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Duisburg-Neumühl: Des Nazis feuchter Traum

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In Duisburg-Neumühl fand am heutigen Abend eine Kundgebung der Rechtspopulisten von Pro NRW statt.
Schon am letzten Wochenende eskalieren die Rassisten eine Bürgerversammlung zu einer geplanten Asylunterkunft. Die heutige Kundgebung war ein weiterer Tiefpunkt, und zeigte deutlich, dass Neumühl ein Problem mit Rassismus hat. Zu einer Handvoll von Pro NRW Aktivisten gesellten sich gut 50 Anwohner in den mit Gittern abgesperrten Platz. Doch auch drumherum, wo eine antifaschistische Kundgebung stattfand versammelten sich viele Gegner der Asylunterkunft in Neumühl. Viele der Pro NRW Fans bepölten die Antirassisten immer wieder. Auch gegen vermummte Hooligans, die Abseits der Veranstaltungen standen ging die Polizei nicht vor.

Ein antirassistischer Beobachter fühlte sich an die Situation in Berlin-Hellersdorf erinnert, wo Neonazis und Bevölkerung im letzten Jahr massiv gegen eine Flüchtlingsunterkunft hetzten.

Das die für Morgen geplante Antifademo sich so massiv gegen die Neumühler Bevölkerung richtet kann unter den heute vorgeführten Umständen kaum verwundern.

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22 Kommentare zu “Duisburg-Neumühl: Des Nazis feuchter Traum

  • #1
    der, der auszog

    @Sebastian

    Die WAZ titelt zu der PRO-NRW Demo „Rechtspopulisten waren bei Demo in Duisburg kaum zu hören“
    Darüber hinaus redet das Blatt von 40 rechten Demonstranten und 100 Gegendemonstranten. Ich möchte mich jetzt nicht um 10 Männekes mehr oder weniger streiten, halte die Zahl an rechten Spinnern, die da heute auf die Sztraße gegangen ist, allerdings für recht überschaubar und von der Menge her für einen Durchschnittswert, den man eigentlich so bei jeder von PRO-NRW angemeldeten Demo wird erwarten können.

    Mich würde deshalb interessieren, wieso die für morgen geplante Antifademo, deren Veranstalter ja keinen Hehl daraus machen, dass sie nicht gewillt sind in einen Dialog mit den Neumühlern zu treten (Neumühl halt‘ s Maul. Wir kommen nicht um zu diskutieren“), Deiner Meinung nach „kaum verwundern“ kann. Neumühl hat fast 17.000 Einwohner. Wieviele davon sind denn jetzt nach Einschätzung der Antifa rechtsradikal? 200? 400? oder sogar 2000? 4000?

    hier gehts zum erwähnten Artikel der WAZ:
    http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/rechtspopulisten-waren-bei-demo-in-duisburg-kaum-zu-hoeren-id9871687.html

  • #2
    Sebastian Weiermann

    @dda: Glaub mich, ich habe schon viele rechte Veranstaltungen beobachtet. Und das heute war seit langem das gruseligste. Pro NRW hatte massiven Zulauf von Bürgern, und die Pöbeleien am Rand waren auch nicht ohne.

  • #3
    Nadine

    „Neumühl hat fast 17.000 Einwohner. Wieviele davon sind denn jetzt nach Einschätzung der Antifa rechtsradikal? 200? 400? oder sogar 2000? 4000?“

    Bei der Ratswahl wählten fast 10 % in Neumühl Pro NRW (bestes Ergebnis in Duisburg) und weitere fast 3 % NPD (auch über dem Duisburger- und erst recht dem NRW-Schnitt). http://wahlergebnis.duisburg.de/EWKWINT/05112000/gebietgraph26510000098.htm

    Doch solche Zahlen sind natürlich nur bedingt aussagekräftig. Aussagekräftiger sind die Ereignisse der letzten Wochen. Wäre Neumühl keine Hochburg der Rechtsradikalen und Rassisten, die erschreckenden und an die 90er Jahre erinnernden Vorfälle wären nicht möglich gewesen. Es wäre nicht möglich gewesen, dass – zum wiederholten Male – über 200 Neumühler „Kein Asyl in Neumühl“ gröhlen, Politiker beschimpfen und vermeintliche Kritiker angreifen können.

