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NRW: Rot-Rot-Grün durch die Hintertür?

Die Minderheitsregierung von SPD und Grünen darf nicht auf einen Dauertolerierung durch die Linkspartei hinaus laufen. Ihr Ziel müssen möglichst schnelle Neuwahlen sein.

Aus Sicht von SPD und Grünen gibt es zwei  gute Gründe in NRW eine Minderheitenregierung zu bilden: Die Destablisierung   von Schwarz-Gelb in Berlin und den möglichen Wettbewerbsvorteil den man bei Neuwahlen hat, wenn man als Amtsinhaber antritt.

Aber das war es dann auch schon. Bei dem propagierten Politikwechsel in NRW sollten sich Grüne und SPD nicht von der Linkspartei abhängig machen. Beide sollten sich inhaltlich nicht von diesen totalitären Sektierern treiben lassen, sondern möglichst schnell versuchen, über Neuwahlen eine eigene Mehrheit für ihre Politik zu bekommen.

Je kürzer der Phase der Minderheitsreghierung ausfallen wird, umso höher sind die Chancen dafür. Mit jedem Tag den SPD und Grüne sich in die Abhängigkeit der Linkspartei geben, werden ihre Chancen  sinken, eine eigene Mehrheit zu gewinnen. Die Minderheitsregierung von SPD und Grünen ist ein Risiko von Kraft. Dient sie als Hintertür für eine Zusammenarbeit mit Trotzkisten und alten DKP-Anhängern wird sie zum Risiko für NRW. Ich will nicht, das Anhänger totalitärer Ideologien in NRW das Sagen haben: Weder direkt in einer Koalition noch indirekt über die Duldung einer Minderheitsregierung.

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91 Kommentare zu “NRW: Rot-Rot-Grün durch die Hintertür?

  • #1
  • #2
    Stefan Laurin Beitragsautor

    och Barbara, ich mag nun mal keine totalitären Ideologien.

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  • #4
    Helmut Junge

    Stefan,
    Eigentlich wollte ich schreiben “Quatsch”, aber Barbara Unterbergs:
    “och Stefan, nicht schon wieder …” trifft es ja auch.

  • #5
    Jochen Hoff

    Ja und wenn die Wähler die Linke wählen, dann haben die Wähler falsch gewählt. Stefan Laurin und sein Arbeitgeber von dieser unsäglichen Zeitung können nämlich bestimmen was eine gute Regierung ist. Eine Koalition aus NPD und CDU würden die Ruhrbarone vermutlich bejubeln.

    Mein lieber Stefan Laurin. Du hast dich und deine Gesinnung verkauft und nun bist du böse, dass die Dinge nicht so laufen wie du sie möchtest. Dein Ruhrgebiet der Faschisten und des Großkapitals will auch keiner.

    Lies, falls du lesen kannst einfach mal das Ahlener Programm der CDU. Das ist nicht sehr weit von den Positionen der LINKEN in NRW entfernt. Aber würde so ein Programm wahr gemacht, würde ja niemand mehr deine “Leistungen” als Propagandmännchen gegen die Demokratie brauchen.

    Mach doch einfach den Kopf zu und kassier dein Geld. Mich kannst du schon lange nicht mehr täuschen, du Journalist du.

  • #6
    Arnold Voß

    Stefan, als überzeugter Demokrat solltest du anerkennen, dass die Linke sich nicht ins Parlament geputscht hat sondern dort hinein gewählt worden ist. Sie hat deswegen auch das Recht dort so abzustimmen wie sie es für richtig hält und nicht wie es dir oder der SPD oder sonst Jemandem passt

    Natürlich weden CDU und FDP versuchen, Kraft in die Abhängigkeit von der Linken hinein zu treiben, aber sie sind selbst nicht so geschlossen, dass nicht ein oder zwei Abgeordnete regelmäßig für sachbezogene Mehrheiten jenseits der Zustimmung der Linken sorgen.

    Eine Minderheitenregierung ist in unserer Verfassung übrigens ausdrücklich vorgesehen und sie sorgt in diesem Fall dafür, dass das Parlament auch zu der entscheidenden Institution in der Landespolitik wird, für die sie eben diese Verfassung vorgesehen hat.

    Mir persönlich wären Neuwahlen auch lieber, aber die kommen früher oder später sowieso. Egal ob ich oder du das wünschen. Die Kategorie Wollen, hat hier jedoch wirklich nichts zu suchen. Man kann ein Einkaufszentrum nicht wollen. Eine anderes Parlament bzw. eine Regierung kann man dagegen nur wählen. Wollen ist in diesem Zusammenhang entweder lächerlich oder undemokratisch.

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Jochen Hoff: Ich würde keine Koalition und keine Zusammenarbeit mit einer totalitären Gruppen bejubeln: Weder mit der NPD noch mit einer Linkspartei die, wie in NRW, viele Anhänger totalitärer Ideologien in ihren Reihen hat. Und dafür gibt es hier im Blog genug Belege.
    @Arnold: ich will Neuwahlen und ich will nicht, das Trotzkisten wie Zimmermann zu den Leuten gehören, die Gesetze machen nach denen ich leben muss.

  • #8
    Arnold Voss

    Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ich will es dir nicht nehmen, Stefan. Den Rest besorgt die Realität.

  • #9
    Oedipa Maas

    Ein schönes, unterhaltsames Posting und überfälliger return to form der RuhrMcCarthys. Da trieft der Geifer in den Bierschaum wie sonst nur spät nach Mitternacht beim Sommerfest der Jungen Union. Bitte macht weiter so, nur für sowas lese ich hier mit!

  • #10
    Gerhard Schiweck

    @stefan laurin:

    Es ist schon erstaunlich, wie mit einem Artikel Stefan Laurin einen großen Teil seiner journalistischen Reputation pulverisiert. Wie in einem schwarz-gelben Reflex haut er in die selbe plumpe Wahlkampfkerbe wie Pinkwart und Rüttgers zusammen. Da hilft auch kein verständnisvolles “och Stefan, nicht schon wieder” von Barbara. Politischen Journalismus stelle ich mir anders vor. Startup, jeder hat einen zweiten Versuch verdient.

  • #11
    ch_we

    Der späte Sieg des Sozialismus ist zum Greifen nah! Wo gestern noch E.On geschrieben stand, wird morgen der VEB Energie Ruhr Sonne und Freiheit zum Bruder (und der Schwester – von wegen Nebenwiderspruch!) liefern. Krupps Kanonenstahl wird zu Halbleitern – den Pflugscharen des 21. Jahrhunderts – und alle Ruhris werden Brüder (und Schwestern, s.o.). Anstatt an coole Tänzer werden die Knutschflecken an eifrige Redner gegen den “Antifaschiiiismus” (den von oben!) vergeben werden und das alles wird nicht als Sturm auf den Winterpalais vonstatten gehen, sondern durch die Hintertür. Denn DIE LINKE ist heimtückisch, sie hat die Kronstädter Matrosen auf dem Gewissen und der BRD Wolf Biermann eingebrockt. Wer weiß wen sich noch alles auf dem nicht vorhandenen Gewissen haben?

    Aber mal im Ernst. Es gibt eine Menge Gründe, die Linkspartei nicht zu mögen: ihre halbgare Regierungspolitik in Berlin, ihre Funktionärsstruktur, ihre Anti-Israel-Positionen und ihre vermutlich von der SPD gelernte Einstellung, dass Worten nicht immer Taten folgen. Aber die Totalitarismusschiene – das ist wirklich intellektuell sowas von bescheiden. Ohje.

  • #12
    Stefan Laurin Beitragsautor

    Hannelore Kraft nach dem Ende der Sondierung mit der Linkspartei: “Entscheidend für das Scheitern der Gespräche war letztlich auch, dass es nicht möglich war, ein gemeinsames Demokratieverständnis herzustellen.”
    Ich finde die Minderheitsregierung absolut ok – für eine kurze Phase. Dann sollte es Neuwahlen geben. Rot-Grün kann eine Mehrheit auch ohne Linkspartei bekommen. Bei einer dauernden Tolerierung durch die Linkspartei werden beide verlieren.
    Ch-we: Ne, es ist nicht bescheiden sondern klar: Leute wie Zimmermann und Gunhild Böth sind Anhänger totalitärer Ideologien.

  • #13
    Detlef Obens

    Mal wieder der alte und linke Pawlowsche Reflex: wer nicht für die NRW-Linken ist, der muss einfach in die “rechte Ecke” gehören! So einfach ist die politische Welt allerdings nicht @Jochen Hoff!

