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Marcel H. aus Herne – Bausteine einer tragischen Geschichte

Ist jetzt lange Zeit alleine und offline: Marcel H. (Symbolfoto – Quelle: Flickr/ antonf/ cc-by-sa)

Gastautorin und Kriminalpsychologin Lydia Benecke mit psychologischen Ausführungen zu Marcel H., der vor einer Woche verhaftet wurde, nachdem er sich in einer Imbiss-Bude in Herne gestellt hatte. Er hatte zu diesem Zeitpunkt mutmaßlich zwei Menschen getötet.

Immer, wenn tragische Verbrechen begangen werden und besonders dann, wenn Kinder die Opfer sind, folgt auf das unwillkürliche Entsetzen und die typischerweise hiermit verbundene Dämonisierung des Täters die Frage nach dem „Warum“. Im so bizarren wie öffentlichkeitswirksamen Fall von Marcel H. ist es nicht anders.

Drei volle Tage lang bündelt ein 19-Jähriger die Aufmerksamkeit Deutschlands durch den Mord am neunjährigen Jaden und durch sein von Äußerungen im Internet begleitetes Verschwinden. Viele Aspekte im Fall wirken seltsam und widersprüchlich – auch Tage nach seiner Festnahme und der anschließenden Pressekonferenz. Die emotionalen Reaktionen der Bevölkerung waren nicht überraschend: Sie reichten von Aufrufen zur Lynchjustiz über allerlei Gewaltfantasien von Kommentatoren im Netz dem Täter gegenüber. Neben solchen Reaktionen stellte sich nachvollziehbar auch die Frage nach der Logik der seltsam und teils widersprüchlich erscheinenden Verhaltensweisen von Marcel H.

Die Suche nach irgend einer Form von greifbarer Erklärung für das Verhalten des Täters ist eine normale Reaktion. Menschliches Verhalten ist komplex, speziell auch wenn es um schwere Straftaten geht. Eine umfassende (Er-)Klärung der Tat im Kontext der Persönlichkeitseigenschaften und der biographischen Entwicklung des Täters wird im Rahmen des Gerichtsprozesses ein Gutachter erstellen. Doch deutlich grundlegendere Erklärungsansätze sind bereits anhand der Informationen möglich, welche der Öffentlichkeit aufgrund der erfolgten Berichterstattung und Pressekonferenz zugänglich gemacht wurden. Diese Informationen lassen sich im Kontext internationaler Forschungsergebnisse einordnen, die typische Merkmale unterschiedlicher Tätertypen aufzeigen. Speziell auch zu jugendlichen und jungen Erwachsener, die schwere Gewalttaten planten oder vollendeten, gibt es bereits aufschlussreiche wissenschaftliche Erkenntnisse. Diese weisen in einigen Bereichen auffallende Parallelen zu bekannten Informationen im Fall des Marcel H. auf.

Rückzug in Fantasiewelten

Ein junger Erwachsener, der sich seit längerer Zeit ins Internet zurückzog, mit den Anforderungen der „echten“ Welt scheinbar überfordert. Der sich Tarnkleidung anzog, die mit Soldaten, Kämpfen, Macht assoziiert ist. Der sich im Internet über Suizidabsichten unterhielt und dabei Chatpartner fand, die solche sogar unterstützten. Seine große Hoffnung, durch Aufnahme in die Bundeswehr endlich Anerkennung finden zu können, wurde enttäuscht. Am selben Tag, an dem er eigentlich mit dem Gedanken an Suizid gespielt hatte, tötete er schließlich ein Kind. Nicht Entsetzen oder Panik war seine Reaktion, sonder er empfand diese Tat offenbar als positives, selbstwertsteigerndes Erlebnis, mit dem er im Internet anzugeben begann. Verzweifelte Suche nach Aufmerksamkeit und Anerkennung – wenn schon nicht positive, dann eben negative. Ein Phänomen, das auch von geplanten und vollendeten Schulamokläufen bekannt ist.