    Es ist nun einzig an der angeblich nicht-rassistischen Mehrheit der Neumühler zu beweisen, dass Neumühl kein Rassistenest ist. Es ist an den Neumühler Solidarität mit den Asylsuchenden zu zeigen und den fremdenfeindlichen Nachbarn die Meinung zu geigen. Sollte dies nicht passieren, würde die Antifa wohl recht behalten. Bisher sieht es zumindest so aus, als läge diese mit ihrer Analyse richtig. Denn großen Widerspruch aus der „Zivilgesellschaft“ war nicht zu vernehmen. Selbst Sozialdezernent Spaniel war bekanntlich not amused über das Schweigen der Neumühler zu den rassistischen Ausfällen und Übergriffen bei der Infoveranstaltung am letzten Freitag.

    Es bleibt spannend.

  • #4
    Chris

    @dda: Nach eigener Schätzung lag die Zahl der PROs und Anwohner im Käfig bei ca. 40. Allerdings hatten sich unter die Antifra-Kundgebung einige mit den PROs sympathisierenden Anwohner und Schubser gemischt, die bewusst versucht haben, dass aus der Antifa-Gruppe heraus Tumulte entstehen.

  • #5
    Helmut Junge

    Unterschidliche Wahrnehmungen des gleichen Ereignisses gibt es zuhauf. Ich war auch dort und habe mich mit mehreren Leuten unterhalten. Darunter eine Mitunterzeichnerin der Neumühler Initiative gegen Recht, „Neumühler Erklärung“.Weil ich die heutige Aktion ähnlich wie die WAZ-Redakteure erlebt habe, Sebastian aber zu ganz anderen Erkenntnissen gekommen ist, habe ich über FB bei der oben erwähnten Person nachgefragt. sie schrieb zurück: „Hallo Helmut, tatsächlich waren unter den „Zuschauern“ eine Menge Sympathisanten von ProNRW, auch Hools, meine Schätzung ist ca 120-150 Leute … leider hat er recht „. Jetzt warte ich noch auf die Antwort eines anderen FB-Freundes.
    Ich habe nur 3 Fotos gemacht, die aber nicht viel her geben. Ich bin viel hin und hergelaufen, bin nicht einmal angepöbelt worden. Aber der andere FB-Freund, auf dessen Antwort ich noch warte, ist voll in der linken Szene verwurzelt und hat mir Leute gezeigt, der er zur rechten Szene rechnete. Aus meiner Sicht, waren das nur biersaufende Jungs, wie ich sie häufiger in der Gegend sehe. Aber wer weiß? Ich habe keine Erfahrung mit rechten Demos. Als Jugendlicher und als junger Mann bin ich in Neumühl häufig in Discos gewesen, von denen mir später ein Freund sagte, daß die hochgradig gefährlich seien, und nannte mir ein paar Typen, die in der ganzen Stadt berüchtigt waren. Unglaublich, aber diese Typen hatte ich mal kennengelernt, und mir gegenüber waren die total nett.
    Woanders hatten die ganze Diskos aufgemischt. Ich hatte davon keine Ahnung, bis man mir das erzählt hat. Einmal bin ich mit einem von denen in eine andere Disco, mit dem Namen Rote Mühle gegangen. Als wir hinein gehen wollten, ging die Tür auf und jemand flog in Mannshöhe raus aufs Pflaster, und der, der ihn rausgeworfen hat, stand breitbeinig in der Tür und sagte zu ihm :“mach das nicht noch mal“. So etwas habe ich sonst nur in Straßburg gesehen. Neumühl hat praktisch so etwas wie Weltstadtflair. Ach so, die Geschichte ging so weiter. Der Kumpel und ich gingen die Treppe hoch und der Typ in der Tür machte uns Platz, daß wir reingehen konnten. So war das früher eben. Ich bin da aufgewachsen. Da durfte man einfach keine Angst zeigen. Offenbar habe ich eine völlig falsche Sozialisierung durchlaufen, die mich hindert, solche Gefahren wie heute überhaupt zu erkennen.

