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Gaza: Pro- und Contra Israel heute in Duisburg

Während des Protestes gegen den Gaza-Krieg Anfang 2009 brannten in Duisburg Israel-Fahnen und die Polizei stürmte eine Wohnung, um eine Israel-Fahne aus einem Fenster zu entfernen. Heute könnten sich solche Szenen wiederholen.

Für heute Nachmittag, 18.00 Uhr hat das Duisburger Netzwerk gegen Rechts zum Protest gegen den Einsatz der israelischen Marine gegen die „Blockade-Brecher“ aufgerufen. Treffpunkt ist der Lebensretterbrunnen in der Duisburger Innenstadt. Zur Demo gegen Israel rufen neben der Linkspartei, der MLPD und der DIDF Duisburg auch der Verein HDR auf. Der war auch dabei, als es im vergangenen Jahr bei einer Demo gegen den Gaza-Krieg zu antisemitsichen Ausfällen kam und die Polizei eine Wohnung an der Demostrecke stürmte, um unter dem Jubel der Demonstranten eine Israelfahne aus einem Fenster an der Demo-Strecke zu entfernen. Der Verfassungsschutz NRW führt an, dass der  HDR immer wieder antijüdische Hetze auffällt.

Bereits um 17.00 Uhr wollen sich am Lebensretterbrunnen linke Unterstützer Israels treffen und Solidarität mit Israel zeigen. Ein riskantes Unterfangen: Demonstranten die in der Vergangenheit eine Israelfahne zeigten, wurden aus Pro-Palästinensischen Demonstrationen angegriffen. Sich gegen Antisemitismus zu stellen erfordert in Deutschland auch im Jahr  2010 viel Mut.

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19 Kommentare zu “Gaza: Pro- und Contra Israel heute in Duisburg

  • #1
    strohmeier

    Es erfordert auch viel Mut sich für ein freies Palästina stark zu machen und deshalb werde ich heute auch nach Duisburg fahren und ich hoffe diese Demo wird nicht zum Fahnen verbrennen genutzt, sondern um das Existenzrecht der Palästinenser in einem eigenen von Israel unabhängigen Staat zu propagieren.

  • #2
    Patrizia

    @strohmeier
    Sie meinen es erfordert Mut sich in dieser „antisemitischen Ansammlung“ aus Nazis,
    Linken und Islamisten die Position einer Zweistaatenregelung für die Israelis und
    Palästinenser zu vertreten ?
    Da könnten Sie recht haben. Auf einschlägigen deutschen, auch franz. Internet-
    seiten, begegnet frau immer mehr solchen Aussagen wie, „nur ein toter Jude ist
    ein guter Jude“. Da dürfte es schwer werden gegen die radikalen Positionen
    der Islamisten standhaft zu bleiben und sich für eine Zweitstaatenregelung
    einzusetzen; aber vielleicht ist dies überhaupt nicht die beabsichtigt 😉

  • #3
    Bert Brambauer

    Dieser Beitrag von Stefan Laurin ist Propaganda pur und hat mit Journalismus nun gar nichts mehr zu tun.
    Es geht in der Auseinandersetzung nicht darum, ob jemand auf Seiten Israels steht oder gegen Israel ist. Es geht zumindest für die meisten darum, ob man auf Seiten der Regierung und des Militärs oder auf Seiten der Opposition und der Friedensbewegung in Israel steht.
    Die Ankündigung der Demonstrantion, die heute zur Unterstzung des israelischen Militärs stattfinden soll, ist die Einleitung einer rührseeligen Verfolgungsgeschichte von armen unterdrückten Menschen, die solidarisch für Israel und gegen den wütenden antisemitischen Mob auf unseren Straßen kämpfen.
    Die Polizei wird niemals zulassen, dass am selben Ort Leute zeitlich so eng hintereinander demonstrieren, die sich äußerst unfreundlich gegenüber stehen. Die Demo, die zuerst angemeldet war, wird dort stattfinden. Die andere wird nur an einem anderen Ort oder zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Jedes Gericht wird diese Auflage der Polizei bestätigen.
    Sehr wahrscheinlich haben die Freunde des israelischen Militärs ihre Demo später angemeldet. Sie werden nicht um 17.00 Uhr am Brunnen demonstrieren dürfen. Stefan Laurin wird dann berichten, wie heftig sie Opfer polizeilicher Repression geworden sind.

