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Dortmunder CDU weiter gegen Radautobahn im Ruhrgebiet

radautobahn

Die Dortmunder CDU-Ratsfraktion ist weiterhin gegen des den Bau der Radautobahn durchs Ruhrgebiet.

Die  in der vergangenen Woche vom Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) vorgestellte Machbarkeitsstudie kam zu  dem Ergebnis, dass die „Fahrradautobahn“ von Duisburg nach Hamm statt 110 Millionen 183,7 Mio. Euro kosten wird. „Eine abenteuerliche Kostenexplosion, die wir auf keinen Fall mitmachen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion Sascha Mader.

Die Konzentration von fast 200 Millionen Euro auf ein persönliches Prestigeprojekt einiger weniger Vertreter der Region, hier in erster Linie des grünen RVR-Planungsdezernenten Martin Tönnes, sowie der rot-grünen Landesregierung lehne die CDU-Ratsfraktion Dortmund nach wie vor ab, sagt Mader weiter.

Setzt sich die Union in Dortmund durch, was nicht ausgeschlossen ist, da es auch in Reihen der Stadtverwaltung und der SPD zahlreiche Skeptiker gibt, wäre das Projekt in Gänze gescheitert: Der RVR hat deutlich gemacht,  dass es ohne einen Teilabschnitt Dortmund keine Radautobahn geben wird

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22 Kommentare zu “Dortmunder CDU weiter gegen Radautobahn im Ruhrgebiet

  • #1
    Hubi

    Wenn man sich andere Projekte so anschaut, wird der Radweg am Ende sicher mehr als 183,7 Mio. Euro kosten.

  • #2
    Klugscheißer

    Natürlich wird es mehr kosten. Trotzdem ist es ein guter und kostengünstiger Weg, der Bevölkerung Alternativen zum Auto anzubieten. Mit dem E-Bike werden auch für Ottonormalradfahrer die Entfernungen kürzer. Bei den Nachbarn in NL zu radeln ist fantastisch. Wär doch schön, wenn es im Alltag auch so ginge…

  • #3
    Thorsten Stumm

    also so ganz ist die Kritik nicht von der Hand zu weisen…..warum sovoel Ged für eine „Fernstrasse“ ausgeben wenn in den Städten selbst die Radwege entweder marode oder gar nicht erst vorhanden sind….

  • #4
    JR

    Abgesehen von dem irrsinnigen Betrag, für den es mit sicherheit sinnvollere Verwendungen gäbe:
    – Verkehrspolitisch halte ich eine Schönwetterautobahn für sinnlos. Mindestens 2/3 des Jahres bliebe die Strecke wetterbedingt leer und die Leute würden wie gehabt fahren.
    – Würde überhaupt wer längere Strecken mit dem Rad absolvieren, abgesehen von Freizeittouren?
    – Wer kommt für den Unterhalt auf?

    Wie schon beim Konzerthaus in Bochum; es wäre bestimmt eine schöne Sache, wenn Geld übrig wäre. Aber wir basteln uns Stuckverzierungen an die Fassade, während das Fundament bröckelt.

  • #5
    Erica

    Ich fänd es auch besser, mit dem Geld die innerstädtischen Radwege zu verbessern. Wer nutzt denn so eine Radautobahn überhaupt? Ich glaube, das wären nur wenige Ambitionierte. Aber in der Stadt sieht man Leute jeden Alters über bröckelige oder zu enge Radwege fahren, wenn denn dedizierte Wege überhaupt vorhanden sind. Schon die Verlegung der Radwehe vom Geh- und Radweg auf die Straße fand ich schlecht. Ich fühle mich auf der stark befahrenen, engen Lindemannstrasse oder Saarlandstrasse nicht sehr wohl.

  • #6
    Dortmunder

    @2 Klugscheisser:
    Die Entfernungen werden mit dem E-Bike also kürzer, soso. Und ich dachte immer, 42 Kilometer von Essen nach Dortmund im Winter bei minus 19 Grad aufm Fahrrad bleiben 42 Kilometer, E-Bike hin oder her.

