96

Der Krieg der Männer gegen die Frauen

Eine kleine Chronik des alltäglichen Wahnsinns, der kein Ende nimmt.

Kiel. Ein Mann übergießt eine Frau vor einer Klinik im Stadtteil Kronshagen mit einer brennenden Flüssigkeit. Er entzündet sie. Sie verbrennt bei lebendigem Leib. Zeugen versuchen, die Flammen zu löschen. Vergebens. Die Frau stirbt.

Berlin. Ein Mann steht in einem U-Bahnhof. Vor ihm wartet eine 20-jährige Frau. Die Bahn fährt ein. Der Mann nimmt Anlauf. Er stößt die Frau auf die Gleise. Das tonnenschwere Gefährt überrollt sie. Sie hat keine Chance. Sie stirbt. „Ruhig, fast erleichtert“ entfernt sich der Täter, sagen Zeugen später aus.

Hameln. Ein Mann bindet einer Frau ein Seil um den Hals. Das andere Ende knotet er die Anhängerkupplung seines Autos. Er startet den Motor. Über eine Strecke von 250 Metern schleift er sein Opfer mit hohem Tempo über den Asphalt. Ihre Tortur endet nur, weil sich das Seil vom Wagen löst. Sie liegt im Koma. Lebensgefahr.

Berlin. Ein Mann sieht eine Frau die Treppe einer U-Bahnstation in Neukölln hinuntergehen. Er nähert sich ihr. Er tritt zu. Die Frau stürzt mit dem Gesicht voran die Treppe hinunter, schlägt mit voller Wucht auf dem Boden auf. Der Täter entfernt sich. Sein offensichtlicher Versuch die Frau umzubringen, misslingt.

Berlin. Ein Mann nähert sich auf einem Fahrrad einer 27-jährigen Frau. Er zückt eine Wasserpistole. Er spritzt ihr eine unbekannte Flüssigkeit ins Gesicht. Die Frau spürt einen brennenden Schmerz. Wenige Minuten später schlägt er erneut zu, diesmal erwischt es eine 28-Jährige. Wieder spürt das Opfer einen brennenden Schmerz. Danach schlägt der Mann ein drittes Mal zu, diesmal in einem anderen Stadtteil. Wieder trifft es eine Frau.

Hamburg. Ein Mann betritt ein Jobcenter. Er geht in den dritten Stock, betritt ein Büro. Dort arbeitet seine ehemalige Lebensgefährtin. Er zückt ein Gefäß mit einem halben Liter 30-prozentiger Salzsäure. Er schüttet die Säure über Gesicht und Oberkörper der Frau. Nur durch das beherzte Eingreifen von Zeugen werden schlimmere Verätzungen verhindert.

Hamburg. Ein Mann betritt eine Bäckerei. Seine Frau arbeitet dort. Er lächelt, kocht sich Wasser für einen Tee, wie er sagt. Er nimmt das kochende Wasser, schüttet es seiner Frau ins Gesicht. Dann zückt er ein Messer. Sticht achtzehn Mal auf sein Opfer ein. Als sie im Todeskampf am Boden liegt, nimmt er sich noch Geld aus ihrem Portemonnaie, bevor er den Laden verlässt. Durch Glück überlebt die Frau.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es herrscht ein Krieg der Männer gegen die Frauen. Scheinbar wahllos bewegen sich Männer wie Wahnsinnige durch die Landschaft um an nichtsahnenden, wehrlosen Frauen die grausamsten Verbrechen zu verüben. Manchmal sind es Beziehungstaten, bei denen wenigstens noch das Fünkchen eines Motives aufblitzt, ein winziger Anhaltspunkt der es dem fassungslosen Beobachter ermöglicht, sich das Unerklärbare zu erklären.

Manchmal sind es keine Beziehungstaten. Übrig bleibt der pure Hass auf Frauen, gepaart mit einer Blutrünstigkeit, einer Willkür, einer rasenden Mordlust, die rational nicht erklärbar ist. Das muss aufhören, denkt man sich. Aber das wird es nicht. Die Gewalt ist allgegenwärtig. Erschreckend ist die Abgebrühtheit, mit der die Männer ihre Taten begehen. Sie lächeln. Gehen weg, aber flüchten nicht. Bleiben ruhig. Er ist ein irrationaler Gegner, dieser Mann. Er hat keine Forderungen, die man erfüllen könnte. Mit ihm ist nicht zu verhandeln. Hilflose Maßnahmen bleiben. Selbstschutz. Zivilcourage. Bald ist Silvester.

 

Martin Niewendick auf Twitter folgen: @Echtzeitreise.

RuhrBarone-Logo

96 Kommentare zu “Der Krieg der Männer gegen die Frauen

  • #1
    FrankN.Stein

    Es gibt psychopathische, gewalttätige Männer, die Frauen angreifen. Gab es immer schon. Was genau an den Taten von Verrückten jetzt einen "Krieg" ausmacht, wird jetzt nicht so wirklich erkennbar in Ihren Ausführungen.

  • #2
    Arnold Voss

    Schon mal eine ähnlich faktenbasierte Aufzählung mit geschlechtlich umgekehrten Vorzeichen gelesen, Frankenstein? Lohnt sich doch drüber nachzudenken, oder?

  • #3
    Achim

    ???
    Haben die Täter irgendwelche Drogen konsumiert oder waren sie bereits
    vorher auffällig?
    Wie können solche Taten ohne "vernünftige" Motive sonst erklärt werden?

    Achim

  • #4
    BellyBloc

    Herr N. begibt sich da aber auf unterstes Boulevardniveau: Kronshagen ist kein Stadtteil Kiels, sondern liegt im benachbarten Landkreis. Und die Frau verstarb später in einer Klinik.

  • #5
    Walter Stach

    Das Folgende dient nur dem Versuch, daran zu erinnern, daß es hier -Gewalt von Männern gegenüber Frauen- um Verbrechen geht, die offenkundig wie viele andere auch jeder Gesellschaft immanent zu sein scheinen, auch der deutschen (!!) Männer-Gesellschaft:

    Nach einer Statistik des BKA wurden 331 Frauen in 2o15 Opfer von versuchtem oder vollendetem Mord oder Totschlag durch den aktuellen oder ehemaligen Partner (!!) -und 84 Männer.

    Über das Warum denken Psychologen, Kriminalisten pp. nach. Dazu gibt es Literatur.

    "Vernünftige" Motive -sh.Achim -3-???

    Ich bin kein "Kriminalpsychologe", meine aber sagen zu können, daß "vernünftige Motive" weder diesen Verbrechen von Männern an Frauen noch anderen Verbrechen zugrunde liegen können.
    Im übrigen sollte jedermann hinreichend bekannt sein, daß Gewaltverbrechen von Männern an Frauen -insbesondere an ihnen nahestehende oder nahegestandenen- seit altersher in allen Gesellschaften relevant waren -und relevant bleiben werden. Und das gilt substantiell unabhängig von der kulturellen, der religiösen Verfaßtheit der Gesellschaften bzw. dem Grad ihrer Zivilisation.

    Die überwiegend Mehrheit der Staaten dieser Welt hat versucht, versucht derzeit und wird weiterhin versuchen, dem mit ihren Mitteln und Möglichkeiten präventiv und repressiv zu begegnen, wohlwissend, daß kein Staat damit Verbrechen im allgemeinen , die hier problematisierten im besonderen auszurotten vermag, weil sich das "Böse im Menschen" durch keinen Staat der Welt ausrotten läßt -auch nicht in Deutschland, auch nicht Gewaltverbrechen von Männern an Frauen, insbesondere -sh. die vorg.Daten- an ihnen nahestehende oder nahgestandenen.
    .

    Dass über die Effektivität und über die Effizienz präventiver und repressiver staatlicher Verbrechensbekämpfung grundsätzlich zu streiten ist, die Gewaltverbrechen von Männern an Frauen eingeschlossen, dürfte a.) selbstverständlich sein, ändert jedoch b.) substantiell nichts an
    " meinen "Befund".
    PS
    Ich kann mir nicht die Frage ersparen, warum die von mir einleitend genannten Zahlen die mediale Öffentlichkeit, vor allem die in den sog. sozialen Netzen, ganz und gar nicht zu interessieren scheinen.
    Ich habe aus den gleichen Gründen schon ‚mal hier bei den Ruhrbaronen gefragt, warum z.B. die mutmaßlich rassistisch motivierten Morde des NSU für die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland relativ belanglos waren und es weiterhin zu sein scheinen.

  • #6
    Matze

    Soll ich hier jetzt eine Liste starten mit Müttern die ihre Kinder töten und das ganze dann der Krieg der Mütter gegen ihre Kinder nennen? Denn zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Kindstötungen werden durch die leiblichen Mütter verübt.

    Was soll dieser Schwachsinn von Krieg der Männer gegen Frauen?

    Führe deine Liste mal ruhig fort. Liste alle Fälle auf und immer noch werden über 99% der Männer solche Taten verabscheuen und sie auch niemals begehen.

    Aber wenn es um Männer geht, reichen ja die Taten weniger um gleich das ganze Geschlecht zu verteufeln. Bei Frauen die schlimme Dinge tun hingegen ist ja immer die Gesellschaft schuld.

  • #7
    Achim

    #5

    Bei den Taten auf dieser Liste gibt es fast keine Hinweise auf irgendeine
    Beziehung zwischen Tätern und Opfer.
    Mordversuche an Unbekannten sind höchst "unvernünftig" Als Begründung
    für sokche Taten fallen mir nur durch Drogen oder Religion erzeugte
    Wahnvorstellungen ein.

    Achim

  • #8
    Nomo

    Die meisten Gewaltopfer in Deutschland und weltweit sind Männer. Nicht Frauen.
    Zum Sterben schicken wir auch in die Kriege zu 99% Männer. Nicht Frauen.
    Für die gleiche Straftat bekommen Männer eine höhere Strafe. Nicht Frauen.

    Ein Ministerium und staatliche Lobbystellen gibt es nur für Frauen. Nicht Männer.
    Bei Scheidung geht das Kind fast automatisch an Frauen. Nicht Männer.
    Lobby-Beauftragte in Firmen, Parteien und Institutionen gibt es für Frauen. Nicht Männer.
    Leistungsunabhängige Quoten gibt es nur für Frauen. Nicht Männer.
    Freie Drinks und kostenlosen Eintritt gibt es für Frauen. Nicht Männer.

    Aber ja, du hast sicher recht. Wir führen einen Krieg gegen Frauen.

  • #9
    Arnold Voss

    @ Matze # 6

    37% der Kindstötungen durch Frauen finden direkt nach der Geburt des Kindes statt. Der Rest der elterlichen Kindstötungen verteilt sich auf Männer und Frauen, bzw. werden sie von beiden umgebracht. Beides ist fürchterlich, aber nicht mit den den Morden zu vergleichen, die hier im Artikel erwähnt werden. Wenn Männer Kinder gebären würden, würden die Zahlen nicht anders sein, sie hätten nur das umgekehrte geschlechtliche Vorzeichen.

    http://www.t-online.de/eltern/familie/id_76501192/kindstoetung-die-eigenen-eltern-sind-meistens-die-taeter.html

  • #10
    Arnold Voss

    @ Nomo #8

    Männer werden zum allergrößten Teil von Männern umgebracht, egal ob Krieg ist oder nicht. Männer begehen 90% aller Tötungsdelikte und das nicht nur in Deutschland. Einfach mal informieren, ehe man seine Vorurteile in die Welt trötet, Nomo.

    http://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2010/september/detailansicht-september/artikel/wenn-frauen-toeten.html

  • #11
    KE

    Die Bilder und Beschreibungen der Taten übersteigen mein Vorstellungsvermögen.
    Die Überschrift passt nicht. Es sind Einzeltaten, die versch. Hintergründe haben.

    Es fehlt mir auch die Rolle des Staates! Bald ist Silvester, welche Ratschläge wird es dann geben?
    Warum wird die Videofahndung erst gestartet, nachdem die U Bahn Bilder weltweit für Empörung gesorgt hatten?
    Warum tut der Staat nichts wirksames, wenn Drohungen ausgesprochen werden. Gab es nicht vor ein paar Monaten noch Fälle in der Region?

    Ist es Hass? Als "Küchenpsychologe" sehe ich hier eher Macht und Ehre als Motiv. Auch ältere Menschen werde Opfer und niedergeschlagen, weil bei Ihnen der geringste Widerstand zu erwarten ist.
    Wo bleiben eigentlich die Reaktionen der Frauen, die bei Sprüchen Talkshows und Interviews organisieren?
    Hier ist Zivilcourage gefordert, direkt einzugreifen. Nur wer hält die Wange hin?

  • #12
    Wolf-Dieter Busch

    Lieber Martin Niewendick, du listest Gewalttaten auf. Leitest du daraus die Regel ab, Männer seien böse? Nicht im Ernst, oder?

    Das wäre ebenso absurd, wie wenn ich aus – mit etwas Recherche ermittelten – Fälle von Vergiftungen und Baby-Morden eine Minderwertigkeit der Frau ableiten wollte. Lassen wir den Quatsch.

    Über deinen Artikel senken wir den Vorhang des Mitleids.

