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Löw, Bierhoff, Gündogan, Özil & Co. haben noch immer nicht verstanden!

Ilkay Gündogan noch im BVB-Dress. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Die DFB-Elf blamierte sich am Freitagabend in Leverkusen durch ein klägliches 2:1 im letzten Testspiel vor der Fußball-WM 2018 in Russland. Es war nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Serie zwar erstmals wieder ein Sieg, doch das Spiel selber schloss sich den zuletzt dürftigen Leistungen nahtlos an. Von einer Verbesserung war nichts zu erkennen. Selbst gegen diesen Gegner nicht. Nun gut. Aber lassen wir das an dieser Stelle, denn das Thema des Abends sollte ohnehin ein ganz anderes werden.

Als der Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan, der zuletzt mit einer unschönen Foto-Affäre, als er sich gemeinsam mit dem Türkischen Präsidenten Erdogan ablichten ließ und diesem gar ein Trikot mit Widmung für ‚meinen Präsidenten‘ übergab, wiederholt negativ auf sich aufmerksam machte, eingewechselt wurde, da setzte es Pfiffe von den Rängen. Und das trotz der unverhohlen geäußerten ‚Aufforderung‘ von Manager Bierhoff bei der Pressekonferenz im Trainingslager in Südtirol, diese Angelegenheit doch jetzt bitteschön besser sofort zu beenden.

Löw versuchte am Freitag, als er die negativen Reaktionen des Publikums auf den umstrittenen Einwechselspieler wahrnahm, zu besänftigen, forderte durch klare Gesten sogar aktiv dazu auf, Gündogan doch bitteschön mit dem sonst üblichen Applaus zu begrüßen. Die Leverkusener pfiffen ihn jedoch auch danach bei jedem Ballkontakt deutlich wahrnehmbar aus.

Anschließend wurde quasi jeder Mitspieler dazu befragt, alle Team-Vertreter waren bemüht den Unmut der Fans für die Zukunft zu vermeiden, warben um Verständnis für Gündogan. Was alle Beteiligten jedoch noch immer nicht kapiert zu haben scheinen: Gündogan hat sich zwar tatsächlich mehrfach zu dem Vorfall mit Erdogan geäußert, versuchte auch durch einen Besuch bei Bundespräsident Steinmeier die Wogen zu glätten, doch entschuldigt hat er sich für sein Verhalten bisher nicht. Das bestätigte Steinmeier kürzlich, als er von diesem Treffen berichtete. Ähnlich ungeschickt verhielt sich der Ex-BVB-Profi ja schon bei seinem Wechsel aus Dortmund hin zu Manchester City. Er vermied klare Aussagen und Bekenntnisse zum BVB, pokerte über Monate, ließ sich alle Türen offen. Ein Verhalten, was jetzt wieder zu erkennen ist.

Klare Aussagen sind offenbar nicht sein Ding. Und genau wie damals bei seinem von vielen als unerträglich empfundenen Abgang aus dem Ruhrgebiet, vermeidet Gündogan in diesem Fall erneut wieder eine deutliche Aussage. Das Ergebnis ist vergleichbar: Er verspielt so die Gunst der Fans!

Wenn Löw, Bierhoff & Co. jetzt wiederholt öffentlich fragen, was Gündogan denn bitteschön noch tun solle um sich die Anerkennung der Leute zurück zu verdienen, dann sollten sie eine Entschuldigung und klare Worte in Erwägung ziehen. Denn die gab es bisher nicht.

Vermutlich wird es diese von beiden Beteiligten auch nicht geben, denn dann würden Ozil (der am Freitag gar nicht zum Einsatz kam, den Pfiffen somit entkam) und Gündogan vermutlich zwischen alle Stühle geraten, da sie sich dann quasi zwangsläufig indirekt von ihren türkischen Wurzeln distanzieren würden. Zumindest in den Augen vieler Türken und Erdogan-Anhänger.

Man sieht, der durch dieses Foto angerichtete (völlig unnötige) Schaden ist weitaus größer als es dem DFB-Team recht sein kann. Da nützt alles Wegwünschen und Kleinreden der Beteiligten nichts mehr. Der Schaden ist bereits angerichtet und dürfte sich ohne eine tatsächliche Klarstellung nicht so schnell reparieren lassen. Wenn es dafür nicht inzwischen eh längst zu spät ist in den Augen vieler Anhänger der DFB-Elf…

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56 Kommentare zu “Löw, Bierhoff, Gündogan, Özil & Co. haben noch immer nicht verstanden!

  • #1
    KlausW

    Das Problem vieler Fans der deutschen Nationalmannschaft ist nicht der Phototermin mit Erdogan. Das ist willkommener Anlass, den
    Gündogans, Özils Boatengs , Khediras und Rüdigers im Nationaldress -Sane und Tah sind ja schon nach Hause geschickt worden – endlich mal zu zeigen, dass man eigentlich der Auffassung ist, dass sie keine "richtigen" Deutschen im schönen weißen Dress der Nationalmannschaft sind.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @KlausW: Das mag dazu kommen. Keine Frage. Aber selbst mich stört das Verhalten in diesem Fall, und ich bin in Sachen Nationalmannschaften seit eh und je wenig engagiert. Die ist mir fast völlig egal, ehrlich gesagt.

    Von mir aus könnte z.B. der BVB mit 11 Ausländern auflaufen. Nur ein Mindestmass an Identifikation mit der eigenen Mannschaft/Stadt erwartet man ja schon. Und so ist das wohl auch, wenn ein Spieler für eine Nationalmannschaft aufläuft. Wenn das zweifelhaft wird, dann geraten Spieler schnell in Ungnade. Ist Gündogan ja jetzt schon sowohl beim BVB als auch im DFB-Dress passiert. Zufall?

  • #3
    Bochumer

    Die Pfiffe sind meiner Ansicht nach motiviert durch die Wurzeln der Spieler. Jetzt darf der dumpfe Nationalismus raus. Es geht da nicht um Demokratie oder Vereinswechsel-Spiele.
    Die öffentliche Debatte um die "Affäre" ist auch unerträglich. Als ob man sich tatsächlich zwischen zwei Nationen entscheiden muss, wenn man Zuwanderer ist. Man kann da doch nicht nen Knopf umlegen. Ich lebe auch im Rheinland und bin trotzdem VfL-Fan und finde Karneval beschissen. Warum man als Zuwanderer nun eine Affinität zu Steindingsbums haben soll, erschließt sich mir nicht. Ist jedenfalls nicht mein Präsident – trotz deutschester Wurzeln.
    Aber so komplizierte Gedanken machen sich die pfeiffenden Deppen im Stadion sicher nicht. Die sind froh, dass sie Spieler mit türkischen Wurzeln ausbuhen können. Wenn sich Müller mit Gauland getroffen hätte, wäre es ihnen vermutlich egal. Die suchen sich bald die nächste Elfjährige, der sie das Kopftuch runterziehen können – so wie neulich die "Helden" in Osnabrück.

  • #4
    Helmut Junge

    Einige schlechte Spiele gab es zeitlich schon vor dem Erdogantreffen einiger Mannschaftsmitglieder.
    Die hatte nicht nur ich allein als merkwürdig schlecht eingestuft. Die Sache mit Gündogan und Özil kam später noch dazu.
    Nur was sollen Löw und Bierhoff denn jetzt machen? Die Bandbreite an Vorwürfen, die nach der Vorrunde laut werden könnten, wird viele sich gegenseitig ausschließende Unterstellungen umfassen.
    Ob Löw sie rausnimmt oder drinläßt. alles wird kritisiert und Löw wird dann Trainer in den USA oder in Dortmund.
    Robin, du wirst dich jedenfalls voll auf die sportlichen Ereignisse bei der Tour de France konzentrieren können. Die Zeit wirst du dann haben, und ich freu mich schon drauf.

