„Löw kapiert nicht, dass die Nationalmannschaft wie ein abgetakeltes Plastikprodukt wirkt!“

Das ‚Grotenburg‘-Stadion in Krefeld im Jahre 2016. Quelle: Wikipedia: Foto: Arne Müseler, Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Trotz der aktuell alles überlagernden Corona-Thematik gibt es auch in diesen besonderen Zeiten keine Woche ohne etliche spannende Entwicklungen im Profifußball. Unsere Autoren Peter Hesse und Robin Patzwaldt haben sich auch diesmal wieder über die heißesten Fußball-Themen unterhalten.

Bei ihrem wilden Ritt durch die aus ihrer Sicht spektakulärsten Ereignisse der vergangenen Tage, ging es neben den großen Revierklubs aus Dortmund, Schalke und Bochum diesmal auch um den KFC Uerdingen aus Krefeld, die Deutsche Nationalmannschaft und den ruhmreichen FC Liverpool aus England, bei dem der Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp seit 2015 sein Unwesen treibt. Außerdem haben die beiden schon einmal über das Fußballbuch des Jahres 2020 nachgedacht.

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Der DFB-Sieg in Amsterdam ist für den Deutschen Fußball keine gute Nachricht!

Länderspiel in Amsterdam. Foto(s): Daniel Jentsch

Was sagt man dazu? Die zuletzt so heftig kritisierte DFB-Auswahl gewinnt ausgerechnet das erste Qualifikationsspiel für die kommende Fußball-Europameisterschaft in den Niederlanden durch ein Tor in letzter Minute mit 3:2, bezwingt ausgerechnet den vermeintlich ärgsten Konkurrenten in der ansonsten nur mäßig anspruchsvoll besetzten Gruppe. Und das sogar auswärts in Amsterdam.

Was soll jetzt noch schief gehen in Sachen EM-Qualifikation? Da sich die beiden Top-Teams der Gruppe für das Finalturnier qualifizieren werden, ist die Sache nach dem ersten Spiel schon fast zu Gunsten des Weltmeisters von 2014 gelaufen.

Abgewendet hat die Truppe durch den Last-Minute-Erfolg vom Sonntag zugleich auch eine mögliche Trainerdebatte. Joachim Löw hatte sich im Laufe der vergangenen Monate in vielen Dingen angreifbar gemacht. Durch diesen überraschenden Erfolg hat er seine Kritiker jedoch erfolgreich mundtot gemacht, ohne das er viel dazu gekonnt hätte.

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Auf der Suche nach der verlorenen Liebe der Fans: Das Umdenken hat beim DFB noch nicht begonnen

Heute Abend findet in Leipzig das Testspiel der DFB-Elf gegen die Auswahl von Russland statt. Rund 10.000 Plätze werden im Stadion frei bleiben. Nach einem so schwachen Länderspiel Jahr, wie es die Löw-Truppe abgeliefert hat, sollte das nicht verwundern.

Bundestrainer Jögi Löw selber hat bei der gestrigen Pressekonferenz den Grund dafür auf die zuletzt schwachen Leistungen seiner Elf abgewälzt. Gänzlich falsch ist das sicherlich nicht. Doch es ist eben auch nur die halbe Wahrheit.

Auch schon vor der WM des vergangenen Sommers wurde beim DFB über das teilweise schwache Zuschauerinteresse bei einigen DFB-Spielen orakelt. Man wolle zukünftig gerne in kleinere Stadien wechseln, wenn der Gegner nicht allzu attraktiv ist, hieß damals die Antwort auf das schwindende Faninteresse.

Alles nicht verkehrt, und doch wird der Hauptgrund für das Dilemma bei diesen Debatten seitens der Offiziellen immer gerne mal umschifft. Denn dieser liegt in der von Fans und Medien zuletzt schon häufiger thematisierten grundsätzlichen Entfremdung der Nationalmannschaft von der Basis, von den eigenen Fans.