  • #13
    turbulent_flow

    Herr Niewendeck,

    ich bin selbst Opfer von körperlicher und sexueller Frauengewalt geworden und kenne auch selbst männliche Opfer.
    Frauen machen den Hauptteil der Täter bei Kindesmisshandlungen aus, Frauen machen einen Großteil der Täter bei häuslicher Gewalt, die von einem Partner ausgeht aus und mehr als zwei Drittel der Männer, die vergewaltigt haben, sind als Kind von ihrer Mutter missbraucht worden.

    WER GEWALT GEGEN FRAUEN STOPPEN WILL, DER DARF SEINE AUGEN VOR GEWALT DURCH FRAUEN NICHT VERSCHLIESSEN!!!

  • #14
    Arnold Voss

    @ 12
    Das Männer 90% der Tötungsdelikte begehen ist kein Quatsch, Herr Busch. Dass sie dabei vorrangig andere Männer umbringen hilft den Frauen, die sie töten, leider überhaupt nicht. Und mal ganz konkret gefragt: Wenn ihnen eine betrunkene Männergruppe und eine betrunkene Frauengruppe entgegen kommt, vor welcher würde sie sich mehr in Acht nehmen?

  • #15
    Matze

    Arnold Voss

    Meine Quelle:

    <i>Zwischen zwei Drittel und drei Viertel der Kindstötungen werden durch die leiblichen Mütter verübt.[2][3][5][6][7] </i>

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kindstötung

    Mir geht es darum das hier mit Einzeltaten ein Krieg gegen Frauen herbei fantasiert wird.

    Würde Martin Niewendick den gleichen Text auf Ausländer ummützen wäre es astreiner Rassismus. Aber solange es gegen Männern geht, ist es wieder okay.

    <i>Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es herrscht ein Krieg der Ausländer gegen die Frauen. Scheinbar wahllos bewegen sich Ausländer wie Wahnsinnige durch die Landschaft um an nichtsahnenden, wehrlosen Frauen die grausamsten Verbrechen zu verüben. …</i>

    Und:

    "Wenn Männer Kinder gebären würden, würden die Zahlen nicht anders sein, sie hätten nur das umgekehrte geschlechtliche Vorzeichen."

    Stimmt wahrscheinlich, aber genauso ist anzunehmen das wenn Frauen körperlich Stärker wären sie auch deutlich häufiger gewaltigtätig gegen schwächere werden würden.

  • #16
    Arnold Voss

    @ turbulent flow # 13

    „Von körperlicher Gewalt in heterosexuellen Paarbeziehungen scheinen Männer zunächst – rein quantitativ – in annähernd gleichem Ausmaß wie Frauen betroffen zu sein. Werden aber der Schweregrad, die Bedrohlichkeit und die Häufigkeit erlebter Gewaltsituationen einbezogen, dann zeigt sich, dass Frauen häufiger von schwerer und in hoher Frequenz auftretender Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind.“
    http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/10-gewalthandlungen-und-gewaltbetroffenheit-von-frauen-und-maennern.html

    Wer Gewalt gegen Frauen stoppen will, der sollte die stoppen, die diese Gewalt verüben. Seine Augen kann er dann immer noch für Gewalt von Frauen öffnen. Das dann aber nicht nur gegenüber der häufig wechselseitigen Gewalt in Beziehungen, Ehe und Familie sondern auch gegenüber der außerhäußlichen Gewalt. Alles in allem bleibt dann die alles überragende statistische Tatsache, das Männer 90% ! der Tötungsdelikte begehen.

    Ach, und noch was. Haben sie schon mal was von einer Massenvergewaltigung von Männern durch Frauen gelesen?

  • #17
    Gerd

    Bitte keinen Generalverdacht gegen alle Männer, nur weil manche Männer bei einer Trennung entweder durchdrehen oder zivilisatorisch auf dem Stand des 7. Jahrhunderts sind.

  • #18
  • #19
    Marcus Frank

    @ Arnold Voss
    "Männer werden zum allergrößten Teil von Männern umgebracht, egal ob Krieg ist oder nicht"
    Wenn über die hohe Mordrate unter Afroamerikanern geredet wird, sind es für gewöhnlich Rassisten, die dann als "Gegenargument" bringen: Die meisten dieser Morde werden von anderen Afroamerikanern begangen.

  • #20
    hans

    #14

    und warum werden 90% der Morde weltweit von Männern begangen? weil zu 100% Männer zu und durch gewalt erzogen werden und auch vom Staat zur gewaltausübung gezwungen werden
    würde man nur frauen unter androhung der todesstrafe auf die schlachtfelder dieserw elt schicken und das über jahrtausende, dann wären die zahlen umgekehrt

    und es sind frauen, die im bereich beziehung die gewalt herbeiführen, indem sie die männer gegeneinander ausspielen und manchmal werden sie opfer ihrer eigenen taktik

    auch bleibt hier unerwähnt, dass gerade die politik männer zur gewalt an frauen auffordert, stichwort "männer brauchen keine hilfe, die können sich selber wehren", also wenn mich ein frau schlägt hilft mir keine justiz, nein ich soll das selber erledigen und regeln – man stelle sich das mal im bereich wirtschaft vor, also da wird bei einem großkonzern eingebrochen und etwas geklaut, dann machn die eine anzeige und dann heißt es das unternehmen ist groß genug, die können das selber regeln, da machen wir nichts, dann müsste der konzern xy den täter, die täterin dingfest machen, vor ein firmeninternes gericht stellen und aburteilen und einsperren – das wäre das ende des rechtsstaates, das ende des staates selbst

  • #21
    Adrian

    Ein erstaunlich erfolgloser Krieg, bedenkt man, dass Frauen die Mehrheit stellen, länger leben und seltener Opfer von Gewalt werden als Männer.

  • #22
    djadmoros

    »ein Krieg der Männer gegen die Frauen«?

    Mit demselben Level an verallgemeinernder Dummheit ließe sich schreiben, dass ein Krieg »der Ausländer« gegen »die Deutschen« herrscht oder ein Krieg »der Moslems« gegen »das Abendland«. Aber das wäre dann zweifellos »Hate Speech«.

    Ebenso bezeichnende wie weitverbreitete Doppelmoral: Sexismus ist Scheiße, außer gegen Männer. Rassismus ist Scheiße, außer gegen Weiße.

  • #23
    Marcus Frank

    @ Arnold Voss
    "Ach, und noch was. Haben sie schon mal was von einer Massenvergewaltigung von Männern durch Frauen gelesen?"
    Davon speziell nicht, aber dafür z.B. von Pauline Nyiramasuhuko. Sie ist die erste Frau, die wegen Völkermord und Vergewaltigung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurde. An ihr kann man vielleicht durchaus auch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen erkennen: Frauen üben nicht selbst Gewalt aus, sondern lassen sie ausüben. Und dann für gewöhnlich von Männern. Dadurch bleiben sie beim Thema Gewalt natürlich unauffälliger.

  • #24
    Helmut Junge

    Ich behaupte mal, daß kleine, schmächtige Männer, deren Körperkraft der durchschnittlichen Körperkraft der Frauen entspricht, häufiger Opfer von Männern sind, als die Gruppe der Frauen. Natürlich gibt es darüber keine Statistiken, aber es entspricht meiner persönlichen Wahrnehmung, daß fast immer der jeweils Schwächere körperliche Auseinandersetzungen verloren hat.
    Auf Frauen bezogen sind Männer halt fast immer die körperlich Stärkeren. Die Körperkraft läßt im Alter dann aber im erheblichen Maße nach, so daß es relativ selten vorkommt, daß ältere Männer jüngere Frauen überwältigen, weil die dann die Stärkeren sind. So einfach erkläre ich mir die Welt. Da Frauen in unserer Zeit häufiger als früher Sport betreiben, ist vermutlich die Zahl der Übergriffe von Männern auf solche sporttreibenden Frauen sogar rückläufig.

  • #25
    Christian

    Gewaltverbrechen sind seit Jahrzenten rückläufig. Insgesamt verbessert sich die Situation gerade in den Ländern, in denen das Einkommen signifikant gestiegen ist. Die Welt ist heute weniger Gewalttätig als vor 100 Jahren. Und diese Entwicklung wird weiter gehen, trotz solch einseitiger und vom Hass gegen Männer erfüllter Artikel. Tausche mal Mann durch Muslim, und wir wären im tief Rechtsradikalen Bereich.
    Diese Aufzählung stellt Einzelfälle dar, verteilt auf ein Land mit 80 Millionen Menschen, hier passt mal die Relativierung der werten Politiker.
    Warum hat aber der Einzelene Täter so viel Wut und Frustration, dass er sich in solch grausame Taten hinein steigert? Ist die Gewalt von den Frauen an diesen Männern, die vielleicht über Jahre auf die Männer eingewirkt hat, so brutal, so fürchterlich und so unerträglich, dass diese Männer das Leben eines anderen Menschen zerstören möchten, diesem Menschen noch fürchterliche Verletzungen und Schmerzen zufügen möchten und darüber hinaus Ihr eigenes soziales Leben durch Strafe und Gefängnis Opfern? Wird die Gewalt von Frauen Gesellschaftlich denn überhaupt nicht wahrgenommen? Sieht unsere Gesellschaft denn nicht, dass ein Mann zuerst ein Opfer der weiblichen Gewalt ist, Vielleicht über Jahre?

  • #26
    Andrea aus Bremen

    Sehr interessant. Wer sich tatsächlich nach den Motiven solcher Gewalthandlungen fragt, wird unmittelbar in einigen dieser Kommentare fündig. Da sind die Taten, die der Autor aufführt, vermutlich erst der Anfang. Denn all der Frauenhass, der hier zum Vorschein kommt, muss ja irgendwohin … Was ist das? Blanke Angst? Aber wovor?

  • #27
    Arnold Voss

    @ Marcus Frank # 19 + 23

    Die Fakten sind nie rassistisch. Ihre Interpreten können es sehr wohl sein. Ich weiß allerdings nicht, was das mit meiner Aussage zu tun hat.

    Haben sie in meinen Kommentaren gelesen, dass ich Frauen für die besseren Menschen halte? Es gab sogar bei den Nazis Frauen KZs die ausschließlich von Frauen geleitet wurden. Recherchieren sie mal nach einer Frau, die die „Blutige Brygida“ genannte wurde. Ihr richtiger Name war Marthe Luise Hildegard Lächert. Sie war schlimmer als viele männlichen KZ Wächter.

    Aber was ändert das an meiner Hauptaussage, das 90% der Tötungsdelikte von Männern vollbracht werden?

  • #28
    Arnold Voss

    @ Hans # 20

    Schon mal was davon gehört, dass Kinder auch Väter haben? Schon mal was davon gehört, dass die Mehrzahl der Kinder auch von ihren Vätern erzogen werden? Ich bin von meiner Mutter nicht zur Gewalt erzogen worden und die Mehrzahl meiner männlichen Bekannten auch nicht. Hat sie ihre Mutter zur Gewalt erzogen? Wurden sie im Kindergarten zur Gewalt erzgogen, und wo war das? Würde ich mich echt interessieren, nachdem ich ihren Kommetar gelesen habe.

  • #29
    Marcus Frank

    @ Arnold Voss
    Es hat in der Form etwas mit ihrer Aussage zu tun, dass ich darauf aufmerksam machen wollte, dass Erwiderungen wie die ihre für gewöhnlich immer von Leuten kommen, die ein Problem kleinreden und eine bestimmte Gruppe stigmatisieren wollen. Das würde auch bei den allermeisten Gruppierungen sofort erkannt werden. Nur speziell bei Männern nicht.

  • #30
    uepsilonniks

    Das was der Autor hier mit Männern macht, machen Rassisten exakt genauso mit Flüchtlingen, Muslimen, Ausländern. Aber hey, der aufrechte Pseudolinke weiß genau zwischen guter und böser Hetze zu unterscheiden…

  • #31
    Dennis Lehmann

    Solche Artikel lassen mich manchmal stark an der Kompetenz derartiger Journalisten zweifeln.
    Warum?
    Es viel zu stark zugespitzt. Daraus folgt ist, dass Gewalttaten, die einzeln betrachtet soweiso schon äußerst schlimm sind, hier durch diese "Kriegserklärung" aber ins lächerliche gezogen werden.
    Was will der Artikel erreichen?
    Ich denke vor allem Aufmerksamkeit durch Angst schüren und viel weniger Informieren.

  • #32
    Arnold Voss

    @ Christian # 25
    Erst schreiben sie richtigerweise zum Artikel "Diese Aufzählung stellt Einzelfälle dar, verteilt auf ein Land mit 80 Millionen Menschen…." Dann schreiben sie, obwohl sie keine der Einzelfälle genauer kennen:
    "Ist die Gewalt von den Frauen an diesen Männern, die vielleicht über Jahre auf die Männer eingewirkt hat, so brutal, so fürchterlich und so unerträglich, dass diese Männer das Leben eines anderen Menschen zerstören möchten, diesem Menschen noch fürchterliche Verletzungen und Schmerzen zufügen möchten und darüber hinaus Ihr eigenes soziales Leben durch Strafe und Gefängnis Opfern?"

