Leon Goretzka irrt – Rassismus gibt es natürlich auch in den Stadien des Ruhrgebiets!

Foto: Robin Patzwaldt

Nach dem jüngsten Länderspiel der DFB-Elf am Mittwoch gegen die Auswahl Serbiens war das Sportliche schnell abgehakt. Dass das Testspiel mit 1:1 endete, beschäftigte die Nation nicht lange. Stattdessen wurde über einen üblen Vorfall auf der Tribüne diskutiert.

Nach mehreren rassistischen Äußerungen gegen die Nationalspieler Leroy Sane und Ilkay Gündogan, drehten sich die Debatten im Lande ab Donnerstag in erster Linie um die Problematik der offensichtlich fehlenden Zivilcourage im Lande, nachdem niemand von den Anwesenden die paar Störenfriede in Wolfsburg entsprechend zurechtgewiesen oder gar gestoppt hatte.

Jetzt folgte eine bemerkenswerte Reaktion aus dem Kreise der Deutschen Mannschaft. Der Ex-Schalker Leon Goretzka, seit Sommer bekanntlich in Diensten des FC Bayern München, gab  ein vielbeachtetes Statement heraus.

„Dagegen sollte man aktiv vorgehen“, meinte der Nationalspieler am Freitag auf einer Pressekonferenz des DFB. „Ich kann nur alle aufrufen, mit viel Mut dagegen vorzugehen und solche Leute in die Schranken zu weisen“, so der 24-Jährige, um dann fortzufahren: „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität Schalke, Dortmund oder Bochum. Für uns ist Integration kein Thema, sondern Selbstverständlichkeit.“

Das klingt ja zunächst alles sehr löblich und positiv. Und doch entspricht es leider nicht der Wahrheit. Natürlich geht es der Masse der Fans in dieser Region in erster Linie um den Verein. Woher ein Torschütze stammt, ist den allermeisten zunächst einmal völlig egal.

Und doch ist der Kampf gegen Rassismus eben auch in den Stadien des Ruhrgebiets ein sehr wichtiges Thema. Goretzka irrt, wenn er das Problem in dieser Region nicht vergleichbar ausgeprägt sieht. Jeder der schon ein paar Mal in einem Stadion war hat vergleichbare Vorfälle miterleben müssen.

Ich selber habe über die Jahre in fast jedem Stadion im Lande schon rassistische Äußerungen und Gesänge erdulden müssen. Natürlich auch hier im Revier.

Das Ruhrgebiet diesbezüglich als eine Gegend der Glückseligkeit zu preisen mag von Goretzka grundsätzlich nett gemeint sein, doch ist es schlicht falsch.

Auch im Ruhrgebiet ist beim Kampf gegen Rassismus in den Stadien viel Zivilcourage gefordert, braucht es große Entschlossenheit und Mut um vergleichbare Aktionen zu ächten und aktiv zu bekämpfen. Wolfsburg ist diesbezüglich überall. Leider!

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3 Kommentare

  1. #1 | Yilmaz sagt am 23. März 2019 um 08:41 Uhr

    Die Moral von der Geschichte: Geh nicht mehr zum Fußball, denn das Stadion sitzt voller Spitzel, die dich für jede Äußerung anzeigen, die du in der „Hitze des Gefechts“ abläßt.

    Also liebe Fußballfans schön brav das Maul halten oder frenetisch jubeln, was anderes ist nicht mehr.

  2. #2 | thomas weigle sagt am 23. März 2019 um 10:44 Uhr

    Immerhin gibt es auch unter Fans eine Gegenbewegung, die sich klar gegen Rassisten und Rassismus stellt. Was die rassistischen Deppen angeht, so gilt halt, dass die Doofen nicht alle werden.
    @ Yilmaz Du hast hier schon deutlich überlegter argumentiert.

  3. #3 | Nationalspieler Leon Goretzka offenbart erneut seine Naivität, wenn es um Politik geht | Ruhrbarone sagt am 21. Dezember 2020 um 16:36 Uhr

    […] Frühjahr 2019 erst gab Goretzka nach mehreren rassistischen Äußerungen gegen die Nationalspieler Leroy Sane und […]

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