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Essen: Noch mehr Demos für und gegen Israel

11223952_728695093927916_9104474405764591678_nEssen. »Seit Tagen wird Israel von einer Welle antisemitischer Gewalt erschüttert. Meist jugendliche Palästinenser (und israelische Araber) bewaffnen sich mit Messern, Macheten oder Hackebeilen und greifen wahllos jüdische Israelis an. Anders als bei den Raketenangriffen der Hamas gibt es kein Abwehrsystem und auch keine Warnsirenen: Die Angegriffenen sind dem Terror schutzlos ausgeliefert. Polizei und Armee sind indes heillos überfordert und oft erst spät zur Stelle, um einen Angreifer nach dessen nicht selten tödlichen Tat außer Gefecht zu setzen. Gleichzeitig flammen immer wieder neue Gewaltherde im Westjordanland und verschiedenen arabischen Städten innerhalb Israels auf. Gewalttätige Demonstranten werfen Steine und Molotowcocktails, auch auf Fahrzeuge israelischer Zivilisten. Deutsche Medien zeigen derweil tiefes Verständnis für den tödlichen Judenhass der edlen Freiheitskämpfer im Nahen Osten und fantasieren eine ‚Gewaltspirale‘ herbei – Israel kann nicht, darf einfach nicht Opfer sein.«

So fasst die BAK Shalom AG nrw heute morgen korrekterweise die jüngsten Geschehnisse zusammen. Weiterhin jedoch gibt es in Deutschland und besonders in NRW viele Menschen, die in Bezug auf die akute Nah-Ost-Situation andere Fantasien, Ideologien oder Psychopathien an den Tag legen. So etwa eine Gruppe von Hamas-Sympathisanten, die morgen ab 16 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz gegen den »exessiven Gebrauch scharfer Munition«, »Siedlungsaktivitäten«,  das »Unrecht« und noch einiges weiteres zu demonstrieren gedenkt.

Entsprechend gehört der Text-Ausschnitt der Shalom AG zu einem weiteren Kundgebungsaufruf: Ab 15 Uhr will man bereits da sein, Treffpunkt ist aller Voraussicht nach der Viehofer Platz. »Jetzt gilt es, den Apologeten eines gerechten Judenhasses Einhalt zu gebieten wo auch immer sie in Erscheinung treten und ein Zeichen zu setzen gegen den antisemitischen Terror und für Solidarität mit Israel!«

Unter den Veranstaltern wird darüber spektuliert, ob man auch mit Vertretern der Linksjugend [´solid] ruhr rechnen kann, die vergangenen Sommer versehentlich ja ebenfalls einen Hamas-nahen Großaufmarsch am selben Orte organisiere – und von dergleichen offenkundig noch nicht genug hat:

Am kommenden Dienstag nämlich trifft sich der Verein zu einer Infoverstaltung, bei der es um »Kurdistan & Palästina«, den »Gemeinsame[n] Kampf für internationale Solidarität« gehen soll. Die Shalom AG hierzu: »Der Veranstaltungstext suggeriert, ähnlich wie der AKAB-Aufruf, eine Gleichförmigkeit des Anschlags auf türkische und kurdische Linke in Ankara und den Vorfällen in Israel, rückt jüdische Siedler und die israelische Armee gar in die Nähe des Islamischen Staates. Ob die kurdischen Kämpfer in Syrien für dieses mehr als zynische Propagandamanöver zu begeistern wären, bleibt indes zu bezweifeln.«

In Köln, Berlin und Hamburg anbei finden noch heute entsprechende Demonstrationen gegen Israel statt. In den dazugehörigen Foren machen die Mengen sich kaum auch nur die Mühe, anstatt von »Juden« von »Zionisten«, «Siedlern« oder wenigstens »Israelis« zu sprechen. Die Vorstellung von einer 3. Intifada scheint alle beteiligten zu erfreuen — selbst wenn sie nach außen hin um die Opfer trauern.

Grund genug also, um der Shalom AG zur Seite zu stehen. Auf ihrer Website, sowie auf ihrer Facebook-Seite werden in den nächsten Tagen weitere spontane Veranstaltungen von oder gegen Antisemiten bekannt gegeben werden – die es ganz bestimmt geben wird.

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40 Kommentare zu “Essen: Noch mehr Demos für und gegen Israel

  • #1
    Sebastian Klein

    Ich halte es in Bezug auf den Israel-Palästina-Konflikt ja seit jeher so, dass jeder, der sich einseitig auf die Seite Israels oder Palästinas schlägt ein undifferenzierter Idiot ist. Insofern kann ich solche Demos auch nicht ernst nehmen.

    Beide Seiten haben in diesem Konflikt so unfassbar viel Schuld, Blut und Leben auf sich geladen, beide Seiten haben völlig grundlos die Gegenseite wieder und wieder provoziert und den Friedensprozess torpediert. Wer will sich da erdreisten, sich auf die Seite Israels ODER der Palästinenser zu schlagen?

    Und ausgerechnet bei diesem Konflikt, bei dem nichts so wichtig wäre wie ein differenziertes Weltbild, habe ich das Gefühl, dass auf beiden Seiten nur die gröbsten Dogmatiker herumrennen. Auf der einen Seite die Idioten, deren "Israelkritik" so fadenscheinig ist, dass man auch guten Gewissens von stumpfen antisemitischen Demos reden kann, die gerade, auf der anderen Seite ebenfalls Idioten, die "uneingeschränkte Solidarität mit Israel" verkünden, während die Hardlinder in der israelischen Regierung in guter alter Tradition so deeskalierende Maßnahmen wie die Sippenhaft für Hamas Attentäter durchsetzen und die Häuser von Frauen und Kindern planieren, weil sie das Pech hatten, mit einem Attentäter verwand zu sein.

    Das geht soweit, dass ich mich unbewusst innerlich sofort auf die Gegenseite schlage, wenn jemand entweder Anti-Israel oder Anti-Palästinenser argumentiert. In dem Sinne will ich eigentlich mit beiden Seiten nichts zu tun haben. Alles Idioten. Sack, Knüppel und gut.

  • #2
    benno.salz

    Zur Einseitigen Berichterstattung der hiesigen Medien. Hier Ein Artikel der vor einigen Monaten hier aufsehen erregte. Die Schlagzeile, damals:

    Islamist greift Polizistin an und wird erschossen

    Wäre das in Israel passiert, wäre die Überschrift:

    Israelische Polizei erschiesst Palästinenser.

    Shalom
    Benny

    https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10207749486162962&set=a.3615917964413.2162165.1467765844&type=3

  • #3
    Gerd

    Idioten sind Leute, die beiden Seiten in völliger Verkennung der Fakten einen Teil der Schuld zuschreiben. Und wer dann noch mit Worten wie "Sippenhaft" um sich wirft, hat den 3-D Test bestanden.

  • #4
    nussknacker56

    @Sebastian Klein

    Sie haben soeben einen nachhaltigen Eindruck über Ihr Wissen und die Qualität Ihres Differenzierungsvermögens vermittelt.

  • #5
    Rainer Möller

    Hier wäre eigentlich Sebastian Bartoschek als Experte gefragt. Es gibt nämlich eine psychische Störung, bei der Menschen keinen Zusammenhang zwischen ihrem eigenen Verhalten und dem ihr Umgebung herstellen können. Und ich möchte vermuten, dass genau das auf Leute zutrifft, die im Nahen Osten keine Gewaltspirale erkennen können.

  • #6
    nussknacker56

    Wer angesichts der aktuellen Gewaltorgie und Morden an Juden von Schuldigen auf beiden Seiten spricht, macht sich die Sache der Täter zu eigen.

