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Fußball im Nationalsozialismus (Teil 1)

Das Berliner Olympiastadion. Foto: Robin Patzwaldt

Das Berliner Olympiastadion. Foto: Robin Patzwaldt

Im ersten Teil dieser neuen Mini-Serie bei den Ruhrbaronen beschäftigt sich unser Gastautor Thomas Weigle vornehmlich mit einem kurzen  Überblick über die Situation des Fußballsports während der zwölf Jahre NS-Herrschaft in Deutschland von 1933 bis 45.

In weiteren Teilen wird es dann demnächst um einzelne Funktionäre und deren Handlungsweise, um die Fortsetzung ihrer Karrieren im Nachkriegsdeutschland, und um das Fortbestehen fragwürdiger Werte innerhalb des DFB bis in die jüngere Vergangenheit gehen.

Teil 1:

„Dieser Sonntag Reminiscere mit seinem trüben Grau… war so recht geeignet, in Abkehrung von den farbenfrohen Nichtigkeiten des Daseins der Toten zu gedenken. Reminiscere, also ERINNERE DICH. Und vor dem inneren Auge steigen sie aus dem Nebeldunst…herab, die Hunderttausende unserer deutschen Brüder, die Schulter an Schulter mit uns Überlebenden gekämpft und fremde Erde im Dienst an die Heimat mit edlem deutschen Blut gerötet haben. Möge die unabsehbare Reihe ihrer Gräber der Ausgangspunkt für den unerschütterlichen Glauben an den deutschen Wiederaufstieg sein.“

Dieser Text aus dem Kicker vom 18.März 1930 unterscheidet sich in nichts von dem, was in vielen Zeitungen, wie zum Beispiel im „Haller Kreisblatt“. stand. Er unterscheidet sich auch in nichts von den zahllosen Reden, die immer an „Reminiscere“, also dem ersten Sonntag nach Fasching im ganzen Reich gehalten wurden. Hier wird bereits die Nähe zum rechten Lager deutlich, die dann auch das problemlose Akzeptieren nationalsozialistischer Vorgaben durch den DFB ab Jänner 33 erklärt.

Was an diesem Text vielleicht etwas erstaunt, ist, dass er im von Walter Bensemann gegründeten Kicker stand, denn für den eher kosmopolitisch denkenden Walter Bensemann stand eher die Völkerverbindende Funktion des Fußballs im Vordergrund, der zu dieser zeit noch Herausgeber des „Kicker“ war, auch hieß eine Rubrik im Kicker „Kosmopolitana“, in der es um Auslandsfußball ging. Allerdings standen die deutschen Juden ja unter Generalverdacht in Sache Einsatz für Deutschland, insofern ist dieser Satz dann auch wieder nicht erstaunlich.

Natürlich musste Bensemann als Jude und bekannter Fußballpionier recht bald nach der Machtübergabe der Nazis ins Schweizer Exil gehen, wo er bereits 1934 verstarb. Lange Zeit wurde Bensemann beim DFB und im Kicker nicht gedacht, der Kicker immerhin vergibt seit einigen Jahren einen „Walter Bensemann Preis“. Der DFB selbst hatte in seinem Jahresbericht 1910/11, ähnlich wie Bensemann, den übernationalen Status des Fußballs betont, war dann aber mit Kriegsbeginn ins nationalistisch-chauvinistische Lager abgedriftet, was nicht unbedingt verwunderlich war, dass haben andere auch getan.

Der DFB war einer der ersten Verbände, die nach 33 das sog. Führerprinzip in den Vereinen einführte und auch rigoros durchsetzte, ebenso wurden jüdische Mitglieder, vor allem wenn sie in Vorständen wirkten, ihrer Ämter enthoben und aus den Vereinen gedrängt. Bereits im Sommer 33 war die Umgestaltung nach den Vorgaben des von Hitler ernannten Reichssportkommissars, dem SA-Gruppenführer Hans von Tschammer und Osten, abgeschlossen. Nach ihm wurde 1936 auch der von ihm eingeführte Wettbewerb benannt, der bis heute  unter dem Namen DFB-Pokal für mancherlei Sensationen und Aufregungen sorgt.

Bereits am 12.April hatte der Deutsche Reichsausschuss für Leibesübungen, in dem alle wichtigen Sportverbände vertreten waren, also auch der DFB, erklärt. „Der Sport im DRA ist voller Dankbarkeit und Freude, dass die deutsche Revolution dem Kommunismus das Haupt zertreten  hat, dass durch sie die Sozialdemokratie sich in voller Auflösung befindet und dass die anmaßende Vordrängung des Judentums ins öffentliche Lebens Deutschlands ihr Ende gefunden hat.“

Bis 1933 war der Begriff INTERNATIONALER für ein Mitglied der DFB-Elf üblich, so wurde aus diesem jetzt ein „Nationalspieler“, ein Begriff, der sich bis heute bei uns gehalten hat.

