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Grüne Jugendliche empfehlen Reisen in den Iran

GJ-Iran

Einige Mitglieder der Grünen und Grünen Jugend, darunter Theresa Kalmer, die ehemalige Vorsitzende der Grünen Jugend, Michael Bloss, Mitarbeiter der Europaabgeordneten Ska Keller und das Mitglied des Baden-Würtembegrischen Landesvorstandes des Grünen, Jessi Messinger,  waren auf  Tour im Iran und ganz begeistert von der Reise. Schönes Land, nette Menschen, gutes Essen, interessante Gespräche, wunderbares Wetter. Die grünen Nachwuchspolitiker können das Land als Reiseziel nur empfehlen:

In diesem Sinne können wir nur alle ermutigen, oselbst in den Iran zu fahren, eigene Gespräche zu führen, mit diversen Teilen der iranischen Gesellschaft ins Gespräch zu kommen und sich selbst ein Bild von diesem Land zu machen.

Klar, ein paar Sachen finden die grünen Pimpfe doof. Die vielen Hinrichtungen zum Beispiel, hier hält der Iran sogar den Weltrekord. Aber hey, das ist zwar irgendwie nicht geschmeidig, aber Theresa Kalmer weiß, dass es nun mal nicht anders geht:

„Nach den Gesprächen, die wir geführt haben, wird Rohani vor Ort als moderat eingeschätzt. Die dennoch hohen Hinrichtungszahlen wurden uns so erklärt, dass er aufgrund seiner moderaten Politik innenpolitische Härte zeigen muss, um auch die Konservativen hinter sich zu bekommen.“

Dumm gelaufen, wenn man dann am Baukran hängt. Aber wer weiß: Vielleicht wird der ja in ein paar Jahren auch von einem Elektromotor angetrieben! Auch der Atom-Deal geht für die Grünen Kids in Ordnung, obwohl sie Atome ja  sonst voll kacke finden:

 Der international erzielte Atomdeal von 2015, der die Lockerung der Sanktionen für den Iran sowie im Gegenzug ausländische Kontrolle über die iranische Nuklearforschung beinhaltet, war nach all von uns geführten Gesprächen richtig. Durch den Abschluss des Deals nach dem Machtwechsel vom populistischen Fundamentalisten Ahmadinejad zum jetzigen als moderat geltenden Präsidenten Rohani konnte so zum einen wahrscheinlich der Ausbruch eines Krieges verhindert, zum anderen das Land geöffnet und der jahrelangen Isolation der iranische Gesellschaft entgegengewirkt werden.

Blöd nur, dass der Iran weiter an Atomwaffen arbeitet und vor allem ein Ziel hat: Die Vernichtung Israels. Aber wahrscheinlich konnten die kleinen Froschfarbenen durch den Besuch einer Bio-Petersilienplantage davon überzeugt werden, dass alles nicht so schlimm ist.

Die Grüne Jugend hat sich von der Reise und den gemachten Aussagen mittlerweile distanziert:

GJ-Statement

RuhrBarone-Logo

59 Kommentare zu “Grüne Jugendliche empfehlen Reisen in den Iran

  • #1
  • #2
    Arnold Voss

    Diktaturen sind garnicht so schlimm, wenn man sich den dortigen Regeln anpasst, Leute. An Baukränen hängen doch nur die, die das nicht tun.

  • #3
    Thorsten Stumm

    Die sollten auch mal nach Nordkorea fahren…. konsumfeindlich, ökologischer Landbau, paternalistisch, antiamerikanisch, viele Veggie-Days, …..der feuchte Traum eines jeden Grünen….

  • Pingback: Nachrichten aus Deutschland - Seite 297

  • #5
    Klaus Lohmann

    "Eigentlich ist Rohani ein ganz Netter. Er muss nur viele Menschen grausam hinrichten, weil ihn sonst die anderen Bösen nicht mehr mögen." Soviel Dummheit in so wenig Hirnmasse… :-/

  • #6
    Lucas Pöhler

    In der von euch hinterlegten Quelle steht nichts davon, dass der Iran weiter eine Atomwaffe entwickelt. Lediglich, dass er das bis vor einigen Jahren getan hat…

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Lucas Pöhler: Nachgelegt:
    http://www.tagesspiegel.de/politik/irans-nuklearprogramm-israel-beunruhigt-ueber-beschaffungsversuche-in-deutschland/13827030.html

    http://www.goettinger-tageblatt.de/Campus/Goettingen/Goettinger-Iran-Experte-Behrouz-Khosrozadeh-raet-zu-Wachsamkeit

  • #8
    Helmut N. Gabel

    Man muss das eine mit dem anderen nicht vermischen: biologischer Anbau hat nichts mit Iran und der Naivität grüner Spontis zu tun. Das Problem bei Reisen in den Iran liegt auf der Hand: man bekommt nicht Einblicke in die Dunkelkammer des Schreckens, sondern wird mit Leuten zusammengebracht, die Sykophantenlieder singen. Und dann kommt man zurück und fühlt sich durch eigene Anschauung legitimiert über die Situation im Iran zu urteilen. Soviel Naivität ist erschütternd.

  • #9
    discipulussenecae

    … "die kleinen Froschfarbenen" ist ebenso böse wie gut!

    Daß sich qua Parteidoktrin selbst ernannte Feministinnen grinsend einen Lappen umhängen, ohne daß Karneval ist, finde ich hingegen nur erbärmlich!

  • #10
    abraxasrgb

    @ #3 Thorsten
    Nordkorea wirbt doch um Einwanderung mit folgendem Slogan:
    Freiheit macht Dich sauer?
    Komm zu uns und werde Bauer.
    😉

  • #11
    mehdi

    Das Kopftuch ist ein Zeichen der Unterdrückung der Frauen im Iran. Frau Roth ist bei ihrem Besuch vor den Mullahs mit Kopftuch erschienen und die Grüne Jugendliche machen es mach, toll!! vielleicht würden sie sich irgendwann mal sogar beschneiden lassen um reingelassen zu werden.

  • #12
    Alan T.

    @Stefan Laurin:

    Wo ist die geniale Fotomontage hin? War viel besser als der restliche Artikel ….

    zu den Quellen:
    "Im Bereich des ambitionierten iranischen Trägertechnologieprogramms, das unter anderem dem Einsatz von Kernwaffen dienen könnte"

    Da geht es erstmal um die Raketen, nicht um die Kernwaffen an sich.

    Kernwaffen und deren Ausgangsprodukte entwickelt man nicht im stillen Kämmerchen. Das ist gut zu überwachen. Und die USA besitzen die Technologie und die Kapazitäten dies zu tun. Wenn die USA sagen, dass der Iran keine Atomwaffen mehr produziert, würde ich dem erst einmal glauben. Ich sehe hier überhaupt keinen Anlass, warum die USA in diesem Punkt Unwahrheiten verbreiten sollten oder etwas verharmlosen sollten.

    a.