  • #5
    ke

    Es ist für mich eine Sache, sich mit einem andere Staatspräsidenten ablichten zu lassen, aber eine Trikotübergabe mit dem Spruch
    "Mit Respekt für meinen Präsidenten."
    (http://www.spiegel.de/sport/fussball/mesut-oezil-und-ilkay-guendogan-treffen-recep-tayyip-erdogan-a-1207631.html)
    ist für mich ein No-go.
    Ähnliche Konstellationen wären auch für jeden Vorortclub ein Nogo.
    Bierhoff hat "Die Mannschaft" ins Leben gerufen, d.h. Nationalmannschaft war nicht mehr so wichtig.
    Dieser Fall und insbesondere auch die Reaktionen der Verantwortlichen hat ein Niveau erreicht, das einfach nicht mehr vermittelbar ist.
    Es ist doch schon ein Wunder, dass überhaupt so viele Menschen im Stadion waren.

    Was passiert wohl, wenn ein Mitglied des Vorstands vom DAX – Unternehmen A sich mit dem CEO eines Konkurrenten fotografieren ließen und ihm einen Teller mit der Aufschrift ""Mit Respekt für meinen CEO." übergeben würde.

    BTW: Ich hätte Sane sehr gerne gesehen und kann Löws Entscheidung, diesen jungen Mega Spieler nicht mitzunehmen, nicht nachvollziehen.

  • #6
    ke

    @4: Löw Trainer in Dortmund?

    Da würde ich meinen Einsatz eher auf das Zufrieren der Hölle setzen.

  • #7
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @ke: Die Kaderzusammenstellungen von Löw finde ich traditionell ’schräg‘. Bisher hatte er jedoch stets Erfolg damit. Wenn sich das mal ändert, dann wird es spannend. Angriffsflächen bietet auch dieser Kader wieder mehr als genug. Die Geschichte mit Petersen ist ja nicht minder sinnlos. Erst nominiert er ihn, sagt er könne der große Überraschungsfaktor für die Gegner sein, weil er vergleichsweise unbekannt sei usw.. Und dann streich er ihn noch vor dem Turnier?

  • #8
    yohak

    "Klare Aussagen sind offenbar nicht sein Ding. Und genau wie damals bei seinem von vielen als unerträglich empfundenen Abgang aus dem Ruhrgebiet, vermeidet Gündogan in diesem Fall erneut wieder eine deutliche Aussage. "
    Man könnte sagen, er merkelt sich so durch. Insofern ist er ja dann doch gut integriert.

  • #9
    Walter Stach

    Robin,
    ein nationaler Aufschrei, weil Gündogan, weil Ozil……?????

    Wenn Löw die aus seiner Sicht -nicht immer ist das auch meine- geeignetsten Fußballer für die DFB-Auswahl (!!) nominiert, dann interessieren ihn nicht deren Hautfarbe, deren politischer Gesinnung, die Religion , ihr Verhältnis/ihr Verhalten , wenn es um Nationales geht, sondern ihre fußballerischen Qualitäten -als Einzelspieler, im Mannschaftsgefüge-. Und nur daran wird er "gemessen", nur danach wird er "beurteilt" werden, wenn……..( die DFB-Auswahl "frühzeitig" ausscheidet oder ins Endspiel kommt und dann…..), jedenfalls seitens der großen Mehrheit derjenige, die in Deutschland, in Europa, die weltweit Fans des Fußball-Sportes sind. Und das ist auch " gut so".
    Persönlich urteile, bewerte ich die DFB-Auswahl primär danach, ob sie während der WM Durchschnittliches oder nur Unterdurchschnittliches oder ob sie Überdurchschnittliches im Vergleich mit den anderen Teilnehmern und im Vergleich mit bisherigen WM-Auftritten zu leisten verrmag.
    Insofern ist für mich auch nicht entscheidend, ob das Halbfinale, ob das Finale erreicht oder gar der WM-Titel gewonnen werden wird. Und wenn darauf bezogen (!!) hinterher darüber diskutiert wird, ob es insofern "richtig" war, mit Özil, Gündogan oder ohne die beiden zu spielen -ganz oder teilweise- , dann bin ich dabei, aber nicht , wenn es hier und heute um deren nationale Gesinnung geht.

    PS
    Als Fußball-Fan fasziniert mich während eines "großen" Spieles die Leistung der Mannschaften und dabei nicht zuletzt die dann und wann überragenden Leistungen einzelner Akteure .
    Während eines solchen Spieles bin ich unfähig, über das "Gute/das Böse" in dem Land nachzudenken, aus dem die jeweilige Auswahl stammt, ob ich die dortige Gesellschafts- / Staatsordnung "für gut oder für schlecht" halte ob ich den einen oder anderen Akteur "menschlich sympathisch" finde, ob ich die Millionengehälter für gerechtfertigt halte oder ob und wie sich einzelne Akteure "in politischen Angelegenheiten" positionieren.
    Wenn ich z.B. gestern in Leverkusen gewesen wäre, hätte mich ausschließlich die Leistung von Gündogan interessiert, auch mit Blick darauf, ob er in die sog. erste Elf der DFB-Auswahl gehört oder nur auf die "Reserverbank" oder ganz und gar nicht in die DFB-Auswahl und überhaupt nicht meine pers./politische Bewertung seines "Auftrittes" mit Erdogan.

    Schon interessant, daß für "Einige" unter den Zuschauern in Leverkusen der Özil/Gündogan Auftritt mit Erdogan Anlass zu lautstarkem Mißfallensbekundugen gegenüber Gündogan Anlass war, und zwar von Menschen, die, so vermute ich es, bisher keinen Anlass sahen, lautstark, demonstrativ, öffentlich der Kanzlerin ihr Mißfallen zu bekunden, wegen ihrer " stets freundlichen Begrüßung Erdogans während ihrer Türkei-Besuche oder wegen ihres Flüchtlings-Deals mit Erdogan.

    Also:
    Ein mich irritierendes Verhalten von Fußball-Fans während eines Fußball-Spieles.

    Ein mich irritierendes Verhalten "politischer Menschen", wenn sie sich "ansonsten "zum merkelschen Türkei-Politik im allgemeinen und zu ihrem konkreten Umgang mit Erdogan "so gut wie gar nicht" öffentlich positionieren.

    Fazit:
    Was eine nationale Gesinnung -eine nationalistische?- doch so alles zu bewirken oder eben nicht zu bewirken vermag und was ich "so oder so" als Fußball-Fan und als "politscher Mensch" zur Kenntnis nehme in dem festen Willen, das Eine von dem Anderen yu trennen.

    Oder fanden die Fans in Leverkusen das spielerische Niveau so schlecht, , dass sie sich irgendwie ab/aufregen, ihren Umut an wen, an was auch immer auslassen mussten ……….verstaendlich!

  • #10
    discipulussenecae

    Es geht doch nicht darum, daß deutsche Vollidioten nur eine Nationalmannschaft akzeptieren wollen, deren Spieler auf die Namen Karl-Heinz, Klaus-Dieter oder Heinz-Hermann hören. Es geht allein darum, daß Ilkay Gündogan einen antidemokratischen Präfaschisten hofiert und als seinen verehrten Präsidenten bezeichnet hat. Und natürlich wird er sich nicht entschuldigen, weil er wohl groß in ein Immobiliengeschäft in Istanbul einsteigen will, und diese Investition – sollte er sich Erdogans Unwillen zuziehen – sehr wahrscheinlich abschreiben könnte.

