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Lukas Podolski – Treu an der Seite der türkischen Armee

Screenshot: Twitterprofil Lukas Podolski

Screenshot: Twitterprofil Lukas Podolski

Lukas Podolski gehört wohl zu Deutschlands beliebtesten Fußballprofis. Über den „Poldi“ freut man sich, seine Interviews sind nicht immer die klügsten, aber oft unterhaltsam. Seit dieser Saison spielt Podolski beim türkischen Topclub Galatasaray Istanbul. Der Nationalspieler wurde frenetisch begrüßt, beim Istanbuler Club war man froh, einen deutschen Nationalspieler verpflichten zu können.

Schon wenige Wochen in der Türkei reichen Podolski allerdings zu einer kruden Identifikation mit dem türkischen Staat aus. Auf seinem Twitterprofil posiert der Fußballprofi vor einer türkischen Fahne. Dazu ein Text, der übersetzt bedeutet: „Mein Herz ist mit euch, die für die Fahne gefallenen türkischen Soldaten. Dem türkischen Volk mein Beileid.“ In einer Zeit, in der die Türkei in einen Bürgerkrieg zu rutschen droht, stellt sich Podolski also, ohne offensichtlichen Grund, auf die Seite der türkischen Armee. Einer Armee, die derzeit die Stadt Cizre belagert und dort Zivilisten tötet.

Stellt sich die Frage, ob Podolski einfach keine Ahnung hat, was er da macht, oder ob er sich ernsthaft auf die Seite der türkischen Armee schlägt. In der aktuellen Situation ist der militärische Auftritt Podolskis in jedem Fall völlig unangemessen.

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22 Kommentare zu “Lukas Podolski – Treu an der Seite der türkischen Armee

  • #1
    Achim

    Möglicherweise hat der arme Poldi sich über seinen Arbeitgeber einen "nationalgesinnten" Pressesprecher eingefangen und er darf den nicht zensieren, wenn dieser in seinem Namen rumhetzt.

    In was für einen Hexenkessel würde sich das Stadion wohl verwandeln, wenn Poldi aufläuft und vorher ein paar vernünftige Dinge gesagt hätte wie:

    "In Deutschland gehe ich regelmässig wählen. Ich wähle nur demokratische Parteien. Eigentlich vertreten alle demokratischen Parteien etwa die gleichen Positionen wie die HDP.
    Viele deutsche Politiker sprechen gerne mit der HDP.
    Ich finde das gut und richtig.
    Hier stehe ich und ich kann nicht Anders."

    In gewissen Staaten gibt es gewisse Sachzwänge.

    Achim

  • #2
    Rambow

    Ich gehe mal davon aus, dass die Statuten des DfB einen Verbleib in der Nationalmannschaft bei solchem Verhalten ausschließen.

  • #3
  • #4
    Klaus Lohmann

    @Türke: Meine leckeren Bratkartoffeln von grade hatten überhaupt nichts gegen Türken, die mochten sogar den Kümmel;-)

  • #5
    Ali

    Dies ist Meinungsfreiheit. Nicht jeder muss so wie ihr seine Sympathie für eine in den USA und Europa verbotene Terrororganisation wie die PKK aussprechen.

  • #6
    eco

    sie sagen dass podolski keine ahnung hat ??
    ich glaube sie haben da eher wenig ahnung.Turkei hat keinerlei probleme mit den kurden oder so..im gegenteil gerade kurden werden in diesen gebieten vom pkk angegriffen.es werden zivilisten angeschossen getotet.da sind jede menge videos aufnahmen was sie keinerlei in den medien zeigen.da sind jede menge videos zu sehen vo mans sieht dass die kurdischen burger die schnautze voll haben und zwar vom pkk.der erdogan wars der jeniege der die hdp in den parlement reingelassen hat ..er wars der jede menge dinge fur gunsten unserer kurdischen bruder veraendert geandert hat..
    doch fur sie ist die pkk ein partei.ein partei die statt kugelschreiber kalaschnikofs haben in der hand..ja!
    ein partei die nach ca 2,5 jahren auf das turkische militar wieder geschossen hat..und dan wenn das militar zuruckschlaegt ,ja das geht naturlich nicht .darf man nicht….turkische militar muss zu gucken .Durfen sie sich net wahren?

    und in dem abgesperten zone da hat man 60 tonnen bomben /pulver entdeckt gefunden..ja das gehorte auch euren partei.

