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Dortmund: Auf der Suche nach dem Sinn des #FridaysforFuture – Sommerkongresses

#FridaysforFuture macht Sommerferien. Foto: Robin Patzwaldt

Seit Mittwoch sind sie jetzt schon bei uns in Dortmund zu Gast. ‚Klimaaktivisten‘ der Fridays for Future-Bewegung halten bis zum kommenden Sonntag ihren erstes bundesweites Treffen im Rahmen eines Sommerkongresses im Revierpark Wischlingen ab. Rund 1.400 Teilnehmer sollen es insgesamt sein.

Das klingt zunächst einmal sehr gut. Junge Menschen, im Laufe ihrer Schulzeit von ihren Lehrern deutlich mehr von ‚grünen‘ Themen geprägt als die Generationen vor ihnen, engagieren sich (jetzt auch in ihrer Freizeit) für Umweltschutz und ökologisch sinnvollem Verhalten. Niemand könnte ernsthaft etwas dagegen haben. Doch worin besteht eigentlich konkret die Leistung dieser ‚Aktivisten‘ in der Sache, abgesehen davon, dass sie lautstark etwas von anderen fordern?

Seit Monaten bekommen die FFF-Teilnehmer eine deutlich höhere Aufmerksamkeit geschenkt als sie Demonstrationen vergleichbarer Größe sonst zuteil wird. Die etablierte Politik reagiert in vielen Fällen zunehmend aufgeschreckt, teilweise regelrecht panisch.

Trotzdem hört man von Seiten der jungen Demonstranten in diesen Tagen, dass sie unzufrieden sind, da ‚das Problem‘ von der Politik noch immer nicht gelöst ist, sie zu wenig erreicht zu haben glauben, sich die ‚Mächtigen‘ aus ihrer Sicht nicht schnell genug bewegen.

Doch was erwarten diese jungen Leute diesbezüglich eigentlich? Und was ist dabei ihre konkrete Leistung, abgesehen von einem massiven Forderungskatalog an die ‚Anderen‘?

Verfolgt man die Berichterstattung rund um den Sommerkongress in Dortmund, dann kann man sich ohnehin des Eindrucks nicht erwehren, dass der Spaß hier in Dortmund im Mittelpunkt steht. Ein Campinglager mit Freunden und Gleichgesinnten, bei dem Live-Konzerte, Open-Air-Kino und Poetry-Slam für Unterhaltung sorgen. Das Ganze scheint etwas von einem ungewöhnlich luxuriösem Ferienlager zu haben.

Auf den Sinn und Zweck des Treffens in Dortmund angesprochen, kam bisher jedenfalls noch kein einziger Punkt zur Sprache, der der Umwelt, der dem Klima am Ende tatsächlich gedient hätte.

Immer wieder hört man hier die gleichen Schlagwörter: Bessere Vernetzung, Vorträgen lauschen, gemeinsam diskutieren. Nichts davon ist eine eigene Leistung der Teilnehmer, die dem Klima, die dem Umweltschutz konkret dienen würde. Und streng genommen hätte man dafür nicht einmal zusammenkommen müssen, durch das Lager und die Anreisen dem Klima zusätzlich schaden müssen. Das Alles hätte man auch von daheim aus vorantreiben können. Unter Umständen hätte es dann aber eben nicht ganz so viel Spaß gemacht wie ein großes Zeltlager in Dortmund.

Das was die FFF-Bewegung leistet, das geht bisher nicht über die Rolle anderer, seit vielen Jahren aktiver Umweltschutzorganisationen hinaus. Ganz im Gegenteil. Die etablierten Organisationen leisten häufig in der Praxis etwas Konkretes im Sinne der Sache, die sie unterstützen. Bei Fridays for Future ist diesbezüglich bisher nichts zu erkennen, außer der großen medialen Beachtung, die der sich immer besser organisierende Schulstreik weltweit findet.

Woher also einerseits dieser Hype rund um die Bewegung und andererseits die scheinbar übergroße Erwartungshaltung einiger Teilnehmer, die sich offenkundig ernsthaft über das bisher Erreichte enttäuscht zeigen?

Beide Tendenzen sind ein kräftiger ‚Arschtritt‘ für Umweltschützer und Aktivisten, die seit Jahren tatsächlich etwas für die Sache leisten, sich selber dafür massiv in ihrem Leben einschränken und dafür konsequent an sich und ihrem Verhalten arbeiten, ganz ohne diesen Hype und die viele Beachtung in den Medien.

