Durch den Haaland-Transfer droht der BVB endgültig zum Durchlauferhitzer zu werden

Zufriedene Gesichter in Dortmund. Foto: BVB

Es war auf den ersten Blick eine sehr gute Nachricht für alle Beteiligten, als der BVB am Sonntag, kurz vor dem Jahresende, noch die spektakuläre Verpflichtung des norwegischen Sturmtalents Erling Braut Haaland (19) von RB Salzburg bekanntgab.

Haaland war dem Vernehmen nach von etlichen Spitzenklubs umworben, entschied sich am Ende aber dann dafür nach Dortmund zu kommen, die Schwarzgelben ab der Mitte Januar beginnenden Rückrunde der laufenden Saison auf dem Platz zu unterstützen. Schon beim traditionellen Trainingslager in Spanien wird er in ein paar Tagen mit dabei sein.

Rund 20 Mio. Euro Ablösesumme sollen für die Dienste des Blondschopfes fällig geworden sein. In diesen Zeiten geradezu ein Schnäppchen für einen Spieler mit seinem Potenzial, so sind sich nahezu alle Beobachter einig.

Selbst wenn man zu dieser Summe noch fällige Handgelder, Provisionen und sein angeblich üppiges Gehalt hinzurechnet, ist der Deal für den BVB wohl mathematisch eine Angelegenheit, mit der kaum Verlust zu machen ist. Ganz im Gegenteil! Der sich aufheizende Spieler-Markt verspricht einen üppigen Gewinn, sollte der junge Norweger in einiger Zeit einmal weiterziehen.

Doch genau darin liegt zugleich auch das Problem! Dortmund ist für Haaland eine logische Entscheidung in Bezug auf seine Karriereentwicklung, keine Herzenzangelegenheit. Schon bei seiner Ankunft ist allen klar, dass seine Ziele im Fußball eigentlich andere sind. Er wird, wenn alles normal verläuft, irgendwann in der Premier League landen und für einen der ganz großen Klubs spielen.

Daran ist auch nichts Verwerfliches. Nur wie der BVB aus den eigenen Erfahrungen mit den Spielern Dembele, Aubameyang und Pulisic weiß, muss dieser Zeitpunkt nicht nur gar nicht allzu weit entfernt sein, ein gehöriges Stück permanenter Unruhe dürfte bereits mit dem Neuzugang in den Verein kommen.

Spätestens im nächsten Winter werden die Diskussionen um einen möglichen Abgang des Norwegers im Sommer 2021 ins Haus stehen. Das war in vielen Fällen der vergangenen Jahre ähnlich, wenn ein Akteur eine gute erste Saison spielte. Aktuell macht der BVB mit Jadon Sancho ja ähnliche Erfahrungen. Auch er wird Dortmund mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weit vor dem Ende des laufenden Vertrages in Richtung England verlassen.

Wenn bei Haaland jetzt also von einem Vertrag bis Mitte 2024 die Rede ist, dann kann man schon darauf wetten, dass er dieses Ende des Arbeitspapieres nicht im Ruhrgebiet erleben wird. Zumindest dann nicht, wenn sich seine Entwicklung so fortsetzt, wie sich das die Verantwortlichen der Schwarzgelben erhoffen und erwarten.

Der BVB zementiert mit dieser spektakulären Verpflichtung also zugleich seine Rolle als Zuliefererverein für die ganz großen Teams des Kontinents.

Das muss natürlich gar nichts Schlechtes sein, kann man so doch nicht nur prima Umsatz machen und sich so im Konzert der führenden Vereine seit Jahren schon ganz gut halten. Nur sich mit solchen Transfers selber zu einem dieser ganz großen Klubs zu entwickeln, das wird eher nicht gelingen, da es schwer ist mit wechselwilligen Leuten ein echtes Top-Team aufzubauen, dass den Bayern auf Dauer Konkurrenz machen kann.

Dessen sollte man sich in Dortmund, insbesondere auch in Reihen der Fans, bewusst sein, wenn man immer wieder diese jungen, sehr talentierten Leute verpflichtet, die den BVB nur als einen Zwischenschritt in ihrer Karriere ansehen. ‚Echte Liebe‘ ist das jedenfalls sicherlich nicht!

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5 Kommentare

  1. #2 | Thommy sagt am 1. Januar 2020 um 18:46 Uhr

    Haalands Entscheidung ist folgerichtig, da der BVB im Gegensatz zu den anderen Interessierten Clubs dringend einen Stürmer mit hoher Torauote benötigte. Hier wird er seine Einsatzzeiten auch kurzfristig bekommen.

    Mich würde interessieren, in wieweit der sehr einflussreiche Puma-Boss ( und BVB-Ausrüster) Björn Gulden, ebenfalls Norweger und im internationalen Sport bestens vernetzt- bei dem Transfer mitgewirkt hat. Zwar wird Haaland noch von Nike ausgerüstet, doch wäre er aufgrund seiner aktuellen und für spätere Jahre prognostizieren Popularität auch in den skandinavischen Ländern ein gutes Zuppferd für Puma.

  2. #3 | AndiN sagt am 2. Januar 2020 um 23:49 Uhr

    Der BVB kann ja auf Transfers wie Haaland, Sancho oder Dembele verzichten und zukünftig wieder um das Erreichen der Europa League spielen.
    Macht bestimmt mehr Sinn.

  3. #4 | Warum die Teilnahme von Jadon Sancho am BVB-Trainingslager alleine keine gute Nachricht ist | Ruhrbarone sagt am 11. August 2020 um 08:15 Uhr

    […] Agreement“ bestehe, droht dem BVB in dieser Frage eine Never-Ending-Story. Denn Spekulationen über einen Wechsel von Sancho gibt es rund um den Klub gefühlt schon ewig, und sie werden auch nicht beendet werden, nur weil der Manager sich dies vielleicht so […]

  4. #5 | Der BVB darf sich von Erling Haaland nicht auf der Nase herumtanzen lassen! | Ruhrbarone sagt am 15. Januar 2022 um 11:28 Uhr

    […] 2020 ins Ruhrgebiet kam und in Dortmund auf Anhieb zum Top-Stürmer avancierte, kamen direkt auch Spekulationen darüber auf, wie lange er denn wohl im BVB-Trikot spielen würde, wohin ihn sein Weg von Dortmund aus ziehen würde […]

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