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Die Taktik des Aussitzens ist aufgegangen – Der DFB kann weitermachen wie bisher!

Bundestzrainer Joachim Löw im Einsatz. Quelle: Wikipedia, Foto: Danilo Borges/copa2014.gov.br, Lizenz: CC BY 3.0

Dem 0:0 gegen Weltmeister Frankreich am Donnerstag in München folgte am Sonntagabend ein 2:1-Sieg der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Sinsheim gegen Peru. Sportlich waren die Ergebnisse nach dem blamablen Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft also wieder im sprichwörtlichen Lot. Nach etwas Überlegung wird einem als Beobachter der letzten Entwicklungen jedoch klar, schlechter hätte der Start in die ausgerufene neue Phase des DFB-Teams gar nicht laufen können.

Zunächst mag das paradox klingen, doch zementieren die jüngsten Resultate am Ende lediglich den Status Quo beim DFB, lassen sie doch mit hoher Wahrscheinlichkeit jetzt auch noch den letzten Rest an Reformwillen schwinden. Und das ist genau das falsche Signal für die nächsten Monate und Jahre.

Selbst die Führungsspitze des DFB, in den Personen von Präsident Reinhard Grindel, Manager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw, war sich unmittelbar nach der Blamage von Russland darin einig, das dringend ein Neuanfang erfolgen müsse, der Verband dringend einige Reformen durchzuführen habe.

Die Fußballfans im Lande wunderten sich in den Tagen nach dem Turnier dann zunächst noch darüber, dass Löw bereits unmittelbar nach dem Turnierende für Wochen wortlos abtauchte, die versprochene gründliche Analyse erst für Ende August angesetzt wurde.

Als diese dann endlich erfolgte, da fiel sie nicht nur unerfreulich oberflächlich aus, zudem war der erwartete Umbruch bereits weitestgehend wieder vom Tisch. Löw sollte bleiben, da waren sich die Verbandsvertreter inzwischen soweit einig. Bei Manager Bierhoff schienen die ihm gegenüber geäußerten Kritikpunkte wie Entfremdung und Überkommerzialisierung ohnehin wirkungslos abzuprallen. Viel war also schon hier nicht mehr geblieben von den ursprünglichen Plänen einen echten Neuanfang zu wagen.

Zudem nominierte der Bundestrainer dann einen nahezu unveränderten Kader für die beiden anstehenden Spiele gegen Frankreich und Peru. Kein öffentliches Training, keine Veränderungen in den Abläufen und bei den öffentlichen Auftritten. Lediglich ein paar mehr Autogramme soll es für die vor den Team-Hotels versammelten Fans gegeben haben. Als Zeichen des guten Willens zu mehr Fan-Nähe, sozusagen. Mehr Konsequenzen gab es nach dem frühesten WM-Aus der Teamgeschichte faktisch nicht.

Dass es sportlich über das vergangene Wochenende zwar einmal mehr nicht wirklich gut lief, die Ergebnisse am Ende nun jedoch keinen direkten Anlass für weitere Kritik liefern, das ist, wenn man es nüchtern betrachtet, wohl das offizielle Ende der letzten Chancen auf einen Umbruch beim DFB.

Hätte es zwei Pleiten gesetzt, der Ruf nach einem Neuanfang wäre garantiert wieder deutlicher artikuliert worden in der Öffentlichkeit. Jetzt arbeitet die Zeit klar für die angeschlagene DFB-Spitze, die noch vor wenigen Tagen kurz vor der Ablösung stand.

Die nächsten Länderspiele gibt es erst im Oktober. Der gesamte DFB-Tross macht aktuell weiter wie zuvor. Es ist so gut wie nichts geblieben von den angekündigten Konsequenzen des Sommers. Die Taktik des reinen Aussitzens der Debatten ist ganz offenkundig aufgegangen.

Für viele Fußballfreunde in diesem Lande ist das wahrlich keine gute Nachricht!

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