    Mal aussen vor gelassen, das sich diese NRW-LINKE nicht mit Ruhm bekleckert hat, das sie mitunter undemokratische Parteistrukturen pflegt, das sie innerparteiliche Kritiker verunglimpft, das sie teilweise irrationale politische Forderungen stellt, das sie selbst bei eigenen GenossenInnen im Osten als suspekt betrachtet wird, das sie (zunehmend) weibliche Protagonisten in ihren Reihen hat, die immer noch den Unrechtsstaat DDR relativieren, das sie sich derzeit wie sauer Bier in Düsseldorf anbieten und das bereits schon erste Stimmen (kann auf der linken NRW-Landesseite nachgelesen werden) abraten, überhaupt Kraft zu wählen, das sie sich schwerlich von totalitären Gruppierungen abgrenzen kann….usw.usw..ist diese Partei sicher kein verlässlicher Partner für einen wie auch immer gearteten Politikwechsel. Das deren Chef Zimmermann für alle Optionen offen ist, ist seit Monaten bekannt. Er sagt ja auch, das Tolerierung keiner Zustimmung der Parteibasis bedürfe. Sehr demokratisch!! Wenn er sich da mal nicht irrt!

    Gut, das wir die Grundrechte PRESSEFREIHEIT & MEINUNGSFREIHEIT haben. Schlecht, wenn diese Grundrechte dazu benutzt werden, Andersdenkende (wie Laurin) zu diffamieren! Aber: diese Grundrechte dürfen wir alle nutzen! Auch wenn es einigen in der Linkspartei schwer im Magen zu liegen scheint, das sie (teilweise heftig) kritisiert werden. Aber sie teilen ja auch bestens aus!

    Und letztlich: man muss RUHRBARONE nicht mögen. Diese Freiheit hat ein jeder von uns auch. Die BLOG-Vielfalt ist immens. Sicher ist für jeden Geschmack das passende dabei.

  • #14
    Unterwanderungsbeauftragter

    Am besten wäre es natürlich, wir ließen die gottgewollte Regierung Rüttgers so lange weiter im Amt (in diesem Fall wäre eine Minderheitsregierung ja nicht schädlich) bis das gottlose, verbiesterte und kommunistische Volk endlich begreift, dass es nur die geheiligten Parteien CDU und FDP wählen darf, andernfalls mit der ersatzlosen Abschaffung sündiger Wahlen zu rechnen ist.

  • #15
    ch_we

    @Stefan:

    Der Ausdruck “totalitäre Ideologien” ist bescheiden. Zum einen, weil man höchstens ein Herrschaftssystem als “totalitär” beschreiben kann. Davon ist NRW weit (!) entfernt. Zum anderen, weil der Totalitarismusbegriff spätestens seit dem Historikerstreit eigentlich in erster Linie dazu dient, den Nationalsozialismus ohne die Judenvernichtung begreifen zu wollen.

  • #16
    David Schraven

    Die DDR war kein Unrechtstaat, sie war eine Diktaktur – sagt die Linke. Und findet das auch nicht weiter schlimm.

    Den meisten von denen gefällt doch ein sozialistischer Rechtsstaat in einer proletarischen Diktatur.

  • #17
    Uli

    Was kann denn so schwer dabei sein, einen(!) Linken davon zu überzeugen, dass er den Grünen beitritt ?

  • #18
    Malte

    “Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel. Der Teufel verändert dich!”

  • #19
  • #20
    ch_we

    “Blogs sind die Klowände des Internets” – das hat übrigens kein Mitglied der Linkspartei, sondern jemand von Jung und Matt gesagt. Nur um mal festzuhalten, dass es nicht unbedingt eine Frage der politischen Einstellung ist, wenn mal jemand das Recht auf Meinungsäußerung in Frage stellt.

  • #21
    Angelika

    @Jochen Hoff #5 “…das Ahlener Programm der CDU…”

    Das ist ja wohl Schnee von gestern …

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  • #23
    Angelika

    @David Schraven #16
    “…Den meisten von denen gefällt doch…”

    Ich weiß nicht, was “…Den meisten von denen gefällt…”. Das ist ja das Schlimme! Das Sammelsurium (zumind. in NRW) ist für mich zu verwirrend.

  • #24
    Helmut Junge

    @Malte (18)
    Das stimmt nicht. Woher hast du diese Information?

    @Detlef, der Stefan hat bei seinen Postings und seinen Kommentarbeiträgen m.E. immer eine eindeutige Definitionsmenge, über die er sein Urteil schreibt, und das sind die Anhänger totalitärer Ansichten und diejenigen, die wirtschaftspolitische Vorstellungen haben, die bereits versagt haben. Die meint er, wenn er auf den Sack haut, der sich Linkspartei nennt. So verstehe ich ihn jedenfalls. Ich sehe nicht, daß er wirklich den ganzen Sack meint. Leider läßt sich das nicht richtig überprüfen, bevor der Sack einen eindeutigen Inhalt hat. Warum sind die da auch mit drin?
    Hier aber, in dieser Diskussion, sieht er, auch meiner Meinung nach, Gespenster.
    Ein Gesetz an dem Zimmermann oder diese unbekannte Frau mitwirken, wird es nach der Situatation, wie sie sich mir darstellt, gar nicht geben.

  • #25
    emden09

    Sorry, ich halte schon den Tenor dieses Artikels für Blödsinn. Wieso Neuwahlen? Für wen. Die Wähler haben gesagt was sie wollen – eine Minderheitsregierung und die Väter der Landesverfassung haben sich was dabei gedacht, als sie eine Minderheitsregierung ausdrücklich als Möglichkeit in die Landesverfassung aufgenommen haben.

    Von Tolerierung durch wen auch immer kann ja gar keine Rede sein, da nach NRW-Verfassung ein MP mit einfacher Mehrheit gewählt werden kann. Von einer Tolerierung wäre also nur die Rede, wenn jemand eine einfache Mehrheit für einen anderen Kandidaten gegen Frau Kraft zustande brächte und diesen dann nicht statt ihrer wählen würde. Wer aber sollte das sein? Rüttgers mit den Stimmen der Linken zum MP gewählt? Dass ich nicht lache. Zimmermann mit den Stimmen von FDP und CDU zum MP gewählt? Kicher! Pinkwart? Großes Gelächter und Vuvuzela-Gehupe! Wer überhaupt?

    Auch ein Haushalt kann von rot-grün beschlossen werden, sogar mit absoluter Mehrheit (die nach meinem Verständnis der Landesverfassung aber nicht nötig wäre). Zu einer absoluten Mehrheit fehlt rot-grün schließlich nur eine Stimme. Ich würde also an Stelle von Frau Kraft die ganzen Regionalfürsten (direktgewählte Kandidaten aus den Wahlkreisen) antreten lassen und ihnen einen Betrag X an Landesmitteln für ein Vorhaben in ihrem Wahlkreis anbieten, wenn sie dafür den Haushalt mit beschließen. Jeder Wahlkreis hat so ein Projekt, für das er dringend Unterstützung aus Landesmitteln möchte. Dieser Betrag würde per Haushaltsbeschluss aber nur an den einen Wahlkreis gehen, dessen Direktkandidat zuerst “ja” sagt. Ich wette da wären all die CDU-Granden ganz vorne mit dabei (es wird schließlich nicht namentlich abgestimmt).

    Mit den Linken würde man wohl die Schulpolitik von rot-grün durchbekommen und ihnen dafür ein paar Zugeständnisse bei der Energiepolitik machen, die nicht all zu schwer fallen dürften (z.B. fünf Jahre keine weiteren Privatisierungen in dem Bereich o.ä.). Auch hier benötigt man wohlgemerkt nur eine Stimme.

    Und so ließe es sich m.E. fünf Jahre lang ganz kommod regieren.

    Ich weiß, in Deutschland ist es üblich, dass MPs eine Basta-Mehrheit haben oder aber ab 5:50 zurückgeschossen wird. Aber demokratische Politik, so wie andere Länder (gerade auch die USA, England oder Frankreich) sie seit vielen Jahren verstehen, bedeutet immer, dass man sich Mehrheiten sucht und Mehrheiten konstruiert und baut. Das ist sicher um Längen demokratischer, als alles, was es in Deutschland je gegeben hat. Eben weil nicht eine Mehrheit sich zur Diktatur auf Zeit über die Minderheit aufschwingt (wie in Deutschland üblich), sondern weil jeder, der ein gutes politisches Konzept hat und dafür eine Mehrheit zu konstruieren weiß, die Möglichkeit bekommt, dieses Konzept auch umzusetzen.

    Ich liebe Minderheitsregierung und hoffe nur, dass Frau Kraft am Beispiel NRW mal demonstriert, wie erfolgreich so etwas gerade auch als Paradebeispiel für demokratischen Wandel statt Parteienfilz sein kann.
    .