  • #6
  • #7
    der, der auszog

    @Sebastian

    Glaub mich, ich habe mehr Respekt vor einem Autor der Ruhrbarone, als vor Schreibern der WAZ, deren Artikel – zumindest was die Lokalredaktion bei uns in Gelsenkirchen angeht – mittlerweile selbst für toten Fisch eine Beledigung sind, wenn er darin eingewickelt wird. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn ich der Meinung bin, dass gewisse Umstände vielleicht etwas krass beurteilt werden.

    @Nadine

    Danke für den Link. Die Wahlergebnisse sind schon alarmierend und da ist auch nix dran schön zu reden.

    @Helmut
    da ich gerade Deinen Kommentar zum linken Fastenabend gelesen habe, gehe ich stark davon aus, dass auch Nahost-Experte Aust auf der heutigen Demo gegen Pro-NRW dabei war, was wiederum fast schon komisch wirkt, weil da ein Antisemit gegen Fremdenfeindlichkeit auf die Straße geht und konsequenterweise eigentlich gegen sich selber demonstrieren müsste.

  • #8
    Jürgen Rohn

    Das Duisburger Netzwerk gegen Rechts schreibt als Ausrichter der Demo: „Die WAZ zeigt sich leider mal wieder völlig falsch informiert. So ordnet sie unseren heutigen Gegenprotest einer ‚Initiative‘ zu, die unter diesem Namen gar nicht existiert, geschweige denn heute anwesend war:“

    Die Polizei Duisburg vermerkt hierzu:

    „Etwa 30 statt der angekündigten 50 Teilnehmer von „pro NRW“ versammelten sich heute von 17:00 bis 18:30 Uhr auf dem Hohenzollernplatz. Dazu rund 50 Sympathisanten, die sich nicht direkt dazu gesellten. Das „Duisburger Netzwerk gegen Rechts“ hatte sich mit 150 Teilnehmer gegenüber aufgebaut. Die Polizei hat lediglich zwei Platzverweise erteilt und gegen zwei weitere Männer Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Vermummungsverbot erstattet.“

    Dazu die Initiative gegen Duisburger Zustände „Dutzende Bürger*innen haben sich heute der PRO NRW-Kundgebung mitten in Neumühl angeschlossen, oder diese von außen beklatscht. Deshalb richtet sich unsere Demo morgen gegen den Rassismus, der – weitgehend unwidersprochen – aus der Mitte der Neumühler Nachbarschaft kommt.“

  • #9
    Rainer Möller

    Sebastian Weiermanns Artikel ist ein wenig missverstanden worden. Er wollte eigentlich um Verständnis dafür werben, dass den armen Antideutschen ja gar nichts anderes übrig bleibt, als antideutsch zu sein – und damit, auf die Deutschen bezogen, auch antidemokratisch (denn „Neumühl halts Maul“ ist zweifellos eine antidemokratische Forderung).

  • #10
  • #11
    Frank Noroschat

    Als einer derjenigen,die sowohl die Bürgerinformationsveranstaltung in der Herz Jesu Gemeinde,als auch die gestrige Demo/Gegendemo miterlebt haben,muss ich feststellen,dass die Demonstration von Pro-NRW gestern bei weitem nicht die beängstigende Wirkung auf mich hatte,wie noch zuletzt die von Pro-NRW,NPD und anderen aufgestachelte Anwohnermeute bei der Bürgerinfo.Die Solidarisierung zwischen Anwohnern und Pro-NRW hat nicht in dem Maße stattgefunden,was sowohl an der Abriegelung der Polizei gelegen hat,als auch an der Wirkung der Gegendemonstranten,unter denen sich neben der aufrufenden Gruppe auch etliche Vertreter von Kirche,Politik und Flüchtlingsrat befanden.Am Rande der Veranstaltung waren verschiedene Sympathisanten von Pro-NRW versammelt,zum Teil als Neumühler Bürger identifizierbar,die allerdings genau wie die Pro-NRW Vertreter nicht wirklich durchdringen konnten.Einzelne Pöbeleien haben auch ich unmittelbar wahrgenommen,aufgrund der Lautstärke der Gegendemonstranten sind diese allerdings auch eher untergegangen.Insgesamt allerdings bei weitem kein Grund zur Entwarnung,wer die Veranstaltung eine Woche vorher erlebt hat weiß,dass da viel mehr gärt,als die gestrige Veranstaltung erahnen lässt.