    Das nennt man Fantasieren auf Basis eines generellen Vorurteils.

  • #33
    djadmoros

    @Andrea aus Bremen:

    Nennen Sie doch mal einen konkreten Kommentar hier, der ein Kriterium für »Frauenhass« erfüllt. Ist es »Frauenhass«, auf Frauen als Täterinnen hinzuweisen? Ist es »Frauenhass«, sich gegen sexistische Verallgemeinerungen zu verwahren, wenn sie nicht Frauen, sondern Männer betreffen? Es scheint mir doch eine sehr narzisstische Perspektive zu sein, all die Hinweise auf die extreme Einseitigkeit des Autors als »all den Frauenhass« zu bezeichnen.

  • #34
    Arnold Voss

    @ Markus Frank # 29

    Es wäre nett wenn sie sich sich einmal zu der Tatsache äußern würden, dass 90% der Tötungsdelikte kulturübegreifend von Männern begangen werden. Sind sie auch der Meinung, wie manch anderer hier, dass das eigentlich die Schuld der Frauen ist, weil sie ihre Söhne zur Gewalt erziehen, kleine Jungens gegeneinander ausspielen, nichts lieber tun, als ihre Babys zu töten, als Politikerinnen zu den gleichen Taten fähig sind wie Männer, aber sich dabei viel hinterhältiger verhalten…. usw usw.

  • #35
    Marcus Frank

    @ Arnold Voss
    "Das nennt man Fantasieren auf Basis eines generellen Vorurteils."
    Hier eine Studie für dich: http://www.huffingtonpost.com/glenn-sacks/researcher-says-womens-in_b_222746.html

  • #36
    Marcus Frank

    @ Arnold Voss
    "Es wäre nett wenn sie sich sich einmal zu der Tatsache äußern würden, dass 90% der Tötungsdelikte kulturübegreifend von Männern begangen werden"
    Sie haben bereits auf einen Kommentar von mir geantwortet, in dem ich genau das getan habe.

  • #37
    djadmoros

    @Arnold Voss:

    »Tatsache … dass 90% der Tötungsdelikte kulturübegreifend von Männern begangen werden.«

    Ganz einfach: Gewalt wird gesellschaftlich an Männer delegiert. Das ist ein zwar ursprünglich ein Verhaltensmuster aus der Steinzeit, als Gewaltanwendung noch etwas mit dem Überleben der Gruppe zu tun hatte, aber wie das oben genannte Beispiel der ruandischen Politikerin zeigt, greifen auch heute Frauen auf diesen Delegationsmechanismus zurück.

    Während des Ersten Weltkriegs bekamen Männer, die sich nicht freiwillig melden wollten, von Frauen weiße Federn als Symbol der Feigheit geschickt. Der türkische Junge, dessen Verhalten wir als »kleinen Pascha« verachten, wird zuerst von seiner Mutter so erzogen.

    Es führt zu nichts, Frauen als die universellen Opfer der Weltgeschichte hinzustellen, die für rein gar nichts verantwortlich zu machen wären. Aber genau so handeln unsere heutigen Feministinnen.

  • #38
    turbulent_flow

    @31 Arnold Voss

    Ja, ich habe schon von organisierten Vergewaltigungen von jungen Männer durch Frauen gehört und gelesen: Nämlich von den "Flühtlingshelferinnen", die Calais junge ännliche Flüchtlinge "verführt" haben.
    Es gibt sicherlich noch viele, viele Fälle mehr; wie ich und andere Jungen von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen behandelt orden sind, das kommt ja auch nur schleichend ans Licht, weil es so viele Menschen wie Sie gibt, Herr VOss, die das Leid von Jungen und Männern einfach beiseite wischen und so tun als wäre das alles gar nichts im Vergleich gegen das unermessliche Leid der Frauen in Deutschland. Sie vergessen dabei zu erwähnen, dass Männer und Jungen gar keine Anzeige erstatten können, weil es nicht in das Weltbild von Polizist*innen, Sozialarbeiter*innen und vieler Psychotherapeut*innen passt.

    Sie ingorieren die Gewalt, die z.B. ich erlitten habe und machen mich zum Täter. Das geht nicht mehr!

    Erzieherinnen und Lehrerinnen:
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/prozess-erzieherin-wegen-schlaegen-in-der-kita-verurteilt-1.2947849
    https://www.welt.de/debatte/article10847107/Frauen-schlagen-mindestens-so-haeufig-zu-wie-Maenner.html
    https://www.welt.de/regionales/baden-wuerttemberg/article138354773/Wenn-Frauen-ihre-Maenner-misshandeln.html
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/prozess-erzieherin-floesst-kleinkindern-gewaltsam-essen-ein-1.3200132
    http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2016-04/kita-qualitaet-erzieherinnen-uebergriffe-gewalt

    Keine Hilfe für Männer:
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-03/maenner-gewalt-frauen

  • #39
    turbulent_flow

    @Andrea aus Bremen:

    Ich sage wahrheitsgemäß, dass ich durch Frauen misshandelt worden bin und mein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und körpliche Unversehrtheit nicht wahrnehmen konnte.

    Warum ist das für sie Frauenhass?

    Weil Sie sich einmal in ihrem Leben etwas anhören müssen, das Ihnen unangenehm ist und Sie das für unzumutbar halten?

    Wilkommen in meinem Leben! Mit Artikeln wie dem von Herrn Niewendick und anderen Erzählungen, die Männer an Frauen begangen haben oder begangen haben sollen, wurde mir jahrelang der Mund verschlossen. Jahrelang wurde mir erzählt, dass man mir nicht helfen darf, weil es Frauen viel schlechter geht.

  • #40
    Stephan Fleischhauer

    @A. Voss
    Zitat:
    "Aber was ändert das an meiner Hauptaussage, das 90% der Tötungsdelikte von Männern vollbracht werden?"

    Sorry, aber du kennst offenbar deine eigene Hauptaussage nicht (Krieg der Männer gegen die Frauen).

  • #41
    Stephan Fleischhauer

    Neulich im Netz aufgefischt:

    "Der moderne Intellektuelle verachtet nur zwei Dinge: Vorurteile gegen Menschen wegen Alter, Hautfarbe oder Geschlecht und alte, weiße Männer."

    Passt auch hier.

  • #42
  • #43
    Christian

    @ Arnold Voss:

    Der Author spricht vom Krieg der Mäner gegen die Frauen. Er leitet das von den Einzelfällen ab. Er spricht von Wahnsinnigen, ohne die Täter zu kennen, unterstelle ich jetzt einfach.
    Warum? Ganz einfach, wenn diese Männer nun nicht Wahnsinnig sind, dann muß die Gesellschaft sich fragen lassen welche Ursachen diese grausamen Taten haben. Und das macht den Menschen Angst, deshalb gibt die Bild-Zeitung der Bevölkerung was Sie will und stellt solche Täter als Monster, verrückt, unzurechenbar da. Der Dienstleister liefert was gekauft wird!
    Er spricht davon, dass die Männer abgebrüht seien und leitet das vom Lächeln und ruhigeḿ entfernen vom Tatort ab. Bei dem Treppentreter meine ich vermeintliche Bierflaschen in den Händen gesehen zu haben.
    Mit meinen Fragen steche ich in diese Gesellschaftliche Wunde. Sind diese Männer wirklich kaltblütige Monster? Oder handelt es sich um Menschen, die vorher massiv Opfer von Gewalt geworden sind und dadurch zu diesen Taten fähig waren. Was für Gewalt haben Sie erlebt? Und warum richtet sich Ihre Gewalt gegen Frauen? Und warum genau gegen diese Frauen?
    Sind diese Fragen so schlimm?

    Frage: Wer arbeitet hier Vorurteilen? Diese Täter als Menschen zu betrachten und die "Warum" Frage zu stellen, habe ich aus der Sesamstraße, weißt Du noch: "Der, die, das, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt dumm!"

  • #44
    Irene Reindl

    Ich bin ein bisschen erstaunt über diesen Artikel und die Überschrift. Hier wird ein "Krieg der Männer gegen Frauen" konstruiert. Mit nicht einem einzigen Wort wird erwähnt, dass (soweit ich weiß) in jedem einzelnen dieser aufgezählten Fälle die Täter türkische/arabische oder afrikanische Muslime waren, stattdessen wird so getan, als gäbe es ein massives Gewaltproblem mit "unseren" Männern, die damit mal eben lockerflockig unter Generalverdacht gestellt und diskriminiert werden. Tatsache ist doch wohl eher, dass wir ein massives Problem mit importiertem Frauenhass und Frauenverachtung haben – und ich fürchte, das ist erst der Anfang. Warum wird diese Tatsache komplett unter den Tisch gekehrt?

  • #45
    Emanni

    @ 3:
    Zitat: "???
    Haben die Täter irgendwelche Drogen konsumiert oder waren sie bereits
    vorher auffällig?"
    Diese Frage drängt sich mir auch beim Lesen des Artikels auf, wäre aber an den Autor zu richten.
    Für mich ist so ein Schund, wie er aus der Schreibfeder (vermutlich eher Tastatur) stammt, nicht nachvollziehbar.

    @ 9:
    Zitat: "37% der Kindstötungen durch Frauen finden direkt nach der Geburt des Kindes statt. Der Rest der elterlichen Kindstötungen verteilt sich auf Männer und Frauen, bzw. werden sie von beiden umgebracht. Beides ist fürchterlich, aber nicht mit den den Morden zu vergleichen, die hier im Artikel erwähnt werden."

    Natürlich sind die Gewaltverbrechen vergleichbar. Du tust es ja schileßlich. Im Übrigen halte ich die Verbrechen der Mütter doch noch für etwas schlimmer. Immerhin sind Säuglinge ihrer Mutter nämlich in besonderem Maße schutzlos ausgeliefert.

    @ 14:
    Zitat: "Das Männer 90% der Tötungsdelikte begehen ist kein Quatsch, Herr Busch."

    Es mag sein, dass Männer 90% der Tötungsdelikte begehen und 10% der Frauen. Deshalb sind aber nicht 100% aller Männer böse. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, also bitte den von dir zitierten Kommentar Nr. 12 noch mal aufmerksam und mit Verstand lesen.

    Im Übrigen zeugt es nicht von seriösem Journalismus und einer beträchtlichen Realitätsferne, wenn völlig ausgeblendet wird, dass Männer auch – und vor allen Dingen sogar meistens – die Opfer sind.

    @ 16:
    Zitat: "Von körperlicher Gewalt in heterosexuellen Paarbeziehungen scheinen Männer zunächst – rein quantitativ – in annähernd gleichem Ausmaß wie Frauen betroffen zu sein. Werden aber der Schweregrad, die Bedrohlichkeit und die Häufigkeit erlebter Gewaltsituationen einbezogen, dann zeigt sich, dass Frauen häufiger von schwerer und in hoher Frequenz auftretender Gewalt in Paarbeziehungen betroffen sind."
    Es ist unerheblich wie schwer oder wie bedrohlich eine Gewalttat wahrgenommen wird. Bei der Quantität geht es nicht um die "Qualität", sondern um die Anzahl. Und die ist eben im häuslichen Bereich ungefähr gleich verteilt.
    (Persönliche Anmerkung dazu: Als Argumentationshilfe ausgerechnet das Bundesministerium für alles außer Männer zu benennen, finde ich etwas belustigend. Vorsichtig formuliert.)

    Ich persönlich möchte übrigens keine Gewalt gegen Mädchen/Frauen stoppen. Ich möchte Gewalt gegen ALLE stoppen. Für mich ist Gewalt inakzeptabel, unabhängig von Herkunft und Geschlecht.

    @ 26: Wer keine Argumente hat, hantiert mit Worthülsen wie Frauenhass oder ähnlichem Unfug.

    @ 31: So lange Jungen und Männer, so wie von dir, stets immer nur als Täter, nie aber als Opfer gesehen werden – und so lange Mädchen und Frauen immer nur als Opfer gesehen werden, dürfte es ausgesprochen schwierig sein, Berichte darüber zu finden.
    Wie in @ 38 zu lesen ist, scheint es aber derartige Vorfälle zu geben.

    @ 32:
    Und wieder verwechselst du Quantität mit Qualität. Siehe auch meine Anmerkung zu @ 16.

  • #46
    Wolf-Dieter Busch

    Lieber Arnold Voss (#14) – ein Mord wird vom Strafrecht geahndet. Was sagt mir Ihre 90%-Aussage? Außer, dass dann halt in 90% der Mordfälle Männer belangt werden?

    (Falls Sie Angst vor mir haben, werfen Sie mir ein etwas rohes Fleisch zu … aus sicherer Entfernung, versteht sich.)

  • #47
    Gerd

    @44:

    Weil derartige Feststellungen nicht PC sind. Eventuell wollte der Autor sich durch das offensichtliche Weglassen des Offensichtlichen auch nur vor Nachstellungen der anti Hate Speech Truppe schützen.

  • #48
    pıʌɐp

    Lieber Herr Voss

    "Ach, und noch was. Haben sie schon mal was von einer Massenvergewaltigung von Männern durch Frauen gelesen?"

    Aber klar doch.