Und wie lässt es sich eigentlich erklären, dass zeitgleich die sogenannten ‚Besentage‘, wie sie viele Städte und Schulen in diesem Lande seit Jahren organisieren, also etwas womit man der Umwelt im eigenen Umfeld wirklich ganz konkret etwas ‚Gutes‘ tun könnte, vergleichsweise schwach besucht sind? Könnte es daran liegen, dass es nicht ganz so viel Spaß macht, wenn man für etwas ‚Gutes‘ wirklich arbeiten muss? 😉

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34 Kommentare zu “Dortmund: Auf der Suche nach dem Sinn des #FridaysforFuture – Sommerkongresses

  • #1
    Nina

    Ich finde die Annahme, die jetzige Generation sei auf das Thema gekommen, weil sie in der Schule grün geprägt seien falsch und ja, auch arrogant. So auf die Leute zu blicken als seien sie eine manövrierbare Masse ist zu kurz gedacht. Die Generation ist da schon ganz allein drauf gekommen.
    Und darf Veränderung keinen Spaß machen? Sollte man Proteste zentral, nüchtern und von daheim organisieren? 😉
    Die Leistung der Leute ist groß-sie halten das Thema wach. Und es scheint so zu sein, als würden sie den hehren Zielen mancher Parteien nur Glauben schenken, wenn diese sie auch umsetzen. So gesehen ist da fast schon ein anti-autoritärer Keim in dieser Bewegung.

  • #2
    Facepalm

    Bei einem Strategiemeeting geht es nicht um Inhalte sondern um Ziele und Methoden. Darüberhinaus ist es ja erklrtes Ziel von FFF Aufmerksmkeit zu erzeugen und Taten einzufordern.

    Vielleicht sollte Herr Patzwaldt über etwas schreiben dass er versteht.

  • #3
    thomas weigle

    In den Hüttendörfern der 70er, 80er und 90er hatte man nicht nur Spaß, sondern sogar Sex. Und das nicht zu knapp. Ohne das hätte das Hüttendorfleben auch nicht über Monate oder gar Jahre funktioniert.
    Den fff-Jugendlichen nun auch noch vorwerfen, dass sie Spaß bei ihrem ernsthaften Anliegen haben wollen, ist typisch deutsch. Naja, die einen stört die Fliege an der Wand….

  • #4
    Stefan Laurin

    @Nina: Die Panik-Bücher von Gudrun Pausewang sind in NRW Schullektüre. Die Kids bekommen Angst vor Technik beigebracht.

  • #5
    Ke

    F4F passt in die heutige Welt.
    Von anderen irgendwas fordern, viel Strategie und wichtige Arbeitskreise, viel Panik wenig Inhalt inkl. Folgenanalyse.

    Die Personen sind alt genug, so dass mehr Inhalte gefordert werden können.

    Ich kann mit dem FFF nichts anfangen und bin enttäuscht

  • #6
    Laubeiter

    Hallo Ruhrbarone, ich lese die Beiträge hier gern. Das Ruhrgebiet ist deshalb so dicht besiedelt, weil die lokalen Steinkohlevorkommen profitabel ausgebeutet werden konnten von Investoren, die man im Ruhrgebiet Ruhrbarone nennt – Stinnes, Krupp, Thyssen, Koppers, Hoesch, Klöckner. Inzwischen ist die Steinkohle unprofitabel, das Ruhrgebiet ist aber immer noch dicht besiedelt. Nun zur Kohle: Braunkohle wird weiter ausgebeutet im benachbarten Rheinland. Nun fragt sich eine Generation von SchülerInnen in Deutschland und in vielen Ländern weltweit, wieso Kohle und Öl ausgebeutet werden, wenn man inzwischen weiss, dass der damit verbundene Anstieg der Konzentration des Gases CO2 negative Auswirkungen auf das Klima hat und wenn inzwischen alternative Energien zur Verfügung stehen. Ruhrbarone scheint zu betonen, dass SchülerInnen im Beantworten dieser Frage vweniger auf dem Kasten haben als der BUND, Greenpeace, die SPD, die CDU, der IWF, Siemens. Die FFF stellen eine die Frage, die in der Agenda der Gesellschaft nur eine von vielen ist, die debattiert werden, aber SchülerInnen nun mal dringend erscheint. Ob nun ein Treffen von FFF-AnhängerInnen in Dortmund der Sache mehr dient als andere denkbare Formen der Organisation, vermag ich nicht beurteilen. Doch ich denke, im Ruhrgebiet sollte es eine Idee davon geben, dass die jetzige Lage ihre Ursache in der Ausbeutung von fossilen Brennstoffen hat, die das Ruhrgebiet geschaffen hat.