  • #4
    Walter Saurland

    Bravo Stefan! Aber auch das ist richtig :http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EADDAA8A5C8954A70AC7CDFC9FB532BA5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  • #5
    Thomas

    Bei der Polizei Duisburg – tel PP-DU, Pressesprecher gerade 11.00 Uhr – ist bis zur Stunde eine Demonstrationsanmeldung von Israelfreunden am Duisburger Livesaver nicht eingegangen.

    Von denjenigen, die zum Protest gegen den Einsatz der israelischen Marine aufrufen, liege eine Anmeldung vor, die Demo wäre ab 17.30 Uhr zugelassen.

    Diese Demo würde sich von der Innenstadt über das Marientor-Theater bis zum Hochfelder Markt, der vorgesehenen Abschlußkundgebung bewegen.

    Sofern im Demonstationsgeschehen antagonistisch gegeneinander an demonstriert würde, würden Vorkehrungen getroffen werden, „pricklige Situationen zu vermeiden“.

  • #6
  • #7
    Malte

    Anscheinend habe einige Menschen aufgrund ihres Hasses jegliche Objektivität verloren! Sie sehen und hören nur das, was ihnen in den Kram passt!

  • #8
    Patrizia

    @Brambauer
    Bei aller Wertschätzung für Ihren Kenntnisreichtum der israelischen Oppostion und
    der israelischen Friedensbewegung; ich glaube nicht, dass irgendjemand in diesen
    Kreisen SelbstmordattentäterInnen und deren Handlungsweise befürwortet.
    Ich glaube auch nicht, dass die Todessehnsucht bei diesen Menschen so weit geht, dass sie „Tod den Juden“ mitgrölen.

    Diese Menschen, von denen Sie sprechen, versuchen mit Hilfe ihrer Organisationen
    vor Ort für alle eine annehmbare Lösung zu finden. Sie in eine Art Sippenhaft mit
    den demonstrierenden deutschen, türkischen und arabischen Antisemiten zu
    nehmen ist doch ziemlich verwegen. Der neue deutsche Blockwart sollte sich bei
    seinem Tun nicht auf Menschen berufen die er nicht kennt, deren Sprache er nicht
    spricht und deren kultureller Hintergrund ihm fremd ist.

    Naja so ganz falsch liegen Sie mit dem antisemitischen Mob nicht. Zumindest
    nicht was Erdogan’s Schlägertruppen betrifft. Die schippern neuerdings als sog.
    „türkische Friedensaktivisten“ in Booten durch die Gegend. Dass da welche von
    diesen „Friedensaktivisten“ geopfert werden ist einkalkuliert. Der Hass muss
    angestachelt werden und in jeder anatolischen Berghütte spürbar sein, damit man
    grössere Verbrechen rechtfertigen kann. Eine ähnliche Spirale der Gewalt wurde
    vor dem Genozid an den ArmenierInnen losgetreten. Es bleibt die Frage was die
    gebildeten und demokratisch gesinnten EuropäerInnen, jenseits der notorischen
    AntisemitInnen, mit den perversen Machtspielen eines Erdogan zu tun haben ?
    Es gab genug Brandstifter in Europa mit Bergen von Leichen und millionenfach
    zerstörtem Leben; ist der Brand erst einmal gelegt, lässt er sich nur schwer wieder
    löschen. Wir sollten es in Zukunft irgendwie, so ein klitzekleines Stück, besser
    machen.

  • #9
    Günther Marscha

    @Thomas:
    Eine normale Demonstration hätte spätestens 48 Stunden vor Beginn angemeldet werden müssen. Die Veranstalter bewegen sich also onehin im Bereich der Eil- oder Spontanversammlung.

  • #10
    Arnold Voß

    Friedensaktivisten mit Beil, Messer und Schlagstock? Was für ein Frieden ist das, für den solche Leute eintreten? Was für Pazifisten sind das, die solche Aktivisten verteidigen? Ghandi würde sich im Grabe umdrehen.Ich krieg einfach nur das kotzen.