  • #26
    f.luebberding

    Stefan Laurin

    Dass diese Minderheitsregierung die Bundesregierung destabilisiert, sehe ich ja nicht wirklich. Aber ich denke, dass man die Kirche in der Kritik der Linken im Dorf oder meinetwegen auch im Politbüro lassen darf. Wie soll ich mir den Totalitarismus in NRW jetzt vorstellen? Wie sollen die überhaupt eine Landesregierung vor sich hertreiben? Womit? Durch die Forderung nach Freibier für alle … ? Man wird erleben wie sie vernünftigerweise im Windschatten der Regierung segeln werden. Dann könenn sie das eine oder andere als eigenen Erfolg verkaufen – und müssen sich gleichzeitig nicht mit den doch etwas kuriosen Erwartungen der eigenen Basis bei einer Regierungsbeteiligung herumschlagen. In dieser Hinsicht sehe ich diese Minderheitsregierung als unproblematisch an.

  • #27
    ch_we

    #24 “Ein Gesetz an dem Zimmermann oder diese unbekannte Frau mitwirken, wird es nach der Situatation, wie sie sich mir darstellt, gar nicht geben.”

    Selbst wenn es dazu kommen würde, wäre es aller Voraussicht nach kein ‘totalitäres’ Gesetz, sondern ein sozialdemokratisches. Aber ist es ja auch ein wenig putzig, wie man die Linkspartei permanent dadurch aufwertet, dass man das Wortgeklingel ihrer Funktionäre ernstnimmt.

  • #28
  • #29
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Uebberding: Ich glaube natürlich nicht das NRW nun zur Demokratischen Volksrepublik wird und die Kinder bald die Werke von Kim Jong Il auswendig lernen müssen. Gut finde ich an der Minderheitsregierung dass sie schwarz-gelb im Bund destablisiert. Neuwahl auch auf dieser Ebene fände ich ok.
    Zum vor sich her treiben: Die Linkspartei wird SPD und Grüne mit immer weitergehenden Forderungen vor sich her treiben. Alles andere wäre aus ihrer Sicht nun wirklich blöd. Und schau Dir mal die Leute in der Linkspartei in NRW an: Antisemiten, Stalinisten und Trotzkisten (ich weiß,passt nicht zusammen. Ist trotzdem so). Ich möchte nicht, dass die über mein Leben bestimmen.

  • #30
    Malte

    @emden09:”Mit den Linken würde man wohl die Schulpolitik von rot-grün durchbekommen[…]”

    Oh ja, prima, leider hatten wir diese “Gleichmacherei” schon zwei Mal in Deutschland und die Geschichte hat uns gezeigt, das es nicht funktioniert!

  • #31
    Dirk Haas

    @ Malte (#30). “Oh ja, prima, leider hatten wir diese “Gleichmacherei” schon zwei Mal in Deutschland und die Geschichte hat uns gezeigt, das es nicht funktioniert!”

    Was genau meinen Sie damit?

  • #32
    f.luebberding

    Stefan

    Wegen der Schullektüre bin ich jetzt beruhigt … . Hatte schon die Maobibel rausgesucht, die mir ein Ex KBWler einmal geschenkt hatte … . Aber wenn die Linke immer weitergehende Forderungen stellt, werden sie sehr schnell bemerken, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer Oppositionsrolle und der mehr oder minder aktiven Teilhabe an einer Regierung. Sinnigerweise würde es dann eine Verhinderungskoalition in der Opposition von Linke/CDU/FDP geben. Also das wäre blöd … – und spätestens bei Neuwahlen bekämen die Linke dafür die Quittung. Was deren Personal angeht: Also da sollte man wirklich jedem ein gewisses Entwicklungspotential zubilligen.

    Und Neuwahlen im Bund sehe ich nicht mehr.

    Gruss Frank

  • #33
  • #34
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Frank Uebberding: “Also das wäre blöd … – und spätestens bei Neuwahlen bekämen die Linke dafür die Quittung.” Ne, ich glaube es wäre für die Linkspartei eher ein Problem Realpolitik zu machen.In Berlin (Landesregierung) hatten sie dadurch Stimmenverluste und auch Lafontaine ist ein Freund der reinen Lehre. Ich denke sie werden versuchen zu zeigen, dass sie die wahren Hüter der Witwen und Waisen sind, auch wenn ihre Politik keine Chance auf Umsetzung hat. Bei der nächsten Wahl könnte sich das lohnen.
    Und zum Entwicklungspotential: Da ist bei Leuten wie Zimmermann, Dierkes und Böth Hopfen und Malz verloren.
    Viele Grüße,
    Stefan

  • #35
    ch_we

    @Malte

    Verstehe ich nicht. Wo gab es denn 1933 “Gleichmacherei”? Und was soll das überhaupt sein?

  • #36
  • #37
    Malte

    @Dirk Haas: Ich denke, Sie verstehen schon und wie Frank schon sagt, wir “verputzen” jetzt erst mal die Serben!

  • #38
    Dennis

    Herr Laurin,
    man bildet keine Regierungen für “Wettbewerbsvorteile”. Und man läst auch nicht solange wählen wie es einem passt.
    Wer keine totalitären Ideologien mag, der sollte eigentlich die Demokratie mögen. Sogar unsere.

    Was bei den Grünen geklappt hat (die Marginalisierung von Spinnern durch ernsthafte Auseinandersetzung mit der Partei an sich), kann auch mit der PDL gelingen. Das ist Realpolitik.
    Der Glaube an eigene Mehrheiten für Rot-Grün hingegen grenzt an Realitätsflucht, im Größenmaßstab von “Blau-Gelb verdrängt Grün!”, dem ewigen Klassiker in dieser Hinsicht.
    http://johannes-vogel.julis.de/fileadmin/freesite/groups/141/pdf/Blau-Gelb_verdraengt_Gruen.pdf

  • #39
    Dirk Haas

    @Malte: Ah, Sie wollen uns erzählen, rotgrüne Schulpolitik, von Linken toleriert, führt geradewegs in Zustände, die 1933 bzw. 1949 vergleichbar wären?

    Wissen Sie was, Malte? Ich schenke Ihnen etwas:
    http://www.yatego.com/apartline/p,4b82bfce528e7,429b0d967bd3c1_4,voodoo-puppe-red-devil—kissen—voodoo-doll

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  • #41
    Helmut Junge

    @Malte,
    den Dirk haben die Missionare wohl übersehen. Aber ich hab gehört, daß solche Puppen auch wirken, wenn man nicht dran glaubt. Die können die Angst vor einer
    falschen Schulpolitik glatt wegwischen und dann haben wir den Salat.

  • #42
    Malte

    @Dirk Haas

    Das habe ich nicht geschrieben, ich schrieb “Oh ja, prima, leider hatten wir diese “Gleichmacherei” schon zwei Mal in Deutschland und die Geschichte hat uns gezeigt, das es nicht funktioniert”

    Da es ja nicht funktioniert, kann es ja auch nicht so kommen!

  • #43
  • #44
    Dirk Haas

    Malte, ich will Ihnen nicht Ihre eigenen Sätze erklären müssen: Sie bezeichneten rotgrüne Schulpolitik als jene Art von „Gleichmacherei“, die 1933 (mit dem Hitlerfaschismus) und 1949 (mit der Gründung der DDR) bereits zweimal gescheitert sei. Das ist das Argument, dass Sie gegen die Bildungspläne von SPD und Grünen, womöglich von der Linkspartei toleriert, ins Feld geführt haben – nichts anderes.

    Solche Aussetzer passieren, wenn sich bildungspolitische Kampfvokabeln („Gleichmacherei“, „Einheitsschule“ etc.) mit „DDR 2.0“-Gerede paaren.

  • #45
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Frank Uebberding: Wenn man sich um Nebensächlichkeiten kümmert, verliert man schnell die wichtigen Dinge aus dem Auge 😉

  • #46
    Hannes

    Ich achte zu oft auf Nebensächlichkeiten:

    Beim Frank handelt es sich um einen “Luebberding”, nicht um ein “Uebberding”. Das riecht schwer nach Unterbewussstsein 😉

    P.S. Schick mir bitte nicht “die Rechtschreibpetze” – nur dieses eine Mal nicht 😉

  • #47
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Hannes: Das ist natürlich peinlich. Zur entschuldigung: Ich habe die Posts von Frank auf einem uralten Macbook ohne Brille gelesen und das kleine “l” wohl übersehen. Sorry und Danke für den Hinweis.