  • #12
    AlNitaq

    @#7 der, der auszog

    >> „…
    Danke für den Link. Die Wahlergebnisse sind schon alarmierend und da ist auch nix dran schön zu reden.
    …“

    Vielleicht hätte die junge Dame diesen Link gleich nebenan angeben sollen, der ist sicher etwas aussagekräftiger:
    Von den 17.000 Neumühlern waren 9.578 wahlberechtigt. Davon haben 29,47 % (die viertschlechteste Wahlbeteiligung von 36 Wahlbezirken!), entsprechend 2.823 Personen gültig gewählt. Die 9,42 % für PRO NRW entsprechen exakt 266 Stimmen!
    Betrachtet man, dass Neumühl einer der Wahlbezirke war, in denen die AfD nicht angetreten ist (die dort, wo sie zur Wahl stand, zwischen 3 % und 8 % erreichte), betrachtet man weiterhin, dass sowohl die SPD als auch DIE LINKE in Neumühl deutlich überdurchschnittliche, CDU und FDP dagegen mit ihre schlechtesten Ergebnisse eingefahren haben, sollte sich die ein wenig … ööh … ‚freihändig‘ diagnostizierte ‚Rechtstendenz‘ der Neumühler wohl etwas relativieren.
    Selbiges gilt auch für die monierten „Ereignisse der letzten Wochen“: Um diese qualitativ und quantitativ einzuordnen, wäre wohl ein objektiver Vergleich mit anderen betroffenen lokalen Communitys erforderlich. Und wenn man z.B. im letzten Jahr die Vorgänge im saturierten Hamburger Norden und Osten (dort natürlich viiiel kultivierter) beobachtet hat, mag man füglich bezweifeln, dass Neumühl ein so viel rassistischeres „Rassistennest“ ist. Ob man vor der Sankt-Florians-Gesinnung gefeit ist, erweist sich wohl erst, wenn der eigene Hinterhof tangiert wird.

    Aber möglicherweise sind solche Betrachtungen für einige Mitmenschen viel zu differenziert.

  • #13
    Klaus Lohmann

    @AlNitaq: Erstens möchte ich erst gar nicht wissen, was sich unter den 14,49% „Sonstige“ so alles an braunem Dreck tummelt, zweitens ist es mir relativ egal, ob die Braungestrickten nun AfD oder ProNRW wählen und drittens – auch wenn es immer die gleichen 266 Hohlbirnen sind, die in Neumühl rassistischen Krawall vom Zaun ziehen, sind es immer noch 266 zuviel, gegen die sich die Restwählerschaft anscheinend nicht wehren möchte, was dann auch wieder tief blicken lässt.

  • #14
    der, der auszog

    Ergänzend als Informations- und Diksussionsgrunlage hier noch ein Beitrag aus der Lokalzeit Duisburg vom letzten Mittwoch, u.a. mit einem Interview mit Duisburgs OB Link, auf das Helmut in einem anderen Zusammenhang bereits hingewiesen hat und in dem auch Frank Noraschet vom Flüchtlingsrat (#11) und Reiner Terhorst von der Initiative Neumühler Erklärung zu Wort kommen.

    ich finde es übrigens klasse, dass ihr hier mitdiskutiert

    http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit/lokalzeit-aus-duisburg/videoduisburgergegenfremdenfeindlichkeit100.html

  • #15
    Helmut Junge

    dda, Ich habe im Verlauf der letzten Diskussionen folgenden Eindruck gewonnen. Früher war man gegen die Rechten und hatte links Verbündete. Man hatte nur die Rechten als Feinde. Da die Linke total zerstritten ist, legst du dich heutzutage mit den Rechten und mit einer der beiden linken Gruppen an, wenn du Glück hast. Wenn du Pech hast, legst du dich mit Rechts, Links1 UND Links2 an. Dabei sind die Rechten zwangsläufig leider immer die Gewinner. Wenn sich das nicht bei Links1 und Links2 ändert. werden die Rechten, so fürchte ich, sich ins Fäustchen lachen. Links1 und Links2 hassen sich offenbar schon seit Jahren und machen grundsätzlich keine gemeinsamen Aktionen. Achte mal darauf, ob Links1 und Links2 sich überhaupt gegenseitig erwähnen.