    Sebastian Klein gehört dazu.

    Er behauptet, kein Antisemit zu sein. Doch, genau das ist er. Dazu ein typischer deutscher „Linker“, der sich die Hände in Unschuld wäscht, sich einen Persilschein ausstellt indem er sich als „undogmatisch“ ausgibt und sich damit als sauber outet.

    Nach der obligatorischen Distanzierung vom vulgären Antisemitismus kommt er zur Sache: Der einzige Punkt, an dem er konkret wird und „Opfern“ ein Gesicht verleiht, sind die konstruierten, besonders bedauernswerten „Frauen und Kinder“ von palästinensischen Attentätern, die auch noch von der „der guten alten Tradition“ der „Sippenhaft“ durch die „Hardliner in der israelischen Regierung“ betroffen sind.

  • #7
    Sebastian Klein

    Das sollte nun keineswegs als Medienkritik verstanden werden, sondern eher mein generelles Unwohlsein bei dieser Thematik erläutern – der Konflikt ist viel zu komplex für einfache Wahrheiten. Deshalb fühle ich mich von jedem, der sich pauschal auf die ein oder andere Seite stellt, für dumm verkauft.

  • #8
    Sebastian Klein

    Nachtrag: Meinen zweiten Kommentar bitte löschen, hatte da etwas falsch verstanden und das als Erwiderung auf mich interpretiert. So ergibt das aber keinen Sinn.

  • #9
    Sebastian Klein

    Wunderbar, ich hab mich schon gefragt, wann der erste ankommt um mir Antisemitismus vorzuwerfen. Was genau ist es, wenn man auch Verwandte eines Straftäters mit bestraft? Nicht etwa Sippenhaft? Wenn so etwas in Nordkorea passiert darf man dieses kritisieren, in Israel nicht?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sippenhaftung
    http://www.faz.net/aktuell/politik/naher-osten-israels-gerichtshof-erlaubt-sippenhaft-173783.html
    http://www.tagesschau.de/ausland/jerusalem-157.html
    http://www.sueddeutsche.de/politik/nahostkonflikt-beide-seiten-fachen-die-flammen-an-1.2227435-2

    Und Israel hat keine Schuld in diesem Konflikt auf sich geladen?

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/gazakonflikt-amnesty-wirft-israel-kriegsverbrechen-vor-a-1045851.html
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-06/israel-palaestinenser-kriegsverbrechen-gaza-krieg
    https://www.tagesschau.de/ausland/gaza-medizinerbericht-101.html

    Und dann wird mir erzählt, ich würde nicht differenzieren? Von Leuten, die offenbar einseitige Schuldzuweisungen an die Palästinenser für richtig halten?

  • #10
    Sebastian Klein

    Und zum 3D-Test: https://de.wikipedia.org/wiki/3-D-Test_f%C3%BCr_Antisemitismus

    1) Dämonisieren
    Wo genau dämonisiere ich Israel? Wer Kritik als "Dämonisierung" bezeichnet, verfolgt wohl seine ganz eigene Agenda…
    2) Delegitimeren
    An welcher Stelle habe ich Israel "Delegitimisiert" oder gar Israel das Existenzrecht abgesprochen?
    3) Doppelte Standards
    An welcher Stelle befinden sich die doppelten Standards? Ich darf zitieren:

    "Beide Seiten haben in diesem Konflikt so unfassbar viel Schuld, Blut und Leben auf sich geladen, beide Seiten haben völlig grundlos die Gegenseite wieder und wieder provoziert und den Friedensprozess torpediert. Wer will sich da erdreisten, sich auf die Seite Israels ODER der Palästinenser zu schlagen?
    […]
    Und ausgerechnet bei diesem Konflikt, bei dem nichts so wichtig wäre wie ein differenziertes Weltbild, habe ich das Gefühl, dass auf beiden Seiten nur die gröbsten Dogmatiker herumrennen.
    […]
    Das geht soweit, dass ich mich unbewusst innerlich sofort auf die Gegenseite schlage, wenn jemand entweder Anti-Israel oder Anti-Palästinenser argumentiert. In dem Sinne will ich eigentlich mit beiden Seiten nichts zu tun haben."

    Das dürfte so ziemlich das exakte Gegenteil von "Doppelte Standards" sein…

    Und jetzt muss ich mir anhören, ich sei Antisemit, von Leuten, die dazu erst den Großteil meines Kommentars ignorieren und einen einzelnen Satz aus dem Kontext reißen müssen. Ich habe laut gelacht. Was ist mit euch, frisch von PI-News, der letzten AfD-Sitzung oder Pegida hier in die Kommentarspalte gekommen?

  • #11
    Sebastian Klein

    Und noch ein Nachtrag: Es ist schon interessant, was man auf Google so findet, wenn man mal nach Nussknacker56 sucht: Notorische Verteidigung Israels quer durch die Blogs, dazu als wiederkehrendes Feindbild "Die Linke", wenn jemand kritisch ist. An mir hast du ja auch direkt an einem Beitrag festgemacht, ich sei "Linker". Und so jemand erdreistet sich zu beurteilen, ob andere "differenziert" sind. Lachhaft.

    Aufwachen: Die Welt ist nicht nur schwarz und weiß – das gilt für beide Seiten.

  • #12
    Klaus Muecker

    #2: "Wäre…wäre"

    Mimimi.

    #3: "Und wer dann noch mit Worten wie "Sippenhaft" um sich wirft, hat den 3-D Test bestanden."

    Sind die Häuser der Familien der Mörder von Abu Chder eigentlich inzwischen von der heldenhaften IDF gesprengt worden und zieht man die Familien jüdischer Mörder so nicht zur ‚Verantwortung‘ ? Wie nennen Sie solche Maßnahmen denn?

    #4: "Sie haben soeben einen nachhaltigen Eindruck über Ihr Wissen und die Qualität Ihres Differenzierungsvermögens vermittelt."

    Und was liefern Sie? Ihr Beitrag war wohl noch nicht aggressiv genug, also ballern Sie schnell nach:

    #6: Wer angesichts der aktuellen Gewaltorgie und Morden an Juden von Schuldigen auf beiden Seiten spricht, macht sich die Sache der Täter zu eigen.

    Sebastian Klein gehört dazu."

    Ah ja, die ‚gute alte‘ Verleumdernummer. Der mutige "nussknacker56" hat sie drauf.

    "Dazu ein typischer deutscher „Linker“, der sich die Hände in Unschuld wäscht, (…)"

    Was der mutige "nussknacker56" so alles zu wissen glaubt, irgendwie putzig. Ist "nussknacker56" einer dieser typischen deutschen Rechten, die sich die schmutzigen Hände in der falschen Unschuld der selbsternannten ‚Freunde Israels‘ waschen und unter der Fahne des Philosemitismus segelnd nun ihrem Hass auf ‚Araber‘ freien Lauf lassen? Also nicht weiter als ein typisch deutscher Rassist, der am Montag auch bei PEGIDA mitmarschieren könnte? Es macht "nussknacker56" bestimmt nichts aus, dort neben NPD-Nazis zu latschen, Hauptsache gemeinsam gegen Muslime …

    "@Sebastian Klein

    "Er behauptet, kein Antisemit zu sein. Doch, genau das ist er."

    Und was sind Sie nun, "nussknacker56"? Die deutsche Stimme der ‚price tag‘-Terroristen? Vielleicht sind Täter- und Opferrollen nicht ganz so eindeutig verteilt, wie Sie das gerne hätten, "nussknacker56" :

    "Welche Exzesse der Hass hervor bringt zeigt ein Vorfall in einem Vorort von Haifa, einer Stadt, in der jüdische und arabische Israelis bisher friedlich zusammenlebten. Dort stach ein jüdischer Israeli am Dienstag von hinten auf einen anderen jüdischen Israeli ein, weil er ihn für einen Araber hielt."

