Guter Neujahrsvorsatz für 2020: Die Strukturen beim Wasser – und Schifffahrtsamt entkrusten!

Die Brücke vor dem Schiffshebewerk in Henrichenburg im Sommmer 2019. Foto: Robin Patzwaldt

Ein neues Jahr hat gerade angefangen! Das ist traditionell in jedem Jahr wieder ein stets gerne genommener Anlass sich mit neuen, guten Vorsätzen für die kommenden Monate auszustatten. Stellt sich heute nur die Frage, ob das auch für das ‚Wasser- und Schifffahrtsamt‘ (WSA) aus Duisburg gilt?

Noch einmal kurz zur Erinnerung: Bereits seit Sommer 2017 bastelt die vom WSA beauftragte Firma an einer unscheinbaren, kleinen Brücke über den Kanal vor dem Schiffshebewerk Henrichenburg (siehe Foto oben). Bisher vergeblich!

Die in den ursprünglichen Plänen und Ankündigungen auf lediglich drei Monate begrenzte Bauzeit steuert inzwischen auf die Marke von drei Jahren (!!!) zu. Und noch immer ist unklar, wann genau mit der Fertigstellung der vergleichsweise kleinen Querung zu rechnen ist. Tausende Pendler müssen tagtäglich kilometerlange Umwege in Kauf nehmen. Konsequenzen für die Verantwortlichen dieser Peinlichkeit? Offenkundig bisher keine!

Wer von den betroffenen Mitbürgern in der Region im Kreis Recklinghausen also auch im neuen Kalenderjahr in Kürze nach möglichen Erklärungen sucht, warum seine Laune im Alltag häufig schlecht ist, das hier wäre eine Erklärung, die zu nennen bei vielen Zeitgenossen sicherlich auf viel Verständnis stoßen dürfte. 😉

Jeden Tag fahren schließlich seit viel zu vielen Monaten tausende Leute kilometerlange Umwege, verbrauchen dabei etliche Liter Benzin zusätzlich, verschwenden so zudem viel von ihrer wertvollen Freizeit unnütz im Stau.

Und warum? Weil es beim WSA in Duisburg und bei den die Arbeiten vor Ort ausführenden Firmen, trotz der vielen Negativpresse der vergangenen Monate und Jahre, noch immer niemanden zu geben scheint, der an diesen beklagenswerten Zuständen bisher etwas ändert.

Auftragsvergabe an Firmen, die mit der Durchführung der Arbeiten offenkundig überfordert sind, das bestätigt am Ende in den Augen vieler Kritiker nur den bekannten Spruch, dass sich das Sparen an den falschen Stellen am Ende häufig bitter rächt. Dazu Verträge, die auch bei offenkundiger Überforderung keine greifenden Konsequenzen für die Abläufe beinhalten?

Billig wird am Ende halt häufig erst so richtig teuer. Leider in diesem Falle aber nicht für das WSA, für dessen Mitarbeiter, oder für die Baufirmen, sondern in erster Linie eben für die Anwohner, die mit einer Verzehnfachung der angedachten Bauzeit noch immer nicht am Ziel angekommen sind.

Eigentlich müsste man ja darüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre, und sich nicht auch schon der eine oder andere Betrieb am Wegesrand der alten Straße inzwischen in die Pleite verabschiedet hätte, schlicht deshalb, weil ihm die Kunden über viel zu viele Monate wegblieben.

An diesen unglaublichen Strukturen und Arbeitsweise beim WSA endlich einmal etwas zu verändern, das wäre doch mal ein guter Vorsatz für das Jahr 2020.

Oder, liebe Verantwortliche?

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ke
ke
4 Jahre zuvor

Die Prozesse bei öffentlichen Bauten funktionieren doch an vielen Stellen nicht. Hier muss dringend reformiert werden. Auch das Dortmunder Naturkundemuseum war zu lange geschlossen. Die Investitionssumme war dabei doch eher gering.

Dann haben wir die Einschränkungen im Bereich des "Lochs" in der Nähe der Kokerei Hansa, wo zumindest mir nicht wirklich klar ist, weshalb dort so lange auf diese wichtige Verbindung in voller Leistungsfähigkeit verzichtet werden muss.

Ich finde es deshalb gut, dass zumindest hier immer wieder über die Fälle berichtet wird.
Wer verantwortet diese Strukturen eigentlich politisch?

Helmut Junge
4 Jahre zuvor

Ich habe Angst vor dem nächsten Hochwasser, weil ich mir nicht mehr vorstellen kann, daß überhaupt noch etwas funktioniert. Werden die Rheindeiche dem nächsten Hochwasser standhalten?
Einige Gebiete liegen wegen des Kohleabbaus tief unterhalb der Deichlinie. Vom Deich in Duisburg-Laar kann man in die Wohnungen des 4. Stockwerks gucken. Kümmert sich jemand darum, ob dort die Deiche noch gut sind?
Aber wenn man sogar Venedig überfuten läßt, obwohl seit 20 Jahren Schutzdeiche geplant waren, und frisch überprüfte Autobahnbrücken wie in Genua einstürzen, wird man ein unruhiges Gefühl nicht los. Bei deiner kleinen brücke denke ich, Robin daß da was geplant wird, aber solange immer wieder verschoben wird, bis die Miete für die Absperrungen für dieser kleine Brücke auf eine Höhe angelaufen sind, die ein mehrfaches der Reparatur kosten wird.

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