Grüne Contra Langemeyer

Die grüne Fraktion im Regionalverband Ruhr wehrt sich gegen die Versuche des Dortmunder Oberbürgermeisters Gerhard Langemeyer, den Verband in eine Agentur umzuwidmen und einen Städtebund als Alternative zum RVR zu etablieren. Martin Tönnes, Fraktionsvorsitzender der grünen RVR-Fraktion meint: „Der Dortmunder Oberbürgermeister Dr. Langemeyer vertritt inzwischen ohne Rücksicht auf die Interessen der Metropole Ruhr einzig und allein seine eigenen Interessen.“

 

Martin Tönnes, B90/Die Grünen. Foto: Grüne RVR-Fraktion

Pikant wird die Lage durch zwei Punkte. Einmal ist die SPD im RVR in einer Koalition mit den Grünen. Zum anderen arbeitet die SPD auch in Dortmund mit den Grünen zusammen. Auch hier ist Martin Tönnes einer der führenden Köpfe.

„Um als Metropole Ruhr im Wettbewerb mit anderen europäischen Metropolen bestehen zu können, ist jedoch eine regionale Sicht und regionale Kooperation aller 53 Kommunen notwendig. Der von ihm geplante Städtebund geht zu Lasten der kleineren Städte, da ein solches Modell faktisch auf eine Dominanz weniger großer Städte hinauslaufen würde. Damit verabschiedet sich OB Dr. Langemeyer von der regionalen Solidarität in der Metropole Ruhr.“

Auch für Langemeyers Absage an eine einheitliche Regionalplanung und einen eigenen Regierungsbezirk für das Ruhrgebiet haben die Grünen kein Verständnis. „Das Gezerre um die Umweltzone hat erst kürzlich bewiesen, dass die bürokratische Dreiteilung der Region schadet und durch Doppel- oder Dreifachzuständigkeiten immer wieder städteübergreifende Initiativen gehemmt werden“, fährt Tönnes fort. „Und wo steht eigentlich die Ruhr SPD in dieser Diskussion? Erst vor drei Wochen hat sich die SPD-Fraktion einschließlich elf SPD-OberbürgermeisterInnen und SPD-Landräte im RVR gemeinsam mit allen anderen Fraktionen zum Regionalverband als starke regionale Klammer bekannt. Falls dies nicht nur ein Lippenbekenntnis war, ist es nun höchste Zeit zu einer klaren Aussage der Ruhr SPD. Die Störfeuer aus Dortmund müssen endlich ein Ende finden, weil dies dem Verband wie auch der Region massiv schadet.“

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2 Kommentare

  1. #1 | Martin Terjung sagt am 22. März 2008 um 16:01 Uhr

    Pikant ist im Pott, dass man bei dem Thema ?Metropole Ruhr? immer häufiger der Meinung ist, das dieses Gebiet nicht mehr zum Rheinland oder Westfalen gehören soll. Martin Tönnes möchte eine Dreiteilung des Landes, die der Westfale Dr. Langemeyer zu verhindern sucht. Pikant ist es, das Dr. Langemeyer und Martin Tönnes kommen beide aus dem westfälischen Dortmund kommen und in der Stadt zusammen arbeiten.

    Pikant ist es auch, das bei einem Städtebund die Oberbürgermeister und Landräte je eine Stimme hätten. Bei den geplante Städtebund wären die kleineren Städte im Vorteil. Es ist doch ehr anzunehmen, das die Grünen keine Stimme mehr hätten, und nur aus diesem Grund dagegen sind.

  2. #2 | Arnold Voß sagt am 22. März 2008 um 16:52 Uhr

    Herr Terjung, was halten sie davon wenn man in Zukunft allen Neugeborenen in NRW ein kleines, möglichst schmerzlos eingraviertes Brandzeichen verpasst, auf dem jeweils nach Geburtsort Westfale oder Rheinländer steht. Wohlmöglich reichen auch die Buchstaben W und R. Dann geht da niemehr was durcheinander, und selbst wenn diese Menschen außerhalb von Westfalen alt werden, wissen sie immer, was sie eigentlich sind. Bleibt nur noch ein Problem: Was machen wir mit denen, die ein Hälfte ihres Lebens im Rheinland und die andere in Westfalen verbringen?

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