    Das dümmlich bornierte Dauerschweigen von Mesut Ösil kann mann nur schulterzuckend zur Kenntnis nehmen. Es gab ja auch Figuren wie Thomas Berthold, Christian Ziege oder Carsten Ramelow, deren Namen heute nur noch Fachleute kennen …

    Aber was wäre hier wohl los, wenn ein Nationalspieler mit US-Wurzeln ein gleichlautend beschriebenes T-Shirt an Donald. J. Trump überreichen würde?

  • #11
    Thorsten Stumm

    Pfiffe als Ausdruck deutschen Nationalstolz……naja….für mich sind die beiden deshalb unten durch weil sich mit einem Autokraten fotografieren lassen der ein profachistisches Regime getrieben von Überhöhung des Türkentums errichtet, Oppostionspolitiker zb. der HDP und Journalisten verhaften lässt, die Presssefreiheit abschafft etc……das ist der Skandal und jeden Pfiff wert. Was wäre bloss los wenn ein Spieler des DFB zugibt AFD zu wählen……ob der jemals wieder spielen würde…….aber Diktarorenfreunde im Nationaldress….kein Problem.

  • #12
    Lemm

    Hat mal einer darüber nachgedacht das daß alles freiwillig war. Auf dem Foto sieht das sehr gequält aus. Es mag Leute geben die alles tun um eine gute Presse zubekommen.

  • #13
    Klaus Lohmann

    Die Agentur der Beiden, über deren Schiene der Fototermin wohl zustande kam und in der Familienangehörige von Özil und Gündogan beschäftigt sind (daher wohl der Agenturname "Family & Football"), hat sich mittlerweile im Focus geäußert:
    https://www.focus.de/sport/fussball/harun-arslan-beraet-auch-loew-berater-von-oezil-und-guendogan-verraet-hintergruende-des-erdogan-besuchs_id_9054755.html

    Die gedrechselte Begründung für eine Nicht-Absage des Fototermins aus "kultureller Andersdefinition" und die unverwüstliche Einstellung des Agenturchefs zu den "Segnungen" Erdogans für die Türkei – ausgerechnet in der heißen Wahlkampfphase – machen deutlich, dass hier nichts anderes als Wahlkampf für den GröTaZ betrieben wurde und wird.

    Dass Löw und Bierhoff sich jetzt ebenso wie kleine Ar…lochfunktionäre verhalten, liegt wohl hauptsächlich daran, dass Löw ebenso wie die Beiden Kunde dieser Agentur ist.

  • #14
    ke

    @13 K Lohmann:
    https://www.focus.de/sport/fussball/wm-2018/rubriken-warum-nationaltrainer-loew-bei-zwei-spielern-befangen-sein-koennte_id_9060972.html

  • #15
    Helmut Junge

    @Thorsten Stumm, ich stimme dir zu. Die Täter werten einen religiös-nationalistischen Anführer auf, und die geprellten sind die Fans, die diese Einstellung ihres Idols jetzt erst nach 10 Jubeljahren entdecken. Was Walter Stach macht, ist eine Täter-Opfer-Umkehrung wie aus dem Lehrbuch.Warum? Vermutlich weil seine ideologische Brille nur diese Richtung sieht.

  • #16
    Thorsten Stumm

    @Helmut Junge
    Ich schätze den Diskurs mit Walter Stach sehr….hier liegt er komplett daneben. Aber das hat er mit seinen SPD Granden wie Gabriel und Steinmeier gemeinsam. aber die haben den Sultan ja auch kräftig aufgerüstet……

  • #17
    Walter Stach

    Helmut,
    "meine idelogische Brille"…….?

    Na, ja…….Das zu kommentieren, wäre der Versuch,……….?! Ich lasse es.

    Ich spitze meine Auffassung zu, wenn ich feststelle, daß Mißfallensbekundungen gestern nichts mit dem Fußball-Sport, aber auch primär nichts mit Politik zu tun haben, z.B. mit einem kritischen Verhalten der "Pfeifen (den)" zum jetzigen deutsch-türkischen Verhältnis, auch nichts mit deren denkbarer kritischer Einstellung zum Verhalten/dem Verhältnis des deutschen Staates zum Erdogan-Regime, mit einer kritischen Einstellung der "Pfeifen(den) zur merkelschen Türkeipolitik, sondern meine, daß sich letztendlich die "Pfeifen(den)" -nicht allesamt- von einem tiefsitzenden Rassimus leiten lassen, dem Gündogan/Öszil -leider- einen Grund geliefert haben, sich öffentlich und offen artikulieren zu können.
    "Nichtdeutschstämmige" in der deutschen N a t i o n a l m a n n- schaft, die sich nicht n a t i o n a l – ko n f o r m verhalten haben: D a s scheint, wenn überhaupt, nur schwer verkraftbar zu sein.

    Wie schon vor einigen Tagen angemerkt:

    Ich sehe nicht den geringsten Anlass -für mich (!!)- , im Auftritt Gündogan-Özil mit Erdogan ein politisches Großereignis zu sehen, das es wert wäre, tagelang die Medien zu beschäftigen oder die "nationalgesinnten" Deutschen oder die europa-, ja sogar weltweit gegen alle(!) Autokraten ausnahmslos und vorbehaltlos ( Trump, Putin, Erdogan…)agierenden Menschen in Deutschland – -auf heftigste protestieren zu lassen gegen Gündogan-Özil.
    Aber…wer will, der soll……..und wird demnächst ,wenn ‚mal wider Seehofer und Söder mit dem Autokraten Orban "poussieren", dem dann uneingeschränkt Beifall spenden können
    Und wenn z.B. ein Müller mit Orban poussieren würde?

    Da der eine Autokrat Muslim, der andere Christ ist, mag das ja erklären, warum man " im Politischen" im Umgang mit den Autokraten dieser Welt mit zweierlei Maß mißt. Das frage ich mich ich allerdings nicht bezogen auf die Pfeifen(den) gestern in Leverkusen,, denn denen ging es mehrheitlich m.E. nicht um….., sondern ….sh.einleitend-.

  • #18
    Arnold Voss

    Ich werde mir kein einziges Spiel dieser Putin-Show ansehen. Die Fußball Mafiosi Truppe organisiert eine weltweite Vermarktungsparty für einen Politmafioso. Da passt der Auftritt von Özil und Gündogan beim Islamofiosi Erdogan perfekt. Fußball in solchen Händen ist keiner mehr.

  • #19
    Helmut Junge

    Walter, wir schätzen den Fall vermutlich (eher ziemlich sicher "unterschiedlich ein. Das passiert häufig beim Thema Erdogan. Aber Trump den keiner mag, mit jemanden vergleichen, der ein großen Teil seiner Landsleute inhaftiert, und kurdische Städte innerhalb der der Türkei bombardieren ließ oder noch läßt, ist m.E. unzulässig.

  • #20
    ke

    Ich bin immer noch der Meinung, dass das dieses Treffen, aus welchen Motiven auch immer, mit dem signierten Trikot in seiner Auswirkung insbesondere vom DFB total unterschätzt wird.

    Ich sehe hier auch nicht "Rassismus" als Ursache. Es geht hier um die alte Nationalmannschaft, das Verhältnis zum türkischen Präsidenten, Loyalität zur Heimat (welche auch immer) und dem DFB, der sich immer mehr von den Fans entfremdet.
    Dann gibt es noch die Berater der handelnden Personen und ihre Interessen.