  • #48
    Helmut Junge

    Stefan,guck mal,

    http://newsticker.welt.de/index.php?channel=new&module=dpa&query=&id=25158384&frame=1&t=1276586728253

    “Berlin (dpa) – Der rot-grüne Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck will unmittelbar vor der Wahl auch um die Stimmen der Linkspartei werben. Der frühere DDR-Bürgerrechtler kündigte am Freitag an, dass er sich am Tag vor der Bundesversammlung bei der Linken vorstellen werde.”
    oder WAZ:
    http://www.derwesten.de/nachrichten/Gauck-will-mit-der-Linkspartei-sprechen-id3124541.html
    “Gauck hat am Freitag im Düsseldorfer Landtag bereits mit Vertretern der Linkspartei diskutiert. Gauck lobte im Anschluss an die zweistündige Unterredung mit Vertretern von SPD, Grünen und Linken die „sachliche“ Atmosphäre im Austausch mit mehreren Landtagsabgeordneten der NRW-Linken. Es habe Meinungsverschiedenheiten gegeben, aber dies sei normal in einer Demokratie.”

    Wenn der Herr Gauck jetzt sogar mit den Stimmen der Linken gewählt werden will, warum sollte dann die Frau Kraft davor fies sein?
    Also, da gibt es einen Trend, den ich vor 5 Minuten noch gar nicht kannte.

  • #49
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Helmut Junge: Na und? Gauck hat oft genug gesagt was er von ihnen hält und in seinem Leben gezeigt, dass er sich von solchen Gestalten nichts vorschreiben lässt. In NRW ist das ein anderes Spiel. Ich lese gerade von Hubertus Knabe “Die Wahrheit über die Linke.” Man könnte auf jeder Seite kotzen…Was für ein elender Haufen.

  • #50
    ch_we

    Hubertus Knabe? Selbst die SZ findet den ein wenig übereifrig:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/hubertus-knabe-und-die-linke-nichts-als-die-wahrheit-1.390059

  • #51
  • #52
    Detlef Obens

    Unsere beliebte NRW-Linke! Wieder passieren, wie scheinbar aus dem Nichts, Neuigkeiten!
    Noch bis heute Mittag stand auf der offiziellen Landesseite unter dem Punkt “Linke aus den Kommunen” ein Beitrag des Links-Genossen Sauer vom linken Kreisverband in Borken, der aber nun ziemlich weit hinten im Archiv versunken ist:

    http://www.dielinke-nrw.de/1362.html?&tx_ttnews[tt_news]=14273&tx_ttnews[backPid]=1361&cHash=011cf24210

    Nunmehr kein Wort der Kritik an Rot-Grün auf der offiziellen Startseite. Will denn etwa ein provinzieller Basis-Linker den Profis in der Landesführung ans Bein pinkeln?;-) Jetzt, wo die Töpfe der Macht unendlich locken?

    Ausserdem hat Groß-Politiker Ralf Michalowsky der SZ heute neue Infos über die zukünftige linke Politik gegeben. Er stellt Forderungen für eine Tolerierung:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/minderheitenregierung-in-nrw-linkspartei-will-kraft-waehlen-aber-nicht-bedingungslos-1.961967

    Da heisst es aber für unseren Ralf, das er schleunigst die Dschersinsky-Büste auf seinem Klavier gegen eine von Hannelore K.austauscht! Gibts sicher schon bei ebay zu bestellen!

    Irgendwie kann ich diese Truppe nicht mehr ernst nehmen! Wie sagte mal Ralf Michalowsky, in weiser Vorsehung auf sein eigenes politisches Schicksal und Ansehen in einer linken NRW- Fraktion, über die NRW-Grüne-Fraktion:
    “Gurkentruppe!” Tja, lieber Michalowsky, manches mal sprechen Sie weise!

  • #53
    ch_we

    Prinzipiell nicht, nein. Es sei denn man bekommt den Kahn’schen “Tunnelblick”.

  • #54
    Malte

    @Dirk HaasSolche “Aussetzer passieren, wenn sich bildungspolitische Kampfvokabeln („Gleichmacherei“, „Einheitsschule“ etc.) mit „DDR 2.0“-Gerede paaren”

    Das ist kein Gerede sondern im zweifel Neuer-Deutscher-Sozialismus, wobei die SPD ja schon damals so “gestrickt” war:

    http://hometown-glory.de/images/wahlplakat_spd.jpg

    Ich bin ein Mensch mit individuellen Eigenschaften, alle Menschen sind das. Personen und Gruppen von Menschen, die die Individualität anderer unterdrücken möchten, mag ich einfach nicht!

  • #55
    Hans-Dampf

    @ # 39

    Malte hat sein Argumantationsmuster des roten und braunen “Sozialismus” (“Gleichmacherei” 1933 und 1945 bzw. ’49) den Diskursen rechskonservativer und extrem rechter Autoren entnommen. Hiernach sind NS und DDR dasselbe, weil in beiden Regimen die Bürger in einer “Volksgemeinschaft” aufgegangen sein sollen, die sie sozial gleich stellte. Genannt seien hier nur die Namen Zitelmann und Schüßlburner sowie die Publikationen der Neuen Rechten “Junge Freiheit” und “Sezzesion”.

    Malte ist ein schönes Beispiel für die Folgen, die es hat, wenn man die DDR und den Nationalsozialismus unter dem Begriff des “Unrechtsregimes” subsumieren möchte.

    Wollen wir hoffen, dass er nur schwarz/rot/gold schwenkte, als es darum ging die Serben zu “verputzen”.

  • #56
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Hans Dampf: Malte wurde in Gelsenkirchen häufig von Rechtsradikalen Bedroht, weil er in seinem Blog über immer wieder gegen Nazis- und Rechtsradikale angeschrieben hat. Wie ich ihn kennen, schätzt er aber keinerlei Gruppen die die Freiheit des Einzelnen misachten. Deswegen hat er immer wieder auch Ärger mit Islamisten und autoritären Linken.

  • #57
    Malte

    Stefan: Danke!

    @Hans-Dampf: Ich lebe in Gelsenkirchen, hier gibt es zwei Extreme MLPD [Stefan Engel]/DKP/DIE LINKE, und Pro-NRW im Rat!

    Mein Argumentationsmuster [er]schließt sich aus Gesprächen mit Anhängern beider Gruppen!

    Zitat: “Wollen wir hoffen, dass er Schwarz/Rot/Gold nur schwenkte, als es darum ging die Serben zu verputzen”

    Schwarz/Rot/Gold: Aus der Schwärze der Knechtschaft durch blutige Schlachten ans goldene Licht der Freiheit

    Schönen Tag noch!

  • #58
    julian

    Demokratie und Parlamentarismus ist ja sowas von schlimm. Es geht nicht darum, ob ein Sache gut oder unterstützenswert ist, sondern wer dafür stimmt. Dass evtl. auch mal etwas mit CDU oder FDP Stimmen umgesetzt werden könnte, ist natürlich völlig ausgeschlossen. Wenn sich die Parlamentarier einfach mal als Volksvertreter sehen würden, und nicht Volksfront von Judäa oder judäische Volksfront spielen würden, dann müsste niemand vor dem bösen Linken/Rechten Angst haben. Aber nein, wir brauchen immer stabile Koalitionen, wo Papa oder Mama Parteiführung sagt, was die Schäfchen zu Denken, und abzustimmen haben, und sei es nur, um dem Nachbarskindergarten eins auszuwischen (Die Koalition, die Koalition, die hat immer Recht …).
    Das Koalitionen ja per se ein Hort der Stabilität sind, kann man sich gerade in Berlin anschauen. Nicht auszudenken, Frau Merkel würde einfach mit der SPD zusammen den Spitzensteuersatz erhöhen, die dämliche Hotelvergünstigungen abschaffen. Das würde zwar die FDP auf die Palme bringen, aber dem Land gut tun. Aber Koalitionsfrieden geht ja vor Vernunft.

  • #59
    Hans-Dampf

    @ # 56+57

    Ihr Engagement in allen Ehren; dennoch bleibt:

    “Malte ist ein schönes Beispiel für die Folgen, die es hat, wenn man die DDR und den Nationalsozialismus unter dem Begriff des “Unrechtsregimes” subsumieren möchte.”

    Wenn sie aus ihrer Auseinandersetzung mit den “Extremen” dazu kommen, eine Form der Schulpolitik mit dem Verweis auf die DDR bzw. den NS abzulehnen, sollten sie sich schon fragen, ob ihre inhaltliche Auseinandersetzung mit den “Extremen” noch irgendeine Bodenhaftung hat.