    Oh oh … Wer ist jetzt Täter, wo in der Nummer kein Araber zu finden ist? Wie stricken Sie jetzt daraus Antisemitimus, "nussknacker56"?

    "Der Mann, er heißt Uri Rezken, überlebte. Von seinem Krankenhausbett aus ließ er den Angreifer wissen: "Wenn ich Araber wäre, wäre das auch nicht ok. Du solltest niemanden abstechen. Wir sind alle Menschen und wir sind alle gleich."

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-nach-den-attentaten-misstrauen-und-gewaltbereitschaft-wachsen-a-1058249.html

    Das jüdische Opfer des jüdischen Täters hat damit ein Differenzierungsvermögens vermittelt, zu dessen Qualität Sie niemals fähig sein werden.

  • #13
    Gerd

    Zu einer Spirale der Gewalt gehören immer zwei.

    Wie die Palästinenser zur Eskalation beitragen ist bekannt. Durch Aufrufe zum Mord, Mord und Glorifizierung von Mördern.

    Wie eskalieren die Juden? Durch ihre ungebrochene Bereitschaft zu Friedensverhandlungen, die erst letzte Woche erneut betont wurde? Durch die Nichtänderung des Status Quo auf dem Tempelberg, obwohl der Status Quo Juden diskriminiert? Durch die Nichterweiterung jüdischer Gemeinden in Judäa und Samaria? Oder weil sie sich gegen die Mordversuche der Palästinenser verteidigen?

    Nein! In der palästinensischen Gesellschaft ist der Haß auf die Juden derart groß, dass es nicht mehr als die bloße Anwesenheit von Juden braucht, um Gewalt auszulösen.

  • #14
    Sebastian Klein

    "Nein! In der palästinensischen Gesellschaft ist der Haß auf die Juden derart groß, dass es nicht mehr als die bloße Anwesenheit von Juden braucht, um Gewalt auszulösen."

    Das stellt glaub ich niemand in Frage, Gerd. Wobei ich anmerken möchte, dass es, nach allem was ich über die Heterogenität von Gesellschaften weiß, äußerst Wahrscheinlich ist, dass es auch auf palästinensischer Seite eine Menge an Leuten gibt, die erkannt haben, dass die Art und Weise wie dieser Konflikt geführt wird niemals zu einem guten Ende führen wird – genau, wie selbstverständlich auch auf Seite der israelischen Juden. Empathie ist keine Frage von Religion oder Ethnie.

    Und das auch das aktuelle wahllose Morden von Seiten der Palästinenser ausgeht ist natürlich auch überhaupt keine Frage, noch gibt es dazu eine Rechtfertigung.

    Zu dem anderen, was du gesagt hast, möchte ich aber trotzdem widersprechen:

    "Wie eskalieren die Juden? Durch ihre ungebrochene Bereitschaft zu Friedensverhandlungen, die erst letzte Woche erneut betont wurde? Durch die Nichtänderung des Status Quo auf dem Tempelberg, obwohl der Status Quo Juden diskriminiert? Durch die Nichterweiterung jüdischer Gemeinden in Judäa und Samaria? Oder weil sie sich gegen die Mordversuche der Palästinenser verteidigen?"

    Von einer "ungebrochenen Bereitschaft" zu sprechen zeugt wieder von einer unfassbaren Einseitigkeit.

    http://www.focus.de/politik/ausland/haltung-im-nahost-konflikt-obama-attackiert-netanjahu-israel-behindert-friedensprozess_id_4725106.html
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/friedensprozess-netanjahu-widersetzt-sich-washingtons-kurs/3179872.html
    http://www.sueddeutsche.de/politik/israel-ploetzlich-wahlkampf-1.2250669
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/israels-brachialpolitik-netanjahu-tappt-in-eine-aussenpolitische-falle/7472730.html

    Netanjahu zieht regelmässig mit rechter Hardliner Rethorik in den Wahlkampf, die weltweit kritisiert wird und auch innenpolitisch durchaus kritisch gesehen wird – nichtsdestotrotz gewinnt der Mann offensichtlich regelmässig Wahlen, repräsentiert also einen nicht unwichtigen Teil des israelischen Spektrums.

    Genau so genießt auf der anderen Seite die Hamas immer noch politische Unterstützung der Palästinenser, was exakt genau so dumm ist. Du hast auf beiden Seiten an der Spitze fanatische Hardliner sitzen, die zu keinem Kompromiss bereit sind. Für die Hamas kann es nur ein Palästina ohne Israel und Juden geben, für Netanjahu scheint es andersherum. Zu einem tragfähigen Kompromiss, der die Leben aller Menschen dort unten respektiert, unabhängig von ihrer Herkunft, scheint man weder auf palästinensischer noch auf israelischer Seite bereit zu sein. Und SELBSTVERSTÄNDLICH handelt es sich dabei um eine Gewaltspirale – die aktuellen Morde finden ja nicht für sich allein genommen auf der grünen Wiese statt, sondern können natürlich nur im Kontext der ständig schwellenden Konfrontation und der immer wieder ausbrechenden Gewalt betrachtet werden. Und natürlich auch im Kontext des Lebens in Gaza und Westjordanland, dass mit absoluter Sicherheit auch ohne ausbrechende Konflikte kein Zuckerschlecken ist. Nochmal: Das ist keine Rechtfertigung. Aber man kann schließlich auch nicht so tun, als würde diese Gewalt vom Himmel fallen und wäre nicht in einem über 65 Jahre andauernden Konflikt begründet.

  • #15
    Klaus Muecker

    #13. "Wie eskalieren die Juden? Durch ihre ungebrochene Bereitschaft zu Friedensverhandlungen, die erst letzte Woche erneut betont wurde?"

    Glauben Sie eigentlich selbst, was Sie schreiben? Den fortgesetzten Landraub und Siedlungsbau der Israelis (ich bin nicht so auf Religion fixiert, wie Sie), den nicht einmal mehr die treuesten Verbündeten der Israelis kritiklos hinnehmen, den maskieren Sie als "ungebrochene Bereitschaft zu Friedensverhandlungen"? Das ist grotesk.

    "Seit Beginn der dritten Amtszeit von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu im Mai 2013 wurden insgesamt mehr als 10.000 Wohnungen in 41 Siedlungen errichtet. Diese befänden sich vor allem in isoliert gelegenen Ortschaften – also nicht in größeren Siedlungsblöcken, die Israel im Rahmen einer künftigen Friedensregelung ohnehin annektieren will."

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-baut-siedlungen-im-westjordanland-und-ostjerusalem-aus-a-1020128.html

    "Wie viele der ‚price tag‘-Terroristen wurden seitens der israelische ‚Sicherheitskräfte‘ festgenommen, inhaftiert, erschossen? Wie viele Häuser von Familien der ‚price tag‘-Terroristen in Schutt und Asche gelegt? So als Zeichen des ‚Friedenwillens‘?

    "Reham Dawabsheh ist den schweren Verletzungen erlegen, die sie Ende Juli bei einem Brandanschlag auf ihr Haus im Westjordanland erlitten hatte. Damit ist ihr vierjähriger Sohn der einzige Überlebende des Attentats. (…) Israels Regierung und die palästinensische Autonomiebehörde machen radikale jüdische Siedler für den Angriff verantwortlich. Israel hat zwei jüdische Extremisten in Verwaltungshaft genommen, bislang ist aber niemand für das Attentat angeklagt worden."