    Wenn jetzt mal wieder das Thema in Richtung "Alles Rechte", "alles Rassisten" in einigen Kommentaren geht (auch in Zeitungen), zeigt das aus meiner Sicht eher, dass komplexe Zusammenhänge, die nicht gefallen, einfach gelöst werden sollen.

    Noch kritischer betrachte ich es, wenn Mega Start mit Management und jahrelanger Vermarktungserfahrung plötzlich wieder als kleine Jungs, die einen Fehler gemacht haben, verkauft werden.

    Da ist mir das Schweigen von Herrn Özil noch lieber. Denn aktuell war jede Stellungnahme eher peinlich.

    Zur den aktuellen WM-Orten Rußland/Katar?
    Ich muss aktuell immer wieder an den Plaza de Mayo und den Madres de Plaza de Mayo denken.
    Vor wenigen Jahren war dort die Erinnerung an die Verschwundenen und an den Falklandkrieg überall sicht- und spürbar.
    Dann kommt Udo Jürgens mit "Buenos Dias Argentina" und die damalige Reaktion des DFBs.
    https://www.bild.de/politik/ausland/wm/so-gedankenlos-spielten-die-deutschen-die-folter-wm-1978-55884220.bild.html

    Eigentlich sollte die aktuelle Hitzewelle doch an das Sommermärchen 2006 erinnern, aber damals kam die Sonne ja erst mit dem Start der WM. Vielleicht kommt jetzt der Regen.

  • #21
    R. Lange

    Eher zufällig bin ich auf dieser Website hier gelandet und ich kenne mich in dem Thema, über das hier diskutiert wird, bestens aus, wundere mich über den Inhalt des einen oder anderen Kommentares und kann vermutlich einiges zur Aufklärung und einiges an Hintergründen beitragen.

    Das Thema der Integration ist in unserer Gesellschaft sehr wichtig und laut DFB soll ja gerade die Nationalmannschaft für Toleranz und eine gelungene Integration stehen. Wenn das so ist, dann haben der DFB und haben die beiden Spieler diesem wichtigen Thema einen Bärendienst erwiesen. Der DFB steht jetzt da als sehe er das Thema der Integration nur als schmückendes Beiwerk und als werde dem sportlichen Erfolg alles untergeordnet.
    Das Motto lautete, alles kleinreden, verharmlosen, sei halt mal ein Fehler gewesen, aber eine politische Botschaft hätten die Spieler nicht bezweckt, also abhaken, denn es sei ja WM und darauf müsse man sich jetzt konzentrieren, alle Spieler müssten da unterstützt werden.
    Diese fatale Strategie des DFB ist nicht aufgegangen, im Gegenteil, es hat alles nur noch verschlimmert, hat dafür gesorgt, dass das Thema auf dem Tisch bleibt, dass der DFB weiter Glaubwürdigkeit verloren hat und dass das Verhältnis eines Teiles der Fans zu den Spielern Gündogan und Özil belastet ist und bleibt.

    Geradezu sprachlos ist man, wenn man auf das blickt was sich der umstrittene Nationalelf-Manager Bierhoff in den letzten Tagen leistete. Mit unglaublicher Arroganz versuchte er in Basta-Art den Medien vorschreiben zu wollen, das Thema zu beenden ("Es reicht"). Er hat sich so gegeben als könne der DFB bestimmen, über was die Medien berichten und wann sie es gefälligst mit Berichterstattung oder gar Kritik lassen sollten. Das war derart daneben und unglaublich, dass man nur noch am Kopfschütteln ist. Bierhoff ist ein reiner Vermarkter und er will nur Friede-Freude-Eierkuchen haben, eine kritische Berichterstattung ist ihm lästig.

    Um Fremdenfeindlichkeit, wie hier einige meinen, geht es doch gar nicht, jedenfalls nicht bei der deutlichen Mehrheit der Fans.
    Gündogan und Özil sind in Gelsenkirchen geboren, haben nur die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie hätten den Treff mit Erdogan mit Hinweis auf Terminprobleme höflich absagen können, wie das ja ihr Kollege Emre Can gemacht hat. Aber nein, sie wollten den Termin wahrnehmen.
    Beide haben es aber nicht nur bei dem Besuch belassen, sondern hatten handsignierte Trikots vorbereitet, die sie dem Antidemokraten und Despoten übergeben haben. Aber auch das reichte noch nicht, Gündogan hat sogar "Meinem verehrten Präsidenten, hochachtungsvoll" auf das Trikot geschrieben.
    Das war ja kein Versehen, das war bewusst so gemacht. Aber Gündogan hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft, sein Präsident heißt Steinmeier.

    Özil drückt sich bis heute um eine öffentliche Erklärung, ist sogar als einziger Spieler dem Medientag der Nationalmannschaft fern geblieben. Und Gündogan? Der erklärte pauschal, dass er sich zu Deutschland und den Werten bekenne, keine politische Botschaft habe vermitteln wollen. Beim Medientag hat er dann nur mit ausgesuchten und DFB-freundlichen Journalisten gesprochen. Fragen zu den brisanten Dingen, Antworten darauf? Fehlanzeige?
    Die Fans wollen doch von Gündogan wissen, ob er Erdogan tatsächlich als "seinen Präsidenten" ansieht und es gibt noch eine Reihe weiterer Fragen.

    Nach allem, was bisher bekannt ist, muss man sich nicht wundern, dass alle nur rumeiern. Gündogan und Özil sind bewusst hingegangen, sie haben bewusst handsignierte Trikots überreicht, Gündogan sogar mit der Aufschrift "mein Präsident" und beide wussten, dass sich Erdogan im Wahlkampf befindet.
    Der Balkan-Korrespondent der "Welt" hat auch aufgedeckt, dass Gündogan seit Jahren enge Kontakte zur türkischen Politik-Elite pflegt, insbesondere zu Mitgliedern der türkischen Regierungspartei AKP. Unter anderem hat er auch dem Leiter der türkischen Wahlkommission, Sadi Güven, ein handsigniertes Trikot überreicht. Güven steht im Verdacht der Wahlmanipulation zu Gunsten Erdogans.
    Des Weiteren betreibt Gündogan umfangreiche Geschäfte in der Türkei, kaufte zuletzt ein Anwesen vom Staat für mehere Millionen, welches er zusammen mit Angebhörigen als Einkaufszentrum vermarkten möchte.
    Fatih Demireli, der Herausgeber der Fußball-Fachmagazines "Socrates" erklärte kürzlich, Özil und Erdogan hätten sich in den vergangenen Jahren mehrfach in der Türkei getroffen. Die beiden seien gut bekannt und stünden in Kontakt, so Demireli.

    Damit immer noch nicht genug, werden Özil und Gündogan von der selben Agentur beraten und betreut wie Bundestrainer Löw. Der Leiter der Agentur, Harun Arslan, ist türkischstämmig und begleitet Löw schon lange. Außerdem sind Familienmitglieder beider Spieler in der Agentur tätig.
    In einer sehr bemüht verbreiteten Erklärung zum Verhalten der Spieler Gündogan und Özil sagte Arslan unter anderem: "Hinzu kommt, dass die Spieler nicht nur das Bild des Autokraten Erdogan vor Augen haben, sondern sich eben auch an den Erdogan erinnern, der die Türkei über Jahre hinweg modernisiert und für wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt hat."