    Und die Tatsache, dass sie damit in ein argumentatives Fahrwasser herein geraten, deren Protagonisten von ihnen abgelehnt werden, sollte ihnen auch zu denken geben. Auch wenn dieser Hinweis von einem “Extremisten” kommt.

    Und erfreulicherweise haben sie ja nur schwarz-rot-gold geschwenkt. Und da sie mit der Symbolik der Fahne auch vertraut sind, frage ich sie: Wie sieht den ihr goldenes Licht der Freiheit aus, das sie den Menschen in diesem Land wünschen? Und warum wird dies durch rot-grüne Schulpolitik unter Tolerierung der LINKEN gefährdet?

  • #60
    julian

    Kleine Ergänzung:
    Es ist eigentlich ein Akt der Demokratiefeindlichkeit, wenn die gewählten Repräsentanten ein Gesetz, was eine Mehrheit hätte, nur deswegen nicht durchsetzen, weil sich die einzelnen Parteien nicht leiden können. Das ist eigentlich eine krasse Missachtung des Wählerwillens.
    Wenn man nur deshalb seine Ziele nicht durchsetzt, weil man sich nicht von der Linkspartei unterstützen lässt, dann lässt man sich viel mehr von diesen Beeinflussen. Aber die sogenannten “demokratischen Parteien” wissen das natürlich besser.

  • #61
    ebook leser

    Ich bin wirklich mal gespannt, wie lange das mit der Minderheitsregierung der SPD hält. Wenn das länger von Bestand ist und auch für das Land gut ist, wäre das ein neues Regierungsmodell gegenüber den bestehenden. Die FDP muss sich auch mal überlegen, was sie mit ihrer Verweigerungshaltung bezwecken will. Auch bei der SPD vermisse ich Bewegung in den Sachfragen. Wie auch immer es verspricht spannend zu werden.

  • #62
    Malte

    @Hans-Dampf

    http://hometown-glory.de/2010/05/07/ihr-habt-die-wahl/

    Zitat:”Und erfreulicherweise haben sie ja nur schwarz-rot-gold geschwenkt. Und da sie mit der Symbolik der Fahne auch vertraut sind, frage ich sie: Wie sieht den ihr goldenes Licht der Freiheit aus, das sie den Menschen in diesem Land wünschen? Und warum wird dies durch rot-grüne Schulpolitik unter Tolerierung der LINKEN gefährdet?”

    http://hometown-glory.de/2010/05/04/kraeftig-was-aendern/

    Aber, ich werde hier an dieser Stelle keine Diskussionen auf hohem intellektuellen Niveau zu diesem Thema führen, das sprengt den Rahmen!

    Aber zur “Linken” und für Sie:

    http://hometown-glory.de/2010/03/24/verfassungsschutzbericht-fuer-gelsenkirchen/

  • #63
    Hans-Dampf

    @ # 62

    Es wird für mich eines der großen Geheimnisse der Debatte um DIE LINKE bleiben, warum freiheitsliebende Menschen wie Sie, ständig die politischen Einschätzungen eines Inlandsgeheimdienstes als Argumente anführen. Mir graut’s da ein bisschen, denn hatten wir das nicht schon zweimal auf deutschem Boden? Ist es wieder soweit, dass ein Geheimdienst darüber wacht, was diskutabel ist und was nicht? Extremismus, ich dir trapsen:-)

  • #64
    Malte

    @Hans-Dampf: “Es wird für mich eines der großen Geheimnisse der Debatte um DIE LINKE bleiben, warum freiheitsliebende Menschen wie Sie, ständig die politischen Einschätzungen eines Inlandsgeheimdienstes als Argumente anführen[..]

    Das mag daran liegen, das ich diesem Staat vertraue, allerdings diente dies [der Bericht] nur zur Vereinfachung, jeder normal denkende deutsche Bürger würde beim lesen des Parteiprogramms DER LINKEN ähnliches von sich geben.

    Zitat “Mir graut’s da ein bisschen, denn hatten wir das nicht schon zweimal auf deutschem Boden? Ist es wieder soweit, dass ein Geheimdienst darüber wacht, was diskutabel ist und was nicht? Extremismus, ich dir trapsen”

    Ich könnte jetzt mit Ihren Waffen zurückschlagen und schreiben, das Sie hier wie DIE LINKE oder z.B. Pro-NRW agitieren … 😉

    Aber davon mal ab, wir sind hier in Deutschland, Sie dürfen über alles und jeden reden, wann immer sie wollen. Das, ist das Schöne an diesem Land und seiner Verfassung. Und genau diese gilt es zu verteidigen!

  • #65
    Dirk Haas

    @Malte (#64), Sie haben recht: Wer die Schulpläne von SPD und Grünen als Bildungszwangsjacken (nach DDR-Vorbild) debattieren will, kann kein großes Interesse an Diskussionen auf hohem intellektuellen Niveau haben. Länder mit „Einheitsschulen“, Norwegen, Schweden und Finnland etwa, können in dieser Logik eigentlich nur verkappte Schurkenstaaten sein …
    http://www.ganztagsschulen.org/5161.php

    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Wenn Sie Ihr politisches Weltbild, wie von Ihnen eingeräumt, aus Gesprächen mit politischen Karikaturen (dem selbst ernannten „Arbeiterführer“ Stefan Engel z.B. – lustige Parallele zu Rüttgers im Übrigen) ableiten, sind derart groteske Argumentationsmuster keine allzu große Überraschung.

    Hier eine kleine Lockerungsübung, fernab von Gelsenkirchen:
    http://www.dielinke-fraktion-lsa.de/fileadmin/PDF/Bildungspolitik/DIELINKE.Br.Schule.mo.pdf

    Suchen Sie dort mal nach Belegen für politischen „Extremismus“. Wenn Sie welche finden, reden wir weiter.

  • #66
    Malte

    @Dirk Haas: Sie verdrehen da was, wenn Sie das ordentlich gelesen hätten, würden Sie auch die Parallelen erkennen!

    Zitat: “Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Wenn Sie Ihr politisches Weltbild, wie von Ihnen eingeräumt, aus Gesprächen mit politischen Karikaturen (dem selbst ernannten „Arbeiterführer“ Stefan Engel[…]

    Mein politisches Weltbild entnehme ich natürlich “auch” aus Gesprächen mit diesen Gruppierungen bzw. Parteien. Tun SIE dies etwa nicht? Glauben Sie etwa nur, was in der Zeitung steht, oder im Wahlprogramm?

    Stefan Engel und die MLPD sollte man nicht unterschätzen, nicht umsonst füllen die Akten der MLPD beim Verfassungsschutz in GE. ganze Schränke!

    Zitat:”Suchen Sie dort mal nach Belegen für politischen „Extremismus“. Wenn Sie welche finden, reden wir weiter”

    Bei DER LINKEN brauche ich nach Extremismus nicht lange suchen!

    Zur Einheitsschule von Frau Kraft: Was in anderen Ländern funktioniert, muss auch in Deutschland funktionieren? Ich bin mir sicher das Frau Kraft bei ihrer “Einheitsschule” einiges nicht bedacht hat wird und es wird spannend werden, zu beobachten wir sie es umsetzen will/wird!

  • #67
    Arnold Voss

    @ Malte

    Sie können den Begriff der individuellen Freiheit in einer freiheitlichen Verfassung nicht ohne die Grenzen diskutieren, die ihr das Gemeinwesen ebenso unausweichlich wie demokratisch setzt. Die Einheitsschule ist aus dieser Sicht als Gemeinschaftsschule eben nicht individualitätsfeindlich, sondern im Gegenteil individualitätsfördernd.

    Individuelle Freiheiten können sich gerade im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft nur auf der Basis der Chancengleichheit im Bildungswesen nachhaltig entwickeln und genau dafür sorgt das deutsche Schulwesen schon lange nicht mehr.

    Eine entsprechende Reform ist deswegen überfällig und jeder der sie verhindert bzw. nicht alle Stimmen im Parlament dafür nutzt, sie endlich umzusetzen, sollte das Wort freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht mehr in den Mund nehmen.

    Im übrigen sind Parteiprogramme genau deswegen erfunden worden, dass Sachentscheidungen jenseits der individuellen Ausprägung und Vorlieben einzelner Politiker gefällt werden können.

  • #68
    Dirk Haas

    Malte, nicht alles, was Verfassungsschutzschränke füllt, ist tatsächlich wichtig. Ich sehe auch keine Notwendigkeit, angesichts des Themas rotgrüne Bildungspolitik über MLPD-Folkore zu reden.

