Rücktritt nach Hass Mails: Kraft ist entsetzt und Jäger fordert irgendwas

 

Thomas Purwin Foto: SPD Bocholt
Thomas Purwin Foto: SPD Bocholt

Seit Monaten wird Thomas Purwin von Nazis bedroht. Als nun auch seine Tochter in das Visier der Rechtsradikalen rückte, beschloss der Bocholter  sich aus der Politik zurückzuziehen: Er trat als Vorsitzender der Bocholter SPD zurück. Schon im Herbst sagte er einen Parteitag nach Bedrohungen ab. Die Reaktionen fallen erwartbar aus: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) ist „Entsetzt, aber auch wütend…“ und Innenminister Ralf Jäger (SPD) fordert, dass Hass-Mails konsequent angezeigt werden.
Für Oppositionspolitiker mögen solche Aussagen angehen, für Politiker die in der Regierung des Landes sitzen nicht. Weder Kraft und Jäger konnten Purwin schützen. Die Sicherheitsbehörden Nordrhein-Westfalens haben in diesem Fall vollkommen versagt und es gibt Menschen, die dafür die Verantwortung tragen: Zum Beispiel die Ministerpäsidentin . Zum Beispiel der Innenminister. Sie regieren dieses Land und wenn die beiden der Ansicht sind, dass das nichts damit zu tun hat, Verantwortung zu übernehmen, sollten sie sich andere Jobs suchen. Sie hätten nie zulassen dürfen, das eine Situation entsteht, in der ein demokratischer Politiker aus Angst zurücktritt.    

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„Das Ausmaß des Liebeskummers variiert“

Im zweiten Teil ihrer Gesprächsreihe über psychologische Probleme sprechen Sebastian Bartoschek und Stefan Laurin über Liebeskummer.

Stefan Laurin: Okay. Liebeskummer kennen alle. Wie schwer ist das, welche Bedeutung hat das für die Menschen, wie schwer sind solche Krisen?

Sebastian Bartoschek: Liebeskummer ist erstmal eine Krise, wie du sagtest, die eigentlich fast jeder mindestens einmal in seinem Leben durchläuft. Und spannenderweise weiß man, dass das Ausmaß des Liebeskummers total weit variieren kann. Also von: ja, das ist eine Krise, die man durchschreitet und dann ist alles wieder gut. Aber, und das hat mich auch nochmal in der Vorbereitung überrascht, es gibt tatsächlich auch einen Zusammenhang von Liebeskummer bis hin zu Suizid und Mord. Was eigentlich, wenn man dann darüber nachdenkt, auch wieder logisch erscheint.

Laurin: Na, der Suizid ist klar. Goethes Werther.

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Der Hass auf den weiblichen Körper

Original Venus vom Hohlefels, Mammut-Elfenbein, Aurignacien, Alter ca. 35-40.000 Jahre Foto: Thilo Parg Lizenz: CC BY-SA 3.0
Original Venus vom Hohlefels, Mammut-Elfenbein, Aurignacien, Alter ca. 35-40.000 Jahre Foto: Thilo Parg Lizenz: CC BY-SA 3.0


Das Internet. Ein Mann verfasst einen Artikel zum Krieg der Männer gegen die Frauen. Eine Frau antwortet darauf. An beiden Texten lässt sich Kritik üben. Eine weitere Frau versucht, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Sie setzt sich für geraume Zeit an ihren Schreibtisch, und schreibt folgenden Text. Von unserer Gastautorin Veronika Kracher.

Bevor man, wie Martin Niewendick es tut, den „Krieg gegen die Frauen“ am Beispiel von Morden nicht erklärt, aber versucht durch die Aufzählung widerwärtigster Gewalttaten zu belegen, sollte sich intensiver mit dem Begriff, seiner Geschichte und seiner Vielschichtigkeit auseinander gesetzt werden. Der Krieg gegen die Frauen manifestiert sich nicht nur im Mord, sondern fungiert auf allen erdenklichen Ebenen des die Gesellschaft durchdringenden, omnipräsenten

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Der Ruhrpilot

Thomas Purwin Foto: SPD Bocholt
Thomas Purwin Foto: SPD Bocholt


NRW: 
Bocholter SPD-Chef tritt nach Nazi-Mails zurück…Bild
NRW: Bocholter SPD-Chef tritt zurück – Kraft entsetzt…DLF
NRW: Land Schlusslicht bei U3-Betreuung…RP Online
NRW: „Die Polizei würde den Kampf mit uns nicht gewinnen“…Welt
Debatte: „Der Westen hat seine Glaubwürdigkeit verloren“…FAZ
Debatte: Aleppo zeigt, Despoten ist wieder alles erlaubt…Welt
Debatte: Gehört Bio-Produkten die Zukunft?…Novo Argumente
Debatte: Hat Putin Trump zum Präsidenten gemacht?…Post von Horn
Ruhrgebiet: Dortmund und Bochum wollen Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen…Nordstdtblogger
Ruhrgebiet: Christian Wulff tritt Mercator-Professur an…Der Westen
Bochum: Opelaner darf zurück an die Arbeit…Der Westen
Dortmund: Dortmunds ältestes Kino schließt zum Jahresende…Der Westen
Duisburg: Mehr Sauberkeit in Marxloh und Hochfeld…RP Online
Essen: Haltlose Gerüchte um sexuelle Belästigung verwirren Kettwig…Der Westen

