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‚Ich bin ja eigentlich Vegetarier…‘



Man, fast wäre es durchgerutscht, aber am heutigen 01. Oktober ist weltweiter ‚Vegetariertag‘! Und das wollen wir doch auch hier bei den Ruhrbaronen zumindest nicht ganz unerwähnt lassen…

Begangen wird der ‚Vegetariertag‘ übrigens bereits seit 1977. Er wurde damals anlässlich des Welt-Vegetarier-Kongresses in Schottland von der „North American Vegetarian Society“ eingeführt, um Vorzüge der vegetarischen Lebensweise bekannter zu machen.

Und da habe ich ja auch gar nichts dagegen, solange ich auch zukünftig noch das Recht habe an jedem Tag auch Fleisch zu essen, wenn ich das möchte. Soll doch möglichst jeder so leben und essen können wie er mag, solange er seine Mitmenschen dabei nicht unnötig einschränkt oder belästigt…

Ich wünsche daher allen Vegetariern heute noch einen schönen Feier- bzw. Gedenktag, werde mir aber heute Abend dann trotzdem mein Schnitzel schmecken lassen…

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40 Kommentare zu “‚Ich bin ja eigentlich Vegetarier…‘

  • #1
    Nansy

    Solange die Diskussion um den Vegetarismus Ideologiefrei geführt wird, ist alles in Ordnung.
    Leider scheint aber gerade „Links“ ein Bedürfnis zur Scharfmacherei zu bestehen, wie diese Aussage zeigt:

    „Aktuell wurde in der Presse besonders eine andere Art von Vegetariertag, nämlich der „Veggie Day“ („Fleischfreier Donnerstag“, „Meatfree Monday“ usw.) thematisiert: das ungeheuerliche Ansinnen, an einem Tag in der Woche in Kantinen etc. keine Leichenteile auf dem Speiseplan zu haben, so dass die, die meinen, sie würden tot umfallen wenn sie einmal keine zerstückelten Körper auf dem Teller haben, sich anderweitig versorgen müssen…“

    http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=39140&cHash=fa899be660

    Der Name „Scharf“-links ist da wohl Programm…

  • #2
    Walter Stach

    Robin,

    bin bisher mit enem Crouissant (und viel Marmelade) ausgekommen. Entspricht das den Regeln der Vegetarier? Vermutlich nicht oder?

    Mittlerweile, insofern bewirken Wahlen ja „so nebenbei“ etwas, scheinen auch die engagierten Vegetarierer, z.B. bei den Grünen, der Meinung zu sein, daß man selbstverständlich für Alles werben, für Alles öffentlich kämpfen kann, z.B. für einen Vegetarier-Tag pro Woche, aber das dieses den Staat nichts angeht, sondern ausschließlich der Entscheidung freier Bürgern obliegt.

  • #3
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Walter: Recht hast Du! Das ist Privatsache. Und deshalb bin ich auch gegen diese Bevormundungen. Soll jeder (innerhalb gewisser Grenzen) doch machen könne was er für gut hält. Natürlich kann man auch in die Öffentlichkeit gehen und anderen laut sagen was man für richtig oder falsch hält, und warum. Aber am Ende sollte jeder frei entscheiden können was er trinkt, raucht, oder isst. Zumindest solange er damit niemanden sonst gefährdet oder über die Massen belästigt.

  • #4
    Dummkopf

    „Soll doch möglichst jeder so leben und essen können wie er mag, solange er seine Mitmenschen dabei nicht unnötig einschränkt oder belästigt…“

    Das Leben ist so wunderbar einfach, wenn man es sich nur richtig einfach macht.

    Was ist mit den Rechten anderer, etwa derjenigen, die:

    – das Vergnügen haben, die gesunde Landluft zu geniessen, die ein Schweinemäster so produziert, tagtäglich, mal viel, mal nicht auszuhalten?

    – denen der private (selbst bezahlte) Hausbrunnen stillgelegt wird wegen Nitrit/Nitrat-Eintrag (watt weis ich) der Agrarfabriken.

    Im Ergebnis bekomme ich dann ein Produkt auf den Tisch, nach dessen Verarbeitung ich alles, was damit in Berührung kam, unbedingt desinfektionieren muss! Verstehe gar nicht, das Hühnerfleisch überhaupt noch frei im Handel ist – mindestens aber gehörten hier auch die Zigarretten-Bilder auf die Verpackung oder so was in der Art.

