Die Rede, die der Bundespräsident jetzt halten müsste

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

Kürzlich hatte ich mich über den  Bundespräsidenten Steinmeyer geärgert. Er hatte mal wieder der Toten gedacht. Das tut er öfters. Dann hält er salbungsvolle Reden und zeigt symbolische Gesten. Wenn es aber um Realpolitik und dem Schutz von Menschenleben im hier und heute geht, also das Verhindern von Tod und Elend, von Mord und Totschlag, im großen Maßstab, hört man nichts von ihm. Von unserem Gastautor Thomas Hafke.

Im Gegenteil gratuliert er dem Iran zum Geburtstag, der die Vernichtung Israels und der dort lebenden 6 Millionen Juden plant. Und auch dieses Mal ließ er ein Bild von sich veröffentlichen, wie er eine Kerze am Fenster des Bellvues anzündet, um der Coronatoten zu gedenken, statt eine Rede zu halten, die den verantwortlichen Politikern und Beamten den Marsch bläst, weil es nicht genug Impfstoff gibt und das Impfen chaotisch und viel zu langsam läuft, nicht nur wegen der fehlenden Vaczine. Als ich dies auf Facebook zum Ausdruck brachte, meldete sich ein Bundestagsabgeordneter der CDU und beleidigte mich, was ich wohl studiert hätte, dass ich nicht wüsste wozu der Präsident befugt wäre. Ausgerechnet der Partei, die die Hauptverantwortung für die Misere trägt. Ich habe mich darauf hin entschlossen, mir zu überlegen was Steinmeyer tun könnte, um die Situation für die noch lebenden Bundesbürger zu verbessern.

„Liebe Mitbürger“, würde ich beginnen, „die Lage ist sehr ernst, viele entscheidende Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht, nicht nur was das Impfen betrifft. Anders als erwartet, gibt es zur Zeit nicht genügend Impfstoffe und auch die Verteilung dieser funktioniert nicht, wie gedacht. Dies bedeutet, dass wir noch länger mit einem der gefährlichsten Viren der Welt zu kämpfen haben, dass nicht nur Menschen tötet, sondern auch Gesellschaften und allen Wohlstand zerstören kann. Wir werden deshalb noch eine ganze Weile mal mehr mal weniger im Lockdown bleiben müssen, mindestens bis zum Sommer und vermutlich darüber hinaus. Deshalb ist es jetzt wichtig nicht nur Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden und den Lockdown mutig zu ertragen, sondern auch alle Anstrengung zu unternehmen und volle Konzentration aufzuwenden, um mehr und schneller Impfstoff zu den Bürgern zu bringen. Ich fordere deshalb die Verantwortlichen auf, alles dafür zu tun, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, jede Stunde und jede Minute dafür zu Sorge zu tragen, dass in Deutschland geimpft wird, damit alle Bürger wieder freier leben, nicht ihren Wohlstand verlieren und neue Tote verhindert werden. Jeder Tote ist einer zu viel. Ich werde deshalb heute Abend eine Kerze ins Fenster stellen, die alle an diese für die Bundesrepublik wichtigste nationale Aufgabe seit ihrem Bestehen gemahnt.“

Thomas Hafke ist Diplom Sozialwissenschaftler und seit über 32 Jahren in der Jugendarbeit tätig. 30 Jahre davon war er im Fan-Projekt Bremen aktiv, wo er mit Jugendlichen Werderfans (Kutten, Hooligans und Ultras) beschäftigt war. Wobei er zwischenzeitlich beim VfB Oldenburg mit Fußballfans und in Delmenhorst mit Skinheads arbeitete. Hinzu kam die Begleitung der Fans der Deutschen Nationalmannschaft ins Ausland. In Oldenburg hatte er das Glück mit Rudi Assauer zusammenarbeiten zu dürfen. Außerdem hat er in dieser Zeit diverse Lehraufträge an der Universität und Hochschule Bremen und an der Hochschule für öffentliche Verwaltung (Studiengang Polizei) durchgeführt. Heute ist er in der Jugendwohngruppenarbeit tätig, wo er mit Risikojugendlichen betraut ist. Sein Gebiet ist die Jungenarbeit.

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