    Meine Bitte war übrigens eine andere – nicht irgendwo im ideologisch aufgeladenen Äther, sondern in diesem Konzept eines konkreten Schulreformgesetzentwurfs der Linkspartei nach Aussagen zu suchen, die Ihnen „extremistisch“ vorkommen. Wenn Sie da fündig werden, könnten wir tatsächlich zur Sache diskutieren.

  • #69
    Malte

    @Arnold Voss: Eine andere Meinung, das ist ok, viele sehen das halt anders!

    “Individuelle Freiheiten können sich gerade im Rahmen einer demokratischen Gesellschaft nur auf der Basis der Chancengleichheit im Bildungswesen nachhaltig entwickeln und genau dafür sorgt das deutsche Schulwesen schon lange nicht mehr”

    Jeder hat und hatte hier von je her dieselben Chancen! Deutsche Techniker, Ingenieure usw. sind von je her begehrt, überall in der Welt!

    Dem Linksruck sei Dank, ist das jetzt auf einmal nicht mehr so!? Wir packen weniger motivierte mit hoch motivierten zusammen, oder Hoch intelligente mit weniger intelligenten in der Hoffnung, dass dieses System dafür sorgt, das alle schlauer werden bzw. sich auf einem Level bewegen?

    Weil, anscheinend, große Teile unseres Volkes nicht viel von
    Bildung hält, müssen gegenteilige in der Bevölkerung die, auch sozialen, Lehraufgaben übernehmen?

    Was sagen wohl Studien darüber, was passiert wenn man gleichgroße Gruppen mit verschiedenen Intellekt und Intelligenz zusammen leben lässt, Aufwärtsspirale oder Abwärtsspirale….!

    Ich stelle mir das gerade in den Schulen hier im Gelsenkirchener Norden vor, na, das wird ein Spaß!

    Und warum wollen die das, auch, ändern? Vielleicht auch deswegen, weil der Staat immer mehr die Aufgaben der Eltern übernehmen muss!
    Andererseits sprechen wir denen jetzt ihre rechte ab und bekommen vielleicht auch so etwas wie ein Losverfahren? [wie in Berlin]

    Was passieren wird, es wird noch mehr Privatschulen geben, vielleicht werden auch mehr Kinder auf eine Waldorfschule gehen oder in ein Internat im Ausland!
    Ich könnte so einige Beispiele bringen, aber dann wirft man mir wieder vor ein „Nazi“ zu sein, deswegen lasse ich das lieber 😉

  • #70
    Hans Dampf

    @ #64

    Kein Problem, Malte; da sie offenkundig völlig unbewaffnet sind, können sie mich gerne mit meinen eigenen Waffen schlagen.

    Aber ich ergebe mich dem Gewicht ihrer Argumente und steige aus.

    Noch viel Erfolg bei der Bildung ihrer Internetbürgerwehr aus “normal” “denkenden” “Deutschen” und grüßen sie mir den Verfassungsschutz in Gelsenkirchen!

    Das PS wurde gelöscht. Admin

  • #71
    Malte

    Ach wissen Sie Hans Dampf, Menschen, die so agitieren wie Sie es tun, entlarven sich meist selbst! Ihre grüße gebe ich aber bei der nächsten Gelegenheit gerne weiter :o)

  • #72
    Arnold Voß

    @ Malte

    Malte, was sie da erzählen ist durch Nichts belegt. Es ist die alte Leier derer, die Angst haben, dadurch herunter gezogen zu werden, dass sie mit Leuten zusammen sind, die nicht auf ihrem Niveau agieren.

    Dabei täuschen sie sich in der Regel in der Höhe ihrer eigenen Talente, denn eins sagt die Forschung ganz sicher aus: Die Intellligenz des Menschen ist in allen Schichten der Bevölkerung gleich verteilt. Ihre Förderung, das sagt die Forschung ebenfalls sehr klar aus, aber nicht. Sie hängt in hohem Maße von der sozialen Lage und der Motivation der Eltern ab.

    Eine gut ausgestattete mit kleinen Klassen/Gruppen ausgestattete Gemeinschaftsschule, die deswegen auch individuelle Föderung möglich macht, hat, und das zeigen die Vergleiche mit Ländern in denen diese vorhanden sind, ebenfalls sehr deutlich, drei wichtige Effekte:

    1. Die Intelligenz wird bei all denen gefördert, die über sie verfügen und nicht (nur) bei denen, deren Eltern auf Grund ihrer eigenen Position davon überzeugt sind, dass ihre Kinder sie haben.

    2. Die weniger intelligenten Kinder werden nicht nur durch die Lehrer sondern auch durch die intelligenteren Mitschüler gefördert, so dass auch ihre Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden.

    3. Die hoch begabten Schüler lernen nicht nur sozial sondern auch fachlich erheblich dazu, indem sie selber eine Lehrerrolle übernehmen.

    Ansonsten gibt es auch in der Gemeinschaftsschule eine Auslese der Besseren, und das muss auch so sein. Nicht jeder kann auch bei bester Förderung das Abitur schaffen, geschweige denn erfolgreich studieren.Es sind aber dann die wirklich Besseren, und nicht die, die sich auf Grund ihres sozialen Statusses dafür halten.

    Deutschland ist voll von titelbehafteten Leuten in führenden Stellungen, die dort nicht hingehören. Der ökonomische Schaden den sie verursachen ist schon auf Grund ihrer Position in der Regel um ein Vielfaches größer als die Schäden die durch die Fehler und das Versagen der sogenannten Ungebildeten verursacht werden.

    Die Gemeinschaftschule basiert also nicht auf irgendeiner anderen Meinung, Malte, sie bedeutet vielmehr, wissenschaftlich nachgewiesen, mehr Bildungsgerechtigkeit, und daran sind alle die nicht interessiert, die dabei den Kürzeren ziehen würden.

  • #73
    Malte

    @Arnold Voß: Das was Frau Kraft bisher von sich gegeben hat, klang/klingt nicht so. Aber, ich arbeite an einer “Gegenüberstellung“, melde mich dazu dann nochmal! Denn, es fängt ja schon bei der Ausbildung der Lehrer und deren Kompetenzen an.

    Zitat: „Es ist die alte Leier derer, die Angst haben, dadurch herunter gezogen zu werden, dass sie mit Leuten zusammen sind, die nicht auf ihrem Niveau agieren”

    Es dürften einige Stadteil-Studien dagegen sprechen, warten wir mal ab. Ich bin aber froh darüber, das mir nahestehende Kinder/Jugendliche nicht mehr davon betroffen sein werden [die Eltern übrigens auch]

    Aber, nochmal was zu Skandinavien, mir wurde zugetragen, das dort die Förderung der Kinder eine völlig andere ist [Vorschule/Kindergärten], während dort Kinder schon mit fünf Jahren sehr gut englisch sprechen, können hier viele mit fünf noch nicht mal richtig Deutsch [damit meine ich nicht nur Migranten]

  • #74
    Arnold Voss

    Was Frau Kraft betrifft, gebe ich ihnen Recht, Malte. Aber das ist noch lange kein Grund die Idee und die langjährige Praxis der Gemeinschaftsschule z.B. in den Skandinavischen Ländern der Gleichmacherei zu bezichtigen.

    Auch was die zunehmende Abwanderung der Mittelschicht aus bestimmten Stadtteilen im Ruhrgebiet betrifft, liegt das im Wesentlichen an den dortigen Schulen und Kindergärten. Die SPD hat sich leider in ihrer schulpolitischen Praxis bei der Integration der Migrantenkinder auch nicht sehr vorbildlich verhalten. Das Gegenteil ist leider der Fall.

  • #75
    Malte

    Zitat”Auch was die zunehmende Abwanderung der Mittelschicht aus bestimmten Stadtteilen im Ruhrgebiet betrifft, liegt das im Wesentlichen an den dortigen Schulen und Kindergärten”

    Ups, und ich dachte es liegt an gescheiterten Multikulti-Träumen von SPD und Grünen, aber heute geht es ja mehr um Menschenrechte und Grundgesetz!

    Wobei, wenn ich mir die Wahlbeteiligung so anschaue und die Stimmen die Rot und Grün bekommen haben, kann es kaum der Wille des Volkes sein, ob mich eine Volksabstimmung zu diesem Thema wohl überraschen würde?