    Sicherlich, etwas kurz die Begründung – aber als Denkansatz sollte es dennoch reichen – nur mal so.

  • #5
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Dummkopf: Hat ja keiner gesagt das das so einfach ist. Aber für Verbote Fleisch zu essen, oder in einer Kneipe zu rauchen, da sehe ich keinen Anlass. Ich würde ja auch keinen Vegetarier zwingen wollen einmal in der Woche Fleisch zu essen. Soll er doch selber entscheiden was er essen mag und was nicht.
    Über die Rahmen- und Produktionsbedingungen kann bzw. muss man sicher diskutieren. Aber das betrifft ja nicht nur das Fleisch. Das betrifft inzwischen fast alle Konsumgüter. Angefangen beim Fleisch, über Eier, Textilien, Kaffee, Früchte und auch Tabak. Trotzdem bin ich grundsätzlich der Meinung, dass man den Menschen schon zugestehen sollte ihre Auswahl der Produkte möglichst ohne Verbote zu treffen. Und es steht ja auch jedem frei Fleisch zu kaufen das liebevoll von Hand und umweltschonend produziert wurde. Man muss ja nicht den billigsten Scheiß aus der ‚Fleischfabrik‘ kaufen. Trotzdem tun das viele. Auch aus finanziellen Gründen. Das kann man denen ja wohl kaum vorwerfen. Die Frage scheint mir generell eher zu sein, wie man die Leute dazu bringt möglichst bewusst einzukaufen. Verbote und Bevormundung sind da bestimmt nicht der beste Weg die Leute zu ‚überzeugen‘.

  • #6
    Walter Stach

    -4-Dummkopf-

    Anhand der von Dir kurz skizzierten Problembereiche wird hinreichend deutlich, daß es im Bereich der Haltung von sog.Schlachtvieh ,im Transport des Viehs, in der Art der Schlachtung, bezüglich der Kontrolle der Fleischverarbeitung usw. gravierende Problem gibt, Probleme, die nicht nur die Tiere unnötig quälen – bei der Haltung, beim Transport, beim Schlachten-, sondern die auch für den Fleischkonsumenten mit erheblichen gesundheitlichen Gefahren verbunden sein können; kurzum: Hier besteht eine Regulierungspflicht für den Staat, die weitgehend unbestritten ist, und der der Staat mehr oder weniger zufriedenstellend nachkommt, auch akzeptiert von den „radikalen Freiheitskämpfern“; von den meisten jedenfalls.

    Etwas ganz Anderes wäre es, wenn der Staat versuchen würde, mit Geboten / Verboten unmittelbar (!!) meine freie Entscheidung zu beeinflussen, ob ich , wann ich, wie viel ich an Fleisch, Gemüse pp. essen dürfte bzw. essen müßte.

    (Soweit ich im nachhinein die Erklärungen der Grünen verstanden habe, wollten auch sie ja kein diesbezügliches staatliches Diktat -ein Tag ohne Fleisch-, sondern lediglich dazu beitragen, diese Idee in das „gesamtgesellschaftliche Bewußtsein“ zu tragen. Aber selbst das sollte m.E. nicht programmtischer Bestandteil des Willens einer Partei sein, weder innerhalb noch außerhalb eines Wahlkampfes, was aber letztlich jede Partei in aller Freiheit für sich zu entscheiden hat, nicht ich.)

  • #7
    amo

    @Robin Patzwaldt
    „Soll doch möglichst jeder so leben und essen können wie er mag, solange er seine Mitmenschen dabei nicht unnötig einschränkt oder belästigt…“
    @Walter STach: „Vegetarier-Tag pro Woche, aber das dieses den Staat nichts angeht, sondern ausschließlich der Entscheidung freier Bürgern obliegt.“
    @Robin Patzwaldt: Reine Privatsache.

    NE, ist es nicht. Keine Privatsache. Die Tötung von Tieren ist nicht Privatsache.

    §20a:
    Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.
    Fassung aufgrund des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Staatsziel Tierschutz) vom 26.07.2002 ( BGBl. I S. 2862) m.W.v. 01.08.2002.