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-palaestinenserin-stirbt-fuenf-wochen-nach-brandanschlag-a-1051680.html

    "Ungebrochene Bereitschaft zu Friedensverhandlungen", my arse.

  • #16
    Arnold Voss

    @ Klein # 14

    "Aber man kann schließlich auch nicht so tun, als würde diese Gewalt vom Himmel fallen und wäre nicht in einem über 65 Jahre andauernden Konflikt begründet."

    Stimmt, und er begann mit einer Nationengründung die von Anfang an mit der Vernichtungsdrohung gegenüber dieser Nation verbunden war. Eine Vernichtungsdrohung die niemals aufgehört hat und die immer einseitig war. Die nie nur Drohung war sondern immer Tat und Tatversuch. Bis heute.

    Totzdem hat es von seiten verschiedener Israelischer Regierungen immer wieder ein Entgegenkommen gegeben. Gar nicht so lange her z.B. bei den Friedensverhandlungen in Camp David im Jahr 2000, als der israelische Ministerpräsident Ehud Barak den Palästinensern zum ersten Mal einen eigenen Staat anbot. Jassir Arafat traute sich aber nicht, einzuschlagen. Stattdessen entfachte er dann wenig später die Terrorintifadah gegen Israel, die das israelische Friedenscamp fast vollständig zerstörte.

    Ähnlich lief es 2006, nachdem sich Israel vollständig und mit UN-Stempel aus dem Libanon zurückgezogen hatte. Das nahm die Hisbollah nicht etwa zum Anlass, ihren militärischen Arm aufzulösen. Stattdessen provozierte sie lieber den nächsten Nahostkrieg und ist heute die am besten aufgerüstete und schlagkräftigste irreguläre Armee der Welt.

    Auch Israels vollständiger Rückzug aus Gaza hatte keinen mäßigenden Effekt auf die Extremisten, ganz im Gegenteil. Noch nie flogen so viele Raketen aus Gaza gen Israel wie seit dem Abzug von 2005. Das gleiche gilt für Scharons Kehrtwende in Sachen expansiver Siedlungspolitik. Wer sich die jahrzehnte lange hasserfüllte Gesamtumlagerung dieses kleinen Landes anschaut, muss sich nicht wundern, dass seine kriegerische Seite in dieser Zeit zu genommen hat.

    Netanjahus politischer Erfolg ist Ausdruck dieser langen israelischen Erfahrungen die in einem Satz zusammengefasst lautet: Nachgeben nützt nichts. Es ist für mich sogar erstaunlich, dass es immer noch viele Israelis gibt, die ihm nicht (mehr) bereit sind ihm zu folgen. Deswegen hoffe ich auch, dass seine Zeit bald zu Ende geht. Die neue Intifada allerdings wird das Gegenteil wahrscheinlicher machen, und das mit Absicht.

    Was die Verzweifelung und das Leid vieler Palästinenser betrifft, kann ich im Nachhinein – und das ist leider keine Tost – nur sagen: Hätten die palästinensische Führunskader der letzten Jahrzehnte die gewaltigen Mengen Geld, die sie von ihren arabischen Freunden und aus Europa bekommen haben, nicht für eine insgesamt sinnlose Kriegsführung und zu ihrer eigenen Bereicherung benutzt, würden sie jetzt in einem blühenden und unabhängigen Staat leben (können).

  • #17
    Gerd

    Landraub? Das historische Palästina – gegründet 1920 vom Völkerbund – war von Anfang an dazu bestimmt ein jüdischer Staat zu werden. Der Vorwurf das jüdische Volk würde Judäa rauben, ist unfreiwillig komisch, so absurd ist er!

  • #18
    nussknacker56

    @Sebastian Klein

    Ursprünglich wollte ich nur die Arroganz, die aus Ihrem Beitrag heraussticht, beim Namen nennen. Es ist dann doch etwas mehr geworden, weil Sichtweisen und Haltungen wie die Ihren nicht etwa eine Minderheitenmeinung, sondern die Regel sind. Meinungen wie Ihre höre ich ständig bis zum Überdruss , wenn das Thema auf Israel kommt. Immer werden dabei die israelischen Reaktionen auf den arabischen Terror als illegitim und unverhältnismäßig kritisiert. In einer Schärfe und Vehemenz, die bei dem mörderischen Gegenüber umgekehrt durchgehend fehlt. Im Gegenteil: Diese werden ständig als Opfer verklärt, deren Metzeleien, Anschläge und Morde als „Widerstand“ bagatellisiert. Das ist nicht mehr eine diskutable Ansicht, sondern ein bösartiger Ausgrenzungskurs, der sich einzig und allein gegen die israelische Gesellschaft richtet.

    Da findet in Essen eine Kundgebung von ein paar Leutchen statt, die „ein Zeichen … setzen gegen den antisemitischen Terror und für Solidarität mit Israel!“ Diese winzige kleine Kundgebung ist für Sie Anlass, bei ruhrbarone einen Beitrag zu hinterlassen, in dem Sie sich formal und gleichzeitig schulterklopfend über die „Idioten“ beider(!) Seiten auslassen, im Folgenden aber die Sichtweise genau der einen Seite einnehmen, die in den vergangenen Wochen wieder einmal ein vorgeschobenes gottgewolltes „Recht“ ausübte, ungläubige Juden abzuschlachten, wo immer sich eine Gelegenheit bietet. Diese Morde und die zahlreichen Mordversuche sind für Sie kein Thema, werden von Ihnen übergangen und aufgelöst in eine „beiderseitige Schuld“, dann aber drängt es konkret(!) aus Ihnen heraus: Was für ein fürchterliches Unrecht an den Schlächtern durch das Planieren ihrer Häuser begangen werde, flugs erfinden Sie noch Weib und Kind dazu, damit Ihre Anklage gegen die „Sippenhaft“ der vermaledeiten israelischen Regierung wenigstens ein bisschen Substanz erhält. Hier zeigen Sie auf einmal so etwas wie Mitgefühl, das Ihnen sonst gänzlich fehlt.

    Wenn Israelhasser auf eben ihren Hass angesprochen werden, reagieren sie beleidigt, manche verweisen auf jüdischer Freunde, andere listen mit Vorliebe eine Unmenge an dubiosen Links und Filmchen auf, mit denen sie glauben, ihren Judenhass rationalisieren zu können. Durchgehend alle verweisen auf angebliche Vorgänge in der Vergangenheit, die anscheinend jegliches Verbrechen in der Jetztzeit legitimieren. Liebend gerne fangen sie auch bei Adam und Eva an, um bloß nicht reale Verbrechen verurteilen zu müssen. Sie sind Meister im Erfinden von Erklärungen, die die fortwährenden Bestialitäten ihrer arabischen Freunde plausibel erscheinen lassen.

  • #19
    Klaus Muecker

    "Gar nicht so lange her z.B. bei den Friedensverhandlungen in Camp David im Jahr 2000, als der israelische Ministerpräsident Ehud Barak den Palästinensern zum ersten Mal einen eigenen Staat anbot."

    Jaja, diese verfluchten Palästinenser, wollten sich einfach nicht in ihr Bantustan fügen:

    "Die Palästinenser erklärten, dass die Annahme dieses Vorschlags die Reduzierung des zukünftigen Staates Palästina auf ein „Homeland“ bedeutet hätte: Zerstreute Gebiete, die durch israelische Schnellstraßen, Sicherheits-Checkpoints und israelische Siedlungen getrennt würden. Zusätzlich wären, nach dem Vorschlag Israels, die Wasserressourcen und die Sicherung der Außengrenzen (vor allem an der Jordangrenze) sowie Zoll des palästinensischen Staates für 20 Jahre unter israelischer Kontrolle geblieben. Dies hätte nach Ansicht der Palästinenser jedoch weitere 10 % der strittigen Gebiete bedeutet."