Mit diesen haben die bekanntgewordenen Fakten über den Fall Marcel H. einiges gemeinsam: Eher zurückgezogen lebende Einzelgänger, denen ersehnte Anerkennung und Erfolg verwehrt bleiben. Die sich ständig gekränkt fühlen und die Schuld an ihrem für sie selbst unerträglichen Zustand anderen Menschen, eventuell sogar „den Menschen“ als wahrgenommener Gesamtheit allgemein, zuschreiben. Die sich intensiv in Fantasiewelten zurückziehen, wo sie sich stark, überlegen, mächtig fühlen. Überkompensation all der empfundenen Negativemotionen in ihrer eigentlichen Realität. Häufig sind sie fasziniert von machtvollen Symbolen, Waffen, Uniformen, Gewalt. Alles überdeutliche Assoziationen mit dem Gegenteil ihrer im echten Leben immer wieder empfundenen Minderwertigkeit, Hilflosigkeit und Schwäche.

Frust

Wenn das eigentliche Problem – die tiefsitzende Unfähigkeit, sich selbst realistisch positiv zu sehen, auf positive Art Zugehörigkeit, Anerkennung und Selbstwert zu erleben – vom Betroffenen weder richtig erkannt noch sinnvoll (beispielsweise durch eine Therapie) angegangen wird, wenn ihm eine konstruktive Verbesserung seines lang empfundenen Leidens unmöglich erscheint, dann kann eine aggressive Überkompensation ins Gegenteil immer weiter fortschreiten – zunächst in der Gedankenwelt und im schlimmsten Fall irgendwann auch in der Realität. Der Frust der vielen empfundenen Kränkungen, die eigentlich emotionale Verletzungen sind, wird in aggressive Fantasien geleitet, in denen heftige Gewalt gleichzeitig als Machterlebnis und als Rache für das eigene Leid fungiert.

Eine auffällige Persönlichkeitsstruktur mit in Extremfällen dramatischen Folgen
Immer wieder ist bei einer Untergruppe von jugendlichen Tätern ein psychologisches Merkmal hervorstechend, das im Kern ihrer Auffälligkeiten steht: Eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur. Narzissmus kann in unterschiedlichen Schweregraden ausgeprägt sein: Es gibt sowohl eher milde Ausprägungen (hierbei spricht man von einem „narzisstischen Persönlichkeitsstil“) bis hin zu wirklich starken Ausprägungen (die als „narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostizierbar sind). Auch können Personen sowohl narzisstische als auch andere auffällige Persönlichkeitszüge haben.

Narzissmus?

Eine Untergruppe jugendlicher Täter bei schweren Gewalttaten weist eine eher erfolglos narzisstische Persönlichkeit auf. Dem Persönlichkeitsstörungsspezialisten Rainer Sachse zufolge haben erfolglos narzisstische Menschen unrealistisch positive Vorstellungen ihrer selbst, die in krassem Gegensatz zu ihren echten Leistungen oder auch nur ihren echten Bemühungen, etwas zu leisten, stehen. Während erfolgreiche Narzissten sehr viel Energie und Mühe aufwenden, um sich durch ständig neue Erfolge in ihrem positiven Selbstbild halten zu können, sind erfolglose Narzissten in ihren tatsächlichen Bemühungen um Erfolg wenig engagiert.
Sie finden Ausreden dafür, dass sie in der Realität – außerhalb ihrer grandiosen Fantasien – nicht ansatzweise den Zuspruch und die Anerkennung finden, welche sie sich so sehnlich wünschen. Hierbei ist eine Möglichkeit, die Schuld anderen Menschen zuzuschieben, welche vermeintlich nicht die angemessene Wertschätzung vermitteln, womöglich sogar als kränkend empfundene Dinge sagen und tun. Ursachen für die andauernde eigene Unzufriedenheit werden damit von der eigenen Person weg, nach außen gewendet. Dadurch kann die Wut über das eigene tatsächliche oder auch übertrieben als solches empfundene Versagen gegen andere gerichtet werden.

In seinem trotz aller Misserfolgserlebnisse dennoch vorhandenen, überhöht narzisstischen Selbstbild, kann ein solcher Mensch seine Mitmenschen zusätzlich als ihm unterlegen, im Vergleich zu ihm selbst wertlos, empfinden. Die hiermit zusammenhängende Entmenschlichung der Mitmenschen in Kombination mit der ständig latent empfundenen Wut durch Kränkungserlebnisse kann in Extremfällen in Gewalttaten münden. Wenn die Mitmenschen als wertlose Objekte gesehen und empfunden werden, die gleichzeitig als Sündenböcke für die eigenen schlechten Empfindungen herhalten, ist der Weg für Verhaltensweisen, die anderen schaden, geebnet. Einige der späteren Gewalttäter mit entsprechender Persönlichkeitsstruktur hegen schon lange vorher gewalttätige Fantasien. Dementsprechend suchen sie sich zu ihren Gewaltfantasien passende Interessen: Häufig interessieren sie sich für Waffen, Kampfsport, Gewaltdarstellungen unterschiedlicher Art, gewalttätige Computerspiele und andere berühmt gewordene Gewalttäter, mit denen sie sich verbunden fühlen und die ihnen als Vorbilder dienen.