  • #7
    thomas weigle

    Ich bin ja nun schon länger nicht mehr schulisch tätig. "Öko" war damals ein viel gebrauchtes Schimpfwort unter Schülrn,, sowohl für Sachen als auch für Personen. Die Lehrer waren damals nicht sehr viel anders drauf als heute, also eher grün-alternativ. Umweltschutz und v.a. die Grünen hatte dennoch kein großes Gewicht bei den Kids.
    Also muss die fff-Bewegung zumindest auch andere Gründe haben als die ach so pösen grünalternativen Zuchtmeister in den Schulen und deren verderbliche Schullektüre, mit der sie auf die Kids einteufeln, Pausewang hin oder her. Da überschätzt @ Stefan Laurin den Einfluss schulischer Lektüre maßlos. Das habe ich leider oft genug erfahren müssen, wenn ich bspw. "Damals war es Friedrich" lesen ließ. Oder "Heißt Du wirklich Hasan Schmidt?" Uswusf.
    Es ist halt sehr deutsch, hinter allem und jedem eine Verschwörung oder wenigstens geheimnisvolle Kräfte und Absichten zu wittern, die ihre sinistren Absichten stringent verfolgen.

    Es ist vielleicht ganz sinnvoll, den Schülern zu gestatten, sich ernsthaft für ihre Zukunft zu interessieren, statt sie ständig lächerlich zu machen. Auch wenn sie anders drauf sind als ruhrbaronischen Großdenker.

  • #8
  • #9
    Jupp Schmitz

    Boring old farz!?
    Wenn ich FFF, Greta etc. durch Dutschke, Weltrevolution, Vietnam ersetzen würde…
    Vergleichbare Artikel gab es doch Ende der 60er auch schon und den orthodoxen Linken wurde damals genauso von der Neuen Linke vor den Kopf gestossen . Oder Punk in den 1970ern?

    Was ist denn an der Arroganz der Jugend so verwerflich? Jetzt fahren überraschenderweise doch nicht alle in Urlaub, sondern treffen sich blöderweise in DO – und schwups das ist schon wieder nicht richtig! Sondern? Ich finde es völlig okay, dass hier vernetzt wird und über das grosse Ganze diskutiert wird.

    Es ist eben nicht mit "viele kleine menschen machen viele kleine schritte" getan.
    "Es gibt kein richtiges Leben im Falschen" wäre doch auch mal ein Statement; das Foto zum Artikel stellt ja auch die Systemfrage.

  • #10
  • #11
    Klaus Lohmann

    "…hört man von Seiten der jungen Demonstranten in diesen Tagen..", "Verfolgt man die Berichterstattung rund um den Sommerkongress..", "Immer wieder hört man hier die gleichen Schlagwörter…",

    Robin, ohne Dir zu nahe treten zu wollen: was ist denn *Deine* Leistung in Sachen aktiver Umweltschutz und/oder z.B. Aufklärung der Ignoranten in unserer Gesellschaft über das längst passierte Verstreichen der "Fünf vor zwölf"-Fristen bezüglich Erderwärmung? Ein Artikel mit fortlaufenden "hört man…, liest man…"-Zuständen ist für mich derart passiv und destruktiv, dass sich die Diskussion darüber eigentlich nicht lohnt.

    Übrigens komme ich grad von Camp bzw. aus Wischlingen und bin einigermaßen baff, wie brav und konzentriert die Kids dort in den ganzen Workshops arbeiten – sofern von außen einsichtbar. Dritter Tag und immer noch Elan – da träumt so mancher Firmenboss mit seinen Change-Management-Seminaren sein ganzes Leben von.;-)

    Und PS: So sauber nach drei Tagen Event mit knapp 2000 Leuten war der Revierpark noch nie;)

  • #12
    Yohak

    "wenn inzwischen alternative Energien zur Verfügung stehen." Tun sie das? Wenn Wind weht oder Sonne scheint, dann ja. Aber wenn wenig Sonnenschein und Wind zur Verfügung stehen? Mangels geeigneter Speichertechnologien kann man dann nur auf fossile Energien oder auf die aus anderen Gründen in deutschland abgelehnte Kernkraft zurückgreifen.