Der DFB wurde, wie alle anderen Sportverbände gleichgeschaltet, die Zahl der Sportverbände  reduziert, ein Reichsführerring eingerichtet, in dem die Reichsleiter der neu geschaffenen Fachverbände saßen, allerdings hatte der Reichssportführer in allen Dingen das letzte Wort. Dieser soll allerdings irrtümlich an Stelle seines Bruders ernannt worden sein, wie nicht nur Schön und Schmeling in ihren Autobiografien vermelden. Da der Führer aber keine Fehler machte….                                                                                                                                                                                                                                                              Das langfristig sportpolitische Ziel war die flächendeckende Gründung von nationalsozialistischen Sportvereinen (eine Stadt, ein Verein), in denen alle Sportarten ihren Platz finden sollten. Damit einhergehen sollte die Abschaffung bzw. Auflösung der bürgerlichen Sportvereine, so wie es bereits mit kommunistischen und sozialdemokratischen Vereinen geschehen war. Dieses sportpolitische Ziel ließ sich zunächst allerdings nicht verwirklichen, der Widerstand war noch zu groß, lediglich im Sudetenland kam es ab 1938 vermehrt zu der Bildung der sog. NSGs. Im „Altreich“ mussten sich die Nazis zunächst mit der  Installierung sog. Dietwarte begnügen, die für die weltanschauliche Schulung und das Einhalten der politischen Vorgaben zuständig waren.

Fußball wurde zusammen mit Rugby und Kricket im Deutschen Fußball- Verband gebündelt, Felix Linnemann Vorsitzender, allgemein wurde das Führerprinzip begrüßt, fielen doch ermüdende Diskussionen im Verband und Vereinen weg. Auch die einzelnen Landesverbände lösten sich problemlos auf, man wollte sich ganz in den Dienst am Aufbau des neuen Deutschland stellen.

Ein weiteres Thema, dass nicht nur für Diskussionen, sondern handfesten Streit gesorgt hatte, war die Frage, wie hältst du es mit dem Profifußball? Dies war mit der Machtübergabe an die Nazis obsolet geworden. Der DFB hatte geplant, spätestens 1934 eine Reichsliga zu etablieren, die ohne Profis  nicht zu verwirklichen gewesen wäre. Mit diesen Planungen war Schluss, denn für die Nazis war bezahlter Sport ein Übel, mit dem Anschluss Österreichs war dort Schluss mit bezahlten Fußballern. Allerdings setzte durch das frühe Ausscheiden bei der WM 1938 ein zögerliches Umdenken ein, auch in Nazikreisen. Das Thema erledigte sich dann aber durch den Krieg vorerst, wurde aber für die Zeit nach dem ENDSIEG  vorgemerkt.

Die Fachleute machte aber weniger das Fehlen einer Reichsliga für das frühe Ausscheiden verantwortlich als vielmehr den politisch erzwungenen Einbau von fünf „Ostmarkspielern“ in die „Breslauelf“, die im Herbst 1937 Dänemark mit 8:0 abgefieselt  und dabei vor allem spielerisch begeistert hatte. Die Stile zu unterschiedlich, die Vorbereitungszeit zu kurz,  auch war man sich untereinander nicht wirklich grün, denn sicher geglaubte Tickets nach Frankreich gingen verloren bei der Operation aus zwei mach eins. Matthias Sindelar, der „Papierene“, der ein ausgesprochener Nazigegner war, tat überhaupt nicht mit, wenig später starb er unter bis heute ungeklärten Umständen.

Die Enttäuschung war groß, hatte man doch, wie 34, da war man in Italien sensationell Dritter geworden, auf das Erreichen des Halbfinals gehofft, nachdem man 36 bei den OS  überraschend mit 0:2 an Norwegen gescheitert war – vor den Augen Adolf Nazis. Wobei auch hier die Funktionäre nicht ganz schuldlos waren, hatte Nerz  doch auf Druck von außen einige Stammspieler schonen müssen. So etwas geht halt schon mal schief, wie wir alle wissen. Nerz  kostete das Versagen vor den Augen Adolf Nazis  letztlich den Job, allerdings nicht sofort.

Der eine oder andere Spieler mag über das frühe Ausscheiden durchaus froh gewesen sein, schlug ihnen doch die unverhüllte Feindschaft des Pariser Publikums entgegen, begründet auch durch den Anschluss Austrias und dem Eingreifen des Reiches im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten Francos.

