Diese Meisterschaft von Bayer 04 Leverkusen muss einen als BVB-Fan nachdenklich stimmen

Die Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt

Seit Sonntag steht nun auch offiziell fest, was seit vielen Wochen schon zu erahnen war: Bayer 04 Leverkusen heißt der neue deutsche Fußballmeister! Die Werkself aus dem Rheinland entthronte den Rekordmeister Bayern München am fünftletzten Spieltag der Saison 2023/24 durch ein souveränes 5:0 gegen den SV Werder Bremen. Vier Spieltage vor Saisonende sind die Leverkusenern bei 16 Punkten Vorsprung nicht mehr von der Spitze der Tabelle zu verdrängen. Nach zwölf Jahren geht die Meisterschale damit im Mai damit endlich einmal wieder nicht an die Isar. Zuletzt hatte Borussia Dortmund im Jahre 2012 unter Trainer Jürgen Klopp die Meisterschaft den Münchenern vorenthalten.

So schön der Triumph der Rheinländer für die große Mehrheit der Fußballfans in diesem Lande auch ist, so sehr man sich mit den Beteiligten aus Leverkusen am Sonntag auch mitfreuen kann und konnte, so sehr schmerzt es einen als BVB-Fan auf der anderen Seite bei dieser Gelegenheit aber leider auch. Der aktuelle Saisonverlauf zeigt noch einmal auf ganz schmerzhafte Art und Weise, welch historische Möglichkeit die Schwarzgelben im vergangenen Mai leichtfertig ‚verbaselt‘ haben, als sie den möglichen Titel im letzten Heimspiel quasi an die Bayern verschenkt haben.

Schon nach dem letzten Spieltag der Saison 2022/24 war mir rasch klar, dass dieser 27. Mai 2023 mir als Dortmunder noch sehr lange nachhängen würde. Durch den verpassten Heimsieg gegen Mainz 05 (2:2) gab ‚mein BVB‘ die von vielen schon innerlich angehakte Meisterschaft noch an Serienmeister Bayern ab. Und als ob diese liegengelassene historische Titelchance der Borussen nicht schon bitter genug gewesen wäre, reichte der schon nicht mehr für möglich gehaltene Meistertitel in München nicht einmal für ein paar ordentliche Feierbilder aus. Alles längst Routine bei den Münchenern. Der Klub beschäftigte sich an diesem Tag offenkundig viel lieber mit der vor dem Spiel der Bayern gegen Köln durchgesickerten Nachricht von der bevorstehenden Trennung des Vereins von Vorstand Oliver Kahn und Sportdirektor Hasan Salihamidžić. Der Meistertitel selber, er war den Fans nach dem 2:1-Sieg in Köln kaum noch eine Freudenfeier wert.

Das wäre in Dortmund naturgemäß nach der langen Durststrecke völlig anders gewesen. Die Hotels in der Stadt waren quasi ausgebucht, der große Autocorso schon fest eingeplant. Doch plötzlich war der Traum der Borussia auf die schmerzhafteste Art geplatzt. Es flossen in Dortmund bei vielen bittere Tränen der Enttäuschung. Der Klub geriet durch diesen Albtraum in eine Phase der Depression, die noch bis heute anzuhalten scheint. Vor diesem Hintergrund jetzt die Bilder der feiernden Leverkusener zu sehen, stimmt einen als BVB-Anhänger nachdenklich und auch ein Stück weit traurig.

Aber mal ehrlich: Der BVB war im Vorjahr einfach zu ‚dämlich‘ um sich ein solch schönes Saisonende zu bescheren, wie es jetzt die Bayer-Truppe genießen darf. Vor diesem Hintergrund konnte auch ich mich dann am Sonntag mit den über Jahre hinweg belächelten ‚Pillendrehern‘ aus Leverkusenern freuen.

Deshalb folgt auch hier und heute an dieser Stelle von mir ein herzlicher Glückwunsch an Xabi Alonso und seine Mannschaft! Ihr wart deutlich cleverer und auch sportlich wesentlich besser, als es der BVB im Vorjahr war und habt es dadurch in diesem Jahr mehr als verdient den historischen Titellauf der Bayern zu beenden!

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