    Für den DFB und die beiden Spieler ist das ganze doch ein Desaster und dem wichtigen Integrationsthema hat man einen Bärendienst erwiesen. Das Krisenmanagement war und ist katastrophal, hat alles noch schlimmer werden lassen.
    Grindel und Bierhoff haben alles unterschätzt und meinten, man könne, wenn man das als unglücklich und als Fehler bezeichne, aber dann gleich alles verharmlosen, die Öffentlichkeit beschwichtigen und darauf verweisen, dass man sich doch jetzt nur noch auf die WM und auf Fußball konzentrieren solle, alles schnell vom Tisch bekomme. Das war und ist eine schwere Fehleinschätzung.
    Vor allem hat das ganze sehr wohl eine politische Dimesion und angesichts der bekannten Fakten kann niemand behaupten, die Spieler seien da einfach ahnungslos in was hineingeraten und seien sich auch der politischen Bedeutung nicht bewusst gewesen. Das stimmt so eindeutig nicht und Gündogan muss man sogar als clever und intelligent einstufen. Er ist Einser-Abiturient. Auch Özil wusste genau, was er machte, zumal er offenbar schon seit Jahren Kontakte zu Erdogan unterhällt.

    Es sieht so aus als ob jetzt ein sorgsam aufgebautes Kartenhaus des DFB in sich zusammengebrochen ist, was vielleicht auch positives für die Zukunft hat und was bewirken könnte, dass einiges an Heuchelei in Zukunft nicht mehr möglich ist.

  • #22
    Michael

    Wird vermutlich kein Schwein interessieren:

    1. Özil ist nicht die hellste Lampe im Laden.
    2. Das Gündogan mit dem Dardanellen-Despoten poussiert wiegt da schon schwerer.
    3. Die Angelegenheit wird vor allem von Ausländerfeinden genutzt.
    4. Ich habe 20 Euro darauf gesetzt, dass D. nicht unter die letzten vier kommt.
    5. Listen mit ungerader Anzahl von Punkten werden eher gelesen.

  • #23
    R. Lange

    Michael (zu #22), der Hinweis, dass Özil ja nicht die hellste Kerze auf der Torte sei, wird immer mal wieder entschuldigend angeführt. Aber das ist mir zu einfach, das kann man so nicht gelten lassen. Der Mann wird dieses Jahr 30 Jahre alt, ist ein gestandener Spieler, hat bei Real Madrid gespielt und spielt jetzt bei Arsenal, also bei großen internationalen Klubs, ist also auch in der Welt herumgekommen, hat Erfahrungen gesammelt.
    Erschwerend kommt hinzu, dass er der Nationalspieler mit den meisten Facebook-Fans und Twitter-Followern ist. Daraus ergibt sich auch eine Verantwortung, wenn Leute in zweistelliger Millionenhöhe das anschauen, was er auf Facebook oder Twitter verbreitet.
    Und schließlich hat er ja eine erfahrene Berateragentur zur Seite, die unter anderem auch Bundestrainer Löw betreut und berät.

    Gündogan gilt zu Recht als clever und intelligent, ist sogar Einser-Abiturient, wird ebenfalls von der erfahrfenen Agentur beraten und betreut, die Bundestrainer Löw berät und betreut. Er ist auch sehr geschäftstüchtig, gerade auch in der Türkei, nutzt dabei Kontakte zu Vertretern der Regierungspartei AKP. Journalisten berichteten auch schon mehrfach, dass Gündgan bei Interviews von einem ganzen Hofstaat umgeben sei, die Vorgaben machen und filtern, was Gündogan genehm sei und was nicht. Beim Medientag der Nationalmannschaft hat er nur mit wenigen ausgewählen und DFB-freundlichen Journalisten gesprochen, die dann auch die brisantesten Punkte gar nicht angesprochen haben.
    Gündogan wusste ganz genau, was er macht als er zum Treff mit Erdogan gegangen ist und dort ein vorbereitetes Trikot mit der Aufschrift "Meinem verehrten Präsidenten" übergeben hat. Das war ja kein Versehen, sondern Gündogan hat das bewusst so gemacht.

    Dass diese ganze Sache auch von Leuten ausgenutzt wird, die fremdenfeinlich sind, ist klar, aber das lässt sich auch nicht vermeiden. Wichtig ist die Feststellung, dass es der großen Mehrheit der Fans in dieser Frage eben nicht um Fremdenfeindlichkeit geht. Eine kritische Diskussion dazu ist notwendig, auch wenn es Trittbrettfahrer gibt.

    Wie weit die deutsche Mannschaft bei der WM kommt, muss man mal abwarten. Meistens ist Deutschland bei den Turnieren dann doch da und erreicht fast immer mindestens das Halbfinale, ist eben eine Turniermannschaft (= keine Floskel). Als Topfavorit sehe ich sie nicht, aber wenn es gut läuft, könnte es erneut mit mindestens dem Halbfinale klappen. Schon in der Vergangenheit hat die Mannschaft in der Vorbereitung nicht gut ausgesehen und war dann aber doch da. Aus der Situation aktuell lassen sich da keine Rückschlüsse ziehen, auch wenn die große Aufbruchstimmung fehlt.

    Ansonsten verweise ich auf meinen Kommentar unter #21, will mich da nicht wiederholen.

  • #24
    Jiri

    Eigentlich ist mir die deutsche Nationalmannschaft und ihre Fans ja schnurzpiepegal bzw. halte ich inzwischen die Weltmeisterschaften als Schmieröl für den multikulturell durchdringten deutschen Zusammenhalt der kollektiven Arbeitsnehmerschaft in Deutschland, die es halt immer zum Exportweltmeister bringen muss.

    Allerdings sollte man das Pfeifen der Fans wirklich nicht als Rassismus abtun. Es leben nun mal inzwischen Türken seit mehr als 2 Generationen in Deutschland und es ist wirklich objektiv so, dass sich wohl auch viele Türken, die eigentlich einen gewissen Wohlstand ereicht haben sich immer noch in ihre osmanische Schmollecke verziehen, wenn man von Ihnen verlangt, sich zu gewissen Formen des modernen Zusammenlebens zu bekennen, die im Gegensatz zu den autokratischen Strukturen, die dann in der Türkei; Syrien, dem Iran etc. immer auch in anarchische Strukturen umschlagen, eine gewisse Sicherheit des Zusammenlebens in westlichen Ländern garantieren.

    Erdogan ist das Symbol eines autokratischen Führers, unter dessen Regentschaft Türken die Sau raus lassen dürfen und der Mob im Namen Erdgans Oppostionelle denunzieren darf und ungestraft Gewalt gegen Andersdekende ausübt.

    Dass Leute, die erstmal einfach nur Fußball sehen wollen, keine Spieler unterstützen wollen, die solche Autokraten unterstützen, kann ich sehr gut verstehen.

  • #25
    Klaus Lohmann

    Es ist ziemlich naiv, zu behaupten, unter denen, die aktuell bei Özils und Gündogans Anwesenheit auf dem Platz pfeifen, seien keine Nazis, die bewusst unter der Ausnutzung der Medienpräsenz ihren Rassismus kundtun. Ob diese dabei in der Mehrheit sind oder ob sie nur ein paar "Initialpfeifer" sind, ist dabei unerheblich.

  • #26
    Thorsten Stumm

    @Klaus Lohmann
    Mag sein…nur wer die Klappe hält und die Doppelmoral des DFB verteidigt, reiht sich bei den Erdofanboys ein, der die Kurden bombardiert, Journalisten verhaftet, Demo niederknüppelt, die freie Presse abschafft……ziemlich naiv, dass nicht zu sehen……

  • #27
    Helmut Junge

    @Klaus Lohmann, die Zeiten und Ansichten ändern sich. Ich kann mich an Zeiten erinnern, als diejenigen, die das deutsche Spiel lauthals unterstützten, vielen Linken als naziverdächtig erschienen. Einige von denen werden ihre Einstellung auch nicht geändert haben. Denen ist es egal, wie viele Nazis tatsächlich bei den Jublern sind.wer jubelt und wer pfeift, alle in einen Topf. Nur auf die Idee zu kommen, daß das etwas mit dem Verhalten zweier Personen zu tun haben könnte, das bietet sich natürlich überhaupt nicht an. Oder?
    Mir ist die WM überhaupt egal. Aber immer noch besser Sport als Krieg.