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Sayeds Fluchtgrund ist ein Film

Sayed Omid Sami im Essener Kino "Filmstudio Glückauf"
Sayed Omid Sami im Essener Kino „Filmstudio Glückauf“

Der afghanische Filmemacher Sayed musste aus Kabul nach Deutschland fliehen, weil sein Film die Liebe zwischen einem Muslim und einer Hindu zeigt. Für die Bundesregierung gelten jedoch vor allem urbane Gebiete Afghanistans als sicher genug, um Flüchtlinge dorthin abzuschieben.

Sayed hat sich schick gemacht – Graues Sakko, roter Schlips. Er hat sich für die Premiere seines ersten Filmes herausgeputzt. Ein Film, der für ihn eine Herzensangelegenheit ist und gleichzeitig der Grund war, aus seinem Heimatland zu fliehen. Sayed Imid Sami, wie er mit vollen Namen heißt, finanzierte den Film, schrieb das Drehbuch und spielte die männliche Hauptrolle. Er steht mit akkurat gestutztem Bart am Ausgang des Kinosaals, in dem gerade sein Film gezeigt wurde. „Ethics of Love“ heißt er. Er handelt von einem Muslim, der sich in eine Hindu verliebt. Das, so sagt Sayed, sei gesellschaftlich in Afghanistan äußerst kompliziert. Heirat aus Liebe und eine Beziehung zwischen Personen verschiedener Religionen gäbe es in seinem Heimatland fast nie. Den Protagonisten seines Filmes sind diese Probleme bewusst. Vor allem die weibliche Hauptperson ist immer wieder Problemen ausgesetzt.

Auch Sayed war klar, dass die Geschichte in Afghanistan kontrovers ist, aber mit den Reaktionen, die er nach der Veröffentlichung seines Filmes erhielt, rechnete er nicht.

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Die Achse der guten Werber

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Die Auseinandersetzung zwischen dem Blog Achse des Guten und Gerald Hensel von der Agentur Scholz&Friends kennt nur Gewinner.

Gerald Hensel, Stratege der Hamburger Werbeagentur Scholz&Friends, hatte eine Idee: Er kopierte die US-Aktion gegen Unternehmen, die auf dem rechten Portal Breitbart werben. Auch in Deutschland sollten Unternehmen darauf aufmerksam gemacht werden, wo ihre Werbung läuft . Online wird Werbung weniger gezielt platziert, sondern folgt dem Nutzer auf die Seiten die er besucht und wird dort von verschiedenen Vermarktern automatisch eingespielt. Hensel

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Der Ruhrpilot

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NRW:
Schlusslicht bei U3-Betreuung…RP Online
NRW: Jägers Silvester-Armee ist mehr Schein als Sein…RP Online
NRW: CDU will Hape Kerkeling in die Bundesversammlung entsenden…Welt
NRW: Silvester 2016 zählt in Köln der Rechtsstaat…Welt
Debatte: Putins hybrider Grossangriff…Bild
Debatte: Schumpeter ist aktueller denn je…FAZ
Debatte: Postfaktisch sind immer die anderen…NZZ
Debatte: Wahlen in Zeiten des Cyberwar…Cicero
Debatte: Angela, die Ewige…Welt
Bochum: Ruhr-Uni bekommt Internet-Forschungsinstitut…Der Westen
Dortmund: Mini-Plus bei Passagierzahlen – Flughafen-Chef sieht Trendwende…Der Westen
Duisburg: Norden ist keine No-Go-Area…Der Westen
Essen: Ela-Aussichtsplattform im Wald ist vom Tisch…Der Westen

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Premiere in Dortmund: Furcht und Elend des dritten Reiches

Fiederike Tiefenbacher, Uwe Schmieder, Bettina Lieder, Frank Genser (Foto: Birgit Hupfeld)
Fiederike Tiefenbacher, Uwe Schmieder, Bettina Lieder, Frank Genser (Foto: Birgit Hupfeld)

Vergangene Spielzeit inszenierte Sascha Hawemann „Eine Familie“ von Tracy Letts am Dortmunder Schauspiel. Hawemanns aufgebrochene,  auf das theatral unfertige zielende Ästhetik und die manchmal allzu glatte Oberfläche des amerikanischen Well-made-Plays prallten hart aufeinander und die Reibung, die daraus entstand, ließ nicht immer Funken sprühen. Nun nimmt sich der Regisseur mit „Furcht und Elend des Dritten Reiches“, das am 10.12. im Megastore Premiere feierte, Bertolt Brecht vor. Dass in diesem Fall Autor und Regisseur in ihrem Theaterverständnis weitaus einiger sind, war abzusehen.

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