  • #13
    Yilmaz

    Ich höre immer wieder meine Generation hätte einen kaputten Planeten hinterlassen. Hier nur ein paar Gedanken zur Anregung. Als ich aufwuchs hatten wir EIN Telefon als Festnetzanschluß, ein Fahrrad mit drei Gängen, einen Fehrnseher mit fünf Programmen. All diese Geräte hatten einen minimalen Verbrauch oder gar keinen. In den Urlaub ist man wenn überhaupt nur einmal gefahren und auch nicht geflogen. Wir trugen Secondhand Klamotten da wir uns neue nicht leisten konnten. Usw. usw. Jetzt frage ich, kann sich das die heutige ach so Umweltbewusste Generation überhaupt vorstellen? Zählt mal euren Elektroschrott zusammen was der an Strom und Ressourcen verbraucht, dann noch eure Reisen, die SUVs eurer Eltern und dann fragt euch wer hier die Zukunft verfrühstückt.

    Es seit IHR, die kein Bewusstsein für Konsum habt.

  • #14
    thomas weigle

    @ Klaus Lohmann Danke für Ihren Beitrag!!
    @ Yilmaz Ach Gottchen…,sie denken wirklich schlicht. Da lohnt nicht mal mehr eine Diskussion. Nur soviel: Nicht die Kids haben all den Schrott erfunden, sondern die heute Erwachsenen. Den Rest können sie sich hoffentlich selbst zusammen reimen.

  • #15
    Günther A. Classen

    Äh, ja Herr Patzwald,

    besser hätte s Christian Lindner auch nicht formatieren können.

    https://www.merkur.de/politik/anne-will-ard-fridays-for-future-lindner-erntet-shitstorm-und-widerspruch-von-12-000-wissenschaftlern-zr-11841663.html

    https://www.welt.de/politik/deutschland/video195532107/Guerilla-Aktion-FDP-Chef-Lindner-und-Fridays-for-Future-Aktivisten-werden-wohl-keine-Freunde.html

    Dass der mit solchen oberlehrerhaften Sprüchen voll vor die Wand gelaufen ist, dürfte auch Ihnen bekannt sein und wenn Sie noch nicht völlig vergreist sein sollten, erinnern Sie sich vielleicht einmal, wie Sie seinerzeit reagiert haben, wenn die Erwachsenen Ihnen mit solchen Sprüchen wie in Ihrem Artikel gekommen sind.

    Als lediglich mittelmäßig dementer Alt-68er vermag ich mich daran noch einigermaßen erinnern.

    Ein großer Teil der seinerzeitigen Bewegung ist genau auf solche und ähnliche Reaktionen des damaligen Establishments zurückzuführen.

  • #16
    Ke

    @13 Yilmaz
    Das sehe ich auch so. Ich finde die Aussagen bzgl der Wiederaufbaugeneration komplett daneben. Oder man fehlte zu oft im Geschichtsunterricht und hat keine Vorstellungen

  • #17
    Ke

    #11 K Lohmann
    Die Experten aus dem Elfenbeinturm sind bei Change Prozessen in der 1. Phase immer motiviert

    Danach wird es spannend

  • #18
    Klaus Lohmann

    @#17: Nein. Am 3. Seminar-Tag spielt jeder der noch Anwesenden mit seinem Smartphone, gähnt lustlos oder quasselt mit den Kollegen rum – alles über viele Jahre selbst erlebt.

  • #19
    Der gebürtige Dortmunder

    Die fffler könnten sich heute doch ‚Freunde‘ machen, wenn sie die paar Meter zu der beratungsresistenten Volksgruppe gingen, um mit denen zu diskutieren, und danach die Zufahrten zum Westfalenstadion blockieren.

  • #20
    thomas weigle

    Es ist halt nix Neues. Einige Ältere vertragen es einfach nicht, wenn ihnen jüngere Menschen, Minderjährige gar, die zudem noch "nichts geleistet haben"( so hieß das früher), einige unangenehme Wahrheiten sagen und dafür auch noch Beifall von anderen älteren Menschen und sogar Wissenschaftlern bekommen. Diese Jugendlichen mit den Maßstäben des Erwachsenenlebens zu beurteilen, ist einfach nur albern.