Immerhin sorgten die Nazis 1933 für die Einrichtung sog. Gauligen mit in der Regel 10 Vereinen als einheitliches Fußballoberhaus, die jeweils Ersten ermittelten dann in vier Vierergruppen die Halbfinalisten. Der BVB konnte erst zur Saison 36/37 die Gauliga erreichen, nachdem man in der Aufstiegsrunde zur Gauliga Westfalen den zweiten Platz belegt hatte –hinter dem SV Rotthausen. Schalke  war das A und O in der Gauliga Westfalen, die Übermannschaft, von Anfang bis Ende immer Meister, war von 33-42 bis auf 36 immer im Meisterschaftsendspiel, davon 6x siegreich. Der berühmteste Sieg war das 9:0 im ersten Großdeutschen Endspiel gegen die Mannschaft von Vienna Wien, deren Spieler, so heißt es in „An Tagen, da das Endspiel war“, die Wechselwirkung von Freilaufen, wenn der Ball in den eigenen Reihen ist und Decken, wenn der Gegner den Ball führt, nicht mehr auf die Reihe brachten. Dafür stellte Bimbo Binder zwei Jahre später am Tag des Überfalls auf den bisherigen Bündnispartner SU, die Fußballehre Wiens wieder her, als er fast im Alleingang Schalkes 3:0 Führung zwischen der 62. und 67. Minute in eine 4:3 Führung Rapids umwandelte, nachdem er zuvor einen 11m vergeigt hatte, aber einen zweiten zum zwischenzeitlichen 3:3 verwandelt hatte, auch das 2.3 und der Siegtreffer in der 67. Minute gingen auf sein Konto.

Mit dem Überfall auf Polen, freundlichst unterstützt durch die Rote Armee, wurden zunächst bis Ende Oktober/Anfang November alle Meisterschaftsspiele abgesagt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde dann die erste Großdeutsche Kriegsmeisterschaft ins Leben gerufen, die Gauligen in 19 Sportbereiche umgewandelt, zu denen 42 dann noch der „Sportbereich Generalgouvernement“ kam. In den Endrunden tauchten nun vermehrt neue Namen auf. SS Straßburg, Ordnungspolizei Warschau, LSV Stettin, LSV Hamburg, LSV Groß Born usw., letztere beide bestritten 44 ein Halbfinale, die Hamburger wurden im Endspiel dann vom Dresdener SC geschlagen.

„Alle Räder rollen für den Sieg“ war zwar die Devise, für ein paar reisende Fußballer fanden sich dennoch immer ein paar Plätze. Aber auch die Kicker sollten so wenig wie möglich reisen, so wurden die reiseintensiven Endrundengruppenspiele abgeschafft, man kehrte zu den vor 33 üblichen K0-Runden zurück, im Pokalwettbewerb wurde nicht mehr gelost, die Paarungen wurden nach geografischen Gesichtspunkten angesetzt.  Wie auch der Film oder die Rundfunkunterhaltung mit u.a. dem seit Oktober 39  sonntäglich ausgestrahlten vierstündigen „Wunschkonzert für die Wehrmacht“ mit den Stars des 3. Reiches, hatte Fußball die Aufgabe Normalität vorzutäuschen bzw. vom Kriegsalltag abzulenken.