  • #13
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Alan T.: Der Fotograf – einer der Teilnehmer an der Reise – machte uns deutlich, dass er gegen die Montage vorgehen wird. Da wir rechtlich in einer Situation sind, die wir nicht hätten halten können, haben wir sie wieder gelöscht.

  • #14
    Reichel Mathis

    Ich bin schlicht und einfach empört und schockiert von Euren Kommentaren bezüglich Hinrichtungen. Ist das die verblödete Internetgegeration, die solch eine Sprache entwickelt hat? "Dumm gelaufen, wenn man dann am Baukran hängt". Ein unerträglicher Satz. Wieviel Verdummung braucht es, um sowas zu schreiben? Ich habe lange bei Amnesty International gearbeitet, die Folterzentren in Buenos Aires gesehen und kann nur sagen: bei Eurer Wortwahl wird mir schlecht. Wenn sich das "Grün" nennt kann ich nur empfehlen, Abstand zu nehmen. Die Errungenschaften des kultivierten und zivilisierten Westens werden einfach weggeworfen, billig und dumm. Bitte korrigiert das schnellstmöglich.

  • #15
    Moritz

    Im Iran werden sicher nur Bio-Atome gespalten, das haben die Froschfarbenen in persönlichen Gesprächen erklärt bekommen. Und Hinrichtungen werden nach dem Mondkalender geplant! 😀
    Dumme Kinder.

    Aber Verhalten wird von dieser Seite ja gerne kulturrelativistisch betrachtet. Da nach meiner Erfahrung die Wähler dieser Partei insgesamt eher einfach- naiv strukturiert sind, wird es dennoch keinen für die Partei relevanten Menschen schockieren. Wer a proiri "gut" ist und das "Böse" der Welt bekämpft, steht ja immer auf der richtigen Seite…

  • #16
    clef

    Das passt irgendwie auch auf Deutschland. Die sozialen Parteien müssen nun auch nationalistische Gedanken zulassen, um die Konservativen nicht zu verlieren. Und Waffen? Liefern wir an jeden, der nicht in den letzten paar Jahren einen Völkermord begangen hat und einen Stuhl in der UN stehen hat.

    Laurin arbeitet für die Welt, Cicero und die Jüdischen Allgemeine.

  • #17
    Thorsten Stumm

    @Clef
    Mit der Jüdischen Allgemeinen haben eigentlich nur Antisemiten ein Problem.
    Und ja, das Existenzrecht Israels ist für niemanden bei den Ruhrbaronen verhandelbar.

  • #18
    Malte

    Frage: Gibts dieselbe schelte für Reise-Empfehlungen in die USA? Auch wenn die in den offiziellen inländischen Hinrichtungsstatistiken aktuell nur im oberen Mittelfeld stehen (also abzüglich der rassistisch motivierten Erschiessungen durch die Polizei weil jemand grad am Steuer sitzt oder die Strasse lang geht, usw, und natürlich abzüglich der tausendfachen illegalen Hinrichtungen und "Kollateralschäden" per Drohnenterror) ?

    Die Arroganz solcher besserwissenden "Unsere Werte"-Propaganda ist schon sehr zum kotzen. Und nebenbei willige Unterstützung in mentale Kriegsvorbereitung.

  • #19
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Malte: Gähn – es ist immer langweilig, wenn sich dumme Antiimps wie Sie auf unsere Seite verirren.

  • #20
    Michael Bloss

    Ihr Lieben, und auch ihr die ihr mich schon beleidigt habt. Hier ist der Facebookpost, den ich mitverfasst habe und um den es in dieser "Artikel" geht. Die Polemik wirft meiner Meinung nach ein sehr falsches Bild auf unseren Post und die Sprache ist so verletzend, dass ich eigentlich nicht von einem journalistischen "Artikel" sprechen möchte, sie regt aber zu weiteren verletzenden Kommentaren an und vielleicht möchte der Autor das ja auch bewirken.
    Nochwas: Ich bin nicht Mitglied der Grünen Jugend und Jessi Messinger ist es auch nicht, von daher ist der Titel bewusst irreführend oder einfach nur schlecht recherchiert.
    Hier der orginale FB-Post für eure Debatte, hoffe das sommerloch ist bald vorbei.
    Beste Grüße,
    Michael

    Zusammen mit Jessi und Michael war ich im August drei Wochen im Iran. Eine Reise, die bei einigen aufgrund der politischen Situation auf Unverständnis gestoßen ist. Wir möchten deswegen gerne zwei Punkte der Reise teilen:

    1. Die islamische Republik entstand u.a. durch Ablehnung des Einflusses westlicher Mächte.

    Der heutige Iran und auch sein politisches System lassen sich nur mit einem Blick in die Geschichte in einem kolonialen Zusammenhang verstehen. Nachdem der demokratisch gewählte Ministerpräsident Mohammed Mossaddegh das iranische Öl 1951 verstaatlicht hatte, wurde gegen ihn 1953 geputscht. Dieser Putsch wurde mittlerweile aktenkundig von der CIA und dem britischen Geheimdienst mit geplant und durchgeführt. Grund waren millionenschwere Ölinteressen und Beibehaltung des politischen Einflusses; Ziel die Einsetzung einer pro-westlichen iranischen Regierung, nicht zuletzt aufgrund der Konstellation in Zeiten des Kalten Krieges. Die Demokratie und vor allem die Entwicklung einer demokratischen politischen Kultur im Iran wurden mit dem Putsch beendet und durch eine pro-westlich-orientierte Diktatur des Schahs eingetauscht, was im Kern eine Militärdiktatur war. Diese setzte u. a. auf eine kosmetische Säkularisierung und brachte mit unterschiedlichen Reformvorhaben große Teile der schiitischen Geistlichen gegen sich auf. Ayatollah Khomeini, der diese Reformen am deutlichsten kritisierte, wurde ins Exil geschickt. Im Laufe der iranischen Revolution 1979 zur Absetzung des Schahs, eigentlich eine wahrlich massenhafte Demokratisierungsbewegung, in der auch viele linke/linksintellektuelle Gruppierungen aktiv waren, übernahmen letztendlich die Islamisten und islamistische Fundamentalisten die Führung. Diese konnten zuvor aufgrund der fehlenden Foren für demokratische und nichtreligiöse Parteien, durch die Ablehnung des westlichen Lebensstils des Schahs und das Predigen zur Rückkehr zur angeblich klassenlosen urislamischen Gesellschaft starken Zulauf verzeichnen. So kehrte Ayatollah Khomeini 1979 aus dem Exil zurück und rief die islamische Republik Iran aus, welche bis heute besteht. Die sehr vielfältige iranische Gesellschaft wird seitdem von einem machtbesessenen, totalitären und repressiven politischen System beherrscht.