    Ich sehe bei der Massentierhaltung den Tierschutz (artgerechte Haltung, …) nicht annähernd mit anderen Rechten berücksichtigt. Privatsache ist es auf jeden Fall NICHT.

    Wenn der Staat seiner im GG verankerten Pflicht nachkommt, gibt es einen Aufschrei der Mehrheit, weil diese nämlich VIEL BILLIGES Fleisch will.

    p.s. Ein Beitrag des WDR. Die männlichen Kücken werden getötet, weil sie für die Mast nicht profitabel genug sind. Ein Ei würde 4ct mehr kosten.
    Reine Privatsache?
    http://wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2013/0923/scanner_kueken.jsp?ch=live

  • #8
    Blund

    “Soll doch möglichst jeder so leben und essen können wie er mag, solange er seine Mitmenschen dabei nicht unnötig einschränkt oder belästigt…”

    Immer wieder schön, dieses, in meinen Augen sehr kurzsichtige und undurchdachte Argument *Augenroll* – ach, man schränkt also niemanden ein? Was ist mit dem Tier, welches unfassbare Qualen erleidet (Hörner ausreißen oder Hoden abschneiden ohne Betäubung – in einem Schacht auf Gittern stehen, ohne sich umdrehen zu können, uswuf.) – schränkt amn also nicht ein? Es ist unfassbar, wie wenig achtung einem Lebewesen entgegengebracht wird. Fleischessen, gut und schön (naja…) aber nicht mit dem Argument!

  • #9
    Klaus Lohmann

    Wenn ein sog. (und ebenso gesetzlich geschütztes) Nutztier die Wahl hätte, ob es sich ein halbes Tierleben lang von oberlehrerhaften Linken über das angeblich „richtige“ Leben und die dafür laut Linke/Grüne notwendigen, notfalls vom „Vorsitzenden“ zwangsverordneten Verhaltensweisen vollnöhlen lassen möchte, würde es sich für die andere Wahl entscheiden und zu seinem Schlachter rennen.

    @#7 | amo: Es führt in keinem Lebensbereich zu etwas Sinnvollem, wenn gesellschaftlich akzeptierte Verhaltensweisen wie z.B. das Fleischessen allein aufgrund von Gesetzesverstößen gegen den *Schutz* bedrohter Ressourcen komplett angezweifelt und deren Abschaffung gefordert werden. Das ist politisch ziemlich link (nein, nicht links).

    Solche Gesetzesverstöße in der Massentierhaltung gehören an den Pranger und mit Strafen verfolgt, kein Zweifel. Aber bitte aufgrund der im von Ihnen zitierten Paragraphen explizit erwähnten *Rechtsordnung* und nicht per Bashing, Shitstorming oder spätpubertären Gewaltausbrüchen gegen Sachen oder sogar Menschen.

  • #10
    TuxDerPinguin

    alsoooo…. da muss ne Fleischsteuer her, habe ich mal als Kompromiss herausgelesen.

  • #11
    Dummkopf

    „Die männlichen Kücken werden getötet, weil sie für die Mast nicht profitabel genug sind. Ein Ei würde 4ct mehr kosten.“

    Hmm – Frage mich gerade, wie viele Eier so ein männliches KüKen später mal legen wird?

    Zwei?

    ; – )

  • #12
    of

    @ Robin:

    „Aber am Ende sollte jeder frei entscheiden können was er trinkt, raucht, oder isst.“
    Und wo betrifft ein Veggie-Day in staatlichen Kantinen Deine Wahlfreiheit in deine mitgebrachte Salami oder in der Pommesbude geholte Currywurst zu beißen? Vermutlich wird deine Antwort lauten „aber ich werde in meiner Wahlfreiheit massiv eingeschränkt“. Nun, wenn dies so ist, müsste per Gesetz in jeder Kantine veganes Essen eingeführt werden um Vegetarier und Veganer nicht in ihrer Wahlfreiheit einzuschränken.

  • #13
    Stefan Laurin

    @of: Kneipen für Raucher gibt es ja auch nicht mehr – warum soll es dann vegane Mahlzeiten geben? Sei froh, Du kannst noch die Wurst vom Pommes-Currywurst-Teller abkratzen. Ich muss dank der Grünen in den Regen…

  • #14
    Nansy

    Mißstände in der Tierhaltung werden hier von sogn. Tierschützern als Hebel für ihre Vorstellungen von einer besseren Welt benutzt. Mißstände kann man, wenn man will und gesellschaftlicher Konsens besteht, abstellen.