  • #21
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Viel alberner finde ich es, Thomas, wenn man Leute dafür feiert, dass sie ’nur‘ etwas von anderen einfordern, dabei regelmässig ‚die Schule schwänzen‘, während tausende Leute, die wirklich etwas aktiv für eine bessere Gesellschaft leisten, das weitestgehend unbeachtet von den Medien und der Gesellschaft tun.

  • #22
    Klaus Lohmann

    @Robin: Mir fehlen immer noch irgendwelche Belege oder eigene Erfahrungen für Deine steile These. Und wenn andere Organisationen sich der momentan großen, natürlich auch medial gehypten Öffentlichkeitswirkung der "Fridays" verweigern, weil es sich aus ihrer Sicht um unreife, schulschwänzende Nichtskönner handelt, dann tun mir diese "tausenden Leute" einfach nur leid.

    Ich erlebe als Anrainer ähnliche unsolidarische Verhaltensweisen übrigens an fast gleicher Dortmunder Stelle beim Widerstand und Kampf gegen "unsere" Nazis, wenn sich dazu auf Stadtteilebene Kleingruppen aus selbsternannten Aktivisten bilden, die andere Bürger von oben herab – wie weiland die Orts-SPD ihre "dummen Schäfchen" – als unmündige Mitläufer betrachten, denen man "den Widerstand" erstmal mit dem Holzhammer eintrichtern muss:-((

  • #23
    Arnold Voss

    Robin, so läuft das aber nicht in einer Mediendemokratie. Deswegen machen das die Kids schon ganz richtig. Ob sie allerdings auch den Wissenschaftlern huldigen werden, die es rein ökologisch besser gefunden hätten, wenn die Hälfte von ihnen gar nicht geboren worden wäre, wage ich zu bezweifeln:

    https://hpd.de/artikel/kind-weniger-fuers-klima-17074?fbclid=IwAR2sTUY13Pljw8hH0NIQrpBPK9Eepou8AGpA81–atUOM-0FXNphkqsGtw0

  • #24
    thomas weigle

    Wie gesagt,Robin Du stellst an Minderjährige Anforderungen, die die meisten Erwachsenen nicht erfüllen. Und was das Schwänzen angeht, hast Du ja deren Ferienkongress genauso niedergemacht wie das freitägliche Demonstrieren. Ich weiß nicht, warum Du so verbiesterst über die Jugendlichen urteilst?
    Vielleicht, weil Du öfters fliegst? Machen sie Dir ein schlechtes Gewissen?
    Auf jeden Fall haben die Kids nicht wenige ans Nachdenken gebracht, nicht umsonst bekommen sie viel Unterstützung. Der Ball liegt jetzt v.a. bei den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft und bei uns Erwachsenen. Denn egal wie viele Kids sich den Zielen der fff verpflichtet fühlen, sie sind nur eine Minderheit. Vielleicht sogar unter den Jugendlichen, was ich nicht ausschließe. Auf jeden Fall aber im Blick auf die Gesamtbevölkerung.
    Die Entscheidungen müssen heute bzw. bald getroffen werden. Die Kids sind nicht in Positionen, wo sie die richtigen Entscheidungen in Politik und Wirtschaft treffen können. Davon sind sie noch einige Jährchen entfernt.
    Wer ist gegen sie? Der Lindner, die AfD logo. Und sonst sehe ich jetzt im politischen Raum keinen von einiger Bedeutung, der sich gegen die Kids und ihre Forderungen positioniert. V.a. nicht die Parteien, die irgendwie links sind. Hast Du nicht vor noch gar nicht so langer Zeit hier geschrieben, dass Du irgendwie links bist? Irgendwie links sind Deine Beiträge zu fff jedenfalls nicht. Überhaupt nicht.

  • #25
    Ke

    #18 K Lohmann
    Wenn in einem wichtigen Change Projekt die Hauptakteure nach 3 Tagen daddeln, werden sie den Prozess nicht managen können. Dann sollten sie sich lieber komplett mit daddeln oder anderen Sachen beschäftigen

  • #26
    Klaus Lohmann

    Noch viel, viel alberner ist es, lieber Robin, wenn hier kritische Kommentare nicht mehr veröffentlicht werden. Falls ihr den Deckel auf die Ruhrbarone draufmachen wollt, dann informiert bitte den usual staff, bevor Gerüchte rausgehen. If you can’t stand the heat…