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VORSICHT: Nicht die entsprechenden Computerspiele sind der Auslöser für die Gewaltfantasien. Sie werden von besagten Tätern allerdings aktiv gesucht, um die entsprechenden bereits bestehenden Fantasien zunächst virtuell ausleben zu können. Computerspiele können bei solchen Menschen also zur weiteren Verschlimmerung ihrer unabhängig davon bestehenden Problematik beitragen, allerdings nicht solch schwerwiegende Grundsymptome ursächlich auslösen. Anders gesagt: Kein psychisch stabiler Mensch wird durch welche Computerspiele auch immer zum potenziellen Gewalttäter.
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Mögliches Erklärungsmodell des Tatverhaltens von Marcel H.

Vorab: Das folgende mögliche Erklärungsmodell basiert auf den öffentlich bekannten Informationen zum Fall, eingeordnet in die bereits grundlegend geschilderten, psychologischen Erkenntnisse zu Tätertypen mit in einigen wesentlichen Punkten übereinstimmenden Merkmalen. Es handelt sich hierbei lediglich um eine grundlegende Hypothese für die Zusammenhänge der bekannte Ereignisse. Nur der mit dem Fall vom Gericht betraute Gutachter wird mithilfe der Auswertung aller ihm zur Verfügung stehenden Daten die genauen Umstände der Tat und gegebenenfalls bestehende Diagnosen konkret feststellen und beschreiben.

Am Montag, dem 06. März 2017, befand sich Marcel H. offenbar in einer von ihm als tiefe Lebenskrise empfundenen Situation. Er saß alleine in einer Wohnung, fürchtete den Verlust seines Internetzuganges, der ihm zur Befriedigung seiner Computersucht diente und hatte jegliche Hoffnung, durch eine Stelle bei der Bundeswehr endlich ein nennenswertes Erfolgserlebnis im echten Leben erzielen zu können, verloren. Sich um Stellen zu bewerben, die nicht seiner Vorstellung entsprachen, sah er als keine Option für sich an. Die Perspektivlosigkeit und der offenbar lange angestaute Frust äußerten sich an diesem Tag in Suizidgedanken. Die Selbsttötung als vermeintlicher Ausweg aus dem unerträglichen Kränkungserlebnis und der scheinbaren Ausweglosigkeit.

Suizid und Aggressionsabfuhr

Kommunikation mit einem Kontakt aus dem Internet über die Suizidabsicht erbrachte lediglich befürwortende Worte des Gegenübers. Ein – mehr oder weniger ernst gemeinter – Suizidversuch scheiterte, was Marcel H. zum Anlass nahm, nun einen Menschen töten zu wollen. Der offenbar vorher konsumierte Alkohol verstärkte aggressive Impulse und trug zur Unterdrückung von eventuell noch vorhandenen Hemmungen bei. Spätestens aufgrund der erlebten Unfähigkeit, dem eigenen Leben tatsächlich selbst ein Ende setzen zu können, wurde die Wut über das bisher erlebte Lebensversagen nach außen gerichtet und entlud sich in einem grausamen Tötungsdelikt.

Die Aggressionsabfuhr in Form des Tötungsdeliktes scheint sich – bemessen an seinen eigenen Äußerungen – für Marcel H. positiv angefühlt zu haben, denn zumindest kurzfristig fand der angestaute Frust einen Kanal. Gleichzeitig dürfte sich eine Empfindung von Macht eingestellt haben, die in weiterer Internetkommunikation über die Tat ihren Ausdruck fand. Das Erleben von vermeintlicher Macht und Erleichterung kann den Wechsel von der zuvor suizidalen Empfindung in einen „Machtrausch“ ausgelöst haben. Dieser wurde in der als sicher erlebten Online-Welt demonstriert und hierdurch ausgekostet.