    Hey, was für ein großzügiges Angebot! Ihr bekommt einen von unseren Straßen, die auch nur wir benutzen dürfen, und unseren Checkpoints zerschnittenen Flickenteppich, sämtliche Wasserressourcen kontrollieren wir auch weiter (schließlich müssen unsere ‚Siedler‘ ihre Vorgärten und Pools bewässern) und was in euer Bantustan rein- oder daraus rausgeht, kontrollieren auch wir….

    "Hätten die palästinensische Führunskader der letzten Jahrzehnte die gewaltigen Mengen Geld, die sie von ihren arabischen Freunden und aus Europa bekommen haben"

    So ein Satz über die israelischen Führungskader und die gewaltigen Mengen Geld, die sie aus den USA und Europa bekommen haben, und das Antisemitismus-Geschrei wäre ohrenbetäubend.

    "Es ist für mich sogar erstaunlich, dass es immer noch viele Israelis gibt, die ihm nicht (mehr) bereit sind ihm zu folgen. Deswegen hoffe ich auch, dass seine Zeit bald zu Ende geht."

    Hoffen Sie, dass danach einer kommt, dem bedingungslos alle folgen?

  • #20
    Arnold Voss

    Klaus Muecker, ohne die militärische Unterstützung von außen würde Israel nicht mehr existieren. Da sie das wissen, schließe ich aus ihrer Argumentation, dass ihnen das Existenzrecht Israels egal ist. Deswegen fragen ich sie hier nochmal ausdrücklich: Stimmt meine Annahme oder stimmt sie nicht? Ich bitte um ein klares Ja oder Nein. Mit Leuten denen das Existenzsrecht Israels egal ist diskutiere ich nämlich nicht weiter.

    Den Palästinensern wurde übrigens schon bei der Staatsgründung Israels von der Uno eine eigener, unabhängiger und ins sich abgeschlossener Staat angeboten . Auch den haben sie abgelehnt. Stattdessen haben sie zusammen mit ihren arabischen Nachbarn mehrere Angriffskriege gegen Israel geführt.

    Wer ist also hier der Aggressor gewesen, Klaus? Und was ist an der Aussage falsch, dass die Palästinenser trotz ihrer Aggression erhebliche Unterstützung auch von seite Europas bekommen haben, um ihr Land aufzubauen?

    Und was soll die beleidigende Unterstellungsfrage, ob ich mir in Israel einen Diktator wünsche? Es sind die Palästinenser, die unter der religiösen Diktatur der Hamas stehen, während Israel der einzige demokratische Staat in diesern Gegend ist. Auch wenn mir seine jetztige Regierung nicht gefällt.

    Also sein sie so nett und beantworten meine obige Frage, und wenn es irgendwie geht, mäßigen sie sich bitte auch im Ton, Klaus. Sie haben es hier nicht mit ihrem politischen Fanclub zu tun, der ihnen auch dann zujubelt, wenn sie dummes Zeug erzählen. 🙂

  • #21
    Sebastian Klein

    "Ursprünglich wollte ich nur die Arroganz, die aus Ihrem Beitrag heraussticht, beim Namen nennen […]"

    Vorweg: Ich hab deinen Beitrag nicht zu Ende gelesen. Brauch ich nicht. Das ist die Arroganz, die ich ja hier so gern an den Tag lege. Nur ums mal klipp und klar zu sagen: Du kannst nicht richtig lesen, wenn du behauptest, ich würde mich einzig auf eine Seite schlagen. Und du kannst nicht richtig lesen, wenn du übersiehst, was ich im ersten Beitrag geschrieben habe:

    "Das geht soweit, dass ich mich unbewusst innerlich sofort auf die Gegenseite schlage, wenn jemand entweder Anti-Israel oder Anti-Palästinenser argumentiert. In dem Sinne will ich eigentlich mit beiden Seiten nichts zu tun haben. "

    DU bist derjenige, der hier undifferenziert lospoltert. Im gesamten Social Web, wie Google hinreichend belegt. Es liegt nicht an mir, es liegt einzig und allein an dir. Ich habe mehr als genug beide Seiten angesprochen und mich von BEIDEN SEITEN differenziert, aber es passt dir in einem Feldzug wesentlich besser in den Kram, wenn ich bloss ein antisemitischer Israelfeind bin – und um dieses Zerrbild von mir zu malen, ignorierst du einen Großteil meiner Aussagen. Wenn du nicht in der Lage bist, meine Aussagen unverzerrt wiederzugeben, dann liegt das Problem einzig und allein bei DIR.

  • #22
    Arnold Voss

    Ich frage mich immer wieder, woher bei vielen Leuten diese absolute Verleugnung der wesentlichen Ursache des israelische-palästinensischen Konfliktes herkommt: Des totalen Vernichtungswillens eines Volkes gegenüber einem anderen. Wobei das palästinesiche Volk mittlerweile nur noch durch diesen totalen Vernichtungswillen gegenüber dem jüdischen Staat zusammengehalten wird.

    Ein Volk, das es übrigens vor der Gründung des Staates Israel gar nicht gegeben hat. Weder nach außen noch als identitäres Selbstkonzept. Dafür gab es aber schon zu dieser Zeit in der arabischen Welt einen tiefsitzenden und weit vebreiteten religiös unterfütterten Antisemitismus. Aus ihm wurde dann von Anfang an auch die Geburt des palästinensichen Volkes gespeist.

    Das innere Drama diese Volkes liegt in der Tatsache, dass ihm die Vernichtung Israels bis heute nicht nur nicht gelungen ist, sondern dass es mittlerweile viel mehr unter den Folgen seines eigenen Vernichtungswillens leidet als das Volk, dass es vernichten wollte. Statt sich jedoch mit dieser Niederlage abzufinden, steigert es sich unter der Anleitung der Extremisten der Hamas in immer weitere Vernichtungsphantasien und immer neue und immer opferreichere Umsetzungsversuche.

    Gleichzeitig ist der Friedenswillen des Volkes, das vernichtet werden soll, aus eben diesen Gründen immer geringer und der Verteidigungs- und im Ernstfall auch der Kriegs- und Bestrafungswille immer größer geworden. Die systematische Ausdehnung des eigenen Siedlungsgebietes ist Ausdruck dieser zunehmenden Unachgiebigkeit und hatte unvermeidlich auch die Reduzierung der Friedenschancen zur Folge.

    So wurde das innere und selbstverursachte Drama der Palästinenser zum äußeren Welt-Drama des Gesamtkonfliktes: seine zunehmende Unlösbarkeit mit friedlichen Mitteln. Diese Entwicklung hat anscheinend dazu geführt, dass viele nun die Palästinenser als die eigentliche Opfer des Konfliktes sehen, ja das sich ihre Solidarität mit den Palästinensern mehr oder weniger offen mit einem Hass auf Israel, ja mit offenem Antisemitismus verknüpft.

    Dabei sind die Pästinenser nach wie vor nicht nur konkrete Täter sondern immer auch noch die Aggressoren in diesem Konflikt, da sich an ihrem kollektiven Vernichtungswillen nichts geändert hat. Im Gegenteil, mehr oder weniger offen wird die letzte große Siegeshoffnung auf die iranische Atombombe als ein auch von den Amerikanern gefürchtetes Druckmittel gesetzt.