  • #28
    Klaus Lohmann

    @Thorsten Stumm:
    Es werden garantiert beide Gruppen anwesend und laut sein. Mir missfällt nur, dies fälschlich als eine Art "Schulterschluss" zwischen Demokraten und Nazis zu interpretieren oder von vornherein eine dieser Gruppen als nicht existent zu betrachten. Rassimus ist und bleibt Bestandteil deutscher Fußball-Fankultur.

  • #29
    Klaus Lohmann

    @Helmut Junge:
    Für die russischen Hooligans *ist* die WM Krieg. Und die Möglichkeit, *ihren* Rassimus und unverhohlenen, von keinem nationalen Verband oder Regierungsmitglied verurteilten Faschismus nach 2016 wieder der großen weiten Welt zu "präsentieren".

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/kampfbereit-russlands-hooligans-fussball-randale-und-politik-102.html

  • #30
    Helmut Junge

    @Klaus Lohmann, wer einen Lada im Winter mit der Kurbel starten kann, hat sicher viel Kraft. Und wenn so einer Hooligan wird, möchte ich nicht in der Nähe sein. Ich habe nämlich nicht geschafft.
    Bin aber auch nicht in der Nähe. Das ist sicherer. Aber die russische Polizei wird auch starke Kerle in ihren Reihen haben. Die werden schon für Ruhe sorgen. Ist doch schließlich ein Polizeistaat. Da erwarte ich doch, daß die sich um solche Fälle kümmert.

  • #31
    Walter Stach

    Helmut -19-
    Erdogan hier und Trump dort.

    1.
    Wenn ich heute -jetzt und hier-darüber nachdenke, wer von den Beiden die "deutschen Interessen" am ehesten, am nachhaltigsten gefährdet, sich ihnen aktiv-kämpferisch am massivsten entgegenstellt, vor allem bezogen auf die "deutsche Wirtschaft", dann führt kein Weg an Trump vorbei. Ich jedenfalls erkenne in allem was er tut -direkt oder indirekt-, das primäre Bemühen, der deutschen Wirtschaft zu schaden- und sehe mich darüber hinaus persönlich mittlerweile "als Staatsbürger eines Landes, das sich ohne große Gegenwehr einer imperialen US-Politik , dem Gehabe der trumpschen USA als Kolonialmacht zu unterwerfen bereit zu sein scheint.
    Braucht Deutschland seiner Interessen wegen einer politischen, wirtschaftlichen Allianz gegen die erdogansche Türkei oder -sofort und ohne Wenn und Aber- eine aktiv-kämpferische Allianz all der Staaten dieser Welt, die nicht bereit sind, sich der trumpschen USA zu unterwerfen?

    2.
    U.a. aufgrund der politischen Problematik, die ich vorab bezogen auf die trumpsche USA umschrieben habe, frage ich mich erneut, warum stattdessen die Causa Gündogan/Özil/Erdogan ein so hohes Maß an öffentlicher Erregung in Deutschland zu erzeugen vermag.
    Ich habe mich leider auch bemüßigt gefühlt, mich diesem Erregungszustand nicht zu verweigern, sondern mich zu dem von Gündogan/Özil produzierten Scheiß -sorry- zu äußern; wer keine Sorgen hat, der……

    3.
    Jeder kann, jeder darf, jeder wird sich auf seine Art mit der Fußball-WM in Russland befassen -sh. u.a. die vorangegangen Beiträge.

    Ich wiederhole meine Positionierung:
    1.
    Als Fußball-Fan, als jemand, für den der Fußball die Lieblingsportart , der aber kein Fan der DFB-Auswahl ist, erwarte ich , daß es in Russland WM-Spiele geben wird -selbstverständlich nicht alle, vermutlich nur einige wenige-, über die die Fußball-Fans weltweit ob ihrer fußballerischen Qualitäten und hoffentlich auch ob ihres dann und wann dramtischen Verlaufes über den Tag hinaus noch lange nach der WM diskutieren werden -ob mit oder ohne DFB-Auwahl ist mir relativ (!) egal. Und darauf freue ich mich.

    2.
    Und während solcher Spiele werde ich dann emotional gar nicht in der Lage sein, darüber nachzudenken, ob……. -sh.Russland/Putin; sh. FIFA und Korruption, sh. FIFA und Doping- nachzudenken und ob Gündogan/Özil…….-es sei denn, Gündogan/Özil wären Mitwirkende an einem der von mir erwarteten "großen Spiele", über die noch in X-Jahren diskutiert werden wird – "man weiß ett ja nicht, watt da kommen könnte".

  • #32
    Daniel

    Ich wollte etwas dazu schreiben, aber #24 jiri hat meine Ansicht bereits gut zusammengefasst.
    Es ist schon eine selten dämliche Immunisierungsstrategie, die Kritik (die im Stadion nun mal mit Pfiffen geäußert wird) gegen die beiden erdolf-fanboys als rassistisch zu diskreditieren. warum werden andere n11-Spieler mir Migrationshintergund dann nicht ausgepfiffen? Unbewiesene Unterstellungen als „Argument“ zu nutzen, ist zwar einfach, aber imO völlig nutzlos. Aber ich kann durchaus nachvollziehen, dass es irritierend wird, wenn eigene Paradigmen in frage gestellt werden müssten.
    Dass der dfb mit dem üblichen (furchtbaren) Krisenmanagement die Situation nicht verbessern kann, tut natürlich sein Übriges.

  • #33
    Klaus Lohmann

    @Daniel: Es ist schon eine selten dämlich-naive Relativierungsstrategie, den unverhohlenen Rassismus im Zuge der Kritik über Özils und Gündogans zu verleugnen.
    https://www.compact-online.de/eine-woche-vor-der-wm-oezil-und-guendogan-muessen-endlich-aus-der-nationalmannschaft-raus/

  • #34
    Thorsten Stumm

    @Klaus Lohmann
    Bin da ja ganz bei Ihnen…..nur ich weigere mich mittlerweile darauf Rücksicht zu nehmen Scheisse bei Namen zu nennen nur weil ein Haufen Rassisten die Scheisse für sich verdreht.

  • #35
    Daniel

    @#33: die deppen von compact interessieren mich nicht. Ich bezweifle auch, dass alle Zuschauer Abonnements haben.
    Du scheinst im Denken aber nicht so bewandert. Warum wurden die beiden davor nicht ausgepfiffeb, wenn Rassismus derhintergrund ist? Warum werden andere Spieler mit Migrationsgeschichte nicht audgepfiffen?
    Ich bin gespannt, welche Antworten deine Phantasie hier gibt… 😉

  • #36
    Klaus Lohmann

    @Daniel: Was Du bezweifelst, ist irrelevant. Rassismus im Zusammenhang mit Özils und Gündogans Fototermin ist nun mal existent, da hilft Dein Verleugnen nicht weiter.