Allerdings wurden Fußballer  nicht von Einberufungen verschont, dies wurde auch von der Kriegspropaganda gebührend herausgestellt. Die Bevölkerung hielt ein Auge darauf, so forderten gegnerische Fans schon mal: „Helmut Schön k.v.“, also kriegsverwendungsfähig. Im weiteren Verlauf des Krieges führte dies dazu, dass Spieler heute für Schalke spielen konnten, in der nächsten Woche für den HSV, wenn sie  militärisch in Standorte in D. kommandiert wurden.  Manche wiederum erhielten Fronturlaub, andere nicht. Generell aber sollte „Normalität“ demonstriert werden, außerdem betrachteten die Nazis Sport vielleicht nicht ausschließlich als Vorbereitung auf einen Krieg, aber dieser Zweck stand eindeutig im Vordergrund. Dies wird auch deutlich in der Erklärung des Reichssportwartes Busch, der erklärte, dass nicht mehr sportliche Wettkämpfe „unsere Mannen auf den Plan rufen“, nein,  der  „Führer“ bestimmt die Einsätze. Dies sollte den Volksgenossen klarmachen, dass für „die große nationale Aufgabe“ alle herangezogen würden, ungeachtet ihrer Stellung. So musste u. a.. auch der „Schriftleiter“ (Chefredakteur) des „Kicker“ ins „Feld“.                                                                                                                                                                                                   Bis zum  November 1942 (42 immerhin noch zehn) fanden noch Länderspiele statt, gegen Neutrale wie die Schweiz oder Schweden oder Verbündete wie Ungarn oder die Slowakei. Wobei Herberger seine Spieler durchaus als „Diplomaten im Trainingsanzug““, wie es später in der DDR hieß, empfand. Er verlangte von seinen Spielern tadelloses Verhalten  und größtmöglichen Einsatz.. Die Spieler folgten dieser Aufforderung gerne, schließlich bedeuteten Länderspiele und Trainingslager Fronturlaub. Schön formulierte: „Länderspiele…hatten fast eine diplomatische Funktion.“   Besonders peinlich eine Niederlage am 20.April 41, also an „Führers Geburtstag“ gegen die Schweiz, dass war, wie Schön schrieb, schon fast eine „Majestätsbeleidigung“. Goebbels gar forderte, nur noch solche Wettkämpfe auszutragen, in denen sichere Siege zu erwarten seien.                                                                                                                                                                                                                                                                                      Im letzten Teil des Krieges wurden dann, neben den schon erwähnten Mannschaften der bewaffneten Kräfte, so genannte Kriegsgemeinschaften gebildet, da viele Vereine  einfach keine elf Spieler mehr aufbieten konnten.  Am 4. August hieß es dann, „alle Reichsmeisterschaften im deutschen Sport werden eingestellt.“ Aus den bisher ca. 20 obersten Ligen (Bereichsklassen) wurden 85, in denen auch bisher unterklassige Mannschaften mitwirkten, von wirklicher Erstklassigkeit konnte keine Rede mehr sein. Im Pott war das Spielen auf Grund der vielen Bombenangriffen schwierig, dort hieß es: Wenn bei Vollalarm eine Stunde vor dem angesetzten Spiel keine Vollentwarnung erfolgt ist, finden die Begegnungen nicht statt.“

Hamburg ermittelte sogar noch im April 45 einen „Gaumeister“, dass letzte Spiel vor Kriegsende soll am 29. April stattgefunden haben. Anderen Ortes wurden Fußballplätze zu Äckern umgewandelt. Ob daher die Bezeichnung Kartoffelacker für einen schlecht zu bespielenden Rasen kommt?

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17 Kommentare zu “Fußball im Nationalsozialismus (Teil 1)

  • #1
    der, der auszog

    Fußball im Nationalsozialismus ist ein spannendes Thema, besonders wenn man in Gelsenkirchen lebt. Sieben seiner sechs Deutschen Meistertitel holte Schalke in der NS Zeit, aber wehe man wagt es, den Verein mit dieser Zeit in Verbindung zu bringen.
    Am Mythos von Kuzorra und Szepan, die miteinander verschwägert waren, darf niemand kratzen. Letzerer war ein ganzes Jahrzehnt Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft, führte auch die im Text erwähnte Brelau-Elf an und erzielte eines der 8 Tore gegen Dänemark. Das Verhältnis der beiden zum Nationalsozialismus wird bis heute gerne auf die Parteimitgliedschaft reduziert. Aber das ist blauweißes Wunschdenken. Der Szepan-Kuzorra-Clan hatte keine Skrupel sich am Hab und Gut enteigneter Juden zu bereichern und damit richtig brauen Dreck am Stecken.

  • #2
    John Matrix

    @der, der auszog: Interessant erst mal, dass Schalke hier gar nicht erwähnt wird. Naja vllt. in Teil 2. Aber die Behauptung, dass Schalke die Beziehungen des Vereins zum Nationalsozialismus totschweigt, ist nicht richtig. Vor Jahren hat der Verein eine geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der Zeit in Auftrag gegeben, die Ergebnisse sind auf der Homepage des S04s nachzulesen und werden Schulen als Unterrichtsmaterial angeboten.

    Ernst Kuzorra hatte nachweislich nichts mit enteignetem jüdischen Besitz zu tun, wohl aber Fritz Szepan, weshalb auch z.B. in GE und auf dem Vereinsgelände keine Straßen nach ihm benannt wurden. Er hatte eine enteignete jüdische Immobilie gekaugt, es wird aber bezweifelt werden, ob Szepan wusste, was er da kauft.

    Die Schalker Spieler polnisch-masurischer Abstammung standen damals auch unter einem enormen gesellschaftlichen Anpassungsdruck, da ihre Herkunft den Nazis ein Dorn im Auge war, wenngleich sie den Erfolg des Arbeitervereins für ihre Zwecke ausschlachteten.

  • #3
    WALTER Stach

    Spieler und Funktionäre haben sich im großen ganzen gegenüber dem Nazi-Regime nicht anders als die übrige Bevölkerung verhalten:
    begeisterte Anghänger, Mitmacher, Mitläufer.
    Warum hätte es im Fußballbereich anders sein sollen?