  • #23
    Arnold Voss

    @ Sebastian Klein # 21

    Sebastian Klein, die in ihrem letzten Kommentar noch einmal betonte Aussage, dass sie "eigentlich mit beiden Seiten nichts zu tun haben" wollen, veranlasst mich auch ihnen die Frage zu stellen, ob das bedeutet, dass ihnen das Existenzrecht Israels egal ist. Sie würden mir einen großen Gefallen tun, wenn sie die Frage einfach nur mit Ja oder Nein beantworten.

    P.S, Ich gehe davon aus, dass mein Comment kurz genug ist, um ihn ihrerseits ganz lesen zu wollen.

  • #24
  • #25
  • #26
    nussknacker56

    @ Sebastian Klein

    Eines vorab: Ich habe Ihnen kein Du angeboten – wir bleiben definitiv beim Sie.

    Für jemand, der laut eigener Aussage differenziert denkt sollten Sie sich die Frage stellen, warum ich Sie fälschlicherweise für etwas halte, was Sie nicht sind. Die Antwort liegt in meinen zwei letzten Beiträgen: Weil Sie sich faktisch die Sichtweise einer Seite zu eigen machen und über die andere herziehen. Weil Sie Opfer und Täter gleichstellen und diejenigen, die sich auf die Seite der Opfer – nämlich der bedrängten israelischen Gesellschaft – stellen, als „undifferenzierte Idiot[en]“ bezeichnen. Da war für mich das Maß voll. Deswegen fiel von meiner Seite aus das Wort Antisemit, wofür ich mich hiermit entschuldige und was ich zurücknehmen möchte. Mir liegt nichts daran, deren Zahl zu vergrößern und dieser Vorwurf darf nicht wahllos verwendet werden.

    Noch was zu Ihren Recherchen im www: Ich führe keinen „Feldzug“ gegen die arme, unterdrückte Minderheit der Palästinenserfreunde und Israelhasser – sondern ich versuche, mit meinen Möglichkeiten gegen eine hochinfektiöse Geisteskrankheit namens Antisemitismus die Tasten zu drücken. Es ist allerdings nicht zu befürchten, dass es mir damit gelingt, die Menschheit um einen optimalen Gradmesser für menschliche Dummheit zu berauben.

  • #27
    Sebastian Klein

    "Für jemand, der laut eigener Aussage differenziert denkt sollten Sie sich die Frage stellen, warum ich Sie fälschlicherweise für etwas halte, was Sie nicht sind."

    Als ob es zur Einordnung meiner Person relevant wäre, was DU von mir hälst. Du bist keineswegs die Messlatte für "Richtig" oder Falsch", auch wenn ich sofort glaube, dass du dir das denkst. Wer ist jetzt arrogant? Es gibt nämlich durchaus auch eine zweite Möglichkeit: Du irrst dich, schlicht und einfach. Aber das scheint dir noch nicht in den Sinn gekommen zu sein.

    "Weil Sie sich faktisch die Sichtweise einer Seite zu eigen machen und über die andere herziehen. Weil Sie Opfer und Täter gleichstellen und diejenigen, die sich auf die Seite der Opfer – nämlich der bedrängten israelischen Gesellschaft – stellen, als „undifferenzierte Idiot[en]“ bezeichnen. Da war für mich das Maß voll."

    Ja SELBSTVERSTÄNDLICH argumentiere ich hier Pro-Palästina. Wenn du in der Lage oder Willens wärst, meine Beiträge zu verstehen, dann dürfte dich das kaum überraschen. Ich habe das in meinem ersten Beitrag sogar ganz explizit geschildert. Ich glaube an eine fundamentale Wahrheit: Es gibt keine einfachen Lösungen, keine einfachen Ursachen, keine einfachen Problemstellungen. Jeder, der die Welt in schwarz und weiß einteilt, macht es sich nach meiner Maxime zu einfach.

    Ich sehe mich hier mit zwei oder drei Leuten konfrontiert, die einseitig Pro-Israel argumentieren. Da nehme ich selbstverständlich die Kontraposition ein. Nicht, weil ich Bock hab auf eine pauschale Anti-Haltung, sondern weil ich es grundlegend falsch finde, wenn eine Diskussion zu einem meiner Ansicht nach hochkomplexen Thema einseitig verläuft und alle sich einig sind. Wenn sich bei so einem Thema alle einig sind, dann kann man sich zwar gegenseitig auf die Schulter klopfen und beglückwünschen dafür, dass alle die "richtige" Meinung vertreten – aber einen Erkenntnisgewinn hatte man damit leider keinen.

    Als gäbe es in Israel ein einfaches Täter-Opfer-Schema. Stell dir folgendes vor: Du bist ein 20-jähriger Palästinenser, der in Gaza aufgewachsen ist. Du wurdest dort sozialisiert, du hast dort die prägenste Zeit deines Lebens verbracht, dort deine Erfahrungen gesammelt. Was glaubst du, wie du dann wirst und welche Ansichten du dann hegst? Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, wer denn nun im Ursprung für den Konflikt verantwortlich ist, denn du erlebst nur die Perspektive eines Menschen, der von Kindertagen an in einem weitesgehend zerstörten Land lebt, das ab und zu von einigen israelischen Flugzeugen bombadiert wird – und um dich herum erzählt dir jeder, dass die Juden der Erzfeind sind. Ich habe kein Verständnis für Bombenanschläge, Entführungen, Messer- und Axtangriffe auf andere Menschen. Aber es kann mich auch kaum überraschen, dass es dazu kommt.

    Und als "Idioten" habe ich keineswegs die Israelis/Palästinenser bezeichnet (auch wenn ich diesen Begriff für die jeweiligen Hardliner auf beiden Seiten sicherlich nicht für falsch halten würde), sondern Leute, die hier in Deutschland auf Demos gehen und sich genau diese einseitigen Sichtweisen zu eigen machen, die ich hier kritisiere. Beide Lager brüllen ihre Parolen, klopfen sich auf die Schulter und gehen dann wieder nach Hause. Erkenntnisgewinn? Null. Empathie für die Opfer auf der jeweils anderen Seite? Null. Auswirkungen auf den Konflikt? Im besten Falle Null, im schlimmsten Falle ein weitere Tropfen Öl ins Feuer.

  • #28
    Sebastian Klein

    Und als Nachtrag: Wäre die Situation hier umgekehrt und es gäbe eine Überzahl von Pro-Palästina-Kommentaren wäre ich der erste, der versucht, ebenfalls die Pro-Israel-Sichtweise unterzubringen. Dessen sei dir versichert.

  • #29
    Sebastian Klein

    Und als zweiter Nachtrag: Wobei ich noch mal ganz besonders hervorheben möchte, dass ich die antisemitischen Parolen, die man auf üblichen Pro-Palästina-Veranstaltungen so hört definitiv noch mal ein ganzes Stück verachtenswerter finde als die Parolen bei Pro-Israel, die lediglich von Ignoranz zeugen. Nur, dass wir uns da richtig verstehen: Ich werde auf keinen Fall versuchen, Antisemitismus dadurch zu relativieren, dass es bei Pro-Israel ja auch "blöde Sprüche" gibt, oder das die Beteiligten nicht genügend Empathie aufbringen würden.

  • #30
    Arnold Voss

    Habe ich das richtig verstanden, Sebastian? Sie sind bei Diskussionen um den Israel-Palästina Konflikt immer auf der Seite derer, die gerade als Minderheit argumentieren? Wollen sie mich veräppeln?

    Entweder man hat eine Position die bei beiden Seiten die gleiche Schuld sieht oder man hat sie nicht. Das ist eine inhaltiche Frage und nicht die des jeweiligen Diskussionsverlaufs, der bei einem Blog von der Anzahl der Pro- und Kontrargumente nicht steuerbar, also mehr oder weniger zufällig ist. Die Wahrheit ist, dass sie eben keine neutrale Position einnehmen, sondern ihre wiedersinnige Argumentationsarithmetik dazu benutzen ihre einseitige Position als neutral erscheinen zu lassen.