  • #27
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Lieber Klaus! Du wirst uns sicher verzeihen, dass wir uns an den Wochenenden von der Moderation der eingehenden Kommis auch einmal für ein paar Stunden verabschieden, oder? So war ich am gestrigen Samstag u.a. in Sachen DFB-Supercup unterwegs… 😉 Also bitte nicht ganz so ungeduldig mit der Freischaltung der Kommis, wenn ich bitten darf. 😀

  • #28
    Marco Schöllhorn

    Klar will die FFF-Bewegung Aufmerksamkeit erregen da die Politik eurer Generation es nicht geschafft hat was sie eigentlich hätte tun sollen und jetzt müssen Schüler auf dieses Thema aufmerksam machen und ‚Fordern‘. Da wir nichts mehr machen können wenn wir ‚An der Macht‘ sind. In unter neun Jahren wird es zu spät sein weil wenn wir so weitermachen ist dann der Knackpunkt von 1,5°C dann erreicht und die Erde erwärmt sich immer weiter. Dies sollte auf jeden Fall verhindert werden, egal von welcher Genaration denn unserer Planet hat viele Wunder und Schönheiten von denen ich will das sie auch noch meine Enkel sehen können.

  • #29
    Klaus Lohmann

    @Robin: Ok, dann hast Du wenigstens den spaßigeren Teil des Abends selbst erlebt;-)) War ja auch im TV sehr nett anzusehen.