  • Pingback: Links anne Ruhr (08.09.2014) » Pottblog

  • #8
    Klaus Lohmann

    Ich verstehe auch diese – wahrscheinlich nicht ganz billige – Machbarkeitsstudie nicht. Wer bitte kann von „Radautobahn“ oder „Radschnellstraße“ labern, wenn er die Streckenführung, mal abgesehen von der noch ungelösten Emscherüberquerung auf Höhe der Schnettkerbrücke, quer-mittig durch dichtes Stadtgebiet plant, wobei im Bereich Sonnenstr./Neuer Graben bis hin zum Großmarkt ja noch nicht mal Platz für eine notwendige Markierung wäre?

    Das ist Planerquatsch auf allerhöchstem Niveau, mal wieder typisch fürs Leuchtturm-Ruhrgebiet.

  • #9
    Klaus Lohmann

    Und wer bitte kontrolliert hier diese manchmal recht exotische, automatische Silbentrennung??:-)

  • #10
    Thomas

    Ob man dazu eine Radautobahn braucht? Da habe ich auch meine Zweifel. Dennoch bleibt ein echter Bedarf von stadtübergreifenden Radstreckenanbindungen, die gut fahrbar sind.

    An all‘ diejenigen, die meinen, man bräuchte sowas nicht: nehmt Euch mal ein Wochenende Zeit und plant eine Fahrradfahrt von Dortmund nach bspw. Essen auf einer einigermaßen pragmatischen Route. Wenn ihr die so geplant kriegt, dass ihr es überhaupt versuchen wollt, traut Euch mal, die zu fahren. Solltet Ihr das schaffen, ohne mindestens 2x Todesangst zu haben, dann meldet Euch bei mir. Die Route hätte ich gerne.

    Klar sind die Routen innerhalb von Städten schon problematisch. Aber innerhalb des Ruhrgebiets von Essen in östliche Richtung ist m. E. überhaupt nichts erschlossen. Um bei meinem Beispiel zu bleiben. Aus dem Essener Süden bis Bochum-Dahlhausen ist das alles einigermaßen gut bewältigbar. Aber danach: gute 20 km Furcht und Schrecken.

  • #11
    Reinhard Matern

    Gibt es Details? Soll ein Weg neben der A40 entstehen, wie mal angedacht war? Ich möchte in Erinnerung rufen, dass an den Ufern des Rhein-Herne-Kanals bereits so etwas wie ein Radwanderweg existiert, wenn auch mit einigen Hindernissen (Essener Hafen z.B.).

  • #12
    Klaus Lohmann

    @Thomas: Richtig, wir brauchen innerstädtisch und inter-städtisch eine gut ausgebaute Infrastruktur. Aber dafür muss das Rad nicht neu erfunden werden, denn wir haben die Basis schon in der Form des renaturierten Emschersystems, an dem die Emschergenossenschaft grade neue Rad- und Wanderwege baut, und en-masse stillgelegte Bahntrassen. Damit ist sowohl innerstädtisch als auch inter-städtisch die Grundvoraussetzung einer möglichst von KfZ-Verkehr freien Trasse ohne viel Ampeln, Kreuzungen, parkende Autos etc. pp. gegeben.

    @ Reinhard Matern:
    https://maps.google.com/maps/ms?msid=217794747784752294182.0005024fc11416d047e3a&msa=0&hl=de&ie=UTF8&t=m&ll=51.531814,7.305908&spn=0.384434,0.85556&z=10&source=embed&dg=feature

  • #13
    Hubi

    Versteh ich das richtig, allein diese Studie hat 370.000 Euro gekostet ???

    http://www.metropoleruhr.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detail/archive/2014/september/article/bundesverkehrsministerium-und-regionalverband-ruhr-rvr-praesentieren-machbarkeitsstudie-zum-radsch.html

    Die zentralen Ergebnisse des Projekts „Machbarkeitsstudie Radschnellweg Ruhr“ sind von Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR), und Martin Tönnes, Bereichsleiter Planung des RVR, heute in Essen vorgestellt worden. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans in Höhe von 370.000 €.

  • #14
    keineEigenverantwortung

    Wenn schon in der Stadt auf kurzen Strecken keine Fahrradfahrer sind, kann man sie bestimmt motivieren, Fernstrecken zu nutzen. Die Streckenführung in Dortmund ist abenteuerlich.

    Wir haben alte Bahnlinien, Flußrandwege, Kanalrandwege und Strassen, die sich für die Freizeit nutzen lassen. Sportlich ambitionierte Fahrer können auch schnell das Münsterland etc. erreichen.

    Ziel muss es doch vorrangig sein, kurze Strecken mit dem Rad zu fahren. Hier gibt es deutlich mehr Potenzial.

