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Heute: Festival X im Druckluft in Oberhausen

10481924_676712725770030_4922592401894874452_oHeute Abend veranstaltet das Netzwerk-X für Kunst und Soziales in Kooperation mit dem Druckslufthaus in Oberhausen zum zweiten Mal das Festival-X. In drei Räumen gibt es ab 20 Uhr ein Programm aus Live-Musik, Performance, Theater, Politik und DJ-Sets. Alle Künstler verzichten an diesem Abend auf ihre Gagen, alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, sodass alle etwaigen Spenden den Besetzungsinitiativen des Ruhrgebiets zu Gute kommen können, welche durch selbst organisierte Leerstandsnutzungen von Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch bedroht werden. Und damit die Kulturaktivisten auf möglichen Prozesskosten nicht sitzen bleiben, sammelt das 2012 gegründete und mittlerweile über 40 Initiativen umfassende Kulturnetzwerk Geld. Getreu der ersten These des Netzwerk-X-Programms: „Für Freiräume und Recht auf Stadt – Der öffentliche Raum ist Gestaltungs- und Lebensraum. Er soll und darf bespielt werden. Leerstände drinnen und draußen sind rechtlich blockierte Räume. Blockaden überwinden, Leerstände beleben, auch im Denken!“

Genre-Überkreuzung als Programm

Das Programm der Veranstaltung, die pünktlich um 20 Uhr beginnt und bis in die frühen Morgenstunden geplant ist, folgt dem Prinzip der Genre-Überkreuzungen. Auf dem Veranstaltungsflyer heißt es dazu: „Wir ignorieren alle Dünkel hinsichtlich der Trennung zwischen ‚ausgebildeten’ und ‚dilettantischen’ Künstlern*innen[.] Das FESTIVAL X sorgt für eine zärtliche Konfrontation zwischen allerlei Genres und macht Vorurteilen den Garaus. Es öffnet den Blick für den Einzelfall – was die Kunst ja ausmachen sollte.“

Praktisch bedeutet das, dass es nicht nur eine Überkreuzungen klassischer Darstellungsformen wie Lesung, DJ-Set, Live-Musik und Performance geben wird, sondern auch innerhalb dieser Gattungen werden die Genres aufgebrochen. So folgt etwa auf eine Jazz Darbietung ein Noise Konzert, ein technoides DJ-Set wird durch einen Rap durchbrochen, einer ernsten Lesung folgt ein alberner Klamauk.

Künstler aller Ruhrgebietsstädte – vereinigt euch!

Analog zum marxistische Aufruf an die Proletarier aller Länder, besser gemeinsam gegen die Missstände des Systems aufzustehen als einzeln darin zu zergehen, finden sich im Netzwerk X verschiedenste Kunstschaffende unter dem gemeinsamen Nenner zusammen, das Übermaß an Leerstand im Ruhrgebiet nicht ungenutzt verrotten zu lassen. Und selbst wenn nicht alle Teilnehmer des Festivals ihre Kritik an der Ordnung mit den Mitteln einer eigenmächtigen und damit radikal an bestehenden Rechtsstrukturen rüttelnden Hausbesetzung äußern wollen oder gar befürworten, so kann die Vielfältigkeit des Festivals doch darauf verweisen, dass in den Köpfen zumindest ein gemeinsamer Wunsch danach besteht, niederschwellige experimentelle Räume zuzulassen und leblose Elfenbeintürme einzureißen. Wie Beispielsweise den von der Metropole Ruhr, welcher im Kulturhauptstadtjahr 2010 mit viel Geld erbaut wurde und der sicherlich als leuchtendes Reklameschild oder Alterswohnsitz für gut bezahlte Kulturmanager geeignet ist, den man der Ehrlichkeit halber aber endlich mal dick überstreichen oder gleich im Hochofen einschmelzen sollte.

Das Programm des Abends:

Live:

Schlakks mit Opek & Razzmatazz – Rap
Monophonist – HardBreakChaosSwing
Katastrohia – Noisepop
Grünlich Grau – Progressive Rock
Public Harmony – Improv
The Pott – Improv
Los Patronos – Mexican Punk
Frostitudes – Rock ’n‘ Roll
Rene Dombrowski – Liedermacher
Empty On The Inside – Blackened Hardcore
Frank Niehusmann – Elektro-Akustisches
Stammpublikum – Jazz
Tesk – Ambient
Der Thorsten – Liedermacher
Das weltweite Netzwerk für ein bedingungsloses Grundeinkommen – Performance
Ferne Wo Bist Du – Lesung
Hans Sprungfeld – Lesung
J X ENDE – Klangung

DJs

DJ Hitsmasher – Punk / Rap
DJ Michael Mikovic‘ – Techno
DJ Finkenkraut – Elektro
DJ Team The Good and The Bad & The Ugly – Punk & Trash

DJ Flo Von Bergen – Techno // DJ Jonas Franzenberger – Elektro // DJ MJ:TBC – Punk //DJ INNOS SOL – Trash

Pünktlich um 20 Uhr: RECHT AUF STADT RUHR NETZWERK

Eintrittsspende: 7 € oder nach Belieben mehr

Netzwerk X Homepage

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