    Zitat: “Die SPD hat sich leider in ihrer schulpolitischen Praxis bei der Integration der Migrantenkinder auch nicht sehr vorbildlich verhalten”

    Könnte daran liegen, das sie sich von so um 2004 von diesen Träumen verabschiedet hat:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/leitkultur-nation-statt-multikulti_aid_201469.html

    Das brachte uns in Ge. Kitas mit so gut wie 100% und Schulen mit 80 % Migrantenanteil, wo das endet, wissen wir ja! Aber, wir schweifen ab…

  • #76
    Arnold Voß

    Malte, Multikulti schließt Integration nicht aus, Stadtteile mit hohem Migrantenanteil müssen nicht automatisch schlechte Schulen haben. Sie dürfen nicht immer die schlechte Praxis mit den realen Möglichkeiten verwechseln. Sie müssen stattdessen auf die guten Beispiel schauen die es überall auf der Welt und auch in Deutschland gibt. Ansonsten bleiben sie auf der Ebene platter Ideologie, und billigem Journalistengeschreibsel, das zu diesem Thema in Deutschelaaand leider nur dazu da ist, die eigenen Fehler systematisch zu verdrängen.

  • #77
    Dirk Haas

    Malte, Sie leben offensichtlich in Gelsenkirchen, müssten demnach wissen, dass Multikulturalität kein „Traum“ sondern schlicht ein Faktum ist. Träumer sind diejenigen, die glauben, es gebe hierzulande ein Zurück in die 1950er Jahre, ohne Ayses und Abdullahs: http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/lernen/deutschunterricht/img/intro_deutsch_schule_g.jpg

    Im gesellschaftlichen Umgang mit Heterogenität gibt es zwei Modelle, die sich auch im Bildungssystem wieder finden: Desintegration und Integration. Das Eine geht einher mit einem Schulsystem, das nach dem Prinzip der positiven bzw. negativen Auslese funktioniert und kulturell bzw. sozial weitgehend homogene Milieus schafft. Ihre „Kitas mit so gut wie 100% und Schulen mit 80 % Migrantenanteil“ mögen dafür ein Beispiel sein.

    Das andere Modell – Integration – erfordert eine schulische Praxis, die diese ohnehin unhintergehbare Heterogenität zusammenführt, produktiv macht. Wie dumm der Vorwurf der individualitätsfeindlichen Gleichmacherei tatsächlich ist, erfährt man am besten, wenn man sich die Praxis dieser „Einheitsschulen“ (die angesichts ihres Konzepts weitaus treffender „Vielfaltsschulen“ genannt werden sollten) anschaut:
    http://www.erika-mann-grundschule.com/?page_id=12

  • #78
    Malte

    @Arnold Voß: “Multikulti schließt Integration nicht aus, Stadtteile mit hohem Migrantenanteil müssen nicht automatisch schlechte Schulen haben”

    Sorry, vielleicht fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit, eine positive natürlich?

    “Ansonsten bleiben sie auf der Ebene platter Ideologie, und billigem Journalistengeschreibsel, das zu diesem Thema in Deutschelaaand leider nur dazu da ist, die eigenen Fehler systematisch zu verdrängen”

    Entschuldige bitte aber, ich lebe hier. Ich sehe, höre jeden Tag was hier so passiert! Hier wandert keiner ab, nur weil die Schule nicht funktioniert, sondern weil ein ganzes, nennen wir es mal Gebiet, nicht funktioniert! Man läuft gegen Wände, Tag für Tag! Ich brauche keine Presse die mir was “vorgaukelt”!

    Und Fehler macht hier nur die Politik!

    @Dirk Haas “Malte, Sie leben offensichtlich in Gelsenkirchen, müssten demnach wissen, dass Multikulturalität kein „Traum“ sondern schlicht ein Faktum ist.
    Träumer sind diejenigen, die glauben, es gebe hierzulande ein Zurück in die 1950er Jahre, ohne Ayses und Abdullahs”

    Oh, Sie verstehen mich, wieder mal, falsch, ich will nix zurück. Ich bin in einer Bergarbeitersiedlung mit Türken, Polen, Italienern usw. groß geworden, das war toll und ich möchte nichts davon missen! Auch mag ich meine Freunde und bekannte aus diesen Ländern [wenn das Problem mit den Türken und Juden nur nicht wäre!].

    Ein Beispiel, mitten aus dem Leben: Murat geht als Kleinkind in eine Kita, in der fast nur Migranten sind, nach der Kita muss er in die Moschee, den Koran lernen. Irgendwann kommt Murat in die Schule, da sind auch zum größten Teil Migranten. Nach der Schule gehen sie wieder in die Moschee!

    Das, was für ihr Leben wichtig ist, steht im Koran, dort steht aber nicht, du musst in der Schule fleißig sein! Wofür auch, der Stadtteil hat alles was Murat braucht: Moschee, Kulturzentrum, Türkische Supermärkte, Frisör usw. Murat hat inzwischen das Patriarchat voll verinnerlicht und kommt in einem “normalen Stadtteil nicht klar. Murat hasst Juden, Schwule und Frauen mit kurzen Röcken [diese zumindest wenn der Vater dabei ist]

    Und jetzt erst kommen soziale Träger zum Zug, die versuchen mit viel Kulturpädagogik Murat wieder in die richtige Bahn zu bekommen.

    Ömer, ein guter Freund, und Belin, bekannte, sagen „Die Moscheen und Kulturzentren sind schuld“ , dann kommt die [Rot, Rot, Grüne] Politik und sagt „wir brauchen mehr Moscheen und Kulturzentren“

    Wer hat recht, wer mach -was- falsch!?

  • #79
    Dirk Haas

    @Malte, wir sprachen über Schulen, nicht über Moscheen. Sie hopsen schon wieder, zum nächsten Thema.

    Dennoch: Mit Ihrer kleinen Murat-Geschichte beschreiben Sie just jene homogenen und eben tlw. reaktionären Milieus, die das Ergebnis systematischer Desintegration sind und in denen es eben nicht gelingt, mit Heterogenität souverän und produktiv umzugehen.

    Die Existenz solcher Stadtviertel soll nun ausgerechnet ein Argument gegen Gemeinschaftsschulen sein? Schulen, die Murat und Co. dabei unterstützen können, Verschiedenheit auszuhalten, Toleranz gegenüber „Juden, Schwulen und Frauen mit kurzen Röcken“ zu erlernen und zu praktizieren? Schulen, die den Nachmittag im Stadtteil nicht allein dem Koran-Lehrer überlassen?

    Malte, es ist diese Art von Logik, die es so schwierig macht, Sie richtig zu verstehen.

  • #80
    Malte

    “wir sprachen über Schulen, nicht über Moscheen. Sie hopsen schon wieder, zum nächsten Thema”

    Das gehört nun mal dazu bzw. die zusammenhänge, Sie verstehen!?

    “Die Existenz solcher Stadtviertel soll nun ausgerechnet ein Argument gegen Gemeinschaftsschulen sein? Schulen, die Murat und Co. dabei unterstützen können, Verschiedenheit auszuhalten, Toleranz gegenüber „Juden, Schwulen und Frauen mit kurzen Röcken“ zu erlernen und zu praktizieren? Schulen, die den Nachmittag im Stadtteil nicht allein dem Koran-Lehrer überlassen?”

    Eine Nachmittagsbetreuung gibt es hier schon…!

    Weiteres Posting bezog sich auf:

    “@Dirk Haas “Malte, Sie leben offensichtlich in Gelsenkirchen, müssten demnach wissen, dass Multikulturalität kein „Traum“
    sondern schlicht ein Faktum ist. Träumer sind diejenigen, die glauben, es gebe hierzulande ein Zurück in die 1950er Jahre, ohne Ayses und Abdullahs”

    Wenn Sie mir schon die Vorlage geben 😉

  • #81
    Dirk Haas

    Malte, ich verstehe vor allem eines: Ein Argument gegen Gemeinschaftsschulen ist Ihnen nicht eingefallen; einen Beleg für irgendeinen „Extremismus“ konnten Sie nicht finden.

    Daher verbuche ich’s mal unter „Plong“. Ideologische Betriebsgeräusche.

  • #82
    Herjeh2010

    Was der Malte über den Zusammenhang von Schulpolitik und Verfassungsschutz erzählt hat, ist also als Unsinn erkannt worden. Danke Arnold, Danke Dirk.
    Aber jetzt erkläre mir doch mal einer, warum das Gymnasium weg soll.
    Ist es schlechter als andere Schulformen?
    Ist es für Eltern aus unteren Einkommensschichten verboten, ihre Kinder dort anzumelden?
    Für mich lautet die Antwort beides mal Nein.
    Warum soll es also weg?
    Die Hauptschule gehört da doch eher weg. Die ist doch eine Sackgasse.
    Die gibt doch keine Chancengleichheit.
    Zweitens kann doch niemand behaupten, daß die Nachahmung des skandinavischen Schulsystems hier zu besseren schulischen Leistungen führen wird. Wer glaubt denn sowas?