    Es ist bezeichnend, dass sich die Weltverbesserer nur auf Mißstände in der Tierhaltung kaprizieren, ihnen aber zu den Mißständen in der Lebenmittelproduktion generell wenig einfällt. Ob Kartoffeln inzwischen aufgrund des Herstellungspreises zu einem großen Teil aus Ägypten eingeführt werden, wo sie unter Ausnutzung von wertvollem Grundwasser (dass nicht ersetzt werden kann) in der „Wüste“ angebaut werden, ist bei diesen Leuten kein Thema.
    Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Da wird dann von Verantwortung für die künftigen Generationen gefaselt – natürlich nur auf die Fleischproduktion bezogen. Das alles ist für mich durchsichtig und pha­ri­sä­er­haft….

  • #15
    Walter Stach

    Robin -sh.mein Beitrag -2-,

    habe so eben nach „Schicht-Ende“ zwei kleine (!)Schnitten Bio-Brot gegessen, eine mit Salami eine mit Leberwurst -beide nicht mit dem Bio-Sigel versehen-.
    Und das zu Hause, Stefan -13-, wo ich auch in Ruhe „eine hätte rauchen können“.

    Ich habe dabei nicht an die dafür geschlachteten Tiere gedacht und weder wegen meiner Tat noch wegen meiner Gedankenlosigkeit ein schlechens Gewissen.
    Daß Menschen radikal die Tötung von Tieren jedweder Art ablehnen, respektiere ich.
    Nur müssen diese Menschen zur Kenntnis nehmen, daß sich weltweit Milliarden von Menschen auch von Fleisch ernähren;vielleicht 1 % nicht. Sollen die alle eines vermeintlich Besseren belehrt oder sogar durch den Staat (die Staaten) weltweit zu dem vermeintlich Besseren gezwungen werden?

    Zu den schuldhaft und oft rechtswidrigen Praktiken in der Tierhaltung, dem Tiertransport usw. habe ich unter -6-meine Meinung gesagt und vor allem vesucht klar zu machen, daß es überhaupt kein Widerspruch ist, Fleisch zu essen und sich sehr wohl für den Tierschutz, auch für den Schutz von Schlachtvieh stark zu machen, z.B. für eine artgerechte Haltung, für eine nicht tierquälende Schlachtung.
    Nancy -14-:
    HIer geht es um Fleischessen oder eben nicht oder beispielsweise darum, an einem Tag auf das Essen von Fleisch zu verzichten. Wenn dabei die z.Teil im Vergleich zur Fleischproduktion mindestens ebenso skandalösen Zustände in der übrigen Lebensmittelbranche außen vorbleiben, dann doch nicht wegen „pharisäerhaftem Verhalten von Weltverbessern“, sondern dann ist das lediglich dem von Robin Patzwald augeworfenem Thema geschuldet.

  • #16
    Dummkopf

    „Es ist bezeichnend, dass sich die Weltverbesserer nur auf Mißstände in der Tierhaltung kaprizieren, ihnen aber zu den Mißständen in der Lebenmittelproduktion generell wenig einfällt.“

    Ist das so?

    Jedenfalls halte ich es für logisch, sich zunächst Gedanken über die Viecher vor Ort zu machen, anstatt über irgendeinen Acker in Ägypten zu sinnieren.

    Und überhaupt .. Ägypten?

  • #17
    Klaus Lohmann

    Ui, passend zum Artikel bringt der WDR grad in seiner einzig verbleibenden Sendeberechtigung – dem menschelnden Verbraucherschutz – Tipps fürs Veggie-Dasein.