    Daß es unter den Spielern (in unteren Klassen) einige Weniger gab, die das Nazi-Regime aus Überzeugung abgelehnt, ja sogar „im kleinen“ widerstanden und den örtlichen NS-Funktionären bei Gelegenheit zu widersprechen wagten, ist mir aus meiner Familie, dem familiären Umfeld bekannt -Bergleute, Gewerkschafter,Sozialdemokraten = Folge:Internierungen, „Schwierigkeiten“ am Arbeitsplatz..

  • #4
  • #5
    der, der auszog

    @John Matrix

    „Schalke war das A und O in der Gauliga Westfalen, die Übermannschaft, von Anfang bis Ende immer Meister, war von 33-42 bis auf 36 immer im Meisterschaftsendspiel, davon 6x siegreich.“
    So steht es zumindest in dem Text von Thomas Weigle und der Rest des Abschnittes beschäftigt sich dann mit den Endspielen der Deutschen Meisterschaften 1938/39 und 1940/41 (Stichwort: Großdeutsche Meisterschaft) , wo Schalke beide Male gegen Wien spielte, erst 0:9 gewann und zwei Jahre später nach 0:3 Führung noch mit 4:3 verlor.
    Darüber hinaus geht der Artikel auch auf die Breslau-Elf ein, benannt nach dem schlesischen Ort Breslau, wo es der Deutschen Mannschaft gelang unter Sepp Herberger und Otto Nerz Dänemark 8:0 zu schlagen. Ich kann ja auch nichts dafür, dass diese Mannschaft von Fritz Szepan (1 Tor in dieser Partie) geführt wurde, noch zwei weitere Schalker Rudolf Gellesch und Adolf Urban (auch 1 Tor) mit von der Partie waren und sich auch über dieses Spiel recht einfach ein Zusammenhang zum FC Schalke herstellen lässt.

    Wer lesen kann, John, der ist ganz klar im Vorteil. Insofern hab herzlichen Dank, dass es Dir wichtiger scheint, mir zu widersprechen, als Dich mit den im Text beschriebenen Zusammenhängen auseinanderzusetzen, denn so kann man an Deinem Kommentar recht gut erkennen, was ich meinte, als ich schrieb „wehe man wagt es, den Verein mit dieser Zeit in Verbindung zu bringen … am Mythos von Kuzorra und Szepan … darf niemand kratzen.“

    Mal ein bisschen Nachhilfe für Dich:

    Im November 1938 brannten die Synagogen in Gelsenkirchen und Buer, zahlreiche Einrichtungen jüdischer Kaufleute wurden von dem brauen Gelsenkirchener Mob zerstört und geplündert. Ich weiß nicht, für wie blöd Du mich hälst, aber so blöd, dass ich Dir glaube, Fritz Szepan wußte nicht, was er da tat, bin ich bestimmt nicht.
    Im selben Monat nämlich „kaufte“ er noch das Kaufhaus Rhode & Schwarz in GE-Schalke, Am Schalker Markt 9 und zwar zu einem Spottpreis von 7.000 RM. Dieses Kaufhaus gehörte den Juden Sally Meyer und Julie Lichtmann, die im Rahmen der Arisierung enteignet wurden. Eingestielt wurde dieser Deal von den Thiemeyer Erben, die übrigens ebenfalls bis heute völlig unreflektiert als FC-Schalke-Urgesteine verehrt werden, weil sie über Generationen die Vereinskneipe am Schluck-Auf-Stadion managten. Das Ehepaar Szepan führte das Geschäft von Mayer und Lichtmann daraufhin unter dem Namen „Kaufhaus Szepan am Schalker Markt“ weiter. Der jährliche Gewinn, den die Szepans mit dem Geschäft erzielten, lag weit über 20.000 RM. Bei diesem Betrag sind die 7.000 RM Kaufpreis, die der Schalker für das Geschäft auf den Tisch blätter mußte, fast geschenkt.

    Schauen wir uns noch kurz das Schicksal der jüdischen Vorbesitzer an:
    Julie Lichtmann, Sally Mayer und seine Frau Henriette Mayer wurden 1942 nach Riga ins Ghetto deportiert, 1943 dann ins KZ Kaiserwald verbracht, um als Sklaven für AEG zu arbeiten, um dort ein Jahr später ermordet zu werden. Auch wenns Dir nicht in Dein blauweißes Bild passt, aber Fritz Szepan war eine richtige Nazisau.

    Ich empfehle Dir:
    1. einen Spaziergang durch Gelsenkirchen Schalke. An der Gewerkenstraße 2 befand sich früher der Schalker Markt 9 und dort könntest Du u.U. über vier Stolpersteine stolpern, die dort verlegt wurden um an die Menschen zu erinnern, die Fritz Szepan, seiner Frau und den Nazis zum Opfer gefallen sind.