  • #16
    AlNitaq

    @#13 Klaus Lohmann 27. September 2014 um 12:49 Uhr

    >>_“@AlNitaq: Erstens möchte ich erst gar nicht wissen, was sich unter den 14,49% “Sonstige” so alles an braunem Dreck tummelt, …“

    Na, neben den schon von #3 Nadine erwähnten nein, nicht 3% sondern 2,3% für die NPD-Spacken stehen da noch 7 Gruppierungen zur Auswahl.
    Welche davon Sie unter „braunem Dreck“ subsummieren wollen, muss ich Ihnen überlassen.

    Btw: Das „gar nicht erst wissen wollen“, insbesondere, wenn ‚wissen können‘ mit wenig Aufwand verbunden ist, erscheint mir für eine gewisse Geisteshaltung symptomatisch.

    >>_“… zweitens ist es mir relativ egal, ob die Braungestrickten nun AfD oder ProNRW wählen …“

    Ja, genau das hatte ich von der Mehrzahl der Kommentatoren hier vorausgesetzt! Und genau aus diesem Grunde erschien mir u.a. das Nichtantreten der AfD in Neumühl (wie übrigens in allen Wahlbezirken, in denen die PROs > 6% erreichten) geeignet, die ‚bombastischen‘ 9,42% von PRO NRW zu relativieren. Haben Sie das nicht verstanden?
    Es ging lediglich um das hier zum Nachteil der Neumühler herausgestellte Merkmal ‚höchster Stimmenanteil für PRO NRW‘! In der Summe PRO / AfD liegen eine Menge Wahlbezirke über Neumühl. Einige, teils deutlich, jenseits der 10%:

    ∑ Stimmenanteile PRO NRW + AfD
    11,47% Obermarxloh
    11,30% Laar/Beeck-West/Beeckerwerth
    10,93% Marxloh
    10,10% Rheinhausen-Mitte/Hochemmerich-Süd
    10,07% Röttgersbach

    Und auch wenn man die NPD mit einbezieht, die z.B. in Beeck/Bruckhausen mit 4,5% fast den doppelten Stimmenanteil wie in Neumühl erreichte, sieht’s nicht anders aus.

    >>_“… und drittens – auch wenn es immer die gleichen 266 Hohlbirnen sind, die in Neumühl rassistischen Krawall vom Zaun ziehen, sind es immer noch 266 zuviel, …“

    Tja, stimmt schon: Was zuviel ist, ist einfach zuviel.
    Nur interessehalber: Würden Sie uns mitteilen, was Sie, vorausgesetzt, Sie hätten die Möglichkeit, mit diesen sage und schreibe 1,59% ‚Abweichlern‘ unter der neumühler Bevölkerung zu tun gedächten?

    >>_“… gegen die sich die Restwählerschaft anscheinend nicht wehren möchte, was dann auch wieder tief blicken lässt.“

    Falsch, Herr Lohmann: Was Sie meinen, ist nicht „tief blicken“, sondern „wild spekulieren“. Auch das ist, wie das oben erwähnte „nicht wissen wollen“ symptomatisch.
    Aber lassen Sie mich doch auch mal: Wahrscheinlich geht dem größten Teil der „Restwählerschaft“ (d.h., den 88% von den knapp 30% die überhaupt gewählt haben, die sich weder für PRO NRW noch für die NPD entschieden haben) der ganze Hickhack sowohl links als auch rechts am Ar…m vorbei. So, wie über 70 % der Wahlberechtigten schon die Wahl selber am Arm vorbeiging.
    Und genauso wird es diese Menschen ’nicht einmal peripher‘ tangieren, ob Sie oder irgendwelche Antifa-Lümmel (besteht da eine gewisse Personalunion?) sie in eine ideologische Geiselhaft nehmen wollen.

