NRDSTDT Kidz kritisieren Künstlerin Barbara Meisner

meisner

 

Der Text wurde in den vergangenen Tagen in der Nordstadt verteilt. Wir bekamen ihn mit der Bitte zugesandt, ihn zu veröffentlichen, was wir hiermit tun:

Frau Barbara Meisner, sehr geehrte Bewohner der Nordstadt, liebe Freunde
des Viertels,

im Folgenden wenden wir uns an euch. Da uns die veröffentlichten Briefe
der Frau Meisner an den Oberbürgermeister Ullrich Sierau sauer
aufgestoßen sind, wollen wir es uns nicht nehmen lassen, an der
öffentlichen Debatte teilzuhaben.

Beginnen wir einfach mit den durchaus existierenden Problemen im
Viertel, denen auch wir uns bewusst sind. Menschen, die das Viertel mit
offenen Augen durchschreiten, bemerken leicht, dass Zustände wie
Prostitution und Drogenhandel, wie in jeder anderen Großstadt nun mal
auch, Teil des Lebens sind.

Nun zum Aktionismus von Frau M., mit dem Sie auf stumpfe Art und Weise
rassistische Ressentiments verbreitet, die ihrem
hinterwäldlerisch-konservativen Weltbild entsprechen.
So versetzt sie sich künstlich, wie bei Deutschen beliebt, in die
Opferrolle einer „diskriminierten deutschen Randgruppe“ und erklärt sich
zur selbstauserkorenen Verfechterin im Kampf um Recht und Ordnung im
Viertel.
In ihren Briefen wettert sie allerdings gegen die tatsächlichen
migrantischen Minderheiten. Ihre polemischen Bemerkungen, ob es möglich
sei mit kopftuchtragenden Frauen über Film, Musik und Kunst auf
intellektuellem Niveau zu diskutieren, offenbaren sarazinistische
Gedankengänge.
In den „westfälischen Favelas“ angekommen hat Frau M. es sich scheinbar
nach kürzester Zeit zur Aufgabe gemacht, jedes noch so schreckliche
Erlebnis mit bspw. fast food-fressenden Chinesen oder kaum
deutschsprechenden Bulgaren fein säuberlich zu dokumentieren und
Oberbürgermeister Sierau darüber in Kenntnis zusetzen. Wir fragen uns,
ob sich Frau M. jemals die Mühe gemacht hat, Türkisch oder Bulgarisch zu
lernen. In künstlerisch-intellektuellen Kreisen sollte es doch zum guten
Ton gehören, mehrere Sprachen zu beherrschen und sich im Sinne einer
Weltoffenheit, anderen Kulturen nicht zu verschließen. Bei ihrem
Geschwafel über aktuelle „Integrationsdebatten“, hat sie es scheinbar
versäumt, dass das Wort Integration mit samt seiner Bedeutung nur noch
sekundär benutzt wird und erfreulicher Weise durch das Wort Inklusion
ersetzt wurde.

Ihre Vorgehensweise zur Untermauerung ihrer Argumente erscheint uns auch
mehr als fragwürdig. So verletzt Frau M. Grundrechte von
Nordstadtbewohnern, in dem sie wahllos männliche Migranten auf der
Straße abfotografiert und sie Oberbürgermeister Sierau als Drogendealer
präsentiert. Ungeprüft, ohne Beweise und auf das Aussehen dieser Männer
beschränkt, geht sie davon aus, dass es sich bei ihnen um Drogendealer
handeln muss. Dies ist nicht nur eine verkürzte und verfälschte
Darstellung von Tatsachen, sondern darüber hinaus auch äußerst
rassistisch.