  • #30
    Manfred Rohde

    Lieber Robin, dein Beitrag trifft den Kern der Sache. Der Hintergrund sollte aber besser beleuchtet werden:
    Die Energieströme in Deutschland teilen sich auf in Elektroenergie (etwa 20 %) und Antriebsenergie, Wärmeenergie und Prozesswärme (zusammen etwa 80%).
    Wir sind zur Zeit damit beschäftigt und versuchen, erneuerbare Energien zur Erzeugung der Elektroenergie heranzuziehen. Dies gelingt uns schon zu einem großen Anteil. Es ist aber zur Zeit nicht möglich, die Elektroenergie vollständig aus erneuerbaren Elementarquellen zu beschaffen. Wind und Sonne sind nicht kontinuierlich vorhanden. Die Speicherung von Strom in großen Speichern ist noch nicht entwickelt. Deshalb müssen auch auf dem Sektor Elektro noch in großem Maße fossile Kapazitäten vorgehalten und eingesetzt werden.
    Leider wird – teils aus Unwissenheit, teils auch bewusst – immer so getan, als ob nur der Stromsektor durch Erneuerbare Energien abgedeckt werden muss und alle Probleme wären gelöst?!
    Zusätzlich sind Forderungen vorhanden, unter anderem auch von F4F (!), die Erneuerbaren Energien auf die anderen Sektoren (Prozesswärme, Heizung und Antriebsenergie) auszuweiten bzw. die dort vorhandene CO2-Produktion zu drosseln.
    Wie realistisch ist das?
    Wenn wir uns das gesamte Dächerpotential in Deutschland betrachten,und voraussetzen, dass Flächen für den Nahrungsanbau und Naturflächen erhalten bleiben, wenn wir unterstellen, dass Parkplätze und große innerstädtische Plätze mit Photovoltaik überbaut werden, wenn wir alle geeigneten Fassaden zur Stromerzeugung heranziehen, wenn die Autobahnen und Stromtrassen mit Photovoltaik überbaut werden, wenn Windräder innerhalb Deutschlands moderat zugebaut und sämtliche Küsten on- und offshore mit Windrädern versehen werden, können wir auf etwa 40% der gesamten in Deutschland notwendigen Energiemenge kommen, die fossile Energien und Atomenergie ersetzen kann.
    Was ist mit den übrigen 60%? Ganz abgesehen davon, dass der Ausbau erneuerbarer Energien viel energischer betrieben werden muss, um die 40% zu erreichen, müssen realistische Ansätze (Pläne) her, mit denen CO2 vermieden, bzw. durch erneuerbare Energiequellen oder nicht CO2 emittierende Energieerzeugung ersetzt werden kann!
    Dazu muss die Forschung vorangetrieben werden. Speicher müssen entwickelt und erprobt werden. Höre ich diese Forderungen von F4F?
    Beispielsweise müssen EU-intern riesige Programme entwickelt werden, wie wüstenartige Gebiete, in Italien, Spanien, Portugal und Griechenland mit großen Photovoltaikfeldern bestückt und mit Windparks ausgestattet werden. Dazu muss eine einheitliche Form des Stromtransports über Gleichspannung durchgesetzt werden, die für alle EU-Länder verbindlich ist. Mit diesem Programm würden wirtschaftlich benachteiligte Gebiete gefördert, viele Einheimische in den wirtschaftlich benachteiligten Gebieten in Brot und Arbeit gebracht und gleichzeitig die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien international vorangetrieben.
    Es müssen Energieabkommen mit Russland, mit den Saharaländern, mit Arabien etc. geschlossen werden, die mit unserer Hilfe auf ihrenTundren und Wüstenflächen riesige Kraftwerke errichten, von denen wir beliefert werden. Die Power-to-Gas-Technologie ist weiter zu entwickeln, denn sie schafft es, ohne an jeder Laterne eine Steckdosenleiste mit hoher elektrischer Leistung (!) installiert werden muss, und ohne völlig neue Technologien zu entwickeln und wertvolle Ressourcen zu verschwenden, unsere Autos mit Gas aus erneuerbaren Energien weiter zu betreiben.
    Eine F4F-Bewegung könnte also mehr außenpolitische Anstrengungen fordern, indem sie der Regierung und Bevölkerung den Spiegel vorhält und sagt, was und wie die Abkehr vom CO2-Alter zu schaffen ist.
    Auf keinen Fall geht das, indem Antriebsenergie (Benzin und Diesel oder Gas= fossil) durch zusätzliche Elektroenergie (erzeugt durch Kohle oder Braunkohle, Gas = fossil ) ersetzt wird.
    Auch die iIm Neubau heute häufig eingesetzte Wärmepumpentechnologie zur Beheizung der Häuser geht in diese Richtung. Sie weitet den Elektrizitätssektor aus, ohne dass die Erneuerbaren diese Ausweitung ausfüllen können.
    Auf absehbare Zeit ist es also nicht zu schaffen, fossile Energien durch Erneuerbare Energien zu substituieren.
    Wir müssen deshalb CO2 vermeiden. Und dies in großem Stil. Mal eben so auf einen Flug verzichten, reicht nicht. Es müssen gewaltige Einschnitte in den Komfort her. Fertigungsprozesse müssen auf den Prüfstand. Beispielsweise könnte die energieintensive Fertigung von Aluminium geächtet werden. Stahl muss durch Holz ersetzt werden. Lifte durch Treppen, Warmwasser gemieden werden (nur einmal in der Woche baden!). Der Lebensstandard muss heruntergeschraubt werden, das Leben weitgehend in den eigenen vier Wänden stattfinden.
    Die Bevölkerung auf dieser Erde muss gewaltig schrumpfen! Die Nahrungsmittel- und hier vor allem die Fleischproduktion muss auf Maße zurückgeschraubt werden, die die dabei unvermeidliche CO2-Produktion erträglicher macht.
    Wie das sozialverträglich und in der geforderten Schnelligkeit stattfinden kann, darauf gibt F4F keine Antwort.
    Dass Politik und Wirtschaft durch jahrzehntelanges Nichthandeln die ganze Angelegenheit nicht gefördert haben, liegt auf der Hand. Aber eben Politik und Wirtschaft sehen auch, dass Deutschland im Energieverbrauch gerade einmal 3% der Weltenergie repräsentiert und dass mit einer vollständigen Substitution fossiler Energien durch erneuerbare Energien in Deutschland nur ein kleiner Tropfen weniger verbraucht wird.
    Die Menschheit rückt deshalb geschlossen auf die Erderwärmung zu.
    Aus meiner Sicht können Folgerungen aus all diesen Tatsachen nur sein, dass wir uns in Sachen CO2-Verbrauch zurückhalten, ihn eindämmen, wo es nur geht, dass wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien vorantreiben, dass wir uns um Speichertechnologien bemühen, die den zeitweiligen Überschuss der Erneuerbaren speichern und ihn bei Abwesenheit von Licht und Wind wieder einspeisen. Wir sollten also leuchtendes Beispiel sein für eine sozialverträgliche Abkehr vom fossilen Zeitalter!
    Im übrigen müssen wir uns aber auf die Klimaveränderung einstellen, weil sie – zumindest teilweise menschenverursacht – unvermeidbar ist.
    Da warten riesige Aufgaben auf uns. Beispielsweise der Bau von Wasserkraftwerken in den Bergen, die wasserreguliernd wirken und gleichzeitig Speicherfunktion der Ressource Wasser, also die bisherige Funktion der Gletscher übernehmen. Die Regenmengen werden steigen.Die Waldgrenze steigt klimabedingt. Aufforstungsaktionen können mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der Appenin bspw. war zu römischen Zeiten bewaldet. Es erfordert gigantische Anstrengungen ihn wieder aufzuforsten.
    Aber durch diesen Wald würde das Klima in Italien, im gesamten Mittelmeeraum erträglicher.
    Wir haben auch Hoffnung:
    Die Erwärmung der Ozeane und gleichzeitig das höhere Wasseraufnahmevermögen von wärmerer Luft verhilft gigantischen Wassermengen, in die Luft zu verdunsten! Dieses Mehr an Wassermengen wird zu einem Teil auf dem Land abregnen.
    Das Zweistromland in Syrien war in biblischen Zeiten fruchtbar und grün. Die nördliche Sahara war die Kornkammer Roms. Grönland war das "grüne Land" für die Wikinger.
    Auf der begossenen Alm im Berchtesgadener Land sind in 2800m Baumstümpfe und Kuhdung gefunden worden. In den Tauern sind Goldbergbaustollen vom ewigen Eis freigegeben worden.
    Es hat also Situationen – auch in jüngerer Zeit der Menschheitsgeschichte – gegeben, in denen Menschen mit einem wärmeren Klima umgehen mussten.
    Mag sein, dass es erstmalig alle, also die gesamte Menschheit auf dieser Erde, betrifft. Na und?
    Die Menschen in Bangla Desh und auf den Atollen der Südsee müssen umgesiedelt werden, weil der Meeresspiegel steigt. Packen wir es an!
    "F4F für konzertierte Aktionen zur Umsiedelung betroffener Menschen! "
    Wann sehe ich erste Demonstration, die dies und den Bau von Wasserkraftwerken weltweit, die weltweite Aufforstung betroffener Klimaregionen fordert?
    Die "Future" kann jedenfalls nicht darin liegen, mal eben schnell CO2 einzudämmen!
    Der Mensch hat innerhalb der Evolution eine bestimmte Stellung und Funktion. Wenn er die damit verbundenen Herausforderungen und Aufgaben nicht meistern kann, wird er verschwinden, wie viele andere Tierarten und Pflanzen auch. Davon geht die Welt nicht unter. Wir haben uns dann allerdings nicht als die ideale Lebensform herausgestellt, für die wir uns immer halten.
    Dies muss uns immer bewusst sein!