    Und dieser Irrsinn landet wieder knapp neben jeglicher Verstandes-Regung, wenn industriell hergestelltes, nirgendwo vernünftig überprüftes Eiweißersatzersatzzeugs als Grillwürstchen oder Jagdwurstscheiben verkleidet im Sonnenlicht drapiert wird. Bäh, selbst wenn ich vegetarisch wollte, vergeht mir bei so einer Augenverarsche komplett der Appetit…

  • #18
    Stefan Laurin

    @Klaus: Ich mag keinen Krautsalat und erwarte bald WDR-Sendungen über ein Leben ohne Krautsalat 🙂
    Sauerkraut und Rotkohl esse ich übrigens gerne – vielleicht könnte ich daraus Hippe Lebensmitteldogmen ableiten…

  • #19
    Robin Patzwaldt

    @Walter #15: Richtig. Es geht ja auch nicht darum unbedingt jeden Tag Fleisch zu essen. Das tue ich übrigens auch nicht. Ich esse auch gerne mal vegetarisch. Aber ich möchte mir nicht vorschreiben lassen an welchem Tag, oder gar wie oft. Das soll auch in Zukunft jeder für sich selbst entscheiden dürfen.

  • #20
    Nansy

    @Walter Stach #15:
    Die Antwort auf ihren Kommentar an mich gibt Ihnen frei Haus #16 Dummkopf (ich kann auch nichts für den Nickname)

    @Dummkopf: es geht nicht um das Sinieren über irgendeinen Acker in Ägypten, sondern um die Ausbeutung der Grundwasservorräte für billige Kartoffeln für Deutschland… – ich weiß, das stört Ihre Argumentation 😉

    @OF:
    „Zitat: „Und wo betrifft ein Veggie-Day in staatlichen Kantinen Deine Wahlfreiheit in deine mitgebrachte Salami oder in der Pommesbude geholte Currywurst zu beißen?“

    Sie halten die Menschen wohl für selten naiv – es fängt mit dem Veggie-Day an und dann kommt eine Nachforderung nach der anderen. Wir haben das schon bei den Rauchverboten erlebt – es ging erst langsam los, inzwischen wird als Ziel eine rauchfreie Welt proklamiert.
    Die Menschen bekommen inzwischen immer mehr mit, was missionarischer Eifer für Folgen haben kann.

  • #21
    Blund

    Sehr schade, dass die ewig gleichen „Argumente“ bzw. Titel wie Weltverbesserer, Gutmensch usw. kommen… Ich kann mir das nur mit einer reflexhaften Abwehrhaltung (auch aufgrund der Kenntnis der grauenvollen und mitverursachten Qual) erklären.

  • #22
    Klaus Lohmann

    @#21 | Blund: Ja, ich gestehe, ich habe eine reflexhafte Abwehrhaltung… gegenüber Mitmenschen, die sich massenhaft vorgefertigte Horrorbilder aus den Medien reinziehen, ein wenig altruistisch googeln und dann meinen, sie könnten damit gegenüber dem Rest der Menschheit den OberbesserambestenWisser raushängen lassen.

  • #23
    Stefan Laurin

    @Blund @ Glückpilz: Die größte Qual ist immer noch Eure Kommentare zu lesen. Nansy wird hier nicht beleidigt. Jammert woanders. Und klar – ich mag auch Tiere. Vor allem mit der richtigen Sauce 🙂

  • #24
    amo

    @Klaus Lohmann#11

    Ich habe versucht in meinem Beitrag klar zu stellen, dass gemäß unseres GG§20a es NICHT Privatsache, sondern Staatsache ist, WIE mit Tieren umzugehen ist.
    Fleisch zu niedrigsten Produktionskosten ist nicht Staatsziel, auch wenn es die Mehrheit vielleicht möchte.
    Es ist nicht Privatsache, unter welchen Mindeststandard Fleisch produziert wird, sondern Staatsaufgabe. Wenn der Bundestag sich damit auseinandersetzt, ist das nicht oberlehrerhaft sondern aufgabenbewusst. Es meiner Menung nach vollkommen in Ordnung, darüber nachzudenken, wie mit weniger Leid von Tieren die Ernährung der Bundesbürger erfolgen kann.

  • #25
    Dummkopf

    #20 | Nansy

    „es geht nicht um das Sinieren über irgendeinen Acker in Ägypten, sondern um die Ausbeutung der Grundwasservorräte für billige Kartoffeln für Deutschland… – ich weiß, das stört Ihre Argumentation“

    Wenn es unbedingt ums Grundwasser gehen soll, dann würde ich mich zunächst mal mit Spanien und der dortigen Gemüseproduktion beschäftigen, bevor ich mir einen Kopf über Ägypten? mache!