    2. Der Atom-Deal war richtig.

    Die Wirtschaftssanktionen gegenüber dem Iran bestehen bereits seit 1979 seitens der USA, mit wechselnder Intensität, seit 2006 seitens der UN aufgrund des Atomprogramms des Landes und infolgedessen seit 2007 auch seitens der EU. Diese Sanktionen wurden nach der Geiselnahme von US-Diplomat_innen 1979 seitens der USA eingeführt und wurde ab 2006 aus Angst vor der Herstellung iranischer Atomwaffen stark angezogen. Sogar das Bankenwesen wurde dabei vom internationalen Geldtransfer abgeschnitten – ein politisches Novum.

    Wirtschaftssanktionen treffen in den abgeschotteten Ländern nicht ihr eigentliches Ziel, also die politischen und wirtschaftlichen Eliten, sondern vor allem die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit, die unter ihnen leidet. Der international erzielte Atomdeal von 2015, der die Lockerung der Sanktionen für den Iran sowie im Gegenzug ausländische Kontrolle über die iranische Nuklearforschung beinhaltet, war nach all von uns geführten Gesprächen richtig. Durch den Abschluss des Deals nach dem Machtwechsel vom populistischen Fundamentalisten Ahmadinejad zum jetzigen als moderat geltenden Präsidenten Rohani konnte so zum einen wahrscheinlich der Ausbruch eines Krieges verhindert, zum anderen das Land geöffnet und der jahrelangen Isolation der iranische Gesellschaft entgegengewirkt werden.

    Unser Fazit der Reise: Wir haben das Land zum großen Teil anders wahrgenommen, wie uns hier vermittelt wird. Das Regime ist ohne Zweifel autoritär, der Iran verzeichnet die höchste Exekutionsrate gemessen an der Einwohner_innenzahl, Regimekritiker_innen werden unterdrückt und Oppositionsparteien nicht zu gelassen. Das Leben im Iran ist aber unter der Oberfläche vielfältig und lebendig. Gerade deswegen ist der Austausch mit der iranischen Zivilgesellschaft besonders wichtig. Mit dem Atom-Deal und der damit einhergehenden Öffnung des Irans ist unsere Hoffnung die Stärkung der Vielfalt der iranischen Gesellschaft und eine Veränderung des Irans von unten. Doch dies kann auch nur dann gelingen, wenn wir aufhören, den Iran als Land zu dämonisieren, differenziert Kritik üben und das Land mit den darin lebenden Menschen als Gesprächspartner anerkennen.

    Frieden werden wir nur erleben, wenn wir endlich alle anfangen, miteinander zu reden und versuchen, unsere Ziele ohne Drohung und Beseitigungsfantasien zu kommunizieren. In diesem Sinne können wir nur alle ermutigen, selbst in den Iran zu fahren, eigene Gespräche zu führen, mit diversen Teilen der iranischen Gesellschaft ins Gespräch zu kommen und sich selbst ein Bild von diesem Land zu machen. Wir wollen in diesem Zusammenhang Mahsa Sabaa, Sogand, Navid und allen anderen von @seeyouinIran für spannende Diskussionen und die tolle Gastfreundschaft danken!

  • #21
    sol1

    ///…und die Sprache ist so verletzend, dass ich eigentlich nicht von einem journalistischen "Artikel" sprechen möchte…///

    Willkommen bei den Ruhrbaronen, wo man auch schon Dunja Hayali mit Verbalgülle übergossen hat:

    http://www.ruhrbarone.de/dunja-hayali-gewinnt-preise/121433

  • #22
  • #23
    Arnold Voss

    @ MICHAEL BLOSS #20
    Also doch eine Reisempfehlung. Wie man sich allerdings in einer Diktatur selbst ein Bild machen soll, ohne mit denen zu reden, die in ihren politischen Gefängnissen sitzen und die nach ihren Foltern noch zu sprechen bereit sind, ist mir ein Rätsel. Noch seltsamer ist es, so zu tun, als könnte es in einem solchen Regime eine wirklich vielfältige und lebendige Zivilgesellschaft unter einer wie auch immer gearteten "Oberfläche" geben. Sorry Michael, sie lügen sich hier in aller Öffentlichkeit selbst in die Tasche.

  • #24
    Jörg

    Vielleicht sollte die Grüne Jugend sich für die Lieferung solarbetriebener Baukrane einsetzen. So müssten die Homosexuellen nicht so unökologisch sterben. Nicht das man sonst den Froschfarbenen noch Homophobie vorwürft.

  • #25
    Lutz Thielemann

    Echt doof so viel Hinrichtungen ….. noch doofer ist da nur die Grüne Jugend und der Verfasser des Artikels

  • #26
    Paul

    Warum Sorry!?
    Der wer Lügt, sollte sich für seine Lügerei entschuldigen und nicht der, der die Lüge aufdeckt.

  • #27
    Helmut Junge

    Schön das Zitat von Theresa Kalmer: „Nach den Gesprächen, die wir geführt haben, wird Rohani vor Ort als moderat eingeschätzt. Die dennoch hohen Hinrichtungszahlen wurden uns so erklärt, dass er aufgrund seiner moderaten Politik innenpolitische Härte zeigen muss, um auch die Konservativen hinter sich zu bekommen.“
    Wenn Rohani also der Gute ist, und die Konservativen die Bösen, liegt ein Vergleich mit deutschen Verhältnissen sofort auf der Hand. Die Konservativen gibt es hier auch und Rohani wird durch einen Guten aus eigenen Reihen ersetzt. Dann kann man gut vergleichen.
    Wenn die grünen erst mal "dran" sind, müssen auch sie Härte zeigen, wenn sie "die Konservativen hinter sich bekommen" wollen. Verständnis für derartige Vorgehensweisen scheint ja bereits vorzuliegen, sonst würden sie sich anders dazu äußern. Etwas mehr kopfschüttelnd vielleicht.

  • #28
    Gerd

    Das ist doch völlig logisch! Der Iran ist anti westlich und anti amerikanisch, zwei Dinge, die bei Grünen gut ankommen.

    "Blöd nur, dass der Iran weiter an Atomwaffen arbeitet und vor allem ein Ziel hat: Die Vernichtung Israels. "

    Israel ist: westlich, kapitalistisch, religiös, konservativ und patriotisch. Lauter Sachen, die Grüne nicht mögen.

  • #29
    Moritz

    @#30: Der michi fühlt sich beleidigt? Da sollte man sofort die antidiskriminierungsstelle einschalten! Da fraternisiert man mit antisemitischen mördern und keiner hat Verständnis dafür.
    Voll blöd.
    P.s.: der Komparativ wird in der deutschen Sprache mit "als" gebildet. Aber mit Bildung habt ihr es ja nicht so….

  • #30
  • #31
    struppi

    Welche Politik vertreten eigentlich die Ruhrbarone?

    Wenn man vom iranischen Atomprogramm spricht, sollte man auch die Angriffspläne Israel nennen http://www.spiegel.de/politik/ausland/angriffsplaene-israel-geht-von-30-tagen-krieg-gegen-iran-aus-a-850217.html

    Und bisher wurde nur der Iran angegriffen und die Unterstützung von Saddam Hussein durch die Amerikaner bei diesem Krieg dürfte wohl auch bis hierhin gedrungen sein, oder?
    Und natürlich wollen die USA und Saudi Arabien (unsere Freunde, die auch gerne auspeitschen und hängen) nicht, dass der Iran eine Hegemonialmacht wird.