    2. das Buch von Stefan Goch „Zwischen Blau und Weiß liegt Grau“, welches 2005 bei Klartext in Essen erschien. Goch ist mittlerweile Leiter des Institut für Stadtgeschichte in Gelsenkirchen und leidenschaftlicher Schalkefan. In seinem Buch wird noch auf weitere Schalker Spieler eingegangen, die von der Enteignung Gelsenkirchener Juden profitierten, genauso wie dort auch über jene Spieler be Schalke berichtet wird, deren Fußballkarriere abrupt beendet war, nur weil sie Juden waren.

    Für einen kurzen Einstieg in das Thema empfehle ich einen Artikel auf der Internetseite Gelsenzentrum, deren Machern ich vor einigen Jahren ein paar Texte von mir zur Verfügung gestellt habe:
    http://www.gelsenzentrum.de/hitlers_stuermer.htm

  • #6
  • #7
    John Matrix

    Lieber der, der auszog,

    eine solche Reaktion habe ich schon erwartet. Du hast da anscheinend eine sehr bestimmte Meinung zu, an der du wenig gerüttelt haben möchtest. Ich möchte eigentlich auch nur gesagt haben, dass die Medaille mal wieder 2 Seiten hat und man nicht alle über einen Kamm scheren kann, sprich den ganzen S04, seine Spieler und Funktionäre damals.

    Und mit „das Schalke nicht erwähnt wird“ meinte ich auch eher, dass der Text nicht explizit auf die Geschichte des Vereins 33 bis 45 eingeht.

    Deine „Nachhilfe“ ist mir übrigens auch schon alles bestens bekannt, ich habe mich als Gelsenkirchener sowieso und im Soziologie-Studium mit dem Thema befasst. Und von daher kann ich nicht sagen, dass hier niemand an dem „Mythos“ kratzen will. Es gab und gibt Reflektion und Aufarbeitung. Und ich habe auch keine so blau-weiße Brille auf, dass ich davon nichts wissen will. Im Gegenteil.

    Das Fritz Szepan natürlich alles andere als eine reine Weste hatte, ist unumstritten. Du schreibst allerdings so, als hätte er persönlich die Deportationszüge organisiert. Profiteuren und Tätern sind schon noch 2 Paar Schuhe, denke ich. Und Profiteure des Regimes, Berufsverbote für Juden etc. gab es wohl nicht nur auf Schalke.

    Außerdem habe ich dir nicht unterstellt, so „blöd zu sein“ zu glauben, Szepan wusste nicht was er da kauft. Ich habe lediglich sagen wollen, dass ich auch Berichte gelesen habe, die besagen, dass er einfach nur dumm war und kein aktiver Macher in diesem perfiden Wirtschaftszweig der damaligen Zeit.

    Die polnische Familie meines Vaters stammt übrigens auch zu Teilen aus Masuren sowie dem Danziger Raum und war mit den Tibulskys und Kuzorras verbandelt. Insofern könnte ich dir dazu noch ganze andere Perspektiven eröffnen, die im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft ja mittlerweile nicht mehr vorhanden sind. Aber „oral history“ ist ja vielen Lehnstuhlwissenschaftlern nicht gut genug.

  • #8
    der, der auszog

    @Thomas Weigle

    Diesen Verdreher konnte ich mir einfach nicht verkneifen. In Gelsenkirchen gab es von 1887 bis 1980 die Glück-Auf-Brauerei, von der heute nur noch alte Biergläser und Bierdeckel zeugen. Die Betriebsgebäude im Stadtteil Ückendorf lagen im Schatten der Zeche Rheinelbe, sind mittlerweile aber alle abgerissen. Unterhält man sich heutzutage mit Gelsenkirchener Heimatforschern, dann war die Glück-Auf-Brauerei natürlich eine der größten Brauereien ihrer Art, wie alles in Gelsenkirchen irgendwie das größte ist … Schalke ist der größte, Szepan war der Größte, Kuzorra war natürlich auch der größte, die Gelsenkirchener Zechen waren die größten, die Probleme mit dem Strukturwandel sind in Gelsenkirchen die größten usw…
    Man erfährt allerdings auch, dass Glück-Auf-Bier im Volksmund den Namen Schluck-Auf-Bier hatte, weil es geschmacklich eher eine Plörre gewesen sein soll. Dieser für den Biergenuss nicht unerhebliche Faktor könnte auch erklären, wieso es dieses Bier heute nicht mehr gibt.
    Einen Zusammenhang zwischen der Glück Auf Brauerei und dem Namen Glück Auf Kampfbahn, wie es beispielsweise mit der Veltinsbrauerei und der Veltins Arena der Fall ist, gibt es allerdings nicht.