    PS.: Da das Erzeugerland regelmäßig auf der Verpackung steht, ist es mir ein leichtes, Niederländische Gemüse zu kaufen.

    PPS.: BVB 1:0 /Lewa

  • #26
    amo

    @Nansy#14

    Wer von „Verantwortung für künftige Generationen faselt“ ist das Grundgesetz. In dem von mir zitierten Passus ist der Schutz der Tiere als Staatsziel verankert.
    Das sollte doch schon Konsens sein, auch wenn es für manche zu oberlehrerhaft ist.

  • #27
    Puck

    @Dummkopf #16
    Sie sollen sich nicht Gedanken über einen Acker machen, sondern um die Menschen in Ägypten, denen das Grundwasser ausgeht! Und wenn Sie schon dabei sind vielleicht auch über die Bedingungen, unter denen von rechtlosen afrikanischen Flüchtlingen Gemüse in Spanien geerntet wird.
    Sie könnten auch mal darüber sinnieren, warum Kaffee das einzige Produkt ist, dessen Preis sich in den letzten 50 Jahren halbiert hat (in absoluten Zahlen, wenn man die Inflation mitrechnet kostet Kaffee heute nur noch einen Bruchteil dessen, was „Bohnenkaffee“ in den 50ern kostete).
    Es sei auch die Frage erlaubt, ob die Schoki noch so gut schmeckt, wenn man in Betracht zieht, daß die Kakaobohnen mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit von Kindern geerntet wurden.
    Ethik ist ein bißchen mehr als Tierschutz – gegen den im übrigen keiner was zu haben scheint.

  • #28
    Dummkopf

    #27 | Puck

    Im Gegensatz zu Ihnen sind meine Schultern nicht breit genug, um mir all das Elend dieser Welt aufzuladen.

    Und wenn Sie künftig auch auf spanisches Gemüse verzichten, sind waa schon zu zweit.

    Und haben deutlich mehr erreicht, als Sie mit Lamento allein.

  • #29
    Puck

    @Amo
    Meinen Sie tatsächlich, daß mit einem „Veggie-Day“ das Leid der Tiere gelindert wird?
    Daß die Bedingungen der (konventionellen) Tiermast oftmals zum Himmel schreien, ist unbestritten – auch wenn von Tierschützern grundsätzlich nur die ganz üblen Fälle dokumentiert werden, die eben nicht der Normalfall sind.

    Man könnte ganz allgemein mal die Gesetze zur Herstellung von Lebensmitteln in Deutschland hinterfragen, wieso Erbeerjoghurt verkauft werden darf, in dem nicht eine einzige Erdbeere enthalten ist, „Analogkäse“ und „Formschinken“ auf der Pizza sein dürfen und das Pferdefleisch dürfte bei genauer Betrachtung der Zutatenliste das geringeste Problem in der Tiefkühllasagne sein. Man kann sich auch fragen, warum auf Lebensmitteln keine aussagekräftigen Nährwertangaben abgedruckt sein müssen, sondern Angaben „pro Portion“, wobei eine „Portion“ frei definiert werden darf…

    Ja, das ist alles was für’s Gesäß, wohl wahr.

    Aber ein Veggie-Day ändert daran überhaupt nichts. Das ist eher eine Nebelkerze, die Engagement vortäuscht, sich aber bei näherem Hinsehen als Wichtigtuerei und Selbstgefälligkeit heraus stellt.

  • #30
    Puck

    @Dummkopf #28

    Verstehe, Sie setzten Prioritäten.
    Ich auch.
    Allerdings ist mir der Unterschied zwischen Tierschutz und Menschenverachtung bekannt.

  • #31
    Klaus Lohmann

    @#24 | amo: Ok, dann ist es halt nicht meine Privatsache, wie ich solche Dinge betrachte und welchen Aufwand ich persönlich betreibe, um die Missstände anzuprangern. Lassen wir’s also vom Herrn Grundgesetz lösen, dieses Problem. Ich hol mir solange Chipse und Mettenden…

  • #32
    Klaus Lohmann

    @#29 | Puck:
    „wieso Erbeerjoghurt verkauft werden darf, in dem nicht eine einzige Erdbeere enthalten ist“

    Weil auch Autos mit fantasievollen Verbrauchszahlen verkauft werden, von denen nicht eine einzige Messung was mit Realität zu tun hat? Weil neue DSL-Anschlüsse mit Mondzahlen über angeblich erreichbaren Bandbreitendurchsatz verkauft werden? Weil wir unsere Konsumenten-Mündigkeit an dummschwatzende Politiker und an den WDR verkauft haben?

