ruf / Vermögen der Saboteure demolieren / konfizieren und sie als Volksschädlinge flüchten oder in Angst ersticken lassen, und fertig war die politisch / klimatische Bereinigung.“
    Ich finde es erschreckend, wie wenig gefestigt sich eine liberale demokratische Kultur in zwei Generationen entwickeln konnte, wenn schon wieder abweichende Meinungen zu „nur einer Theorie!“ zu solchen Amtsreaktionen Anlass gibt.
    Wie engstirnig, wie seltsam sozialisiert sind die Akteure, die Visionen umsetzen wollen, bei denen die Mitmenschen zum Spielermaterial, zum Objekt selbstgerechter Selbsteitelkeit vermeintlicher politischer Trainer, als Verfügungsmasse nur technisch funktionieren soll und nicht mit ihren eigenen Ansichten die visionären Polit-Despoten stören.

    Die elektrischen Transformatoren brummen und brauchen Kühlung, wenn sie Strom transformieren, also die elektrische Spannung verändern,
    die „politischen Transformatoren“ brummen in destruktiver Blödheit, erzeugen dadurch gesellschaftliche Spannungen und üble Kurzschlüsse.
    Deutschland hat das national-sozialistische und das DDR-sozialistische Regime gehabt, eine weitere Fortsetzung, nun als öko-sozialistisches Regime, oder als „ökologische Transformation“ beschönigt, mag für ja viele eine traditionelle politisch angestrebte sozialistische Dauer-Kulturfolge sein, klug ist das wiedermal überhaupt nicht.

  • #6
    paule t.

    Fachbehörden sollen fachlichen Unfug beim Namen nennen. Warum denn nicht?

  • #7
    paule t.

    Ach, und der Nazivergleich per „Reichsumweltkammer“ ist ja wohl das Allerletzte.

  • #8
    Alex S

    Und, soviel Zeit muß sein – meine Omma sagt, immer wenns an der sprachlichen Sorgfalt hapert, müßen wir inhaltlich gar nicht erst anfangen – also:

    Es heißt Umweltbundesamt. Auch in den Deinigen Links nachzulesen.

  • #9
    Nansy

    Bezüglich des in diesem Beitrag erwähnten Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, Leiter der Abteilung Klimasystem am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, sei noch mal daran erinnert, wie unerbittlich er schon früher auf seiner Internetseite gegen so die genannte “Klimaskeptikern” vorging und das Journalisten sich über Einschüchterungsversuche beklagt haben:

    http://www.readers-edition.de/2009/11/24/stefan-rahmstorf-hacker-geben-einblick-in-den-berufsalltag-eines-klimawissenschaftlers/

    Es zeigt, dass der „offizielle“ Erkenntnisstand zum Klimawandel inzwischen mit einer religiösen Inbrunst verteidigt wird….

  • #10
    Arnold Voss

    Ich verstehe die ganze Aufregung hier nicht. Über harte Themen wird in Demokratien hart diskutiert, und das Bundesumweltministerium lässt sich dabei natürlich nicht gefallen als dumm dargestellt zu werden.

    Allerdings gibt es über Theorien keine demokratischen Entscheidungen. Erst recht nicht über so komplexe wie die zum Klimawandel. Es gibt nur demokratische Entscheidungen über Handlungen, also darüber ob Theorien geglaubt werden oder nicht. Das war aber in demokratischen Gesellschaften immer schon so.

    Die letzte große theoriegeleitete Glaubensdikussion war die über die Deregulierung (nicht nur) der Finanzmärkte auf Basis der neoklassischen Ökonomie, und die darauf basierenden politischen Entscheidungen hatten gewaltige Folgen fast für die ganze Welt.

    Jetzt steht das Ganze zur praktischen Revision an und anderen ökonomische Theorien rücken wieder in den Vordergrund. Das gleiche wird mit den politischen Entscheidungen zum Klimawandel passieren. Allerdings mit wesentlich größerer Ungewissheit und in anderen Überprüfungszeiträumen.

    Unter diesen demokratischen Rahmenbedingungen sind Begriffe wie „die große Transformation“ allerdings sachlich völlig unpassend, ja strategisch irreführend. Die Natur selbst ist nachweislich zu großen Transformation fähig. Auch die Technik kann solche zur Folge haben. Demokratisch orientierte Menschenkollektive allerdings sollten aus den bisherigen weltweiten politischen Erfahrungen heraus tunlichst die Finger davon lassen.

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