    "He was gang-raped, filmed nude, thrashed with belts, and objects were inserted into his private parts."

    http://indiatoday.intoday.in/story/all-india-mens-helpline-swamped-with-complaints-of-torture-by-wife/1/488495.html

  • #49
    pıʌɐp

    Liebe Irene Reindl

    "Tatsache ist doch wohl eher, dass wir ein massives Problem mit importiertem Frauenhass und Frauenverachtung haben – und ich fürchte, das ist erst der Anfang. Warum wird diese Tatsache komplett unter den Tisch gekehrt?"

    Das ist ganz einfach. Das ist politisch nicht korrekt, wenn man "türkische/arabische oder afrikanische Muslime" als ein Problem darstellt, noch nicht mal, wenn es Männer sind. Das darf man nur mit heterosexuellen weißen Männern machen. Dann ist es politisch korrekt, keineswegs sexistisch oder rassistisch, sondern man kann sich sogar noch einer mutigen und guten Tat rühmen, weil man das Problem so klar benannt hat.

  • #50
    KE

    Es ist also wie immer. Eine Gruppe wird als Täter identifiziert und schon wird "nachgewiesen", dass das auch die andere Gruppe Täter ist.

    Was bringt das?
    Ja, Frauen sind auch Täterinnen.
    Hier ist ein älterer Artikel:
    http://www.sueddeutsche.de/politik/sexuelle-gewalt-die-illusion-vom-weiblichen-krieg-1.913750-3

    Ich vermisse Kommentare mit Vorschlägen, wie die Taten verringert werden können bzw. Was die Beweggründe sind.
    Hier ist ein anderer Artikel über ein UBahn Opfer. Es war ein Mann.
    http://m.bild.de/news/ausland/mordversuch/u-bahn-gewalt-schweden-49266970.bildMobile.html

    Ein Aufrechnen bringt nichts. Die Taten sind auch zu verschieden. Eben Einzelfälle, die anders geclustert werden müssen als unter der hier verwendeten Überschrift.

  • Pingback: Mehr als ein Krieg gegen Frauen | Ruhrbarone

  • #52
    Arnold Voss

    @ Wolf Dieter Busch, Christian, Emmani
    Ich glaube es nicht. Wo habe ich geschrieben, dass alle Männer böse sind? Wo habe ich geschrieben, dass die Männer die Verbrechen begehen keine Menschen sind? Wo habe ich geschrieben, dass man nicht nach den Motiven von Verbrechen fragen muß, wenn es sich um männliche Täter handelt? Ich habe nur einen Fakt in die Diskussion geworfen, der hier offensichtlich vielen schwer verdaulich erscheint: 90% der Tötungsdelikte werden von Männern vollbracht.

    Wolf Dieter Busch, dass das natürlich nur die Verbrechen sind, die auch als solche geahndet wurden, ist so richtig wie banal, denn das gleich gilt für die 10% die von Frauenen begangen wurden. Oder wollten sie mir sagen, dass die ihnen für den geschlechtlichen Ausgleich fehlenden 40% der Tötungsverbrechen nicht aufgklärt werden, und dass das genau die sind, die alle von Frauen begangen wurden?

  • #53
    mitm

    "Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es herrscht ein Krieg der Männer gegen die Frauen."

    Die Mädchenmannschaft würde diesen Text mit <a href="http://maedchenmannschaft.net/tag/sexistische-kackscheise/">Sexistische Kackscheiße</a> taggen.

  • #54
    Mercimek

    So sehr ich Deine Bewegtheit respektiere und auch den Schluß teile, daß ein Krieg gegen Frauen stattfindet, möchte ich davor warnen, diese Fälle zum "alltäglichen Wahnsinn" zu erklären, wie in Deiner Bildunterschrift geschehen. Genau dieser Blick auf die Sensationen, die Spitze des Eisbergs, verhindert, daß wir Antworten auf die Frage finden, die Du stellst: Warum, und wie soll das aufhören? Der alltägliche Wahnsinn sind (für 2015) "127.457 Opfer von vollendeten und versuchten Delikten der Partnerschaftsgewalt". Davon waren zu fast 82% Frauen betroffen. Und Partnerschaftsgewalt macht einen Anteil von ca 36% dieser Verbrechen gegen Frauen aus: Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung und Stalking. (Quelle: https://www.bka.de, Partnerschaftsgewalt Berichtsjahr 2015)
    Davon sind "aber" ca 74% einfache Körperverletzung und Bedrohung gewesen. Also die Fälle, von denen Du niemals in der Zeitung liest oder verpixelte Bilder von Überwachungskameras siehst. Das ist der Alltag für so viele Frauen und für die Gesellschaft in der wir leben: Gewalt auszuüben, weil man es kann – weil man ein Mann ist. Feministinnen haben schon viele Überlegungen dazu angestellt, wie das zu verlernen ist, also Schluß mit der Fassungslosigkeit!

    P.S.
    Das heißt natürlich auch, daß 18% aller Partnerschaftsdelikte gegen Männer begangen wurden (von Frauen?? Von Männern?? das habe ich nicht genau nachgelesen) und das ist ebenso schlimm, nur vom Ausmaß eben nicht vergleichbar.

  • #55
    Pjotr

    <blockquote>Manchmal sind es keine Beziehungstaten. Übrig bleibt der pure Hass auf Frauen, gepaart mit einer Blutrünstigkeit, einer Willkür, einer rasenden Mordlust, die rational nicht erklärbar ist. Das muss aufhören, denkt man sich. Aber das wird es nicht. Die Gewalt ist allgegenwärtig. Erschreckend ist die Abgebrühtheit, mit der die Männer ihre Taten begehen. Sie lächeln. Gehen weg, aber flüchten nicht. Bleiben ruhig.</blockquote>

    Ersetzen sie mal "Frauen" durch "Arier" und "Männer" durch "Juden", und dann wird auch dem Schwerfälligsten klar, was für ein faschistischer Dreck das ist.

  • #56
    Baldur

    Einen derart primitiven extremistischen sexistischen Rassismus habe ich schon lange nicht gelesen!!!

  • #57
    Mercimek

    Pjotr: Ihrem Rat zu folgen heißt die Tatsachen auf den Kopf zu stellen und da haben Sie recht: Es kommt faschistischer Dreck bei raus. Aber was hat das mit diesem Thema zu tun??

  • #58
    LHME

    Der Artikel hat einfach keinen Wert… Als ob nicht viel mehr Männer Opfer von Gewalttaten werden. Also der Krieg der Männer gegen die Männer. Aber passt nicht ins Bild. 10 Beispiele sind noch kein Trend.

  • #59
    djadmoros

    @Mercimek:

    Die Zahl der Partnerschaftsdelikte gegen Männer liegt aber deutlich höher als 18%:

    »27 Prozent aller Anzeigen wegen häuslicher Gewalt wurden 2015 von Männern gestellt.«

    (https://www.welt.de/vermischtes/article158041327/Fast-jedes-dritte-Pruegel-Opfer-)im-Haushalt-ist-ein-Mann.html

    Und da ist noch eine Dunkelziffer einzupreisen, da es für Männer viel stärker schambesetzt ist, zum Opfer häuslicher Gewalt zu werden – und sie müssen zusätzlich damit rechnen, aufgrund der gesellschaftlich vorherrschenden Wahrnehmung in die Täterrolle gedrängt zu werden, obwohl sie zum Opfer geworden sind.

    »Vom Ausmaß her« ist das damit sehr wohl im vergleichbaren Bereich.

  • #60
    Arnold Voss

    Nochmal ausdrücklichen Dank dem Autor für den provokanten Titel. Er hat auch hier ein erhebliche Abwehrhaltung gegen die unbestrittene Tatsache hervorgerufen, dass Männer weitaus gewalttätiger sind als Frauen. Statt sich damit auseinanderzusetzen, ohne gleich alle Männer in einen Topf zu werfen, oder sie sogar für geradezu genetisch böse zu halten, wird der Popanz genauso gewalttätiger Frauen aufgebaut und mit geradezu idiotischen Zahlenvergleichen und Einzelbeispielen zu belegen versucht.

    Da wird von umgekehrten Sexismus gefaselt und hahnebüchene Vergleiche mit anderen verfolgten Gruppen gezogen, als wären Männer eine weltweit diskriminierte Minderheit. Als komplette geradezu pathologischen Verdrehung kommt dann die Verschwörungstheorie hinzu, dass die höhere Gewalttätigkeit von Männern durch Frauen verursacht wird, da diese ja mehrheitlich für die Erziehung (auch) von Jungen verantwortlich sind.

    Ich verstehe als Mann sehr wohl, dass man nicht mit der Minderheit der Geschlechtsgenossen in einen Topf geworfen werden will, die ihr Aggressionspotential nicht unter Kontrolle haben, ja die es sogar sadistische ausleben. Ich bin auch nicht der Meinung, dass Frauen kein Aggressionspotential haben. Ganz im Gegenteil (siehe # 27). Aber das ändert alles nichts an der Tatsache, das statistisch die männliche Gewalt die weibliche bei weitem überwiegt und das sie sich sehr häufig gegen Frauen richtet.

    Ich halte es dazu für ausgemachten Unsinn, dass Beziehungsgewalt gleichermaßen von Frauen ausgeht wie von Männern. Dazu sind sie rein körperlich in der Regel gar nicht in der Lage.Wobei die Ausnahmen, die es natürlich gibt, die Regel bestätigen. Das Frauen in Beziehungen männliche Gewalt durch verbale Aggression provozieren können, ist dagegen nicht nur plausibel nachvollziehbar sondern auch nachgewiesen und gilt übrigens natürlich auch umgekehrt. Das ist allerdings noch lange kein Grund eine Frau halb- oder ganz tot zu schlagen oder anderweitig körperlich zu maltretieren.

    Ich selber gehöre zu der Sorte von Männern, die sich in ihrer Jugend reichlich mit anderen Männern geprügelt hat, weil das in meinem Stadtteil so üblich war, wenn man sich durchsetzen wollte. Meine erste große Liebe hat mich sogar mal aus gutem Grunde und in in sichtbarer völliger Verzweifelung mit einem Regenschirm verhauen, weil ich fremd gegangen bin. Das würde heute eindeutig als Frauengewalt gegen Männer zählen, weswegen ich solche Statistiken auch für äußerst fragwürdig halte. Und natürlich habe ich nicht zurückgeschlagen sonden bin in Deckung gegangen.

    Nein, nicht alle Männer sind gewalttätig und auch Frauen sind zum Morden und Quälen fähig. Aber Männer sind es mehr als Frauen und das hat sehr wohl auch etwas mit biologischen Unterschieden und/oder patriarchaler Erziehung und Kultur zu tun. Es wird Zeit, dass sich auch Männer mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen, anstatt sich damit rauszureden, dass Frauen genauso böse sein können wie sie und Mütter nicht nur lieb zu ihren Kindern sind.

  • #61
    Arnold Voss

    @ djadmoros # 59

    Ich habe die Gründung eines der ersten Häuser für geschlagene Frauen in NRW mit begleitet und es danach über viele Jahre finanziell unterstützt. Es ist, wie die meisten anderen aus der Eigeninitiative von Frauen entstanden, existiert heute noch und ist fast immer voll, obwohl es erweiteret wurde. In Duisburg z.B. wurde im letzten Jahr über 100 Frauen abgewiesen, weil es für sie keinen Platz gab.

    Bei allem Mitgefühl für von Frauen gewalttätig behandelte Männer stellt sich mir jedoch die Frage, warum es bis heute keine entsprechende Intiative von geschlagenen Männern, geschweige denn ein einziges Haus für geschlagene Männer gibt? Weil Männer sich nicht organisieren können? Weil sie sich die geschlagenen Männer schämen, darüber zu reden? Was geschlagenen Frauen übrigens bis heute auch tun. Oder weil der Bedarf dafür in Wirklicheit schlicht zu gering ist?

  • #62
    djadmoros

    @Arnold Voss:

    Die Hälfte Ihres Kommentars besteht aus rhetorischer Verdrängung:

    »Popanz genauso gewalttätiger Frauen«
    »geradezu idiotischen Zahlenvergleichen und Einzelbeispielen«
    »von umgekehrten Sexismus gefaselt«
    »hahnebüchene Vergleiche« (es heißt »hanebüchen«, ohne »h«)
    »pathologischen Verdrehung«
    »Verschwörungstheorie«

    Damit drücken Sie zwar deutlich Ihre *Bewertung* der entsprechenden Argumente aus, leisten aber nichts zu ihrer Entkräftung oder Widerlegung. Das kann man jetzt zur Kenntnis nehmen, ist aber in seiner Funktion als reine Selbstbestätigung halt ziemlich durchsichtig.

    »Ich halte es dazu für ausgemachten Unsinn, dass Beziehungsgewalt gleichermaßen von Frauen ausgeht wie von Männern. Dazu sind sie rein körperlich in der Regel gar nicht in der Lage.«

    Sie gehen ja auch allen empirischen Hinweisen darauf systematisch aus dem Weg. Ich meinerseits halte es für ausgemachten Unsinn, Beziehungsgewalt nur an der körperlichen Stärke festzumachen. Psychische Gewalt kann extrem verletzend sein, und auch bei körperlicher Gewalt hängt viel von den psychischen Dispositionen ab, ob sie von den Opfern ertragen wird oder sie sich dagegen zur Wehr setzen. Das Wissen um diese Wechselseitigkeit von häuslichen Gewaltbeziehungen gehört im therapeutischen Kontext zu den Grundlagen.