  • #11
    Malte

    Na ja, was das für Menschen sind, teilweise, hat das ZDF ja gut auf den Punkt gebracht (letzter Beitrag)

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/beitrag/video/1059982/auslandsjournal-vom-02-Juni-2010

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  • #13
  • #14
    Walter Sauerland

    Ja Arnold : das ists : tout le monde und Mondamin regt sich über shayetet 13 auf.
    Aber es ist viel offenkundiger : als gewaltfreie Aktion zivilen Ungehorsams ist diese Sache entsetzlich gescheitert. Und Free Gaza hat allen Grund darüber nachzudenken,mit wem es da kooperiert :
    Bülent Yildirim hat jedenfalls aus voller Heldenbrust zugegeben,dass Soldaten mit Eisenstangen angegriffen wurden. Und es ist wurscht, wer angefangen hat :
    Gewaltfreiheit gilt gerade dem Agressor.
    Das Gezetere von Paech & Co ist entlarvend : so ala : wir sind Abgeordnete uns kann keener! Und wenn doch : ists Krieg. Und ein Verbrechen. Irgendwie richt das nach Herrenmenschen Moral.

  • #15
    Malte

    „Am Samstag werden zu einer weiteren Demonstration in Duisburg mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet. Um 12 Uhr ruft die „Islamische Gemeinschaft Milli Görös (IGMG) am Burgplatz vor dem Rathaus zum Protest gegen die israelische Miltäraktion auf. Zudem ruft von 15 bis 17.30 Uhr die „Union türkischer Vereine in Deutschland“ zu einer Kundgebung am Portsmouthplatz (Hauptbahnhof-Vorplatz) auf“

  • #16
    strohmeier

    diejenigen die den Totschlag auf hoher See verteidigen, verteidigen damit auch den Rechtsextremismus eines Herrn Liebermann. Linke Juden nennen ihn auch einen Faschisten. Na ja die dürfen das, wenn ich das sagen würde, wäre ich ein übler anti??? Alles klar in dieser Republik. Deshalb verehrte #2 | Patrizia würde ich mal etwas leiser mit Nazi und Antisemit sein, es könnte auf Sie zurück fallen.Ach ja in Duisburg wurde auch wieder demonstriert, der Anmelder der Demo war von der Linken und die war mit tatsächlich ca. 20 Leutchen vertreten. Der Rest (ca.900) kam von diversen türkischen und arabischen Vereinen. Die wahren Israelfreunde waren diesmal nicht anwesend. Na ja vieleicht kommen ja morgen zur Großveranstaltung „haltet Gaza“ in Rheinhausen einige und diskutieren die Sache mit uns aus.