Obwohl sich Frau M. der misslichen Lage vieler Bulgaren und Rumänen
bewusst ist, scheut sie sich nicht davor, Nicolas Sarkozy zu zitieren,
in dem sie das Wort „racaille“ nutzt, welches aus dem Französischem
stammt und übersetzt soviel wie Abschaum bedeutet. In Frankreich werden
so die Menschen aus den Banlieue bezeichnet.
Bei der schlechter Gesellschaft, die Frau M. in Form von Maria Hetmeier,
ihres Zeichens SPD-Abgeordnete für den Bezirk Nord, genießt, ist es
allerdings nicht verwunderlich, dass sich auf rechts-konservative
Politiker wie Sarkozy bezogen wird. Dabei trägt gerade Frau Hetmeier
maßgeblich Schuld an den Missständen junger Frauen innerhalb der
Nordstadt. Sie war für die Schließung des Strassenstrich „hinterm
Hornbach“ verantwortlich, welcher europaweit eine Vorbildfunktion
aufgrund seiner hervorragenden Sozialarbeit mit den Prostituierten
genoss. Vielleicht wäre es hier eher angebracht, etwas gegen Frau
Hetmeier zu unternehmen, statt Prostituierten die Schuld dafür zu geben,
nun wieder im Viertel auf Freiersuche gehen zu müssen.

Die angeführten Beispiele sind nur einige Pseudodiagnosen der
Nordstadt-Verhältnisse Meisners.
Als Bewohner des Viertels würden wir uns freuen, wenn Frau M. in naher
Zukunft ihrem Plan nachgehen würde und sich dem Programm von VOX und
GALA zu widmen. Sollte weiterhin das Interesse bestehen, Diagnosen zu
stellen und die Verhältnisse ändern zu wollen, empfehlen wir bspw.
Dorstfeld aufzusuchen und die Zucht und Ordnung vor Ort zu genießen.
Dort leisten seit Jahren Deutsche Aufbauarbeit. Hierbei ist es uns nicht
daran gelegen, Frau M. als Neonazi zu bezeichnen oder sie in eine
derartige Ecke zu drängen.

Mit besten Grüßen & Hade Ciao

NRDSTDT Kidz

Mehr zu dem Thema

Auf diesem Blog:

Briefe einer abgesagten Ausstellung

Update II: Stadt Dortmund begründet Absage der Nordstadt-Ausstellung mit Datenschutz

Zur Debatte um Einwanderern aus Südosteuropa: 

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Welt: „Wie dreckige Zigeuner“ – Das Elend der Roma

Welt: Die Roma und das Recht

 

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31 Kommentare

  1. #1 | MeisnerPorzellan sagt am 1. März 2013 um 18:17 Uhr

    Frau Meisner in eine Naziecke zu stellen wäre in der Tat falsch. Die akribische Dokumentation angeblicher Vergehen von nicht-Deutschen, sowie das penible Recherchieren der Herkunft der vermeintlichen Störenfriede, ist eine Disziplin die sich alle Deutschen bei ihren Großeltern abgeschaut haben, nicht nur Nazis.

    So ist es auch nur konsequent, wenn ihr beim Anblick des „ausländisch“ geprägten Straßenbildes, „Ghettoisierung“-sphantsien druch den Kopf gehen.
    Auch das Fotografieren angeblicher Dealer ist nur ein weiterer, deutscher Brauch: die Denunziation.
    Anstatt widerlichkeiten dieser Art der Polizei zu überlassen, hat sie ihrem Rassismus hier bereits nachgegeben und ist dazu übergegangen, sich dem Problem selbst anzunehmen.

    „Menschen, die offenes Feuer in Häusern machen und Menschen, die den Ansatz einer Waldorfschule verstehen, sind nunmal soweit ausienander, daß ich kaum Schnittmenge sehe.“

    Meisner wäre wohl lieber, wenn diese von ihr zu Höhlenmenschen degradierten Nordstädter, das Spiel mit dem Feuer denen überlassen, die damit Erfahung haben. Der deutsch-rassistische Mob hat schließlich in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass er mit Nazis nichts am Hut hat, sondern sich nur aus Aktivbürgern zusammensetzt, die ihr Handwerk verstehen.

  2. #2 | Klaus Lohmann sagt am 1. März 2013 um 19:42 Uhr

    Bravo! Schöner Schrieb, weiter so!

    PS, liebe NRDSTDT Kidz: Die gute Frau Meisner kann doch „Fremd“, sie fühlt sich lt. ihren Briefen doch in ihrem „Cercle Francais“ so richtig wohl. Vielleicht sollte man ihr einfach nur mal einen Atlas schenken, damit sie sich in der Welt besser zurechtfindet und nicht permanent die Heimaten von Sarkozy und Hetmeier durcheinander würfelt.