    Hoffentlich kommt es nicht zu dieser Geldverschwendung.

  • #15
    Klaus Lohmann

    @Hubi: Hab ich mir doch schon gedacht, dass das ganze aussichtslose Ding nur wieder – wie schon damals beim Metrorapid – dazu dient, ein paar Planerbüros und die entspr. Projektkoordinatoren beim RVR durchzufüttern.

  • #16
    JR

    @Thomas: Ich sehe überhaupt keinen Bedarf für städteübergreifende Radstrecken. Vielleicht wenn ich mal Rentner bin, will sagen, das ist alles Freizeit- bzw. Schönwetterkrempel.
    Wenn ich in Nachbarstädte muss oder will, will ich das a) trocken und/oder b) mit Transportkapazitäten, also mindestens mit Bus und Bahn, besser mit dem Auto.

    Und wer beim Radfahren Todesangst hat, sollte vielleicht sowieso besser kein Rad benutzen.

  • #17
    Kathleen

    Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich nur um die CDU in Dortmund.
    Wir stellt sich denn die Landes CDU zu diesem Thema und der Sperre ihrer dortmunder Kollegen?

  • #18
    Dortmunder

    @17 Kathleen:

    Die Landes-CDU hat drei Tage später bei der Dortmunder CDU abgeschrieben 😉

    http://www.cdu-nrw-fraktion.de//zurueck-zur-realitaet-utopische-leuchtturmprojekte-beenden.html

  • #19
    Robert Müser

    Hallo zusammen,
    verglichen mit anderen Prestigeobjekten im Revier (z.B. Hans-Sachs-Haus in GE, dem U-Turm, dem Phoenix-Tümpel, dem Boulevard Kampstr und dem Flughafen in Wickede {alle DO}, der Pseudo-Ubahn in Mülheim/Ruhr und Duisburg, dem neuen Musiktempel in BO usw. usw.) sind die hiesigen Geldsummen für den Radschnellweg eher lächerlich.

    Wenn man z.B. die jährlichen Subventitionen des Stadtkonzerns Dortmund für den Flughafen dieser Stadt betrachtet, dann wäre die theoretische Umwandlung dieser Gelder in eine Eigenfinanzierung des Radweges auf Dortmunder Stadtgebiet vermutlich besser angelegt und in weniger als sechs Jahren voll finanziert.

    Ich habe mir mal Mühe gemacht und mir die einzelnen Aufwände für die diversen Strecken und Städte angeschaut, rechnet man die sehr teuren Brücken in Duisburg und Mülheim heraus, so sinken die Baukosten doch erheblich. Die Autoren der Studie weisen dies übrigens auch aus. Betrachtet man nun die Kosten auf den Teilabschnitten wie z.B. Essen Bochum oder Bochum Dortmund, so stellt sich der Kostenrahmen schon wieder anders aus.

    Mal so nebenbei bemerkt, kostet der aktuell vorgesehene Ausbau der A43 zwischen der A2 in Recklinghausen und der A40 in Bochum deutlich mehr als der gesamte Radschnellweg von Duisburg bis Hamm. Auch die sog. Opelspange und das Westkreuz in Bochum kommen jede für sich fast auf die gleiche Baukostenhöhe …

  • #20
    Klaus Lohmann

    @Robert Müser: Die simple Argumentationskette „Die anderen Sachen waren doch noch viel teurer, also dürfen wir doch auch…“ lässt die berechtigte Kritik an den Kosten nicht verstummen. Im Gegenteil wird dann die Frage immer wichtiger, ob bei der jetzigen Finanzlage wirklich jeder Unfug unter einem falschen Gleichheitsaspekt finanziert werden muss.

    Und eine echte Kosten-Nutzen-Rechnung ist es nicht, wenn die Studie von einem absoluten „Potential“ aller Ruhranwohner oder aller Radfahrer faselt und dabei die echte Nachfrage nicht mal im Ansatz hinterfragt hat. 30 Mios allein für Dortmund ist eben simpel zu viel für einen weiteren halbgaren Leuchtturm, wenn die bestehende Infrastruktur weiter links liegengelassen wird.

  • #21
  • #22
    N.N.

    Nichts gegen die generelle Idee eines solchen Radschnellweges, aber ginge es auch billiger? Einige Kommentare hier scheinen dies anzudeuten.

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