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Die Stimmung rund um den BVB stürzt von einem Extrem ins andere

BVB-Torhüter Roman Bürki war in Nürnberg nicht zu bezwingen. Foto: Robin Patzwaldt

Nach einer unerwartet guten Vorrunde in der Fußball-Bundesliga war die Stimmung rund um Borussia Dortmund über den Jahreswechsel sprichwörtlich meisterlich. Tabellenerster mit bis zu neun Punkten Vorsprung auf den großen Favoriten, den FC Bayern München, da fingen nicht wenige im Umfeld des Klubs bereits an zu träumen. Da konnten Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Michael Zorc mahnen was sie wollten, Dortmund und Umgebung hoben ab, träumten von einer neuen Phase der Dominanz im bundesweiten Profi-Fußballgeschäft.

Kaum zwei Monate später ist die Stimmung bei den Schwarz-Gelben, spätestens nach dem enttäuschenden 0:0 vom Montag beim 1. FC Nürnberg, jetzt mindestens so übertrieben frostig, wie sie vor Weihnachten noch viel zu feurig heiß war. Warum eigentlich?

Klar, dass die Borussia nach fünf sieglosen Pflichtspielen in Serie, in den vergangenen Tagen nicht gerade Grund zur Freude lieferte, das ist logisch. Und doch steht der Verein aktuell noch immer mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga, hat, man mag es in Anbetracht der Untergangsstimmung in vielen Fan-Foren ja kaum glauben, erst eine einzige Saisonniederlage kassiert. Und das nach deutlich über 20 absolvierten Saisonspielen.

Viele Fans scheinen einfach nicht zu realisieren, dass die Vorrunde für den BVB deutlich besser lief als es erwartbar war, können jetzt ihre überschäumende Erwartungshaltung offenkundig nicht wieder auf ein gesundes Normalmaß zurückschrauben.

Weder ist es normal, dass der eigene Klub jedes Jahr in das DFB-Pokalfinale einzieht, noch war der BVB ein erwartbarer Anwärter auf den Titel in der UEFA Champions League. Die Dortmunder haben noch immer eine herausragend gute Bilanz in der Bundesliga, haben zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte auf der Habenseite, als es vor der Saison von irgendjemandem erwartet wurde.

Also, bitte, einfach einmal kurz durchatmen und konzentriert weitermachen. Der BVB hat immer noch eine herausragend gute Ausgangslage für die kommenden Wochen.

Und wenn das Team im Mai wirklich Zweiter in der Liga wurde, die Gruppenphase in der Champions League souverän überstanden hat und im DFB-Pokal gegen einen Erstligisten erst im Elfmeterschießen gescheitert ist, dann wäre das noch immer eine der besten Spielzeiten der langen Klubgeschichte.

Wahrlich also kein Grund für das Umfeld jetzt in Rekordtempo von himmelhoch jauchzend auf zu Tode betrübt umzuschalten.

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9 Kommentare zu “Die Stimmung rund um den BVB stürzt von einem Extrem ins andere

  • #1
    Klaus Lohmann

    Ich hatte zwar gestern meinen absoluten Stimmungstiefpunkt beim qualvollen Betrachten der Minusleistung in Nürnberg, aber:

    Es ist ja eigentlich wie erwartet gelaufen – Favre hat mit seinem "Ziehsohn" Reus den BVB teils erfolgreich zu einem "BV Reus Dortmund" gemacht, aber das ist halt zumindest in diesem ersten Jahr eine sehr wacklige Konstruktion, um ernsthaft Meister zu werden. Das muss alles noch auf mehr Schultern ala Sancho, Paco und Zagadou verteilt werden, um stabil zu sein.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Mir hat das in Nürnberg auch nicht gefallen, Klaus. Aber schwankende Leistungen sind bei einer im Umbau befindlichen Mannschaft eigentlich ’normal‘. Was nicht ’normal‘ war beim BVB, dass war die Hinrunde. Mit einem Aufholen der Bayern habe ich daher fest gerechnet. Nur die Panik, die bei vielen BVB-Fans offenbar jetzt um sich greift, die finde ich völlig daneben.

  • #3
    Thomas Weigle

    Naja, von eben gerade noch ganz viel Vorsprung auf einen Vorteil, der schon am nächsten Spieltag keiner mehr sein kann, bzw. nur noch in einem kleinen Torvorteil bestehen kann, ist schon heftig. Die SGE, die bekanntermaßen in der Rückrunde ihre Anhänger gerne durch ein Tal der Tränen gehen lässt, steht in der augenblicklichen Rückrunde sogar besser da als der BVB. Aber dennoch nicht wirklich gut, das sagt doch alles. Also solltet Ihr Klinikpackungungen Antidepressiva und Großpackungungen Tempo zu Hause einlagern. Falls es bei Euch Lieferschwierigkeiten gibt, kann ich aushelfen, da ich bestens bevorratet bin.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Was ist denn groß passiert, Thomas? Der BVB hat vier Mal unentschieden gespielt und in der CL (zu hoch) auswärts verloren. Nix dramatisches. Sowas kommt vor. Bei der 3-Punkte-Regel ist ein Unentschieden halt kaum etwas wert.

  • #5
    Holgaaa

    Das war ein jämmerliches 0:3 in der Champions League gegen Tottenham. Das Spiel des "ach so tollen" BVB steht und fällt mit Marco Reus. Seit der verletzt ist läuft nix. Ihr habt ne gute Mannschaft aber diese hat in der Hinrunde deutlich bessere Ergebnisse erzielt als verdient. Das hat sich in der Rückrunde jetzt geändert und ihr heult alle rum. Findet euch damit ab, dass ihr mit den Großen in Europa nicht mithalten könnt

  • #6
    Klaus Lohmann

    @#5 Holgaaa: "…und ihr heult alle rum"

    Schätze, Du fantasierst grade. Oder Du schielst.

  • #7
    Franz Przechowski

    Warum nur erinnert mich die aktuelle Situation des BvB an die 4 Minuten Meisterschaft der Blauen?

  • #8
    Thommy

    #3@tweigle -wenn das mit den Antidepressiva nicht schon viel zu spät ist.

    Zahlreiche BVB-Fans berichteten unabhängig voneinander sichtlich geschockt, dass sie in Nürnberg schwarze Tennisbälle vom Himmel regnend ins Stadion fallen sahen…. 😏

    ( ich hatte im Falle des Deliriums bisher immer nur von weißen Mäusen gehört…)

  • #9
    Thomas Weigle

    @ Thommy, es gibt hervorragende Antidepressiva, da kann man sogar einer drohenden Zwangsversetzung in die dritte Liga gelassen ins grausige Auge blicken(SGE, Sommer 2002). Oder relativ entspannt einen Abstiegskampf in Liga 2 verfolgen(SGE, 96/97)
    Nun, vielleicht haben ja auch die Aspirinos vom Bayerwerk am Sonntag entsprechendes im Koffer. Entweder für den Eigengebrauch oder als milde Sonntagsgabe für dann möglicherweise im schwarzgelben Tal der Tränenverharrende BVBler. Pech für den BVB, dass nicht die Eintracht kommt, die gerne und oft einen wohlfeilen Aufbaugegner für angeschlagene Kontrahenten abgibt, aber am Sonntag hoffentlich nicht für 96.

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