Fabio Casartelli starb bei der Tour de France 1995 – Tour-Tross 2013 gedenkt des Unglücks



Die ‚Tour de France‘ der Radprofis findet in diesem Jahr in Deutschland keine große öffentliche Beachtung mehr. Nach all den negativen Schlagzeilen rund um das Thema Doping kann man vielleicht auch gar nichts Anderes erwarten.

Am heutigen Tage sollte man da aber vielleicht einmal eine Ausnahme machen.

Die Karawane passierte nämlich am heutigen Sonntag erneut den Ort wo der Profi Fabio Casatelli vor Jahren durch einen tragischen Sturz zu Tode kam. Er starb damals, vor inzwischen 18 Jahren, als vierter Radfahrer auf einer Tour de France Etappe.

Heute passierte das Feld der Fahrer auf der aktuellen Tagesetappe der ‚Tour 2013‘ erneut den Col de Portet-d’Aspet, an welchem Casartelli damals mit seinem Rad tödlich stürzte.

Im Jahre 1995 nahm Fabio Casartelli erstmals an der ‚Tour de France‘ teil. Am 18. Juli, auf der damals 15. Etappe der Tour zwischen Saint-Girons und Crêtes du Lys, geriet Casartelli seinerzeit auf der Abfahrt vom Col de Portet-d’Aspet in einen Massensturz, in den auch der Deutsche Dirk Baldinger, der sich das Becken brach, der Franzose Dante Rezze und der Belgier Johan Museeuw verwickelt waren.

Casartelli schlug mit dem Kopf auf eine Straßenbegrenzung aus Beton auf und verlor dabei das Bewusstsein. Er verstarb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Zu Ehren Casartellis wurde an der Westrampe des Col du Portet d’Aspet inzwischen ein weißes Denkmal errichtet, welches ein Rad sowie die olympische Fahne zeigt.

Casartelli hinterließ damals seine Frau und einen Sohn.

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5 Kommentare

  1. #1 | der, der auszog sagt am 7. Juli 2013 um 22:39 Uhr

    1967 starb der Engländer Tom Simpson bei der Tour de France im Aufstieg zum Mont Ventoux an einem Herzversagen. Hieß es erst, die Hitze sei Schuld, stellte sich nach der Obduktion heraus, dass Simpson leistungssteigernde Mittelchen getankt hatte. Ein Jahr zuvor wurden die ersten Dopingkontrollen eingeführt…

    Die Tour de France ist trotz der schönen Landschaftsbilder eine der dreckigsten Sportveranstaltungen auf unserem Globus. Das war sie immer und das wird sie auch immer bleiben. Deshalb verstehe ich nicht ganz die Glorifizierung und das Wiederbeleben der fünf Drogenjunkies, die bei diesem Rennen ihr Leben gelassen haben.

    Sollen wir jetzt weinen oder in Stille innehalten? Stirbt ein Fixer im Stadtwald, dann machen wir doch auch keinen Zirkus daraus.

  2. #2 | Robin Patzwaldt sagt am 7. Juli 2013 um 23:00 Uhr

    @der, der auszog:

    Wenn ein Mensch bei der Ausübung einer Sportart durch einen Sturz stirbt, dann finde ich das erst einmal immer sehr bedauerlich und auch traurig.

    Ich erinnerte mich immer noch ziemlich genau an diesen tödlichen Sturz aus dem Jahre 1995, an den ich dann heute wieder einmal erinnert wurde.
    Heute passierte der Tour-Tross nämlich wieder genau die Stelle an der Casartelli 1995 tödlich zu Fall kam.
    Zudem war ich überrascht, dass das Unglück tatsächlich inzwischen schon 18 Jahre zurück liegt.

    Das finde ich grundsätzlich nachdenkenswert. Nicht mehr, und nicht weniger…

  3. #3 | Helmut Junge sagt am 8. Juli 2013 um 10:07 Uhr

    @der, der auszog, @Robin Patzwald
    „Die Tour de France ist trotz der schönen Landschaftsbilder eine der dreckigsten Sportveranstaltungen auf unserem Globus. “
    ehrlich gesagt, finde ich es beruhigend zu wissen, dass bei der Tour noch nie von Wettskandalen die Rede war.
    Ich glaube, dass es beim internationalen Spitzensport insgesamt immer zu tödlichen Unfällen kommen muß. Die dann auf „Doping“ zurückzuführen, ist m.E. der falsche Ansatz.
    Die Tour ist das anstrengendste Radrennen, wenn nicht gar das anstrengendste Sportereignis der Welt.
    War sie schon immer. Wer da mitmacht, geht ein großes Risiko ein und weiß das auch, weil die Statistik der Rennen jedesmal sehr viel weniger Fahrer, am Ziel ankommen sieht, als abgefahren sind.
    Es sind übrigens nicht nur die schönen Landschaftsbilder die mich regelmäßig faszinieren. Faszinierend sind für mich die Regeln, die die Natur den Menschen aufzwingt. Beispielsweise die verblüffende Tatsache, dass Gegner wegen des „Windes“, also der Luftreibung miteinander kooperieren müssen. Sonst sind sie nämlich langsamer als wenn sie nicht kooperierten. Das ist wie im Leben.
    Es gibt noch etliche andere, von der Natur erzwungene Strategien, die immer wieder verblüffend sind, und die in keiner anderen Sportart vorkommen.
    Weil das so sehr an schach erinnert, interessieren mich die Dopingfälle gar nicht. Erstens hat der Hauptdopingsünder Armstrong bisher keine gesundheitlichen Einschränkung gezeigt, und zweitens ändert sein Doping doch überhaupt nichts an seiner genialen Stratigischen Planung. Drittens waren seine Hauptkonkurrenten mit hoher Wahrscheinlichkeit auch voll mit Pharmaprodukten, also etwa gleichwertig. Das hat die Spannung bei mir nie vermindert. Ich habe mich übrigens nur ein einziges mal beim TV beschwert. Das war, als das ZDF die Tourberichterstattung abgebrochen hat. Seitdem sehe ich mir das Event bei Eurosport an.

  4. #4 | Olaf Mertens sagt am 8. Juli 2013 um 17:43 Uhr

    Ich finde die Tour de France auch nach wie vor spannend. H. Junge hat die Gründe dafür überzeugend dargestellt. Die ARD zB war jahrelang finanziell mit einem Teamsponsor (Telekom) verbandelt und konnte deswegen vermutlich gar nicht unabhängig über Doping berichten, dann hätten sie ja ihre eigenen Helden in den Dreck ziehen müssen. Als das dann aufflog, haben sie sich beleidigt zurückgezogen.
    Glaubt eigentlich irgendwer wirklich im heiligen Fußball spielen leistungssteigernde Substanzen keine Rolle? Da ist die Ausgangssituation doch die selbe – es geht um massive „Beträge“ an Ruhm und Geld und „die anderen“ können auch spielen.

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