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SG Wattenscheid 09: Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel

Seit wenigen Minuten ist es amtlich: Die SG Wattenscheid 09, vor Jahren noch ein ruhmreicher Fußball-Bundesligist, muss ihre erste Mannschaft ab sofort vom Spielbetrieb in Liga 4 zurückziehen.

In einer heute Nachmittag vom Verein verbreiteten Nachricht heißt es: „Bis zuletzt hatten alle auf den „weißen Ritter“ gehofft, der es ermöglicht, den Traditionsverein mit seiner Regionalligamannschaft zu erhalten. Aber sämtliche Gespräche über die künftige finanzielle Unterstützung des Vereins sind leider ohne das gewünschte Ergebnis verlaufen. Es konnten keine Sponsoren gefunden werden, die die notwendige Liquidität für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs bis Jahresende zur Verfügung stellen.“

Damit war das Spiel am vergangenen Wochenende der letzte Auftritt vor vergleichsweise großer Kulisse. Immerhin rund 1.400 Besucher hatten sich gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf noch einmal in der Lohrheide eigefunden, einen 3:0-Erfolg der Gastgeber gesehen und die legendäre Stadionwurst genossen.

„Ich bin sehr enttäuscht, dass es trotz des hohen Engagements vieler Personen aus dem Verein und dessen Umfeld nicht gelungen ist, Sponsoren für die Finanzierung des Spielbetriebs zu gewinnen“, teilte die Insolvenzverwalterin Frau Dr. Anja Commandeur mit.

Alle Spiele, die bisher in der Regionalliga West bereits absolviert wurden, werden annulliert.

Ganz tot ist der Verein jedoch (noch) nicht. Die Jugendabteilung des SG Wattenscheid 09 kann zunächst einmal weiter aufrecht erhalten werden. Eine Gruppe engagierter Privatleute und Unternehmer bringt laut Vereinsmitteilung die notwendigen Mittel auf, um den Spiel- und Trainingsbetrieb der Jugendabteilung mit insgesamt gut 200 Jugendlichen zumindest für die laufende Saison zu sichern. Wie es dann weitergeht, muss abgewartet werden.

Aus der Öffentlichkeit ist der Klub mit dem heutigen Tage jedoch weitestgehend verschwunden, was für Fußballtraditionalisten eine sehr traurige Nachricht ist.

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