  • #33
    Thorsten Stumm

    Also ich habe gestern in der Pommesbude meines Vertrauens zum erstenmal vegane Pommes mit Currysauce gegessen. War lecker wie immer…..

  • #34
    amo

    @puck#29

    Ich habe zum „Veggie-Day“ nichts gesagt und man erkennt sehr leicht, dass damit dem Tierschutz mit dieser Aktion nicht sehr geholfen wird.
    Nur das Argument, der Staat solle sich doch da bitte raus halten, ist absolut nicht zutreffend. Er hat die Pflicht, sich in der legislativen und exekutiven Gewalt darum zu kümmern. Wenn die Misstände groß sind, kann „zu wenig Kontrolleuere aus Kostengründen“ kein treffendes Argument sein.
    Es ist nicht die Sache von den beschimpften „Gutmenschen“, „Oberlehrern“, „Weltverbesserern“ etwas für den Tierschutz zu tun, weil es Privatsache wäre, wie meine tierische Nahrung auf den Tisch kommt. Die Frage, soll der Staat sich darum kümmern, stellt sich nicht, ist nicht diskutabel.
    Wenn Frau Aigner in ihrem Ministerium nur die Interessen der Bauern im Auge hatte, hat sie eine wesentliche Aufgabe nicht Ernst genommen.

  • #35
    Nansy

    @Amo#34:
    Die Idee, es sei nicht Privatsache, WIE meine tierische Nahrung auf den Tisch kommt, führt in die Irre. Ich – oder andere – sind immer noch frei in der Entscheidung, gegen welche Mißstände ich etwas zu tun gedenke. @“Dummkopf“ hat das in seiner drastischen Art so ausgedrückt: „Im Gegensatz zu Ihnen sind meine Schultern nicht breit genug, um mir all das Elend dieser Welt aufzuladen.“
    Es ist also am Staat, im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben für annehmbare Produktionsbedingungen zu sorgen – und wer sich privat mit guten Argumenten dafür einsetzen will – soll mir willkommen sein.

    Allerdings ist es durchaus Privatsache, WELCHE Nahrung bei mir auf den Tisch kommt! Robin Patzwaldt hat das so ausgedrückt: „Soll doch möglichst jeder so leben und essen können wie er mag“
    Das wird aber immer öfter in Frage gestellt. Bezeichnend dafür ist nicht nur der Versuch, den Verzehr von Fleisch zu einer Angelegenheit zu machen, die angeblich jeden Einzelnen angeht – inklusive Rechtfertigungsdruck für Mischesser.
    Auch andere Themenbereiche, wie Alkoholprobleme in der Gesellschaft, werden zum Anlaß genommen, jeden Einzelnen (ob Alkoholkonsument mit oder ohne Probleme) in die Verantwortung zu nehmen. (Stichworte aus entsprechenden Papieren: „Mindestpreise für alkoholische Getränke“ oder „Maßnahmen, die dafür sorgen könnten, dass insgesamt weniger Alkohol getrunken wird“). Man sieht also, es geht der WHO und den Alkoholbekämpfern nicht um die Bekämpfung des Mißbrauchs, sondern um den Alkoholkonsum generell.

    Ebenso verhält es sich mit dem Thema Fett, Zucker, Übergewicht. Die WHO hat ja Adipositas inzwischen zur Epidemie erklärt (obwohl der Begriff Epidemie bisher stets mit einer steigenden Anzahl von Neuinfektionen bei infektiösen Krankheiten in Verbindung stand) und versucht das mit geschätzten Horror-Zahlen aus aller Welt zu belegen. Erhöhte Fettsteuern, Verbot von Süßigkeitenwerbung, sind nur einige Stichworte für die Umerziehung aller. Die WHO drückt es so aus: Die Gesellschaft muss bereit sein, erhebliche Veränderungen an ihren kulturellen Wert- und Zielvorstellungen zu allen Aspekten der Nahrungskette, der sozialen Fürsorge, der Freizeitgestaltung und der Umwelt im weiteren Sinne zu akzeptieren“

    Und wenn das nicht reicht? Nun, man ist gewillt von den „Fortschritten“ der Tabakkontrolle zu lernen. Auf der 11. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle (Mittwoch, 4. Dezember 2013) steht auf dem Programm: “10 Jahre Tabakrahmenkonvention, 5 Jahre Aktionsplan Übergewicht – Was ist übertragbar?”
    Es darf vermutet werden, dass hier auch die Strategien der Tabakkontrolle (Denormalisierung, Ausgrenzung u.s.w.) auf ihre Tauglichkeit bei Adipositas abgeklopft werden – “Food – the next tobacco“ !