  • #7
    DonFiege

    @eco: Sehen Sie, das ist das Problem: in einer funktionierenden Demokratie entscheidet nicht das Wohlwollen eines Präsidenten darüber, ob eine Partei Sitze im Parlament hat, sondern allein der Wähler. Ein Herr Erdogan mißbraucht seine Macht allenthalben, setzt sich im Zuge des Baus des Präsidentenpalasts wiederholt über gerichtlich verfügte Baustops hinweg, läßt kritische Journalisten verhaften, sperrt soziale Netzwerke im Internet, was dann durch türkische Gerichte umgehend wieder zugelassen wird und Proteste im Inland wegen diverser Bauvorhaben werden natürlich vom Ausland gesteuert, da das eigene Volk selbstverständlich zu 100% hinter ihm steht. Nicht zu peinlich war es einem seiner Minister, die unbewiesene Behauptung aufzustellen, hinter den Protesten gegen den neuen Flughafen stecke die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, weil sie die Konkurrenz für BER fürchtete.

    Jedem halbwegs interessierten Menschen ist durchaus bewußt, daß sie PKK Teil des bewaffneten Flügels der kurdischen Unabhängigeitsbewegung ist und in einigen Nationen als Terrororganisation eingestuft wird. Letzteres trifft aber ebenso auf den IS zu, der im Norden Syriens gegen die Kurden kämpft, um kurdisches Territorium zu erobern und in der Vergangenheit von der Türkei etwa dadurch unterstützt wurde, indem verletzte IS-Gangster ungehindert in die Türkei einreisen durften, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen. Auch ist bekannt, daß williger IS-Nachwuchs (und deren Flintenweiber) von türkischen Grenzern ungehindert nach Syrien einreisen durften, um dort gegen die Kurden zu kämpfen. Kurden hingegen, die ihr Volk beim Kampf gegen den IS unterstützen wollten, wurden an der Einreise gehindert. Man könnte also der Meinung sein, die von Erdogan betriebene Kurdenpolitik sei schlichtweg hinterfotzig. Ich finde, daß die PKK vor diesem Hintergrund doch ziemlich viel Geduld und guten Willen bewiesen hat. Daß damit irgendwann Feierabend sein würde war absehbar.

    Statt sich nun aber politisch klug zu verhalten, hat sich Herr Erdogan mit den USA auf die Schaffung eines "Sicherheitskorridors" auf syrischer Seite der Grenze geeinigt, wobei sich die Türkei nun offiziell am Kampf gegen den IS beteiligt, die meisten Einsätze jedoch gegen die PKK geflogen werden, was den IS weiterhin stärkt.

    Zusammenfassend läßt sich wohl sagen, daß sich Herr Erdogan innenpolitisch wie ein Diktator verhält, bei der Kurdenfrage auf Gewalt setzt und ihm außenpolitisch die Interessen seiner Verbündeten am Allerwertesten vorbeigehen. Finden Sie, daß die Türkei einen so schlechten Präsidenten verdient hat ? Wenn ja, womit ?

  • #8
    Rainer Möller

    Die Türkei ist eine Demokratie – wenn die Mehrheit der Türken Erdogan wirklich loswerden wollte, dann könnten sie das auch. (Genau wie die Bundesrepublikaner und Merkel oder die Russen und Putin.)
    Auch Türken, die Erdogan-Gegner sind, stehen oft auf Seiten der Armee und gegen die kurdische Befreiungsbewegung (was dem einen sein Freiheitskämpfer ist auch hier dem anderen sein Terrorist).
    Und ist es nicht für maskuline Männer ganz normal, sich mit einer starken, geordneten und zielbewussten Organisation zu identifizieren? Da hat die türkische Armee sicher mehr zu bieten als die Bundeswehr (deshalb sollte sich der DFB da raushalten). Man braucht diese Einstellung nicht zu teilen, aber ich finde sie verständlich und in gewissem Maße sympathisch.

  • #9
    Klaus Lohmann

    @Ali #5: Richtig, hier darf man im Rahmen der hier geltenden Gesetze völlig frei sein Meinung äußern und sogar den Gott Erdogan kritisieren. Ist das nicht schrecklich? Wo ER doch so süß reden kann: https://www.youtube.com/watch?t=5&v=xUnSQxWSMoo

  • #10
    Müller

    Unabhängig von der Diskussion über Erdogan, die PKK und die aktuellen Probleme in der Türkei: Uns ist wohl allen bewusst, dass Podolski nicht der reflektierteste unter den deutschen Fußballern ist. Jetzt aufgrund dieses Tweets, dessen Anstoß höchstwahrscheinlich ein Berater gegeben hat, einen Skandal zu konstruieren, finde ich persönlich relativ langweilig.