    Insofern wären Rüstungskontrollgespäche sinnvoll, aber wir verdienen zu gut daran, dass in der Region massiv aufgerüstet wird.

    Was Unmenschlichlichkeit angeht, wird man in allen Ländern der Region Angriffspunkte finden, um das jeweilge System als schlechtes Regime darzustellen. Insofern bringt das Wissen darum, ob das eine Land mehr oder weniger Menschrechtsverletzungen begeht nicht weiter, zumindest nicht, wenn es jemanden darum geht die Region friedlicher zu machen.

    Wie bei allen Konflikten geht es nur, wenn man versucht den anderen zu verstehen und Kompromisse schliesst.
    Wer aber weder das eine noch das andere will, will Krieg und Gewalt.

    Für uns hier, ist das eine gute Lösung. Wir sitzen im "trockenen". Für die Menschen im Nahen Osten ist die Situation aber doch schlimmer. Wobei es den Menschen im Iran objektiv betrachtet vermutlich wesentlich besser geht, als im Irak, Syrien, Jemen oder Afghanistan – auch wenn es dort die höchste Hinrichtungszahlen weltweit gibt. Aber vermutlich schlechter als in Katar und Saudia Arabien. Falls es hier wirklich um die Menschen geht.

    Veränderungen erreicht man nur mit Gesprächen, mit denen die etwas ändern können. Aber nicht mit blinden Hass auf alles, was aus einem Land kommt. Sätze wie "das Land der freundlichen Henker" sind Rassimus vom Feinsten, bringen vielleicht ein paar Lacher, aber es diffamiert auch eben mal 70 Mio Menschen die sicher nicht alle Hass auf Israel haben.

  • #32
    Achim

    Seit Jahrzehnten pilgern nanche Linke zu den totakitären Mächten ihrer Zeit auf der Suche nach dem "Neuen Menschen" der im "Stahlgewitter" geschaffen werden muss.

    Millionen starben in den "Stahlgewittern", doch der "Neue Mensch" wurde immer noch nicht geschaffen.

    Die totalitären Mächte ihrer Zeit sind "auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet". (Wer läuft denn heute noch einem Lenin nach?)

    Achim

  • #33
    KE

    Was sagt eigentlich die Religionspolizei zu dieser Art des Kopftuchtragens?

    Die Kopftuchträger_innen .. , ach ne Männer dürfen ja Haare zeigen.

    Mit einer richtigen grünen Einstellung stelle ich mir eine Reise in den Iran für die Teilnehmer_innen sehr schwer vor. Alles , was man für richtig hält, abgesehen von Anti USA etc. Ist dort ja verboten.

  • #34
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @struppi: Wir sind der Meinung, dass die einzige Demokratie in der Region – Israel – das Recht hat, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Das schließt Präventivschläge mit ein.

  • #35
    Norbert Krambrich

    Diese Mischung aus Unkenntnis, Naivität und jugendlicher Begeisterung für eine ideale Welt hat ja schon bei der Bewertung des arabischen Frühlings zu massiven Fehleinschätzungen geführt, allein das Erwachen aus diesem Traum war offenbar nicht bitter genug.Und die iranische Revolution war eben nicht von einem grossen Bedürfnis nach Demokratisierung getragen, vielmehr vom Wunsch der Vereinigung aller Schiiten, vom Zeitgeist panarabischer und in der Folge panschiitischer und letztlich pansunnitischer Bestrebungen beflügelt. Wie reaktionär und religiös geprägt mag Anlass zum Diskurs sein, völkisch aber sicherlich.Und diese völkischen Umtriebe sind ja auch der deutschen Linken nicht fremd, ebenso wenig wie der gemeinsame Feind Israel.

  • #36
    Arnold Voss

    @ STRUPPI # 31
    Hey Struppi, wieviel Unmenschlichkeit sind sie denn bereit für den Frieden zu akzeptieren? Ist Folterung inbegriffen? Oder nur Erhängen an Baukränen?

  • #37
    parker

    wow. so einen dummen, nichts-sagenden und sinnlosen kommentar durfte ich echt schon lange nicht mehr lesen. respekt an den autor!

    "Blöd nur, dass der Iran weiter an Atomwaffen arbeitet und vor allem ein Ziel hat: Die Vernichtung Israels. Aber wahrscheinlich konnten die kleinen Froschfarbenen durch den Besuch einer Bio-Petersilienplantage davon überzeugt werden, dass alles nicht so schlimm ist."

    diese passage ist eine so subjektive, unbegründete, faktenlose und faschistoide aussage.

    fakt ist: westliche medien berichten seit über zehn jahren darüber, das der iran vermutlich (!!!) atomwaffen baut. beweise gibt es bis heute: keinen einzigen.

    fakt ist: die aussage, das der iran israel auslöschen will ist schlicht und weg falsch. diese ente beruht auf einer falschen berichterstattung/falschen übersetzung.

    machen sie ihre hausaufgaben. recherchieren sie ihre meinung, bevor sie sie äußern wie ein sechtsklässler.

    und jetzt mal zum hauptartikel:
    da reisen ein paar nicht-politik verdossene, linke jugendliche in einen totalitären staat um sich ein differenziertes bild von ihm zu machen. und so ein kleines, armseeliges etwas wie dieser "autor" zerreisst das, ohne dich auch nur ansatzweise in der selben art differenziert über den text zu äußern. der text setzt sich unter anderem mit der westlichen wahrnehmung islamischer staaten auseinander, was sehr wohl ein allgemeines problem in deutschland, der eu und amerika ist, siehe afd und allgemeine rechtliche strömungen die im westen und weltweit immer stärker werden.

    menschen wie du sind das problem in deutschland. ihr versucht linke meinungen und aktionen ins lächerliche zu ziehen und auf die selbe stufe wie rechte aktionen, was aber einfach mal grundlegend falsch ist.

    danke für diese bloße zurschaustellung der ideologie der ruhrbarone. ich dachte ihr wärt ansatzweise links. und ein journalistisches medium. mit ansatzweise qualität.

    aber ist schon okay, einfach afd/npd/cdu wählen, dann wird eure kleine, armseelige welt schon wieder heil;)

  • #38
  • #39
    Nansy

    Es ist doch eine Binsenwahrheit, daß man bei Besuchen in autoritären Staaten meistens auch auf Menschen trifft, die nett, freundlich und entgegenkommend sind (Zitat: Schönes Land, nette Menschen, gutes Essen, interessante Gespräche, wunderbares Wetter). Das wird auf die Menschen im Iran ebenso zutreffen, wie auf die Menschen in der Türkei oder in China (Ausnahme vielleicht Nordkorea, aus Gründen der Totalüberwachung). Daran kann man eigentlich nicht herumnörgeln…

    Wenn man aber als politische Gruppierung reist, und sich danach nur auf diese Eindrücke beruft, ist das zu kurz gesprungen. Als Einzelreisender muss ich die Entscheidung, ob ich ein solches Land besuchen möchte, immer wieder neu treffen – im Fall der Türkei z.B. habe ich mich dieses Jahr dafür entschieden, das politische System Erdogan nicht mit einer Reise mit zu finanzieren. Auch da triftt es dann wieder die "kleinen Leute" – aber die haben auch Erdogan überwiegend gewählt.