    »Es wird Zeit, dass sich auch Männer mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen, anstatt sich damit rauszureden, dass Frauen genauso böse sein können wie sie …«

    Die vom Autor genannten Beispiele stammen überwiegend aus Kontexten mit Migrationshintergrund. Ich fordere daher: es wird Zeit, dass sich auch Migranten mit dieser Tatsache auseinandersetzen.

    Wenn meine Forderung Sie stört, könnten Sie daraus immerhin den Schluss ziehen, dass es völlig willkürlich ist, aus einem sozialen Merkmalsbündel, zu dem soziale Schicht, Kultur, Religion, Bildung und darunter *auch* Geschlecht gehört, allein ein einziges Merkmal als relevant herauszupicken.

    »Tatsache, das statistisch die männliche Gewalt die weibliche bei weitem überwiegt und das sie sich sehr häufig gegen Frauen richtet.«

    Und eben diese Tatsache, wenn Sie auch nur für fünfzig Pfennig seriöse Ursachenforschung betreiben wollen, müssen Sie nach einer ganzen Reihe von korrelierenden Faktoren aufgliedern und differenzieren, anstatt bloß wie der Ochs vorm Berg auf das statistische Aggregat zu starren.

  • #63
    Arnold Voss

    " (es heißt »hanebüchen«, ohne »h«)"

    Ohmann, djamoros, das haut jetzt wirklich rein! Immer noch aktiver Lehrer oder schon im Ruhestand? Oder soll ich ihnen das als formale Überreaktion auf eine verdrängte rhetorische Kränkung auslegen? 🙂

    Nun zur Sache:

    Ich habe nirgendwo bezweifelt, dass es verbale Gewalt gibt und dass sie sehr verletzend sein kann. Lesen sie, statt auf meine Orthographie (hoffentlich habe ich das jetzt richtig geschrieben 🙂 ) zu achten, nochmal den vierten Abschnitt meines Kommentars 61. Die Logik, das verbale Gewalt als Rechtfertigung für körperliche Gewalt herhalten muss, erschließt sich mir dadurch immer noch nicht.

    Dass es wechselseitiges Gewaltverhalten in Beziehung gibt, habe ich schon in #16 geschrieben. Wechselseitigkeit ist als therapeutische Bezugsgröße wichtig, hält aber als Argument der realen und objektiven körperliche Überlegenheit des Durchschnittmannes gegenüber der Durchschnittsfrau nicht stand. Hinzu kommt, dass verbale Gewaltprovokation sehr wohl aus Verzweifelung und nicht nur aus böser Absicht geschieht.

    Entscheidend ist aber, dass die verbale Provokation bei bestimmten Männer als äußerst willkommen Selbstlegitimation zur körperlichen Gewalt genommen wird, die dann sehr wohl Elemente von brutaler Raserei haben kann, die sich im Übrigen regelmäßig wiederholt. Männer schlagen Frauen eben selten nur einmal, sondern sind in der Mehrzahl Wiederholungstäter.

    Der Migrationshintergrund spielt für mich hier deswegen keine Rolle, weil es Gewalt gegen Frauen in Deutschland auch schon gab, als die Anzahl der Migranten eine statistisch zu vernachlässigende Größe dargestellt hat. Dass es neben biologischen auch noch kulturelle und ethnische Hintegründe für Männergewalt gegen Frauen gibt, habe ich im letzten Abschnitt meines letzten Kommentars geschrieben.

    Das Geschlecht ist deswegen nie nur das einzige Merkmal, das für Gewaltverhalten relevant ist, und ich habe das auch nirgendwo geschrieben. Aber es ist eindeutig ein sehr dominantes bzw. hoch korrelatives was die Tötungsdelikte betrifft. Der Ochs vorm Berg sind in diesem Fall sie selbst, weil sie dort offensichlich vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen können.

    Ansonsten diskutiere ich hier gerne mit ihnen, weil sie sich in Differnziertheit und Ton doch sehr wohltuend von den Haudraufverteidigern der "männlichen Unschuld" unterscheiden.

  • #64
    Wolf-Dieter Busch

    @Arnold Voss – ich versuche, schlau zu werden aus deinen Motiven.

    Einerseits konzedierst du, „nicht alle Männer sind gewalttätig und auch Frauen sind zum Morden und Quälen fähig“; im gleichen Atemzug dann aber: „Männer sind es mehr als Frauen“.

    Was soll das? Entweder der eine oder der andere Part ist schlimmer als das Gegenüber. Ist so im Leben. Was für Konsequenz erwartest du?

    Der Artikel von Martin Niewendick beschreibt – geradezu liebevoll ins Detail gehend – eine Serie von Untaten, die jedem normalem Mensch das Frühstück durch den Kopf gehen lassen.

    Niewendick ordnet das nicht mit Worten dem männlichen Geschlecht zu. Sondern er lässt die Folgerung übrig als einziges Motiv für seinen Artikel. Darum ist der Text von vorn bis hinten eine durchgehende Unverschämtheit.

    So, jetzt kennst du mein Motiv; brauchst ja nicht zuzustimmen. Was ist deins?

  • #65
    turbulent_flow

    Lieber Herr Voss,

    ich habe Ihre Fragen an mich in meinen Antworten klar beantwortet und bin enttäuscht aber nicht überrascht, dass Sie darauf in keiner Weise mehr eingehen, sondern unter die von Ihnen als irrelevant kategorisierten Einwände subsumiert wurden.

    Ich bin deshalb nicht überrascht, weil Ihr emotionales und reales Engagement für Frauen in Not offen und ehrlich ist und Sie anscheinend viel Herzblut in diese Arbeit legen. Das ehrt Sie.

    Ich bin enttäuscht, weil ich in meiner Kindheit gehofft hatte, dass Menschen mit ihrem sozialen Engagement und Gewissen für alle Opfer von Gewalt Mitgefühl haben könnten. Das ist aber nicht der Fall. Letzteres ist meine Erfahrung und die wird von Ihnen bestätigt. Sie beantworten Ihre Frage nach dem mangelnden öffentlichen Auftreten männlicher Gewaltopfer selbst. Letzter werden von Leuten mit Ihrem Weltbild als"What-Aboutisten" bezeichnet und ignoriert. Sie können sich darüber in den Artikeln, die in #38 verlinkt sind informieren.

    Ich fasse meine Erfahrungen ohne große EMotionen kurz zusammen:
    Ich bin in einer kleinen zweistelligen Zahl von Fällen in der Gruppe sexuell gefoltert worden
    Ich bin in einer großen dreistelligen Zahl vin Fällen körperlich misshandelt worden. Ich bin in einer zweistelligen Zahl von Fällen sexuell belästigt und genötigt worden.

    Mir wurde von Schulämtern, Sozialstellen und der evangelischen Kirche Hilfe mit dem Hinweis auf mein Geschlecht und damit einhergehender Priviligierung Hilfe verweigert. Ich blieb über 20 Jahre unbehandelt.

    Ich bin inzwischen der Überzeugung: Wäre ich ein Mädchen gewesen, wäre mir das nicht in dieser Form passiert.

    Ich kenne selbst eine Frau, die von Ihrem Vater missbraucht wurde. Da passiert wenigstens im Nachhinein etwas, da wird geholfen, sobald offiziellle Stellen von der Sache erfahren. Das hat mich sehr für sie gefreut. Bei mir wissen alle Bescheid und es wird noch darüber gelächelt.

    Ich weiß, dass es weibliche OPfer gibt und wie sie leiden. Ich kann mit diesen Frauen mitleiden.
    Sehen Sie, Herr Voss, ich will es nicht besser haben als weibliche Opfer – ich will es genauso schlecht haben!

    Glauben Sie mir, ich bin kein Einzelfall, ich kenne inzwischen eine Menge Männer aus allen Teilen der Welt, die Ähnlichese erfahren haben und sich auch kein Gehör verschaffen konnten.

    Erlauben Sie mir bitte eine Frage: Weshalb ist es Ihnen unmöglich die gleich Empathie für Frauen und Männer zu empfinden?

    Bitte lassen Sie sich Zeit mit einer Antwort, falls Sie antworten möchten.

  • #66
    Arnold Voss

    Sorry, turbulent flow, so lange sie hier unter Decknamen schreiben, kann ich ihre Geschichte für wahr annehmen oder eben auch nicht, weil sie für mich und die anderen Diskutanten hier nicht überprüfbar ist. Ich komme aber nicht umhin festzustellen, dass wer solche Anschuldigungen wie sie aufstellt, das allerdings unter seinem richtigen und vollen Namen tun sollte, wenn er damit ernst genommen werden will.

  • #67
    MiSa

    Dieser Artikel ist auf so vielen Ebenen falsch, dass es schon beinahe körperlich wehtut. Ja, es gibt Beispiele, bei denen Männer Frauen grausame Gewalt antun. Das ist verabscheuungswürdig. Aber für jedes dieser Beispiele lassen sich genauso Beispiele finden, in denen Männer anderen Männern grausames antun, oder Frauen Männern oder Frauen anderen Frauen. sich an Einzelbeispielen aufzuhängen, bringt gar nichts.

    Wird die Mehrheit an körperlichen Gewalttaten von Männern begangen? – Ja.
    Bedeutet das, dass ein Krieg gegen Frauen stattfindet? – Nein. Denn: Die deutliche Mehrheit an Gewaltopfern ist ebenfalls männlich.

    Selbst wenn man diese vereinfachte Sichtweise annehmen möchte, ist es also Unsinn von einem Krieg der Männer gegen Frauen zu sprechen. Allenfalls könnte man davon sprechen, dass Männer (gegenüber allen Mitmenschen) mehr zu Gewalt neigen.

    Aber auch das zeichnet ein schiefes Bild. Es ignoriert nicht nur all die Gewalttaten, die von Frauen verübt werden, sondern auch, dass es andere, nicht weniger destruktive Formen gibt, Probleme zu "lösen". Frauen haben durchaus Strategien entwickelt, ihre mangelnde Körperkraft auszugleichen. Frauen üben z.b. häufiger psychische Gewalt aus, und Frauen nutzen oft auch andere Männer, die dann für sie streiten und kämpfen – was dann wieder als Gewalt unter Männern in die Statistik eingeht.
    Und all das ignoriert immer noch, dass all diese Gewalt zum Glück die Ausnahme ist. Es ist eben nicht so, dass Frauen (oder Männer) tagtäglich grausamer Gewalt ausgesetzt sind – nicht in Deutschland im Jahre 2016. Die überwältigende Mehrheit der Menschen ist nicht gewalttätig, und die überwältigende Mehrheit der Menschen wurde noch nie Opfer einer schweren Gewalttat. Alles, wozu ein solcher Artikel dienen kann, ist Panik zu schüren, ein Feindbild aufzubauen und letztlich Hass zu säen. Hatespeech in reinster Form.

  • #68
    turbulent_flow

    Ich schreibe nicht unter KLarnamen, weil ich tatäschlich Repressalien fürchte; ich kann aber nicht mehr einfach still sein, weil es mich auffrisst. Es ist mir bewusst, dass es nicht sonderlich schlau ist mich überhaupt nach außen zu wenden. Aber ich kann es einfach nicht mehr unten halten. Darüber zu sprechen hilft mir etwas. Aber, wenn ich zu sehr ins Detail gehe, entblöße ich mich völlig.Ich bin inzwischen in Therapie, aber dass ich niemals juristische Gerechtigkeit erfahren werde, das macht mir zu schaffen.
    Es gibt nicht viele Aufzeichnungen zu meinem Fall, deshalb würde Ihnen meine Identität nicht viel nützen.

    Trotzdem könnten Sie mir meine abschließende Frage beantworten:

    Weshalb ist es Ihnen möglich Mitgefühl mit weiblichen Opfern zu empfinden, mit männlichen aber nicht

  • #69
    djadmoros

    @Arnold Voss #61:

    Schauen Sie zum Beispiel mal auf den Webseiten von Gleichmaß e.V. oder des Männerberatungsnetzwerks vorbei. Dort finden Sie reichhaltiges Material zum Thema.

    https://gleichmass.wordpress.com

    http://www.maennerberatungsnetz.de/

    Dass es kaum auf Männer zugeschnittene Angebote gibt, hat wesentlich damit zu tun, dass solche Engagements von feministischer Seite als Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Budget wahrgenommen und daher aktiv blockiert und bekämpft werden – ein typisches und inzwischen schon »klassisches« Beispiel ist Monika Ebelings Absetzung als Gleichstellungsbeauftragte in Goslar, weil sie ihre Zuständigkeit *auch* auf Männer ausdehnen wollte.

    https://www.brandeins.de/archiv/2011/heimliche-helden/die-provokateurin/

    Die Begründerin der britischen Frauenhausbewegung, Erin Pizzey, wusste bereits damals, dass Partnerschaftsgewalt überwiegend wechselseitig ist und ein großer Teil der geflüchteten Frauen auch selbst gewalttätig waren. Mit dieser differenzierten Sicht kam sie freilich mit den radikalfeministischen Dokrtinen in Konflikt und wurde schließlich aus ihrem eigenen Projekt gemobbt. Insofern unterliegt weibliche Gewaltausübung *gerade* im feministischen (Frauenhaus-)Kontext einer ziemlich gründlichen Amnesie.