  • #9
    der, der auszog

    Lieber John

    Ich habe hier noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass der FC Schalke 04 ein absoluter Saftladen ist, insofern gebe ich Dir Recht, dass ich schon eine sehr bestimmte Meinung zu diesem Verein habe. Da sind ja nicht nur die Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus (1933-45), sondern auch diverse andere Ereignisse der Nachkriegszeit, die an der Seriösität des Vereins und seiner Spieler zweifeln lassen:

    1965 beispielsweise verkaufte der Verein die Glück Auf Kampfbahn an die Stadt Gelsenkirchen, um sich mit Steuergeldern sanieren zu können
    1971 spielte Schalke keine unerhebliche Rolle beim sogenannten Bundesligaskandal, in der juristischen Aufarbeitung dieses Skandals kam es dann zu den Schalker Meineiden vor dem Landgericht Essen
    Anfang der 1990er dann die Ära des „Sonnengottes“ Günter Eichberg, desses Finanzpolitiker Schalke an den Rand des Ruins brachte
    2007 der Trikotdeal mit Gazprom, zu dem es seit der Ukraine Krise – Gott sei Dank – auch erste kritische Stimmen gibt
    2009/10 dann der erneute Staddiondeal mit der Stadt Gelsenkirchen, bei dem der Verein wieder mit Hilfe von Steuergeldern seine finanzielle Schieflage korrigieren konnte, was vielleicht in Gelsenkirchen kein Thema mehr ist, aber dafür Brüssel weiterhin beschäftigt.

    Schalkefans sehen das naturgemäß anders, aber es sollte erlaubt sein Schalke nicht nur durch die Fußballbrille beurteilen zu dürfen.

  • #10
    John Matrix

    Ist alles schön und gut. Weiß ich alles und kann Vieles auch nicht gutheißen, trotz meines Fan-Daseins.

    Ich für meinen Teil, trenne aber den Sport und die Fußball(fan)kultur von meinen und anderen gesellschaftsideologischen, politischen und wirtschaftlichen Ansichten und setze auch nicht das Handeln einzelner Personen in der Vergangenheit und Gegenwart oder sonstige Geschehnisse mit dem Verein oder dem Fußball gleich. Was sich bspw. die Spieler und Funktionäre 1971 dabei gedacht haben, waren in erster Linie persönliche Verfehlungen. Der Verein Schalke 04, oder seine Satzung, stand und steht ja nicht für derartige Handlungen. Und die Fans haben damit erst recht nichts zu tun.

    Das Schalke 04 wohl der Chaosverein Nr. 1 in Deutschland ist, kann man, wenn mans verbissen sieht, sehr ernsthaft kritisieren und diskutieren. Wenn mans lockerer nimmt, kann es auch einfach gute Unterhaltung sein, die andere Vereine so nicht bieten (was letztlich ja, neben dem Wunsch nach sportlichem Erfolg, das Fansein ausmacht). Die nationalsozialistischen Verstrickungen natürlich ausgenommen. Wobei ich mich, wie gesagt, aber auf jeden Fall dagegen wehre, Profiteure mit Tätern gleichzusetzen. Und was die Nachkriegs- oder heutigen Beziehungen des Vereins zur Politik und Wirtschaft der Stadt oder zu Sponsoren angeht: Ich denke, da gibt es größere und stinkendere Machenschaften in unserer Gesellschaft, außerhalb der Nebensächlichkeit Fußball, über die es sich zu empören gilt.

  • #11
    Helmut Junge

    Sportler mancher Sportarten, aber nicht aller Sportarten, werden häfig trotz schwerwiegender Verbrechen sowohl von Fans, als auch von Sportfremden häufig glorifiziert. Das ist merkwürdig und unsere gesamte Gesellschaft hat überhaupt kein Problem damit. Was @dda über frühere Schalker Spieler schrieb, ist schlimm, ist z.B. schlimmer als das was Jan Ullrich, dem Tourenfahrer vorgeworfen wurde, trotzdem bleiben die Fußballer Helden und Ullrich wird gebrandmarkt. Das hat nichts mit der Art des Delikts zu tun, denn Doping und Wettskandale, also Betrug, wird beim Fußball einfach totgeschwiegen. An der Berühmtheit kann es auch nicht liegen. Aber woran liegt das dann?

  • #12
    WALTER Stach

    Was bringt es, wenn wir hier speziell über die Nazi-Vergangenheit von S04 dsikutieren (oder ebenos gut oder ebenso schlecht über die des BVB)?.
    Funktionäre und Spieler waren dort substantiell gegenüber dem NS-Regime so eingestellt wie in allen anderen Vereinen auch, besser, so wie die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland gegenüber dem NS-Regime eingestellt war -sh.mein Beitrag -3-; Widerständler gab es nur sehr,sehr,sehr wenige in Deutschland, folglich auch unter den Fußballern.