    Das gleich gilt für ihre Parole von der Komplexität des Konfliktes, die keine einseitigen Erklärungen erlaubt. Auch das ist Quatsch, denn es gibt sehr wohl eine strukturelle Einseitigkeit in diesem Konflikt: Die bis heute nicht aufgegeben Vernichtungsdrohung und Vernichtungsabsicht auf seiten der Palästinenser. Sie ist auch der Kern des immer wiederkehrenden Terrors gegenüber Israel.

    Dass das im Einzelfall an der Sozialisation und den sie bestimmenden Umständen nachvollziehbar ist, ändert nichts an dieser Grundeinseitigkeit und vor allem entschuldigt es den Terror nicht. Erst recht aber hat zu gelten, dass diese Nachvollziehbakeit von Einzeltaten dann auch für die israelische Seite zu gelten hat. Und genau hier lassen sie sie mit der irrwitzigen Argumentation nicht zu, dass es bisher zu viele pro-israelische Kommentare gab.

    Auch für sie ist jetzt Schluss hier. Verarschen können wir uns hier alleine!

  • #31
    Rainer Möller

    Ich halte Arnold Voss‘ Geschichtsbild für irrig.

    1. Das jüdische Volk gibt es schon sehr lange, und es entstand nicht erst durch die Gründung des Staates Israel. (Es gab auch assimilierte Einzelpersonen oder Familien, die tatsächlich erst durch den Antisemitismus "zu Juden gemacht wurden", aber das ist nicht der Regelfall.)

    2. Ursprünglicher Friedenswille der Juden? Jeder erwachsene Zionist war sich klar, dass Israel nur durch Vertreibung und Enteignung von einer großen Zahl von Palästinensern zustande kommen würde. (Das wird gerade an den Reaktionen der vielen antizionistischen Juden kenntlich.) Freilich, die Zionisten wollten die Früchte dieser Politik anschließend "in Frieden genießen". Ob das als "Friedenswille" reicht?

    3. Die "systematische Ausdehnung des eigenen Siedlungsgebietes" ist Folge des palästinensischen Vernichtungswillens? Sie ist (mindestens) ebenso sehr der Versuch, einen Coup, mit dem man schon einmal (1948) Erfolg hatte, zu wiederholen.

    4. Dem (durchaus nicht eindeutig und immer vorgetragenen) Willen der Palästinenser, den Staat (!) Israel zu vernichten, entspricht der Wille der israelischen Juden, einen Staat Palästina gar nicht erst entstehen zu lassen. Symmetrie gerade in diesem Bereich!

    5. Der palästinensische Terror folgt in vieler Hinsicht dem jüdischen Terror der vorstaatlichen Ära (Terror ist normalerweise die Kriegführung derjeniger, die noch keine ordentliche Armee haben). Das sollte ihn eigentlich verständlicher machen. Wenn Emil Ludwig das Attentat David Frankfurters als "Mord aus verlorener Ehre" geradezu glorifizierte, sollten wir dann nicht die Formel "Mord aus verlorener Ehre" auch für viele palästinensische Attentäter gelten lassen (auch ohne sie zu glorifizieren)?

    Ich gestehe gerne zu, dass in einem solchen Konflikt, wenn er erst einmal habituell geworden ist, beide Seiten aggressive UND defensive Antriebe haben. Das war auch in den Weltkriegen so. Bei wem und wieweit die aggressiven und die defensiven Antriebe überwiegen, werden wir wohl der weiteren Forschung überlassen müssen.

  • #32
    Rainer Möller

    Was man gerade den energischsten Zionisten (wie Jabotinsky u.a.) aber hoch anrechnen muss, ist ihre moralische Bescheidenheit (oder, wenn man so will, Demut). Sie sagten ganz klar: Wenn wir in der Situation der Araber wären, würden wir auch das tun, was die Araber tun.
    Und genau diese Einstellung wäre heute wieder nötig, um Frieden zu schaffen.

  • #33
    Arnold Voss

    In Israel werden Leute auf offener Straße mit dem Messer abgeschlachtet, und die Hamas gibt dazu im Internet auch noch genaue Anleitungen, mit welchem Messer und an welchen Stellen das am wirksamsten geschehen soll, und hier gibt es Leute die diesen Terror damit erklären, dass die Täter doch auch irgendwie Opfer sind. Empathie wird nicht für die Abgestochenen sondern für das Leid der Palästinenser gezeigt, dass doch die Ursache für diesen Terror sei.

    Dabei gäbe es das Leid der Pästinenser nicht, wenn sie nicht von Anfang dem neuen Staat Israel mit Hass und Feindschaft gegenüber gestanden hätten. Wenn sie nicht bis heute zusammen mit ihren Verbündeten immer wieder versucht hätten, ihm dem garaus zu machen. Es war genug Platz für zwei selbständige Staaten da. Es gab genügen Entwicklungsmöglichkeiten für alle. Stattdessen haben die Palästinenser und ihre Verbündeten den Weg des Vernichtungsfeldzuges mit allen Mitten gewählt und bis heute, wie man an der Hamas sehen kann, nicht von dieser Wahnidee gelassen.

    Mit Leuten, die diese Tatsache bei ihren "Analysen" absichtlich oder unabsichtlich unerwähnt lassen, mit denen führt die Diskussion immer in dieselbe Sackgasse die da lautet: Eigentlich hätte es den Staat Israel nie geben dürfen. Es gibt ihn aber, und er ist wie die meisten Nationen vorher, mit mehr oder weniger großer Gewalt entstanden, und – oh Wunder – er wehrt sich, wie es alle anderen Nationen auch tun, bzw. bei ähnlicher Bedrohung tun würden , gegen seine Vernichtung.

    Mit dem Unterschied allerdings, dass an ihn von seinen Kritikern andere Maßstäbe angelegt werden, als an alle anderen Staaten dieser Welt. Man scheut sich dabei sogar nicht vor dem Begriff des Imperiums, das sich gegenüber den Palästinensern als Kolonialmacht verhält. Wie irre das ist, kann man an der Tatsache sehen, dass es noch nie eine Kolonie auf dieser Erde gegeben hat, die seine Kolonialmacht über Jahrzehnte unter direktem Dauerbeschuss setzt, ohne dabei selbst die Existenz zu verlieren.

    Die Kritik am Verhalten der verschiedenen israelischen Regierungen, zu der es natürlich im Einzelfall genügend Berechtigung gibt, wird über solche Begrifflichkeiten zur schlichten Hetze. Diese unterschlägt obendrein, dass es im demokatischen Israel die Möglichkeit gibt, die Verbrechen des eigenen Staates zu ahnden, was weder unter der Regierung der Fatah noch unter der Diktatur der Hamas möglich ist.

    Nicht nur, dass sich die beiden palästinensischen Führungsclans bei jeder Gelegenheit gegenseitig an die Gurgel gehen. Sie machen das auch mit ihren politischen Kritikern und jeder anderen Art von Oppositionellen. Vom religiösen Terror der Hamas und ihrer mehr oder weniger offenen Sympathie für die Brutalinskis des Isamischen Staates ganz zu schweigen. Dieser Terror gegen die eigene Bevölkerung wird von den "Israelkritikern" bei der Beschreibung des Leids der Palästinenser systematisch unerwähnt gelassen.