    #63:

    Hier gehen Sie aber bereits mit vorgefassten Annahmen an das Thema heran: dass verbale Gewalt nur eine Verzweiflungsreaktion sei und von Männern »als äußerst willkommen Selbstlegitimation zur körperlichen Gewalt genommen wird« wäre allererst zu belegen. Solche Fälle wird es geben, eine Generalisierung sehe ich nicht gerechtfertigt. Das Gegenstück zum gewalttätigen Mann ist die pathologische Narzisstin, die auch ohne direkte körperliche Angriffe ihrerseits jeden Mann zur Verzweiflung treibt. Auch das wird man nicht verallgemeinern, aber es ist mir zu einseitig, nur den körperlichen männlichen Gewaltstereotyp zu konstruieren.

    Auf das mehrfach (nicht nur von mir) genannte Argument, dass das *generelle* Übergewicht männlicher Gewaltausübung auf die gesellschaftliche *Delegation* von Gewalt an Männer zu tun hat, sind Sie bislang nicht eingegangen. Ich sehe den Wald durchaus, ich habe aber auch einen Erklärungsansatz, warum er wächst.

  • #70
    turbulent_flow

    Ich frage deshalb, weil ich verstehen will, weshalb ich von Sozialarbeiterinnen, an die ich mich wandte, abgewiesen wurde und Lehrerinnen, die zum Teil Täterinnen, zum Teil Zeuginnen waren, egal war.
    Denn anscheinend denken die ja ähnlich wie Sie.

    Das ist alles, was ich will. Es ist mir nicht wichtig, dass Sie mir glauben.

  • #71
    Arnold Voss

    @ Wolf Dieter Busch # 64

    Natürlich ist der Artikel in gewisser Weise unverschämt und in jeder Weise pauschalierend. Aber die Ruhrbarone sind ein ausgewiesener Debattenblog, der immer wieder auch provozierende Artikel wie diesen ins Netzt stellt. Und dazu immer wieder mal auch eine Gegen- oder Andersposition, wie der gerade eingestellte Artikel von Mercedes Nabert.

    Mein Motiv war, dass hinter der Pauschalisierung und der Unverschämtheit gegenüber den Männern, die diese Taten ebenfalls zum kotzen finden, und da sind wir beide sicher auf der gleichen Wellenlänge, eben doch eine nur schwer zu leugnende Tatsache steht: Das Männer wirklich gewalttätiger als Frauen sind und das in fast allen Kulturen.

    Dass das im konkreten Einzelfall immer auch anders sein kann, dass es dafür nie nur eine Ursache gibt, dass Gewalt gerade in Beziehungen immer auch eine Geschichte hat, in der Ursache und Wirkung am Ende nicht mehr eindeutig auszumachen sind, ändert leider nichts an diesem Fakt. Denn selbst wenn man bedenkt, dass Statistiken häufig technisch fehlerhaft und/oder ideologisch beeinfusst sind, ist diesbezüglich der Unterschied einfach zu groß, als dass er dadurch zu erklären wäre.

    Ich bin wie du, gegen jede körperlich Gewalt und versuch auch verbale, so weit es geht zu vermeiden, wobei mir das Letztere keineswegs immer gelingt. Ich bin allerdings zumindest familiärerseits ohne Gewalt aufgewachsen, obwohl meine Vater ansonsten ein klassischer Mann seiner Generation war: Autoritär, rassistisch und frauenverachtend. Wäre das anders gewesen, dann wäre wohlmöglich auch in mir etwas gefördert worden, dass ich als das unbestreitbar grundsätzlich größere biologisches Aggresssionspotential des Mannes bezeichen würde.

    Es ist schwer sich dem zu stellen, gebe ich zu, weil ich Männer, die das gewalttätig ausleben, zutiefst verachte. Aber es ist gut, sich zumindest darüber ohne Scheuklappen Gedanken zu machen. Die weltweit immer noch dominante patriarchale Kultur ist eben nicht aus dem Nichts entstanden, sondern sie hat dies besondere geschlechtsbiologische Potential des Mannes zur Vorraussetzung.

    Dh. natürlich nicht, dass damit das Patriarchat ein unveränderbare Tatsache ist, geschweige denn, dass die besondere Gewaltbereitschaft von Männern nicht auch positiv kulturalisierbar wäre. Ganz im Gegenteil. Aber es muss eben durch eine möglichst gewaltfreie Erziehung und Sozialisation so kulturalisiert werden, dass möglichst alle Männer die Chance auf ein überwiegend gewaltfreies Leben untereinander u n d gegenüber Frauen bekommen.

  • #72
    turbulent_flow

    "Dass das im konkreten Einzelfall immer auch anders sein kann, dass es dafür nie nur eine Ursache gibt, dass Gewalt gerade in Beziehungen immer auch eine Geschichte hat, in der Ursache und Wirkung am Ende nicht mehr eindeutig auszumachen sind, ändert leider nichts an diesem Fakt. Denn selbst wenn man bedenkt, dass Statistiken häufig technisch fehlerhaft und/oder ideologisch beeinfusst sind, ist diesbezüglich der Unterschied einfach zu groß, als dass er dadurch zu erklären wäre."

    Nur wird eben den Männern, die betroffen sind, einfach nicht geholfen. Darauf haben ich und andere Kommentatoren aufmerksam gemacht. Dasist ein Problem, das durch Ignorieren nicht aus der Welt geschafft wird, ob Sie mir meine Geschichte glauben oder nicht.

    Es wäre schön, wenn Sie die Frage beantworten könnten, weshalb den betroffenen Männern nicht die gleiche Hilfe entgegengebracht werden kann, wie es bei Frauen selbverständlich ist.

  • #73
    Emanni

    @ 50:
    Es geht (mir) auch nicht um ein Aufrechnen. Es geht vielmehr darum, ein falsches Frauenbild und ein falsches Männerbild zu beseitigen. Gar nicht erst entstehen zu lassen, dafür ist es leider längst zu spät.
    Das fängt bereits im Kindes- und Jugendalter an. Zitiert aus einem Zeitungsartikel sind die Mädchen die "lieben, kleine Engel" während die Jungen die "kleinen Rabauken" sind.
    Wobei "Rabauke" trotz eines Augenzwinkerns eben negativ besetzt ist.

    In der Folge sieht man dann z.B. auch mal live das, was in diversen Sozialexperimenten auf Video festgehalten wurde. Ein ungefähr 10-jähriger Junge wird in einer Fußgängerzone von einem gleichaltrigen Mädchen verprügelt und wehrt sich noch nicht einmal. Mädchen/Frauen schlägt man(n) schließlich nicht. Und natürlich hat auch keiner der umstehenden Passanten eingegriffen.

    Wobei dann wieder einmal klar wird, dass Mädchen/Frauen die Opfer sind und Jungen/Männer die Täter. Und sollte ein Junge oder Mann doch mal Opfer (weiblicher) Gewalt geworden sein, dann ist er sicherlich selbst schuld. Wird schon nicht so schlimm sein.

    @71:
    Zitat: "Aber es muss eben durch eine möglichst gewaltfreie Erziehung und Sozialisation so kulturalisiert werden, dass möglichst alle Männer die Chance auf ein überwiegend gewaltfreies Leben untereinander u n d gegenüber Frauen bekommen."
    Und wieso möchtest du nur Männern eine Chance auf überwiegend gewaltfreies Leben gegenüber Frauen zugestehen und nicht auch Frauen gegenüber Männern?

  • #74
    Helmut Junge

    Ich habe mich in all den vielen Diskussionen um Genderstudies immer gegen die von Judith Butler vertretenen Theorie, daß Männer und Frauen an sich gleich sind, und das Geschlecht ein soziales Konstrukt sei, ausgesprochen, weil es meinen persönlichen Beobachtungen widerspricht.
    Ein Aspekt bei meinen Überlegungen war eben immer die unterschiedlich ausgeprägte Aggressivität der beiden Geschlechter. Männer sind eben anders aggressiv als Frauen. Das ist nicht allein durch die Erziehung bedingt, denn es ist ein durch die ganze geschriebene Geschichte, aber auch bei Völkern, die keine Schrift kennen, ähnlich. Natürlich gibt es auch den sozialen Faktor, der diese Aggressivität in gewisse Bahnen lenkt. Denn die Erziehung hat neben der natürlichen Veranlagung auch Einfluß auf das Verhalten von Menschen.
    Aber ich sehe am Verlauf dieser Diskussion, daß es ziemlich sicher nicht lösungsorientiert ist, dieses Problem dadurch aus der Welt schaffen zu wollen, indem man den Finger auf alle Männer richtet und ihnen quasi sagt, daß auch sie eine Mitschuld an Verbrechen haben, nur weil sie Männer sind. Solange es solche verallgemeinernden Vorwürfe gibt, wird es vermutlich auch keine richtungsweisende Diskussion geben, die zur Problemlösung beitragen könnte.
    Will man ein Problem lösen, und das gilt grundsätzlich für alle Probleme, muß man sich schon bequemen, die betreffende Fragestellung auf ihren Kern einzugrenzen.

  • #75
    uepsilonniks

    @Voss:
    Ihre Kaltschnäuzigkeit gegen über männlichen Opfern von Frauengewalt ist bemerkenswert. Das Problem ist, dass sie damit nicht allein stehen.

    So berichtet Arne Hoffmann über Ursula Enders:

    Enders ist die Gründerin und Vorsitzende der gegen sexuellen Missbrauch gerichteten Organisation „Zartbitter“.
    In der 2003 erschienenen Neuauflage ihres Buches „Zart war ich, bitter war’s“ beklagt sie, wie enorm schwierig es sei, in diesem Bereich weibliche Täterschaft zur Sprache zu bringen. „Die wenigen engagierten Frauen (und Männer), die schon Anfang der 90er Jahre ‚Frauen als Täterinnen‘ zum Thema machten, wurden gemobbt.“ So sei ihrem Mitarbeiter Dirk Bange „Hass und Empörung“ entgegengeschlagen, als er dieses Tabu gebrochen habe. Ursula Enders: „Auch versteigen sich einige Dogmatikerinnen dazu, mich dafür zu beschimpfen, dass sie mangels Alternative einer vergleichbaren Forschung durch eine Frau dazu gezwungen sind, die Studien meines Kollegen zu zitieren. Fortan gelte ich in einigen Kreisen endgültig als ‚Verräterin an der Frauenbewegung‘. Im Sommer 2000 spricht mich eine Fachfrau ganz unvermittelt darauf an, dass sie in den 90er Jahren öfter eine extrem hasserfüllte Stimmung im Publikum erlebt hat, sobald ich als Referentin das Wort Täterinnen auf Veranstaltungen
    nur ausgesprochen habe. Damit bestätigt die Fachkollegin die Berechtigung der von meinen Kolleginnen und Kollegen schon vor Jahren verordneten Schutzmaßnahme: Sie haben mir längst untersagt, ohne Begleitung eines kollegialen ‚Bodyguards‘ auf
    überregionale Veranstaltungen zu fahren, damit ich in ‚Fachdiskussionen‘ stets eine Unterstützung habe.“

    Den aufrechten Kinderschützerinnen geht es also am Allerwertesten vorbei, wenn ein Kind durch seine Mutter vergewaltigt wird. Dadurch wird ein Diskurs aufrecht erhalten, der verhindert, dass Opfern weiblicher Täter Hilfe zu Teil wird. Das nimmt manchmal groteske Züge an, wiederum Arne Hoffmann:

    René Denfeld berichtet von einem Mädchen, das mit seiner Schwester über Jahre hinweg von einer geistesgestörten Mutter auf sadistische Weise gequält wurde. Die Töchter erstatteten Anzeige bei der Polizei, man glaubte ihnen nicht. Die Folterungen gingen weiter. Das Mädchen wurde zu einer jungen Frau, verließ das Zuhause, gründete eine Familie. Aber sie war seelisch schwer geschädigt
    und gab den erlittenen Missbrauch an ihre Kinder weiter. Als ihr klar wurde, was sie da tat, ging sie noch einmal zur Polizei, erklärte die Sachlage und bat darum, verhaftet zu werden. Als der Beamte sich von seinem Lachanfall erholt hatte und feststellte, dass die Schilderung todernst gemeint war, bat er seinen Vorgesetzten herbei. Der kaute an seinem Bleistift herum, erklärte verwirrt, so etwas noch nie gehört zu haben und schickte die junge Frau wieder heim: »Reden Sie mit Ihrem Hausarzt
    darüber.« Keiner der Beamten befragte die Kinder oder kümmerte sich in irgendeiner anderen Weise um die Angelegenheit. Erst als die Frau die Sache von sich aus mit Nachdruck vorantrieb, kümmerten sich die Behörden darum, dass sie therapeutische Behandlung erhielt und ihre Söhne in ein Heim gebracht wurden (82, 57-58).
    Erin Pizzey, Mitbegründerin der internationalen Frauenschutzbewegung, ist sich mittlerweile sicher, dass genauso viele Frauen Pädophile sind wie Männer. Nur: »Frauen bleiben dabei normalerweise unentdeckt.« Sie berichtet: »Ich rettete ein kleines englisches Mädchen vor einer weiblichen Pädophilen in England, während ich in New Mexico war. Es erforderte drei Jahre Kampf gegen
    die englischen Gerichte, sie zu retten und sie ihren Eltern zurückzubringen. Als der Staatsanwalt mich schließlich anrief und mir sagte, dass ich in allem Recht hätte und das Kind missbraucht worden sei, fragte ich ihn, ob er die Frau anzeigen wolle. >Nein<, sagte er. >Bisher ist noch jede Frau davongekommen und es wird bei Kindesmissbrauch auch weiterhin so sein.<« (371a)

    Es ist nicht so, dass Frauen nicht zu Tätern werden, es ist so, dass hier ein Schweigetabu hochaggressiv verteidigt wird. Den scheinbaren WohltäterInnen geht es mehr um einen Krieg gegen Männer als um tatsächliche Hilfe für Opfer unabhängig vom Geschlecht.