    Das Thema in seiner umfassenden Bedeutung anzugehen, wie durch Thomas Weigle geschehen, kann uns a.) daran erinnern, daß der organisierte Fußballsport fester Bestandteile der nationalsozialistischen Volksgemenschaft war, Spieler unf Funktionäre voll und ganz einbeziehend, und über dessen Ursachen und seine Folgen wäre zu diskutieren, und b.) zugleich darauf aufmerksam machen, daß der organisierte Fußballsport, speziell der Profi-fußfall, auch heutzutage in Staat und Gesellschaft kein Neutrum ist, folglich als Subjekt und Objekt Bestandteil der Gesellschaft und von deren Verfaßheit mitbestimmt, aber auch politischer Faktor im Staat und gegenüber dem Staat ist – sh.Gewalt von Fußballfans im Stadion und außerhalb; sh. vom Steuerzahler finanzierte Polizeiensätze anläßlich von Fußballspielen; sh.politiche Diskussion über das gastebende Land bei EM/WM nach politischen Aspekten; sh.die politisch motivierten Auftritte von Kanzlerin, Bundespräsidenten bei „bedeutsamen“ Spielen; sh. die Monopolstellung des DFB, die vom Staat nicht hinterfragt wird; sh.Macht und Einfluß von Banken, Großkonzernen im Profi-fußball verzahnt mit Macht und Einfluß derselben in beinahe allen übrigen Bereichen von Staat umd Gesellschaft; sh.die Diskussion über Rassendiskriminierung, Schwulenhaß u.ä.mehr -auch- im Fußballsport.

    Aber das alles wird bestimmt, gestaltet, entschieden durch viele Akteure in einer pluralen Gesellschaft, in offenen Prozessen und beeinflußt, z.Teil (mit-) entschieden durch Organe einer freiheitlichen Demokratie, insofern eben völlig anders als zur NS-Zeit.

    (Auch wenn mich gelegentlich das aus der Monopolstellung resultierende autoritäre, intransparente“Gehabe der Führer(!!)“ im DFB, in der UEFA, in der FIFA daran Zweifel läßt, ob der organisierte Fußballsport tatsächlich Teil einer pluralen Gesellschaft in freiheitlich demokratischen Staaten ist -jedenfalls im sog.Westen- Das gilt auch bezüglich der „scheindemokratischen Ordnung“ all dieser Organisationen. Geht das Außenstehender etwas an? Ich denke ja; denn Außenstehende geht es auch etwas an, wie Fußballer, die Spieler, ihre Funktionäre, in das System der Nazis eingebunden waren und sich nach ihren Regeln verhalten haben ).

  • #13
    John Matrix

    Ja, die Steuerzahler. Was die alles ertragen müssen, auch den Fußball noch. Damals wie heute. Das Ruhrbarone-Blog ist zum Glück ihr Luftablassventil…

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  • #16
    der, der auszog

    @John Matrix

    Gestern gab es für das Land Rheinland-Pfalz wegen der Steuersubventionen für den Nürburgring aus Brüssel eine riesen Klatsche. Die EU-Kommission erklärte die Finanzhilfen für unvereinbar mit den EU-Regeln und verlangte deren Rückzahlung. Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, der die Kommission leitet, erklärte auch wieso:

    „Im Falle des Nürburgrings verstießen die Fördermaßnahmen ganz klar gegen die Beihilfevorschriften.“

    Gegen diese Beihilfevorschriften könnte auch die Stadt Gelsenkirchen verstoßen haben, denn sie hätte diese bei der EU-Kommission anmelden müssen. Hat sie aber nicht, denn sie wären so nicht genehmigt worden. Stattdessen versteckte man sie hinter dem Ankauf von Stadionanteilen.

    Nach dem Autorennsport wird es demnächst dem Profifußball an den Kragen gehen. Bei den Clubs in Spanien wird von der Kommission bereits seit Ende letzten Jahres geprüft und seit Februar stehen auch Vereine in Deutschland und den Niederlanden im Visir von Joaquín Almunia.

    Insofern ist die Frage, ob nun der Steuerzahler oder nicht doch der FC Schalke 04 der Bemitleidenswertere ist, längst nicht bantwortet.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/eu-kommission-nuerburgring-hat-millionenhilfe-zu-unrecht-erhalten/10779740.html
    http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/11932_de.htm
    http://www.deutschlandfunk.de/fussball-bundesliga-subventionen-vom-staat.1773.de.html?dram:article_id=295194

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