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#WM2018: Die Aufarbeitung verläuft beim DFB ähnlich peinlich wie das Turnier selber

Foto: Robin Patzwaldt

Die auf dem grünen Rasen erlittene Pleite hatte tatsächlich historische Ausmaße: Erstmals musste eine Deutsche Auswahl bei einer Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2018 bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten. Lediglich ein (glücklicher) Vorrundensieg, kein einziger wirklich überzeugender Auftritt. Der Ruf nach entsprechenden Konsequenzen war entsprechend laut und vielstimmig.

Inzwischen zeichnet sich jedoch immer mehr ab: Die für das sportliche Desaster Hauptverantwortlichen Reinhard Grindel (DFB-Boss), Oliver Bierhoff (Manager) und Joachim Löw (Bundestrainer) bestärken sich gegenseitig, scheinen in den vergangenen Tagen vielmehr auf der Suche nach ein paar ‚Bauernopfern‘ zu sein, um vom eigenen Fehlverhalten abzulenken, den Ankündigungen personeller Konsequenzen und einer vermeintlich gründlichen Aufarbeitung trotzdem ein paar öffentlichkeitswirksame Konsequenzen folgen zu lassen.

Beobachter zeigen sich darüber vermehrt irritiert und verärgert. Trotzdem könnte der recht plump wirkende Plan des DFB, inklusive massivem Zeitspiel und offensichtlichen Ablenkungsmanövern, am Ende wirklich aufgehen.

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#WM2018: Gibt es am Ende vielleicht einfach keinen besseren Bundestrainer als Joachim Löw?

Bundestrainer Joachim Löw im Einsatz. Quelle: Wikipedia, Foto: Danilo Borges/copa2014.gov.br, Lizenz: CC BY 3.0

Auch einige Tage nach dem bitteren Vorrunden-Aus der DFB-Auswahl bei der Weltmeisterschaft im Russland schütteln viele Fans und Beobachter in Fußballdeutschland noch ungläubig den Kopf. Und auch die Zukunft von Bundestrainer Joachim ‚Jogi‘ Löw ist noch immer nicht geklärt.

Je mehr Zeit jetzt in diesem Zustand der Betäubung vergeht, je wahrscheinlicher erscheint in diesen Stunden ein Verbleib des bisherigen Übungsleiters, der seinen Vertrag mit dem Verband ja ohnehin erst kurz vor dem Turnier (völlig unnötig) verlängert hatte.

Der DFB hat intern einem ‚Weiter so‘ offensichtlich schon ‚grünes Licht‘ gegeben. Die Führungsriege rund um Boss Reinhard Grindel sieht jedenfalls keinen Grund die Zusammenarbeit mit Löw im Herbst nicht fortzusetzen. Trotz des historisch schlechten Abschneidens der Mannschaft in Russland.

Viele Fehler werden in diesen Tagen kritisiert. Falsche Kader-Zusammenstellung, schlechte Taktik, arrogantes Auftreten, unmotivierte Spieler. Kaum etwas, das nicht zerflückt wird in diesen Stunden. Eigentlich ein untrügliches Zeichen für eine Trennung.

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Löw, Bierhoff, Gündogan, Özil & Co. haben noch immer nicht verstanden!

Ilkay Gündogan noch im BVB-Dress. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Die DFB-Elf blamierte sich am Freitagabend in Leverkusen durch ein klägliches 2:1 im letzten Testspiel vor der Fußball-WM 2018 in Russland. Es war nach zuletzt fünf sieglosen Spielen in Serie zwar erstmals wieder ein Sieg, doch das Spiel selber schloss sich den zuletzt dürftigen Leistungen nahtlos an. Von einer Verbesserung war nichts zu erkennen. Selbst gegen diesen Gegner nicht. Nun gut. Aber lassen wir das an dieser Stelle, denn das Thema des Abends sollte ohnehin ein ganz anderes werden.