    Ein paar Fälle mit Frauen als Tätern:
    https://schandfrau.wordpress.com/

  • #76
  • #77
    JR

    Ich habe den Text von Martin Niewendick ganz anders gelesen: Er hat im Stil eines extrem "besorgten Bürgers" einen Text über Gewalt an Frauen durch Ausländer geschrieben und hinterher "Ausländer" durch "Mann" ersetzt. Unter der Prämisse ist die Diskussion hier wirklich unterhaltsam und interesant.

  • #78
    rumo0001

    Sehr geehrter Herr Voss,

    Sie schreiben in Kommentar #60, dass Sie verbale Aggression nicht für ein Rechtfertigung von körperlicher Gewalt halten – Zustimmung meinerseits.

    Einen Absatz später schreiben Sie, dass Sie es für gerechtfertigt empfinden, wenn eine Frau einen Mann mit dem Regenschirm verprügelt, weil der Mann die Frau betrogen hat.

    Sie wundern sich, warum es keine "Männerhäuser" gibt und führen wiederholt Statistiken an, nach denen Männer gegenüber Frauen gewalttätiger sind als umgekehrt.
    Gleichzeitig sehen Sie es als gerechtfertigt an, dass eine Frau einen Mann physisch angreift (solange die Provokation das rechfertigt) und haben diesen Vorfall sicher auch nicht den Behörden gemeldet – so wie viele andere männliche Opfer auch.

    Machen wir doch einmal ein Gedankenexperiment: Nehmen wir an, es gäbe eine Gesellschaft, in der über weibliche Gewalt nicht geredet wird. Eine Gesellschaft, die das Rollenstereotyp des Gewalttätigen singulär den Männern zuschreibt. Eine Gesellschaft, in der noch vor 100 Jahren geschlagene Männer öffentlich lächerlich gemacht wurden, weil sie nicht Manns genug waren, um ihr Weib zu kontrollieren. Eine Gesellschaft, in der Männer Gewalt von Frauen ihnen gegenüber rationalisieren ("Ich habs ja verdient") und in der jeglicher Versuch, den gleichen Diskurs andersherum aufzubauen ("Was hat Sie getan, bevor er zugeschlagen hat?") bedingungslos als frauenfeindlich hingestellt und erbarmungslos abgesaägt wird.
    Wenn in dieser Gesellschaft nun tatsächlich eine 50:50 Verteilung von Partnergewalt vorläge: was glauben Sie, wie die polizeiliche Statistik aussehen würde?

  • #79
    Wolf-Dieter Busch

    @Arnold Voss – dein Standpunkt in Ehren, aber soeben habe ich von einer Statistik erfahren, nach der im Bereich häusliche Gewalt die Ursache, tatsächlich, mehrheitlich bei der Dame des Hauses zu suchen ist:

    „Frauen schlagen doch – nicht zu knapp“

    https://goo.gl/irRR5V

    Ich wills dir nicht als Wahrheit verkaufen, habe es also selbst noch nicht durchgelesen. Aber immerhin eine Erhebung mit konträrer Aussage, die der Überprüfung zugänglich ist.

    Anekdotisches – Gewalt (und Übergriffigkeit) aus der Damenwelt habe ich teils selbst erlebt und teils in der Nachbarschaft mitgekriegt. Allerdings hatte ich als Erwachsener niemals Angst.

    Aber natürlich leite ich daraus nichts ab. Wenn mir zwo Menschen gegenüber stehen, und einer davon ist eine Dame, so hat diese bei mir einen unwillkürlichen Symathievorschuss 😉

    Damit verabschiede ich mich aus der Diskussion.

  • #80
    Walter Stach

    -77-
    und daraus folgernd könnte es ja für so Manchem durchaus interessant und unterhaltsam sein, zu recherchieren, ob bei Gewaltdelikten "von Ausländern" die Täter überwiegend "ausländische" Männer oder überwiegend "ausländische Frauen" sind, b.) darüber zu forschen und zu philosophieren, warum das dann "so oder so" ist und c.) danach diese Ergebnisse und Erkenntnisse abzugleichen mit Gewaltdelikten gegen Personen durch "einheimische " Männer und "einheimische" Frauen und d.) dabei in jedem (!) Falle zu differenzieren ,ob die Gewaltakte sich primär gegen Männer oder gegen Frauen richten einschließlich der Beantwortung der Frage nach dem diesbezüglichen Warum.

    Für mich ist das Alles relativ uninteressant und schon gar nicht unterhaltsam, solange das StGB bei Gewaltverbrechen nicht unterscheidet, ob der Täter eine Frau oder ein Mann ist, ob er "Ausländer" oder "Einheimischer" ist, ob er deutscher Staatsangehöriger ist oder nicht.
    Interessant und höchstbedenkenswert wird es für mich, wenn dann und wann die Rechtsprechung im Einzelfall bei mir zu der Mutmaßung Anlass gibt, "man" habe wesentlich Gleiches deshalb ungleich behandelt, weil der Gewaltverbrecher ein Mann, eine Frau, ein deutscher Staatsangehöriger oder ein Nichtdeutscher-Staatsangehöriger war (oder ein Farbiger oder ein Weißer oder ein Christ oder ein Muslim oder ein Jude oder ein Atheist oder oder……..).

  • #81
    Arnold Voss

    @ rumo 0001

    Ja, es gibt Situationen in denen Menschen aus Kränkung und Verzweifelung zuschlagen. Eifersucht ist so eine Situation, die in dem von mir erlebten Fall begründet war. Ich habe nicht geschrieben, dass ich verprügelt wurde, sondern das ich verhauen wurde. Ich habe dieses Wort gebraucht, um deutlich zu machen, das ich weder verletzt wurde noch Schmerzen erlitt. Es war eine hilflose Geste der Gewalt, wie sie so oft bei schwächeren Personen geschieht. Meine damalige Freundin hätte gegen mich nicht die geringste Chance gehabt, wenn sie mich wirklich hätte angreifen und körperlich verletzen wollen.

    Sie machen daraus jetzt eine Geschichte, wie sie ihnen in den Kram passt und genau das nervt mich an Leuten wie ihnen. Frauen können sehr wohl und in böser Absicht und wiederholt gewalttätig sein. Aber das war bei meinem Erlebnis schlicht nicht der Fall, und das ist meistens so, wenn Frauen Männer schlagen, weil sie in der Regel schwächer sind. Anders ausgedruckt, ich habe mich nicht eine Sekunde bedroht gefühlt.

    Es wird auch in dieser Gesellschaft nicht über Gewalt von Frauen geschwiegen, bzw. muss darüber gschwiegen werden. Oder hat hier Jemand ihren Beitrag gestrichen oder sonst wie zensiert. Das Frauen ihre Kinder töten oder aussetzen wird in Deutschland nicht verheimlicht, sondern ist jedes Mal ein riesiger Aufmacher in den Massenmedien. Das Frauen mittlerweile auch Verteidigungsministerinnen sind und Männer in den Krieg schicken können, ist auch nichts Neues mehr.

    Ich bin ein Mann der mitten im Leben steht und ich sage es ihnen hier nochmal zum mitschreiben. Ich weiß mich zu wehren, wenn es ernst wird. Das Problem ist nur, dass ich mich in meinem ganzen Leben noch nicht ein einziges Mal von einer Frau bedroht gefühlt habe, aber dafür umso öfter von Männern. Und noch mal ein ganz konkrete Frage auch an sie: Wenn ihnen eine betrunkene Gruppe Männer und eine betrunkene Gruppe Frauen entgegenkommt, vor welcher nehmen sie sich mehr in Acht?

  • #82
  • #83
    Arnold Voss

    @ Helmut Junge # 74

    Nein, das ist sicher nicht zielführend. Mein Problem hier ist, dass viele hier einfach nicht wahr haben wollen, dass es biologische Unterschiede zwischen Männer und Frauen gibt, die ganz besonders die Aggressivität betreffen. Auch in der von Wolf Dieter Busch verlinkte Untersuchung kommen dann so Sätze zustande wie: "Frauen üben häufiger Gewalt aus, werden aber häufiger verletzt." Dass das genau der Ausdruck einer anderen Aggressivität ist und deswegen die Gleichsetzung von z.B. männlichen und weiblichen Schlagen, bzw. ihrer statistischen Erfassung als gleiche Gewalt falsch ist, wird aber nicht einmal im Ansatz thematisiert.

    Stattdessen wird abwehrendes Zurückschlagen einer Frau genauso als Gewalt gewertet wie ein Fausthieb des Mannes, der eben dieses Mehr an Verletzungen zur Folge hat. Wenn ich dann an meine eigene Erfahrung mit meiner damaligen Freundin denken, dann würde diese Frau auf Grund eines einmaligen Vorfalls in unsere Beziehung als einseitig gewalttätig klassifiziert werden. Wenn man so Empirie betreibt, dann kommt am Ende genau der Schwachsinn heraus, den ein „rennomierter“ Gewaltforscher in dieser Studie zum Besten gibt: 1/3 der häuslichen Gewalt gehen alleine von Frauen aus und 50% von beiden Partnern.

    Noch verrückter wird es, wenn dann gesagt wird, dass viele Männer die so statistisch festgestellte Gewalt von Frauen nicht als solche empfinden, sie aber trotzdem so gewertet werden muss. Und genau da kommt dann so einer wie rumo0001 ins Spiel (# 78), der aus dem Verhauen ein Verprügeln macht und daraus eine ganze Weltsicht bastelt, in der Männer mehrheitlich von Frauen drangsalierte arme Teufel sind und gleichzeitig der Paranoia verfallen ist, dass man darüber aber nicht sprechen darf.

    Ja, es gibt arme männlich Teufel, die unter der verbalen und körperlichen Gewalt von Frauen leiden. Aber ich kenne nur sehr sehr wenige, und alle könnten, im Gegensatz zu vielen Frauen die ich diesbezüglich kennen gelernt habe, auf der Stelle gehen.

  • #84
    rumo0001

    @Arnold Voss:
    Die Antwort auf ihre Frage ist in der Tat: es kommt drauf an. Ich fühle mich bei weitem nicht von jeder Gruppe von Betrunkenen bedroht. Bei den Gruppen, bei denen das der Fall ist, ist männlich sicher deutlich häufiger vertreten als weiblich. Allein folgt daraus nicht, dass ich vor jeder Gruppe männlicher Betrunkener Angst haben muss.

    Lassen Sie mich ihre Frage umformulieren:

    Wenn ihnen eine betrunkene Gruppe Ausländer und eine betrunkene Gruppe Deutsche entgegenkommt, vor welcher Gruppe nehmen sie sich mehr in Acht?

    Die Antwort wird sehr stark davon abhängen, wo Sie aufgewachsen sind, wie ihre Erfahrungen sind. Ich weiß nicht, wie die Zahlen für Deutschland sind, aber in den USA werden 50% aller Gewaltverbrechen (wenn ich mich richtig erinnere) von Afroamerikanern begangen. Die Schlussfolgerung, dass Afroamerikaner nunmal gewalttätiger wären als Weiße, ist aber falsch. Erst wenn Sie die sozial-ökonomischen Umstände mitbetrachten, kann man diese Zahl verstehen. Afroamerikaner in der Mittelschicht sind statitisch nicht auffällig gegenüber ihrer Vergleichsgruppe.

    Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum ich Ihre Argumentation "90% aller Gewalt geht von Männern aus" nicht für vollständig halte. Wieviele Studien gibt es denn, die sich die Ursachen näher ansehen – und wieviele Menschen geben sich damit zufrieden, dass Männer nunmal gewaltbereiter seien als Frauen?