  • #31
    Klaus Lohmann

    @Manfed Rohde: "Da warten riesige Aufgaben auf uns"

    Und F4F – evt. als zukünftige Forscherelite?? – fängt dann schon mal an, während andere noch darüber lamentieren, wie schwer und unrealistisch das doch alles sei. Ist die Menschheit mit Lamentieren jemals auch nur einen Millimeter vorangekommen??

  • #32
    Robert Müser

    Ich würde gerne noch einen Gedanken zu FFF einbringen …

    Für meine Begriffe steht FFF vor einer wichtigen Weichenstellung zu ihrer eigenen Zukunft.

    Die Bewegung muss sich entscheiden ob sie weiter mit ihrer "moralischen Überlegenheit" den Finger in Wunde legt oder ob sie sich aktiv in den politischen Prozess einbringen will. Dazu wäre es aber notwendig die eigenen Maßstäbe und Forderungen zu überdenken und ggf. den tatsächlichen Realitäten anzupassen. Es stellt sich mir die Frage ob FFF dazu aktuell überhaupt in der Lage ist.

    Nach dem Verlauf der Diskussion mit dem Chef der Wirtschaftsweisen auf dem Camp in Dortmund, Christoph Schmidt, habe ich so meine Zweifel.

  • #33
    thomas weigle

    Nochmal: hier werden Ansprüche an die Kids gestellt, als wären diese in verantwortungsvollen Entscheiderpositionen. So wenig wie die 68er bereits 1969 in Positionen waren, in der sie verantwortlich tätig sein konnten, so wenig werden die Kids 2020 in solchen Positionen sein. An die Kids Ansprüche zu stellen und deren zackige Umsetzung zu fordern, ist schlicht und ergreifend naiv bzw. der untaugliche Versuch, diejenigen zu entlasten, die hier und heute in der Verantwortung sind. Manche tun so als, auch hier, als wären das die Kids.
    Das Verdienst der Kids ist, die richtigen Fragen zu stellen und deren Beantwortung von der in Verantwortung stehenden Generation zu verlangen.

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