  • #11
  • #12
    DonFiege

    @ Rainer Möller: Ja, irgendwie scheint es immer zu funktionieren. Entweder, weil man alle relevanten Medien im eigenen Besitz hat, wie im Fall Berlusconi, oder man kritische Berichterstattung mit dem Vorwurf der Präsidentenbeleidigung unterminiert.
    Bleibt für die Zukunft zu hoffen, daß der maskuline Poldi jemanden hat, der ihn von einem Photoshooting mit IS-Flagge in der Hand abhält. Die haben sich mittlerweile als starke, geordnete und zielbewußte Organisation weltweit einen Namen machen können. Aber wahrscheinlich ist bei denen Fußball nicht so wichtig, wenn nicht gar verboten.

  • #13
    Achim

    @Nationale Türken

    Die juristische und politische Bewertung der PKK ist eine interne deutsche Angelegenheit. Sie kann und muss durchaus kontrovers diskutiert werden. Sie kann aber nur auf der Basis gemeinsamer demokratischer Wertvorstellungen erfolgen. Suf der Basis dieser Wertvorstellungen kann dann eine Bewertung der PKK auf der Basis des Srtikels 20 (4) GG erfolgen. Auch hier sind verschiedene Bewertungen vertretbare Meinungen.

    Das Poldiproblem besteht aus einer eigenen oder untergeschobenen Stellungnahme für das türkische Militär.
    Dies ist in Deutschland halt längst extrem unbeliebt. Das beginnt mit der Durchsetzung der türkischen Wehrpflicht in Deutschlang selbst gegenüber vollwertigen deutschen Staatsbürgern mit einem türkischen §Zweitpass".
    Dank der rot-grünen Reformen des Staatsbürgerschaftsrechtes und der schwarz-roten Ausbesserung des damals durch Roland Koch angerichteten Schadens dürfen in Deutschland geborne Kinder mit zwei türkischen Elternteilen auch im Wehrpflichtalter ihren deutschen Pass behalten.
    Inzwischen ist eine Flucht in die deutsche Wehrpflicht und auch in den Zivildienst durch den Wegfall der Wehrplicht versperrt.
    Es bleibt bei dem Freikau in einen verkürzten türkischen Wehrdienst.
    Aber auch der verkürzte türkische Wehrdienst ist auch mit einem Fahneneid (und damit einem Fahneneid auf den Faschismus) verbunden.

    Es war übrigens eine wichtige Leistung der US-Luftwaffe, dass ihre tapferen Flieger trotz der Bedrohung durch Flugabwehrraketen des IS am Anfang des Jahres geeignete "Selbstverteidigungsmittel" an die kurdischen Verteidiger von Kobane auslieferten.
    Eine Auslieferung von Verteidigungsmittel wäre auch risikofrei auf dem Landweg pber die türkische Grenze möglich gewesen.
    Aber die türkische Regierung hatte es verboten und die US-Flieger mussten ihr Leben riskieren.
    Schade …

    Achim

  • #14
    Van Dijk

    Widerlich wie hier offen Symphatien für terroristische Vereinigungen ausgesprochen werden!
    Man kann doch nicht derart grenzdebil sein und tatsächlich von der PKK schwärmen und sich über mehrheitlich kurdisch-arabische Rocker-Clans in Deutschland beschweren, die für Justiz und Strafvollzug in den letzten Jahren immer öfter eine Zerreißprobe darstellen. Tut mir leid aber das geht mir in Deutschland einfach zu weit.
    Die Türkei führt keinen Krieg gegen eine von vielen Minderheitsgruppen in ihrem Land, sondern verteidigt sich gegen seperaristische Kräfte mit krimineller Vergangenheit/Gegenwart und Potenzial zur Konflikteskalation in der Region. Der deutsche Otto-Normalbürger hat selbstverständlich bei der Masse an ethnischer Konvergenz keine Ahnung was wirklich in der Region Mittlerer Osten vor sich geht. So werden weiter kriminelle Gruppen verherrlicht, die in Westeuropa Krokodilstränen vergießen, aber gleichzeitig dort auch den Drogenmarkt beliefern. Einfach widerlich wie sich die chauvinistische Meinungsmache NATO-Partner verunglimpft. Hauptsache man kann sich mal wieder besser fühlen.