Da das Opfer sich bekanntermaßen in der Wohnung von Marcel H. aufhielt, die suizidale Absicht allerdings nicht mehr spürbar war, war der Wechsel des Aufenthaltsortes eine logische Konsequenz. Möglicherweise wurde das spätere zweite Opfer als Möglichkeit eines Unterschlupfes ausgewählt, weil es alleine in der Nähe lebte und zunächst von Marcel H. als manipulierbar empfunden wurde. Seinen Online-Äußerungen zufolge erwog er bereits unmittelbar nach dem ersten Tötungsdelikt, einen weiteren Menschen zu töten. Die Konfrontation damit, dass sein Gastgeber über seine Tat im Bilde war, stellte einen letztendlichen Auslöser dar, nun das bereits in Gedanken als Handlungsoption vorhandene, nächste Tötungsdelikt zu begehen. Möglicherweise wirkte die Wut über die empfundene Bedrohung, von einem befreundeten Menschen an die Polizei ausgeliefert zu werden, als situative Rechtfertigung für den aggressiven Impulsdurchbruch. Anschließend wurde das Selbstwertgefühl weiter durch Online-Aktivitäten gefüttert.

Kontrolle behalten

Schließlich, genau drei Tage nach dem ersten Tötungsdelikt, dürften zunehmend klarer geworden sein, dass die Polizei den Aufenthaltsort in der Wohnung des zweiten Opfers bald finden würde. Es mag Marcel H. selbstbestimmter erschienen sein, selbst zu entscheiden, wann, wo und wie die Festnahme erfolgen würde. Ein letzter Ausdruck von vermeintlicher Macht und Kontrolle, ebenso wie auch die letzte Ausübung von Kontrolle über den Tatort durch Brandstiftung.

Geschätzt zu werden ist eine Auszeichnung,
gefürchtet zu werden ist ein Armutszeugnis

Das wirklich tragische an solchen Tätern ist, dass sie sich im Kern nach nichts mehr sehen als danach, sich so anerkannt, angenommen, gewertschätzt zu fühlen, wie sie sind. Blind dafür, dass sie durch eigene Verhaltensweisen und Gedankenkonstrukte selbst unbewusst im Sinne selbsterfüllender Prophezeiungen dazu beitragen, immer wieder tatsächliche oder vermeintliche Misserfolge und Kränkungen zu erleben. Über Jahre zunehmend sind sie im Tunnelblick ihrer unbewussten Abwehrmechanismen gefangen. Schuldverschiebung, Abwertung und Entmenschlichung anderer Menschen, damit negative Rückmeldung oder sogar Ablehnung durch diese als irrelevant wegrationalisiert werden können. All die unbewussten Mechanismen im verzweifelten Versuch, das instabile, ständig in den negativen Bereich kippende Selbstwertgefühl wenigstens vorübergehend zu stabilisieren. All diese Mechanismen sind eine ständige, dysfunktionale und ineffektive Flucht vor den eigentlichen, all dem zugrunde liegenden Schwierigkeiten.

Es gibt Menschen, die schaffen den Weg aus einer solchen Entwicklung, bevor sie sich und anderen beträchtlichen Schaden zufügen. Wenn sie sich auf Psychotherapie einlassen, bereit sind, den Ursachen all ihres eigenen Leides ins Gesicht zu sehen, anstatt immer nur mithilfe ihrer Abwehrmechanismen vor ihren tiefsten Ängsten und schlimmsten Gefühlen davonzulaufen. Es stellt keine Macht dar, aus lauter Verzweiflung über das eigene Versagen anderen Menschen Leid anzutun. Es ist ein Armutszeugnis und ein Beweis für die eigene tiefgreifende Schwäche. Wirkliche Stärke erfordert es, wenn ein Mensch mit entsprechenden Problemen bereit ist, mit einem Therapeuten in den Abgrund der tiefsten Ängste und Verletzungen seiner Seele zu schauen und an diesen konstruktiv zu arbeiten. Es gibt einen Ausweg aus der von Menschen mit entsprechenden Problemen fälschlich empfundenen Ausweglosigkeit. Dieser führt in ein besseres Leben, in dem es nicht mehr nötig ist, gefürchtet werden zu wollen, weil Fähigkeiten entwickelt werden, tatsächliche Anerkennung und Wertschätzung durch andere Menschen zu erreichen, wahrzunehmen und annehmen zu können. Wie einst ein Gewaltstraftäter, mit dem ich arbeitete, sagte: „Irgendwann habe ich erkannt, dass ich in Wirklichkeit lieber geschätzt werden würde, als gefürchtet“.