  • #37
    Daniel

    Also keine Antwort von Klausi. Ist auch schwierig wenn man mit der Logik auf Kriegsfuß lebt. Aber da ich heute großzügig bin, gibt es noch Nachhilfe: wenn einige Menschen die beiden Spieler aufgrund rassistischer Einstellungen ablehnen, ist der Schluss, dass alle Kritiker Rassisten sind dennoch nicht zulässig. Denk mal darüber nach. Deine Verweigerung, die Fragen zu beantworten, lässt mich allerdings befürchten, dass du an dieser Stelle überfordert bist oder die Furcht vor dem Verlust des distinktionsgewinns im Vordergrund steht. 😀

  • #38
    Klaus Lohmann

    @Daniel: Bitte lies einfach meine Kommentare *richtig*, denn Deinen vermuteten "Schluss" habe ich nirgendwo gezogen. Mehr Antwort an Dich ist pure Zeitverschwendung.

  • #39
    Daniel

    Auf meine Fragen antwortest du ja weiterhin nicht. Insofern kann ich zumindest dem letzten Punkt zustimmen.

  • #40
    thomas weigle

    Dass Erdogan u.a. ein übler Rassist ist, hat er ja hinlänglich bspw beim Beschimpfen deutsch-türkischer MDBs, bewiesen. Wer sich also mit ihm gemein macht, muss dann auch Pfiffe aushalten können. Ich kann diese in ihrer großen Mehrheit nicht als rassistisch einordnen, darunter fallen eher die, die mit dem Rassisten Erdogan kuscheln und ihn als ihren Präsidenten bezeichnen. Wie schon hier bemerkt, wurden die beiden ja vor dem Tetatet mit dem Möchtegernsultan vom Bosporus eher nicht ausgepfiffen.
    Wie auch immer, Löw und der DFB wären gut beraten gewesen, beide nicht zur WM zu nominieren, denn diese Pfeifkonzerte werden sich wiederholen, werden der Moral und der Spielstärke der DFB-11 schaden.

  • #41
    Walter Stach

    Thorsten Stumm,
    -34-
    und in dieses Dilemma stellt sich -leider- über "Gündogan/Özil/Erdogan" hinaus oftmals in vielen gesellschaftspolitischen Fragen.

    Also….

    "Scheiße" bleibt "Scheiße". Daran ändert sich nichts, wenn auch Rassisten das feststellen und propagieren.

    Und
    "Rasssisten bleiben Rassisten" und bestätigen das regelmäßig, wenn sie sich jeder (!) "Scheiße" bedienen, um ihrem Rassenwahn freien Lauf zu lassen.

    Und "wir"…?

    "Wir" sind in der Lage, uns von Fall zu Fall so zu positionieren, uns von Fall zu Fall vor allem so zu artikulieren, daß das Eine das Andere nicht ausschließt, nämlich "Scheiße" so zu bezeichnen und Rassisten eben Rassisten und rassistische Motive für z.B. personenbezogen Angriffe festzustellen und diese dann als solche zu problematisieren. Dass das dann manchen Rassisten nicht gefällt, ist hinzunehmen. Denkbar, das es dieserhalb auch deshalb zu "Meinungsverschiedenheiten" kommt, weil Rassismus als solcher von so manchem Rassisten weder rational noch emotional "begriffen" worden ist, z.B. wenn er sich im Fußball-Stadion "austobt".

    PS
    Ich versuche, dem medial "hochgejazzten" Scheiß, den Ozil/Gündogan produziert haben, der daraus gemachten Medienhype, dem daraus entstandenen Empörungswahn in der Gesellschaft, etwas Positives abzugewinnen -z.B. mit Blick auf die Diskussion hier bei den Ruhrbaronen:
    Eine Gelegenheit, über Rassismus, über Rassisten, über Rassenwahn nachzudenken und zu diskutieren, denn das sind nun ‚mal realen Größen in der Gesellschaft und die zu erkennen, aufzulisten, zu problematisieren bleibt eine immer währende Aufgabe aller Anti-Rassisten.

  • #42
    Klaus Lohmann

    @#4 thomas weigle: Wurde und wird eigentlich auch gegen Fußballakteure gepfiffen, die Putin "umarmen"???
    Z.B.: https://de.sputniknews.com/sport/20170630316396269-draxler-dankt-russland-confed-cup/

    Ich sehe in Putins Charakter und Taten nicht weniger Rassismus als bei Erdo, aber einem Draxler scheint man seine Anbiederung generell nicht zu missbilligen.

  • #43
    Walter Stach

    Thomas Weigle -4o-,

    ich "glaube" nicht, daß die deutschen Fans in Russland während eines Spieles der DFB-Auswahl Gündogan/Özil auspfeifen werden, es sei denn, es gibt eine unerwartete "Klatsche" für die DFB-Auswahl, denn dann "kann es ja nur an den Beiden gelegen haben"

    Ich denke darüber nach, womit es zu erklären ist, daß die Gündogan/Özil/Erdogan – Empörungswelle immer noch -und als "anschwellender Bocks-Gesang?" durch Deutschland schwappt. Ich begreife das jedenfalls weder rational noch emotional.

    Als Fußball-Fan:
    Im Gegensatz zu vielen Experten teile ich nicht die Meinung, daß Özil für die DFB-Auwahl "unverzichtbar" ist. Seine Leistungen in der vergangen Spielzeit bei Arsenal und seine Auftritte in der DFB-Auswahl hätten m.E. durchaus -und von vornherein- seine Nichtberücksichtigung rechtfertigen können.

    Anders beurteile ich "die fußballerische Wichtigkeit" von Gündogan, insbesonder nach seinem überragenden Leistungen für ManCity unter Guardiola. Die rechtfertigten -unbedingt- seine Nominierung. Allerdings konnte er -leider- in den WM-Vorbereitungsspielen diese überragenden Qualitäten -noch – nicht zeigen.

    PS
    Und wenn die Beiden "in Russland" versagen mit "schrecklichen" Folgen für die DFB-Auswahl -oder sollte ich sagen für die "deutsche Nation"?

    Dann werden ihre "Gegner" -Rassisten und alle Anderen- " sich begierig über sie als "Sünden-böcke hermachen und mit ihnen zugleich über Löw und Co. als Verantwortliche für…..

    Und wenn die Beiden, darauf habe ich schon zweimal aufmerksam gemacht, zu den sog. Match-gewinnern in Russland gehören würden? Wenn das z.B. zur Folge haben könnte, daß u.a.Özil/Gündogan vor der WM-Endspiel Putin die Hand drücken (müssen) und -"man" darf ja gar nicht daran denken-, dann von Putin höchstpersönlich die Siegermedaille -mit erneutem Handschlag" überreicht erhalten? Ob "BILD" und Co. schon jetzt über eine solche Situation und dem "richtigen Umgang" mit ihr nachdenken, z.B. über eine BILD -Schlagzeile: "Trotz Özil Gündogan haben "die" Deutschen gesiegt?

    Im übrigen, und daran habe ich die Özil/Gündogan Kritiker schon ‚mal erinnert, in der Hoffnung, damit dazu beitragen zu können, " daß sie selbst und ihren Eifer im Özil-Gündogan Widerstand" bezüglich seiner Wirkung für die Betroffenen "richtg einsortieren".

    Den Beiden kann es "weitestgehend" -nicht völlig- mit Blick auf ihre internationale Karriere und damit mit Blick auf ihre weitere Zukunft als Einkommensmillionäre egal sein, ob sie überhaupt und ggfls wie oft sie und in welchen Spielen sie zur DFB-Auwahl gehören werden.