  3. #3 | Thorsten Stumm sagt am 1. März 2013 um 21:52 Uhr

    Liebe NRDSTDT Kidz,
    sicher darf man die Aussagen von Frau Meisner kritisieren. Allerdings hat Frau Meisner den Mut bewiesen Ihre Ansichten öffentlich und namentlich zu vertreten.
    Man muss ihre Inhalte nicht teilen aber anders als Ihr versteckt sie sich nicht hinter einem Pseudonym und bringt auch keine mit diesem Pseudonym verfasste Drohbriefe an Haustüren an.

    Es ist sehr einfach sich in moralische Pose zu werfen aber in der öffentlichen Diskussion sich dann nicht aus der Deckung zu trauen. Charakter und Mut zu seiner Meinung zu stehen sieht anders aus.

    Und Ihr einen Drohbrief heimlich an die Haustür zu packen ist mehr als arm.

  4. #4 | Klaus Lohmann sagt am 1. März 2013 um 22:41 Uhr

    #3 | Thorsten Stumm: Ich sehe hier nirgendwo eine Frau Meisner, die sich der hier geäußerten Kritik stellt.

    Eine von Fr. Meisner ungefragt öffentlich gemachte Debatte wird halt dann auch öffentlich weitergeführt. Wer in die Küche geht, sollte Hitze ertragen können. Und für irgendwelche „Drohbriefe“ an Haustüren sind Polizei und Staatsanwaltschaft da, nicht Blogs.

  5. #5 | Thorsten Stumm sagt am 2. März 2013 um 01:08 Uhr

    @Klaus Lohmann
    Die NRDSTDT Kidz haben ganz konkret an die Wohnungstür von Frau Meisner einen Drohbrief angebracht. Nix gegen Debatten aber da hört der Spass einfach auf. Wer sich so verhält kann Diskurs nicht erwarten.

    Ungefragt ?
    Eine seltsame Haltung zur Meinungsfreiheit….

  6. #6 | vlad sagt am 2. März 2013 um 02:05 Uhr

    Kunst war nie bloß „zum Gucken“ da – sie rückt ins Licht, stört die Ruhe und ärgert den Bürgermeister mit „dummen Geschichten“. Diese Ausstellung anhand einer hygienischen Kunst„Definition“ in irgendeine Ecke zu drängen, läßt Bildungsdefizite vermuten. Sie zu verbieten sieht nach Kompetenz-Überschreitung aus, erscheint juristisch zweifelhaft, ist politisch unbeholfen und entspricht einem obsoleten Autoritätsbegriff. Statt eines spannenden Kulturabends, gibt es jetzt einen Eklat mit peinlichen Auswüchsen wie die obige „Butte…zu veröffentlichen“. Der Künstler hat also seine Pflicht im Endeffekt doch erfüllt. Und Stadtbeamte haben ihre Rolle doch gespielt (also: ihre Pflicht nicht erfüllt und sich lächerlich gemacht). Alles soweit in bester Ordnung. Gute Nacht.

    Nur eins ist nicht Ordnung – Diffamierung und Drohgebärden. Diesen Kids wäre nahezulegen, Lesen zu lernen, ehe sie zum Schreiben animiert werden. Übrigens: das erste, was im Alphabetisierungskurs gelehrt wird, ist die eigene Unterschrift. Grundlagen der Identitätslehre, quasi. Selbständiges soziales Benehmen kommt anschließend wie von selbst. Der angemessene Gebrauch von komplexeren Begrifflichkeiten auch. Echt…

  7. #7 | Stefan Laurin sagt am 2. März 2013 um 08:49 Uhr

    @vlad: Sie sind Arroganz kaum zu überbieten – und selbst voller Bildungsdefizite. Werfen Sie mal einen Blick in die Geschichte wofür Kunst schon alles da war.

  8. #8 | vlad sagt am 2. März 2013 um 10:18 Uhr

    … allerdings; und ja, ich habe noch viel zu lesen! Thema ist hier aber der , diese (im übrigen eher konstatative) Ausstellung betreffend – und nicht ich. Einverstanden, also?

  9. #9 | Manfred Bergmann sagt am 2. März 2013 um 10:21 Uhr

    Sie reden hier von Drohbriefen und Drohungen. Diese sehe ich hier nirgends.
    Sicherlich ist der Text emotional, das bleibt bei dem Thema aber auch nicht aus.
    Die Anonymitaet ist doch ein durchaus verstaendliches mittel, Sie beteiligen sich doch auch lediglich im anonymen WWW an der Debatte.