    Das gleich gilt für die Tatsache, dass die Hamas verzugsweise Wohngebiete. ja sogar Krankenhäuser als Abschussrampen für ihre Angriffe benutzt. Daraus zu schließen, dass der Hamas ihr eigenes Volk scheiß egal ist, wenn nur die Vernichtung Israels gelingt, fällt den "Israelkritikern" dabei umso schwerer. Da ist es ideologisch einfacher auf die bösen Israelis zu schimpfen, die vorzugsweise und mit geradezu sadistischem Vergnügen Frauen und Kinder umbringen und Häuser ohne jeden Grund plattwalzen lassen.

    Das alles macht die sogenannte "Israelkritik" erst so einseitig und verlogen. Auch dann, wenn sie unter dem Deckmantel eines Advokatus Diaboli daherkommt, der das Existenzrecht Israels prophylaktisch anerkennt, um dann die Verteidigung dieses Existenzrecht als brutales Besatzungsregime zu diffamieren.

    Als wäre die fürchterliche Mauer aus Spaß gebaut worden und nicht als letzte Möglichkeit der konsequenten Abwehr weiteren Terrors. Und selbst die schützt die Israelis nicht mehr, weil es die palästinensichen Extremisten geschafft haben, auch bei den arabischen Bewohnernn Israels so viel Hass in vor allem junge Köpfe zu säen, dass sie nun zum direkten Messerterror greifen. Und das unter dem Jubel vieler Palästinenser hinter dieser grässlichen Mauer.

  • #34
  • #35
    Rainer Möller

    Arnold Voss,
    kann man eine Emotion wie "Hass" tatsächlich bloß durch verbale "Hetze" säen, ohne dass reale Erfahrungen dazu kommen?
    Ich weiß, das wird gerne behauptet. Keineswegs nur von Ihrer Seite, sondern auch von der Gegenseite, und in allen möglichen Zusammenhängen. (Und sollten Sie nicht gerade deshalb etwas vorsichtiger mit dieser Hypothese umgehen?)
    Für meine Person vermute ich: Eine starke Emotion hat immer auch mit dem real erlebten Leben zu tun.

  • #36
    Rainer Möller

    Arnold Voss #33
    die deutsch-amerikanische Versöhnung ist wesentlich über die militärische Kooperation gelaufen. Und die militärische Kooperation wurde möglich, weil die amerikanischen Soldaten zugestanden, dass die deutschen Soldaten sich nicht grundlegend von ihnen unterschieden (und dass damit das antideutsche Feindbild der Kriegszeit aufgegeben wurde). Natürlich lässt sich diese militärische Kooperation so nicht nachahmen, aber das Prinzip könnte auch als Vorbild für eine jüdisch-arabische Annäherung dienen.

    Z.B. als Wirtschaftskooperation: Wenn die Europäer das Geld, was jetzt an Israel bzw. die Palästinenser fließt, in eine politisch neutrale Firma für wirtschaftliche Entwicklung fließen lassen würden, an der sich dann israelische und palästinensische (Sub-)Unternehmer gleichermaßen beteiligen können? (Okay, bloß eine Idee – ich soll mich hier sicherlich nicht endlos zum Thema ausbreiten …)

  • #37
    Arnold Voss

    @ Rainer Möller # 34 + 35

    Natürlich kann man Emotion ohne reale Erfahrung erzeugen. Darauf basiert jede politische Propaganda, jede gut gemachte Werbung und jeder spannend inszenierte Film. Woher kommen z.B. dieÄngste vor und Hass gegen Fremde in Gegenden wo es kaum welche gibt? Woher kommt z.B. die Gottesfurcht, ohne je eine real-physikalische Sicht geschweige denn Erfahrung mit einem überirdischen gewesen gemacht zu haben?

    Aber reale Erfahrungen können natürlich die künstliche Erzeugung von Emotionen erleichtern und verstärken. Daraus allerdings zu schließen, dass der Hass vieler Menschen auf andere Menschen auf reale Unterdrückung durch eben diese Menschen basiert, ist schlicht falsch. Bedenken sie, dass sich gerade der Terror mehr oder wenig zufällig gegen Menschen richtet, die man weder persönlich kennt, noch ihnen eine direkte Schuld am eigenen Leid gäben könnte.

    Gerade beim Terror löst sich der Zusammenhang von Untedrückungserfahrung und Gegenwehr strukturell auf. Wie könnte man sonst erklären, das die Masse der Unterdrückten und Ausgebeuteten gar nicht erst zum Mittel des Terrors greift, geschweige sich überhaupt zur wehr setzen und das nicht (nur) aus Apathie sondern weil sie es schlicht nicht wollen.

    Die Juden in Europa wurden vernichtet ohne auch nur irgendjemanden vorher ein Haar gekrümmt zu haben. Mit einem Hass und einer Brutalität die nach ihrer Theorie der realen Erfahrung niemals hätte geschehen können. Es wurden Millionen wehrlose Menschen umgebracht, was im übrigen ein Mitgrund für die Entstehung des Staates Israel gewesen ist.

    Die Palästinenser hatten im Gegensatz zu anderen Leidenden dieser Erde aber immer die Alternative ihr Leiden dadurch zu beenden, dass sie Frieden schließen und die Existenz des Staates Israel anerkennen. Wie gesagt, sie haben schon ganz zu Anfang des Konfliktes die Gelegenheit zu einem eigenen souveränden Staat bekommen.

    Hätten sie ihn angenommen wären sie vom gößten Teil der restlichen Welt mit Geld zugeschüttet worden, weil alle heil froh gewesen wären, einen absehbaren Krisenherd zu vermeiden. Das wäre auch noch zu einem spätere Zeitpunkt möglich gewesen. Jetzt ist die Spirale der Gewalt, der gegenseitigen Verwundung und des Misstrauens zu weit fortgeschritten, als das diese Möglichkeit noch offen stände.

    Das ist das fürchterlich an diesem Konflikt. Und damit wäre ihr Kommentar Nr. 35 beantwortet. So gut ich die von ihnen skizzierte Art der Versöhnung finde.Es gab im übrigen nie einen religiösen Konflikt zwischen den Nachkriegsdeutschen und den US-Amerikanern, geschweige so etwas wie ein räumlich-religiösen Zankapfel wie Jerusalem, der aktuell mal wieder klar macht, dass der palästinensisch-israelische Konfikt auch und vor allem ein religiöser, bzw. religionspolitischer ist.

  • #38
    nussknacker56

    @Rainer Möller #35
    Ihre Idee als solche, finde ich gar nicht schlecht. Leider kann sie nur funktionieren, wenn auch die pal.-arabische Seite ein Interesse an einer Lösung, einem Kompromiss o.ä. hat und von der Idee ablässt, den Gegner doch noch vernichten zu können. Eine solche pragmatische Haltung ist nicht einmal im Ansatz erkennbar. Das ist das Problem.

    @Arnold Voss
    Danke für Ihre Beiträge. Beste Grüße.

  • #39
    JR

    Man kann sich an allerlei FUBARs in der Geschichte des Konfliktes hochziehen, davon gibt es genug (angefangen bei dem nach Ärger geradezu schreienden Teilungsplan; der der Peel-Kommission war wesentlich sinnvoller).
    Aber solange weder Hamas noch Fatah das Existenzrecht Israels anerkennen, wird das nichts. Man darf sich nichts vormachen: Wenn die beiden Organisationen von "Palästina" sprechen, meinen sie nicht Gaza und Westbank. Sie meinen das gesamte Gebiet inklusive Israel.

  • #40
    Arnold Voss

    @ nussknacker56

    Nichts zu danken. Es war mir ein Bedürfnis in Anbetracht all der Mueckers dieser Welt, denen schon bei der Erwähnung des Namens Israel der Schaum vor dem antisemitischen Munde steht und die sich dabei auch noch für links halten.:-)

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