    Arsenal und Mancity warten auf sie -die Vereine, die dortigen Mannschaften und die dortigen Fan -englische, keine deutschen-.
    "Empört sein -empört sein wollen"?
    "Spürbare Konsequenzen einfordern"?
    Ja, das mag tun wer will.
    Nur ist das für die Profis Özil/Gündogan mit Blick auf Geld und Karriere weitestgehend belanglos.
    -was m.E. mit – bedacht werden sollte, wenn man……-

    Also….
    "nun laßt sie ‚mal spielen" -die DFB-Auswahl in Russland – mit oder ohne Gündogan/Özil, aber in jedem Falle "eingeladen, begrüßt, verabschiedet, behütet und beschirmt von Putin -vielleicht sitzt ja gelegentlich Erdogan neben ihm auf der Tribüne – und "unsere" Angela.

  • #44
    ke

    @42 K Lohmann:
    Für mich sind dies bzgl. der Aktionen die berühmten Äpfel und Birnen, die verglichen werden.

    Das "Einschleimen" beim Gastgeber vor einem wichtigen Turnier, vor einem Auftritt gehört für jeden Künstler dazu. Wer möchte schon das heimische Publikum gegen sich haben?

    Offen ist natürlich, ob das nicht auch einfach nur die Gefühle waren.

    Mich hat Rußland (bzw. die SU) mit seinen Menschen auch begeistert als ich zu Zeiten des kalten Krieges ein paar Tage dort war. Vermutlich wird es den Fußballprofis auch so ergangen sein. Dann kann man den vielen Menschen, die für eine Veranstaltung arbeiten, auch einfach mal "Danke" sagen.
    Für mich ist das einfach nur freundlich. Jede Großveranstaltung braucht viele helfende Hände, dich sich den A aufreißen, damit eine solche Veranstaltung, auf der sich auch viele Nationen begegnen, gelingen kann.
    Ein Danke kann dann auch einfach mal Dankbarkeit ausdrücken.

  • #45
    Jiri

    ich möchte einfach nur noch mal denjenigen, die meinen, wie harmlos Erdogananhänger im Gegensatz zu den gewalttätigen Trumpanhängern in Deutschland sind, folgendes in Erinnerung rufen:
    https://www.focus.de/politik/videos/grosseinsatz-der-polizei-erdogan-anhaenger-attackieren-jugendtreff-in-gelsenkirchen_id_5744640.html

    wie friedlich sich zu Deutschland bekennende Türken schon vor dem Putsch sich verhalten konnten man ab Minute 1.55 sehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=9eOjaUZo5aM

    Zu diesen glühenden Anhängern gehören ja auch die beiden deutschen Nationalspieler Özil und Gündogan.

  • #46
    thomas weigle

    @ Klaus Lohmann Hat Draxler Putin als "seinen Präsidenten" bezeichnet? Auch ein Trikot überreicht? Mir ist dieser Besuch völlig entgangen.

  • #47
    thomas weigle

    @ Walter Stach Mir ist das Abschneiden der DFB-11 bei der WM relativ gleichgültig. Ihr Abschneiden bewegt mich mittlerweile emotional in keinster Weise mehr. Pfeifkonzerte dienen aber keiner Mannschaft, auch nicht DER Mannschaft.
    Forza SGE!!!

  • #48
    Klaus Lohmann

    @ thomas weigle: Ist ein Trikot und eine physikalische Anwesenheit notwendig, um Jemanden "geistig" zu umarmen? Draxler hatte damals auch keine russischen Verwandten in seiner Agentur, die ihm einen Diktatorbesuch vermittelt hätten.

  • #49
    ke

    Was ist denn jetzt mit Bierhoff los?
    https://www.derwesten.de/sport/wm2018/bierhoff-tritt-nach-die-dfb-karriere-von-oezil-ist-beendet-ein-kommentar-id214775597.html

    Beim DFB ist eine dringende Neuaufstellung erforderlich.
    Özils Meinung, wie sie auch immer ist, ist seine Sache. Ob er sich dazu äußert auch.
    Der DFB muss nur entsprechend reagieren, wenn es nicht zu seinen Werten passt. Das hätte er IMHO tun müssen.

    Die Andeutungen helfen auch nicht weiter. So etwas geht nicht.
    Gündogan hat sich schriftlich geäußert: „Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll". Damit hätte er aus meiner Sicht nicht mehr spielen dürfen.

    Was sollte eigentlich dann die Show mit "meinem" Bundespräsidenten. Es wird immer peinlicher. Deutschland ist einfach ein PR- und Diplomatie-Entwicklungsland geworden.

  • #50
  • #51
    Walter Stach

    Ke
    Es geht Bierhoff um seinen hochdotierten Job. Und der ist ihm zumindest nicht mehr absolut sicher nach dem auch von ihm -nicht nur von Löw- zu verantwortendem Desaster bei der WM.

    Sündenböcker" müssen her; also "drauf hauen" auf Özil -sh. meine Anmerkung unter 43 -PS in den ersten Sätzen.
    "Jämmerlich", die Figuren, die wie Bierhoff, Löw bis Grindel jetzt agieren, um das WM-Desaster aufzuarbeiten. Da scheint es primär nicht darum zu gehen, möglichst objektiv nach allen denkbaren Fehler, die zu dem Desaster haben führen können, zu suchen und danach dann die sportlich gebotenen Konsequenzen zu ziehen , sondern offenkundig darum, sich selbst nicht als denkbar Mitverantwortlicher für Fehler auszumachen, sondern andere Verantwortliche zu finden oder Gründe, die den Bierhoffs und Co. populistisch erscheinen. Und dem scheint Bierhoff zu entsprechen, wenn er sich Özil als Sündenbock auswählt, was für mich der Gebrauch einer fremdenfeintlichen/rassistischen Stimmung durch Bierhoff zu tun hat.

    Aus ausschließlich sportlichen Aspekten habe ich vor der WM die Nominierung von Özil kritisch hinterfragt. Offenkundig Bierhoff und Löw nicht, denn dann hätten sie ihn zu Hause lassen müssen.

    Ke
    Ich gebe zu, daß ich seit Jahren zu den Kritikern des DFB-Mangers Bierhoff zähle -viel Schein, wenig Sein-, ich mich also insofern vorurteilsbeladen mit seiner neuesten Eskapade in Sachen Özil befasse.

  • #52
    Arnold Voss

    Und im Interview spricht Bierhoff, wenn es um Özil geht, immer noch von " Türken" in der Nationalmannschaft. Özil ist in Deutschland geboren und deutscher Staasbürger. Dass er türkische Wurzeln und ein Faible für Erdogan hat, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Franz Josef Strauß und viele andere bekannte Deutsche hatten und haben auch große Sympathie für Diktatoren und Autokraten und lassen sich gerne mit ihnen ablichten.

  • #53
    Walter-Stach

    -52-
    Arnold,
    und jetzt verlangt auch noch der DFB-Präsident Grindel eine öffentliche Erklärung von Özil!

    Das intellektuelle Niveau der "Spitzenfunktionäre" des DFB, u.a. gilt das für Grindel und Bierhoff, entspricht ganz und gar nicht deren Bedeutung in der (sport-) politischen Öffentlichkeit.
    Das war im übrigen nie anders als zur Zeit.

  • #54
    Robert Müser

    Hallo nochmals,
    ich habe ja aktuell gedacht dass das Kasperletheater im Raumschiff Berlin ein nicht zu toppender Tiefpunkt zur Steigerung deutscher Verdrossenheit ist – aber die Aktionen der professionellen Ballspielverwalter aus Frankfurt schaffen es locker, das Niveau weiter nach unten zu treiben. Schön die Schuld bei anderen Beteiligten suchen und alle Dinge von sich abweisen.

    Sorry, aber so wird das nichts mit einem Neuanfang weder in Berlin noch in Frankfurt.

  • #55
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