    Stumpfen RassistInnen wie Frau Meisner darf in keiner Stadt eine Plattform geboten werden.

  10. #10 | Klaus Lohmann sagt am 2. März 2013 um 10:30 Uhr

    @#6 | vlad: Grundlagen Identitätslehre, ah jetzt ja… „vlad“ ist wahrscheinlich Ihr Künstlername, mit dem Sie alles unterzeichnen. Wie ich solche Pharisäer liebe…

    #5 | Thorsten Stumm: Ungefragt ist nun mal das treffende Adjektiv für eine Meinung, nach der Niemand gefragt hatte. Oder finden Sie in der bisherigen Berichterstattung irgendwo einen Hinweis auf eine „Bestellung“ dieser Briefe?

    Ist übrigens immer wieder lustig, wie Menschen reflexartig den „Meinungsfreiheit!“-Regenschirm öffnen, wenn ihnen gar nix mehr einfällt…

  11. #11 | Manfred Bergmann sagt am 2. März 2013 um 10:43 Uhr

    Es bedarf also einer konkreten Nachfrage, um an dieser, von Frau Meisner gewollt, oeffentlichen Debatte teilzuhaben?
    Ziemlich erschreckendes Bild, welches sich hier auftut!

  12. #12 | Frank Farins sagt am 2. März 2013 um 10:52 Uhr

    @Vlad

    Sie reden hier von Drohgebärden, Diffamierung und sozialem Verhalten bzgl. dieses Briefes?
    Haben Sie die unsäglichen Hasstiraden dieses Menschen überhaupt gelesen? Scheinbar nicht.
    Ich lege es Ihnen nahe.

    (Vom Admin editiert)

    Das ist ein kleiner Teil der Briefe. Beginnen Sie doch mal mit dem Multiple Choice Test. Hoffentlich attestiert Barbara Meisner ihnen ihr Deutschtum.
    Eine wunderbare Lektüre, um diese Diskussion zu verstehen.
    Viel Spaß.

  13. #13 | Klaus Lohmann sagt am 2. März 2013 um 11:02 Uhr

    @#11 | Manfred Bergmann: Nein, es bedarf einer gehörig großen Portion Naivität, um eine Diskussion über derartige „Briefe“ von vornherein als etwas, mit dem man ja so gar nicht gerechnet hatte, abzutun. So wie es Fr. Meisner im ersten Interview mit den RN tat.

  14. #14 | vlad sagt am 2. März 2013 um 11:59 Uhr

    @ #12, Frank Farins: ja, habe alles gelesen, „Hasstiraden“ sehe ich dort nicht. Aber Sie diffamieren – und Sie lenken ab: um Deutschtümelei geht’s hier (hoffentlich) nicht. Wie wär’s mit etwas Humor? Muß geübt werden, wird nicht geerbt 🙂
    @ #9, Manfred Bergmann: … „Rassismus“ auch nicht.
    Aha, Diffamierung ist (bloß) „emotional“ – verstehe, na dann…
    @ #10, Klaus Lohmann: Sie sehen “Meinungsfreiheit!” als „Regenschirm“. Ich, als Schutz gegen derlei Meinungsinkompetenz, Machtmißbrauch und… na ja, Humorlosigkeit…

  15. #15 | Frank Farins sagt am 2. März 2013 um 12:24 Uhr

    Sie tun das als Humor ab?
    Es ist Humor, migrantische Mitbürger als Drogendealer zu bezeichnen?
    Es ist Humor, migrantischen Mitbürgern Intellekt abzusprechen?
    Es ist Humor, die Bürger als Abschaum abzutun?

    Diese „Art von Humor“ kann kein Mittel sein, um Probleme eines Viertels anzusprechen.

  16. #16 | Stefan Laurin sagt am 2. März 2013 um 12:29 Uhr

    @Frank Farins: Es ist nur dann Humor, wenn die Künstlerin kritisiert wird. Und wer den Humor nicht versteht ist dann dumm. Eine klassische Rückzugslinie, nur eine ziemlich alberne und mimosenhafte.

