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Dortmund: Hotline gegen Nazis

Nazi-Demo in Dortmund

 

Die Polizei Dortmund schaltet ab dem 27. Februar ein Infotelefon frei. Die Bürger sind aufgerufen, die Polizei im Kampf gegen Nazis mit Hinweisen zu unterstützen, auch ein Beratungsangebot soll es geben. Die neue Bürgernähe dürfte allerdings eher Ausdruck steigender Hilflosigkeit bei der Verfolgung rechter Straftaten sein. In Dortmund schwelt seit langem der Unmut über das lasche Vorgehen der Behörden gegen die Nazi-Szene. Dortmund gilt bundesweit als Hochburg der sogenannten „Autonomen Nationalisten“, die sich bevorzugt im Stadtteil Dorstfeld bewegen. Die neue Hotline will viel bieten, hier sollen „Ratsuchende Hilfen und Beratungsangebote von qualifizierten Staatsschutzmitarbeitern der Polizei erhalten, Informationen einholen oder auch der Polizei Hinweise geben“, wie die Waz berichtet. Weiter heißt es:

„Polizeipräsident Norbert Wesseler appelliert an alle Dortmunder: ‚Ich möchte Sie herzlich bitten, halten Sie Kontakt zur Polizei. Wir beraten Sie gerne. Unterstützen Sie unsere Arbeit und teilen uns ihre Beobachtungen und Erkenntnisse mit. Mit Ihrer Hilfe können wir den Rechtsextremen erfolgreich auf die Füße treten.‘“

In Antifa-Kreisen ist man noch unschlüssig, ob es sich dabei bloß um Aktionismus handelt, oder ob bei der Polizei tatsächlich ein Umdenken stattfindet. Für Letzteres zumindest spricht die Aufstellung einer 50-köpfigen Sondereinheit, welche sich eine effizientere Verfolgung rechter Straftaten auf die Fahnen geschrieben hat. Die Ende Januar vorgestellte Spezialtruppe will den Nazis auch durch physische Präsenz in Brennpunkten zu Leibe rücken. Das „Sorgen/Infotelefon“ ist unter der Woche von 7 – 22 Uhr erreichbar unter der Nummer 0231/132-7777.

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7 Kommentare zu “Dortmund: Hotline gegen Nazis

  • #1
    dortmunder

    Ich bin ein bisschen Ratlos was die Polizei Dortmund mit dieser Nummer erreichen will. Eine Hotline zum melden von rechten Straftaten wäre ja nicht verkehrt, aber ich fürchte hinter dem Projekt steht mehr.

    Ich sehe hier den Versuch, der gerade ins Leben gerufenen Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt (Backup) Konkurrenz zu machen. Diese stelle ist nach langen Diskussionen und dem Einwirken von Antifaschistischen Initiativen aus Dortmund und von Außerhalb als unabhängige Beratungsstelle realisiert worden. Das hat gute Gründe, die nicht zuletzt im Verhalten der Dortmunder Polizei gegenüber Betroffenen von rechter Gewalt zu finden sind. Ich könnte mit Vorstellen das dem Polizeiapparat dass überhaupt nicht schmeckt, und sie deswegen jetzt versuchen Parallelstrukturen aufzubauen. Auch das reichlich ramponierten Image der Polizei Dortmund in Sachen Neonazis wird hier etwas aufgehübscht.

    Im Klartext kann man niemandem empfehlen, sich an diese Hotline zu wenden. Die Dortmunder Polizei, das zeigt die Vergangenheit, ermittelt nicht selten auch gegen den Betroffenen rechter Gewalt, unter der Prämisse, das es sich ja um „auseinandersetzungen zwischen linken und rechten“ handle. Diesen Leute auch noch freiwillig Informationen zuzuschustern ist einfach keine gute Idee. Da wendet man sich doch lieber an die Leute von Backup. Die wissen wann es Sinn macht die Polizei einzuschalten und haben vermutlich auch mehr Experten in Sachen Neonazis und rechter Gewalt zur Hand als die gesamte Polizei NRW

  • #2
    Bebbi

    Der neue Polizeichef Polizeipräsident Norbert Wesseler hat sich gleich anders zu der Thematik geäußert, als sein Vorgänger und scheint gleich den Reden Taten folgen zu lassen. Und da er sich die Latte hoch gehängt hat in der Sache, wird er da auch etwas tun müssen. Das Grundproblem kann aber aber keiner lösen so schnell. Auch durch Verdrängung der Szene wird die Gedankenwelt sich nicht ändern und auch das Problem, dass es die Rechtsoffenheit bis weit in die Mitte der Gesellschaft geht, löst man dadurch auch nicht.

  • #3
    denk nach

    @Dortmunder: Dem stimme ich voll zu!

    Zuletzt hatte ich Gelegenheit, ein Tischgespräch unter Dortmunder Polizeibeamten (Leitungsebene) mitzubekommen. Sie mokierten, dass ihnen gänzlich unverständlich sei, was sie in Dorstfeld eigentlich machen sollen. Außerdem hielten sie Sierau’s Anweisungen für ziel- und planlos. Sie machten nicht den Eindruck, sich engagieren zu wollen…

    Ich hoffe sehr, das Herr Wesseler „in Echt“ einen Plan gegen faschischtische Aktivitäten und Aktivisten hat und vor allen Dingen eine „Truppe“, die ihm darin folgt.

  • #4
    Klaus

    „Im Klartext kann man niemandem empfehlen, sich an diese Hotline zu wenden.“

    Lächerlich.

    Bei so einem Kommentar unterstelle ich der Antifa, dass ein vernünftiger und legaler Kampf gegen Rechts garnicht gewollt ist ?!?

  • #5
    Bebbi

    @ #4 | Klaus

    … was wiederum nicht sehr überraschend wäre. Gäbe es keine Rechten mehr, wäre ja die Antifa auch überflüssig …

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