    Jeder Reisende muss für sich entscheiden, ob er mit seinen Reisen autoritäre Regime stützt – das Land Iran und seine Menschen kennen zu lernen, kann eine interessante Erfahrung sein. Als politische Gruppierung wird es dann aber eher heikel….

  • #40
    Arnold Voss

    @ Lutz thielemann. #25

    Hinrichtungen sind weder dumm noch schlau sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das kann man im Interesse des Friedens hinnehmen. Im Interesse der Menschlichkeit kann man es nicht.

  • #41
    Moritz

    @#37:
    Da hat der kleine Parker aber mal so richtig seinen Frust rausgelassen, was? Da ist man "nicht-politik verd(r)ossen und links", will alles "differenziert" betrachten und auf der guten Seite der Macht stehen – was passiert? Es gibt Menschen, die das anders sehen. Das können dann natürlich nur Nazis oder CDU-Wähler sein! Alles andere ist völlig undenkbar! 😀

    Inwiefern die pointierte Darstellung "subjektiv, unbegründet, faktenlos und faschistoid" ist, erschließt sich mir nicht. Ok, subjektiv ist sie natürlich, da sie von einem Subjekt getätigt wurde. Daraus implizit zu unterstellen, die eigenen Vorstellungen seien "objektiv" ist allerdings lustig. Bei faschistoid solltest du ggf. noch mal im Iran nachfragen, die kennen sich mit diesem Thema besser aus. 😉

    "der text setzt sich unter anderem mit der westlichen wahrnehmung islamischer staaten auseinander, was sehr wohl ein allgemeines problem in deutschland, der eu und amerika ist, siehe afd und allgemeine rechtliche strömungen die im westen und weltweit immer stärker werden."

    Ach. Die Wahrnehmung der islamischen Staaten im Westen ist also das Problem? Das sehen die im Iran ermordeten Menschen, die Bürger Israels und die Terroropfer in der gesamten Welt wohl etwas differenzierter. Was "rechtliche Strömungen" (sic!) sind und warum du diese in der gesamten "westlichen Welt" verortest, wirst du uns sicher noch erklären?
    Ich würde dann aber um eine Darstellung bitten, die auf korrekte Rechtschreibung und Orthographie Rücksicht nimmt.

    "menschen wie du sind das problem in deutschland. ihr versucht linke meinungen und aktionen ins lächerliche zu ziehen und auf die selbe stufe wie rechte aktionen, was aber einfach mal grundlegend falsch ist."

    was war jetzt noch mal mit "subjektiv, unbegründet, faktenlos und faschistoid"? 😀

    Meine Sichtweise: Aktionen von Menschen, die sich selbst als "links" erleben, sind häufig lächerlich, unreflektiert und von der Überzeugung der unangreifbaren moralischen Überlegenheit geprägt. Du gibst gerade ein sehr schönes Beispiel dafür. Alles andere würde ja auch deinen Distinktionsgewinn schmälern und dein Selbstbild bedrohen. Warum also auch dem eigenen Verhalten kritisch gegenüberstehen, wenn man mit dem Finger auf andere zeigen und sich so entlasten kann…

    "danke für diese bloße zurschaustellung der ideologie der ruhrbarone. ich dachte ihr wärt ansatzweise links. und ein journalistisches medium. mit ansatzweise qualität.
    aber ist schon okay, einfach afd/npd/cdu wählen, dann wird eure kleine, armseelige welt schon wieder heil;)"

    Ich hatte nie den Eindruck, dass "die" Ruhrbarone eine ideologisch homogene Gruppe sind. Das sollten Medien imO auch nie sein. Wenn dich Meinungsvielfalt und abweichende Meinungen überfordern: In Nordkorea freut man sich sicher über Zuwanderer!
    Inwiefern journalistische Qualität mit "links" sein zusammenhängt ist mir auch unklar.

    Dem Aufruf, die AfD zu wählen, kommen allerdings immer mehr Menschen nach. Da macht die Frage nach Motiven und fehlenden Alternativen durchaus Sinn. Diese Entwicklung aber auch noch zu provozieren, damit man sich in seiner kleinen. "linken" Welt noch überlegen und "besser" vorkommt, ist aus meiner Sicht eine Neuauflage der bekannten "Herrenmensch"-Attitüde. Und das ist etwas, was aus meiner Sicht armselig ist. Ja, das Wort wird so geschrieben. Aber evtl. lernst du ja noch dazu…. 😉

  • #42
    Helmut Junge

    Mich erschreckt, wie leichtfertig Besucher von diktatorischen Staaten, die Ihnen dort vermittelte Geschichtsklitterung übernehmen. Weil das aber ein hochgradig gefährlicher Vorgang ist, der einer Hirnwäsche gleicht, möchte ich einen Abschnitt aus dem Kommentar von @Michael Bloss (20) auf das, was von der suggestiven Beeinflussung seitens der Mullahs in seinem Denken bewirkt hat, untersuchen.
    Er schreibt:
    "Im Laufe der iranischen Revolution 1979 zur Absetzung des Schahs, eigentlich eine wahrlich massenhafte Demokratisierungsbewegung, in der auch viele linke/linksintellektuelle Gruppierungen aktiv waren, übernahmen letztendlich die Islamisten und islamistische Fundamentalisten die Führung. Diese konnten zuvor aufgrund der fehlenden Foren für demokratische und nichtreligiöse Parteien, durch die Ablehnung des westlichen Lebensstils des Schahs und das Predigen zur Rückkehr zur angeblich klassenlosen urislamischen Gesellschaft starken Zulauf verzeichnen. So kehrte Ayatollah Khomeini 1979 aus dem Exil zurück und rief die islamische Republik Iran aus, welche bis heute besteht. Die sehr vielfältige iranische Gesellschaft wird seitdem von einem machtbesessenen, totalitären und repressiven politischen System beherrscht."
    Ich selbst hatte damals die Vorgänge im Iran mit großem Interesse und Bestürzung verfolgt, habe auch nie geglaubt, daß eine gemeinsame Regierung verschiedener säkularer, demokratischer Gruppen mit diesen Mullahs gut gehen könnte. Als es dann zu den Massenhinrichtungen der anderen Kräfte, die an der Revolution gegen den Schah beteiligt waren, Volksmodjaheddin, Tudehpartei u.a. war klar, daß als einzige überlebende Gruppe die Mullahs das Land beherrschten.
    Alle Bündnispartner tot, im Knast, oder im Exil. Genau wie vorher. Statt des Schahs waren jetzt eben die Mullahs an der Macht. Bei @Michael Bloss sind die Beteiligten an der Revolution gegen den Schah aber nicht umgebracht worden, sondern einfach weg.
    Futschikato! er schreibt ja: "kehrte Ayatollah Khomeini 1979 aus dem Exil zurück und rief die islamische Republik Iran aus, welche bis heute besteht."
    So einfach? Wenn man so will, so einfach. Nur kann einem eine derartige Illusion den eigenen Kopf kosten.
    Ich frage mich natürlich, ob jemand, der sich selbständig in diese geschichtlichen Vorgänge hineingelesen hat, auf diese verkürzte, mullahfreundliche Geschichtsversion kommen könnte. Ich bin sicher, daß das in einem solchen Fall anders aussehen würde. Also hat der @Michael Bloss etwas aus dem Iran mitgebracht, was jetzt tief in seinem Kopf verankert bliebe, wenn nicht so ein pingliger Besserwisser wie ich, ein wenig daran rütteln würde. Glück gehabt @Michael Bloss, denn mein Hinweis kann Leben retten. Auch deines.