  17. #17 | Klaus Lohmann sagt am 2. März 2013 um 12:43 Uhr

    Richtig, „vlad“. Anonyme „Meinungsfreiheit!“-Pos(t)er wie Sie schwenken gerne auf eine „Portion Humor“ um oder verkaufen Unsinn als „künstlerische Freiheit“, wenn die Argumente gegen berechtigte Kritik an Meinungen ausgehen.

    Nicht ich oder Andere hier sprechen Fr. Meisner das Recht ab, ihre Meinung wo-auch-immer äußern zu können, sondern *Sie* sprechen der restlichen Welt die Befähigung und das Recht ab, eine Meinung ganz normal kritisieren zu dürfen. Da fehlen mir dann aber *Ihre* grundsätzlichen Basiskenntnisse in „Identitätslehre“, die *Sie* ja genüsslich bei Anderen einfordern.

    Und ja, es geht um *Sie*, der hier auf Andere verbal einprügeln will.

  18. #18 | Ecrin Kundlu sagt am 2. März 2013 um 13:17 Uhr

    Interessante Debatte die hier mal wieder entflammt. Zum einen ist mir unklar woher die „Drohungen“ kommen? Ich selber habe diesen Brief in der Nordstadt plakatiert gelesen und wusste ehrlich gesagt erst garnicht worum es geht, aber google sei dank…
    Ich kann in dem Brief beim besten Willen keine „Drohungen“ finden. Aber ist wahrscheinlich auch so ein Beissreflex, zum Thema „Moral“ bleibt nur zu sagen das die werte Frau Meisners wohl zu viel der päpstlichen Moral in sich trägt sonst würde sie nähmlich die Probleme anders angehen als mit dem von ihr genutzten Vokabular. Humor hin oder her, für türkenwitze etc. pp. ist langsam aber sicher keine toleranz mehr vorhanden.
    Ansonsten empfiehlt sich folgendes mal zu lesen https://demokratie-statt-integration.kritnet.org/

    Aber eins hat Frau Meisners sicher geschafft sie hat sich und ihr Buch super in Szene gesetzt…

  19. #19 | vlad sagt am 2. März 2013 um 13:46 Uhr

    Herr Farins, Herr Laurin, mit Verlaub, Sie lenken ab. Die Künstelrin konstatiert Zustände und setzt sie, mit Engagement, um. Sie nehmen Aussagen aus ihrem Kontext und „übersetzen“ sie ihrem Gegenteil. Dies ist Zynismus – mit, sei es auch scharfer, Kritik und Ironie nicht verwechselbar. Eine Diskussion ist so nicht möglich. Die Zustände in der Nordstadt – und darum, sowie um die Freiheit, sie, auch mit Mitteln der Kunst, zu kritisieren geht es hier – bleiben dabei auf der Strecke.

    Jetzt aber ab ins Wochenende! Die Sonne scheint und ich bin auf eine Fahradtour durchs Neandertal eingeladen… 🙂

  20. #20 | Frank sagt am 2. März 2013 um 13:54 Uhr

    „dass Zustände wie Prostitution und Drogenhandel, wie in jeder anderen Großstadt nun mal auch, Teil des Lebens sind.“

    Welch eine Verharmlosung. Muss sich jetzt rechtfertigen, der auf Probleme und Ärgernisse aufmerksam macht? Drogenhandel ist in jeder Großstadt ein Problem, das beseitigt werden muss. Und nicht fatalistisch hingenommen werden muss. „Hurra, wir kapitulieren“ kann nicht das Motto sein.

    Wenn die Politik sich nicht kümmert dann ist es doch gut, wenn engagierte Bürger aktiv werden. Und offenbar braucht es Mut, wenn man in den Problemvierteln aktiv wird, wenn ich das mit den Drohbriefen richtig verstehe.

  21. #21 | Klaus Lohmann sagt am 2. März 2013 um 14:36 Uhr

    #19 | vlad:
    „Sie nehmen Aussagen aus ihrem Kontext und „übersetzen“ sie ihrem Gegenteil“. Beleg? Oder war das nur ein spielerischer Umgang mit komplexeren Begrifflichkeiten?