    Und zu dem Gedankenexperiment: Ich sage nicht, dass in Deutschland eine solche Gesellschaft existiert. Ich bin schließlich nicht von der AfD. Allerdings gibt es schon ein gesellschaftliches Tabu gegenüber sexueller Gewalt von Täterinnen. Das ist jetzt ein sehr weites Feld, allerdings würde es mich schon wundern, wenn Sie das nicht auch schon beobachtet haben. Eine Mutter, die ihr Kind tötet, ist kein Bestie, sondern eine verwirrte junge Frau, die Hilfe braucht. Der Mann, der eine Frau die Treppe hinuntertritt, ist allerdings einfach ein Bestie, wie im obigen Artikel dargestellt. Nach seinen Gründen wird nicht gefragt – auf die Idee, dass er Hilfe bräuchte, kommt erst recht keiner.

  • #85
    rumo0001

    @Arnold Voss

    #83: Entschuldigen Sie bitte, sie machten bisher den Eindruck dass Sie wüssten, was ein Gedankenexperiment ist. Mein Fehler, ich habe Sie überschätzt.

  • #86
    Arnold Voss

    Schön, dass sie nochmal geantwortet haben, rumo0001. Das lässt ihre ersten Kommentar in einem anderen Licht erscheinen.

    Ich habe nicht geschrieben, dass 90% der Gewalt von Männern ausgeht, sondern statistisch über große Zeiträume gleichbleibend und kulturübegreifend um die 90% der Tötungsdelikte von Männern verübt werden. Aber auch was weniger extreme Gewalttaten betrifft, sind die Männer in der Regel viel häufiger beteiligt als Frauen. Was Beziehungsgewalt betrifft ist die Sache auf Grund der Wechselseitigkeit der Konflikte nicht ganz so eindeutig. Aber auch hier vertrete ich die These, dass Männer in der Regel ihren Freundinnen/Frauen/Geliebten körperlich überlegen sind und deswegen im Ernstfall von Beziehungsgewalt weitaus weniger bedroht sind als die Frauen. Dem entspricht auch die statistisch validen Tatsache, dass bei gegenseitiger häußlicher körperlicher Gewalt Frauen eindeutig viel mehr und härter verletzt und/oder getötet werden als Männer.

    Eine Mutter die ihr Kind tötet, ist in den deutschen Boulevard-Blättern sehr wohl eine Bestie. Noch mehr als ein Vater der das gleich tut, weil eine Mutter so etwas sozusagen von ihrer Natur her nicht tun darf. Das Verständnis für Gewalt von Frauen über ihnen anvertrauten Schwächeren ist insgesamt deswegen gering weil es sich eben um Schwächere handelt und Frauen als Behüterinnen der Schwachen gelten, was sie faktisch keineswegs immer sind.

    Und noch mal, das Geschlecht ist auch für mich nicht das einzige Kriterium für die Erklärung von Gewalt. Natürlich spielen Herkunft, Bildung, Kultur und soziale Situation auch eine Rolle. Auch bei Gewalt gegen Frauen durch Männer und umgekehrt. Was aber die Tötungsdelikte betrifft, kann keine Statistik so sehr gefälscht oder so sehr ideologisch verbogen werden, dass dieser eklatante geschlechtliche Unterschied geleugnet werden könnte.

  • #87
    djadmoros

    @Arnold Voss:

    Wenn es nun aber so ist, dass eine erhöhte männliche Aggressionsneigung auf die männliche Biologie zurückzuführen ist, dann macht der Blogpost von Herrn Niewendick erst recht keinen Sinn. Denn dann müssen wir konstatieren, dass sich die große Mehrzahl der Männer *trotz* ihrer Biologie ziemlich gut im Griff hat und der angebliche »Krieg der Männer gegen die Frauen« in Wirklichkeit ein individueller Amok ist.

    Denn wenn die Biologie die Konstante ist, sind wir wieder bei der Zivilisation als Variablen. Dann gibt es offensichtlich Männer, bei denen die zivilisatorischen Standards des Umgangs unter Menschen, durch welche die Biologie domestiziert wird, eben nicht verfangen. Deren zivilisierte männliche Nachbarn haben damit nichts zu tun. Jedenfalls nicht darum, weil sie Männer sind.

  • #88
    Kathrin Meyer

    Danke, Herr Voss, Sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Was Männer und Worte betrifft: auch diese, nicht nur Frauen, schaffen es, sehr zu verletzen und zu kränken oder sich segr auf Kosten anderer in unangemessener Weise lustig zu machen. Nachzulesen übrigens auf Seiten wie Stupedia oder das Männer-Wikipedia unter Einträgen wir "Frau", "Menstruation" u.ä. Ähnliche Seiten von Frauen gegen Männer habe ich noch nicht gesehen.

  • #89
  • #90
    Arnold Voss

    @ djadmoros # 87

    Grundsätzlich gebe ich ihnen recht. Aber es scheint wieder eine Zunahme der Sorte Männer zu geben, die ihre biologisch bedingte Aggressionpotential nicht zu zivilisieren in der Lage sind, bzw. darin nie kulturell und sozial eingeübt wurden. Wenn sich also die individuellen und kollektiven männlichen Amokläufe gegen Frauen wieder häufen sollte das auch zum öffentlichen Thema gemacht werden. Ob das mit einer so provokanten Kriegs-Überschrift getan werden sollte ist zweifellos fragwürdig. Ob diese Debatte hier in dieser Ausführlichkeit und Dezidiertheit ohne diesen Titel geführt worden wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln.

    Dass die zivilisierten Männer mit den Aggression unzivilisierter Männer nichts zu tun haben, gilt so lange, bis diese Aggression als Gewalt ihnen nicht selbst widerfährt. Sei es es als Angriff auf sich selbst oder einen anderen oder eben auf eine Frau die ihnen nahe steht. Es ist doch interessant, dass hier vorwiegend Männer diskutiert haben, die gegen jede Gewalt sind und deswegen auch männliche Gewalt gegen Frauen verdammen.

    In der Mehrzahl wollten sie jedoch, zu recht, klarstellen, dass Frauen auch gewalttätig sind, was aber häufig damit verbunden war, eine besondere männliche Aggressionsfähigkeit anzuzweifeln, bzw. völlig abzulehnen. Ein paar gingen sogar so weit, den Frauen die Schuld an der männlichen Aggressivität zuzuschieben. Alle fühlten sich auf jeden Fall von diesem Thema auch persönlich betroffen, obwohl sie ich selbst durch die Bank für zivilisierte, sprich nicht gewaltaffine Männer halten.

    Was nicht thematisiert wurde ist, wie diese Zivilisiertheit systematisch herbeigeführt werden kann, und hier kommen die Männer als Lehrer, Onkels, Väter und ganz normale Nachbarn von Jungen ins Spiel. Und genau hier liegt nach meiner Ansicht die zentrale soziale Verbindung zur besonderen männlichen Aggressionsfähigkeit, eben weil und nur weil sie Männer sind. Männer erziehen Jungen zu Männern, sei es "nur" als Vorbild und Verhaltensmodell, als aktive Beeinflusser oder als liebendes Elternteil. Und genau an der Stelle werden sie dann in der Regel auch mit der eigenen Männlichkeit und damit auch mit ihren eigenen Aggressionen konfrontiert.

  • #91
    KE

    Spannend ist dann noch, wie die " zivilisierten Männer" reagieren, wenn sie mit Menschen, die körperliche Gewalt als Hauptargument favorisieren, konfrontiert werden.

    Ich warte immer noch darauf , dass die ganzen Deeskalationsexperten und insbesondere auch -Expertinnen ihre Lösungsstrategien selber im Praxischeck überprüfen. Genügend Konfliktherde gibt es ja.

  • #92
    Helmut Junge

    Eine "Deeskalation" funktioniert m.E. nur dann, wenn der aggressive Täter annehmen muß, daß der Deeskalateur auch anders könnte. Und kann das sein bei jungen Männern, die sich nicht mal wehren, wenn ihnen ihre Freundin aus der Hand gerissen und vor ihren Augen vergewaltigt wird wie es in Köln beobachtet wurde?

  • #93
    abraxasrgb

    KE und Helmut
    Der Schriftsteller Thor Dunkel wunderte sich im Zusammenhang mit den Ereignissen in Köln über die fehlenden Berichte gebrochener Nasen etc.. Dabei (er)fand er das schöne Bonmot vom verhausschweinten deutschen Mann 😉

    Davbub: Opfer-Abo?

    Wer hier noch einmal behauptet, ich sei brutal, dem hau´ich eine rein 😉 #scnr

  • #94
    Helmut Junge

    @abraxasrgb, leider sagt die Feigheit des "verhausschweinten" deutschen Mannes gegenüber anderen Männern, nichts über deren Verhalten gegenüber Schwächeren, sprich Frauen, aus.
    Mut hängt auch mit der Aussicht auf Erfolg oder Mißerfolg zusammen. Um sich mit anderen Männern zu prügeln, ist ein unverhältnismäßig größerer Mut erforderlich, als gegenüber einer schwächeren Frau.

  • Pingback: Der Hass auf den weiblichen Körper | Ruhrbarone

  • #96
    djadmoros

    @Arnold Voss:

    Im Grundsatz stimme ich der Aussage zu, dass eine solche Gewaltzunahme zum öffentlichen Thema gemacht werden sollte. Aber war dem Verfasser bewusst, welche Auswahl an Beispielen er da zusammengestellt hat? Niewendicks Liste ist fast ausschließlich ein Katalog von Gewalttaten, die von Männern mit Migrationshintergrund begangen wurden. Ihre berechigte Frage, »wie diese Zivilisiertheit systematisch herbeigeführt werden kann«, steht recht offensichtlich im Kontext nicht eines geschlechtsspezifischen, sondern eines kulturspezifischen Zivilisationsgefälles. Ich finde es schon atemberaubend, wie Niewendick zunächst eben diese Liste kompiliert und sodann jeden Hinweis auf ihr primäres Charakteristikum hinter einem angeblichen Männlichkeitsproblem versteckt.

    Ich erlaube mir, hier ausführlich den Blogger Lucas Schoppe zu zitieren, der diesen Aspekt bereits auf den Punkt gebracht hat:

    (https://man-tau.com/2016/12/11/manner-muslime-und-das-absolute-bose/)

    »Niewendick beginnt ihn mit einer Liste von sieben verrückt wirkenden Gewalttaten von Männern gegen Frauen. Allen, die schon einmal über diese Taten gelesen haben, wird an der Zusammenstellung vermutlich schnell etwas auffallen: Der weitaus meisten der aufgeführten Täter, fünf von sieben, sind offenbar Muslime oder Migranten aus Nordafrika bzw. arabischen Staaten.

    Die einzige eindeutige Ausnahme ist offenbar ein Mann, der im Jobcenter in Hamburg seine Frau mit Säure übergossen hatte und dessen Name mit Arnim B. angegeben wird. Bei einem weiteren Mann, der in Berlin von einem Fahrrad aus Frauen mit einer offenbar säurehaltigen Flüssigkeit besprühte, ist die Identität nicht bekannt. Abgesehen davon hat Niewendick eine Liste zusammengestellt, die jederzeit auf jeder rechten Webseite erscheinen könnte.

    Der Mann, der in Kronshagen bei Kiel seine Frau mit Benzin übergoss und anzündete, stammt aus Nordafrika.

    Der – übrigens ebenfalls psychisch kranke – Mann, der in Berlin eine junge Frau vor die U-Bahn stieß, ist der Sohn von Migranten aus dem Iran.

    Der Mann, der in Hameln seine Frau niederstach, ihr einen Strick um den Hals band, den Strick am Auto befestigte und sie über 250 Meter weiter schleifte, ist kurdischer Abstammung.

    Der Name des Mannes, der in einer Hamburger Bäckerei seine Frau niederstach und mit kochendem Wasser überschüttete, wird als „Mustafa A.“ angegeben.

    Der Mann schließlich, der in der Berliner U-Bahn offenbar wahllos eine junge Frau eine Treppe hinuntertrat, passt nach Ansicht des Videos ebenfalls gut in das Bild des südländischen Täters [Anm. dj.: ein mittlerweile ermittelter Begleiter des Täters ist wohl Bulgare].

    Niewendicks Liste wirkt so gleich doppelt zwanghaft. Ihre Zusammenstellung legt zunächst den Gedanken nahe, dass muslimische Männer weit überproportional häufig schwere und schwerste Gewalttaten an Frauen begehen – um dann aber in der Darstellung sorgfältig jeden Hinweis auf einen muslimischen und/oder Migrations-Hintergrund zu löschen.«

    Schoppe nennt Niewendicks Text »radikal verkorkst«, und ich halte das noch für eine freundliche Formulierung. In meinen Augen ist das ein mit Vollgas gegen die Wand gefahrener Kasus von politisch korrekter Bigotterie. Es erinnert an das Verhalten unserer deutschen Feministinnen, die Silvester-Übegriffe von Köln *darum* kleinzureden, weil sie sich ganz offensichtlich *nicht* dem Feindbild »weiße heterosexuelle Männer« zuschreiben lassen. Darum finde ich auch Ihren folgenden Einwand nicht triftig:

    »Ob diese Debatte hier in dieser Ausführlichkeit und Dezidiertheit ohne diesen Titel geführt worden wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln.«

    Denn Niewendicks Blogpost hat die Debatte – ob vorsätzlich oder fahrlässig, vermag ich nicht zu entscheiden, aber ich tippe auf letzteres – von dem Problem, das er *faktisch* selbst impliziert, *abgelenkt*.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.