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Gut für den BVB, aber schlecht für den Sport

Foto: BVB

Seit Tagen wurde darüber spekuliert, heute Vormittag hat der BVB es offiziell bestätigt: Der Fußball-Bundesligist aus Dortmund und das Sportunternehmen Puma haben eine Langzeit-Partnerschaft bis zum 30.06.2028 besiegelt.

Die Ausweitung der bestehenden Kooperation zwischen beiden Unternehmen ist für den BVB laut Klubangaben ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Positionierung unter den Spitzenclubs der Bundesliga und den Top15 in Europa.

Gemunkelt wird über eine finanzielle Entlohnung für den Verein ab dem kommenden Sommer in der Höhe von rund 250 Millionen Euro. Das entspricht etwa 30 Millionen pro Spielzeit, was eine Verdreifachung gegenüber den bisher gezahlten Geldern darstellen würde. Beeindruckend!

Das klingt nach einem großen Glück für den Verein. Und als solches wird es von diesem auch nach außen dargestellt:

„Puma ist seit langer Zeit nicht bloß Ausrüster und Sponsor des BVB, sondern auch ein bedeutsamer Aktionär unseres Klubs. Dies zeigt die enorme Identifikation von Puma und seiner Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Unsere Partnerschaft ist gewachsen und geht weit über eine normale Geschäftsbeziehung hinaus. Unserer gemeinsamen Erfolgsgeschichte möchten wir in den kommenden Jahren ein weiteres Kapitel hinzufügen“, wird beispielsweise der Vorsitzende der BVB-Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, in dem Zusammenhang zitiert.

Doch selbst beim BVB-Anhang ist die vermeintlich gute Nachricht des Tags nicht unumstritten. Viele Fans sehen darin ein weiteres Indiz für die weiter fortschreitende Kommerzialisierung im modernen Profifußball, andere sind mit dem aktuellen und zukünftigen Ausrüster an sich nicht glücklich.

Doch während man sich beim BVB am heutigen Tage sicherlich mehrheitlich über das viele für die Zukunft zu erwartende frische Geld freut, ist dieser Deal für die Bundesliga in Gänze und den Großteil der restlichen Fußballwelt in diesem Lande sicherlich keine gute Nachricht.

Diese Dimensionen der finanziellen Unterstützung einiger weniger Klubs unterscheiden sich doch sehr wesentlich von dem, was die große Mehrheit der Vereine aus diesem Bereich erlösen kann. Das Ergebnis dieser Entwicklung wird eine sich immer weiter öffnende sportliche Schere innerhalb der Sportwelt sein.

Vereine, die in diesen Tagen an den Geldtöpfen sitzen, die regelmäßig in der UEFA Champions League auftreten dürfen, die solch lukrative Sponsoren-Deals angeboten bekommen, die sind vermutlich nie wieder einzuholen von Teams, deren Verantwortliche in diesen Tagen nur staunend zusehen können, wie etwa Bayern München oder der BVB die große Kohle ergattern.

So sehr man sich also heute in Dortmund freuen mag, so schlecht sind diese Meldungen auch für die in der Nachbarschaft befindlichen und schon länger vor sich hin darbenden Traditionsteams aus Bochum, Duisburg, Oberhausen oder Essen.

Von Wattenscheid wollen wir an dieser Stelle lieber gar nicht reden, musste die dortige SG09 doch vor wenigen Tagen erst für vergleichsweise fehlende ‚Peanuts‘ die Flügel strecken. Was die ehemaligen Spieler und verbliebenen Fans dort wohl in Anbetracht dieser derzeit rund um den Nachbarn kursierenden Zahlen denken mögen?

 

 

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