    Ich bin sicher, dass meine ‚Spekulation‘ der Realität näher kommt!

  • #17
    Klaus Lohmann

    @AlNitaq: Ich lebe in einem Stadtteil mit sehr ähnlicher Bevölkerungs- und Wählerstruktur, wenn auch Parteinamen austausch- bzw. vernachlässigbar sind (hier kommt statt ProNRW z.B. „Die Rechte“ dazu).
    Da benötige ich dann keine relativistischen Betrachtungsweisen ala genauso spekulativem „geht uns am Arsch vorbei, die Politik“, denn die schweigende Mehrheit ist anders und viel brauner, als Sie uns hier weismachen wollen.

  • #18
    AlNitaq

    @#17 Klaus Lohmann 27. September 2014 um 17:34 Uhr

    >>_“@AlNitaq: Ich lebe in einem Stadtteil mit sehr ähnlicher Bevölkerungs- und Wählerstruktur, wenn auch Parteinamen austausch- bzw. vernachlässigbar sind (hier kommt statt ProNRW z.B. “Die Rechte” dazu).“

    Ja, Herr Lohmann, diese Art der Argumentation ist mir bekannt, wir sprechen in solchen Fällen von ‚anekdotischer Evidenz‘. (Sehr beliebt u.a. bei den Anhängern der Homöopathie, ‚Quantenschwingungs-Geistheilung‘ und ähnlichem.)
    Allerdings: Ich lebe in einer Gegend mit sehr ähnlicher Luftzusammensetzung wie bei Ihnen oder in Neumühl, wenn auch die Isotopenverteilung … na, Sie wissen schon. Und trotzdem werden sich meine akustischen Lautäusserungen völlig anders anhören als Ihre oder die einer neumühler „Hohlbirne“.

    >>_“Da benötige ich dann keine relativistischen Betrachtungsweisen …“

    Nein, natürlich nicht. Sie benötigen überhaupt keine weitere Betrachtungsweise: Sie haben doch schon eine!
    Zu deren Symptomatik habe ich mich im letzten Kommentar geäußert.

    >>_“… ala genauso spekulativem “geht uns am Arsch vorbei, die Politik”, …“

    Natürlich war das spekulativ, ich bat doch explizit darum, auch mal zu dürfen! Im ‚Real Life‘ ist mir das bedauerlicherweise (besser: zum Glück) verwehrt. Allerdings hatte ich zuvor Zahlen genannt (z.B. eine Wahlbeteiligung unter 30%), die meine ‚Spekulation‘ zumindest in erster Näherung stützen, woll?

    >>_“… denn die schweigende Mehrheit ist anders …“

    Die schweigende Mehrheit ist zunächst eines: Schweigend!
    Ihre telepathischen Fähigkeiten in allen Ehren, aber ohne belastbare Fakten ordne ich sie dort ein, wo ich auch jede andere Kaffeesatzleserei hinstecke: In die Abteilung Spiritismus.

    >>_“… und viel brauner, als Sie uns hier weismachen wollen.“

    Ich will Ihnen gar nichts weismachen, Herr Lohmann, ich habe lediglich Zahlen genannt, die der hier vertretenen These einer überproportionalen Rechtslastigkeit der Menschen in Neumühl, die jedes Gespräch mit ihnen per se überflüssig mache, widersprechen.
    Im Gegensatz dazu wollen Sie uns beleglos, respektive mittels ‚Bauchgefühl‘ etwas braun machen.

    Gedankenexperiment: Falls diese „schweigende Mehrheit“, die sich ja zum weit überwiegenden Teil aus der Menge der Nichtwähler rekrutieren muss, tatsächlich unverhältnismäßig stark nach rechts tendieren sollte, müsste sich das bei einer Wahl mit deutlich höherer Wahlbeteiligung auch in einem deutlich höreren Stimmenanteil für rechte Parteien niederschlagen.