  • #15
    keremce

    poldi ist eben nicht der helste, er hat sich einspannen lassen und hat es nicht gemerkt. es ist aber auch nicht leicht, in der türkei neutral zu bleiben, da wird gewissermassen jeder zu einer entscheidung gezwungen. nationalisten gibt es in der tuerkei in allen parteien, dominieren die gesellschaft. die zwingen jeden dieses thema auf. der arme poldi, er weiss gar nicht, wie ihm geschieht 🙂

    wieso verlinkt ein klaus lohmann videos in tuerkischer sprache und lacht sich kaputt?
    dieser klaus lohmann mag tuerkisch koennen, aber in andere kommentarbereichen wimmelt es so nur von tuerken, die sich klare deutsche nicknamen zulegen, die kurden niederschreiben und ein loblied auf erdogan singen. ein echtes oxymoron, deutsche erdoganfans. ein daemliches unterfangen aber auch 🙂

  • #16
    Rainer Möller

    Wieso? Es gibt doch viele dunkelhaarige maskuline Männer, die ganz ähnlich ticken wie blonde.

  • #17
    Van Dijk

    Widerlich wie hier offen Symphatien für terroristische Vereinigungen ausgesprochen werden!
    Man kann doch nicht derart grenzdebil sein und tatsächlich von der PKK schwärmen und sich über mehrheitlich kurdisch-arabische Rocker-Clans in Deutschland beschweren, die für Justiz und Strafvollzug in den letzten Jahren immer öfter eine Zerreißprobe darstellen. Tut mir leid aber das geht mir in Deutschland einfach zu weit.
    Die Türkei führt keinen Krieg gegen eine von vielen Minderheitsgruppen in ihrem Land, sondern verteidigt sich gegen seperaristische Kräfte mit krimineller Vergangenheit/Gegenwart und Potenzial zur Konflikteskalation in der Region. Die Türkei hatte in den vergangenen Jahren ihre Minderheitenpolitik erheblich verbessert, so entstanden neben einem Sender in kurdischer Sprache auch die Wahlmöglichkeit für Unterricht in kurdischer Sprache, da kann man doch nicht mehr allen Ernstes von Unterdrückung ausgehen?! Der deutsche Otto-Normalbürger hat selbstverständlich bei der Masse an ethnischer Konvergenz keine Ahnung was wirklich in der Region Mittlerer Osten vor sich geht. So werden weiter kriminelle Gruppen verherrlicht, die in Westeuropa Krokodilstränen vergießen, aber gleichzeitig dort auch den Drogenmarkt beliefern. Einfach widerlich wie sich die chauvinistische Meinungsmache NATO-Partner verunglimpft. Hauptsache man kann sich mal wieder besser fühlen.

  • #18
    Klaus Lohmann

    @#15 keremce: Ich kenne Niemanden, der unbedingt türkisch können muss, um über das Video zu lachen. Ich kenne allerdings einige völlig verstrahlte Erdogan-Fanatiker, die selbst dann nicht lachen würden, wenn R.T.E. dabei auch noch in Badehose posiert.

  • #19
    Klaus Lohmann

    @#14 Van Dijk: Haben Sie was mit den Augen?? Ich jedenfalls sehe hier Niemanden, der "von der PKK schwärmt". Ich sehe hier aber jede Menge berechtigte Kritik an Erdogans illegitimem Angriffskrieg auf u.A. fremden Territorium gegen eine bestimmte und in der angeblich demokratischen Türkei schon lange anerkannten Ethnie und berechtigte Kritik an Erdogans verfassungsfeindliche Übergriffe gegen gewählte Politiker.

  • #20
    Helmut Junge

    Bei Podolski, der standhaft nie die Nationalhymne mitsang, wundere ich mich schon, daß er sich jetzt so verhält, kaum daß er in der Türkei ist.

  • #21
    DonFiege

    @ Van Dijk: Wenn die PKK sich durch Drogengelder finanzieren muß, dann mag das auch daran liegen, daß ihren Mitgliedern häufig der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt verwehrt wird. Mit dieser Form der Diskreminierung haben Terroristen weltweit zu kämpfen. Der IS zB. versucht daher mit Kunstraub, Entführungen, Menschenhandel, Erpressung, Raubmord und im Partnerland Türkei weit unter Marktpreis verkauftem Öl irgenwie über die Runden zu kommen. Die Flüchtlinge, die bei uns ankommen, können dem IS zumeist nur Immobilien oder Gebrauchsgüter spenden.

  • #22

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