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9 Kommentare zu “Marcel H. aus Herne – Bausteine einer tragischen Geschichte

  • #1
    Alex

    Mich wundert immer wieder, wie sich diese Täterprofile und die ursächlichen Aussagen gleichen. Trotzdem sind "killerspiele etc."immer wieder in der Diskussion. Ich denke das sehr viel mehr soziale Bildung in Schulen vermittelt werden muss. Ein Messenger kann mehr Unheil anrichten als" Ballerspiele". Cybermobbing und mobbing allgemein ergeben sich manchmal aus kleinen Blödeleien und spielen sich hoch. Schule steht da sicher nicht allein in der Pflicht. Aber hier ist sicher die Möglichkeit gleiche Werte zu vermitteln und notwendige Hilfsangebote zu vermitteln.

  • #2
    Susanne Glandien

    Mich wundert immer wieder, dass höchst selten die Tatsache erwähnt wird, dass all diese Täter Männer sind. Die wenigen weiblichen Täter können wir getrost vernachlässigen. Ich möchte diese Bemerkung nicht als generelle Schuldzuweisung an die Männer verstanden wissen. Aber es wäre doch ein Ansatz, darüber nachzudenken, was Frauen befähigt, ihre inneren Krisen ohne solche Verbrechen zu bewältigen.

  • #3
    Wolfram Obermanns

    Wie wird das hier skizzierte Persönlichkeitsprofil von einer antisozial-devianten Psychopathie abgegrenzt?
    Oder ist das, was hier beschrieben wird, eine ebensolche?

  • #4
    Davbub

    @ 2: " Ich möchte diese Bemerkung nicht als generelle Schuldzuweisung an die Männer verstanden wissen. Aber es wäre doch ein Ansatz, darüber nachzudenken, was Frauen befähigt, ihre inneren Krisen ohne solche Verbrechen zu bewältigen."
    Na ja, zum einen ist davon auszugehen, daß Frauen andere Verbrechen begehen (Todesengel in der Klinik/Altenheim, Kindestötungen; langwährende physische und psychische Mißhandlung von Kindern u.A. Schutzbefohlenen, s. Stefan Harbort), zum anderen werden die meisten von Frauen begangenen Verbrechen als solche nicht erkannt, schlicht weil die Gesellschaft Frauen solche Dinge nicht zutraut (zutrauen will). Oder die Verbrechen werden zu psychisch begründeten, quasi schicksalhaften Ereignissen umgedeutet, weil weibliche Morde nicht ins Gesellschaftsbild passen.

  • #5
    Puck

    #2 Susanne Glandien
    Mit solchen Aussagen wäre ich äußerst vorsichtig. Das geht einem spätestens dann auf, wenn man sich die "Karrieren" der weiblichen KZ-Aufseher genauer betrachtet: größtenteils ziemlich verhuschte Kuscher-Persönlichkeiten, die sich sonst im Leben nix getraut haben, aber zu Bestien wurden in dem Augenblick als sich eine Möglichkeit ergab, ihre Agressionen raus zu lassen.

  • #6
    Gesine H.

    Die Frage warum Frauen nicht zu Mord greifen ist sicher komplex.
    Ein Teil der Antwort aber, ist dass es für Frauen relativ einfach ist sexuelle Aufmerksamkeit zu erlangen. Manch narzisstische Frau fühlt sich bereits aufgewertet wenn sie den Mann einer anderen Frau verführen kann, was sie als Beweis wertet "besser" als diese andere zu sein.

  • #7
    GMS

    @Alex, der Abschnitt über Computerspiele war neutral und relevant. Genauso wie der Abschnitt über Kommunikation im Internet. Daraus auf ein negatives Ansehen von Computerspielen, außerhalb des Boulevardjournalismus und der populistischen zweiten Reihe im Politikbetrieb, zu schließen halte ich für überinterpretiert.
    Medien- und Sozialkompetenz ist allerdings ein dringendes Thema für Schulen.

  • #8
    Mario Grunert

    @Susanne Glandien : "Was Frauen befähigt ihre inneren Krisen.. ? " – einfache Antwort, die Männer. Was muss eine Frau tun um von wenigstens einem Menschen des anderen Geschlechts geschätzt zu fühlen .. und was ein Mann.

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