    Die „Zustände in der Nordstadt“ sind nicht automatisch dadurch definiert, dass eine Frau Meisner ihre sehr subjektive, völlig kunstlose Sicht darüber veröffentlicht. Fremdenhass aus purer Unkenntnis der Menschen in der eigenen Umgebung, unterschwellig und auch offen geäußert, ist kein guter Ratgeber für Diskussionsgrundlagen.

    Ich kenne Niemanden, der gesunden Verstandes z.B. die Aussagen einer Hetmeier, die diese in einem WDR-Beitrag über die Nordstadt machte, als vernunftgesteuert bezeichnen würde. Und Fr. Meisner gehen die Hetmeier’schen Plattitüden bzw. populistischen Parolen nach eigener Aussage in ihren Briefen ja noch nicht weit genug.

    Sie können gern in Zirkeln darüber diskutieren, die für diese Art Populismus aufnahmebereit sind. Drüben bei derwesten.de finden Sie genügend „positives“ Echo, hier eher nicht.

  22. #22 | Heide sagt am 2. März 2013 um 17:16 Uhr

    Wenn Frau Meisners Briefe Kunst sind, sind dann auch Sarrazins Bücher große Literatur?

  23. #23 | Nrdstdtbwhnr sagt am 3. März 2013 um 04:05 Uhr

    Mal ehrlich liebe ruhrbarone,
    ihr wehrt euch gegen Denunziantentum und veröffentlicht hier ein Pamphlet irgendwelcher anonymer nrdstdt kidz und die denunzation von fr. meisnelr lässt ja nun nicht lange auf sich warten …
    hinter dem ganzen scheint der planerladen zu stehen …
    aber sucht doch mal das Gespräch mit den migrant/innen die auch schon seit jahren in de nordstadt leben … die finden ihre wahrnehmung auch eher in den Briefen der künstlerin wieder – zumindest die, die mit kindern im norden leben.
    davon abgesehen waren diese Themen letzte woche zufälligerweise auch im fernsehen sehr sachlichaufgegriffen.
    wäre schön, wenn die barone die gleichen maßstäbe, die sie einfordern auch im umgang mit der künstlerin walten lassen würden und nicht einfach solch anonymen dinge ungefragt übernehmen – oder nennen sie in diesem fall ross und Reiter – vermutlich die aktivisten des planerladens in den auchbschon unmengen Gelder versickert sind ohne nachhaltige wirkung – ähnlich wie beim qm nordstadt …

  24. #24 | Freund der Nordstadt sagt am 3. März 2013 um 11:16 Uhr

    @ 23:
    Warum sollte der Planerladen dahinterstecken?
    Wer wird hier denn denunziert? Diese Briefe sind Teil ihrer Ausstellung. Warum wird eine Reaktion darauf als Denunzierung aufgefasst?

    Was genau wollen Sie damit erreichen, wenn sie erwaehnen, dass auch Migranten Probleme in der Nordstadt sehen? Verwundert Sie das etwa? Sprechen die NRDSTDT KIDZ migr. Mitbürgern diese Fähigkeiten ab? Ich denke nicht, dass die angesprochenen Menschen Meisners hohlen Rassismus teilen.

    Lesen Sie den Brief noch einmal. Das hilft.

    Grüße.

  25. #25 | vlad sagt am 3. März 2013 um 11:57 Uhr

    #18 | Ecrin Kundlu: Danke für das Link auf kritnet – könnte die Diskussion verallgemeinern.

    Wer ist „wir”, der im Namen der NS-Bewohnern die Künstlerin denunziert und ihre Worte verdreht? WoFÜR spricht und steht „wir“? Sehen Sie darin, allein am aufgedrückten, namenlosen, überall in der NS plakatierten „wir“ wirklich nichts ominöses? Und können Sie dieser Kunstinstallation wirklich nichts abgewinnen? Gehen Sie in die Ausstellung, mal sehen, vielleicht regt sie Sie an, etwas anderes zu tun, etwas anders zu sehen… Ah, die Ausstellung wurde verboten… Pech aber auch… Was genau würden Sie also anders tun?

    Übrigens (s. #10): wir sind hier nicht namenlos, Herr Lohmann, unsere eMails sind „der Redaktion“ bekannt. Zugegeben hat das Wort „Pharisäer“ einen einen gewissen Klang (die, etwas kompliziertere, Geschichte der Pharisäer hier zu erwähnen wäre in der Tat nicht verkehrt, aber ich schweife ab). Es empfiehlt sich heute schlicht, begriffsfest und unzweideutig „Heuchelei“ zu sagen. Tue ich auch.