  • #43
    Moritz

    Je länger ich über die Aussagen der Froschjugend nachdenke, desto absurder wird deren Darstellung.

    Hinrichtungen sind ok, wenn dann "die Konservativen" (ehem. "die Revolutionären") hinter einem stehen? Das bietet sich doch auch für Deutschland an. Wann fordert die Froschjugend endlich Massenabschiebungen und Lager für Flüchtlinge? Diese – im Vergleich zu Hinrichtungen doch eher zurückhaltenden Forderungen – würde sicher auch "die Konservativen" erfreuen….

  • #44
    sol1

    "Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Monaten wird Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nach Iran reisen."

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/wirtschaft-aigner-faehrt-wieder-nach-iran-1.3143903

    Aber da geht es ja um die heilige Wirtschaft und nicht etwa um verderbliche Kontakte zur Zivilgesellschaft, und deshalb interessiert sich auch bei den Ruhrbaronen kein Schwein dafür.

  • #45
    Walter Stach

    "Grüne Jugendliche empfehlen Reisen in den Iran"

    Ist das zu kritisieren? Ich meine : "nein".

    Die "gesamtgesellschaftliche Situation" in einem Staat erfasst man erfahrungsgemäß am besten mittels eines Aufenthaltes in dem betr. Lande , vor allem durch das (Mit-)Erleben des Alltages der Menschen in dem Lande, u.a. durch die verbale und nonverbale Kommunikation mit ihnen.

    Das "man" sich auf einen solchen Aufenthalt vorzubereiten hat, z.B. über entsprechende Literatur, und das "man" nach der Rückkehr in sich geht, dh., über das Erlebte, das Erkannte, das gewonnene Gesamtbild nachdenkt, auch in einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Bild, das "man" vor Beginn des Aufenthaltes von diesem Staat und vom Leben der Menschen in diesem Staat hatte, ist selbstverständlich.

    Ist zu kritisieren, daß das durch "die" grüne Jugend geschehen ist? Ich meine: "Nein".

    (Ich habe seinerzeit aus den gen.Gründen immer wieder alles getan, um jungen Menschen den Aufenthalt in der DDR , mindestens in der "Hauptstadt der DDR" möglich zu machen -und in Polen sowie der CSSR -; einschließlich meiner Hilfe bei der inhaltlichen Vorbereitung und mit meiner Unterstützung, wenn es darum ging, nach dem "Auslandsaufenthalt" das dort Erlebte, das dort Erkannte aufzuarbeiten -für sich und in der Auseinandersetzung mit Anderen.
    Das Alles hat mir einigen Ärger in und mit der westdeutschen Gesellschaft eingebracht ("…. Sympathisant komm. Regime…."), der mich jedoch nicht von solchen Reisen bzw. Reiseempfehlungen abgehalten hat; im Gegenteil. )

    Wenn nunmehr, u.a. hier bei den Ruhrbaronen, sowohl die Reiseempfehlung als solche kritisiert wird als auch die konkret die Widergabe und Bewertung dort gewonnener Erkenntnisse und deren "Verarbeitung" mit Blick auf die "gesamtgesellschaftliche Situation" im Iran und mit Blick auf
    die internationale Positionierung des Iran, dann ist dieses exakt das, was ich mir in einer freien , pluralistischen Gesellschaft nach "politischen Reisen", entsprechenden Reiseberichten, Reiseempfehlungen, Bewertungen des Erlebten erhoffe.

    Also:

    "Gut so", daß junge Menschen aus Deutschland in den Iran gereist sind und hoffentlich weiterhin reisen werden.

    "Gut so", daß sie darüber berichten und das Erlebte, das Erfahren politisch bewertet haben. Ich hoffe, daß das weiterhin geschehen wird.

    Nicht nur normal, sondern politisch wünschenswert ist es, dass "man" als Reisender, dass "man" als Reiseberichter, dass "man" in seiner politischen Bewertung nicht nur Lob zu erwarten hat, sondern auch heftigen Tadel.
    Ja und?

    Persönlich will ich gegenüber dem, was die grüne Jugend berichtet, was sie bewertend zum Ausdruck bringt, aber auch gegenüber dem, was in einigen Kommentaren dazu hier geäußert wird, lediglich anmerken, daß mir hier und da zu wenig die Komplexität der gesamtgesellschaftlichen Situation im Iran, die Komplexität der internationale Positionierung des Iran bedacht worden zu sein scheint und zudem zu wenig oder zu viel "gemessen und geurteilt" wird anhand der Prinzipien des deutschen Verfassungsrechtes, was für Reisen in und für Reiseberichte aus den allermeisten Ländern dieser Welt zwangsläufig "Widersprüchlichkeiten" produziert.

  • #46
    Helmut Junge

    Also, ich hatte bei dem Artikel, aber auch bei 90% der Kommentare den Eindruck, daß nicht die Reise kritisiert wurde, sondern deren Beurteilung durch die Jungen Grünen. Daß die Menschen dort nett sind, hat vermutlich niemand der fasr 50 Kommentatoren als Problem gesehen. Texte muß man schon genauer lesen. Es gab seitens der jungen Leute vielerlei Verständnis für "hartes" Vorgehen der Mullahs. Hauptsäch, wenn nicht sogar immer, wurde exakt das kritisiert. Es gab allerdings auch Kritik an den Kopftüchern der jungen Damen, die sie so kokett tragen. Das ist wahr. Aber ich frage mich nun wirklich, wo wer die Reise als solche kritisiert.

  • #47
    Arnold Voss

    Der Iran ist zu Zeit nicht nur nach Innen sondern auch nach Aussen ein äusserst aggressiver Staat in dem eine Zivilgesellschaft kaum noch vorhanden ist, geschweige denn dort etwas zu sagen hat. Wie sollte es in einem Gottesstaat auch anders sein.