  • #36
    amo

    @nansy#34

    Das WIE meint natürlich nicht, welche Soße kommt über das Fleisch, sondern WIE findet die Fleischproduktion statt. In dem Sinne ist wie nicht Privatsache, sondern Aufgabe des Staates Rahmenbedingen zu definieren und durchzusetzen. Da sind wir uns einig. Es gilt aber auch – wie ich oben schrieb – dass es kein Recht auf Fleisch zu niedrigsten Preisen gibt und dass im Zweifel einfach der Tierschutz mit Füssen getreten wird, um das zu erreichen. Da ist es nicht Privatsache, das Produkt auszuwählen, einen noch schlechteren Standard hat.

    Beim angesprochenen Thema Alkohol und Tabak gilt ähnliches. Da ist der Jugendschutz eine Aufgabe des Staates. Ein reines Verbot (für Jugendliche) reicht nicht. Da macht der Staat es sich etwas einfach. Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass mit seinen Mittel das Staatsziel erreicht wird.
    Da können auch andere betroffen sein. Beispiel Zigarettenautomaten oder die Überwachung von Alkohol-Verkaufsverboten. In dem Zusammenhang sind auch Verbrauchssteuern und Subventionen (Landwirtschaft) zu sehen.

  • #37
    Stefan Laurin

    @Amo: Genau! Mehr Staat, mehr Zucht, mehr Ordnung. Sonst wird das nix mit „Zäh wie Leder, hart wie Krupp-Stahl und flink wie die Windhunde“…

  • #38
    Alreech

    Nun, der Veggie Day könnte auch gut in eine Schwarz-Grünen Koalition umgesetzt werden.
    Als fleischfreier Freitag.
    Das würde auch die jüdisch-christlichen Grundwerte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stärken, was CDU/CSU begeistern dürfte.

    Und das beste daran: in vielen Katholischen Gegenden ist der fleischfreie Freitag in Kantinen schon lange üblich, so das der Widerstand gering sein dürfte.

  • #39
    Nansy

    @Amo #36:
    Zitat: „Ein reines Verbot (für Jugendliche) reicht nicht. Da macht der Staat es sich etwas einfach. Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass mit seinen Mittel das Staatsziel erreicht wird.“

    Für mich hört sich das irgendwie nach einer Wandlung vom demokratisch-freiheitlichem Rechtsstaat hin zum Totalitarismus an.
    Wiki definiert das so: „Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.“

    Bis jetzt gilt der demokratische Rechtsstaat noch als politisches Gegenmodell zum Totalitarismus – sollte es jetzt tatsächlich möglich sein das eine mit dem anderen zu verbinden?

  • #40
    amo

    Ach so, ist das schon totalitär, wenn gesetzliche Vorgaben kontrolliert werden.
    Z.B.

    ein Lebensmittelproduzent , ob Tierschutzgesetz eingehalten wird,
    ein Kiosk, ob Alkohol- und Zigarettenverkauf an Jugendliche nicht erfolgt,
    Kinder nicht verwarlosen, weil das Jugendamt gemeldet bekommt, ob Pflichtuntersuchungen erfolgt sind.

    @Nansy
    „Totalitarismus (…) in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt“

    Von „alle soziale Verhältnisse“ kann wohl nicht die Rede sein, wenn es um Umwelt-, Jugend- und Tierschutz geht.

    Gesetze kann der Staat viele machen. Durchsetzen muss er sie aber auch.
    Das hat vom Prinzip her nichts mit Totalitarismus zu tun. Reines Totschlagargument.

    @Stefan Laurin.
    Du merkst gar nicht, wie Du den Nationalsozialismus relativierst.

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