    #21 | Klaus Lohmann: Es ist offensichtlich, Sie isolieren Ausdrucke und übersehen deren Kontext und die Hauptsache. Dies ist verfälschend und kommt mir provokatorisch vor. Die Frage ist nicht, OB Sie dies tun – Ich frage Sie (und „wir“) aber, warum Sie auf eine kritische Herausforderung so gewaltig reagieren. Was bewegt Sie? Was ist Ihr Zweck? Sind Sie mit den Zuständen in der Nordstadt einverstanden? Was ist Ihre Erfahrung, was haben dazu zu sagen? Was „würden“ Sie (ggf. anders als die Künstlerin oder der Bürgermeister) tun? Oder haben Sie es längst getan? Mit welcher Wirkung? Halten Sie eine öffentliche Diskussion, ggf auch mit dem Bürgermeister, für überflüssig? U.s.w.

    Die Bilder dieser Ausstellung haben mich neugierig gemacht. Sind Sie mit dem Verbot einverstanden? Sie sind, nehme ich an, Journalist. Begnügen Sie sich bitte nicht mit Stimmungsmache statt zur Meinungsbildung beizutragen. Wann und wo wurde in Deutschland zuletzt eine Ausstellung auf dieser Weise „verboten“ und der Verbot per Denunziation argumentiert? Warum kämpfen Sie nicht in (und für) Ihrem Medium erstmal _gegen das Verbieten_? Danach können Sie ruhig die Ausstellung platt machen.

    Das ist das Thema. Nicht meine Person, nicht mal die Person der Künstlerin und auch nicht Sie persönlich. Bis zur Vernissage, habe ich dem nichts hinzuzufügen, bin aber weiterhin gespannt.

    Mf&kG,

  26. #26 | Nrdstdtbwhnr sagt am 3. März 2013 um 12:59 Uhr

    Die Barone wissen ja wer ihre gastautoren – die hier anonym als n- kidz auftreten – sind 🙂 …

  27. #27 | Klaus Lohmann sagt am 3. März 2013 um 13:51 Uhr

    @#26 | Nrdstdtbwhnr: Wer sind *Sie* denn? Auch Jemand, der sich neidisch die Fördergelder des Planerladens anguckt, hat einen Namen, wenn er Andere des Denunziantentums bezichtigt.

    @#25 | vlad: Auch Sie sind hier solange anonym unterwegs, solange Sie nicht die Eier haben, Ihre exotische Meinung mit Ihrem Namen zu zeichnen. Nichtssagende EMail-Addis wären nur wichtig zur Strafverfolgung, aber soweit sind wir ja nicht.

    Und nochmal: Die fremdenfeindlichen Aussagen in den Briefen von Fr. Meisner sind ausschließlich dann eine „kritische Herausforderung“, wenn sie innerhalb eines ebenso ausschließlich „braunen“ Zirkels rumgereicht werden. Ansonsten sind sie das, was sie sind: fremdenfeindliche Aussagen ohne irgendeinen künstlerischen Bezug. Ich hoffe, Sie kommen trotz einer Identitätskrise geistig mit.

  28. #28 | Nrdstdtbwhnr sagt am 3. März 2013 um 14:22 Uhr

    Im Gegensatz zu vermutlich vielen anderen lebe ich seit über 15 Jahren in der Nordstadt und zwar nicht in den „Randgebieten“, sondern mittendrin im brunnenstraßenviertel … – natürlich kann man aus der kreuzviertelperspektive die Dinge distanzierter betrachten …
    Das worauf ich nochmals hinweisen möchte ist, dass dieser Brief oder was immer es ist anonym Frau Meisner angeht – vermutlich wäre hier das direkte Gespräch hilfreicher.
    Ich habe nichts gegen Fördergelder – aber selbst die Politik in Dortmund bezeichnet die Nordstadt als Fördergelderversickerungsgrube … Nennen sie mir ein Projekt welches nach dem Ausläufen der Gelder eine spürbare nachhaltige Entwicklung genommen hat.