    Wer dahin aus politischen Gründen reist, und darum und nur darum geht es hier, der muss sich auch politische Fragen und Beurteilungen gefallen lassen. Erst recht wenn er so offensichtlich auf die Propaganda des Mullah Regimes reinfällt, bzw. Sich selbst was in die Tasche lügt. Beabsichtigt oder nicht, schlägt er so den unzählig vielen Opfern dieses Regimes noch ein weiteres Mal mitten ins Gesicht.

  • #48
    Lisa Weiss

    Stefan Laurin, ich schaue mir deine Artikel ja schon ne Weile an.. auch dieser wieder schlecht recherchiert, grottig geschrieben und glänzt nur durch seine Beleidigungen.. so mal wieder gesehen wie wired du bist.

  • #49
    Moritz Flesch

    @#48 Lisa weiss: bist du wirklich so unreflektiert, dass dir nicht auffällt, was dein Kommentar inhaltlich aussagt?
    "Mimimi, ich find alles doof was du sagst und deswegen find ich dich auch doof!"
    😀
    Was ist "schlecht" recherchiert?
    Grottig? – Glashaus, Steine usw…
    Beleidigungen? Welcher Art?

    Man sollte evtl nicht nachts besoffen Kommentare schreiben…

  • #50
    Gerd

    Die Grüne Jugend kritisiert die Iran Reise

    „Deutsche Unternehmen und die Bundesregierung stehen 70 Jahre nach dem Ende der Shoah in der ersten Reihe, um Geschäfte mit dem antisemitischen iranischen Regime zu machen“, hieß es in dem Appell. Und weiter:

    „Repräsentanten des Regimes haben Israel während der Verhandlungen immer wieder mit der Vernichtung gedroht.“ Milliarden flössen nun als Ergebnis dieses Abkommens an das Regime in Teheran. Damit, so der Aufruf, werde die Förderung des islamistischen Terrors von Gruppierungen wie der Hisbollah oder der Hamas ebenso neue Ausmaße annehmen wie die Expansion des Regimes in der arabischen Welt. Zudem nehme der Terror gegen die iranische Bevölkerung nicht ab, sondern im Gegenteil sogar zu: „Unter dem vermeintlich ‚moderaten‘ Präsidenten Hassan Rohani wurden deutlich mehr Menschen hingerichtet als unter seinem Vorgänger Ahmadinejad.“ Also lautete die von der Grünen Jugend(GJ) mitgetragene Forderung: „Stoppt die Reise."

    http://www.achgut.com/artikel/die_reise_zum_arsch_der_welt

  • #51
    Thorsten Stumm

    @Walter Stach
    Was den Sinn und die Absicht von Besuchen auch in autoritären Staaten und die Begegnung mit den dort lebenden Menschen angeht, kann ich dem was Sie da schreiben weitgehend folgen.
    Nur bei den Grünen ist das vorgehen und die Vorgeschichte schon anders.

    Hier schön auf den Punkt gebracht:

    http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/jung-gruene-eine-iran-reise-als-karriere-sprungbrett/

  • #52
    Walter Stach

    Thorsten Stumm,

    wenn ich versucht habe, bezogen auf den konkreten Sachverhalt -Reise in den Iran- und darauf aufbauend meine grundsätzliche Meinung zur Vertretbarkeit, ja sogar zum Wünschenswerten von Reisen Jugendlicher (!!) in nicht-demokratische, nicht rechtstaatliche verfaßte Staaten zu bekunden, dann habe ich mich dabei bewußt nicht nach der Motivation der Jugendlichen gefragt, geschweige denn, mich mit ihr kritisch auseinandergesetzt, denn Jeder weiß aus eigener Erfahrung, daß das Erlebte, daß die Wahrnehmung "vor Ort" aus dem Denken, dem Nachdenken nicht verbannt werden kann -das gilt für positive und für negative Wahrnehmungen und für die gedanklichen Konsequenzen daraus-, egal, aus welchen Gründen und in welcher Absicht "man" die Reise angetreten ist. Ich erinnere daran, aus welch unterschiedlichen Erwägungen "Linke aus Europa und "Rechte aus Europa" z.B. Kuba besucht haben und daß niemand von ihnen das Erlebte, das Wahrgenommene vor Ort aus seinem dann folgenden Nachdenken über Kuba zu verdrängen war. . Und allein das rechtfertigt solche Reisen bzw. macht diese wünschenswert, die Tatsache eingeschlossen, daß die Berichte der Reisenden bei den "Zuhause-Gebliebenen" deren Nachdenken über Land und Leute und über die geschilderte politische Verfaßtheit des Reiselandes wesentlich befördern können und Bestandteil des politischen Diksurses werden,, z.B. jetzt und hier der Reisebericht der Grünen-Jugend über ihren Iran-Besuch.

    "Gut so" -meine ich weiterhin.

    (Es mag -auch- an der Art der Information und Kommunikation via Internet liegen, daß einschlägige Reiseberichte und deren Kommentierungen generell "systemimmanent" sprachlich und inhaltlich relativ oberflächlich ausfallen, ausfallen müssen, "einseitig" erscheinen oder "unausgewogen" genannt werden dürfen. Das "stört". Das führt zudem regelmäßig zu vermeidbaren Irritationen und Mißverständnissen, ist aber offenkundig nicht zu ändern. Insofern "tue ich mich schwer damit", mich über Grundsätzliches hinaus detailliert auf konkrete Erkenntnisse/Bewertungen im Reisebericht der Grünen-Jugend einzulassen. Das gilt auch für so manches Detail in einigen Kommentaren-).

  • #53
    Arnold Voss

    Walter, Reisen bilden nicht immer. Erst recht nicht die in Diktaturen. Es fängt schon damit an, dass es dort, im Gegensatz zu Demokratien, nicht bereisbare/besuchbare Bereiche und Menschen gibt. Es geht weiter mit der inhaltlichen Freiheit des Gespächs mit den Menschen die man besuchen kann und der eigenen Verhaltensfreiheit an den Orten, wo diese Menschen leben. Die Kontrolle über diese Menschen wird eben nicht nur direkt mit Waffen und Geheimdiensten sondern auch über die Schere im Kopf ausgeübt.

    Dazu kommt die offizielle Lenkung und Begleitung solcher Reisen durch Vertreter und Beobachter des Regimes, die im Extremfall sehr direkt, ja total sein kann. aber auch wenn sie indirekt und moderat verläuft, nicht ohne Wirkung auf das eigene Verhalten und auf die Auswahl der Ort und der Gesprächspartner ist. Als Angst, etwas falsches zu tun und damit auffällig, oder sogar anstößig, ja straffällig zu werden ist sie je nach Strenge und Brutalität des Systems mehr oder weniger permanent.

    Davor kann man als unpolitisch Reisender in die landschaftliche und städtische Schönheit des Landes flüchten, sofern diese vorhanden oder sogar das Ziel der Reise sind und sich dabei er goße Freundlichkeit der Durschnittsbewohner erfreuen. Als politischer Besucher, der um die Diktatur weiß und das Land bewusst trotzdem bereist, ist das genau nicht mehr, oder nur sehr begrenzt möglich.