  • #17
    ruelfig

    Es ist der vierte Juni, ein wunderbarer Frühlingstag, Grund, den Matjesmarkt in Deutschlands Matjeshauptstadt Nummer eins, Duisburg, zu besuchen. Hier, im einstigen Niederzentrum des Oberrheins, wo selbst Ein-Euro-Shops die Preise halbieren müssen, fand eine Demo der Partei „Irgendwie Links“ statt gegen, na was wohl, den „brutalen Überfall eines israelischen Militärkommandos (Zitat Flugblatt)“ usw. In der Hoffnung, einen Auftritt meines Privathelden „Hermann of Arabia“ Dierkes zu erleben, begab ich mich zum Kundgebungsort, nebst geschätzten 300 Demonstranten. Nachdem sich alle fein in Weibchen und Männchen sortiert hatten und Transparente und Fahnen entrollt waren, gingen die verschiedenen Ansprachen leider auf Grund mangelhafter Ausrüstung (nur eine Box, die anderen waren wohl schon nach Gaza verschifft) und allgemeiner Geräusche unter. Das einzige, was ich zum Schluss der Rede irgendeiner Linksfrau verstehen konnte, war: gerechter Friede.
    So nutzte ich die Zeit zum photographieren diverser Fahnen und zu einigen Gesprächen. Ich fragte einen ca 10jährigen Jungen, was denn wohl auf der über ihm wehenden, Arabisch bedruckten Fahne stünde. Er: keine Ahnung. Sein Vater: was mit Palästina? Ich: vielleicht was mit Coca Cola?
    Ein freundlicher Polizist erklärte mir, dass er sehr wohl wisse, dass die grünen Fahnen die der Hamas seien, aber dass man die nicht so einfach da raus holen könne, da das anwesende Publikum recht emotional sei. Man würde aber dokumentieren. Es wäre andererseits nicht empfehlenswert, mit anderen Flaggen aufzuscheinen.
    Dann ging die Demo los, Richtung Hochfeld (da stand früher mal das Siechen- und pesthaus). Vorneweg ein Grüppchen grauer Genossen und hennaroter -innen, hintendran die Massen, die allerdings nicht wussten, dass sie geführt wurden auf den Pfad der „Hoch die Internationale“. Die Freunde aus dem nahen Osten hatten ihre eigenen Parolen: Tod den Faschisten, Krieg dem Krieg. Intifada bis zum Sieg. Im Zusammenhang: Israel-Agressor-Vernichtung. Frauen- kinder- massenmörder (wahlweise Kinderschänder) Israel. Al Mawt li Israel (Tod für Israel). Kahrolsun Israel (Verdammtes Israel) und dann eben noch das normale: Tekbir Allahu akbar (Allah ist größer als alles andere und komm mir jetzt keiner mit: damit meinen die doch auch alle anderen Götter).
    Auf die Frage, ob er denn mit diesen immer lauter und schriller erschallenden Rufen einverstanden sei, erwiderte mir einer der Linksveranstalter, er könne nicht alles hören und er würde nicht sortieren und danke, das genügte mir.
    Die Schlussveranstaltung fand dann unter dem Banner der Dev-Genc auf den Stufen der evangelischen Pauluskirche im Multikulti-Stadtteil Hochfeld statt. Nach den obligatorischen Allahu-akbar etc pp-rufen las ein Grauen noch eine Grußadresse von irgendeinem anderen Grauen vor, die in den Worten gipfelte: Für das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser.
    Anscheinend hat der Mensch schon immer Drogen benutzt zur Enthebung und eines der ältesten Präparate ist der Antisemitismus. Nachdem die Versorgung mit diesem Produkt über Jahrzehnte zu wünschen übrig ließ, gibt es jetzt die Version 2.0 auf dem Markt: den Antizionismus. Doch auch dieser Rausch hat Nebenwirkungen: Schaum und -redefluss, Pogrompartybereitschaft, allgemeines Verblassen eines kaum vorhandenen Intellekts. So schreibe ich euch ins Poesiealbum:
    Macht dir das Leben keinen Spass,
    versuch es mal mit Judenhass.
    Ich bin mir sicher, unsere Stadt schafft auch noch den Titel Antijude Deutschlands.

  • #18
    Arnold Voss

    Oh Strohmeyer, machen sie uns hier wieder den Dieter Bohlen der Israelkritik? Differenziert wie ein Vorschlaghammer, informiert wie eine Scheibe Brot und dialogbereit wie ein Hellsangel? Checken sie doch mal ihre Konten. Vielleicht ist Geld vom israelischen Geheimdienst dabei.

  • #19
    Helmut Junge

    @strohmeier Sie schreiben (1)
    …“Es erfordert auch viel Mut sich für ein freies Palästina stark zu machen und deshalb werde ich heute auch nach Duisburg fahren und ich hoffe diese Demo wird nicht zum Fahnen verbrennen genutzt, sondern um das Existenzrecht der Palästinenser in einem eigenen von Israel unabhängigen Staat zu propagieren.“

    strohmeier, wissen Sie was?
    Ich bin genau dieser Meinung, daß es ein freies Palästina geben sollte.
    Das wäre die Zweistaatenregelung, die Europa und vielen anderen Ländern vorschwebt.
    Vermutlich ist auch die überwiegende Mehrheit in diesem Bloq dieser Meinung.
    Aber die Hamas doch nicht! Und Dierkes hat sich auch dagegen ausgesprochen und verlangt eine Einstaatenlösung.
    Und da ist die Frage von Patrizia doch berechtigt, ob Sie den Mut mitbringen, diese Position auf der Demo zu vertreten. Denn es könnte dort für genau diese Ansicht Haue geben.
    Falls Sie also bei der Demo waren, dort die Zweistaatenlösung vertreten, und keine Haue bekommen haben, würd`s mich interessieren.
    Aber nicht schummeln!

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