  29. #29 | Klaus Lohmann sagt am 3. März 2013 um 17:16 Uhr

    @#28 | Nrdstdtbwhnr: So andiskutiert ist das Thema Fördergeld ja auch die Auseinandersetzung wert und ich bin garantiert der Letzte, der hier der Stadt für soviel „Augenmaß“ bei der Verwendung meiner Steuern auf die Schulter klopfen würde.

    Was das aber mit dieser hier veröffentlichten Antwort an Fr. Meisner, irgendwelchen obskuren, nicht belegten Verdächtigungen gegenüber dem Planerladen oder auch nur mit dem Betrieb dieses Blogs zu tun haben soll, will mir auch nach mehrmaligem Lesen Ihres Erstkommentars absolut nicht einleuchten.

  30. #30 | Arnold Voss sagt am 3. März 2013 um 23:53 Uhr

    Im Kern kann man die Aktion von Frau Meisner in einem einzigen Satz zusammen fassen: Wo ich hin komme muss alles so werden wie ich mir das vorstelle!

    Eine seltsame Verkehrung der üblichen Form der Wohnungsuche. Ich ziehe nicht dahin wo die Dinge im Großen und Ganzen so sind, wie ich mir das wünsche, sondern an einen Ort an dem genau das Gegenteil der Fall ist, um mich dann lauthals darüber zu beschweren.

    Künstlerisch verstanden, und so will es Frau Meisner ja auch, ergeben sich nun für mich folgende Fragen/Vermutungen:

    Wenn sie nur in die Nordstadt gezogen ist um einen Anlass für ihre Kunst zu finden, dann ist ihre Aktion in ihrem politischen Kern nicht ernst zu nehmen.Sie benutzt die dortigen Verhältnisse für sich selbst bzw. ausschließlich für ihr künstlerlisches Schaffen. Gäbe es sie dort nicht, wäre sie nämlich gar nicht dort hin gezogen.

    Musste sie jedoch dort hinziehen, weil ihre eigenen Einkommensverhältnisse ihr nicht den Standort ihrer Wahl ermöglichen, dann ist ihre Aktion von geradezu bodenloser analytischer Schlichtheit. Nach dem Motto: Machen SIE sofort die Armut weg Herr Bürgermeister. Und wenn nicht, dann mache ICH eine Kunstausstellung.

    Natürlich hätte diese Ausstellung nicht verhindert werde dürfen. Aber letztlich hat genau diese Verhinderung den Arbeiten von Frau Meisner eine Publicity beschert, die sie wahrscheinlich sonst gar nicht bekommen hätte . Die Künstlerin hat also ihr Ziel erreicht. Da ihr Konzept, wenn ich es richtig verstanden habe, genau von den Reaktionen lebt, die jetzt zum Vorschein kommen, müsste sie eigentlich sehr zufrieden sein.

  31. #31 | Hendrik Müller sagt am 7. Mai 2013 um 19:55 Uhr

    In einem zweiten Anlauf wird eine Ausstellung mit den Exponaten von Barbara Meisner und anderen Künstlern der Nordstadt am 17. Mai eröffnet:

    NORDSTADT

    Im Februar 2013 sollte im Quartiersbüro Borsigplatz die Ausstellung „Nordstadt ist ’nicht‘ überall“ gezeigt werden. Aufgrund einer kurzfristigen Absage durch die Stadt Dortmund konnten die aus Fundstücken und Straßenmüll geklebten ‚Häuser‘ der Künstlerin Barbara Meisner nicht gezeigt werden – die Ausstel-lung fand nicht statt! Jetzt haben die Expo-nate eine neue Heimat gefunden und werden durch Werke von Annette Kritzler, Hendrik Müller, Almut Rybarsch-Tarry und Rita-Maria Schwalgin begleitet, die jede/r für sich einen individuellen Blick auf die Gegend zeigen.
    Eröffnung der Ausstellung „NORDSTADT“ ist am 17.5. um 19:00 in der Kirche St. Joseph, (Münsterstraße/Ecke Heroldstraße 13); sie wird dort bis zum 22. Juni gezeigt. Öffnungszeiten: Di+Do+Sa 18:00-20:00, Mi+Fr 16:00-20:00, sowie eine Stunde nach den Gottestdiensten und nach Vereinbarung: 0179-5908648. http://www.pvdono.de

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