    Ihre Prognose: Wie stark, schätzen Sie, wächst der rechte Stimmenanteil zwischen einer Wahl mit 40,46% Beteiligung und einer mit 67,44% Beteiligung bei etwa der selben Grundgesamtheit der Wahlberechtigten?

    Empirischer Test: (Bleiben wir, da wir schon mal da sind, in Duisburg.)

    Ratswahl, Wahlbeteiligung 40,46%
    vs.
    Bundestagswahl, Wahlbeteiligung 67,44%

    Hmmm, … habe ich irgendwo einen Denkfehler gemacht?

    P.S.: Jetzt wissen wir immer noch nicht, …
    „… was Sie, vorausgesetzt, Sie hätten die Möglichkeit, mit diesen sage und schreibe 1,59% ‚Abweichlern‘ unter der neumühler Bevölkerung zu tun gedächten?“

  • #19
    Nadine

    Herr/Frau AlNitaq ist schon ein/e ganz differenzierte. Worum es eigentlich geht ist aber natürlich klar: Es soll verharmlost werden. Da werden, einer deutschen Beamtenseele gleich, Statistiken gewälzt um zu belegen, dass doch nicht so schlimm steht um Neumühl. Schließlich wurde wonaders auch extrem rechts gewählt. Und überhaupt, auch in Hamburger Nobelviertel gibts Rassisten. Wahnsinns Erkenntnis, AlNitaq! Was muss man dafür studiert haben?

    Weil ich derartige „Einwände“ schon erwartet habe, habe ich die Rolle der Wahlergebnisse auch gleich wieder in meinem Posting relativiert. Wer lesen kann, könnte es zur Kenntnis genommen haben. So schrieb ich: „Doch solche Zahlen sind natürlich nur bedingt aussagekräftig. Aussagekräftiger sind die Ereignisse der letzten Wochen. Wäre Neumühl keine Hochburg der Rechtsradikalen und Rassisten, die erschreckenden und an die 90er Jahre erinnernden Vorfälle wären nicht möglich gewesen. Es wäre nicht möglich gewesen, dass – zum wiederholten Male – über 200 Neumühler “Kein Asyl in Neumühl” gröhlen, Politiker beschimpfen und vermeintliche Kritiker angreifen können.“
    DAS ist der entscheidende Satz! Und auch heute zeigte sich offenbar wieder, welcher Geist sich in Neumühl einer großen Beliebtheit erfreut. Laut „Der Westen“ und laut der Veranstalter der Demonstration pöbelten abermals dutzende Anwohner herum, die Polizei sprach mehrere Paltzverweise aus.
    Aber naja.. auch dies wird ein AlNitaq nicht zur Kenntnis nehmen können oder wollen, dies übersteigt vermutlich dessen/deren Reflexionsfähigkeit.

  • #20
    Klaus Lohmann

    @#18 AlNitaq: Wenn Sie jetzt auch noch anfangen, in dumpfer AfD-Zahlenjonglage-Manier Kommunal- mit Bundestagswahlen zu vergleichen, wird das Ganze komplett lächerlich.

    Wir machen dann mal ohne Sie weiter mit den Echtzeit-Realitätsbeobachtungen in Neumühl, während Sie sich bitte weiter ungezwungen in Statistiken vergraben, um händeringend irgendeine Irrelevanz zu beweisen. Jeder nach seiner Fasson.

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  • #22
    Daniel

    Um das Problem in Neumühl zu verstehen, muss man glaube ich aus Duisburg kommen.
    Dieser Protest steht einfach symbolisch für Ängste wie es Neumühl werden könnte.
    Neumühl ist „noch“ einer der wenigen lebenswerten Stadteile im Duisburger Norden und das liegt nicht daran weil es in Neumühl keine Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Führen Sie doch mal eine „Echtzeit-Realitätsbefragung“ der polnisch und russisch stämmigen Mitbürger durch ob in Neumühl eine grundsätzlich Fremdenfeindliche Stimmung herrscht aber vorsicht die Wahrheit könnte Sie erschrecken oder müsste Sie sogar erfreuen.

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