  • #83
    Arnold Voß

    @Herjeh2010

    Ich war auf einem Gymnasium. Damals gab es keine Hauptschule sondern noch die Volksschule. Meine Lehrer wollten unbedingt, dass meine Eltern mich auf das einzige (Jungen)Gymnasium in der Arbeiterstadt Wanne-Eickel schicken und sie taten es.

    Wir waren im Schnitt 40 Schüler in einer der drei Anfängerklasse und noch ca. 15 Schüler pro Klasse im Abitur. In meiner Klasse blieb außer mir kein einziges Kind aus dem Arbeitermilieu ohne Sitzenbleiben bis zum Abitur übrig. Der größte Teil schaffte es nicht mal bis zur mittleren Reife. Ganz ohne die Sackgasse Hauptschule. Und es waren darunter ausgesprochen talentierte und intelligente Menschen.

    Es galt damals was heute, also 45 Jahre später, statistisch wieder gilt: Nicht die Intelligenz und die Talente sondern die Herkunft bestimmt, ob man studieren kann.

    Und das jetzt keiner auf den Gedanken kommt, ich mag die Kinder der Mittel- und Oberschicht nicht. Ich bin mit ihnen seit meinem 10 Lebensjahr aufgewachsen und bin ihnen und ihrem Milieu in wichtigen und lebenslangen Freundschaften verbunden. Ich selber zähle mittlerweile zur Mittelschicht.

    Aber das ändert nichts daran, dass das Gymnasium bis heute eben nicht die Besten, sondern die am besten Situierten fördert, in dem sie sie “rechtzeitig” vom Schülerrest trennt. Jeder, der die Verhältnisse genau genug kennt weiß es und die Statistiken zeigen es immer wieder.

    Aber es wird sich nichts daran ändern, denn diese (zu) frühe Trennung ist gewollt, weil den Eltern (egal welcher politischen Coleur) im Ernst- oder besser im Auslesefall die eigenen Kinder – wer mag es ihnen verdenken – nun mal näher stehen als die der anderen. Erst recht, wenn man auch im sonstigen Leben nichts mit ihnen zu tun hat, respektive es auch gar nicht will.

  • #84
    Herjeh2010

    @Arnold Voss
    Etwas anderes als das Gymnasium, ist mir für meine Kinder nie in den Sinn gekommen, und ich gehöre nicht zur Mittelschicht. Jedenfalls nach meinen
    Kriterien.
    Damals sind auch noch nicht viele Kinder zum Gymnasium geschickt worden, und die Mütter haben erst eine Generation später entdeckt, daß sie Hilfeleistungen bei den Hausaufgaben geben mußten. Meine Mutter hätte das auch gar nicht gekonnt. Und das ist auch der Knackpunkt bei vielen Migrantenmüttern.
    Wie wäre es denn, zuerst mal die Ganztagsschule bundesweit einzurichten?
    Ist das nicht das Erfolgsrezept in Skandinavien? Ist es nicht so, daß überall dort, wo die Kinder auf eine Ganztagsschule gehen, mehr Chancengleichheit für die Kinder, deren Eltern kaum helfen können, stärker gewährleistet ist?

  • #85
    Malte

    “Was der Malte über den Zusammenhang von Schulpolitik und Verfassungsschutz erzählt hat, ist also als Unsinn erkannt worden. Danke Arnold, Danke Dirk”

    An welcher Stelle habe ich das denn behauptet? Hier werden Dinge völlig aus den Zusammenhang gerissen!

    @Dirk Haas: Vergessen Sie es einfach, das Brett ist wohl an der richtigen Stelle 😉

  • #86
    Arnold Voss

    “Etwas anderes als das Gymnasium, ist mir für meine Kinder nie in den Sinn gekommen, ….”

    Das ehrt sie, Herjeh. Aber es ist natürlich, wenn man das generalisiert, der erste große Selbstbetrug von uns Bildungsbürgern aus allen Schichten. Die Kinder selbst in ein und derselben Familie sind eben nicht gleich mit Intelligenz und Talent ausgestattet und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

    Das spricht natürlich nicht dagegen durch Förderung aus jedem das Beste herauszuholen. Ganz im Gegenteil. Und natürlich wäre es eine große Errungenschaft für eine Gesellschaft wenn das in allen Familien geschieht.

    Dem ist aber erstens nicht so und zweitens entscheiden die Kinder auch nicht in welche Familie sie kommen. Sie sind vielmehr, gerade die wichtigen Jahre ihrer Entwicklung, weitgehend dem Elternhaus ausgeliefert in das sie hineingeboren werden.

    Genau für die Kinder, die dabei Pech hatten, und das sind (leider) nicht wenige, ist der Kindergarten und die Schule die einzige Chance der Förderung. Um ihr Intelligenz- und Talentpotential für die Gesellschaft nicht zu verlieren dürfen sie nicht aus der Bildungsgemeinschaft durch zu frühe Schulgliederung entlassen werden. Im Gegenteil, den Begabten unter ihnen sollte sogar ein besondere Förderung zu Teil werden die die Nachteile des Elternhauses auszugleichen in der Lage ist.

    So würden am Ende genau alle die das Abitur machen, die dazu nicht nur, häufig auf Biegen und Brechen, gefördert wurden sondern die auch dazu befähigt sind. Aus allen Schichten natürlich. Und es wären wohlmöglich nicht alle ihre Kinder dabei (gewesen), Herjeh. Das wäre einer demokratischen Gesellschaft angemessen.

    Ich wünsche ihnen und ihre Kindern persönlich natürlich, dass sie alle ihr Abitur schaffen bzw. schon geschafft haben. Und da wären wir dann beim Numerus Clausus. Aber das würde hier zu weit führen.

  • #87
    Dirk Haas

    @Herjeh #82, 84
    In der gegenwärtigen Schulreformdebatte geht es in erster Linie um die Verlängerung der Primarschule und die Etablierung einer dem Gymnasium gegenüber konkurrenzfähigen Gemeinschaftsschule (bzw. Stadtteilschule, Regionalschule, Mittelschule – das Kind hat fast so viele Namen wie es Bundesländer gibt). Gymnasien werden also nicht abgeschafft, sie verlieren lediglich einige Privilegien.

    Bildungsforscher Jürgen Oelkers, jedes Utopismus’ unverdächtig, hat vor einigen Jahren in der ZEIT ein mögliches Modell skizziert, das bis in konservative Kreise Zustimmung findet:
    http://www.zeit.de/2006/13/C-Gesamtschulen

    In Ländern mit dem Gesamtschulprinzip (z.B. Skandinavien) gibt es selbstverständlich auch Gymnasien, sie beginnen nur später, meist mit der Jahrgangsstufe 10.

    Ganztagsschulen sind tatsächlich state-of-the-art, auch wenn viele Schulen Ganztagsbildung noch mit Vormittagsschule plus Nachmittagsbetreuung verwechseln.

    Zumindest fürs Ruhrgebiet gilt, dass gut arbeitende Gesamtschulen von der G8-Einführung an den Gymnasien profitiert haben. Da wurde die „Naja, wenigstens keine Hauptschule“-Schule auch für bildungsnahe Schichten zu einer ernsthaft geprüften Alternative.

  • #88
  • #89
    Eva

    Was mir an der Diskussion um die Gemeinschaftsschule nicht gefällt, ist, dass der Blickpunkt ausschließlich auf den schwächeren Schülern liegt. Es wird übersehen, dass es auch Kinder gibt, die in der Schule unterfordert sind und sich langweilen. Was geschieht mit diesen Kindern in einer Gemeinschaftsschule? Sollen sie dort lediglich als eine Art Nachhilfe für die schwächeren Schüler fungieren? Die hier bereits geäußerte Ansicht, dass der Lehrer selbst am meisten lernt, finde ich in diesem Zusammenhang unpassend, denn das trifft vielleicht auf Erwachsene zu, aber nicht auf Kinder.
    Ich denke, jedes Kind hat ein Recht darauf, seinen Begabungen entsprechend gefördert zu werden, unabhängig davon, wie diese Begabungen ausfallen. Ob das in einer Gemeinschaftsschule gewährleistet werden könnte, wage ich zu bezweifeln.

  • #90
    Dirk Haas

    @Eva (#89), gerade auch die Gemeinschaftsschulen werden um individualisierte Lernformen und Unterrichtsangebote nicht herum kommen. Das heißt dann auch für die Leistungsstärkeren: mehr individuelle Förderung, aber auch mehr selbst verantwortetes Lernen. Sie werden also nicht vergessen.

    Verbreitet ist gegenwärtig das so genannte Drehtür- oder Enrichment-Modell:
    http://www.hochbegabungs-links.de/fjk_Drehtuer.pdf

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