Als der Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan, der zuletzt mit einer unschönen Foto-Affäre, als er sich gemeinsam mit dem Türkischen Präsidenten Erdogan ablichten ließ und diesem gar ein Trikot mit Widmung für ‚meinen Präsidenten‘ übergab, wiederholt negativ auf sich aufmerksam machte, eingewechselt wurde, da setzte es Pfiffe von den Rängen. Und das trotz der unverhohlen geäußerten ‚Aufforderung‘ von Manager Bierhoff bei der Pressekonferenz im Trainingslager in Südtirol, diese Angelegenheit doch jetzt bitteschön besser sofort zu beenden.

Löw versuchte am Freitag, als er die negativen Reaktionen des Publikums auf den umstrittenen Einwechselspieler wahrnahm, zu besänftigen, forderte durch klare Gesten sogar aktiv dazu auf, Gündogan doch bitteschön mit dem sonst üblichen Applaus zu begrüßen. Die Leverkusener pfiffen ihn jedoch auch danach bei jedem Ballkontakt deutlich wahrnehmbar aus.

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Schlechte Nachricht geschickt getarnt: Bundestrainer Löw verlängert beim DFB bis 2022

Der WM-Pokal. Foto: Robin Patzwaldt

Im Zuge der Benennung des vorläufigen WM-Kaders des DFB heute im Fußballmuseum in Dortmund, die in der Nichtnominierung des BVB-Kickers Mario Götze und des Bayern-Stürmers Sandro Wagner wohl die größten Überraschungen offenbarte, ging eine Nachricht fast unter, mit der an diesem Tage kaum jemand gerechnet hatte, da sich das Interesse der Fußballnation in erster Linie auf die Kaderdiskussionen konzentrierte:

DFB-Präsident Dr. Reinhard Grindel gab fast beiläufig bekannt, dass die Verträge mit dem Trainerteam um Joachim Löw vorzeitig bis zum Jahre 2022 verlängert wurden.

Eine logische Begründung für diese Entscheidungen, gerade auch zu diesem merkwürdigen Zeitpunkt zu finden, das fällt schwer. Was mag den DFB wohl geritten haben dies trotzdem zu tun?

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Anderson & Low bringen bei James Bond-Fans nun die ‚Spectre‘-Illusionen zum Einsturz!

Spectre Cover (600x463)James Bond-Fans gibt es bekanntlich Millionen auf der Welt. Viele Leute begeistern sich besonders für die seit Jahrzehnten von der Kunstfigur gepflegten Marotten, ihren speziellen Livestyle, aber vielen auch besonders für die spektakulären Stunts und die vielen Actionszenen  in den Filmen. Und gerade für die Anhänger dieser Elemente habe ich hier heute mal einen wirklich ungewöhnlichen Buchtipp.

Dem britischen Künstlerduo Anderson & Low wurde nämlich jüngst die Ehre zuteil, ein Kunstprojekt am Set von Spectre – dem jüngsten Film der James Bond-Reihe – realisieren zu dürfen.

‚Spectre‘  ist der 24. Film aus der James-Bond-Filmreihe und der vierte Film mit Hauptdarsteller Daniel Craig in der Titelrolle. Der Film knüpft inhaltlich an den Vorgängerfilm ‚Skyfall‘  aus dem Jahre 2012 an. Er feierte am 26. Oktober 2015 in London Weltpremiere und startete rund eine Woche später dann u.a. auch in Deutschland und der Schweiz.

‚Anderson & Low‘ hatten nun dabei die Gelegenheit die einzelnen Sets und Drehorte während der Produktionsphase des Streifens abzulichten. In ihrer in der Vorwoche frisch erschienenen  Dokumentation zeigen sie dabei in erster Linie jedoch nicht schlicht Szenen aus dem Film, sondern sie fangen in ihren Aufnahmen vielmehr die geheimnisvolle Aura der verlassenen, menschenleeren Drehorte des Films ein, ziehen den Betrachter in Räume und Szenerien, in denen der Nachhall soeben verklungener Dialoge oder stattgefundener Hubschrauber abstürze scheinbar  noch spürbar ist.

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