    Über die damit verbundenen Ängste, Rücksichtnahmen und Scheren im Kopf fällt in dem Bericht der hier thematisierten grünen Reisegruppe kein Wort. Stattdessen finden man Rationalisierung, Ausflüchte, Geschichtsklitterungen und die völlige Mitleidlosigkeit gegenüber den Opfern des Regimes, deren Leiden hier quasi zur nachvollziehbaren politischen Notwendigkeit erklärt werden. Das ist das Gegenteil von kritischer Auseinandersetzung, ja die Perversion deiner positiven Gedanken zur Notwenidgkeit von Reisen in Länder, deren System nicht den demokratischen Gepflogenheiten entspricht.

  • #54
    Walter Stach

    Arnold,
    ja, aber……

    Jeder, der "in die Fremde reist", egal aus welchem Grunde , kontaktiert mit dem Fremden, mit den Fremden und kann sich dem nicht völlig entziehen, selbst wenn er das will, indem er sich dadurch von der "fremden Umwelt", der ihm nicht genehm erscheinden, z.B. durch den ausschließlichen Aufenthalt in einer "Komfortzone" am Strand".Ich denke, über Letztere reden wir hier nicht.
    Ansonsten bin ich der Meinung, daß jede Reise in die Fremde für die Persönlichkeitsbildung junger Menschen förderlich ist -auch für ihre "Politisierung"-, und dabei schließe ich die Reise in sog. Diktaturen nicht aus; im Gegenteil. Insofern ist die Reise "junger Grüner" in den Iran für mich kein Ärgernis, sondern für mich ein erfreuliches Zeichen für eine lebendige Jugend, für ihren Unternehmensgeist, auch für (politische)Risikobereitschaft.
    Ich denke, daß Jugendlichen nach ihren Reisen eigenständig fähig und willens sind, das Erlebte (politisch)kritisch zu reflektieren und daß sie mit Kritik an ihrer Reise, an ihrem Reisebericht, z.B. wie es hier bei den Ruhrbaronen geschieht, konstruktiv umgehen können. Das schließt die Frage ein, ob sich die Jugendlichen "übermäßig" gegängelt, bevormundet gefühlt haben, ob sie gar unerträglich Angst empfunden haben , z.B. während eines Iran-Besuches. Wenn das so war, und dafür sprechen meine einschlägigen Erfahrungen mit Jugendlichen bei Besuchen in Diktaturen, dann ist gerade dieses Empfinden, dann sind es gerade diese Erfahrungen vor Ort sind für die "politische Bildung" der Jugendlichen von sehr, sehr großer Bedeutung.

    Mir sind jedenfalls Jugendliche "lieber", die in den Iran reisen, nach Russland, nach Kuba, nach.., um dort vor Ort Erkenntnisse zu gewinnen und Erfahrungen zu machen -welcher Art auch immer-, als diejenigen, die ihr lebenlang in…verbringen -z.B, weil aktuell, in Meckl.-Vorpommern, und dort "politisiert" werden.

    Arnold,
    das ist keine Kritik an der Kritik gegenüber dem Reisebericht der "Jungen Grünen". Das soll nicht meine Sache sein. Das hat Sache der kritisierten Jugendlichen zu sein und zu bleiben, auch als Teil ihres Politisierungsprozesses, zu dem bekanntlich -und nicht zuletzt- gehört, daß man lernt, Kritik als Selbstverständlichkeit gelten zu lassen und daß man sich jeder positiv-konstruktiven Kritik zu stellen hat. Ich gehe davon aus, daß das bezüglich der hier geübten Kritik an der Reise -an der Reisevorbereitung ?-, vornehmlich am dem Reisebericht seitens der "jungen Grünen" nicht anders sein wird .
    Ich hoffe -und ich wünsche mir!-, daß sich Jugendliche von derartiger Kritik allerdings nicht davon abhalten lassen, weiterhin "politische Reisen" in Diktaturen zu wagen!

  • #55
    kE

    Ja, Reisen bildet, und es ist gut, dass es viele Jugendliche heute die Möglichkeit haben mit relativ wenig Geld andere Länder zu bereisen.

    Das politische System und die Sicherheitslage sind dabei zu beachten. Wie sicher bin ich, wie sehr muss ich mich "verbiegen", um ein Land zu bereisen, ohne mit den lokalen Gesetzen im Konflikt zu geraten.

    Die Boom-Länder Asiens zeigen, wo der Puls der Zeit schneller schlägt, sie zeigen meistens aber auch recht offensichtlich ihre schlechteren Seiten. Ich würde jedem empfehlen, diese Staaten zu erleben auch wenn die politischen Systeme nicht einer Demokratie nach dem westlichen Muster entsprechen.

    Wer im Urlaub den Sicherheitsmann mit MP im Bus als Begleitung hat, vor dem Hotel auf Sprengstoff durchsucht wird und bei Reisen im Land mehrere militärisch gesicherte Kontrollpunkte passiert, wird schnell merken, wie privieigiert wir sind.
    Auch eine Reiseführerin, die stundenlang über die bösen Taten der Amis berichtet, zeigt sehr offensichtlich, wie nervend Propaganda sein kann.

    DAss viele Länder viele Daten, den Fingerabdruck und den IRis-Scan haben wollen zeigt auch, dass Identifizierungen an Flughäfen für viele Länder möglich sind. Nur Deutschland war nicht in der Lage, einen Bruchteil der Einreisenden eines Weltflughafens an den Grenzen erkennungsdienstlich zu behandeln.

    Reisen bildet. Für die Jugend sind die Erfahrungen wichtig.

    Es bleibt zu hoffen, dass viele Reisende sich im Vorfeld über das Land informieren und auch lernen, hinter den Potemkinsches Dörfern zu schauen.

    Ich überlege mir sehr genau, wo ich hinfahre und wie weit ich bereit bin, mich zu verbiegen.

  • #56
    Thorsten Stumm

    Hier mal dazu, was Exil-Iraner davon halten und wer die Reiseleitung war, der so exaltiert gedankt wurde:

    http://iraniansforum.com/eu/kulturrelativismus-gegen-iranische-freiheitsbewegung-eine-antwort-auf-thees-kalmers-exkulpierenden-erlebnisberich

  • #57
    Helmut Junge

    Ich würde dem Link von Thorsten Stumm (56) sofort ein "like" geben, wenn es diese Funktion hier gäbe.

  • Pingback: #LassDieLeuteReden Extreme VR | weltraumaffen.com

  • #59
    Arthur

    Dies ist ein integraler Bestandteil der Reise, wie Sie sicher wissen. Aber als Teil dieser Tour öffnete ich das Leben anders und fand auch neue Freunde, die auch mit dem Norden und seinen Landschaften begeistert waren <a href="https://poseidonexpeditions.com/de/">https://poseidonexpeditions.com/de/</a>. Tolle Reise!

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